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oder: Survival für Hobby-Wohnmobilfahrer

Zeit, Geld, Vorräte… alles beisammen. Nun kann es losgehen. Dachte ich zumindest. Aber ich fahre ja einen Hobby. Fahren ist dabei schon mutig ausgedrückt, denn auch das tut er nicht immer.

Da es bei uns doch noch teilweise recht klamm sein kann, bin ich kurz vor meinem Tourbeginn mal schnell ins Womo und mach die Heizung an, dann ist es von Anfang an gemütlich. Dachte ich jedenfalls. Aber als ich das Bedien-Panel bediene, wie schon gefühlte tausend Mal, sehe ich, dass ich laut diesem gar keine Heizung habe…

Da isser wieder, mein Elektronikfehler, den ich mir laut meiner F(l)achwerkstatt nur einbilde.

Na gut, nicht ganz so schlimm. Hinten hat das Wohnmobil noch ein kleines Steuerpanel, nur für die Heizung. Dann eben an diesem…

Aber das bleibt dunkel wie ein Maulwurfshintern.

Nun muss man der Firma Hobby ja eins lassen: Als Fahrer(in) eines ihrer Mobile wird man plietsch und lässt sich von Banalitäten nicht mehr aus der Ruhe bringen. Okay, vorn weg, hinten weg: Normaler Weise ist da eine Sicherung durch. Und so eine Autosicherung, die kriegt auch eine Hausfrau eingesetzt. (Nichts gegen Hausfrauen! Das sind meist die Patentesten von allen!)

Also im Handbuch gekramt. Irgendwo müssen hier ja Sicherungen sein.

Zu früh gefreut:

Die Sicherungen der einzelnen internen Stromkreise befinden sich im Eingangsmodul.

Sagt das Handbuch. Wo aber dieses „Eingangsmodul“ ist, darüber schweigt es sich aus. Ich denke mir, hinter irgendeiner Klappe wirds ja wohl stecken und finde schließlich, nachdem ich mit meinem Pulli den gesamten Fussboden ordentlich gewischt habe, ein paar Sicherungen unter der Bank. Leider die falschen. Aber es gibt ja noch die Werkstatt. Hier wird mir doch jemand sagen können, wo ich die Sicherungen für den Aufbau finde.

Ich solle gleich mal vorbeikommen. „Mal“ ist gut. Wieder eine Stunde Fahrt. Dabei wollte ich längst unterwegs sein. Ist es denn wirklich nicht möglich, dass man einfach gesagt bekommt, wo denn diese verd… Sicherungen sind?

Nein, ist es wohl nicht. Soviel Übersicht scheint man einem Laien nicht zuzutrauen. Also auf die Reifen und hin…

Der freundliche Mechaniker steht schon, mit einem Ersatzteil in der Hand, parat. Ersatzteil? Sicherungen hab ich viel kleiner in Erinnerung! Beim Näherkommen ist auch ganz deutlich zu erkennen, das es sich NICHT um eine Sicherung handelt. Das hintere Steuermodul der Heizung ist defekt. Scheinbar ein bekannter Fehler im Hobby Schantana. Und dieses Modul killt dann auch gleich mal das vordere Paneel. Nein, ich möchte nicht wiederholen, wie oft ich die Werkstatt darauf hingewiesen habe, das hier irgendein Stromabnehmer spinnt… Man hat doch gerade im Januar alles durchgesehen und für absolut in Ordnung befunden. Extra für mich…

Nun krieg ich erstmal irgend so ein Ersatzmodul, weil das Originalteil natürlich bestellt werden muss. So kann ich die Heizung zwar wieder bedienen, muss dazu aber ins Bett krabbeln. Im Hauptpaneel zeigt sich das Ganze nämlich nicht.

Ganze zwei Wochen später hat die Werkstatt des Grauens meines Vertrauens nur zu melden:

„Bei der letzen Lieferung war das Ersatzteil nicht dabei… Vielleicht nächste Woche…“

Damit haben wir endlich ein ganzes Jahr mit Werkstattflatrate herumgebracht! Ich liebäugle doch sehr mit Zelturlaub oder Bed and Breakfast. Nun habe ich einen Neuwagen für Bastler, aber ich hätte echt ein schlechtes Gewissen, ihn irgend jemandem zu verkaufen. Und eigentlich mag ich ihn auch… was kann er dafür, dass ihn ein Chaotentrupp zusammengefrickelt hat…? Da er als „Neuer“ also mindestens soviel Macken hat, wie ich altes Semester, werde ich versuchen, doch noch mal ein paar Kilometer mit ihm vor die Tür zu kommen. Nebenbei google ich noch fleissig „Bombenbauen für Anfänger“ und „wie man eine Werkstatt dem Erdboden gleichmacht“, schließlich muss ich die langen Werkstattpausen ja auch irgendwie nutzen. Was ich rausbekommen habe ist, warum mein Womo-Händler sich „Spannan“ nennt: Wenn du dort ein Mobil kaufst, solltest du ein paar Pferde in Reserve haben, die du im Notfall davor spannen kannst. Und diesen Notfall gibt es recht häufig…

Was hat das alles jetzt mit Kräutern zu tun? Ganz einfach: Ich habe eine kleine

 

Reiseapotheke für Hobby-Fahrer

zusammengestellt. Natürlich können auch diejenigen davon profitieren, deren Wohnmobil nur alle paar Jahre mal muckt.
Bisse, Stiche, Splitter

Im Wohnmobil? Aber klar. Splitter sind selbsterklärend, oder? Das sind einfach unsauber verarbeitete Möbelteile, im Hobby Vantana Fall z. B. die klappbare Arbeitsplattenerweiterung, die schon beim Abstellen eines Kochtopfes der Erdanziehung nachgibt und an der Abrissstelle des Haltewinkels eindringwillige Holzsplitter zur Verfügung stellt.

Bisse kann man sich durch vierbeinige Mitbewohner holen, wenn man haareraufend und kreischend mit angehendem Nervenzusammenbruch durch das Mobil kreucht.

Stiche erwischen dich, wenn dein Moskitonetz nicht wirklich Blutsauger aussperrt. Im Vantana schließt zum Beispiel das große Netz an der Schiebetür nicht gut ab und die Fenstergitter dürfen nie, aber auch nie versehentlich (im Schlaf oder so) berührt werden, weil sie dann scheunentorgroße (für Mücken) Lücken durch das leichte Eindrücken hinterlassen.

Kräuteröl kann zum Lindern von Käfer- und Mückenstichen benutzt werden. Eines der vielen hilfreichen Kräuter, die Jucken und Schwellungen stoppen ist Lavendel. Er senkt das Infektionsrisiko und riecht angenehm.

Kombiniert Lavendel mit Echinacea und Bentonit in einem Wickel. Dieser Wickel lindert Stiche und Bisse von Bienen, Zecken, Wespen und Spinnen. Bentonit entfernt giftiges Material aus dem Biss oder Stich und verhindert die Ausbreitung des Giftes. Währenddessen reduziert die Echinacea die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion auf den Biss oder Stich.

Wenn du einen Splitter nicht gut entfernen kannst, oder gar sehr ängstliche Kinder hast, quetsch Vogelmiere klein und leg sie auf. Vogelmiere lässt das Gewebe so weit aufquellen, dass dir der Splitter fast entgegenkommt.
Blutergüsse

Zu Blutergüssen kommt man erstaunlich schnell. Wenn man sich z. B. beim Auftragen des Cayennepulvers (s. u.) nicht schnell genug weggeduckt hat, dumm genug war, die Trittstufe mit Schmackes auszufahren und dabei zu dicht am Wagen zu stehen, bei einem Hobby Schantana nachts um zwei verzweifelt den Fehler in der Heizung sucht…

Hier brauchen wir Kräuter, die schnell heilen und Schwellungen lindern. Wie z. B. Arnika, Lavendel, Kamille, Johanniskraut, Zaubernuss und Ringelblume. Welches Kraut du auch wählst, je eher du das Öl oder die Tinktur applizierst, um so besser. Lavendel solltest du ja ohnehin in Form eines guten ätherischen Öles in deiner Wohnwagenapotheke haben, denn es ist ein absoluter Allrounder. (Stiche, Desinfektion, Verbrennungen, Kopfschmerzen…). Speziell Hobbyfahrern würde ich ob der höheren Prellgefahr bei Fehlersuche sogar noch Immortellenöl empfehlen (bitte nur wenige Tropfen!). Das kann Blutergüsse sozusagen „wegradieren“, muss aber täglich aufgetragen werden. Ein gutes Rezept für solch eine „Radiermischung“ finden ihr wie immer auch bei Eliane.

Schwellungen können gemildert werden, indem eine mit Tinktur getränkte Kompresse mit Eis gefüllt und auf die Wunde gelegt wird. Eine Blutergusskompresse wird aus Arnika, Johanniskrautblütenspitzen, Zaubernussrinde oder Kamillenblüten gemacht. Gleichzeitig trage man Lavendelöl und kaltes Wasser auf und nehme dazu einen Waschlappen.

Lavendel

Lavendel – das wichtigste Heilkraut der Reiseapotheke   (Foto: C. Herrmann)

 

 

Blutungen

Ja, dass kann schnell passieren: Wenn du z. B. auf der Suche nach den Fahrzeugsicherungen bist und versuchst, die Plastikklappen unter dem Beifahrersitz aufzubekommen. Oder du wolltest den Kochtopf mit der heißen Suppe von der nachgebenden Abstellplatte retten. Vielleicht hast du auch vor Wut die Hecktür zu schnell zugeworfen, bevor du geschaut hast, ob alle Finger auch wirklich bei dir sind. Ich hatte ein einschneidendes Erlebnis, als mir der Abflussstopfen das Herauskommen verweigerte, schließlich doch nachgab und den Spitzen Mittelstift im Abfluss stehen ließ.

Wenn es recht heftig ist, kann man vielleicht zuerst den verletzten Körperteil über Herzhöhe zu bringen, um die Blutung zu verlangsamen.

