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Generation „Lifehack“

Als Kräuterhexe bin ich oft „offline“. Nicht nur, weil ich irgendwo in Funklochgebieten wandere, sondern auch aus Überzeugung. Offline zu sein, ist heutzutage Luxus – notwendiger Luxus! Wer jetzt glaubt, das wäre ein Thema, das nur der Jugend ans Herz zu legen wäre, der irrt! Gerade diesen Sommer wurde ich immer wieder von Freundinnen mit erhobenem Zeigefinger gemahnt, dass ich nicht erreichbar gewesen sei. Wenn ich mein Handy wieder anstellte, sah ich es dann auch: Die verschiedenen Versuche, mich mobil, über Messenger, oder über das Festnetz zu erreichen. Mehrfach am Tag. Es ging meist um banale Dinge. Wenn ich nicht innerhalb einer Stunde antwortete, wurde ich mit Nachrichten überschüttet. Eine Stunde! Wenn ich mich im Urlaub gar für zwei Tage ausklinkte, wurde mir mit Vermisstenanzeige gedroht.

 

Es ist wichtig, einfach mal „nicht da“ sein zu dürfen. Das ist jetzt mal ein „Lifehack“ von mir. Wobei wir beim Thema sind. Unser urdeutscher „Ratschlag“ fristet inzwischen sein Dasein in der „No Go“-Kiste. Weil Ratschläge eben auch Schläge sind, wie man mittlerweile sagt. Auch Tipps von Oma sind ein alter Hut. Heute gibt es sogenannte „Lifehacks“. Meist für das Offline-Leben. Nun, da mag ich meinem alten Ratschlag hinterhertrauern, zumindest scheint die Jugend nun „Lifehacks“ anzunehmen. Gebt das doch mal bei Google ein! Tatsächlich finden sich hier auch ein paar wirklich gute Tipps, oder sollte ich sagen „Hints“?

Die Mehrzahl der „genialen“ Lifehacks ist allerdings recht banal. Das, so bildete ich mir ein, bekommt doch jeder mit, der nicht mit geschlossenen Augen durchs Leben läuft. Aber nein. Da häufen sich die Hacks, die einen Informationenswert haben, wie der, dass Wasser nicht anbrennen kann. Die werden dann geliked und gepinnt, was das Zeug hält. Und wenn man auf der Suche nach wirklich Sinnvollem ist, kommt man aufgrund der Menge nichtssagender Tipps nicht wirklich zu einem Ergebnis.

Das macht mich schon nachdenklich. Bereiten Schule und Elternhaus den Nachwuchs wirklich so gar nicht mehr aufs Offline-Leben vor? Die jungen Leute verstehen nicht, warum wir so ein Aufheben um „Privatsphäre“ machen und wie wir uns überhaupt ohne Internet treffen und verabreden konnten. Heute lebt man online. Immer erreichbar, alles digital.

Ich lebe auch online. Keine Frage. Ich kaufe eBooks, was Wald und Geldbeutel schont, ich hole mir Informationen aus dem Netz, die ich brauche, ich schreibe auch E-Mails, knüpfe Kontakte … Ich könnte mir das Netz nicht mehr wegdenken. Was das angeht, bin ich immer up to Date und habe so manches überflüssige technische Spielzeug … nur eben nicht auf 24 Stunden-Standby.  Ich möchte noch die wahre Welt wahrnehmen. Nicht nur die technischen Illusionen. Da muss ich automatisch an diese tolle Bierwerbung denken, wo auf eine kleine Insel in einem schönen See gezoomt wird. Schade nur, dass es dieses Kleinod in Wirklichkeit nicht gibt …

 

Darum schalte ich ab. Regelmässig. Im wahrsten Wortsinne. Geräte aus. Alle! Auch den Router. Wenn’s dringend ist, habe ich Festnetz. Leben pur, ohne Smartwatch mit Pulsmesser. Ich bin ich. Ich nutze das Internet und nicht andersrum.

Gestern musste ich eines meiner technischen Spielzeuge zur Reparatur in einen Computerladen bringen. Da ich einem guten Freund zum Geburtstag einen Füllhalter kaufen wollte, wagte ich den freundlichen jungen Mann zu fragen, ob es hier in der großen Stadt irgendwo einen Schreibwarenladen gäbe.

Er sah mich mit großen Augen an: „Schreiben? So richtig „old School“ – mäßig, mit der Hand?“

Genau das wollte ich. Er war fassungslos. Ich irgendwie auch. Gut, die meisten Menschen werden nicht mehr viel händisch schreiben müssen, oder wollen. Ein paar gibt es aber doch. Und so wirklich gar nichts mehr per Hand schreiben, kann ich mir kaum vorstellen. Das ist wie mit Dumbledores Denkarium. Was ich händisch zu Papier bringe, ist aus meinem Kopf. Befreiend. Fast schon ein Therapieersatz in schweren Zeiten. Das funktioniert aber nur händisch und nicht getippt … drei A4 Seiten und ihr habt die schwirrenden Gedanken aus dem Schädel.

