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Archive for August 2010

Meine Erfahrungen mit dem dänischen „Bjesk“ haben mich unruhig gemacht. So ein einfaches Rezept wird dermaßen geschätzt. Normaler Weise ist das ja nicht so. Was umsonst oder preiswert zu bekommen ist, sinkt in unserer Gunst. Nun, davor bin ich scheinbar auch nicht gefeit.

Ich bin also noch einmal tiefer in die Materie „Lebenselixier“ eingestiegen:

Lebenselixiere wurden in allen Hochkulturen seit Menschengedenken verwandt. Den islamischen Nationen ist das Aufblühen der Alchemie zu verdanken. Die alchemistischen Lehren kamen mit den Rückkehrern der Kreuzzüge schließlich nach Europa. Dieses Wissen stärkte das Apothekerwesen, das sich damit der Gunst der herrschenden Klasse versichern konnte.

Elixiere sind Pflanzenzubereitungen (manchmal mit Metallen oder Tierprodukten). Damit unterscheiden Sie sich noch nicht wesentlich von einfachen Tinkturen. Es ist der Herstellungsprozess, der ein Elixier ausmacht. Meist wird alchemistisch, bzw. spagyrisch gearbeitet. Der Begriff „Elixier“ ist schon von jeher etwas geheimnisumwoben.

Die Anforderungen an ein Lebenselixier sind hoch: Es muss eine große Bandbreite zur Behandlung von Krankheiten, speziell altersbedingten, vorweisen. Die Zutaten müssen aufeinander abgestimmt sein und dürfen auch bei langfristiger Einnahme nicht nachteilig wirken.

Einfache Lebenselixiere sind z. B. Aquavite. Von „Aqua Vitae“ = Lebenswasser. Hier werden Kräuter, meist Dill und Kümmel, als Zutaten in der Herstellung von Schnaps verwendet. Dill und Kümmel weisen auf die Hauptwirkrichtung hin: Die Verdauung.

F.X. Mayr behauptet: „Die Gesundheit liegt im Darm!“ Und wenn Sie die aktuelle Fernsehwerbung verfolgen, dann wissen Sie ja auch, wie Sie Ihre Verdauung endlich „in Schwung“ bringen.

Es geht aber nicht nur um die Verdauung. Vor allem Bittermittel werden in Lebenselixieren verwandt. Die haben natürlich eine sehr verdauungsanregende Wirkung. Gleichzeitig stützen sie aber das Herz und den Kreislauf und regen die Energie an. Bittermittel wirken somit wirklich verjüngend und lebensverlängernd.

Müsste es in der heutigen „Anti-Aging“ Kultur nicht geradezu einen „Run“ auf solche Elixiere geben?

Das ist, wie alles, der Mode unterworfen. Auch der legendäre Klosterfrau-Melissengeist ist ein Lebenselixier, das noch vor einigen Jahrzehnten gut, ja zu gut, genutzt wurde. Manche brave Hausfrau war regelrecht alkoholabhängig geworden. Klosterfrau verzeichnete damals einen herben Umsatzrückgang. Es ist eben wie überall das Maß der Dinge. Wir wollen dem Melissengeist aber nicht Unrecht tun. Medikamentenmissbrauch gibt es auch in der Pflanzenheilkunde. Nicht alle Medizinalweine wurden im Krankheitsfalle getrunken und der Mensch lebt oft nach dem Motto: Viel hilft viel… Bei mir steht er jedenfalls nach wie vor im Schrank (Der Melissengeist – nicht der Mensch!). Ich bevorzuge dabei aber den Melissengeist von Weleda, eben der anderen Zubereitung wegen. Wer sich ein wenig mit alchemistischen Prozessen auskennt, der weiß, dass man versucht, durch unterschiedlichste Behandlung der Pflanzen den „Geist“ (damit ist nicht unbedingt was Stoffliches gemeint) und alle brauchbaren Inhaltsstoffe herauszulösen. Es wird verascht, vergoren…

Im Melissengeist (zumindest von Weleda) wird dabei mit den Ingredienzen wieder eine völlig neue Pflanze erschaffen. Sie wird aus den verschiedenen Teilen verschiedener Kräuter gebildet. Von Wurzel, Blüte, Blatt und Samen, alles ist in diesem Melissengeist.

