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Archive for Juni 2011

Was mich angeht: hilf dir selbst und glaub nicht Alles!

Da mutiert so ein Rinderdarmbakterium mal eben zu einem menschlichen bis hin zur Sprossenbakterie. Denn selbst wenn sich die Keime auf den Sprossen befanden: Wie sind sie dort hingekommen? Der Sprossenbetrieb kann also allenfalls ein Verbreiter, aber nicht die Quelle sein.

Warum wird also dieser Biobetrieb als Verursacher angeprangert und man geht beruhigt in den Alltag zurück?

Weil EHEC langsam teuer wird. Eine Art wirtschaftliche Notwehr sozusagen.
Die ersten Bauern und Großhändler klagen, Angehörige sicher auch, die Krankenkassen wollen nicht die vollen Kosten übernehmen… Schon Letzteres ist ja wohl die Höhe… Wozu bin ich versichert, wenn nicht für den Notfall? Darf eine Kasse die Zahlung aufgrund zu hoher Kosten verweigern?

Somit stehen jetzt auch die Kliniken im Regen. Wie günstig, dass wir da einen Schuldigen haben. Der wird wohl ob der Forderung in Insolvenz gehen, aber wir haben jemanden, der die ganze Schuld trägt und unser Gewissen lässt uns wieder schlafen…

Warum sich seine Sprossen in Rinderkacke gewälzt haben, bleibt ein Rätsel. Aber nur nicht in der Scheisse rühren, es könnte ja was Unbequemes hochkommen.

Rinderfäkalien – wo haben wir die denn? Na zunächst einmal in der Landwirtschaft. Dem berühmten Misthaufen, den Güllefeldern…

Hier wird seit Jahrhunderten mit Rinderdung hantiert, aber so eine EHEC – Epidemie ist deswegen, so seltsam das anhand der neueren Berichterstattung auch scheint, wohl nie ausgebrochen.

Die Karte des EHEC – Verbreitung deckt sich aber erstaunlich gut mit der, der neuen Biogasanlagen. Norddeutschland verzeichnet da geradezu einen Bauboom. Allein mein Dörflein wird von etwa 12 Anlagen in die Mangel genommen und ein Bauende ist nicht abzusehen. Auf den Anbauflächen gedeiht nur noch Mais, was Bienen und Raubvögeln gar nicht bekommt und manch ein Knick wurde heimlich oder mit Sondergenehmigung unauffällig beseitigt.

Ich kanns den Bauern gar nicht mal verdenken, wenn sie sich ihr Einkommen so sichern. Und das tun sie gewiss, denn die Pacht für ein Hektar ist hier, bei äußerst mickrigen Bodenwerten, auf 800 – 1000 Euro im Jahr gestiegen. Ums doppelte etwa. Das kann sich der normale Landwirt gar nicht mehr leisten. Unsere Lebensmittel werden wir wohl zukünftig in noch größeren Mengen importieren müssen.

Schleswig-Holstein war früher für seine Rapsblüte berühmt. Ich hab den ersten Raps erst in NRW gesehen. Hier siehst du nur noch Mais, Mais, Mais…

Und damit natürlich auch Monsanto… denn „Roundup“ vorher macht den Boden gefügig.

Was hat Mais mit EHEC zu tun? Nun der Mais selbst wahrscheinlich soviel wie die Sprosse. Aber die Biogasbauern müssen, wie mir neulich einer verriet, ihr Maisgemisch mit 30 % Gülle aufpeppen. Da haben wir sie also, die Kacke…

Normaler Weise soll das Ganze dann wohl auch auf 70 Grad erhitzt werden, was Keime beseitigen soll. Ich halte es aber nicht für unwahrscheinlich, dass es eben nicht reicht, oder ein Bäuerlein diese Vorschrift mal nicht so ernst nahm… da das ganze mittlerweile in der Luft verpufft ist, schwer nachweisbar…

Wenn das der EHEC-Weg ist, wäre das oberübel. Dann könnte ich nicht mal mehr meine eigenen Tomaten essen…

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So schlimm das Ganze auch sein mag, irgendwer profitiert immer davon. In einem normalen Kriminalfall würden die Ermittler zunächst mal den Profiteur suchen.