Kräutermischungen, die man zum Stillen von Blutungen verwendet, beinhalten Cayennepulver. Er kann über die Wunde gepudert werden um die Verschorfung zu beschleunigen und die Blutung zu stillen. Das Ganze sollte, wenn du der Versorgende eines Verletzten bist, schnell geschehen, denn: Cayenne brennt! Solltest du nicht fix genug gewesen sein und dir eine Ohrfeige eingefangen haben: oben stehen die Tipps zu Blutergüssen.

Gepulverter Kelp, Wegerich, Schafgarbe und Odermennig sind Kräuter, die zur Blutstillung und Schorfbildung eingesetzt werden können. Du kannst entweder die getrockneten und pulverisierten Blätter dieser Pflanzen direkt auf die blutende Wunde streuen, oder einen Umschlag mit der frischen Pflanze machen. Wenn die Wunde stärker blutet, empfiehlt sich eine Kompresse und die Lagerung über Herzhöhe. Dann sollte man aber auch über einen Arztbesuch nachdenken.

Schafgarbe wurde seit Jahrhunderten zur Wundbehandlung benutzt. Sie ist auch sehr nützlich bei Nasenbluten. Eine Schafgarbenkompresse sollte fest auf den Nasenrücken gedrückt werden. Gleichzeitig sollte man sich setzen, nach vorn lehnen und den Kopf zwischen die Knie stecken. Das verhindert, dass das Blut den Hals hinunter läuft und verschluckt wird.
Zusätzlich kann eine andere Kompresse in den Nacken gedrückt und ein leichter Druck auf die Oberlippe ausgeführt werden. Das klappt natürlich nur, wenn du einen Beifahrer hast. Vielleicht hast du einen treuen Begleiter gefunden, der deine Hobbyerfahrungen teilt. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Du kannst entweder die getrockneten und pulverisierten Blätter dieser Pflanzen direkt auf die blutende Wunde streuen, oder einen Umschlag mit der frischen Pflanze machen.

 

Erkältungen

Ja, auch das passiert schnell. Ich habe mir in den letzten Monaten mehrfach eine „Hobby“-Grippe zugezogen und mich daher auf Unterkühlung eingeschossen. Ähnlich wie das Hobbywerk und auch meine Werkstatt, die auf Beschwerden meinerseits gern unterkühlt reagieren.
Am besten einen traditionellen Erkältungstee zubereiten, z. B. aus
Holunderblüten, Schafgarbe und Pfefferminz . 3 bis 6 Tassen davon täglich trinken. Eine Prise Ingwer kann hinzugefügt werden, wenn ihr unter Kälteschauern leidet.

Ingwer habt ihr am Besten immer dabei. Ihr könnt sehr gut Ingwerwasser gegen Infekte aller Art trinken, es sei denn ihr glüht ohnehin schon, dann wird es vielleicht zu warm. Dazu einfach etwa ein Stück so groß wie ein Daumen in Scheiben schneiden, in eine Thermoskanne geben und heißes Wasser aufkippen. Kann man sehr gut trinken. Den Ingwer einfach drin lassen und ruhig öfter aufkippen. Auch bei Blaseninfekten hilfreich. Wem es zu scharf ist, der kann weniger Ingwer nehmen oder mit Honig süßen. Ingwerwasser könnt ihr natürlich auch zum reinen Genuss trinken. Eine gesunde Alternative  zu den üblichen Zuckerwässerchen.

Auch wunderbar: Mädesüßtee. Am Besten mit einem Spritzer Zitrone. Mädesüß wächst an fast jedem Bach. Die Blätter riechen schon nach „Arzt“. Nur wer Aspirin nicht verträgt, sollte etwas anderes nehmen. Wenn ihr zeitig im Jahr unterwegs seit, z. B. Haselnusskätzchen (die Dinger, gegen die viele allergisch sind – in diesem Falle natürlich NICHT nehmen! Mitdenken ist hier nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht!)

Kapuzienerkresse (3)

Kapuzinerkresse, auch „Bauernpenicillin“ bei Erkältungen   (Foto: C. Herrmann)

 

 

Husten

Ist klar… ich möchte auch gewissen Leuten im Blaumann was husten. Wenn sich die Erkältung also fies ausgeweitet hat, könnt ihr das probieren: Knoblauch und Thymian nehmen, um den Schleim im Hals zu lösen und die Infektion zu bekämpfen. Außerdem können Kräuter wie Süßholz und Beinwell (unser Bundesgesundheitsamt rät von der innerlichen Einnahme von Beinwell ab) einen trockenen Reizhusten zu lindern. Süßholz könnt ihr Notfalls in der Katjes – Packung finden. Oder beim verliebten Nachbarn, wenn er welches raspelt.

Eukalyptus- und Thymianöl können auf die Brust gerieben werden (Immer verdünnt und Eukalyptus nicht bei Kleinkindern!)

Der Thymian ist die Pflanze par excellence, wenn ihr erkältet seid. Meist wird sie leider nur als „Bronchienmittel“ angeboten, da tut sie natürlich auch hervorragende Dienste, aber eben nicht nur da. Wenn Kinder Thymiantee nicht mögen, könnt ihr sie einfach in ein Thymianbad setzen (das man fiebernde Kinder nicht badet, sollte aber klar sein!).

 

Kopfschmerz

Der Schmerz von stressverursachtem Kopfschmerz (Was fiele mir da ein? Ausfall der Bordelektronik? Kundenbindung durch permanente Werkstatttermine und Zwangspausen?) kann durch einen starken Kamillentee gelindert werden.

Wenn der Kopfschmerz durch Magenprobleme zugenommen hat, kann Rosmarintee versucht werden.

Eine kalte Kompresse mit in Wasser verdünntem Lavendelöl kann auf die Stirn oder in den Nacken aufgebracht werden, um Kopfschmerz zu lindern.

Der absolute Bringer wäre natürlich der Kopfschmerzroller, den ihr auf Elianes Website findet.  Lavendel und Pfefferminz… mehr braucht es nicht…

 

Schock

Ein Schock tritt ein, wenn die Blutzirkulation so schwer beeinträchtigt ist, dass das Blut nicht alle Gewebe und Organe im Körper erreichen kann.

Ohne essentielle Nährstoffe und Sauerstoff, die das Blut zur Verfügung stellt, verliert der Körper mehr und mehr die Fähigkeit, die Vitalfunktionen aufrecht zu erhalten. Das führt zu einer lebensbedrohlichen Situation, die sofortige medizinische Hilfe verlangt. Unbehandelt kann ein Schock zum Kreislaufkollaps und Tod führen.

Schock kann verschiedene Ursachen haben, z. B.:

– Eine schwere allergische Reaktion
– Großer Blutverlust
– Drogenüberdosis
– Schwere Dehydration
– Ernste Infektion
– Schweres emotionales Trauma (z. B. nach einem Unfall)
– Oder, bei einem Diabetiker, ein plötzlicher und gefährlicher Anstieg von Insulin im Körper.

Symptome für einen Schock sind:

– Übelkeit
– Erbrechen
– Schwäche
– Kalte und klamme Haut
– Blasse weiße oder gräuliche Haut
– Schwindel
– Kalter Schweiss
– Erhöhte Atem- und Herzfrequenz
– Unruhiges oder ängstliches Benehmen

Ein Schock verlangt sofortige Krankenhausbehandlung! Da gibt es kein wenn und aber! NACHDEM der Notarzt verständigt wurde, könnt ihr inzwischen Rescue-Tropfen verabreichen (oder nur auf den Puls streichen, wenn eine Ohnmacht besteht). Ein Schock ist oft so tiefgreifend, dass auch nach dem Krankenhausaufenthalt das Energieniveau niedrig ist. So etwas kuriert man am besten zu Haus. Aber es liegt in der Natur der Reiseapotheke, dass man sie unterwegs braucht. Darum könnt ihr mit folgenden Kräutern den Energieaufbau unterstützen:

Gotu Kola – Als generelles Tonikum
Brennnessel und krauser Ampfer – Helfen gesunde Blutzellen zu bilden
Amerikanischer Ginseng – Hilft die Energie wieder herzustellen

außerdem könnt ihr, wenn ihr wirklich so gar nichts habt, Kräuter der Provence als Tee trinken.

 

 

 

Verbrennungen und Sonnenbrand

Verbrennungen können sehr unangenehm sein und wenn sie nicht sofort behandelt werden, zu Hautschäden führen. In einem Hobby kannst du dir z. B. eine holen, wenn du obig erwähnten heißen Topf auffängst, der mitsamt der Arbeitsplattenerweiterung runter fällt. Eine andere Art der Verbrennung ist der Sonnenbrand. Er ensteht wenn sich jemand zu lange ultraviolettem Licht ausgesetzt hat. Das kann u. A. passieren, wenn du dich aus deinem Wohnmobil aufgrund muckender Türschlösser ausgeschlossen hast.
Die verbrannte Haut wird anschwellen, Blasen bilden und manchmal auch pellen. Das geschieht, wenn Toxine aus den Blutgefässen unterhalb der Haut in das betroffene Hautareal dringen.

Als erstes solltet ihr die Wunde unter kaltem Wasser kühlen, dass dürfte bei ausgefallener Heizung kein Problem sein. Es sei denn, das Modul hat mal wieder die ganze Elektrik und damit auch die Wasserpumpe lahmgelegt. Richtig klasse wäre es, wenn der Kühlschrank noch kühlt und ihr da irgend etwas Kaltes herausfischen könntet. Tragt (noch) nichts Ölbasierendes wie z. B. Salben auf, das verlangsamt den Heilungsprozess. Öl hält Hitze und reduziert die Luftzirkulation.

