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Oft bringt es ja erst die Heizperiode an den Tag: Da haben doch tatsächlich Flöhe in irgendwelchen Ritzen überlebt. Wir lesen ja immer und überall, das etwa 90 % der Blutsauger nicht am Tier, sondern in der Umgebung ablauern.

Schon deswegen finde ich es ziemlich daneben, unsere Haustiere mit der Chemiekeule zu behandeln. Von Spätschäden (Leber) mal ganz abgesehen. Bevor hier jemand mit mir eine Grundsatzdiskussion anfangen will, bitte ich ihn, doch mal ENGLISCHE Studien zu diesen Giften zu lesen. In Deutschland wirst du kaum etwas Negatives finden.

Es mag Ausnahmen geben. Wenn ich ein Tier finde, das so befallen ist, das eine einmalige Keule wirklich hilft (was noch zu beweisen wäre) … aber die prophylaktische Dauerbehandlung halte ich für absolut fahrlässig. Vor allem, wenn es auch anders geht.

Zum Beispiel so:

Das sind keine Karamellbonbons, sondern Hundesnacks aus zwei Zutaten, die gegen Flöhe und Zecken helfen und super für die Haut sind.

Genaugenommen ist das Rezept kein Geheimnis. Es enthält Kokosöl, das für sich schon genommen eine erstaunliche Menge an gesundheitlichen Vorteilen birgt und Bierhefe. Kokosöl bekommen meine Hunde schon lange (innerlich) und bisher waren wir damit zeckenfrei. Bierhefe ist unter Hundehaltern auch ein alter Hut, weil sie super für die Haut ist. Anscheinend hält sie ebenso wie das Kokosöl Zecken und Flöhe fern. Ich habe leider noch keine Bierhefe anwenden können, weil meine Hunde glutensensitiv sind. Zum Glück gibt es aber inzwischen Glutenfreie.

Beim Kokosöl zeichnet hauptsächlich die Laurinsäure für den Zeckenschutz verantwortlich, was es bei der Bierhefe ist, weiß ich nicht. Vielleicht schlicht und einfach ein gesundes Hautmillieu.

Ich habe mir also aus den beiden gesunden Zutaten kleine Leckerlis gegossen. Da meine Hunde klein sind und damit etwa einen Teelöffel Kokosöl pro Tag brauchen, habe ich eine Silikonform für Minieiswürfel erworben. Zwei Teile Kokosöl mit einem Teil Bierhefe gemischt, sanft geschmolzen und in die Form gegossen. Die Bierhefe sinkt beim Erkalten etwas ab.

So … ich werde euch berichten. Mit Flöhen und Zecken hatten wir ja bisher auch keine Probleme (festaufholzklopf), aber ich verspreche mir von den Häppchen jetzt auch eine deutliche Fellverbesserung bei meinem hautgeplagten Mops. Seine Diagnose ging ja von Demodex-Milben über Hautpilz, bis jetzt zuletzt zu Impfschaden. Letzteres scheint zu stimmen, den auf die Behandlung spricht er leicht an. Natürlich werde ich euch vom weiteren Verlauf berichten.

Wenn das bei euch nicht reicht, der Flohdruck einfach zu hoch ist, gibt es noch andere Mittel. Ich habe sie hier schon mal beschrieben:

https://earthwitch.wordpress.com/tag/floehe/

Im Prinzip „behandelt“ ihr hauptsächlich Liegeplätze und Umgebung und unterstützt das Ganze mit ätherischen Ölen. Bitte nicht aufgeben, wenn es nicht gleich klappt. So hab ich zum Beispiel bei Zecken beste Erfahrungen mit Patchouli gemacht. Andere mit Eukalyptus, Geranie, oder Zeder. Vielleicht müsst ihr probieren. Wichtig natürlich: Auch hier darf das Tier nicht zum Lecken rankommen. Ich mach manchmal einfach ein, zwei Tropfen auf das Halsband. Bei großen Tieren kann es Sinn machen, auch einen auf (oder unter) den Rutenansatz zu machen.

Jetzt, zu dieser Jahreszeit, werdet ihr euch aber draußen kaum noch was fangen. Wie ihr die Liegeplätze flohrein haltet, findet ihr unter obigem Link.

Mein Schreibwerkzeug

Wieder mal ein Thema, das mit Kräutern eigentlich nichts zu tun hat, wenn man einmal davon absieht, dass ich eben viel darüber schreibe. Nicht nur hier, im Blog, ich schreibe auch Bücher. Spätestens für Letztere braucht man adäquate Soft- und Hardware.

Da mein geliebtes altes Macbook Pro langsam in die Jahre kommt und Macken entwickelt, musste jetzt doch leider ein neues Macbook Pro her. Ich sage: leider. Denn für mich ist das Ding ein Downgrade …

Als Vielschreibende brauche ich eine gute Tastatur und viel Speicher. Ein handliches Gerät ist optimal, da ich meine Texte selten am Schreibtisch verfasse. Natürlich hab ich einen anderen Anspruch, als Nutzer, die mit Medien arbeiten müssen. Hier also mein Eindruck mit Schwerpunkt „Schreiben“.

Tastatur: ungewohnt kurzer „Tastenhub“. Ich denke, das ist aber Gewohnheitssache. Was mir aber wirklich fehlt, sind die Funktionstasten. Da konnte ich mit einem Klick laut oder leise stellen, stumm … na ihr wisst schon. Jetzt muss man erstmal diese hochgelobte Leiste anklicken und es zeigt sich ein digitaler Schieberegler. Ein bisschen nervig. Die meisten Symbole hier drauf sehe ich sowieso nicht, da meine Hände die beim Schreiben verdecken. Also auch nicht die Wortvorschläge. Für mich bringt die „Innovation“ nichts. Möglicherweise hat derjenige mehr davon, der ein Programm nutzt, das speziell auf die Touch Bar ausgelegt ist.

Das große Trackpad gefällt mir gar nicht. Da ich meine Hände hauptsächlich auf der Tastatur habe, stört es im Grunde. Ich gehöre noch zu der Generation, die Schreibmaschinenschreiben gelernt hat. Das heißt, ich lege die Handballen kaum auf. Durch die breite Fläche vor der Tastatur, berühre ich das Trackpad dann doch mal und schwups, ist mein Cursor sonstwo. Und nicht nur das. Du schrammst mit Uhr oder Schmuck ständig über das Metall. Ich zieh mir jetzt beim Schreiben die Ärmel lang. So ich denn welche habe. Gut … muss ich mit Leben. Die Mehrzahl der Nutzer wird das Trackpad wohl häufig brauchen.

Speicher: Ich habe 1 TB. Mehr konnte ich mir nicht leisten. Apple war immer teuer, aber dieses Mal haut es mich echt um. Nein, bei aller Liebe … Langsam sprengt es meine Reizschwelle. Überhaupt ist eine funktionierende Datensicherung und Synchronisation das Wichtigste beim Schreiben. Apple sieht dafür hauptsächlich die Cloud vor. Und es ist immer noch nicht bei Apple angekommen, dass man eben doch mal in der Pampa oder auf Reisen ist, wo man eben NICHT an das Datenwölkchen kommt. Daher vermisse ich natürlich, wie viele andere auch, so was wie einen SD-Kartenslot. Als eingeschworener Applefan hab ich am neuen Pro echt zu schlucken. Überhaupt sind die Anschlüsse ein Witz. Ich kann nicht mal mehr mein neues iPhone mit dem Pro verbinden. Das muss man sich mal vorstellen. Das Ding ist nur wenige Wochen älter, als das Pro. Wenn sie schon alles streichen, wäre es dann nicht selbstverständlich, ein, zwei Adapter für die Übergangsphase zu spendieren?

Und er wird heiß! Es ist unangenehm, wenn man lange schreibt und die Tasten nähern sich dem Kochplattenmodus. Habe mir schon überlegt, eine externe Tastatur zuzulegen, aber die gibt es nur mit Bluetooth, dass bei mir Schädelbrummen erzeugt.

Fazit: Ein teures Schmuckstückchen. Vielleicht gewöhne ich mich noch dran. Denn leider gibt es mein Schreibprogramm, das ich zur Revision verwende, nicht als App. Texte entwerfen geht auf dem iPad mit Logitechtastatur rein vom Schreibgefühl besser. Der Anschlag ist schöner, nichts wird heiß und du kommst auch nicht dauernd auf dieses Trackpad.