Majoran – Fotografiert von Christiane Herrmann

Auch Majoran ist Bestandteil vieler Lebenselixiere


Die Werbung heute will uns klarmachen, dass der Alterungsprozess hauptsächlich mit den „freien Radikalen“ zu tun hat, vor denen wir uns schützen müssen. Eine recht einseitige Sicht. Aber einfacher zu verkaufen.

Ein wenig Terrain haben sich die Lebenselixiere mit dem „Schwedenbitter“ zurückerobert, aber so richtig weiß niemand mit ihm umzugehen.

Das „Wasser der Königin von Ungarn“ ist z. B gar nicht so schwer herzustellen, 4 Zutaten aus dem Kräutergarten (vor allem Rosen), die ausziehen und später noch destilliert werden. Man nutzte es, wenn der Altersunterschied zwischen den Paaren recht groß war. Nun – wir wollen mal annehmen, dass dieses Wässerlein jünger macht, um den Ausgleich zu schaffen und nicht den jüngeren Partner älter. Aber meines Wissens hatte die Namensgeberin dieses Elixiers eine Vorliebe für jüngere Herren. Eine etwas andere Art der „Frischzellenkur“.

Noch einfacher ist eine „Frenette„. Genaugenommen wird da nur Esche in Weißwein ausgezogen (Blätter, Samen Rinde). Man sagt den Verwendern eine Lebensspanne von über 100 Jahren nach. Früher war die Frenette in ganz Europa gebräuchlich, hat sich aber dann nach Frankreich zurückgezogen.

Sind diese Lebenselixiere wirklich so gut? – Ich sags Ihnen in 100 Jahren! 😉

Wenn wir uns die Zutaten näher betrachten, fallen natürlich die Bittermittel auf, die an sich schon ein Tonikum sind. Gerade Ältere sollten regelmässig welche zu sich nehmen. Aber wer macht das schon? Wir kriegen das große Zittern ja immer erst im Notfall und sorgen wenig vor. Außerdem gaukelt uns die Werbung erfolgreich vor, dass wir mit Yoghurt und den richtigen Cremes prima über die Runden kommen. Manch einer wird sich stolz auf die Brust klopfen und auf seine Sportlichkeit oder gesunde Lebensweise hinweisen…

Mehr brauchen wir nicht? – Ich fürchte, das gehört zu diesen berühmten „Irrtümern“ die sich über Generationen halten. Um Gesund zu bleiben braucht der Mensch noch ganz andere Dinge und die sogar vorrangig.

15 Faktoren  für Gesundheit – nach Grossarth-Maticek

• Gute erbliche Voraussetzung (4,6%)

• Gesunde Ernährung (1,4%)

• Regelmäßige Bewegung (0,7%)

• Kein Suchtverhalten (1,1%)

• Gute soziale Integration (2,4%)

• Erholsamer Schlaf (3,9%)

• Positive Eigenaktivität (3,4%)

• Starke Lebenstendenz (4,7%)

• Ausgeprägte Autonomie (4,4%)

• Wohlbefinden und Lust (3,9%)

• Befriedigung wichtiger Bedürfnisse (1,1%)

• Glaube an höhere (göttliche) Mächte (12%)

• Kompetenzgefühl (1,9%)

• Ausgeprägter Selbstschutz (3,2%)

• Positive Anregungen (1,6%)

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Na? Haben Sie auch erst einmal mit dem Kopf geschüttelt? Ernährung und Sport haben so wenig Einfluss? Ja, auch hier sollte man ganzheitlich denken. Es gibt genug unter uns, die biologisch-vollwertig-einwandfrei essen und trotzdem krank sind. Und was ist auf dem Vormarsch? Psychische Krankheiten, Burn Outs… dafür finde ich wirklich einige Argumente in den obigen Faktoren…

Mal ganz knapp gesagt (die Psychologen mögen mir verzeihen): Wer mit sich und der Welt zufrieden ist, der hat beste Voraussetzungen, auch wenn er Sport nicht ganz so regelmässig treibt und doch hin- und wieder Chips und Schokolade killt. Das Maß der Dinge, wie überall.