Zwei gute Kräuter zur Behandlung von Verbrennungen sind Aloe Vera und Lavendel. Sie:

– Lindern Schmerz und Schwellungen
– Helfen geschädigte Zellen zu reparieren
– Verhindern Infektionen
– Beugen Narbenbildung vor

Andere Kräuter, die verletzte Haut regenerieren sind Ringelblume, Kamille, Beinwell, Johanniskraut und  Wegerich.

Bei einem Sonnenbrand kann man wunderbar auch Packungen aus Quark oder Yoghurt machen, oder Tomaten auflegen (nein, nicht auf die Augen, um das Elend nicht mehr zu sehen… auf die Haut!)

 

Wildrose

Rose, z. B. als „Rosenessig“ für strapazierte Haut   (Foto: C. Herrmann)

 

 

Vergiftungen

Das ist gar keine Frage, da gehört ihr sofort in ärztliche Hand. Vergiftungen dürften recht selten vorkommen, aber wenn ihr z. B. wegen der bereits wieder toten Aufbaubatterie im Dunkeln die falsche Flasche gegriffen habt…

Gut… ihr habt also den Arzt hinter euch und könnt die restliche Entgiftung auch selbst gut unterstützen, indem ihr Echinacea nehmt, um das Blut zu entgiften. Ingwer reinigt den Verdauungstrakt und ist ohnehin ein Universalkraut, das in jede Reiseapotheke gehört, nicht nur in die eines Hobbys.

 

Mittelchen für eure Reiseapotheke

Beruhigungsschnäpschen/Baldriantinktur

In erster Linie für Hobbyfahrer wichtig. Bei einer erstmaligen Panne oder seltenen Ereignissen nachrangig. Sollten sich jedoch die Reinfälle derart häufen, dass auch das nicht mehr hilft, ist womöglich zu einer Packung  „Korodin“ – Kreislauftropfen zu raten. Erhältlich in jeder Apotheke.

Waldmeister (5)

Waldmeister als Tee – Beruhigt und entspannt   (Foto: C. Herrmann)

 

Cayennetinktur – Zur innerlichen Anwendung. Cayenne hilft das Blut von der Körpermitte in die äußeren Regionen wie Hände und Füsse zu transportieren. Darum ist er gut gegen Frostbeulen und Unterkühlung. Eine andere Anwendung für Cayenne ist die Wiederbelebung einer Person von Schock oder Trauma. Es funktioniert, wenn ein oder zwei Tropfen direkt auf die Zunge geträufelt werden.

 

Echinacea – stärkt das Immunsystem und hat antibiotische und antibakterielle Eigenschaften. Sie erhöht die Ausschüttung weißer Blutzellen in die infizierten Areale. Das hilft den Ausbruch von Grippe und Erkältung zu verhindern. Darum ist Echinacea auch eher als Vorbeugung oder in den Anfangsstadien hilfreich.

 

Johanniskrautöl
Zur Behandlung von Quetschungen und Abschürfungen, die bei der Suche nach Sicherungen und Ähnlichem entstehen und zur Linderung von Beulen, die man sich unweigerlich holt, wenn man verzweifelt durch den Wagen krabbelt. Im Notfall auch innerlich anzuwenden. Es soll Hobbyfahrer gegeben haben, die eine ganze Flasche tranken. Der Nebeneffekt: Sie könnten auf den ganzen Mist kräftig sch…

 

Lavendelöl
Der Allrounder, besonders für kleinere Wehwehchen. Schnitte, Verbrennungen, zum Desinfizieren und natürlich um den verzweifelten Hobbyfahrer aus der kurzfristigen Besinnungslosigkeit durch Schnuppern des Öls zurückzuholen. Auch auf den Schläfen, zusammen mit etwas Pfefferminzöl (bitte nur einige Tropfen in ein Esslöffel neutrales Öl, wie Mandelöl, flüssiges Kokosöl, notfalls auch Olivenöl oder flüssige Butter geben oder Alkohol, wie Wodka geben und dann auf die Schläfen verteilen) wunderbar bei Kopfschmerzen. An die Schläfen (Vorsicht, nicht in die Augen), auf die Stirn, in den Nacken….

 

Kiefernnadeln
Unabdingbar bei Heizungsausfällen. Besonders Hobbyfahrer sollten welche auf Vorrat mitführen, andere können gelassener sein und vor Ort nach welchen suchen. Die Kiefernnadeln zu einem heißen Fußbad geben. Beugt Erkältungen, Eiswürfelpinkeln und Blasenentzündungen vor.

 

Pfefferminzöl
Bitte stets verdünnt verwenden (außer zum Schnuppern). Hilfreich gegen Kopfschmerzen (siehe Lavendel), um klar nachdenken zu können (Klasse in der Kombination mit Rosmarin!) und somit vielleicht den Fehler oder zumindest die Telefonnummer der nächsten Werkstatt zu finden. Kann auf die Schläfen aufgetragen werden,  um wach zu halten. Ein paar Tropfen in Wasser beruhigen den Magen.

 

Senfpulver
Die Steigerung der Kiefernnadeln. Wenn nicht nur die Blase kribbelt, sondern der Infekt schon auf dem Weg ist. Ab ins Fußbad damit. Vorsichtig anfangen, Senfpulver ist recht scharf und erwärmt gehörig. Schön darauf achten, dass die Haut nicht zu stark reagiert. Erst einmal fünf Minuten, dann langsam steigern.

 

Schafgarbe
Zur Wundbehandlung und für Pannenspätfolgen wie Magenkrämpfe und hohem Blutdruck (wer ohnehin schon unter hohem Blutdruck leidet, sollte natürlich weiterhin seine Medikamente nehmen). Im Sommer wunderbar als Zutat für eine Pflegelotion oder auch pur als kalter Tee bei leichtem Sonnenbrand, wenn man z. B. durch einen Fehler im Schließsystem des Wagens nicht rechtzeitig in den Schatten im Wageninneren gelangt. Ebenfalls zu Behandlung von Mückenstichen gut geeignet, wenn man es aus gleichem Grunde des Nachts nicht ins Wageninneren geschafft hat.
Teebaumöl – Dieses Öl hat starke pilzhemmende, antibiotische und antiseptische Eigenschaften. Man kann es verdünnt zur Behandlung von Pilzinfektionen, eitergefüllten Wunden oder Verbrennungen und Fieberbläschen einsetzen.

 

 

Sooo… Ihr seid in der glücklichen Lage und fahrt eine andere Wohnmobilmarke? Fein! Deshalb habt ihr das mit der Reiseapotheke nicht so ernst genommen? Und trotzdem ist euch ein Missgeschick oder eine Unpässlichkeit widerfahren?

Na, euren Bordproviant habt ihr doch sicherlich aufgestockt. Mal sehen, ob wir da nicht was finden:

 

Heilende Wirkstoffe im Küchenregal

Ihr habt sicherlich einige heilende Mittel in der Küche, wie z. B. Salz und Pfeffer, Zitrone, Knoblauch, Essig, Zwiebeln usw.

Diese Lebensmittel können zur Heilung verschiedener Probleme eingesetzt werden. Dünnes Salzwasser kann auf Wunden oder Abschürfungen  aufgebracht werden, um sie zu reinigen.

Kälteschauer können  mit einer Tasse heißem Wasser und einer Prise Pfeffer abgewehrt werden.

Gurgeln mit Salzwasser lindert Halsschmerzen.
Notfallmedizin“ findet der Aufmerksame auch in Wald und Flur. So stellen auch die Gutationstropfen des Frauenmantels ein Notfallmittel ähnlich der Bach´schen Notfalltropfen dar.

Ein wunderbares Mittel für die kleine Handtasche sind auch „Roll-ons“. Hierbei wird eine Mischung aus den benötigten ätherischen Ölen mit Jojobaöl in kleinen Glasfläschchen mit Kugelverschluss gebracht. Da ätherische Öle heilsame Wirkstoffe „geballt“ enthalten, sind sie vorsichtig zu dosieren, aber auch sehr wirksam. So handlich verpackt kann man einige Mittel stets „an der Frau“ führen.

Wer mehr über ätherische Öle wissen will:

http://blog.aromapraxis.de/

Wer seine Roll-ons nicht selbst machen möchte, die Firma „Feeling“ hat eine kleine Roll-on Reiseapotheke zusammengestellt.

Dann kann ich nur noch „gute Fahrt“ wünschen und wenn ihr mich mal unterwegs treffen solltet: Einen lecker Beruhigungsschnäpschen hab ich immer bei. Bin schließlich „Hobby“-Fahrerin.

Gehen lassen…

Heute mussten wir meinen Vater gehen lassen. Er ist 88 geworden und hatte die letzten drei Jahre  bei uns gelebt. Auch wenn wir auf Grund seiner Krankheitsgeschichte und seines Alters damit rechnen mussten, war es natürlich schmerzlich, ihn auf seiner letzten Reise zu begleiten.

Wir hatten für diesen schweren Weg sehr freundliche Unterstützung durch die Notfall- und auch die Oberärztin. Einen herzlichen Dank an das Team der Intensivstation des Krankenhauses Itzehoe. Einfühlsam wurde uns die Situation erklärt und wir konnten die letzten Minuten mit unserem Vater verbringen. Ich hatte zuvor gesehen, dass in diesem Krankenhaus auch Aromapflege praktiziert wird und fragte danach. Sehr schnell kam eine freundliche Schwester und bot ihre Hilfe an.

Wir bekamen ein wärmendes Öl in die Hände, dessen Duft ich sofort dankbar aufnahm. Unserem Vater massierte sie damit die Beine und Füße, vor allem die Fußsohlen. Das alles sollte den Übergang erleichtern. Ein Traueröl für schwere Zeiten…

 

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Aromapflege für schwierige Zeiten

 

Mir fehlt natürlich der Vergleich, aber ich hatte wirklich den Eindruck, dass sich eine friedliche Wolke über uns senkte. Wir fühlten uns eingehüllt. Natürlich waren wir sehr, sehr traurig, aber der Vati schlief ruhig ein.

Nach dem Abschied haben wir das Öl mitnehmen dürfen.