Hätte ich nicht einen neuen Laptop gebraucht, hätte ich mir das Pro nicht gekauft. Schon gar nicht zu so einem Preis! Das ist das erste Mal, das ich Preis und Leistung wirklich unterirdisch finde (bei Apple).

Aber auch wenn ich hier mal zu meckern hab, auf Windows kriegt ihr mich nicht mehr zurück. Da müsste ich noch mehr meckern.

 

Wen noch interessiert, welche Software ich nutze:

Zum reinen Verfassen nehme ich Ulysses. Das geht schnell, flüssig und sämtliche Änderungen sind sofort plattformübergreifend überall verfügbar. Ulysses sticht für mich durch die Datensicherung und mit der übersichtlichen Oberfläche. Für Schnellschreiber.

Den Feinschliff macht Papyrus Autor. Die Software findet echt jeden Fehler. Auch stilistisch. Zur Rechtschreibprüfung gibt es Erläuterung. Ich tue mich sehr schwer mit der letzten Schlechtschreibreform, hier ist mir Papyrus echt eine Hilfe.

Mir gefällt auch die Zeitleiste, ohne die wäre ich bei meinem langen Roman aufgeschmissen gewesen. Ich hasse Rückblicke, obwohl ich mich natürlich auch so aus der Affaire hätte ziehen können. Für die Erstfassung ist mir Papyrus zu bunt und unruhig. Und wie oben schon erwähnt: ich kann nur auf dem Rechner arbeiten. Apps hierzu fehlen noch.

Ja und ich hab natürlich auch mit Scrivener geschrieben. Lange Jahre und begeistert. Aber Scrivener kommt nur mit der Dateistruktur von Dropbox zurecht und Dropbox möchte mal eben 99 Euronen, da sie kleinere Accounts nicht mehr anbieten. Scrivener stellt sich bei mir durch seine Datensicherung ins Aus. Hier hab ich nur die Möglichkeit Datenspeicher oder Dropbox. Das Zusammenspiel App und Software funktioniert auch nicht, das hat mir schon mal ein Buch gekillt. Wäre ich nicht so eine Übervorsichtige mit Datensticks in jeder Tasche, dann wäre mein Buch weg gewesen. So hatte ich noch eine ältere Fassung, die ich „nur“ noch mal überarbeiten musste.

 

 

Fazit: Hübsch und handlich, das Macbook Pro. Aber mit deutlichem Verbesserungsbedarf.

 

 

Der Zwei-Zutaten-Kuchen

Glutenfrei – Laktosefrei!

Ihr kennt das sicher: Appetit auf Kuchen, keine richtige Lust zu backen. Bei mir kommt die Glutensensitivität hinzu. Kein Mehl …

Da finde ich ein tolles Rezept mit nur zwei Zutaten im Netz:

Einen Marzipankuchen!

Ja, das könnte gehen. Ich liebe ja auch Bethmännchen, die fast nur aus Marzipan bestehen, aber ein ganzer Kuchen? Ist das nicht zu klebrig süß?

Das „Wunderweib“ verspricht auf ihrer Seite eine duftig lockere Leckerei aus 400 g Marzipanrohmasse und 7 Eiern. Wenn man den fertigen Kuchen ein paar Tagen liegen ließe, würde er noch saftiger.

Das wäre zu beweisen!

Da wir unsere Küche gerade renovieren, bin ich im Moment ohne richtigen Backofen. Zwischen vielen Umzugskisten mit Hausrat steht ein kleiner Minitoastofen, der es auf 170 Grad bringt, nicht mehr und nicht weniger.

Ich wage mich daher nur mit 200 g Rohmasse und vier Eiern an den Kuchen. Außerdem mach ich den Ofen mangels Hitzeregulierung einfach ein paar mal an und aus. Da er oben schnell bräunt, backe ich nach fünf Minuten nur noch mit Unterhitze.

Nach 30 Minuten hole ich zwei Exemplare dieses Prachtstückes aus dem Ofen:

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Ja, der ist fluffig, der ist zart. Die Marzipannote nicht aufdringlich, nichts klebrig Süßes. Ein saftiger, leckerer Kuchen. In meinem Kopf entstehen schon Variationen mit Schokotröpfchen oder Kirschen. Von der Konsistenz her ähnelt er den feinen Sandküchlein, die Oma noch pur aus Stärkemehl gebacken hat. Nur eben saftiger.

Das „Wunderweib“ empfiehlt ja das Liegenlassen. Ein kleiner Kuchen hat es also bis zum nächsten Morgen geschafft. Und was soll ich sagen? Noch zarter und saftiger! Unglaublich! Ob er am nächsten Tag noch saftiger wäre? Wer kann das wissen? Er wurde ja schon bis auf den letzten Krümel gegessen …

 

Wundbehandlung mit Manuka

Viele von euch wissen, dass ich einen kleinen Rattler habe. Diese Mini – Pinscher sind wahre Energiebündel. Die Kombination von jugendlichem Leichtsinn, Power und einer Flexileine führte aber fast zu einer Katastrophe:

Meine kleine wilde Hummel rannte mir (vollgepackt mit Gepäck) dreimal um die Beine (Flexileine!) und sprang dann in ein nahendes Auto (Altstadtstraße, kaum Bürgersteig).

Der Dumme war natürlich am anderen Ende der Leine. Ich war einfach nicht vorausschauend genug. Natürlich wusste ich, das der Kleine auf Autos zustürmt, meine Gedanken waren jedoch woanders.

Es gab einen fürchterlichen Rumms, mein Kleiner wurde zurückgeschleudert und landete jaulend hinter mir im Sand. Mein erster Gedanke war: „Er jault, er lebt noch!“

Dem schnell reagierenden Autofahrer war zu verdanken, dass ihn die Hinterräder nicht noch erwischt haben.

Ich habe natürlich gleich alles fallen lassen und mir den Kleinen geschnappt. Auf den ersten Blick war nicht viel zu sehen. Es blutete am rechten Hinterlauf, zum Glück nicht stark, aber er hielt ihn wimmernd in Schonhaltung eingezogen. Ich versuchte mit Hilfe des Fahrers einen tierärztlichen Notdienst zu erreichen, aber erst ein freundlicher Passant konnte uns einen Tierarzt nennen, der zwar telefonisch nicht antwortete, aber „bestimmt aufmacht“.

Zum Glück war es auch so. Der Tierarzt untersuchte meinen Rattler und stellte zunächst Prellungen und eben die Wunden fest. Gebrochen schien nichts. Die Wunde am Hinterlauf war recht tief, was bei einem Rattler schnell geht, der ist von Natur aus sehr dünn. Da ist nichts, weder Fell noch Fett.

Der Arzt betrachtete die Wunden, gab noch Antibiotika und drückte mir eine Wundsalbe mit Manukahonig in die Hand. Ich solle die offenen Stellen damit behandeln, zweimal täglich. Verbinden wolle er das nicht, seiner Erfahrung nach heile so etwas offen besser ab.

Ok … im Prinzip bin ich dafür. Aber die Wunden waren wirklich „offen“. Ich konnte die Sehne sehen, wenn nicht gar mehr. Und da soll ich jetzt einfach dieses Manukazeugs draufmachen und gut? Ich meine, wenn sich da jetzt was entzündet, gerade am Gelenk …

Aber da musste ich nun durch. Also rauf mit der Salbe! Was soll ich sagen? Die klebt wie Pumasch… – ihr wisst schon. Leider nicht nur am Tier. Honig eben. Ein paar ätherische Öle seien da drin, um Parasiten abzuhalten. Und natürlich den Hund  – vom Lecken nämlich.

Gut – Parasiten gab es nicht. Könnte auch an der Jahreszeit liegen. Den Hund hielt das nicht ab. Er leckte … ich fluchte. Für mich waren das nun 24 Stunden Alarmbereitschaft. Für die nächsten Tage … Und Rattler haben eine ziemlich lange Zunge! Wenn du glaubst, die lecken sich die Vorderpfote, dann ist die Zunge schon auf dem Weg nach hinten.