Aber auf die Zeiten laufen wir zu. Alles Digital und online. Ohne Ausnahme. Selbst bei der Bank oder den Behörden wird auf Tablets unterschrieben. Digital. Diesen Fortschritt finde ich sogar gut. Dennoch: Ich glaube, es ist geradezu zwingend für unsere geistige und körperliche Gesundheit zurück zu den Wurzeln zu kommen. Dinge mit den eigenen Händen und dem eigenen Kopf zu erledigen. Und vor allem: Manchmal wirklich unerreichbar zu sein!

So haben die Schweden zum Beispiel herausgefunden, dass schon nach 72 Stunden Nichtstun irgendwo in der schönen grünen Wildnis, ohne Kontakt nach außen, der Stresspegel um 70% fällt (hier). Das nenne ich mal einen Lifehack. Der darf auch gerne gepinnt und geliked werden. Offline is the new Luxury …

Das hätte euch Oma aber auch verraten können! Billiger als irgendeine Studie …

(Oha, Studie … da könnt ich wieder mal einen ganzen Roman drüber schreiben. Wer Lust hat, googelt mal, was die Studie gekostet hat, um aus dem roten Arbeitsamt „A“ ein weißes zu machen … ach nee … heißt ja jetzt „Jobcenter“)

So … das wollte ich unbedingt mal loswerden! Und jetzt schalte ich ab! Im Doppelwortsinne!

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Saftruhe

Bis etwa Lichtmess sind die Bäume noch in der Saftruhe. Warum nicht die Gelegenheit nutzen und ein hervorragendes Tonikum ansetzen?

 

 

Für den flüchtigen Beobachter ist noch kein Leben sichtbar.

 

Birkenrinden-Elixier nach Weidinger

2- bis 3jährigen Birkenästchen die glatte Rinde abziehen, zerkleinern und trocknen.

100 g in 1 Liter naturbelassenem Rotwein 8 Tage lang ziehen lassen

50 g echten Bienenhonig einrühren – fertig!

 

Ein vorzügliches Tonikum von magenstärkender, appetitanregender, beruhigender Eigenschaft. Kurz vor dem Essen 1 kleines Gläschen genießen!

 

 

 

Wer einen empfindlichen Magen hat, kann auch jetzt noch/schon Birkenknospen sammeln und trocknen (bis Lichtmess). Natürlich kann man hierfür wunderbar die Knospen der oben gesammelten Äste benutzen:

 2 Teel. in 250 ml Wasser für 3 Stunden ziehen lassen, kurz aufkochen und abseihen. Je ein Tässchen morgens und abends genießen.

Dieser Tee hat nichts zu tun mit der genialen Knospenkur nach Künzle. Dafür sammeln wir vorzugsweise nach der Saftruhe, wenn das erste Grün ein wenig „schiebt“. Wer die Kur noch einmal nachlesen möchte, findet sie hier.

 

 

 

Dicker sollten die Ästchen für das Tonikum nicht sein

 

Wer wie ich, immer ein bisschen Skrupel hat, Bäume oder Sträucher zu beschneiden (fragt meine Nachbarn, die würden so manches Mal gern Heckenschere bei mir anlegen), der kann mit völlig reinem Gewissen ein paar Äste aus dem Schnitt klauben, der gerade bei der Waldpflege anfällt. Bitte aber nicht einfach zwischen die Waldarbeiter laufen. Sollte jemand am arbeiten sein, wartet, bis die Geräte still sind und man euch bemerkt. Dann könnt ihr kurz nachfragen.

 

Weidenrinde wird auch im Januar und Februar gesammelt und getrocknet. Bei Bedarf kann man eine Abkochung daraus als Gurgelwasser bei dicken Mandeln, Zäpfchenverlängerungen, entzündetem Zahnfleisch und Zahngeschwüren verwenden (nach Weidinger). Die Abkochung wirkt auch schmerzlindernd und kann zum Beispiel dem Wannenbad bei Muskelkater zugesetzt werden.

Bitte nicht anwenden, wenn ihr empfindlich auf Aspirin seid und auch nicht für Kinder unter 12.

 

Auch wer in diesen Tagen von akutem Gelenkrheumatismus geplagt wird, kann 3 Teelöffel zerkleinerter und getrockneter Weidenrinde mit ¼ l Wasser über Nacht kalt ansetzen, morgens kurz aufkochen, abseihen. Tagsüber langsam und schluckweise trinken.