Wenn der Erreger sich selbst erzeugt hat, dann möglicher Weise durch geschickte Mutation um den Antibiotika ein Schnippchen zu schlagen. Aber meistens, in solch seltsamen Verläufen, ist da doch eine menschliche Hand im Spiel. Man denke nur mal an den Beginn des Rinderwahnsinns damals… auch bei BSE kamen die Erreger ins Spiel, weil sie nicht genügend erhitzt worden und Vegetariern Fleischprodukte zugeführt worden…. (Kühe, die Schafprodukte bekamen).

Ich sehe Parallelen: Ein plötzlicher schneller Krankheitsverlauf einer Krankheit, die den Menschen normaler Weise nicht trifft, oft bei Jungen, ungeklärte Ursache… Artenübergreifende Erkrankung –

Nun gut. Dieses Szenario setzt Dummheit oder Nachlässigkeit voraus. Wenn wir gar Absicht unterstellen, sind wir wieder bei den Profiteuren.

Wer profitiert von EHEC?

  • Jemand, der der deutschen Wirtschaft oder Landwirtschaft schaden will
  • oder jemand, der Medikamente oder Desinfektionsmittel vertreibt.
  • oder jemand, der vielleicht EHEC-resistentes Saatgut in der Schublade hat (nachdem es ja zwischenzeitlich sogar hieß, dass manche Pflanzen den Erreger tragen können…)
  • oder jemand, der vielleicht ein kleines, schlechtgehendes Labor hat und Aufträge braucht….
  • oder jemand, der gern SEINE landwirtschaftlichen Produkte loswerden möchte..

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Tatsächlich gäbe es einen Kreis von Personen, die davon profitieren würden und es wäre beileibe nicht das erste Mal in der jüngeren Geschichte, dass Verluste von Menschenleben in Kauf genommen werden.

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Aber für unsere Regierung steht der Schuldige ja längst fest: Ein kleiner Biobetrieb, der es tatsächlich geschafft hat, seine Produkte nahezu flächendeckend in Deutschland zu vertreiben und diese auch noch biowaffentypische Eigenschaften haben. Der Biolandwirt wird wahrscheinlich demnächst von irgendwelchen Kriegslabors abgeworben. Dort ist man schon lange auf der Suche nach solch wirksamen Biowaffen (ja ich weiß, Herstellung ja verboten, aber Forschung zwecks Abwehr doch erlaubt….)

Außerdem hat der es ja sogar geschafft, Rindviecher mit Sprossen zu paaren. Ich schlage ihn für den Biologie-Nobelpreis vor. Gentechnik war gestern, heute ist Sprossenpower.

*ironiemodus off*

Ihr könnt mir wirklich viel erzählen – aber nicht, dass die Sprosse schuld ist. Sie wurde vielleicht kontaminiert, wie anderes Gemüse auch. Nein, ich habe nicht Biologie studiert, wähne mich aber in Besitz eines gesunden Menschenverstandes und Beobachtungsvermögens…

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Wer hat sich das ausgEHECkt??

Ich hab das Gefühl, man hält uns für doof… erst wars das Gemüse, dann wieder nicht, dann wieder doch… und nun wieder nicht, weil wir einen Sündenbock, den Betrieb in Bienenbüttel, gefunden haben. Da hat man zwar noch kein Keimchen entdecken können, aber irgendeiner muss ja nun Schuld sein, damit wir mit dem Alltag weitermachen können und nicht allzuviel Entschädigungsgelder zahlen müssen…

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen… wir wissen immer noch nicht, wo der Keim herkommt, der meiner bescheidenen Meinung nach aus irgendeinem Labor gehüpft ist, aber auf einmal ist das Gemüse mit Sicherheit unbedenklich. Ja, da wurde ab und zu mal ein Keimchen gefunden, aber der kann sich auch verirrt haben.

Der Verdacht drängt sich doch auf, dass hier ein Bauernopfer gewählt wurde. Selbst wenn das Gemüse unbedenklich ist, was ich eigentlich glaube, weil es sonst viel mehr Infizierte hätte geben müssen, irgendwo muss ja die Quelle sein. Das heißt für mich, das ALLES desinfiziert wird, auch mit der Konsequenz, Rohkost mangels Desinfektion nicht zu essen.