Ich hatte deutlich die Rose wahrgenommen, aber auch Geranie und Sandelholz waren in der Mischung. Ich werde sie in nächster Zeit noch oft anwenden.

Vor vielen Jahren haben wir schon meine Mutter begleitet. Damals hatte ich das dringende Bedürfnis etwas Rosenduft zu versprühen, war aber einfach zu gehemmt, um danach zu fragen. Ich freue mich wirklich, dass es die Möglichkeit der Begleitung mit Seelendüften nun immer häufiger gibt. Vielleicht traut sich jetzt der eine oder andere, der sich vielleicht in ähnlicher Situation befindet, danach zu fragen.

Im „Fast“- Urwald

Aufgrund einiger Anfragen aber zunächst ein Nachtrag zu den Algen:

Ja, Algen sind wertvoll, sowohl als Lebensmittel, als auch als Heil- und Pflegemittel. Gemahlen werden sie gern in Kosmetikprodukten (meist wegen des Alginats) verwendet. In der Volksmedizin werden sie zur Senkung von Cholesterin und Blutdruck, zur Stärkung des Immunsystems und gegen Krebs eingesetzt.

Bevor sich hier gleich wieder die Trolle versammeln (ich hatte diverse Angriffe bei meinem Artikel zum Strahlenschutz zu verzeichnen):

Natürlich gibt es wegen der Krebswidrigkeit keine EU-Studie. Das will niemand. Wir reden hier von Volksmedizin. Es ist durchaus möglich und wahrscheinlich das Japan da Einiges hat und natürlich auch die englischsprachigen Länder, wo Heilpflanzenforschung noch groß geschrieben wird (bei uns nicht!). Aber so eine Studie ist in der Ausführung sehr teuer und wer die Ergebnisse lesen will, muss ebenfalls tief in die Tasche greifen. Da kostet so ein Artikelchen gern mal zwischen 60 bis 100 Euro. Bitte seht es mir also nach, wenn ich nicht überall eine Quelle angebe. Wenn ich nicht irre, hat zur Krebswidrigkeit die Uni Hamburg etwas veröffentlicht. Ernsthaft Interessierte, die es ganz genau wissen wollen, können das googeln. Aber ich darf euch verraten, dass die Studien (auch die deutschen) meist in Englisch mit sehr viel Fachvokabular abgefasst werden.

Wer unter Krebs leidet, wird sicherlich nicht auf die Idee kommen, jetzt einfach nur Alge zu essen und mehr nicht. Bei so einer komplexen schweren Krankheit, die m. E. nicht nur eine einzige Ursache hat, informiert man sich gründlich um seinen EIGENEN PERSÖNLICHEN Heilungsweg zu finden. Es hält euch natürlich niemand davon ab, andere, die es geschafft haben, nach deren Weg zu fragen. Vielleicht könnt ihr dann einen Ähnlichen gehen.

So! Ernstes Thema erledigt. Nun zu mehr Spaß!

 

Das Algen lecker sein können, hatte ich im vorherigen Artikel ja schon erwähnt. Nun wurde ich nach dem Salat von unserem Wochenmarkt gefragt. Hierbei handelt es sich um Riementang (Himanthalia elongata), der dort mit Chili und Öl angemacht wurde. Er sieht aus wie grellgrüne Spaghetti, wird daher auch oft Spaghettialge genannt und kommt sogar hin und wieder bei uns vor.

 

Aber zurück ins Binnenland: Meine letzte Kräutertour führte mich in unseren (Schleswig-Holsteins) letzten Urwald. Naja, fast… ein beinahe Urwald könnte man sagen. Er wird auch dementsprechend geschützt, aber rundherum gibt es eben auch Bodenbewirtschaftung und die hier allgegenwärtigen „Bio“-gasanlagen. Ja, ich hab was gegen diese. Wer das nicht hat, wohnt entweder nicht dazwischen, ist kein Imker, verdient sein Geld damit, oder hat sich mit der Materie noch nicht tiefer befasst. Eine dieser Anlagen, eine von den großen, hat leider Flora und Fauna eines natürlich Bächleins hier nachhaltig gekillt. Kann ja mal passieren… kostete auch etwas Bußgeld.

Aber zum Glück ist der Riesewohld nicht ganz klein und man kann immer noch etwas finden. Ich komme ursprünglich aus Niedersachsen und stelle immer wieder fest, dass die Wälder hier im Gegensatz zu denen dort, wirklich artenarm sind. Schleswig-Holstein ist ohnehin das waldärmste Bundesland. Umso erfreuter war ich dann auch, als ich dieses Pflänzlein, das in Niedersachsen üppig in den Wäldern wächst, hier fand:

 

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Der „Türöffner“ zum Feenreich

 

Die Schlüsselblume! Die wilde Urmutter unserer Gartenprimeln ist ein magisches Pflänzlein. Allein ihre Heilwirkung ist fantastisch. Weithin bekannt ist sie als Hustenmittel. Schleim wird dabei besonders schonend abgehustet (wg. des hohen Saponingehaltes), was sie gerade für ältere Menschen interessant macht. Aber das ist längst nicht alles: Sie ist ein Seelenschmeichler. Wirkt beruhigend und schmerzstillend, lindert Migräne und Kopfschmerzen. Auch zur Vorbeugung von Schlaganfällen wurde sie eingesetzt. Sie ist so mild und beruhigend, dass sie auch Kindern als Schlaftee oder bei Nervosität gegeben wurde. Sie wirkt herzstärkend und krampflösend (auch Wadenkrämpfe). Für uns Erwachsene ist sie in Form eines Likörchens natürlich besonders lecker.

Hildegard von Bingen empfiehlt Himmelschlüsseltee gegen Schwermut (Himmelschlüssel… was „erschließt“ uns das Pflänzchen im seelischen Bereich?).

2 Teel. reine Blüten auf eine Tasse. Sehr wohlschmeckend (aber bitte nicht wild sammeln – geschützte Pflanze!).

Auf einem anderen Kräuterblog hab ich sogar gefunden, dass man nun ihre Wirkung bei Krampfleiden wie Epilepsie oder Parkinson untersucht. Das gibt doch Hoffnung!  ( www.Kraeuter-verzeichnis.de)

Die Blüten wurden Wein beigefügt und die Blätter den ersten Frühlingssalaten. Ja, es wurde sogar direkt aus den Blüten ein lieblicher Wein hergestellt, was heute kaum noch machbar ist, weil die Pflanze zu Recht unter Naturschutz steht und auch sehr selten geworden ist. Die Kelten fügten die Schlüsselblume ihren Rezepturen bei, da sie die Wirkung der anderen Kräuter erhöhte.

Wer mit einer ungeraden Anzahl Schlüsselblumen (muss aber die richtige sein), an einen Feenhügel klopft, der kann eintreten und mit dem kleinen Volk feiern. Nein… mir ist es noch nicht gelungen.😉

Auf alle Fälle ist diese zauberhafte Blume eine tiefere Betrachtung wert. Wäre es nicht eine nette Idee, sie ihm eigenen Garten anzubauen?

Die Schlüsselblume wirkt auch entwässernd, genau wie die nächste Pflanze, der ich im Riesewohld begegnen durfte:

 

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Winterschachtelhalm

 

Dem Winterschachtelhalm!

Er ist kaum zu übersehen, da er bis zu 1,50 Meter hoch werden kann. Ohne Blätter und Zweige, aber eindeutig ein Schachtelhalm und außerdem sehr dekorativ (ihr könnt ihn für gutes Geld in Gärtnereien erwerben). Da außer dem Ackerschachtelhalm alle Schachtelhalme leicht giftig sind, sollte er innerlich nicht angewendet werden, obwohl man früher die jungen schmackhaften Frühjahrssprosse durchaus verzehrt hat. Vermutlich ist die Wirkstoffdichte dann noch nicht so hoch.

Er wirkt stark entwässernd und wird genutzt bei:

schweren Beinen, geschwollenen Beinen, Bauchwassersucht, Juckreiz

Man kocht den Schachtelhalm über Dampf weich oder kocht einen Tee (25 min), den man zum Badewasser gibt.
Gut für Fußbäder (bis Wadenhöhe) oder Sitzbäder (bis Nierenhöhe). Auch als Umschlag möglich. (nach Angelika und Chris Lenz)

Ich möchte auch hier nicht unerwähnt lassen, dass man bei Problemen mit Wassereinlagerungen immer erst einen Heilkundigen aufsuchen sollte, um die Ursache zu klären!! Auch permanentes Entwässern gehört in fachkundige Hand.

 

Den ungiftigen Vertreter, den Ackerschachtelhalm, empfiehlt der Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger sogar bei bösartigen Tumoren, Geschwüren und Krebsleiden. Dazu soll der Kranke die betroffenen Stellen etwa 15 Minuten den Zinnkrautdämpfen (dampfender Absud) ausgesetzt werden und morgens und abends eine Tasse Zinnkrauttee getrunken werden. Nach drei Wochen eine Woche aussetzen…

Die Empfehlung mag dem wirkstoffkundigen Anwender ins Staunen bringen. Punktet das Zinnkraut doch vor allem wegen seiner Mineralstoffe und besonders der Kieselsäure. Nicht umsonst empfiehlt sie Maria Treben für alle „alten Frauen ab 40“, damit sie starke Knochen behalten. Aber das Zinnkraut ist durch die Kieselsäure ja „pflanzlicher Bergkristall“ (Storl – wenn ich nicht irre...). Vielleicht erklärt das sein Potential?

 

Aber mein Weg führt mich tiefer in den Wald und da wird mir gleich österlich zu Mute. Ihr kennt das sicher!

 

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Weidenkätzchen

 

Als Kräuterhexlein macht es mich natürlich ein wenig traurig, den Weidenschnitt zu sehen. Aber so komme ich zumindest zu einem Ostersträußchen, ohne selbst Hand an die Sträucher gelegt zu haben. Als Kind habe ich immer versucht, diese streichelzarten Kätzchen so lange wie möglich aufzubewahren. Aber wusstet ihr, dass sie auch eine große Heilwirkung besitzen?