 

Und wie immer dran denken: Wenn das Hausmittel keine Besserung bringt, oder es sich um etwas Ernstes handelt: fragt Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker.

 

Selbst im eigenen Garten lassen sich heilende Rinden finden. Wenn ihr euren Kirschbaum schneidet, könnt ihr die Rinde abziehen und trocknen. Eine Abkochung derselben gibt einen stärkenden, hautpflegenden Badezusatz.

 

Wer sich wegen einer Erkältung nicht hinaustraut (der hat meine Tipps nicht gelesen 😉 ), kann vielleicht den Tag mit ein paar Aniskörnern, statt des obligatorischen Kaffees anfangen. Zerkaut erhellen sie das Gemüt, beruhigen den Darm, wirken gegen Mundgeruch und lösen verkrampfte Bronchien.

 

Die Fleißigen, die im letzten Jahr Hagebuttenmarmelade oder Wein gemacht haben, können die gesunde Kost über den Winter genießen. Ein längeres Aufheben hätte nur noch kulinarischen Wert. Der Vitamin C Gehalt sinkt innerhalb eines Jahres rapide.

 

Also raus mit euch! Gesundheit gibt es nicht in Tüten! Frische Luft, Bewegung und die Gaben der Natur.

 

Ihr merkt schon am Titel, ich tue mich sehr schwer mit diesem Beitrag. Es geht um eine Buchbesprechung.

Ich habe mich sehr auf das neue Buch gefreut. Ich bin keine Aromatherapie-Expertin, aber  die Handhabung der „duften“ Medizin wurde in meiner Ausbildung auch behandelt. Schließlich haben wir hier auch „Kräuter“ und das in hochdosierter Form. So nutze ich auch des Öfteren ätherische Öle, habe aber natürlich nicht das Repertoire einer Fachfrau.

Aber dafür gibt es ja Bücher. In meinem Schrank tummeln sich Werke von Eliane Zimmermann, Monika Werner, Ruth von Braunschweig, Dietrich Wabner, Barbara Krämer und nicht zuletzt Susanne Fischer-Rizzi, die mich seinerzeit erst auf ihre „Duftspur“ gebracht hat.

„Duftmedizin“ von Maria Schasteen sollte die Sammlung bereichern.

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Aber das Buch hat mich verwirrt. Ich bin mir immer noch nicht sicher, wie ich es finde. Scheinbar geht es anderen nicht so, denn es ist mittlerweile zum Bestseller bei Amazon aufgestiegen. Doch bei mir ist da so ein Nachgeschmack … nein, ich kann es nicht aufrichtig empfehlen, aber auch nicht wirklich dagegen sprechen. Man findet Dankesarien  und Lobpreisungen in den Bewertungen bei Amazon und ich habe es bisher noch nicht gewagt, selbst eine kritische Rezension zu schreiben. Ihr findet von mir aber keinen Direktlink zu Amazon, denn an diesem Buch möchte ich nicht einmal ein paar Cent verdienen.

Was stört mich an dem Werk?

Ich will es mit einer Pro- und Kontraliste versuchen:

Pro:

  • Optisch ansprechend aufgemacht
  • Es werden Geschichten von Patienten erzählt, die unglaubliche Wirkungen erfahren durften.

Kontra:

  • Die Patientengeschichten sind für meinen Geschmack deutlich zu lang. Die liest man einmal und dann wünscht man sich doch eher ein einfaches Nachschlagewerk.
  • Die Beschreibungen der Öle sind zwar relativ lang, aber inhaltlich eher knapp.
  • Zu dem Preis hätte ich mehr vorgestellte Öle erwartet.
  • Es wird dringend darauf aufmerksam gemacht, nur „therapeutische Öle“ zu verwenden. Die gibt es aber anscheinend nur bei der Autorin.

Gerade der letzte Punkt kam mir sehr bitter auf. Immer wieder wird darauf hingewiesen, nur „therapeutische Öle“ zu verwenden. Gut, klar. Jeder Aromatherapeut und -experte erklärt deutlich, dass die Öle eine gute Qualität haben müssen, um medizinisch zu wirken. Aber für mein Laienverständnis gehören auch Öle von Farfalla oder Primavera dazu. Hier fing mein Bauch an, widerwillig zu grummeln.

Na gut. Ich blättere also bis zum Anhang und schau mal. Ja, da steht eine Bezugsquelle für die empfohlenen Öle. Hier lande ich auf eine Seite der Autorin, die ein Vertriebsnetzwerk für die Öle aufbauen will. Das Einzige, was ich hier machen kann: Mich als Vertriebler bewerben. Auch das hätte ich fast noch hinnehmen können, allerdings erfährst du nichts … nullkommanichts … Du darfst dich bewerben und gespannt sein, ob der gnädige Blick des Auswahlkommitees auf dich fällt. Dabei weißt du aber noch gar nicht, wofür du dich beworben hast. Nur das du irgendwie ätherische Öle vertreiben willst. Du hast absolut keinerlei Eckdaten. Auch über die Öle wird nichts verraten.