Das es nicht unbedingt eine Gemüsesorte, sondern irgendein anderer Ausbreitungsweg sein könnte, wird dadurch deutlich,  dass wir hier in Norddeutschland besonders betroffen sind.

Irgendwie beschleicht mich manchmal das Gefühl, dass man dem Verursacher näher ist, als zugegeben wird, aber aus irgend einem Grund wird nicht mit dem Finger auf ihn gezeigt…

Tja, nennt mich Verschwörungstheoretiker oder Pessimisten. Aber was da durch die Medien geistert ist doch wohl der Hohn. Man weiß ja gar nicht mehr, ob die Aufhebung der Verbote wirklich aus gesundheitlichen, oder aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt.

Wenn jedenfalls irgendein kranker Geist der deutschen Wirtschaft schaden wollte, ob nun mit Erreger oder mit der schlichten Panikverbreitung – er hats geschafft.

Mangels Auffindung der Quelle, die ja scheinbar immer noch aktiv ist, werden jetzt Pläne geschmiedet, das Gemüse schon bei der Ernte mit Plasma zu bestrahlen. Vorsorglich. Sicherlich, es wird wohl ein paar Jahre dauern, bis so ein Verfahren tatsächlich umgesetzt wird, aber irgendwie werden wir nach und nach „denaturiert“. Alles was unter freiem Himmel wächst, ist gefährlich… Erreger schwirren ja unkontrolliert umher…

Die Entwicklung gefällt mir nicht. Ganz und gar nicht. Und ich habs echt dick. Ich werde weiter daran arbeiten, so unabhängig wie möglich zu werden, was meine Lebensmittel angeht. Und was ich nicht anbauen kann, das kann vielleicht mein Nachbar. Ich weiß aber, wo es herkommt. Keine Verunreinigungen auf Transportwegen, keine Konzerne, die es mit den Auflagen nicht so wichtig nehmen, keine undurchschaubaren Handelsbeziehungen.

Und auch, wenn wir jetzt (mal wieder) alles essen dürfen: Ich will wissen, wem ich diesen Mist zu verdanken habe. Ich erwarte Aufklärung. Und da könnt ihr mir nicht den armen Sprossenzüchter präsentieren. Es gab nachweislich sprossenlos Erkrankte. Ich darf nicht mal Kräuterlikörchen gewerblich herstellen, weil meine Küche einen Fliesenfussboden hat, aber echte „Brunnenvergifter“ findet keiner. Vielleicht sollten da mal die Schwerpunkte anders gesetzt werden…

Ja, ich bin wütend. Und ja, ich glaube, dass nicht wirklich mit allen verfügbaren Mitteln nach diesem Erreger gesucht wird…

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Während ich bei manchen „Kräuterexperten“ das Gefühl hab, sie machen ihren Job nur, weils grade „in“ ist, gibt es doch zum Glück auch sehr viele Hexchen, Heiler und sogar studierte Fachfrauen, die eben keine Massenabfertigung mit gefährlichem Halbwissen praktizieren, sondern wirklich ihren Beruf lieben.

Aus finanziellen Gründen sind die weisen Frauen (ja – auch Männer… aber die haben doch schon seit Jahrhunderten ihre eigene Lobby…) oft gezwungen, nur ihr von der Wissenschaft bereits labortechnisch abgesegnetes Wissen weiterzugeben und der große Erfahrungsschatz bleibt ungehoben.

Ich gehöre nicht zu denen, die mal eben noch drei Generationen lang hoffen wollen, dass die Wissenschaft das bestätigt, was wir Kräuterhexen längst wissen. Ich suche die wertvollen Tipps meiner Kolleginnen zwischen den Zeilen (Ursula Brüning) und in den Blogs und in den nicht ganz so fachlich gestalteten Publikationen.

Manchmal hab ich das Glück, eine leidenschaftliche Kollegin kennenzulernen. So ging es mir z. B. mit Eliane Zimmermann.

Sie hat tatsächlich den Spagat zwischen Wissenschaft und Erfahrungsheilkunde geschafft und speziell für uns Praktikerinnen, die kein Heimlabor ihr Eigen nennen, ein wunderbares Büchlein unter dem Titel „Aromatherapie“ herausgebracht.