Ihr kennt bestimmt längst die Heilwirkung der Weidenrinde, die aufgrund ihres Salicylgehaltes wie Aspirin wirkt, ohne dessen magenschädigende Wirkung zu haben. Die bei der Azetylsalizylsäure befürchteten Magenblutungen können hier nicht auftreten. Weidenkätzchen haben eine ähnliche Wirkung, aber ihr Haupteinsatzgebiet sind Schlafstörungen und Nervenschwäche. Weidinger empfiehlt hierzu einen mit Honig gesüßten Tee 1/2 Stunde vor dem Schlafengehen. Die Wirkung lässt sich vermutlich auch durch den Bromkaliumanteil erklären. So eine Art pflanzliches Schüßlersalz, könnte man sagen (Kalium Bromatum Nr. 14).

Wer einen Garten hat, braucht die Weidenzweige nach Ostern nicht fort werfen. Sie wachsen an!

 

Aber nicht nur die Weidenkätzchen auch die Birkenkätzchen sind verwertbar, sogar kulinarisch.

Ja, ich weiß, ihr armen Pollengeplagten! Aber ich denke, es gibt Hoffnung. Wie zum Beispiel Brennnesseltee (ab sechs Wochen vor der kritischen Zeit getrunken – englische Kräuterheilkunde), Zedernöl (bitte nachlesen bei Eliane Zimmermann) und natürlich eine Ernährungsumstellung.

Ich möchte jetzt kein Augenrollen sehen. Ihr müsst so etwas ja nicht auf Dauer machen. Ich bin z. B. Gelegenheitsveganer. Meist ess ich Fleisch nur aus Bequemlichkeit. Das gibt es nun mal in jedem Supermarkt, gutes Gemüse und Obst muss man allerdings schon suchen. Und die Bioabteilungen werden hier bei uns immer kleiner. Wenn ich mal wieder zu einem „Veganertreff“ gehe, dann nehme ich mir immer vor, viel mehr davon in meinem Speiseplan aufzunehmen. Denn das geht auch lecker. Ohne Tofu, ohne Soja…

Ich möchte euch daher ein interessantes Rezept nicht vorenthalten. Das geht noch einen Schritt weiter und ist reine Rohkost. Aber die Autorin beschreibt, dass sie selbst als ehemalige Pollenallergikerin sich nun diesem Genuß hingeben kann. Einen Versuch ist Rohkost (über einen längeren Zeitraum) daher vielleicht auch für Pollenallergiker einmal wert. Aber bitte das Brot erst genießen, wenn man nachweislich nicht mehr allergisch ist:

 

Birkenbrot
250 g Mandeln
2 Handvoll männliche Birkenblüten
1 Karotte
½ TL Koriandersamen
100 g Leinsamen

nach Geschmack Meersalz, 1 Knoblauchzehe oder Schnittlauch oder für eine süße Variante Rosinen und Zimt

Mandeln über Nacht in Wasser einweichen, das Einweichwasser abgießen und die Mandeln waschen. Die Birkenblüten vom Blütenstand abrebeln. Die Mandeln mit der Karotte, den Birkenblüten, Koriandersamen und den Zutaten nach Geschmack im Mixer oder Zerkleinerer klein hacken. Dann die Leinsamen getrennt davon im Mixer/Zerkleinerer grob mahlen und anschließend unter die Mandelmischung rühren. Bei Bedarf etwas Wasser zugeben.

Einen Brotlaib formen und in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden. Diese nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech oder Gitter legen und im Backofen oder in einem Lebensmitteltrockner bei Temperaturen unter 40 °C trocknen.

 

Dieses und andere höchst spannende Rezepte (z. B. auch zum Riementang) findet ihr hier:

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Meine liebsten Wildpflanzen rohköstlich

 

Dann mal raus mit euch! Noch habt ihr nicht so die Qual der Wahl. Wenn aber erst alles richtig grünt…

 

 

 

 

Eigentlich wollte ich ja schon längst weg sein. Auf großer Kräutertour… das Wissen unserer Mütter sammeln. Wer diesen Blog verfolgt, hat allerdings auch alle Steine kennengelernt, die mir in den Weg gerollt wurden. Das waren zum Einen die ewigen Ausfälle meines nagelneuen Hobby Wohnmobils, zum Anderen aber auch private Hindernisse.

Jetzt ist es einigermaßen startklar (nur die Heizung ist nicht so ganz in Ordnung und die maroden Drehsitze werde ich wohl nie ersetzt bekommen) und dann musste mein Papa ins Krankenhaus. Zum Glück nichts Schlimmes, wohl aber in der Mobilität (seiner) sehr beeinträchtigend. Also irgendwas ist immer. Ihr kennt das sicher.

 

Darum bin ich einfach losgefahren. Ja, es werden, wie im letzten Jahr auch, zunächst sicher wieder nur kleine Mehrtages – Etappen werden, bis sich die Situation mit meinem Vater geklärt hat.

 

Ich nutze die Zeit und besuche die schönen Orte, die im Sommer sicherlich mehr als überlaufen sind. Mein erster Anlaufplatz ist ein traumhafter Stellplatz in Maasholm:

 

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Maasholm – auch bei trübem Wetter eine Reise wert

 

 

Ich dachte, um diese Zeit wäre hier kein Mensch. Da irrte ich mich aber gewaltig. Es stehen schon einige Wohnmobilsten hier, die ebenfalls den wunderbaren Meeresstellplatz (ja, für alle die, die es nicht wissen: die Schlei ist ein Fjord und kein Fluss!) genießen. Direkt am Wasser stehen, erstklassige, penibel saubere Sanitäranlagen und ein spitzenmässiges Bistro, direkt am Yachthafen. Die Inhaber haben ein Herz für Wohnmobilisten und geben gern ihren leckeren Cappuccino mit samt Tasse ab, schlicht darauf vertrauend, das es wiederkommt, das Porzellan. Ohne Pfand…

Aber es soll hier ja nicht vorrangig um Stellplätze gehen. Sondern um Kräuter und Wildgemüse. Da hab ich mir vor Jahren schon Maasholm auf die Wunschliste geschrieben, denn hier gedeiht ein Kraut, das ich besonders mag, in üppigen Mengen… und das sollte gerade jetzt im März Erntezeit haben…

 

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Das leckerste Wildgemüse Maasholms – noch sehr zurückhaltend

 

Nein, das ist keine wundersame Tentakel eines außerirdischen Wesens – normaler Weise sollten aus den dunklen Knospen bereits wunderbare krause tief violette oder auch schon sattgrüne Blätter gesprossen sein. Hier erwartete ich ungeduldig die zarten jungen Triebe des Meerkohls (Crambe maritima).

Wie es aussieht, muss ich auch noch länger warten. Die Wetterkapriolen machen nicht nur dem Kulturgemüse zu schaffen. Obwohl er auch das schon war, der Meerkohl, ein Kulturgemüse. Zu viktorianischen Zeiten heiß gehandelt. Sein Geschmack hat etwas Haselnussähnliches mit leicht bitterer Note. Also bevorzugt frische Schosse und gebleichte Stellen verwenden. Leider wurde er übermässig geerntet und ist in seinem Bestand sehr zurückgegangen. Darum ist die Ernte vielerorts verboten. Zum Glück ist er auch in Kräutereien zu bekommen und wächst dann prächtig gut und gern 12 Jahre für euch. Der Strunk dort oben ist etwa unterarmdick (schlanke Unterarme, nicht meine..😉  ).

Sein Nährwert lässt sich sehen. Neben einem hohen Mineralstoffgehalt wartet er auch mit reichlich Vitamin C auf, was ihn bei den Seefahrern zu einem beliebten Reisebegleiter machte.

 

Gut, das war nichts. Noch nicht. Aber man kann ja wiederkommen. Doch schauen wir erst mal, ob hier nicht noch was wächst und siehe da, das tut es:

 

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Strandbeifuß

 

Der Strandbeifuß treibt aus. In diesem Zustand ist er lecker auf Butterbrot. Da braucht man ja auch nicht die Mengen. Selbstverständlich kann man ihn auch wie seinen großen Bruder, den gemeinen Beifuß, zum Räuchern, bei Ritualen und zum Putzen seiner Glaskugel benutzen (tatsächlich wurden Kristallkugeln zum Hellsehen damit abgerieben. Vielleicht sollte man sein Tarot in Beifuß wickeln?).

Für Heilzwecke würde ich mit dem Ernten noch ein wenig warten. Hier punktet der Beifuss mit den ätherischen Ölen und die brauchen nun einmal Sonne. Um die Sonnenwende bis in den August wären da die Erntezeiten, auf alle Fälle jedoch vor der Blüte.

Insgesamt ist dieser zarte Vertreter der Artemisien sanfter. Auch im Aroma. Nicht ganz so bitter, wie der große Bruder. Daher nimmt man ihn auch als Geschmacksgeber im Wumken.

Aber nicht nur mein geliebter Beifuß lässt sich schon sehen. Auch ein Gemüse, dass wir eher im Asialaden oder Reformhaus kaufen, vor allem wenn es aus Japan kommt: Algen.

Bah, nee… jetzt mal nicht die Nase rümpfen. Warum in die Ferne schweifen? Warum glaubt ausgerechnet jeder Deutsche, daß das, was bei ihm wächst, giftig ist? Und so wird für Algen oder Goji-Beeren (welche bei uns Unkraut sind) gern viel Geld ausgegeben. Algen aus unseren Gewässern? Na wer will, kann natürlich weiterhin getrocknete Wakame aus Japan holen… Aber ich glaube kaum, das die weniger bedenklich sind, nach dem da alles „strahlt“…

 

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Vegan aus dem Meer – zu jeder Zeit vorrätig

 

Algen haben als Lebensmittel eine lange Tradition. Sie sind sehr nahrhaft und überaus mineralsstoffreich. In England stehen sie noch auf dem Speiseplan. Hier werden sie so geschätzt, daß manch Schafbauer die gute Ware extra vom Strand klaubt, um seinen Tieren mit der Zufütterung derselben etwas Gutes zu tun. Hier kennt kaum jemand ihren Wert auf dem Speiseplan, obwohl ich neulich auf dem Markt beim Fischhändler tatsächlich einen schmackhaften Algensalat bekommen habe.