Wozu dann noch Lebenselixiere? Aus Erfahrung weiß ich halt, dass Kräuter nicht nur körperlich, sondern auch psychisch unterstützen. Das Körper und Psyche sich gegenseitig beeinflussen dürfte heutzutage ja wirklich keiner mehr bestreiten. Kräuter können sicherlich keinen der obigen Punkte ersetzen, aber doch die eine oder andere körperliche Fehlentwicklung im Ansatz verhindern. Wenn der Mensch sein Fehlverhalten allerdings nicht abstellt, kann kein Kraut der Welt auf Dauer alles richten.

Lebenselixiere… das sind nicht nur „stoffliche“ Pflanzenauszüge. Man versucht den „Geist“ der Pflanze herauszulösen, irgendetwas, dass die heutige Wissenschaft noch nicht so recht fassen kann. Homöopathie lässt sich auch noch nicht wissenschaftlich fassen, mit Betonung auf „noch nicht“, aber jeder, der eine ernste Krankheit damit überwunden hat, braucht keine Beweise.

Ich glaube, es wird Zeit, dass wir diese Elixiere wieder entdecken. Die Rezepturen sind natürlich nicht mit modernen Mitteln erforscht und werden es, ob des Aufwands, auch nie sein (es sei denn, eine Handvoll fleißiger Anwender trifft sich in 100 Jahren zum Kaffeekränzchen – dass würde das Interesse der Pharma locken), aber man sollte sich nicht zu dem Vorurteil hinreissen lassen, dass unsere Ahnen mangels Abitur dumm waren. Sie lernten durch Beobachten. Natürlich gab es die eine oder andere Fehlinterpretation, aber davor sind wir heute auch nicht sicher. Vieles, was früher als Aberglauben abgetan wurde, hat mittlerweile einen ernsten, nachweisbaren Hintergrund bekommen.

Ich habe das wunderbare Potential von Kräutern und auch von verschiedenen Zubereitungsmethoden kennengelernt und werde mich den klassischen Lebenselixieren mehr widmen. Ich glaube, das das sehr spannend wird. Es gibt auch moderne Rezepturen, u. a. vom genialen Max Amann entwickelt. Experimentierfreudige bekommen das vielleicht auch homöopathisch hin.

Wer irgendwelche Erfahrungen hat, mit bewährten Familienrezepten gleich welcher Art, kann sie mir gern mitteilen.

Wer mehr über Lebenselixiere wissen möchte, kann sich am 22.11.10 in der VHS Jevenstedt informieren und eines mit mir herstellen.

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Vor etwa 10 Tagen bin ich aus dem Sommerurlaub direkt in den Herbst geraten. Man kann ihn riechen und kann ihn spüren. Eigentlich mag ich den Herbst, ich liebe die bunten Farben, das Ernten, die Gerüche, Pilze… Beeren…, ja ich mag den Herbst…

Aber bei uns zeigt sich der Herbst von der kalten Seite. Die Pflanzen legen nicht ihr prächtiges Herbstkleid an, sondern vergammeln, wie im schlimmsten November, es ist klamm und nass und gestern Nacht stürmte es derart, dass ich nochmal ums Haus ging und mich vergewisserte, dass nichts weggeweht oder umgeworfen werden konnte.

So muss Herbst aussehen…

Gestern Nacht also, rasten die Sturmwolken am Vollmond vorbei, der Wind heulte um mein Häuschen und ließ all die gemeinen Gruselbilderfilme in meinem Kopfkino entstehen. Nein, nein… so ein Wetter gehört definitiv in den November, obwohl ich zugeben muss, als Nordlicht sowieso nicht sonnenverwöhnt zu sein.