Nein, ich setze hier kein Link zu diesem Buch, da klickt bitte oben auf Elianes Link, denn so bekommt sie wenigstens im Bestellfall einen kleinen Obolus. Wer selbst Bücher schreibt, kennt die lächerlich kleine Gewinnspanne, die ein Autor hat. Da Eliane Perlen der Weisheit in ihrem Blog verteilt, finde ich das nur gut und richtig, wenn ihr euch dort weiterklickt und eben eventuell auch über ihre Seite bestellt…

Aber zurück zum Buch. Hier beschreibt Eliane bewährte Rezepte – eben was für die praktische Familienfrau, die ihre Lieben umsorgen möchte.

Eines dieser Rezepte war für einen Akne-Roller. Nun, ich hab ein pubertierendes Kind, mit genau diesen Gesichtspunkten, die einem in dem Alter so ziemlich zu schaffen machen. So einen Roller zu machen, dass geht glatt nebenbei, praktisch – prima – preiswert.

Ich nahm mir also ihr Rezept vor, strich das Manukaöl heraus, weil ich es einfach nicht vorrätig hatte und gab noch etwas Propolistinktur hinzu, die bei Akne ebenfalls gute Erfolge zeigt.

Und was soll ich sagen: Schon nach der ersten Anwendung ging die Akne deutlich zurück. Die Entzündungen waren heraus, die Pickelchen blasser und kleiner…

Jetzt, nach grob einer Woche, sind die Pickel kaum noch zu sehen. es sind blasse Minipickelchen geworden. Ich finde das schon erstaunlich.

Ich sag nur: selbst ist die Frau! Und für jede, die auch eine kleine Pustelblume zu Haus hat, meine Abwandlung von Elianes Rezept:

Akne-Roller

7 Tr. Propolistinktur (Eliane hatte hier 4 Tr. Manukaöl)

4 Tr. Teebaumöl

4 Tr. Lavendelöl (bitte das ECHTE! – Kein Lavandin!)

2 Tr. Palmarosaöl

in 10 ml Gin (und das natürlich alles in den Roller)

gut schütteln ist obligat, wie meistens bei einfachen Naturkosmetikrezepten und das Aufbrauchen sollte auch relativ schnell (drei Monate) gehen, weil wir nicht groß konservieren und Verkeimungsgefahr besteht. Aber bei 10 ml sollte das kein Problem sein.

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Das ist natürlich nicht das einzige wunderbare Rezept in diesem gut lesbaren Büchlein, das eben vor  guten Tipps und nicht schwierigen Fachwörtern strotzt. Aber das findet bitte selbst heraus. Von Luft und Liebe können auch Autoren nicht leben…

Zugegeben… Elianes Blog strotzt ebenfalls vor Informationen. Man kann sich da durchaus gut belesen, ohne auch nur einen Cent auszugeben. Aber wer sich ein wenig mit natürlichen Heil- und Wohlfühlmitteln befassen möchte, hat mit dem Aromatherapiebuch eine gute Grundlage.

Bitte lasst euch von „Aromatherpie“ nicht abschrecken, wenn ihr „nur Kräuterhexen“ seid. „Therapie“ heißt nun nicht, dass hier Krankheitsbilder mit Dosierungen angegeben werden und „Aroma“ bedeutet nicht, dass wir irgendetwas in der Duftlampe verflüchtigen lassen.

Schon seit Jahrhunderten (-tausenden?) werden Aromen für Heilung und Wohlbefinden eingesetzt. Und was ist ein „Aroma“ überhaupt? Nun – viele werden es tatsächlich nicht mehr kennen, da uns diese fürchterlichen Kunstdüfte den Geruchssinn vergrault haben. Aber es gibt sie noch, die Echten, die Feinen… und sie bestehen meist aus ätherischen Ölen, die ihrerseits nichts anderes sind, als die geballte Essenz der Pflanze. Sie sind also nicht nur „dufte“ sondern auch Wirkstoffbomben. Das ist der Grund für den erhobenen Zeigefinger, den man in vielen Büchern ob der Anwendung findet. Man darf diese starken und wertvollen „Konzentrate“ eben mal nicht unter dem Motto „viel hilft viel“ verwenden.