Was mich angeht, so ess ich Algen in der richtigen Dosis recht gern. Die grüne Alge vom Markt war mit scharfem Dressing angemacht und schmeckte lecker. Unsere heimischen Algen schmecken intensiv nach Meer, mir manchmal schon zu intensiv. Von daher dosiere ich vorsichtiger. Der Geschmack darf nicht dominieren. Algen sind übrigens nicht giftig. Aber natürlich können sie, wie jedes Gemüse, einen nicht mehr zum Verzehr zu empfehlenden Zustand haben. Darum bitte immer pflücken und nicht einfach vom Strand sammeln. Die obersten frischen grünen Spitzen. Alles Andere wird ein bisschen zäh.

Wer das jetzt einmal probieren möchte, dem lege ich ein Wildgemüsebuch ans Herz, das nun nicht das gefühlt tausendste Bärlauchpesto im Repertoire hat, sondern mit erfrischend neuen Rezepten kommt. Eben auch für Alge. Für das vorsichtige Rantasten an das „Superfood“ (ich hasse eigentlich diese neuen Wortschöpfungen und werbewirksamen Schlagworte, aber hier trifft es wirklich zu), empfehle ich das zur Zeit im Handel für den halben Preis erhältliche

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wild kochen von Anette Eckmann.

 

Wer mal wieder frische Wildgemüserezepte sucht, ist hier definitiv richtig. Das Buch ist liebevoll aufgemacht und eben ein bisschen anders: dänisch, einfach, lecker! Oder: dänisch – einfach lecker!

Für den Anfang empfehle ich das Algenknäckebrot. Das hat mir besonders gut gefallen. Oder den Hagebuttenketchup. Aber den gibt es erst später im Jahr.

 

Ihr seht, auch wenn ihr noch nichts seht, in der Natur ist immer etwas da. So gibt es ganz besondere Schätzchen, auch an diesem Plätzchen:

 

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Wilde Möhre

 

Die etwas ruppig aussehenden Samenstände der wilden Möhre sind zu dieser Zeit ihr bestes Erkennungszeichen: Sie ziehen sich zu einem Nest zusammen. Wenn ihr die trockenen Blütenstände pflückt und euch die Mühe macht, sie auseinander zu pulen, kommt ihr auf die Samen der wilden Möhre und damit auf eine Möglichkeit der ganz feinen Küche.

Die von den trockenen Hülsen befreiten Samen quetscht ihr im Mörser (oder Unterwegs mit der breiten Seite eines Küchenmessers) einfach mal an. Sofort habt ihr einen zarten, sehr aromatischen Duft in der Nase. Natürlich kann man auch das ätherische Öl kaufen, aber ist die wilde Ernte nicht viel spannender?

Wenn ihr mal reinschnuppert, habt ihr sofort verschiedene Süßspeisenvariationen vor Augen. Und genau dafür könnt ihr die wilde Möhre nehmen. Wenn der Blütenstand noch nicht ganz so dröge ist, wie hier, sondern noch Grün aufweist, könnt ihr ihn so wie er ist, z. B. in Milch oder Sahne legen und diese über Nacht aromatisieren. Um diese Zeit im Jahr, solltet ihr schon die kleine Mühe auf euch nehmen und alles Vertrocknete herauslesen.

So… und nun ist riechen und schwelgen angesagt. Der Duft umhüllt einen, wie die Arme einer liebenden Mutter! Düfte sind Geschmacksache, aber dieser würde sich auch in einem Parfum gut machen. Er erdet, er wärmt und streichelt die Seele. Irgendwie zeigt das ja schon die Form des Samenstandes: geborgen in einem Nest!  Die Hexlein unter euch können sie natürlich auch räuchern, aber mir persönlich ist in diesem Fall der Duft des Öls angenehmer. Die Wilde Möhre gibt uns in dieser hektischen Zeit, in der alte Werte scheinbar nichts mehr gelten, wieder eine Mitte, einen Halt. Nach Kalbermatten zentriert sie unsere Bewusstseinskräfte. Also auch wieder ein „Zur-Mitte-Kommen“, ein „Wurzeln“.

Dieser kleine Teelöffel voll Samen kann dir zwar den Moment und die Nachspeise versüßen, wenn du die positiven Eigenschaften der wilden Möhre gezielt einsetzen willst, musst du dir das ätherische Öl aber kaufen. Natürlich kannst du auch damit eine Schnupperorgie machen, ich nutze es jedoch gern in pflegender Kosmetik. Ein wahres Tonikum für die Haut, egal ob anspruchsvoll oder aknegeplagt. Auch wer Verführung im Sinn hat, könnte es in einem Massageöl verwenden. Es ist ein Phytopheromon (Sexuallockstoff, der dem menschlichen ähnelt) und wirkt hormonell ausgleichend. Es findet seinen Einsatz daher auch bei Menstruationsstörungen und PMS, oder generell bei Drüsenproblemen (nach Wabner). Die kleine Wilde unterstützt nicht nur die Haut, sondern auch die Leber. Wobei sie doppelt punktet, denn gerade Leberprobleme machen sich oft über die Haut bemerkbar. (Vor der inneren Einnahme des ätherischen Öls sei aber an dieser Stelle nochmals gewarnt. Solche Dosierungen gehören in die Hand einer Fachfrau! Liebe Fachmänner, nicht schmollen, ich weiß, dass es euch auch gibt, aber ich glaube, hier sind die Frauen in der Überzahl).

Man könnte wieder mal einen ganzen Bericht dieser spannenden, wenn auch unscheinbaren Pflanze widmen. Und natürlich wartet ihr wieder auf Rezepte. Dieses Mal möchte ich mich dafür in den Hintergrund zurückziehen und auf den wundervollen Beitrag von Eliane Zimmermann verweisen. Mehr Wilde Möhre geht nicht.

Ihr müsst also nicht Hormocenta* oder Placentubex für die Gesichtspflege nehmen, es geht auch wunderbar vegan!

Für die Jüngeren unter euch: Früher war es durchaus auch üblich, die menschliche Plazenta zu verwerten, besonders in Hautcremes. Von den wertvollen Inhaltsstoffen her verständlich… Später hat man meines Wissens Tierische genommen. Die Generation meiner Mutter hat darauf geschworen. Ob Hormocenta das auch gemacht hat, kann ich nicht sagen, der Name legt es fast nahe und es wurde von vielen behauptet. Heutzutage findet sich jedenfalls keine Plazenta in den Cremes. Ich weiss aber, das einige Hebammen noch Proben zur Weiterverarbeitung zu homöopathischen Globuli nehmen.

So… liebe Grüße also aus Maasholm! Es lohnt sich wirklich, diesen malerischen Ort einmal zu besuchen. Ja, auch der Ort ist wunderschön. Und jetzt wisst ihr ja auch, nach was ihr Ausschau halten könnt, wenn ihr auf Kräutersuche seid.

 

*  in der derzeitigen Rezeptur werden lt. Deklaration keine menschlichen oder tierischen Produkte verwendet.

 

Ich habe wirklich alles, alles vorbereitet. Genau genommen wollte ich per 01.01. schon auf den Reifen zu meiner großen Kräutertour sein. Aber da stand der Vantana noch in der Werkstatt.

Und auch ich musste mich vorbereiten. Habe mein Bestes gegeben. Habe mich von einem flotten jungen Mann flachlegen lassen und drei Stunden unter ihm gestöhnt, musste regelmässig wegen der Blaserei mit Vaseline eingerieben werden,  mir noch Stunden danach das geschwollene Gewebe kühlen… Na eben vollen Einsatz gezeigt. Schließlich sollte man vor einer großen Tour auch seine Zähne im Optimalzustand haben. Leider war der letzte Backenzahn sehr widerspenstig und auch schwer zu erreichen. Mein Zahnarzt, die deutsche Antwort auf Colin O´Donoghue, hat wirklich ganzen Körpereinsatz zeigen müssen, um ihn von allen Seiten zu erreichen. Wer einmal seinen letzten Backenzahn behandeln lassen musste, kann bestimmt das Gezerre an der Wange nachvollziehen und auch die spröden Lippen, die das Ganze mit sich bringt. Der Zahn wird ja permanent trockengeblasen, damit die Keramik dann auch schön hält. Das trocknet leider auch die zarte Lippenhaut aus. Es war anstrengend. Und wegen der vielen Abdrücke auch langwierig.

So… hab ich jetzt alles hinter mir. Zähne in Ordnung, Wagen…

Nein, der Wagen eben nicht! Ich erwähnte ja schon, das die Klimaautomatik sich so nicht nennen dürfte. Jetzt teilt mir doch die Fiatwerkstatt mit, das Fiat, um das Problem endgültig zu lösen, irgendeinen Chip auslesen muss. Ja, auch die Kräuterfrau weiß, dass das heute so gemacht wird. Einfach einen knackigen Automechaniker unter die Haube gucken lassen, geht nicht mehr.

Nun dachte ich mir aber, das das ja nun kein Problem sein sollte. Aber nein, ähnlich wie die Zulassungsstellen für Arzneimittel, will jetzt auch die Beschwerdezulassung der Firma Fiat diese Daten nur von einem Fahrzeug haben, das unter bestimmten Bedingungen seinen Chip auslesen lässt. Nicht einfach so vom Parkplatz oder der Werkstattrampe aus. Wie das genau läuft, weiß ich auch nicht, aber der Werkstattchef meinte, er würde das mit einer Woche Standzeit in seinen heiligen Hallen wohl hinbekommen…

Zur Erinnerung: Der Wagen stand zuletzt vor Weihnachten bis in den Januar hinein in der Werkstatt.