Wir gingen tags zuvor noch in den Wald, nur um mal zu schauen, ob es nicht irgendetwas „Erntbares“ gibt. Meinen wunderschönen Knick hat der Dorfvater leider gänzlich kappen lassen. Vor ein paar Tagen erst. Sünde… Aber wir haben eine Baustelle und fette Umleitung im Dorf und da muss man den Stahlrössern zu ihrem Recht auf ungehinderte Fahrt verhelfen und knickt mal eben das Grün rechts und links. Mit ihm aber auch Beeren, Ebereschen, Schlehen… eben alles, was im Herbst Bauch und Vorrat füllt… es sieht furchtbar aus!

Im Wald ist es nicht wirklich besser, nass, klamm… gammelig. Es schauen ein paar schüchterne Pilzköpfchen, die ich aber ob der Herrscharen von Schnecken, die sich an ihnen gütlich tun, an ihrem Platz belasse. Moskitos begleiten summend und blutgierig die Suche.

Selbst in meinem Garten ist es tot. Die Zucchini gammeln weg, bevor sie ohne Brille erkennbar sind. Von meinen im Frühjahr reichblühenden Obstbäumen trägt nicht einer. Scheinbar bin ich nicht allein betroffen. Ähnliche Klagen hab ich auch schon von Freunden gehört. Es scheint nichts wirklich zu reifen. Einige Bauern in der Umgebung fahren trotz schlechter Witterung das spärlich vorhandene Korn ein. Da kann doch nichts Gutes draus werden.

Das Angebot im Supermarkt, Obst und Gemüse betreffend, ist mau. Zynisch bemerke ich, dass das sicherlich mit dem allgegenwärtigen Maisanbau für die Biogasanlagen zu tun hat. Selbst da wage ich nicht mal ein Kölbchen zu klauen, wie man es vielleicht früher mal als Kind gemacht hat, da dieser angeblich mit ein paar chemischen Zusätzen aufgepeppt wird, um später auch ordentlich zu gasen. Wir verbrennen Lebensmittel! Schon das schnürt mir irgendwie den Hals zu.

Mir fällt ein, dass im Schutzgebiet eine wilde Pflaume stand, die hatte mir im letzten Jahr noch zu wunderbarer Konfitüre verholfen. Wir fahren hin, nur um festzustellen, dass sie abgeholzt wurde… vielleicht störte das Fallobst und die damit verbundenen schwirrenden Insekten Jäger oder Angler…

Ja, da steh ich nun dumm da. Nicht nur, das mir irgendwie frisches Obst und Gemüse fehlt – ich wüsste auch nicht wohin und wofür ich Kräuterwanderungen im Herbst machen sollte?

Als eingefleischte Kräuterhexe, wenn ich so richtig 100 % wäre und nur von Wildgemüse leben würde, müsste ich jetzt verhungern…

Der Sturm letzte Nacht hat mir tatsächlich ein paar Bäume schon herbstlich entlaubt. Ich muss nachher Blätter harken gehen…

Oh mann, ich bin genauso geknickt, wie mein Knick… wir werden uns mal zusammen die Wunden lecken. Ich hab ein paar notreife Brombeeren probiert… bäääh… der Geschmack ist weggeregnet. Ich hoffe auf eine gute Holunderbeeren- und Schlehenernte. Vogelbeeren gibt es dieses Jahr so gut wie gar nicht.

Ein blöder Herbst für Kräuterhexen… wie siehts in anderen Bundesländern aus? Lohnt es sich, mal jemanden zu besuchen?

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Tja, heute bin ich mal ziemlich weg vom Kräuterthema, aber mich regt diese Google – Diskussion ein wenig auf. Ich muss zugeben, dass ich selbst gern „Streetview“ benutze, um mal in fremden Ländern „spazieren zu gehen“, oder mir mal anschau, wo ich demnächst Urlaub machen möchte. Vom Rechner aus  die Welt erkunden. Ich finds stark.