Ich erwarte nicht, das auf einer Homepage die Verträge veröffentlicht und die Honorare oder Boni verraten werden, aber mehr als „du darfst dich bewerben“ schon. Das klingt sehr elitär. Es wird nicht jeder genommen.

Freund Google verrät mir, das Maria Schasteen wohl vorher oder immer noch für „Young Living“ Öle tätig war (ist?). Ich kenne die Öle nicht, weiß nicht, ob sie wirklich so hochwertig sind, wie angepriesen. Ist möglich, aber mir egal. Weil ich auch auf der Young Living Seite wieder mehr den Vertrieb, als die Öle im Vordergrund sehe. Das große Geldverdienen für den Vertriebler wird gepriesen.

Ja und dann wirbt die Autorin auch noch selbst für das ach so tolle „Netzwerkmarketing“. Wer mal reinschauen möchte, findet das YouTube Video hier.

Nichts gegen Eigenwerbung, absolut nicht! Aber sie wirbt nicht für das Produkt, sondern verspricht halt das dicke Auto und das tolle Haus.

Und es sieht beinahe so aus, als wären die Öle gar nicht so hochwertig. Wenn man Wikipedia glauben darf, so wurden lt. Chefchemiker Robert Pappas andere Öle zu Testzwecken vorgelegt, als tatsächlich verkauft worden. Siehe hier (die Seite ist leider in Englisch)

Die FDA warf „Young Living“ vor, mit Heilmitteln gegen Ebola, Autismus und Krebs zu werben und die Öle chemisch zu strecken (findet ihr ebenfalls in obigem Artikel).

 

Nachdem ich das gelesen habe, bin ich noch skeptischer. Sind die geschilderten Fälle mit den fantastischen Heilungen glaubhaft? Haben die neuen Öle, die Maria Schasteen wohl demnächst über das Netzwerkmarketing vertreibt wirklich „therapeutische“ Qualität?

Ich weiß es nicht. Aber es ist eines der wenigen Bücher, wo ich ziemlich schnell von Freude in Skepsis absank. Der Nachgeschmack bleibt. Als ich dann auch noch das Video sah, war ich persönlich durch damit.

Ob Frau Schasteen wirklich eine Koryphäe in der Aromatherapie ist, kann ich nicht sagen, wage es jedoch zu bezweifeln. Aber im Netzwerkmarketing scheint sie spitze zu sein. Zumindest verspricht sie Reichtümer.

Ob zumindest das Buch sachlich korrekt ist, kann ich letztendlich auch nicht sagen. Es steht einiges drin, was zu den Grundlagen der Aromatherapie gehört.

Vielleicht kann das einmal eine Fachfrau beurteilen, die die Öle mehr liebt, als den Mammon. Die einzige negative Bewertung bei Amazon kam übrigens von einer Aromaexpertin. Mich würde interessieren, was andere Expertinnen hierüber denken.

 

 

Weihnachtsbaumrecycling

Lasst euch vom trübkalten Wetter nicht zurückhalten! Auch jetzt schon können Kräuterhexen und andere Naturverbundene draußen viel finden. Dabei müssen sie meist gar nicht weit laufen: sogar den eigenen Weihnachtsbaum könnt ihr verwerten. Birthe hat auf ihrem Gartenblog ihre Erfahrungen dazu mitgeteilt:

https://birthesgartenzeiten.wordpress.com/2016/12/04/basteln-weihnachtsbaum-ade-christbaumspitze-wird-zum-holzquirl/

Ursula Stumpf geht auf diese Idee in dem hier vorgestellten Buch „Meine Pflanzenmanufaktur“ ein.

Ich konnte mich auch nicht immer so sang- und klanglos von meinen Bäumchen trennen und so nutzte ich meist wenigstens die Nadeln für Badepralinen (Kleingeschnitten, damit sie nicht pieksen), oder zum Räuchern. Besonders im Stövchen auf dem Sieb wird der Duft sehr fein. Wer ans Nachmachen denkt: Bitte nur, wenn ihr wisst, wo das Bäumchen herkommt. Unbehandelt sollte es schon sein. Es wäre nicht anzuraten, Chemie zu verräuchern oder gar drin zu baden. Auch bei Asthma oder Keuchhusten bleibt ihr bitte fern vom Tannenduft

Die ganz Sorgfältigen könnten sich sogar die Nadeln für „Tannentee“ sichern. Immer vorausgesetzt natürlich, dass ihr ein unbehandeltes Bäumchen habt. Manchmal haben die Bäumchen sogar weiche Triebe, die lassen sich gleich so nutzen. Sie stecken voller Vitamine und schmecken leicht säuerlich. So könnte man z. B. Frischkäsekugeln in den gehackten weichen Nadeln wälzen.