 

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Einen Tag nach dem Unfall: Das Gewebe ist gut abgeschwollen. Das Gelenk kaum noch dick. Es kommt kein Blut mehr, nur etwas Flüssigkeit – keine Eiterbildung. Richtig genau mag ich trotzdem noch nicht hingucken, weil man immer noch viel von der Sehne sieht. Als Laie würde ich auf den Ansatz derselben tippen, aber da kann ich mich auch irren …

 

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Nochmal vier Tage später. Die Wunden wachsen vom Rand her zu. Wundflächen sind deutlich kleiner geworden. Es kommt mir sehr schnell vor. Die große Wunde hat schon wieder „Haut“, die tiefe natürlich noch nicht.

 

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Auch die Sehne ist kaum noch zu sehen. Ich bin sehr erleichtert.

 

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Nochmal vier Tage später. Es ist alles zu. Ein wenig Schorf noch auf der tiefen Wunde. Ich schicke Dankgebete an den Schutzengel, der sich zwischen Hund und Auto geworfen hat und natürlich auch an den Tierarzt …

 

Insgesamt empfand ich die Heilung als ungewöhnlich schnell und sauber. Darum schau ich mir die Salbe noch mal genauer an:

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Ich habe mit „Manuka Lind“ behandelt. Als Wirkstoff werden hier Manukahonig und Beinwell angegeben. Mit Manuka hatte ich bisher keine Erfahrung, weiß aber als Hobbyimker, das Honig (unbehandelter – damit meine ich auch nicht mit Chemie behandelte Bienen) ein wunderbarer Wundheiler ist. Der Honig aus den Manukablüten soll dem noch eins drauf setzen. Na, das ist natürlich eine unschlagbare Kombination: Beinwell als schneller Gewebeheiler und Manuka, der wohl unter Anderem mit seiner keimwidrigen Wirkung trumpft. Ich bin wirklich positiv überrascht.

Leider verrät der Hersteller nicht, welche ätherischen Öle noch zugefügt wurden. Meiner Nase nach tippe ich u. a. auf Lavendel und Geranie. Aber da muss noch mehr drin sein. Etwas leicht Herbes ist wahrnehmbar. Ich bin davon überzeugt, dass die Öle nicht nur Fliegen und Mücken abwehren, sondern ebenfalls die Wundheilung kräftigt unterstützt haben.

Ein Hammermittel!

Lediglich über den Hilfsstoff „Macrogol“ konnte ich nichts Hilfreiches herausfinden. Der einzige kleine Wermutstropfen in diesem Heilcocktail. Vielleicht weiß ja jemand von euch mehr. Als Selbstrührer wäre ich geneigt, so eine Heilsalbe in eigener Regie zu kochen, aber Wundheilung scheint mir ein heißes Eisen. Das war mir vorher gar nicht bewusst. Sowohl die Tierheilpraktiker als auch meine alternative Tierärztin lehnten eine Begleitung der Heilung ab. Die Verantwortung überließ man den klassischen Veterinären.

Mir ist auch nicht ganz klar, wozu das Macrogol wichtig ist. Ich hätte jetzt einfach Honig und Beinwell zusammengerührt, ohne weitere Träger- oder Hilfssubstanz. Na, vielleicht sind ja wirklich Chemiker oder Apotheker unter euch, die mich hier mal aufklären können. Im Netz hab ich es nur in seiner Eigenschaft als Abführmittel gefunden.

Mein Rattler springt jedenfalls wieder! Und dafür bin ich absolut dankbar! Allen die geholfen haben: Schutzengel, Autofahrer, Tierarzt und auch der Firma Inuvet! (Sollte das hier ein Mitarbeiter der Firma lesen: ich wüsste wirklich unheimlich gern, welche Öle drin sind!😉 )

Es war wieder ein Jahr der Prüfungen für mich. Treue Leserinnen haben sich das durch den verwaisten Blog vielleicht schon gedacht. Olaf Rippe von natura-naturans kündigte 2016 als Jahr an, „in dem die Sterne streiten“. „Na klasse“, dachte ich damals, glaubte mich persönlich aber relativ sicher, da die Vorhersage eher global gemeint war.

Ja, die Sterne streiten. Aber warum mit mir?

Sie stritten nicht nur mit mir. In meinem Umfeld gab und gibt es vermutlich noch viele Krisen zu meistern. Also rüsten wir uns!

Ich gönnte mir gerade eine Teilnahme an den Frauenheiltagen von natura-naturans. Sehr oft nehme ich die Angebote dort nicht wahr, was aber hauptsächlich der Entfernung geschuldet ist.

Die Gästeliste versprach Aufregendes. Und so war es denn auch:

 

Zunächst lauschten wir einem bewegenden Vortrag von Prof. Dr. Ingrid Gerhard. Sie machte eindringlich klar, wie sehr unsere Gesundheit und unser Gefühlsleben den Hormonen unterworfen sind. Eigentlich nichts Neues, gerade für uns Frauen. Erschreckend jedoch: die vielen hormonähnlich wirkenden Substanzen in unserer Umwelt. Ja, auch das wusste ich bereits. Schon mein Zahnarzt entfernte mir die damals so bejubelten Plastikplomben, die östrogenähnliche Wirkungen haben sollten und dem alten Amalgam da wohl kaum an Gefährlichkeit nachstanden. Er zeigte mir einige überzeugende Studien aus Schweden und den USA. Doch „wissen“ und „bewusst werden“ sind zwei unterschiedliche Dinge.

Prof. Dr. Ingrid Gerhard befasst sich seit Jahrzehnten mit der Problematik der Umwelteinflüsse. Vielen von uns ist der Holzschutzmittelskandal noch in reger Erinnerung. Aber haben wir daraus gelernt? Mitnichten. Über 200 Stoffe stellen uns Industrie und Landwirtschaft „zur Verfügung“, die unsere sensiblen Systeme aufs Gefährlichste belasten. Welche das sind, warum einige schon in anderen Ländern, aber nicht in Deutschland verboten sind und was wir trotz Allem tun können, erfahren wir in unseren Medien nicht. Diese Informationen müssen wir uns selbst beschaffen. Zum Beispiel bei Frau Dr. Gerhard:

http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/

Als wertvollen Tipp gab uns Frau Dr. Gerhard auch noch die App „ToxFox – Der Produktcheck des BUND“ mit auf den Weg, mit der man die Inhaltsstoffe von Kosmetika sofort überprüfen kann. ToxFox lebt vom Mitmachen. Da könnte natürlich auch mal jemand Inhaltsstoffe ein wenig „schönen“. Mitdenken ist daher immer erlaubt.

Auch die App „Codecheck“ von Codecheck.info ist einen Blick wert. Sie überprüft neben Kosmetika auch noch Lebensmittel.

Beide Apps sind kostenlos. Wer kein Smart- oder Iphone besitzt, kann auch direkt auf den Webseiten die Codes eingeben.

Danke Frau Prof. Dr. Gerhard für diesen Tipp!

 

Das Kontrastprogramm zu chemischen Formeln und medizinischen Studien bot uns schließlich Marlis Bader. http://www.marlis-bader.de/

Vor allem den Räucherfreudigen dürfte sie längst ein Begriff sein. Es soll ja noch immer Menschen geben, die Räucherwerk nur für Schall und Rauch halten, aber die würzigen Wolken können viel, viel mehr. Schon seit Urzeiten werden Räucherungen zum Schutz, zu Heilzwecken und für die Seele eingesetzt. Medizinische Räucherungen waren aber nicht das aktuelle Thema. Marlis Bader ging auf die Kraft des Heilrituals ein.

Für mich fiel da ein wichtiger Kernsatz: „Irgendwann nehm ich die komplette Verantwortung zu mir!“

Das schreibt euch auf! Das ist so was von essentiell. Das gilt für alle Lebensbereiche: Die Verantwortung übernehmen. Etwas, was heute kaum noch jemand macht. Wie schnell finden wir die „Schuld“ bei anderen! Aber gerade für unsere Gesundheit müssen WIR die Verantwortung übernehmen. DANN ist Heilung möglich!

Bitte nicht falsch verstehen: Damit ist nicht gemeint, jedem Arzt und Therapeuten die Freundschaft zu kündigen. Damit ist einzig und allein gemeint, sein Hirn einzuschalten, besser noch den Bauch und SELBST zu entscheiden, welchen Weg man geht. Und dann dazu auch zu stehen. Ob das der Schulmedizinische oder ein Alternativer ist, liegt bei euch.