Nun fühlen sich die ersten irgendwie unwohl, ihr Eigenheim für alle sichtbar zu machen. Natürlich wir Deutschen, die Datenschützer der Welt…

Ich weiß nicht recht. Da gehen und fahren jeden Tag viele Menschen an meinem Grundstück vorbei, die sehen das auch. Solange Google das zeigt, was jeder vorbeiziehende sehen kann, finde ich persönlich das nicht schlimm. Da ist die Sicht von oben ja irgendwie schon viel privater…

Nun, solche Dinge sind Ansichtssache. Trotzdem wird sich hier an absolut falscher Stelle aufgeregt. Google nimmt nämlich nur die Straßenansichten. Wir werden längst viel exakter bespitzelt, vermessen und preisgegeben. Ja sogar Wärmebilder unserer Häuser werden erstellt. Hier hat der Staat seine geldgierigen Finger drin.

Hat sich da schon mal jemand drüber aufgeregt? Wohl kaum. Der Volkeszorn wird auf Google gerichtet, damit man mit den genaueren Daten schnell mal unbemerkt einen Reibach machen kann.

Die Wärmemessungen können z. B. Handwerksbetriebe einsehen und haben damit eine staatlich gelieferte Datei potentieller Kunden. Auch Banken könnten reagieren und dem Hausbesitzer schnell mal die Vorteile von Solarstrom deutlich machen. Die Politiker freuen sich über den so gepushten „Aufschwung“ in den Auftragsbüchern des Handwerks…

Einige Telefonauskünfte liefern auch gleich Rundumansichten des Teilnehmers mit…

Ja, sogar wo ich welche Automarken bzw. Modelle gehäuft finde, lässt sich abfragen. Wen es interessiert, der kann Haus und Gebäude seines Nachbarn  zentimetergenau vermessen bekommen…

Also wirklich: All das bietet Google nicht. Aber staatliche Institutionen. Genau die, die uns arme Bürger unterstützen, doch mal gegen Google mobil zu machen, diese bösen Datenverwerter, die nicht mal anständige Formulare zum Widerspruch anbieten.

Man kann nach wie vor geteilter Meinung sein, ob eine Straßenansicht dem Datenschutz unterliegen sollte, oder nicht. Ja, ich finde es auch richtig, dass der Einzelne dem widersprechen kann. Aber die große Schweinerei kommt nicht von Google. Unsere Daten sind längst woanders. Genauer, persönlicher, peinlicher und ebenso öffentlich. Und da hat uns keiner gefragt. Wir werden einfach mal eben ausgewertet…

Wer es genauer wissen möchte, der kann sich hier nochmal belesen:


http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//beschattung-von-oben.html

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Gestern hab ich Dorfpflanze mal ein Großstadtluft geschnuppert und war in Hamburg shoppen. Leider muss ich sagen, dass die Vielfalt käuflicher Güter in meinem Umfeld ziemlich abnimmt. Die Städtchen rundrum, ja sogar unsere Landeshauptstadt strotzen vor Mobilfunkläden und Billigketten, aber kleine, feine Läden, Boutiquen oder Ähnliches sind echt rar… wenn man wirklich mal eine findet, hat die so ein begrenztes Sortiment (tut mir leid, ihre Schuhgröße können wir nicht ordern, die hat ja keiner – Männerschuhe Gr. 40 in Hohenwestedt) oder muss mal eben noch das Alte an die Frau bringen (Gerry Weber? Ja, da haben wir was… diesen Artikel da im Prospekt, nein, haben wir nicht geordert – zwei kleine Boutiquen in Travemünde). In Travemünde hab ich tatsächlich das Komplettprogramm der letzten 5 Jahre gefunden, wer also ein gutes altes Stück nochmal ersetzen will, wird da vielleicht fündig.

Es ist leider so… das mag an der wirtschaftlichen Situation liegen. Ich liebe z. B. Ecco-Schuhe. Aber für die wirklichen guten Modelle muss ich mal eben über die dänische Grenze, nach Sylt oder an den Timmendorfer Strand…

Sylt kostet Eintritt (Bahnfahrkarte), Timmendorfer Strand kostet Parkbonus (8,– Euro die Stunde), da ist Hamburg immer noch eine gute Alternative.