Die älteren, harten Nadeln können für Tee oder Tannensalz genommen werden. Der Tee wird bei Erkältungen und Verdauungsproblemen genutzt. Bitte nicht länger als 2 Minuten ziehen lassen, sonst schmeckt er durch die Gerbstoffe bitter. Etwas Honig dazu und der gesunde Tee ist fertig.

Das Tannensalz ist sehr aromatisch, man mischt es etwa 1:2 mit grobem Meersalz.

Gesund? Ja, zugegeben, wenn das Bäumchen länger bei euch in der Stube stand, hat es mit Sicherheit einiges an Wirkstoffen eingebüßt. Wer sich mit Tanne für die Hausapotheke bevorraten möchte, sollte frische Nadeln sammeln. Wer aber wie ich meint, es wäre ja echt  schade …

Und vergesst nicht: Im Kräuterhandel darf die Droge auch über zwei Jahre lagern …

Von daher könnt ihr gerne ein wenig experimentieren.

Fichte, Lärche und Kiefer gehen natürlich auch. Nur von den Eiben, da müsst ihr wegbleiben!

Sooo … habt ihr Lust bekommen? Dann mal ran an die Nadeln! Irgendwelches Schneespray oder Wachs sollte allerdings auch nicht mehr dran haften.

Oben hab ich erwähnt, dass ich die Nadeln gern (in Maßen) in Badepralinen nutze. Es geht aber auch einfacher: Ihr macht einen kräftigen Absud aus den Nadeln und gebt ihn ins Badewasser. Das gibt nicht nur ein „duftes“ Bad, sondern löst auch so manches Hautproblem, gern die der „juckenden“ Art. Das liegt an den Gerbstoffen, die, wie oben genannt, einen Tee bitter werden lassen, wenn man ihn zu lange ziehen lässt.

Wer es luxuriöser mag, gibt Natron dazu. Etwa 80 bis 100 g. Das ist schon fast Wellness. Es macht die Haut weich und unterstützt die Entgiftung.

Seit ihr auf den Geschmack gekommen und wollt noch länger etwas vom „Tannenbad“ haben: Es geht auch ein Badesalz. Die Nadeln in einem Einmachglas „einsalzen“ und bei Bedarf aufkochen und zum Badewasser geben. Natürlich könnt ihr auch Salz und Nadeln so ins Wasser geben, aber das löst die Wirkstoffe nicht gut raus. Dann müsst ihr mit ein wenig ätherischem Öl schummeln. Ihr könnt das Salz auch mit etwas Lebensmittelfarbe grün färben. Das ist dann schon verschenkwürdig. Das ätherische Tannen- oder Fichtenöl kommt bei mir auch in die Erkältungsbadewürfel, da die Tannennadeln hier  auch mehr Deko sind …

Im Winter machen wir uns vor allem die ätherischen Öle und das Harz der Nadelbäume zu nutze. So könnt ihr, wenn ihr die fallenden Nadeln fein gesammelt habt, diese auch einen Mondlauf (28 Tage …) in Alkohol ausziehen. Je höherprozentiger, desto besser. Wir wollen ja auch die Harze lösen. 70 %iger aus der Apotheke wäre schon mal nicht schlecht. Aber da zahlt ihr natürlich auch horrende Preise, da man verdienen vermeiden möchte, dass ein Zechbruder bei diesen Prozenten ein Auge riskiert. Ihr könnt aber auch schon über den Internethandel preiswerten Bioalkohol in Literflaschen kaufen.

Danach wird abgeseiht und in dunkle Flaschen gefüllt. Fertig ist eure Variante des klassischen Franzbranntweins, der gern für Einreibungen rheumatischer oder verspannter Glieder genutzt wird. Muskelkater adé.

Ich hätte jetzt fast schon auf den „Veröffentlichen“ – Button geklickt, als mich Göttin Zufall auf dieses Büchlein aufmerksam machte:

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Schatz, ich habe den Weihnachtsbaum aufgegessen!

Gut, ich hab einen Beitrag über das Tannenbaumrecyceln geschrieben, Sindy Grambow aber sogar ein Büchlein! Ich glaube, mehr Recycling geht nicht. Darum möchte ich euch auch einen Tipp aus diesem Extrem-Recycling-Heft nicht vorenthalten:

Geröstete Nadeln kann man wie Rosmarin verwenden!

Ein etwas anderer, aber pikanter Geschmack, der genau wie Rosmarin leicht dominieren kann.