Für ein Heilritual entscheide ich mich meist, wenn die anderen Wege erfolglos waren. Mit dieser Intention, mit der Eigenverantwortung und dem wirklichen Wollen (manch einer profitiert doch von den Umständen seiner Krankheit und will sie nicht loslassen), kann ein Heilritual gewaltige Kräfte entfalten.

So einem Ritualbeispiel durften wir folgen. Obwohl es nicht wirklich praktiziert wurde, war doch die Kraft spürbar.

Für jeden Räucherfreund und die, die es werden wollen, sind die Bücher von Marlis Bader Pflicht. Schon allein, weil sie unserer Räucherkultur näherstehen: Marlis bevorzugt einheimische Kräuter. Da freuen sich nicht nur Herz und Seele, sondern auch der Geldbeutel.

 

Margret Madejsky schließlich, die diese Veranstaltung mit ihrem Team ins Leben gerufen hatte, gab uns wertvolle Tipps zum Entgiften, speziell in Bezug auf unsere hormonelle Balance. Ja, auch da wusste ich schon Einiges. War ja nicht zum ersten Mal hier. Aber Asche auf mein Haupt … Da war doch was mit dem Wissen und Umsetzen …

Als wunderbaren Entgiftungstrank empfahl sie uns unter Anderem einen Leberentlastungstrank mit Kurkuma und Zitrone.

Den verrate ich euch hier nicht … Ihr könnt euch gern mal mit natura-naturans selbst befassen. Oder mit Google. Aber Letzteres kann auch einige Obskuritäten an den Tag bringen. Ein Blick auf die Webseite http://www.natura-naturans.de ist auch für die wertvoll, die eben nicht bis nach München reisen können. Viele Beiträge sind hier kostenlos online gestellt und man kann sich jeden Vortrag auch als DVD bestellen.

 

Am nächsten Tag durften wir Dr. rer. nat. Ursula Stumpf genießen. Ja, „Dr. rer. nat.“ Das mag man so gar nicht glauben, wenn man Ursula erlebt. Sie ist so natürlich und menschennah, wie deine beste Freundin und nicht etwa zurückhaltend oder dozierend, wie solche Titel manch einen befürchten lassen. (Ich hoffe, Ursula nimmt mir das nicht krumm).

Ich habe Ursula Stumpf (die Titel lass ich jetzt mal weg, bei meiner Freundin würde ich die auch nicht voransetzen) meine intensive Zuwendung zu Heilkräutern zu verdanken. Ihr erstes Buch über Seelenkräuter (Es hieß glaub ich, „Kräuter für Wellness …“) hat mich ins Leben zurückgeholt. Ich habe mich zwar schon von Kindesbeinen an für Kräuter interessiert, aber eben auch diese nicht wirklich „ernst“ genommen. Erst eine schwere Lebenskrise ließ mich nach pflanzlichen Verbündeten suchen. Ich dachte damals, wenn Krankheiten seelische Ursachen haben, dann müssten doch auch Kräuter bei kranken Seelen helfen. Dann fand mich dieses Buch. Ursula war meines Wissens die Erste, die Kräuter und Seele in Verbindung brachte. Aus diesem Buch hab ich auch meinen „Scheiß-Egal-Tee“ geklaut, der so wirkt, wie er heißt. Bei Ursula heißt er, glaub ich, „Tee für funktionelle Herzbeschwerden …“ Dieses wirksame Rezept nutze ich schon so lange, dass ich über Jahre nicht mehr sicher war, wo ich es eigentlich her hatte. Es war mir während meiner Panikattackenzeit eine große Hilfe. Ich habe diesen wunderbaren Tee dann auch etwas später unverfänglich mit „Gelassenheitstee“ betitelt und das Rezept bereit gestellt. Ihr findet es hier. Er wirkt wirklich wunderbar, bringt Ruhe im Sturm, sollte aber, wie alle Heiltees, nicht zur Gewohnheit werden.

Natürlich hab ich auch alle ihre Bücher im Regal. Keine Frage! Und ganz besonders freue ich mich über zwei Neuerscheinungen von ihr:

 

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Unsere Heilkräuter

und

 

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Meine Pflanzenmanufaktur

 

 

Das Bestimmungsbuch ist eines der Besten, das mir bisher untergekommen ist:

– gute Farbfotos UND

– hilfreiche Detailzeichnungen

– Heilrezepte

– Seelenwirkung.

Die Kombination von Detailzeichnung und Foto ist wunderbar. So hab ich zum Beispiel das erste Mal in meinen langen Kräuterhexenjahren ein exaktes Unterscheidungsmerkmal von Ackerschachtelhalm und Sumpfschachtelhalm gefunden, dass NICHT vom Fruchtstand abhängig ist. Eine eindeutige Kaufempfehlung, zum Beispiel über obigen Link.

Meine Pflanzenmanufaktur“ ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber für Kräuterfrauen wie mich ganz bestimmt: Hier wird mit Kräutern kreativ gearbeitet. Von nützlichen Dingen wie dufte Körbchen, Pflanzenfarben, Schneebesen, bis zu spielerischen, wie einen „Nütztnichts„. Na und gerade den, den werde ich wohl brauchen, diesen Nütztnichts.

Für mich Wissenshungrige total interessant, war die Herstellung von Birkenpech. Das will ich schon lange wissen und habe die kläglichen Versuche einiger Geschichtsprofessoren in Steinzeitcamps verfolgt. Aber Ursula hat diese Hürde gemeistert. Da kommt dann wohl doch die Apothekerin mit ihrem fundierten Wissen über chemische Vorgänge durch. Eine Apothekerin, die sich den Heilpflanzen verschrieben hat, fundierter kann Wissen nicht kommen.

Das mit dem Birkenpech versuche ich demnächst auch. Ich werde euch berichten. Leider sind Birken bei uns recht rar.

Ursulas empfehlenswerte Webseite findet ihr hier:

http://www.kraeuterweisheiten.de/

 

Auch die nächste Referentin konnte einen Dr.-Titel vorweisen. Und ich freue mich jedesmal, wenn Medizinstudium und Kräuterwissen zusammenkommen. Ebenfalls eine unschlagbare Kombination. Ich spreche von der Frauenärztin Dr. Heide Fischer. Spätestens nach der Aufforderung: „Laden Sie Ihre Nachbarinnen doch mal zum Vaginalzäpfchen gießen ein„, das ihrem Buch „Frauenheilpflanzen“ entnommen ist, haben auch ihre Werke einen festen Platz in meinem Regal. Ich habe damals beim Lesen dieser Idee lachend quer über dem Buch gelegen. Meine lieben aber erzkonservativen Nachbarinnen – beim Gießen von Vaginalzäpfchen. Dazu einen Kaffee …   Wer Heide Fischer life erlebt, wundert sich allerdings nicht mehr. Sie hat einen herrlichen Humor.

Rezepte aus diesem Buch habe ich schon öfter erwähnt, zum Beispiel die „Feuer im Becken„- Salbe, aus dem Artikel „Wenn die Lust zur Last wird“.

Wer sich mit den normalen kleinen bis mittleren Beschwerden des Frauseins befassen muss, oder auch mal näher ins Frausein spüren will, der ist mit diesem empfehlenswerten Buch sehr gut beraten. Wer jedoch ein größeres Päckchen zu tragen hat, der sollte mal in die anderen Werke schauen. Ja sogar eine Meditation gibt es von Heide Fischer, die ich inhaltlich zwar gut finde, mit der Sprechstimme werde ich aber nicht warm.

Auch Heide Fischer hat etwas Neues herausgebracht:

 

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Ab 40

 

Nach ihrem Vortrag zum Thema „Hormone“ und dem Studium dieses Buches habe ich festgestellt, dass auch ich in den letzten 15 Jahren hormonell völlig falsch gelegen habe … Ich bin dabei, die Tipps umzusetzen. Natürlich werde ich berichten, ob mir das gelungen ist.