Also ab in die nächsten Shops. Ich liebe z. B. auch die Wäsche von Calida. Obwohl ich zugeben muss, dass sie nach 10 Jahren Dauertragen doch merklich nachlässt. Calida hat tolle neue Modelle im Programm… Baumwolle/Modalmischung. Nun, ich kann so gar nicht mit Kunstfaser. Darin schwitze ich und fühl mich unangenehm. Und mit Modal ist das so eine Sache. Als ich noch jung und knackig war, hieß es, Modal sei auch natürlich, ähnlich der Viskose, die, wie hoffentlich doch die meisten wissen, aus Holz ist…

Gut Viskose kann ich gut tragen, ist sehr angenehm. Modal hingegen: ich war mal wieder skeptisch… als ich hier in Hedwig-Holzbein ein paar „Fachverkäuferinnen“ nach Modal fragte, antworteten sie mir eifrig, dass es eben „Synthetik“ und „Polyester“ sei.

Oder sie zuckten schlicht und ergreifend mit den Schultern….

Nun ja… in Krisenzeiten ist wohl auch Fachpersonal rar…

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Gestern stand ich also vor der Calidawäsche und las u. A. „Modal“. Das Material fühlte sich wirklich angenehm an, also fragte ich allen negativen Erfahrungen zum Trotz doch noch einmal die Fachverkäuferin. Ja, ich merkte gleich, dass ich in einer Großstadt war: „Modal ist eine natürliche Mikrofaser“, erklärte sie mir freundlich. Ich stutzte, dachte erst, sie hätte sich versprochen. „Unser Modal wird aus Buche gemacht. Es ist also eigentlich eine natürliche Faser“, ergänzte sie weiter. Aha!

Heute bin ich schlauer. Modal hat scheinbar wirklich meist Buchenholz als Ausgangsstoff. Das wird nun so behandelt, dass es tatsächlich eine Mikrofaser ergibt. Eine Kunstfaser also, aber natürlichen Ursprungs.

Ich hab mir die Wäsche mitgenommen. Und nach den ersten Trageversuchen kann ich nur sagen: trägt sich super! Ich weiß nicht, wie sehr die Buche „behandelt“ wird, um zur Faser zu werden, aber das Tragegefühl ist wirklich gut. Gleicht zumindest den Naturfaserstoffen, die ich habe.

Ich trage jetzt also einen Buchenwald… (einen ganz, ganz kleinen).

angenehm auf der Haut, allerdings nur in „Mikro-Form“ – die Buche


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Ja, da bin ich wieder. Nach gefühlten 4 Wochen Spontanurlaub bei unseren dänischen Nachbarn. Es wäre kein Kräuterhexenurlaub, wenn ich nicht auch nach Rezepten und Geheimnissen gespürt hätte…

Tatsächlich gab es in dem kleinen Örtchen ein Minimuseum, wo auch über die örtliche Kräuterfrau Signe Hansen berichtet wurde. Diese wiederum versorgte das Gebiet mit dem köstlichen und gesunden „Bjesk„, was eigentlich nichts anderes heißt, als „Kräuterschnaps“. So gibt es DEN „Bjesk“ eigentlich gar nicht. Das musste ich am eigenen Hexenleibe erfahren, als ich, gewappnet mit einer Flasche „Bröndums Aquavit“, in dem kleinen Museum stand. Für die Originalrezeptur darf man nämlich nur den örtlichen Aquavit benutzen…

So… den hatte ich also und wurde nun von einer freundlichen Mitarbeiterin in die kleine Hexenküche geführt… oh welche Qual!!!

Da standen fein säuberlich in Reih und Glied die Grundessenzen des „Bjesk“ der letzen 10 Jahre… und jede Rezeptur anders… ich durfte mir nun EINE aussuchen…

Endlich… mein eigener „Bjesk“

Nun, ich nahm die diesjährige. Schon allein deswegen, weil mir die Angestellte versicherte, in ihr wäre ein hoher Anteil Gagelstrauch enthalten. In deutschen Kräuterbüchern wird der Gagelstrauch als „giftig“ geführt. In Skandinavien wird er immer noch genutzt. Ich denke, auch hier macht die  Dosis das Gift. Selbst Waldmeister soll man ja nun nicht im Übermaß zu sich nehmen und der Gagelstrauch kann ebenso schweres Schädelbrummen verursachen. Wie ganz normaler Alkohol im Übrigen auch.