Und statt eines einfachen Tannensalzes verrate ich hier ihr:

Weihnachtsbaum-Pommes-Würzsalz

1 Tl gemahlene Tannennadeln

1 Tl rosenscharfes Paprikapulver

2 Tl Salz

So! Haben Sindy und ich euch neugierig gemacht? Wer mehr wissen will, kann ja ihr Büchlein kaufen. Zum Taschengeldpreis – als ebook noch günstiger. Da steht noch einiges mehr drin. Zum Beispiel „Weihnachtsbaumsaft„. Sie erklärt auch besser als ich, welche Inhaltsstoffe für welche Wirkung zuständig sind. Chemie war halt nie meins.

Weihnachtsbaumwein, Weihnachtsbaumlikör … Sindy reizt es wirklich aus. Aber hier verkneif ich mir das Recyceln doch, das möchte ich mit wirklich frischen Nadeln machen. Aber keine Frage: es geht!

Sindy recycelt mit Stumpf und Stiel. Ich glaube kaum, das das noch zu toppen ist. Aber ich lass mich überraschen. Wer noch etwas weiß …

Ich habe sogar schon einmal ein Bäumchen im Garten vergessen. Das stand im nächsten Frühjahr natürlich nadellos in der Ecke, Ich machte aus der Not eine Tugend und habs eingepflanzt und drumrum Wicken gesät. Ein Wickenbaum! Das sah tatsächlich nett aus.

Fotos hab ich leider nicht davon. Aber ich konnte nicht umhin eines zu machen, als wir vor Weihnachten noch einmal essen waren. Der Gastwirt hatte seine entnadelte Tanne schön aufgehübscht und verkehrt herum an die Decke gehängt. So geht es auch. Sah gar nicht schlecht aus. Die Farben kommen hier auf dem Foto leider nicht so gut rüber. Das Bäumchen war mit Schneespray und einer blauen Lichterkette geschmückt. Diese Art zu dekorieren ist nicht nur resourcenschonend, sondern auch kinder- und katzenfreundlich. Wenngleich ein echter Weihnachtsbaum bei Kindern eigentlich nicht fehlen darf.

Habt ihr auch noch irgendwelche Ideen für ausgediente Weihnachtsbäume? Immer her damit! „Upcycling“ liegt ja total im Trend.

Der letzte Artikel hat bei einigen Lesern Fragen aufgeworfen. Das ist nicht verwunderlich, denn in den normalen Medien finden wir keinerlei negative Schlagzeilen zu diesen Nervengiften. Ich bin leider in Chemie nicht sonderlich bewandert, aber wer es jetzt genau wissen möchte, der sollte einmal hier schauen: Die Autorin hat des Öfteren durch diese Flohmittel geschädigte Hunde in der Praxis und erzählt die bittere Wahrheit. So schlimm hab selbst ich das nicht eingeschätzt! Die Nebenwirkungen treten viel häufiger und schwerer auf, als ich dachte. Da frage ich mich ernsthaft, ob unsere Tierärzte so blauäugig sind, einfach nur das Geld sehen, oder diese massive Vergiftung wirklich für das kleinere Übel halten …

Sollte Letzteres der Fall sein, erwarte ich mir zumindest eine Aufklärung vom Arzt, damit ICH das entscheiden kann.

 

 

 

 

Oft bringt es ja erst die Heizperiode an den Tag: Da haben doch tatsächlich Flöhe in irgendwelchen Ritzen überlebt. Wir lesen ja immer und überall, das etwa 90 % der Blutsauger nicht am Tier, sondern in der Umgebung ablauern.

Schon deswegen finde ich es ziemlich daneben, unsere Haustiere mit der Chemiekeule zu behandeln. Von Spätschäden (Leber) mal ganz abgesehen. Bevor hier jemand mit mir eine Grundsatzdiskussion anfangen will, bitte ich ihn, doch mal ENGLISCHE Studien zu diesen Giften zu lesen. In Deutschland wirst du kaum etwas Negatives finden.

Es mag Ausnahmen geben. Wenn ich ein Tier finde, das so befallen ist, das eine einmalige Keule wirklich hilft (was noch zu beweisen wäre) … aber die prophylaktische Dauerbehandlung halte ich für absolut fahrlässig. Vor allem, wenn es auch anders geht.

Zum Beispiel so:

Das sind keine Karamellbonbons, sondern Hundesnacks aus zwei Zutaten, die gegen Flöhe und Zecken helfen und super für die Haut sind.