Obwohl auch Heide Fischer über ein ernstes Thema referierte, brachte sie uns mit ihrer sympathischen, fröhlichen Art mehrfach zum Lachen. Eine unkomplizierte Frau. Jedenfalls uns gegenüber. Ich könnte mir vorstellen, dass sie bei einer konservativen, mit hochdosierten Hormonen behandelnden Ärzteschaft, schon die Zähne zeigen kann. Wer mehr wissen will: http://www.frauen-naturheilkunde.de/

 

Olaf Rippe kam uns dann „sinnlicher“. Gibt es ein schöneres Heilmittel, als die Liebe? Sogar einen Liebestrank durften wir für die Anwendung zu Haus mitnehmen. Dazu folgt hier jetzt nicht mehr. Lasst eurer Fantasie freien Lauf. Es lebe die Venus!

 

Gabriela Nedoma haben wir es zu verdanken, dass sowohl die Gemmotherapie (Knospentherapie), als auch die wirklich pure Naturkosmetik wiederbelebt wurde. Ihr Vortrag ließ uns in Großaufnahmen von Knospen und deren Querschnitten schwelgen, die uns in völlig neue Welten enführten. Oder wusstet ihr, dass eine sich gerade öffnete Knospe im Inneren Lichter erzeugt? Ein Minikosmos …

http://www.gruenekosmetik.at/index.php

Eine ebenfalls sehr empfehlenswerte Seite. Gabriela gibt auch einen Newsletter heraus.

 

Natürlich gibt es auch von Gabriela zwei empfehlenswerte Neuerscheinungen:

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Vegane Kosmetik

In Zusammenarbeit mit der genialen Siegrid Hirsch (deren Bücher auch ins Regal gehören!)

und

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Das große kleine Buch: Naturwaschmittel aus Wald und Wiese

 

„großes kleines Buch“ ist absolut treffend. Es ist, anders als es hier vielleicht scheinen mag, wirklich ein kleines Bändchen. Es werden auch „nur“ Rosskastanie, Seifenkraut und Efeu besprochen. Aber das ausführlich. Für mich gab es da doch noch was zu lernen. An Efeu als Hustenmittel hatte ich mich in Eigenregie bisher nicht ran gewagt. Da musste ich doch zum Apothekenmittel greifen. Was mir an den käuflichen Mitteln aber so gar nicht behagt, sind die Zusatzstoffe.

 

Vollgepackt mit Wissen und Inspiration fuhr ich nach Hause. Es gibt viel zu tun! Ich kann jeder nur empfehlen, bei den nächsten Frauenheiltagen dabei zu sein. Das tun wir für uns! Und damit auch für unsere Familien!

Wer nicht kann: Da gibt es ja immer noch die DVD´s …

oder: Survival für Hobby-Wohnmobilfahrer

Zeit, Geld, Vorräte… alles beisammen. Nun kann es losgehen. Dachte ich zumindest. Aber ich fahre ja einen Hobby. Fahren ist dabei schon mutig ausgedrückt, denn auch das tut er nicht immer.

Da es bei uns doch noch teilweise recht klamm sein kann, bin ich kurz vor meinem Tourbeginn mal schnell ins Womo und mach die Heizung an, dann ist es von Anfang an gemütlich. Dachte ich jedenfalls. Aber als ich das Bedien-Panel bediene, wie schon gefühlte tausend Mal, sehe ich, dass ich laut diesem gar keine Heizung habe…

Da isser wieder, mein Elektronikfehler, den ich mir laut meiner F(l)achwerkstatt nur einbilde.

Na gut, nicht ganz so schlimm. Hinten hat das Wohnmobil noch ein kleines Steuerpanel, nur für die Heizung. Dann eben an diesem…

Aber das bleibt dunkel wie ein Maulwurfshintern.

Nun muss man der Firma Hobby ja eins lassen: Als Fahrer(in) eines ihrer Mobile wird man plietsch und lässt sich von Banalitäten nicht mehr aus der Ruhe bringen. Okay, vorn weg, hinten weg: Normaler Weise ist da eine Sicherung durch. Und so eine Autosicherung, die kriegt auch eine Hausfrau eingesetzt. (Nichts gegen Hausfrauen! Das sind meist die Patentesten von allen!)

Also im Handbuch gekramt. Irgendwo müssen hier ja Sicherungen sein.

Zu früh gefreut:

Die Sicherungen der einzelnen internen Stromkreise befinden sich im Eingangsmodul.

Sagt das Handbuch. Wo aber dieses „Eingangsmodul“ ist, darüber schweigt es sich aus. Ich denke mir, hinter irgendeiner Klappe wirds ja wohl stecken und finde schließlich, nachdem ich mit meinem Pulli den gesamten Fussboden ordentlich gewischt habe, ein paar Sicherungen unter der Bank. Leider die falschen. Aber es gibt ja noch die Werkstatt. Hier wird mir doch jemand sagen können, wo ich die Sicherungen für den Aufbau finde.

Ich solle gleich mal vorbeikommen. „Mal“ ist gut. Wieder eine Stunde Fahrt. Dabei wollte ich längst unterwegs sein. Ist es denn wirklich nicht möglich, dass man einfach gesagt bekommt, wo denn diese verd… Sicherungen sind?

Nein, ist es wohl nicht. Soviel Übersicht scheint man einem Laien nicht zuzutrauen. Also auf die Reifen und hin…

Der freundliche Mechaniker steht schon, mit einem Ersatzteil in der Hand, parat. Ersatzteil? Sicherungen hab ich viel kleiner in Erinnerung! Beim Näherkommen ist auch ganz deutlich zu erkennen, das es sich NICHT um eine Sicherung handelt. Das hintere Steuermodul der Heizung ist defekt. Scheinbar ein bekannter Fehler im Hobby Schantana. Und dieses Modul killt dann auch gleich mal das vordere Paneel. Nein, ich möchte nicht wiederholen, wie oft ich die Werkstatt darauf hingewiesen habe, das hier irgendein Stromabnehmer spinnt… Man hat doch gerade im Januar alles durchgesehen und für absolut in Ordnung befunden. Extra für mich…

Nun krieg ich erstmal irgend so ein Ersatzmodul, weil das Originalteil natürlich bestellt werden muss. So kann ich die Heizung zwar wieder bedienen, muss dazu aber ins Bett krabbeln. Im Hauptpaneel zeigt sich das Ganze nämlich nicht.

Ganze zwei Wochen später hat die Werkstatt des Grauens meines Vertrauens nur zu melden:

„Bei der letzen Lieferung war das Ersatzteil nicht dabei… Vielleicht nächste Woche…“

Damit haben wir endlich ein ganzes Jahr mit Werkstattflatrate herumgebracht! Ich liebäugle doch sehr mit Zelturlaub oder Bed and Breakfast. Nun habe ich einen Neuwagen für Bastler, aber ich hätte echt ein schlechtes Gewissen, ihn irgend jemandem zu verkaufen. Und eigentlich mag ich ihn auch… was kann er dafür, dass ihn ein Chaotentrupp zusammengefrickelt hat…? Da er als „Neuer“ also mindestens soviel Macken hat, wie ich altes Semester, werde ich versuchen, doch noch mal ein paar Kilometer mit ihm vor die Tür zu kommen. Nebenbei google ich noch fleissig „Bombenbauen für Anfänger“ und „wie man eine Werkstatt dem Erdboden gleichmacht“, schließlich muss ich die langen Werkstattpausen ja auch irgendwie nutzen. Was ich rausbekommen habe ist, warum mein Womo-Händler sich „Spannan“ nennt: Wenn du dort ein Mobil kaufst, solltest du ein paar Pferde in Reserve haben, die du im Notfall davor spannen kannst. Und diesen Notfall gibt es recht häufig…

Was hat das alles jetzt mit Kräutern zu tun? Ganz einfach: Ich habe eine kleine

 

Reiseapotheke für Hobby-Fahrer

zusammengestellt. Natürlich können auch diejenigen davon profitieren, deren Wohnmobil nur alle paar Jahre mal muckt.
Bisse, Stiche, Splitter

Im Wohnmobil? Aber klar. Splitter sind selbsterklärend, oder? Das sind einfach unsauber verarbeitete Möbelteile, im Hobby Vantana Fall z. B. die klappbare Arbeitsplattenerweiterung, die schon beim Abstellen eines Kochtopfes der Erdanziehung nachgibt und an der Abrissstelle des Haltewinkels eindringwillige Holzsplitter zur Verfügung stellt.