Der Gagelstrauch steht bei uns übrigens unter Naturschutz. Wer ihn hier ernten möchte, der gehe ins Schutzgebiet, kurz nachdem dort die Wegränder gemäht wurden (da liegt er dann rum), kaufe ihn im Kräuterhandel, oder besuche unsere dänischen Nachbarn.

Bjesk war ursprünglich als Heilmittel gedacht. Heutzutage erfreut er den Gaumen. Schon allein der Schnaps, ein Aquavit eben  (Aquavit = Lebenswasser), soll an sich der Gesundheit sehr förderlich sein. Normaler Weise finden sich hier schon Kümmel und/oder Dill in der Rezeptur, manche nehmen auch noch mehr Kräuter. Das ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich.

In diesem Schnaps werden die Kräuter angesetzt. Der Hirtshalser Bjesk aus 2010 ist eine Mischung aus Wacholder, Heidekraut und Gagelstrauch. Wer den Gagelstrauch noch nicht kennt, sollte einmal dran schnuppern: so etwas Aromatisches hab ich noch nicht wieder unter das Näslein bekommen.

Gagelstrauch wurde früher zur Beruhigung und Schmerzstillung eingesetzt. Es ist zu vermuten, dass er in höherer Dosis auch berauschende Wirkung hat. Leider ist nicht viel überliefert. In Deutschland schon gar nicht. Uns Deutschen ist der Zugang zu altem Wissen ja verwehrt. Darum weiche ich gern auf Nachbarländer aus.

Wer Gagel (auf ausdrücklich legalem Wege, wie z. B. oben beschrieben) bekommen hat, kann ihn auch räuchern oder in ein Potpourri nehmen. Ja, ich wage zu behaupten, rein vom Geruch her, kann er als „deutscher Weihrauch“ durchgehen.

Aus welchen Ingredienzen nun speziell der Bröndums Schnaps gebraut wurde, hab ich noch nicht herausbekommen. Vielleicht hat jemand genug Dänischkenntnisse, mir hier weiterzuhelfen.

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Mich hat besonders verwundert, das ein wirklich ganz einfacher Kräuterschnaps, aus dem spärlichen Kräuterangebot der Küstenflora, so ein Renner ist. Ich war definitiv nicht die einzige, die sich ihre Portion aus dem Museum holte. Die genaue Rezeptur wurde mir nicht verraten. Einige Varianten sind aber auf der Seite http://www.visithirtshals.com/tyskland/de-de/menu/turist/inspiration/gastronomi/opskrifter/bjesk/bjesk.htm (auf Deutsch) zu finden.

Gagelstrauch – in Deutschland eine geschützte Pflanze (was sie nicht vorm Abgemäht werden schützt…)

Wenn ich mich nicht irre, war es Edward Bach, der „Entdecker“ der Bachblüten, der sagte: „Alles Geniale ist einfach“. Diesen Satz finde ich klasse. Und gerade im Umgang mit Kräutern erlebe ich das immer wieder. Oft hilft eine Tasse Kräutertee besser, als die über Wochen geschluckten Pillen, ein einfaches Mandelöl pflegt reicher und feiner, als eine Apothekencreme…. Wir schätzen scheinbar nur Dinge, die schwer zu haben und teuer sind. Dabei legt uns die Schöpfung alles zu Füßen. Ja und hier komme ich, als bekennende Heidin, doch mal mit einem Bibelzitat: „Siehe die Vöglein auf dem Felde…“

Naja, mit einem „Schöpfer“ an sich, hab ich gar nicht so die Probleme, eher mit dem Bodenpersonal. Aber das ist eine andere Geschichte…