Ich bin kurz davor mir einen kleinen Zirkuswagen und einen Esel zum Davorspannen zu kaufen. Der mag nicht so schnell sein, holt die Strecke aber, ob der permanenten Werkstattpausen des HOBBYS leicht auf.

Tatsächlich bin ich hin und hergerissen: Den Wagen wieder weggeben und weiter zu Haus hocken? Mein Zeitfenster für die Tour wird immer kleiner. Oder auf diese Klimaautomatik pfeifen?

Die blutdrucktreibende Nachricht bekam ich gestern kurz vor meiner Taiji Stunde. Vielleicht hat mich das gerettet. Hier kam ich langsam, leider ganz langsam, wieder ein wenig zu mir.

Ja, Asche auf mein Haupt, ich schaffe es kaum. Ich bin nervös, aufgeregt, unruhig. Selbst nach dem Taiji zeigte mein Kopfkino grausame Szenen von Werkstattangehörigen, denen ich persönlich ein paar Zähne aufbohrte, ohne Betäubung natürlich…

 

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DAS ist totale Entspannung! Ich beneide ihn…

 

 

Darum: „Erst das Wort, dann die Pflanze, zuletzt das Messer!“ So soll Äskulap es die griechischen und römischen Ärzte gelehrt haben.

Das Wort hat bei mir nicht geholfen, obwohl mein Mann ob seiner Beschwichtigungsversuche sicherlich schon Fransen an den Lippen hat (Tipp: Keine Vaseline benutzen), also die Pflanze: Ich habe für Aufreger dieser und anderer Art meinen lieben „Scheiß-Egal-Tee„. Ich nenne ihn so. Eigentlich heißt er anders. Aber man bekommt nach dem Trinken dieses Grinsen, wie der Erdal-Frosch auf der Schuhcremedose. Sollte der auch nicht helfen, bleibt noch das Messer. Allerdings nicht im Sinne Äskulaps, der damit auf operative Methoden hinwies…

Ihr möchtet wissen, was drin ist, in meinem Tee? Nichts, was unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Wohl aber Einiges, dem die Kommission E die Wirkung abspricht, weil es nicht unter Laborbedingungen erwiesen wurde. Aber zum Glück leben wir ja nicht unter Laborbedingungen. Deshalb lass ich euch das Rezept nochmal da. Auch wenn ich es womöglich schon mal gepostet hab.

 

Scheiß-Egal-Tee   –    mein Lieblingstee
(auch bei funktionellen – nicht organischen – Herzbeschwerden)

Baldrian, Herzgespann, Hopfen, Lavendel, Weißdorn, Zitronenmelisse zu gleichen Teilen.
Dieser Tee bringt Ruhe im Sturm. Manchmal ist Herzgespann nicht zu bekommen, dem fehlt halt die „Zulassung“ in der Pflanzenkategorie „Wirkung erwiesen“, der Tee wirkt auch ohne gut.

Ergänzend: Rose in die Duftlampe

 

Das Rezept hab ich aus meinem ersten Bücher über „Seelenpflanzen“ gepflückt. Dort hieß der Tee ob seiner herzberuhigenden Wirkung natürlich ganz anders. Das man ein menschliches Abbild des Grinsefrosches wird, hab ich aus Erfahrung gelernt. Es geht einem dann alles wirklich „am Kreuz runter“ und man folgt dem Taiji-Prinzip des (Los-) „Lassens“. Womit wir zwei wunderbare Methoden vereint hätten.

Ich weiß leider nicht mehr genau, wie das Buch hieß, es war von Gerti Samel.

 

Nochmal zum Wohnmobil: Vielleicht könnt ihr mir sagen, wie lange so eine Batterie (sowohl Fahrzeug und auch Aufbau) bei einem abgestellten nicht benutzten Fahrzeug normaler Weise hält?

Danke!

 

Ab in die Knospen…

Ja, ja, ich weiß, wir Kräuterfreunde scharren schon ungeduldig in den Startlöchern. Die Meisten wollen raus und ein Paar, die weiter südlich wohnen, dürfen schon die ersten Bärlauchblättchen ernten. Hier bei uns guckt mal gerade der Giersch.

Aber ich kann auch nicht oft genug darauf verweisen, dass gerade die Knospen besonders wertvoll sind. Ihr werdet in meinem Blog einige Beiträge über „Knospentherapie“ finden. Wobei ich persönlich, was ich auch immer wieder betonen muss, weniger die klassische Knospentherapie (mit Glyzerintinkturen) anwende, sondern mich gern an Pfarrer Künzle halte, der mit seiner Knospenkur erstaunliche Erfolge hatte. Gerade gestern konnte ich sogar beobachten, wie ein frecher Erlenzeisig ebenfalls der Knospenkur fröhnte, indem er in meiner Blutpflaume saß und fleissig Knospen knabberte. Machen wir es doch einfach wie der berühmte französische Kräuterheiler Maurice Mességue´und lernen durch Beobachtung unserer Mitgeschöpfe den Wert der Pflanzen kennen.

Ich beobachte aber nicht nur Flora und Fauna, sondern auch meine „Konkurrenz“.😉

Viele der in wahren Flutwellen erscheinenden Kräuterbücher sind schlichtes Plagiat oder nichtssagend. Der Schwerpunkt liegt in der optischen Aufmachung. Bunt, plakativ, tolle Fotos… nun gut…

Jetzt bin ich über ein Büchlein einer Kräuterpädagogin gestolpert. Ein wenig stellen sich da bei mir die Nackenhaare auf, denn die einfache „Kräuterfrau“ hat ausgedient. Man muss mindestens „Pädagoge“ oder „Experte“ sein. Wo ich schon noch zugeben muss, dass der „Kräuterpädagoge“ meist von der renommierten Gundermannschule kommt und wir haben hier wenigstens noch einen deutschen, logischen Begriff. Aber mittlerweile gibt es auch „Obstpädagogen„, „Naturcoaches“ (Wer wird hier „gecoacht“, die Natur? Diese „gedenglischten“ deutsch-englischen Wortschöpfungen klappen mir wirklich die Fussnägel weg) Und das Hammerhärteste, was mir vor die Pupillen kam: „Wald- und Wiesencoach„.

Wunderbar! Wieder so ein Wortverstümmelungsverbrechen. So ähnlich wie diese „Backfactories„, was wohl vom Erfinder so viel wie „Backfabrik“ heißen soll, aber genau genommen „Hinterhofbäckerei“ heißt. Was mir für Assoziationen bei „Wald- und Wiesencoach“ kommen, möchte ich hier gar nicht preisgeben. Ich fürchte, auch wenn der- oder diejenige ein großes Fachwissen hat, dieser Ausdruck reißt alles wieder runter.

Und genau das ist das Problem mit diesem Urwald an neuen Kräuterberufsbezeichnungen: Sie sagen nicht viel aus. Weder über das tatsächliche Wissen desjenigen, noch über die Qualität seiner Ausbildung. Ein „Kräuterexperte“ kann man schon nach wenigen Stunden werden… Und ich glaube, gerade der „Wald- und Wiesencoach“ tut sich mit diesem Titel keinen Gefallen. Warum denn nicht insgesamt einen englischen Ausdruck verwenden? „Coach“ passt nach meinem Empfinden ohnehin mehr in die Wirtschaft oder in den Sport.

Das ist so typisch deutsch: wir wollen reißerische Bezeichnungen (schlagt doch mal nach, wie sich Buchbinder heute nennen mussen…), Titel und Diplome, Zertifikate, Empfehlungen… dabei könnte ich rein rechtlich hier aus dem Stand ein „Institut“ gründen und auch „Zertifikate“ vergeben…

Aber: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen! Lasst einfach mal die Titel weg und schaut, was die Menschen euch geben können. So kommt dann auch wieder die einfache Kräuterfrau zu Ehren, die die Heiltradition ihrer Familie bewahrt hat. Gerade von diesen bodenständigen Menschen lauschen wir gelernten Kräuterheilkundigen ja gern die Geheimnisse ab (auch hier hat Eunike Grahofer – s. u.-  zwei schöne Bücher herausgebracht).

So pack ich mal eben schnell meine Vorurteile wieder ein, denn die blumigen Bezeichnungen sagen ja nichts über deren Träger und alles, was ich dann vielleicht noch zulassen darf, ist der deutliche Anstieg meines Blutdruckes ob des verschwenderischen Umganges mit neuen irreführenden Wortschöpfungen.

Zurück zu einem neuen und wie ich zugeben muss, sehr gutem Buch einer Kräuterpädagogin, mit fundiertem Wissen im Stil der Gundermannschule:

 

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Hausmittel im Jahreskreis

 

Das Büchlein ist aus dem „freya-Verlag“ in Österreich, was ja an sich schon ein Qualitätsversprechen ist. Eunike Grahofer setzt damit eine kleine handliche und preiswerte Buchreihe fort, die optisch schön aufgemacht ist und als eine der wenigen Neuerscheinungen auch neue Rezepte bringt. Und zu meiner allergrößten Freude und damit zurück zum Thema meiner Überschrift: Ein Knospensalz!

Eunike sammelt im Februar Knospen, die sich mit denen aus Künzles Knospenkur nahezu decken: dornige Büsche wie Schlehe, Weißdorn und Rose, sowie essbare Bäume (Birke, Linde, Apfelbaum) und natürlich die potente schwarze Johannisbeere. Das Ganze verreibt sie zu einem Salz, das über das Jahr noch andere Kräuter hinzubekommt. Geballter geht Gesundheit nicht. Wer allein das „Vitalsalz“ kennt, das nur aus Brennnesselsamen gemacht wird, der dürfte ahnen, was in diesem Salz steckt. Ich finde die Idee so klasse, weil es eine natürliche Möglichkeit ist, die Knospenwirkstoffe zu konservieren und das ganze Jahr davon zu profitieren.