Wer sich da ein wenig unsicher fühlt, kauft sich einfach die ganz edlen teuren Tropfen, damit geizt man automatisch. 😉

Ich nutze die ätherischen Öle aus der Aromatherapie eben gern, wenn die Saison oder mein Vorratsschrank gerade nicht das passende Kraut hergeben. Oder wenn es einfach nur „dufte“ sein soll, oder ich peppe meine Kreationen eben ein bisserl auf. Als Duftstoff kommt eigentlich nahezu überall was mit hinein und als Wirkstoff auch immer öfter.

Ich würde da gern aus der Aromatherapie einen „Duftspaß“ machen, aber das könnte dazu führen, dass die Schulmedizin noch weniger ernst nimmt, als sie das zur Zeit tut, obwohl es längst genügend Beispiele für ihre heilkräftige Wirkung gibt.

Für mich war und ist die Bekanntschaft mit Eliane wirklich sehr fruchtbar. Ich kombiniere das Beste aus beiden Welten, Kräuterkunde und Aromatherapie. Und ich durfte eine Kräuterfrau kennenlernen (ja, für mich ist sie eine), die ihre Kräuter liebt und schätzt. Als wunderbare Helfer für Mensch und Tier eben und nicht als alternative Geldquelle…

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Da hab ich nun so auf der Lauer gelegen, weil ich seit so vielen Jahren keine Polarlichter mehr gesehen habe… war leider nix… aber der Morgen hat mich dann doch noch belohnt:

Mit Trick, Tick und Track und Ente Nr. 4 (Name muss sich noch finden… 😉 )

Meine Enten haben bisher keine Brut wirklich hingekriegt. Vielleicht weil wir sie damals aus einem Maurerkübel gerettet haben. Nein, die sind da nicht hineingefallen, das war die Unterbringung bei einem „Vermehrer“, der die kleinen Entchen mit Geschwistern jeder Altersstufe darin gehalten hat. Wir waren entsetzt… da „meine“ Enten damals die drei Kleinsten waren und von den Großen ziemlich getreten und geschubbst worden, hab ich sie tatsächlich mitgenommen.

Ja – ich hab den blöden Vermehrer da unterstützt. Aber mir blutete das Herz. Und deswegen hab ich ihn danach auch angezeigt. Dieser Maurerkübel mit den eingepferchten Küken und gleich daneben auf einem Malereimer so eine platte Styroporbrutmaschine zur Massenproduktion…

Ich weiß nicht, was aus der Anzeige geworden ist.

Meine Drei jedenfalls, die haben es hier gut. Und eine hat sich jetzt endlich auch eine Brut geschafft. Ich hoffe, sie bringt die Kleinen durch.  Da haben wir zwar wieder ein paar Schnäbel mehr zu füttern aber  – naja – irgendwie geht das schon.

Ich kann mich jedenfalls nicht sattsehen, an den kleinen Plüschbombern!

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Ossis sind einfallsreicher

Gleich mal vorweg: Nein, ich selbst bin Wessi und für mich sind   „Ossi“ oder „Wessi“ keine Schimpfwörter, sondern schlicht eine liebgemeinte geografische Zuordnung, die sich aber auch teils in der Mentalität niederschlägt, was aber ebenfalls keine negative Wertung sein soll  – ganz im Gegenteil…

Da ich in einem „Fernsehsendermangelgebiet“ lebe, d. h., so rein über Antenne bekomme ich nur die Dritten-Programme, sehe ich öfter Regionalsender, also auch Beiträge aus Mecklenburg-Vorpommern. Immer wieder muss ich lächeln, wie einfache Menschen hier Alltagsprobleme anpacken und nicht herumsitzen und lamentieren, dass da „mal einer“ was machen oder erfinden sollte. Na, die Ostdeutschen mussten sich schon immer zu helfen wissen und improvisieren. Da scheinen sie uns was voraus zu haben. Sie warten auch nicht darauf, dass „die da oben“ mal was regeln, wie das bei uns im Westen doch so ziemlich eingeschliffen ist…

Gerade eben hab ich da einen Beitrag über EHEC gesehen. Mediziner haben da ihre Patienten genau beobachtet (Aha… nach einem Fernsehbeitrag West beschränkte sich die Befragung hier auf: Tomate, Salat, Gurke gegessen?) und Parallelen im Krankheitsverlauf festgestellt. Statt sich nun aufs böse Gemüse festzubeißen (gestern wurde z. B. im Fernsehen gezeigt, dass es IMMER noch keine kontaminierte Sprossenprobe gab – was ja nun gar nicht sein könne, und man daher WIEDER -wieso eigentlich nicht immer noch? – Auch Gurken und co teste), zogen Sie ihre Schlüsse aus den Verläufen und probierten ein medizinisches Verfahren, was sonst bei Herzschwäche angewendet wird (die vom Körper gebildeten, nierenschädigenden Antikörper werden aus dem Blut gefiltert).