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Ich glaube, ich sagte es schon mal: Ich bin den Soja-Produkten gegenüber recht skeptisch. Erst war es ein Bauchgefühl, dann hab ich einige negative Abhandlungen gelesen (die Sojabohne müsse erst stark bearbeitet werden, um essbar zu sein – Sojalecithin – der allgegenwärtige Lebensmittelemulgator werde aus toxischem Reinigungsschlamm gewonnen) und nun hab ich einen weiteren, sehr besorgniserregenden Text hierüber gefunden:

http://www.sylt-gesund-leben.de/texten/soja.htm

Wie gesagt, bei mir war es nur ein „Bauchgefühl“. Ich musste, da ich aus gesundheitlichen Gründen eine zeitlang keine Milch durfte, auf andere Produkte ausweichen. Ich nahm eine ganze Zeit Soja, aber irgendwie…

Naja, ich bin auf Hafer- und Reismilch ausgewichen. Die sind geschmacklich sogar um Längen besser. Neuerdings bietet die Firma Koelln auch Hafermilch an.

Ich verfolgte die Sojaberichterstattung immer im Hintergrund. Viel erfährt man nicht. Gestern las ich in einem Blog: „Was die Medien verteufeln, schau dir mal genau an, es ist wahrscheinlich gut. Was sie in den Himmel loben ist wahrscheinlich Käse“.

Tatsächlich mache ich diese Erfahrungen vermehrt auch. Der Blogschreiber ging sogar noch weiter und erklärte, er würde überhaupt keine Zeitungen mehr lesen, die echte Wahrheit bekäme man nur über Blogs heraus.

Sogar das würde ich unterstreichen, allerdings ist es recht schwierig, die „wahren“ und die „gesponnenen“ Nachrichten zu unterscheiden.

Aber genauso läuft es doch meist bei den großen Skandalen: Es wird jemand aufmerksam, behauptet etwas und wird dafür im leichtesten Fall belächelt und lächerlich gemacht, im schlimmsten Fall durch scheinbar respektable und kompetente Andersgläubige abgekanzelt, verklagt und per Rufmord beseitigt.

Normaler Weise dauert es recht lang, manchmal Generationen, um einen Skandal wirklich aufzudecken. Auch wenn es vielleicht nicht mal ein Skandal, sondern einfach „nur“ ein Gesundheitsirrtum ist.

Was bei mir immer sauer aufstößt: Wenn eine große Industrie da dran hängt. Da kannst du mit der Wahrheit so gut wie gar nicht durchkommen. Schauen Sie mal eben ins Badezimmer und gucken sie, welche Konservierungsmittel in Duschgel und Kosmetika sind. Ich tippe auf „Parabene“. Genau diese sind in Frankreich wegen Verdacht auf Brustkrebsförderung verboten worden. Würde das Verbot auch bei uns greifen, hätte so mancher Kosmetikhersteller ein fast nicht zu lösendes Geldproblem…  in der Regel wird sich für die Brieftasche entschieden, nicht für die Volksgesundheit.

Bei Soja hab ich also nur bruchstückhaft kritische Texte, Meinungen und Studien gefunden. Das Soja einen besser durch die Wechseljahre bringen soll, ist übrigens inzwischen auch durch mehrere Studien widerlegt worden.

Fakt ist, gesichert kann ich leider nicht behaupten, dass Soja eher krank macht… aber ich hab ein verdammt ungutes Gefühl. Darum meine Bitte:

Wer hier irgendetwas für mich hat: Texte, Studien, vielleicht eigene Erfahrungen: bitte an mich weiterleiten. Wenn gewünscht, gebe ich die Quelle auch nicht preis. Ich weiß nicht, ob ich auf diesem Weg wirklich genug zusammenbekomme, um rechtssicher behaupten zu dürfen, dass Soja nicht gesund ist… aber ich möchte vorrangig erst einmal eine genaue Info für mich.

Vielleicht sollten wir tatsächlich bei solchen Themen ein wenig mehr „netzwerken“, Gleichgesinnte, die sich untereinander informieren. Damit man uns kein X für ein U vormachen kann. Denn mir geht es schon längst wie o. g. Blogger: ich traue den Medien schon lange, lange nicht mehr…

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