Ich habe Salz mit Knospen noch nicht ausprobiert. Manchmal verreibe ich Zucker mit Knospen. Zum Beispiel mit denen der Vogelbeere, weil das wie Marzipan schmeckt. Allerdings verschwindet der Marzipangeschmack allmählich, man sollte ihn schnell verbrauchen. Oder ich nehme Birkenzucker (den Guten aus Finnland, den „Xucker„, nicht irgendso ein Zeug aus Genmais) und verreibe mit Eberesche oder Salbei zum Zahnputzmittel. Durch den Birkenzucker (der maximal Bruchteile von Birken enthält) ist das Ganze höchst gesund und zahnfreundlich. Wer es noch über sich bringt und eine viertel Stunde Ölziehen mit Kokosöl  anfügt, der macht der Karies den Garaus. Es sollen sich sogar Löcher wieder remineralisiert und geschlossen haben. Zu Letzterem liegen mir aber keine Erfahrungen vor.

Eunikes Büchlein hat in meinen Augen nur einen Wermutstropfen, der aber gleichzeitig ein Vorteil ist: Es ist dünn und hat nur  1 – 4 Rezepte pro Monat. Mir ist das ein bisschen zu wenig Info. Aber für jeden, der immer mal „was mit Kräutern“ machen wollte und sich nie ran traute, ein wahrer Segen. Er wird hier wirklich an die Hand genommen und mit einfachen Schritten an die Sache herangeführt. So steht in jedem Monat, was man denn tun könnte. In Bezug zum Knospensalz z. B. findet sich regelmässig der nächste Vorschlag zur Ergänzung und man bekommt eben nicht das tausendste Rezept zum Bärlauchpesto vorgesetzt, sondern erfährt wirklich Neues. Das macht Lust! Auch erfahrenen Kräuterhexen, die sich mit ihren „das-muss-ich-unbedingt-noch-machen“ – Plänen gern unter Druck setzen. Also eine glatte Empfehlung von mir! Mit einem Preis von 7,90 Euro auch für den schmalen Geldbeutel erschwinglich.

Soo… ich muss dann mal eben raus… die Ernte retten. Die Stadtgarten- und Friedhofsämter lassen die Baumpfleger los und mit ein wenig Glück kann ich noch den Schnitt der Balsampappeln erhaschen. Wer welche in der Nähe weiß: Schlagt zu! Neben der schwarzen Johannisbeere ist die Balsampappel die Königin der Knospe. Kostbar in jeder Beziehung und leider heutzutage sehr selten geworden…

Was tun, wenn ihr welche gefunden habt? Trocknen, Tinktur, Öl…

Ich nehme gern das Öl, da die Balsampappel (Nomen est Omen) ein wahres Balsam für die Haut ist. Sie soll schon in der Bibel genannt sein… Gourmets bevorzugen sie feingerieben in Süßspeisen. Seid ein bisschen experimentierfreudig! Das heute vorgestellte Buch sollte euch wirklich Appetit machen können!

Ende Oktober… (2015)

Kaum geschrieben, muss ich die Überschrift auch schon wieder einschränken. Das Langeweile nicht aufkommen kann, gilt natürlich nicht für jeden. Ich weiß meine Werkstattpausen zu nutzen, meine Vierbeiner tun ihren Unmut über den Hausarrest allerdings deutlich kund:

 

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So! Korb zerlegt, Blumen umgetopft, Gardinen abgenommen…

 

Das bietet doch Raum für Tierpsychologen! Zu seiner Ehrenrettung muss ich aber sagen: Er ist ein Rattler. Die passen auf. Und wenn da nun mal einer am Fenster vorbeigeht und man von kleiner Statur ist, muss man halt aufs Fensterbrett und da Remmidemmi machen. Logisch. Dieser komische Korb war ein sentimentales Erinnerungsstück an die Schuljahre der Kinder und zeigte längst erhebliche Gebrauchsspuren, auch der gehört ersetzt. Für den Notfall halten wir aber etwas Tesaband parat, dann kann man das alles schön wieder flicken…

 

Ja, er hat ja Recht. Auch wenn man zu Hause ist, sollte man regelmässig an die frische Luft. Und irgendwo hab ich gelesen, dass Hundehalter gesünder leben würden, WEIL sie ja notgedrungen jeden Tag ein paar Mal für ein paar Minuten an die frische Luft müssen.

Also schnapp ich mir die Vierbeiner, von denen eigentlich nur einer an die Frischluft möchte und gehe wieder in der „Homezone“ spazieren.

 

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Magische Momente im Wald

 

Im Fichtenwald ist die Luft angenehm würzig. Eigentlich gehört er ja gar nicht hierher, der Wald. Deutschland hatte ursprünglich ausgedehnte Buchenwälder, die allerdings den Reparationskosten zum Opfer fielen. Später wurden schnellwachsende Fichten für schnellwachsende Gewinne gepflanzt. Natürlich sind solche Monokulturen viel anfälliger und auch nicht so artenreich. Aber ich genieße das besondere Aroma der Nadelbäume. Und auch wenn es jetzt nicht unbedingt die Zeit für Fichtenspitzensirup, Tannenlikörchen  und Fichtenlutschbonbons gegen Erkältung ist, so sammle ich doch ein paar Ästchen. Sie werden später in Erkältungs-Badekugeln und –pralinen ihre Verwendung finden. In meinem Körbchen landen auch Zapfen und ein bisschen Eichenrinde. Erstere für Deko, letztere für Likörchen.

Ich schaue auch nach „Räucherbarem„. Fichtennadeln sind schon mal kein schlechter Anfang. Auch das hier und da austretende Harz bietet sich an. Wenn es etwa zweijährig ist, klebt es nicht mehr so und kann wie Kaugummi gekaut werden. Dabei desinfiziert es den Mundraum. In Erkältungszeiten nicht verkehrt.

Wieder zu Hause (und zumindest EIN Hund hat noch lange nicht genug), breite ich meine Funde zum Trocknen aus. Ich hatte Glück und noch einige Vogelbeeren gefunden. Glück deswegen, weil eben wegen der Art des „Knickens“ hierzulande die Eberesche kaum noch zum Fruchten kommt.
Vogelbeerlikör ist einer der edelsten überhaupt. Auch die Vogelbeere darf gern ein bisschen Frost bekommen, das verfeinert den Geschmack (manche empfehlen 1 – 6 Monate im Froster). Roh ist sie leicht giftig. Gekocht (Gelee) oder getrocknet sind die unbekömmlichen Stoffe nicht mehr enthalten. Daher sind Vogelbeeren ebenfalls für Früchtetee und auch (wie die Schlehe) als Trauerspeise geeignet. 4-5 Vogelbeeren am Tag, decken den Vitamin C – Bedarf im Winter. Gelee oder Mus helfen gegen Frühjahrsmüdigkeit und bei der Erkältungsvorbeugung. Vogelbeeren haben den höchsten Vitamin C – Gehalt aller Früchte (hier streiten sich die Geister, Platz 1 wird stark von Sanddorn und Hagebutte umkämpft, die Vogelbeere hält da aber leicht mit. Wer ganz oben ist, wechselt je nach Literatur und Autor regelmässig). Die Eberesche wird auch gegen Durchfall, bei Stoffwechselleiden und als Lungenheilmittel genutzt.

Meinen Tipp, 4 -5 getrocknete Vogelbeeren als Erkältungvorbeugung über die Wintermonate zu verzehren, wird schon von vielen erfolgreich umgesetzt (nur von mir nicht so regelmäßig – Asche auf mein Haupt). Ich glaube, ich habe das mal bei Gisula Tscharner gelesen, deren Bücher auch zu meinen Favoriten gehören. Also zu der Sorte, wo ich zwei von habe: eins zum Lesen und ganz ganz vielleicht auch mal Verborgen und eins zum „Für-gut-aufheben“.

 

Und weil Vogelbeeren in Kombinationen so lecker sind (solo etwas fad…), hinterlass ich euch auch noch ein Rezept, dass ich von der „Stipa“ habe:

Vogelbeer-Kürbis-Chutney
Vogelbeeren und in kleine Würfel geschnittenen Hokkaido-Kürbis zu gleichen Teilen vorbereiten. Die Kürbiswürfel samt Rohrzucker (~5 T. Kürbis, 1 T. Zucker) in sehr wenig Wasser und Essig (~1:2) sowie Salz, Senfkörner, grüne Pfefferkörner, Chilli, Knoblauch, Ingwer und Garam masala weichkochen (Deckel drauf). Vogelbeeren dazu geben und unter ständigem Rühren zu einer leicht dicklichen Konsistenz einkochen.
Gebt dem Chutney ein paar Wochen zur Reife, dann schmeckt es noch besser!

Die Gewürze nehmt ihr nach Geschmack. Ich bin nicht so ein Chillifan und nehme nicht soviel davon. Ingwer, wenn frisch, darf dagegen etwas vorschmecken.

Natürlich ist das Chutney genauso gesund, wie alles andere von der Vogelbeere, auch die Likörchen…  ;-)

 

Nein, ich bin keine Alkoholikerin, bei mir geht es, frei nach Paracelsus, immer um die richtige Dosis. Wer auf Alkohol verzichten will oder muss, kann natürlich zu Sirup, Gelee, Tiefgekühltem oder Getrocknetem greifen. So kann man mit ein paar Vogelbeeren auch einen Apfelsaft verfeinern, oder einen Früchtetee. Die Konservierung über Alkohol hat den Vorteil, dass man keine Vitamine „wegkocht“. Jedem nach seinem Gusto. Und so ein Likörchen kommt bei mir eben nur zu besonderen Gelegenheiten auf den Tisch. Damit würdigt man die „Lebensstoffe“ mit mehr Aufmerksamkeit. Könnte man natürlich auch bei normalen Mahlzeiten tun, geht in unserer hektischen Gesellschaft aber meist unter. Mein Likörchen ist meine Muße…

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