Genaugenommen ist das Rezept kein Geheimnis. Es enthält Kokosöl, das für sich schon genommen eine erstaunliche Menge an gesundheitlichen Vorteilen birgt und Bierhefe. Kokosöl bekommen meine Hunde schon lange (innerlich) und bisher waren wir damit zeckenfrei. Bierhefe ist unter Hundehaltern auch ein alter Hut, weil sie super für die Haut ist. Anscheinend hält sie ebenso wie das Kokosöl Zecken und Flöhe fern. Ich habe leider noch keine Bierhefe anwenden können, weil meine Hunde glutensensitiv sind. Zum Glück gibt es aber inzwischen Glutenfreie.

Beim Kokosöl zeichnet hauptsächlich die Laurinsäure für den Zeckenschutz verantwortlich, was es bei der Bierhefe ist, weiß ich nicht. Vielleicht schlicht und einfach ein gesundes Hautmillieu.

Ich habe mir also aus den beiden gesunden Zutaten kleine Leckerlis gegossen. Da meine Hunde klein sind und damit etwa einen Teelöffel Kokosöl pro Tag brauchen, habe ich eine Silikonform für Minieiswürfel erworben. Zwei Teile Kokosöl mit einem Teil Bierhefe gemischt, sanft geschmolzen und in die Form gegossen. Die Bierhefe sinkt beim Erkalten etwas ab.

So … ich werde euch berichten. Mit Flöhen und Zecken hatten wir ja bisher auch keine Probleme (festaufholzklopf), aber ich verspreche mir von den Häppchen jetzt auch eine deutliche Fellverbesserung bei meinem hautgeplagten Mops. Seine Diagnose ging ja von Demodex-Milben über Hautpilz, bis jetzt zuletzt zu Impfschaden. Letzteres scheint zu stimmen, den auf die Behandlung spricht er leicht an. Natürlich werde ich euch vom weiteren Verlauf berichten.

Wenn das bei euch nicht reicht, der Flohdruck einfach zu hoch ist, gibt es noch andere Mittel. Ich habe sie hier schon mal beschrieben:

https://earthwitch.wordpress.com/tag/floehe/

Im Prinzip „behandelt“ ihr hauptsächlich Liegeplätze und Umgebung und unterstützt das Ganze mit ätherischen Ölen. Bitte nicht aufgeben, wenn es nicht gleich klappt. So hab ich zum Beispiel bei Zecken beste Erfahrungen mit Patchouli gemacht. Andere mit Eukalyptus, Geranie, oder Zeder. Vielleicht müsst ihr probieren. Wichtig natürlich: Auch hier darf das Tier nicht zum Lecken rankommen. Ich mach manchmal einfach ein, zwei Tropfen auf das Halsband. Bei großen Tieren kann es Sinn machen, auch einen auf (oder unter) den Rutenansatz zu machen.

Jetzt, zu dieser Jahreszeit, werdet ihr euch aber draußen kaum noch was fangen. Wie ihr die Liegeplätze flohrein haltet, findet ihr unter obigem Link.

Mein Schreibwerkzeug

Wieder mal ein Thema, das mit Kräutern eigentlich nichts zu tun hat, wenn man einmal davon absieht, dass ich eben viel darüber schreibe. Nicht nur hier, im Blog, ich schreibe auch Bücher. Spätestens für Letztere braucht man adäquate Soft- und Hardware.

Da mein geliebtes altes Macbook Pro langsam in die Jahre kommt und Macken entwickelt, musste jetzt doch leider ein neues Macbook Pro her. Ich sage: leider. Denn für mich ist das Ding ein Downgrade …

Als Vielschreibende brauche ich eine gute Tastatur und viel Speicher. Ein handliches Gerät ist optimal, da ich meine Texte selten am Schreibtisch verfasse. Natürlich hab ich einen anderen Anspruch, als Nutzer, die mit Medien arbeiten müssen. Hier also mein Eindruck mit Schwerpunkt „Schreiben“.

Tastatur: ungewohnt kurzer „Tastenhub“. Ich denke, das ist aber Gewohnheitssache. Was mir aber wirklich fehlt, sind die Funktionstasten. Da konnte ich mit einem Klick laut oder leise stellen, stumm … na ihr wisst schon. Jetzt muss man erstmal diese hochgelobte Leiste anklicken und es zeigt sich ein digitaler Schieberegler. Ein bisschen nervig. Die meisten Symbole hier drauf sehe ich sowieso nicht, da meine Hände die beim Schreiben verdecken. Also auch nicht die Wortvorschläge. Für mich bringt die „Innovation“ nichts. Möglicherweise hat derjenige mehr davon, der ein Programm nutzt, das speziell auf die Touch Bar ausgelegt ist.