Die ersten Ergebnisse geben zur Hoffnung Anlass, zumindest bei der Behandlung von EHEC.

Überhaupt finde ich es bedenklich, was hier in der EHEC-Geschichte abgeht… es wurden längst nicht alle Patienten befragt, was bei der Anzahl der bisher Erkrankten und der Gefährlichkeit des Erregers durchaus machbar sein dürfte und dieser obligatorische Fragebogen legt sich auf Tomaten und Gurken fest. Andere gemeinsame Nenner zu finden, darauf ist dieser Bogen gar nicht ausgelegt.

Ich hab das Gefühl, dass unsere Forscher auf Gedeih und Verderb jetzt das schuldige Gemüse finden wollen und zwar genau das, das sie in Verdacht haben, und andere Quellen gar nicht mehr überprüfen.

Liebe Leute – das hier ist ERNST! Wenn die Labor- oder Personalkapazitäten zu knapp sind, dann heuert bitte von unseren Steuergeldern noch ein paar Privatlabore an, dass dürfte immer noch billiger sein, als Bauern, Großhändler und Gastwirte ob des schnellen Rufmordes zu entschädigen!

Ja, auch dieser Aufruf an die Vernunft wird ungehört verhallen. Während ich hier am Bildschirm sitze und mich darüber gräme, wird im Osten Deutschlands vermutlich schon jemand sitzen, den das genauso ärgert, der aber seinen Doktortitel und Verstand dazu benutzt, weiter, anders und auch quer zu denken…

Ich bin gespannt, wer die Lösung findet. Unsere offiziellen Stellen erscheinen mir hier zu schwerfällig und eingefahren. Ich werde auf alle Fälle dieses kleine Krankenhaus in Mac-Pomm weiter im Auge behalten. Mir stinkt es jedenfalls gewaltig, dass Tonnen guter Lebensmittel vernichtet werden und das ich mich quasi aus Gesundheitsgründen zur Zeit nicht gesund ernähren soll. Ich sehe mein Vaterland in der Sorgfaltspflicht, die sich in schneller Aufklärung – d. h. mit allen Mitteln und nicht nur mit Dienst nach Vorschrift – zeigen sollte.

Da nicht alle Väter gute Väter sind, werde ich als vorsichtiger Bürger meine Hygienemaßnahmen erhöhen. Und auch mein Immunsystem wird ein wenig gestreichelt. Das ist nämlich auch eine Beobachtung der Ostdeutschen Ärzte gewesen: das gerade bei geschwächtem Immunsystem der Erreger einen schweren Verlauf nimmt. Nun – das kann man sich ja fast denken, aber diese elementare Erkenntnis wird oft vernachlässigt.

Und – um Gottes willen – lasst die Sprossen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die älteren Todesopfer die auf dem Speiseplan hatten. Es gab so viele Betroffene, die eindeutig zeigen konnten, dass sie keine Sprossen aßen, also schaut bitte mal woanders. Irgendwo muss der Erreger ja herkommen. Er mag über Gemüse kommen, aber das ist nicht die Quelle… vielleicht sollten wir mehr den Ort, denn das Gemüse feststellen.

Kaum zu glauben, dass unsere fähigsten Köpfe noch immer im Dunkeln tappen. Das gibt natürlich Raum für wildeste Spekulationen.

Sooo… ich mix mir jetzt einen Immun-Booster… keine Garantie, dass weiß ich auch. Aber eine Chance… und mit Sicherheit wirksamer als mit Tunnelblick irgendwelche Sprossen zu sezieren…

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Jedes Jahr um diese Zeit rühre ich die Werbetrommel für den Holunder. Ich liebe ihn einfach. Die Hausapotheke des kleinen Mannes (scheinbar schon seit der Steinzeit), der Baum/Strauch der Holle oder Hulda, die vor dem Christentum eine angesehene Göttin war, der Baum unserer Ahnen…

Unsere Vorfahren waren fest davon überzeugt, dass man ihn nicht ohne Erlaubnis schlagen oder beschneiden dürfe. Viele Krankheiten wurden dem „Holler“ einfach „angehängt“. Ich kann mich an dem Geruch einfach nicht „sattriechen“. Dabei hat er schon etwas Eigenartiges, teils Herbes.