Bisse kann man sich durch vierbeinige Mitbewohner holen, wenn man haareraufend und kreischend mit angehendem Nervenzusammenbruch durch das Mobil kreucht.

Stiche erwischen dich, wenn dein Moskitonetz nicht wirklich Blutsauger aussperrt. Im Vantana schließt zum Beispiel das große Netz an der Schiebetür nicht gut ab und die Fenstergitter dürfen nie, aber auch nie versehentlich (im Schlaf oder so) berührt werden, weil sie dann scheunentorgroße (für Mücken) Lücken durch das leichte Eindrücken hinterlassen.

Kräuteröl kann zum Lindern von Käfer- und Mückenstichen benutzt werden. Eines der vielen hilfreichen Kräuter, die Jucken und Schwellungen stoppen ist Lavendel. Er senkt das Infektionsrisiko und riecht angenehm.

Kombiniert Lavendel mit Echinacea und Bentonit in einem Wickel. Dieser Wickel lindert Stiche und Bisse von Bienen, Zecken, Wespen und Spinnen. Bentonit entfernt giftiges Material aus dem Biss oder Stich und verhindert die Ausbreitung des Giftes. Währenddessen reduziert die Echinacea die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion auf den Biss oder Stich.

Wenn du einen Splitter nicht gut entfernen kannst, oder gar sehr ängstliche Kinder hast, quetsch Vogelmiere klein und leg sie auf. Vogelmiere lässt das Gewebe so weit aufquellen, dass dir der Splitter fast entgegenkommt.
Blutergüsse

Zu Blutergüssen kommt man erstaunlich schnell. Wenn man sich z. B. beim Auftragen des Cayennepulvers (s. u.) nicht schnell genug weggeduckt hat, dumm genug war, die Trittstufe mit Schmackes auszufahren und dabei zu dicht am Wagen zu stehen, bei einem Hobby Schantana nachts um zwei verzweifelt den Fehler in der Heizung sucht…

Hier brauchen wir Kräuter, die schnell heilen und Schwellungen lindern. Wie z. B. Arnika, Lavendel, Kamille, Johanniskraut, Zaubernuss und Ringelblume. Welches Kraut du auch wählst, je eher du das Öl oder die Tinktur applizierst, um so besser. Lavendel solltest du ja ohnehin in Form eines guten ätherischen Öles in deiner Wohnwagenapotheke haben, denn es ist ein absoluter Allrounder. (Stiche, Desinfektion, Verbrennungen, Kopfschmerzen…). Speziell Hobbyfahrern würde ich ob der höheren Prellgefahr bei Fehlersuche sogar noch Immortellenöl empfehlen (bitte nur wenige Tropfen!). Das kann Blutergüsse sozusagen „wegradieren“, muss aber täglich aufgetragen werden. Ein gutes Rezept für solch eine „Radiermischung“ finden ihr wie immer auch bei Eliane.

Schwellungen können gemildert werden, indem eine mit Tinktur getränkte Kompresse mit Eis gefüllt und auf die Wunde gelegt wird. Eine Blutergusskompresse wird aus Arnika, Johanniskrautblütenspitzen, Zaubernussrinde oder Kamillenblüten gemacht. Gleichzeitig trage man Lavendelöl und kaltes Wasser auf und nehme dazu einen Waschlappen.

Lavendel

Lavendel – das wichtigste Heilkraut der Reiseapotheke   (Foto: C. Herrmann)

 

 

Blutungen

Ja, dass kann schnell passieren: Wenn du z. B. auf der Suche nach den Fahrzeugsicherungen bist und versuchst, die Plastikklappen unter dem Beifahrersitz aufzubekommen. Oder du wolltest den Kochtopf mit der heißen Suppe von der nachgebenden Abstellplatte retten. Vielleicht hast du auch vor Wut die Hecktür zu schnell zugeworfen, bevor du geschaut hast, ob alle Finger auch wirklich bei dir sind. Ich hatte ein einschneidendes Erlebnis, als mir der Abflussstopfen das Herauskommen verweigerte, schließlich doch nachgab und den Spitzen Mittelstift im Abfluss stehen ließ.

Wenn es recht heftig ist, kann man vielleicht zuerst den verletzten Körperteil über Herzhöhe zu bringen, um die Blutung zu verlangsamen.

Kräutermischungen, die man zum Stillen von Blutungen verwendet, beinhalten Cayennepulver. Er kann über die Wunde gepudert werden um die Verschorfung zu beschleunigen und die Blutung zu stillen. Das Ganze sollte, wenn du der Versorgende eines Verletzten bist, schnell geschehen, denn: Cayenne brennt! Solltest du nicht fix genug gewesen sein und dir eine Ohrfeige eingefangen haben: oben stehen die Tipps zu Blutergüssen.

Gepulverter Kelp, Wegerich, Schafgarbe und Odermennig sind Kräuter, die zur Blutstillung und Schorfbildung eingesetzt werden können. Du kannst entweder die getrockneten und pulverisierten Blätter dieser Pflanzen direkt auf die blutende Wunde streuen, oder einen Umschlag mit der frischen Pflanze machen. Wenn die Wunde stärker blutet, empfiehlt sich eine Kompresse und die Lagerung über Herzhöhe. Dann sollte man aber auch über einen Arztbesuch nachdenken.

Schafgarbe wurde seit Jahrhunderten zur Wundbehandlung benutzt. Sie ist auch sehr nützlich bei Nasenbluten. Eine Schafgarbenkompresse sollte fest auf den Nasenrücken gedrückt werden. Gleichzeitig sollte man sich setzen, nach vorn lehnen und den Kopf zwischen die Knie stecken. Das verhindert, dass das Blut den Hals hinunter läuft und verschluckt wird.
Zusätzlich kann eine andere Kompresse in den Nacken gedrückt und ein leichter Druck auf die Oberlippe ausgeführt werden. Das klappt natürlich nur, wenn du einen Beifahrer hast. Vielleicht hast du einen treuen Begleiter gefunden, der deine Hobbyerfahrungen teilt. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Du kannst entweder die getrockneten und pulverisierten Blätter dieser Pflanzen direkt auf die blutende Wunde streuen, oder einen Umschlag mit der frischen Pflanze machen.

 

Erkältungen

Ja, auch das passiert schnell. Ich habe mir in den letzten Monaten mehrfach eine „Hobby“-Grippe zugezogen und mich daher auf Unterkühlung eingeschossen. Ähnlich wie das Hobbywerk und auch meine Werkstatt, die auf Beschwerden meinerseits gern unterkühlt reagieren.
Am besten einen traditionellen Erkältungstee zubereiten, z. B. aus
Holunderblüten, Schafgarbe und Pfefferminz . 3 bis 6 Tassen davon täglich trinken. Eine Prise Ingwer kann hinzugefügt werden, wenn ihr unter Kälteschauern leidet.

Ingwer habt ihr am Besten immer dabei. Ihr könnt sehr gut Ingwerwasser gegen Infekte aller Art trinken, es sei denn ihr glüht ohnehin schon, dann wird es vielleicht zu warm. Dazu einfach etwa ein Stück so groß wie ein Daumen in Scheiben schneiden, in eine Thermoskanne geben und heißes Wasser aufkippen. Kann man sehr gut trinken. Den Ingwer einfach drin lassen und ruhig öfter aufkippen. Auch bei Blaseninfekten hilfreich. Wem es zu scharf ist, der kann weniger Ingwer nehmen oder mit Honig süßen. Ingwerwasser könnt ihr natürlich auch zum reinen Genuss trinken. Eine gesunde Alternative  zu den üblichen Zuckerwässerchen.

Auch wunderbar: Mädesüßtee. Am Besten mit einem Spritzer Zitrone. Mädesüß wächst an fast jedem Bach. Die Blätter riechen schon nach „Arzt“. Nur wer Aspirin nicht verträgt, sollte etwas anderes nehmen. Wenn ihr zeitig im Jahr unterwegs seit, z. B. Haselnusskätzchen (die Dinger, gegen die viele allergisch sind – in diesem Falle natürlich NICHT nehmen! Mitdenken ist hier nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht!)