Das große Trackpad gefällt mir gar nicht. Da ich meine Hände hauptsächlich auf der Tastatur habe, stört es im Grunde. Ich gehöre noch zu der Generation, die Schreibmaschinenschreiben gelernt hat. Das heißt, ich lege die Handballen kaum auf. Durch die breite Fläche vor der Tastatur, berühre ich das Trackpad dann doch mal und schwups, ist mein Cursor sonstwo. Und nicht nur das. Du schrammst mit Uhr oder Schmuck ständig über das Metall. Ich zieh mir jetzt beim Schreiben die Ärmel lang. So ich denn welche habe. Gut … muss ich mit Leben. Die Mehrzahl der Nutzer wird das Trackpad wohl häufig brauchen.

Speicher: Ich habe 1 TB. Mehr konnte ich mir nicht leisten. Apple war immer teuer, aber dieses Mal haut es mich echt um. Nein, bei aller Liebe … Langsam sprengt es meine Reizschwelle. Überhaupt ist eine funktionierende Datensicherung und Synchronisation das Wichtigste beim Schreiben. Apple sieht dafür hauptsächlich die Cloud vor. Und es ist immer noch nicht bei Apple angekommen, dass man eben doch mal in der Pampa oder auf Reisen ist, wo man eben NICHT an das Datenwölkchen kommt. Daher vermisse ich natürlich, wie viele andere auch, so was wie einen SD-Kartenslot. Als eingeschworener Applefan hab ich am neuen Pro echt zu schlucken. Überhaupt sind die Anschlüsse ein Witz. Ich kann nicht mal mehr mein neues iPhone mit dem Pro verbinden. Das muss man sich mal vorstellen. Das Ding ist nur wenige Wochen älter, als das Pro. Wenn sie schon alles streichen, wäre es dann nicht selbstverständlich, ein, zwei Adapter für die Übergangsphase zu spendieren?

Und er wird heiß! Es ist unangenehm, wenn man lange schreibt und die Tasten nähern sich dem Kochplattenmodus. Habe mir schon überlegt, eine externe Tastatur zuzulegen, aber die gibt es nur mit Bluetooth, dass bei mir Schädelbrummen erzeugt.

Fazit: Ein teures Schmuckstückchen. Vielleicht gewöhne ich mich noch dran. Denn leider gibt es mein Schreibprogramm, das ich zur Revision verwende, nicht als App. Texte entwerfen geht auf dem iPad mit Logitechtastatur rein vom Schreibgefühl besser. Der Anschlag ist schöner, nichts wird heiß und du kommst auch nicht dauernd auf dieses Trackpad.

Hätte ich nicht einen neuen Laptop gebraucht, hätte ich mir das Pro nicht gekauft. Schon gar nicht zu so einem Preis! Das ist das erste Mal, das ich Preis und Leistung wirklich unterirdisch finde (bei Apple).

Aber auch wenn ich hier mal zu meckern hab, auf Windows kriegt ihr mich nicht mehr zurück. Da müsste ich noch mehr meckern.

 

Wen noch interessiert, welche Software ich nutze:

Zum reinen Verfassen nehme ich Ulysses. Das geht schnell, flüssig und sämtliche Änderungen sind sofort plattformübergreifend überall verfügbar. Ulysses sticht für mich durch die Datensicherung und mit der übersichtlichen Oberfläche. Für Schnellschreiber.

Den Feinschliff macht Papyrus Autor. Die Software findet echt jeden Fehler. Auch stilistisch. Zur Rechtschreibprüfung gibt es Erläuterung. Ich tue mich sehr schwer mit der letzten Schlechtschreibreform, hier ist mir Papyrus echt eine Hilfe.

Mir gefällt auch die Zeitleiste, ohne die wäre ich bei meinem langen Roman aufgeschmissen gewesen. Ich hasse Rückblicke, obwohl ich mich natürlich auch so aus der Affaire hätte ziehen können. Für die Erstfassung ist mir Papyrus zu bunt und unruhig. Und wie oben schon erwähnt: ich kann nur auf dem Rechner arbeiten. Apps hierzu fehlen noch.

Ja und ich hab natürlich auch mit Scrivener geschrieben. Lange Jahre und begeistert. Aber Scrivener kommt nur mit der Dateistruktur von Dropbox zurecht und Dropbox möchte mal eben 99 Euronen, da sie kleinere Accounts nicht mehr anbieten. Scrivener stellt sich bei mir durch seine Datensicherung ins Aus. Hier hab ich nur die Möglichkeit Datenspeicher oder Dropbox. Das Zusammenspiel App und Software funktioniert auch nicht, das hat mir schon mal ein Buch gekillt. Wäre ich nicht so eine Übervorsichtige mit Datensticks in jeder Tasche, dann wäre mein Buch weg gewesen. So hatte ich noch eine ältere Fassung, die ich „nur“ noch mal überarbeiten musste.

 

 

Fazit: Hübsch und handlich, das Macbook Pro. Aber mit deutlichem Verbesserungsbedarf.