Kapuzienerkresse (3)

Kapuzinerkresse, auch „Bauernpenicillin“ bei Erkältungen   (Foto: C. Herrmann)

 

 

Husten

Ist klar… ich möchte auch gewissen Leuten im Blaumann was husten. Wenn sich die Erkältung also fies ausgeweitet hat, könnt ihr das probieren: Knoblauch und Thymian nehmen, um den Schleim im Hals zu lösen und die Infektion zu bekämpfen. Außerdem können Kräuter wie Süßholz und Beinwell (unser Bundesgesundheitsamt rät von der innerlichen Einnahme von Beinwell ab) einen trockenen Reizhusten zu lindern. Süßholz könnt ihr Notfalls in der Katjes – Packung finden. Oder beim verliebten Nachbarn, wenn er welches raspelt.

Eukalyptus- und Thymianöl können auf die Brust gerieben werden (Immer verdünnt und Eukalyptus nicht bei Kleinkindern!)

Der Thymian ist die Pflanze par excellence, wenn ihr erkältet seid. Meist wird sie leider nur als „Bronchienmittel“ angeboten, da tut sie natürlich auch hervorragende Dienste, aber eben nicht nur da. Wenn Kinder Thymiantee nicht mögen, könnt ihr sie einfach in ein Thymianbad setzen (das man fiebernde Kinder nicht badet, sollte aber klar sein!).

 

Kopfschmerz

Der Schmerz von stressverursachtem Kopfschmerz (Was fiele mir da ein? Ausfall der Bordelektronik? Kundenbindung durch permanente Werkstatttermine und Zwangspausen?) kann durch einen starken Kamillentee gelindert werden.

Wenn der Kopfschmerz durch Magenprobleme zugenommen hat, kann Rosmarintee versucht werden.

Eine kalte Kompresse mit in Wasser verdünntem Lavendelöl kann auf die Stirn oder in den Nacken aufgebracht werden, um Kopfschmerz zu lindern.

Der absolute Bringer wäre natürlich der Kopfschmerzroller, den ihr auf Elianes Website findet.  Lavendel und Pfefferminz… mehr braucht es nicht…

 

Schock

Ein Schock tritt ein, wenn die Blutzirkulation so schwer beeinträchtigt ist, dass das Blut nicht alle Gewebe und Organe im Körper erreichen kann.

Ohne essentielle Nährstoffe und Sauerstoff, die das Blut zur Verfügung stellt, verliert der Körper mehr und mehr die Fähigkeit, die Vitalfunktionen aufrecht zu erhalten. Das führt zu einer lebensbedrohlichen Situation, die sofortige medizinische Hilfe verlangt. Unbehandelt kann ein Schock zum Kreislaufkollaps und Tod führen.

Schock kann verschiedene Ursachen haben, z. B.:

– Eine schwere allergische Reaktion
– Großer Blutverlust
– Drogenüberdosis
– Schwere Dehydration
– Ernste Infektion
– Schweres emotionales Trauma (z. B. nach einem Unfall)
– Oder, bei einem Diabetiker, ein plötzlicher und gefährlicher Anstieg von Insulin im Körper.

Symptome für einen Schock sind:

– Übelkeit
– Erbrechen
– Schwäche
– Kalte und klamme Haut
– Blasse weiße oder gräuliche Haut
– Schwindel
– Kalter Schweiss
– Erhöhte Atem- und Herzfrequenz
– Unruhiges oder ängstliches Benehmen

Ein Schock verlangt sofortige Krankenhausbehandlung! Da gibt es kein wenn und aber! NACHDEM der Notarzt verständigt wurde, könnt ihr inzwischen Rescue-Tropfen verabreichen (oder nur auf den Puls streichen, wenn eine Ohnmacht besteht). Ein Schock ist oft so tiefgreifend, dass auch nach dem Krankenhausaufenthalt das Energieniveau niedrig ist. So etwas kuriert man am besten zu Haus. Aber es liegt in der Natur der Reiseapotheke, dass man sie unterwegs braucht. Darum könnt ihr mit folgenden Kräutern den Energieaufbau unterstützen:

Gotu Kola – Als generelles Tonikum
Brennnessel und krauser Ampfer – Helfen gesunde Blutzellen zu bilden
Amerikanischer Ginseng – Hilft die Energie wieder herzustellen

außerdem könnt ihr, wenn ihr wirklich so gar nichts habt, Kräuter der Provence als Tee trinken.

 

 

 

Verbrennungen und Sonnenbrand

Verbrennungen können sehr unangenehm sein und wenn sie nicht sofort behandelt werden, zu Hautschäden führen. In einem Hobby kannst du dir z. B. eine holen, wenn du obig erwähnten heißen Topf auffängst, der mitsamt der Arbeitsplattenerweiterung runter fällt. Eine andere Art der Verbrennung ist der Sonnenbrand. Er ensteht wenn sich jemand zu lange ultraviolettem Licht ausgesetzt hat. Das kann u. A. passieren, wenn du dich aus deinem Wohnmobil aufgrund muckender Türschlösser ausgeschlossen hast.
Die verbrannte Haut wird anschwellen, Blasen bilden und manchmal auch pellen. Das geschieht, wenn Toxine aus den Blutgefässen unterhalb der Haut in das betroffene Hautareal dringen.

Als erstes solltet ihr die Wunde unter kaltem Wasser kühlen, dass dürfte bei ausgefallener Heizung kein Problem sein. Es sei denn, das Modul hat mal wieder die ganze Elektrik und damit auch die Wasserpumpe lahmgelegt. Richtig klasse wäre es, wenn der Kühlschrank noch kühlt und ihr da irgend etwas Kaltes herausfischen könntet. Tragt (noch) nichts Ölbasierendes wie z. B. Salben auf, das verlangsamt den Heilungsprozess. Öl hält Hitze und reduziert die Luftzirkulation.

Zwei gute Kräuter zur Behandlung von Verbrennungen sind Aloe Vera und Lavendel. Sie:

– Lindern Schmerz und Schwellungen
– Helfen geschädigte Zellen zu reparieren
– Verhindern Infektionen
– Beugen Narbenbildung vor

Andere Kräuter, die verletzte Haut regenerieren sind Ringelblume, Kamille, Beinwell, Johanniskraut und  Wegerich.

Bei einem Sonnenbrand kann man wunderbar auch Packungen aus Quark oder Yoghurt machen, oder Tomaten auflegen (nein, nicht auf die Augen, um das Elend nicht mehr zu sehen… auf die Haut!)

 

Wildrose

Rose, z. B. als „Rosenessig“ für strapazierte Haut   (Foto: C. Herrmann)

 

 

Vergiftungen

Das ist gar keine Frage, da gehört ihr sofort in ärztliche Hand. Vergiftungen dürften recht selten vorkommen, aber wenn ihr z. B. wegen der bereits wieder toten Aufbaubatterie im Dunkeln die falsche Flasche gegriffen habt…

Gut… ihr habt also den Arzt hinter euch und könnt die restliche Entgiftung auch selbst gut unterstützen, indem ihr Echinacea nehmt, um das Blut zu entgiften. Ingwer reinigt den Verdauungstrakt und ist ohnehin ein Universalkraut, das in jede Reiseapotheke gehört, nicht nur in die eines Hobbys.

 

Mittelchen für eure Reiseapotheke

Beruhigungsschnäpschen/Baldriantinktur

In erster Linie für Hobbyfahrer wichtig. Bei einer erstmaligen Panne oder seltenen Ereignissen nachrangig. Sollten sich jedoch die Reinfälle derart häufen, dass auch das nicht mehr hilft, ist womöglich zu einer Packung  „Korodin“ – Kreislauftropfen zu raten. Erhältlich in jeder Apotheke.

Waldmeister (5)

Waldmeister als Tee – Beruhigt und entspannt   (Foto: C. Herrmann)

 

Cayennetinktur – Zur innerlichen Anwendung. Cayenne hilft das Blut von der Körpermitte in die äußeren Regionen wie Hände und Füsse zu transportieren. Darum ist er gut gegen Frostbeulen und Unterkühlung. Eine andere Anwendung für Cayenne ist die Wiederbelebung einer Person von Schock oder Trauma. Es funktioniert, wenn ein oder zwei Tropfen direkt auf die Zunge geträufelt werden.

 

Echinacea – stärkt das Immunsystem und hat antibiotische und antibakterielle Eigenschaften. Sie erhöht die Ausschüttung weißer Blutzellen in die infizierten Areale. Das hilft den Ausbruch von Grippe und Erkältung zu verhindern. Darum ist Echinacea auch eher als Vorbeugung oder in den Anfangsstadien hilfreich.

 

Johanniskrautöl
Zur Behandlung von Quetschungen und Abschürfungen, die bei der Suche nach Sicherungen und Ähnlichem entstehen und zur Linderung von Beulen, die man sich unweigerlich holt, wenn man verzweifelt durch den Wagen krabbelt. Im Notfall auch innerlich anzuwenden. Es soll Hobbyfahrer gegeben haben, die eine ganze Flasche tranken. Der Nebeneffekt: Sie könnten auf den ganzen Mist kräftig sch…

 

Lavendelöl
Der Allrounder, besonders für kleinere Wehwehchen. Schnitte, Verbrennungen, zum Desinfizieren und natürlich um den verzweifelten Hobbyfahrer aus der kurzfristigen Besinnungslosigkeit durch Schnuppern des Öls zurückzuholen. Auch auf den Schläfen, zusammen mit etwas Pfefferminzöl (bitte nur einige Tropfen in ein Esslöffel neutrales Öl, wie Mandelöl, flüssiges Kokosöl, notfalls auch Olivenöl oder flüssige Butter geben oder Alkohol, wie Wodka geben und dann auf die Schläfen verteilen) wunderbar bei Kopfschmerzen. An die Schläfen (Vorsicht, nicht in die Augen), auf die Stirn, in den Nacken….

 

Kiefernnadeln
Unabdingbar bei Heizungsausfällen. Besonders Hobbyfahrer sollten welche auf Vorrat mitführen, andere können gelassener sein und vor Ort nach welchen suchen. Die Kiefernnadeln zu einem heißen Fußbad geben. Beugt Erkältungen, Eiswürfelpinkeln und Blasenentzündungen vor.

 

Pfefferminzöl
Bitte stets verdünnt verwenden (außer zum Schnuppern). Hilfreich gegen Kopfschmerzen (siehe Lavendel), um klar nachdenken zu können (Klasse in der Kombination mit Rosmarin!) und somit vielleicht den Fehler oder zumindest die Telefonnummer der nächsten Werkstatt zu finden. Kann auf die Schläfen aufgetragen werden,  um wach zu halten. Ein paar Tropfen in Wasser beruhigen den Magen.

 

Senfpulver
Die Steigerung der Kiefernnadeln. Wenn nicht nur die Blase kribbelt, sondern der Infekt schon auf dem Weg ist. Ab ins Fußbad damit. Vorsichtig anfangen, Senfpulver ist recht scharf und erwärmt gehörig. Schön darauf achten, dass die Haut nicht zu stark reagiert. Erst einmal fünf Minuten, dann langsam steigern.

 

Schafgarbe
Zur Wundbehandlung und für Pannenspätfolgen wie Magenkrämpfe und hohem Blutdruck (wer ohnehin schon unter hohem Blutdruck leidet, sollte natürlich weiterhin seine Medikamente nehmen). Im Sommer wunderbar als Zutat für eine Pflegelotion oder auch pur als kalter Tee bei leichtem Sonnenbrand, wenn man z. B. durch einen Fehler im Schließsystem des Wagens nicht rechtzeitig in den Schatten im Wageninneren gelangt. Ebenfalls zu Behandlung von Mückenstichen gut geeignet, wenn man es aus gleichem Grunde des Nachts nicht ins Wageninneren geschafft hat.
Teebaumöl – Dieses Öl hat starke pilzhemmende, antibiotische und antiseptische Eigenschaften. Man kann es verdünnt zur Behandlung von Pilzinfektionen, eitergefüllten Wunden oder Verbrennungen und Fieberbläschen einsetzen.

 

 

Sooo… Ihr seid in der glücklichen Lage und fahrt eine andere Wohnmobilmarke? Fein! Deshalb habt ihr das mit der Reiseapotheke nicht so ernst genommen? Und trotzdem ist euch ein Missgeschick oder eine Unpässlichkeit widerfahren?

Na, euren Bordproviant habt ihr doch sicherlich aufgestockt. Mal sehen, ob wir da nicht was finden:

 

Heilende Wirkstoffe im Küchenregal

Ihr habt sicherlich einige heilende Mittel in der Küche, wie z. B. Salz und Pfeffer, Zitrone, Knoblauch, Essig, Zwiebeln usw.

Diese Lebensmittel können zur Heilung verschiedener Probleme eingesetzt werden. Dünnes Salzwasser kann auf Wunden oder Abschürfungen  aufgebracht werden, um sie zu reinigen.

Kälteschauer können  mit einer Tasse heißem Wasser und einer Prise Pfeffer abgewehrt werden.

Gurgeln mit Salzwasser lindert Halsschmerzen.
Notfallmedizin“ findet der Aufmerksame auch in Wald und Flur. So stellen auch die Gutationstropfen des Frauenmantels ein Notfallmittel ähnlich der Bach´schen Notfalltropfen dar.

Ein wunderbares Mittel für die kleine Handtasche sind auch „Roll-ons“. Hierbei wird eine Mischung aus den benötigten ätherischen Ölen mit Jojobaöl in kleinen Glasfläschchen mit Kugelverschluss gebracht. Da ätherische Öle heilsame Wirkstoffe „geballt“ enthalten, sind sie vorsichtig zu dosieren, aber auch sehr wirksam. So handlich verpackt kann man einige Mittel stets „an der Frau“ führen.

Wer mehr über ätherische Öle wissen will:

http://blog.aromapraxis.de/

Wer seine Roll-ons nicht selbst machen möchte, die Firma „Feeling“ hat eine kleine Roll-on Reiseapotheke zusammengestellt.

Dann kann ich nur noch „gute Fahrt“ wünschen und wenn ihr mich mal unterwegs treffen solltet: Einen lecker Beruhigungsschnäpschen hab ich immer bei. Bin schließlich „Hobby“-Fahrerin.

Gehen lassen…

Heute mussten wir meinen Vater gehen lassen. Er ist 88 geworden und hatte die letzten drei Jahre  bei uns gelebt. Auch wenn wir auf Grund seiner Krankheitsgeschichte und seines Alters damit rechnen mussten, war es natürlich schmerzlich, ihn auf seiner letzten Reise zu begleiten.

Wir hatten für diesen schweren Weg sehr freundliche Unterstützung durch die Notfall- und auch die Oberärztin. Einen herzlichen Dank an das Team der Intensivstation des Krankenhauses Itzehoe. Einfühlsam wurde uns die Situation erklärt und wir konnten die letzten Minuten mit unserem Vater verbringen. Ich hatte zuvor gesehen, dass in diesem Krankenhaus auch Aromapflege praktiziert wird und fragte danach. Sehr schnell kam eine freundliche Schwester und bot ihre Hilfe an.

Wir bekamen ein wärmendes Öl in die Hände, dessen Duft ich sofort dankbar aufnahm. Unserem Vater massierte sie damit die Beine und Füße, vor allem die Fußsohlen. Das alles sollte den Übergang erleichtern. Ein Traueröl für schwere Zeiten…

 

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Aromapflege für schwierige Zeiten

 

Mir fehlt natürlich der Vergleich, aber ich hatte wirklich den Eindruck, dass sich eine friedliche Wolke über uns senkte. Wir fühlten uns eingehüllt. Natürlich waren wir sehr, sehr traurig, aber der Vati schlief ruhig ein.

Nach dem Abschied haben wir das Öl mitnehmen dürfen.

Ich hatte deutlich die Rose wahrgenommen, aber auch Geranie und Sandelholz waren in der Mischung. Ich werde sie in nächster Zeit noch oft anwenden.

Vor vielen Jahren haben wir schon meine Mutter begleitet. Damals hatte ich das dringende Bedürfnis etwas Rosenduft zu versprühen, war aber einfach zu gehemmt, um danach zu fragen. Ich freue mich wirklich, dass es die Möglichkeit der Begleitung mit Seelendüften nun immer häufiger gibt. Vielleicht traut sich jetzt der eine oder andere, der sich vielleicht in ähnlicher Situation befindet, danach zu fragen.