Da ist es wohl ganz logisch, dass ich jedes Jahr Holunderblütensirup, aber auch Sekt mache. Der Sekt kommt in spezielle Champagnerflaschen, weil er ordentlich nachgärt und gehörig Druck aufbaut. Ich finde, er schmeckt ein wenig wie Asti Spumante, nur holundriger…

Und natürlich wird auch Sirup gemacht. Ich setze ihn, frei nach Oskar Marti, kalt an. Da wird kein Geschmack weggekocht. Bei sorgfältiger Arbeit hält er tatsächlich auch schon ein Jahr bei mir (die Flaschen, die ich vorm Verbrauch noch gerettet hab).

Oskar Marti, dessen Bücher für Kräutergourmets nahezu Pflichtlektüre sind, empfiehlt für den Sirup die Blüten an einem sonnigen Nachmittag zu sammeln. Ich empfehle, dass mindestens drei Tage die Sonne geschienen haben muss, sonst ist es eh gleich weg, das Aroma. Marti empfielt ausserdem, für den Sirup nur die Blüten zunehmen. Das Abstribbeln ist eine recht mühselige Angelegenheit. Am meisten Aroma steckt in den gerade aufgeblühten Dolden und die sitzen noch recht fest an ihren Stielchen. Aber wir machen uns die Arbeit. Der feine Gaumen schmeckt den Unterschied. Auch beim Löwenzahnhonig kommt das Grüne weg…

So ein Hollersirup ist schließlich etwas Besonderes…

Damit ich mir nicht allein die Finger wundpule, lass ich die Rezepte gleich mal hier:

Holundersekt

13-15 Flaschen

 

15 grosse Blüten

9 l Wasser

140 ml Weissweinessig

1 kg Zucker

1 Zitrone in Scheiben

50 g Rosinen

 

Alle Zutaten verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. 4 – 6 Tage an einem warmen Ort stehen lassen. 2 x tgl. gut durchrühren. Wenn Bläschen aufsteigen, abfüllen (bis drei Fingerbreit unter den Rand). Nach 8 Tagen kann probiert werden.

Vorbereitung Flaschen:

24 Stunden vorher in kaltem Wasser einweichen, dann mit heißem Wasser ausspülen und umgedreht abtropfen lassen.

Holunderblütensirup

4 Liter

3 l Wasser

2 kg Zucker

18 große Holunderdolden

3 Zitronenscheiben

60 g Zitronensäure

 

Zucker und Wasser aufkochen und erkalten lassen. Mit restlichen Zutaten (Blüten ohne Stängel), 5 – 6 Tage kühl stehen lassen.

Diese wunderbaren Rezepte hab ich seinem Buch

(einfach mal draufklicken – bei Amazon kann man direkt ins Buch schauen und ein paar Seiten durchblättern!)

entnommen, was eine Kräuterhexe schier in den Wahnsinn treiben kann, ob der vielen köstlichen Wildkräuter- und Beerenrezepte. Jedes Jahr nehme ich mir vor, mehr Vorräte herzustellen…

Wer den Holunder verpasst, was gerade in Schleswig Holstein leicht passieren kann, weil entweder das Wetter nicht stimmt oder der Holunder stellenweise wieder ordentlich „geknickt“ wurde, der kann nach obigen Rezepten auch Mädesüßsekt und -sirup ansetzen.. Mädesüß… mmmhhh….

Doch zurück zum Holunder! Es juckt mich in den Fingern, wenn ich vor so einem schönen Busch stehe. Einerseits möcht ich ihm glatt alle Blüten klauen, für Sirup und Co, andererseits müssen ja ein paar Beeren für den Hollersaft im Herbst bleiben.

Als Vitaminbombe ist er nahezu unschlagbar. Was übrigens schon für die Blüten gilt. Bei drohenden Erkältungen sollten wir Blütentee oder Sirup zu uns nehmen. Die recht herben Blätter vertreiben Mücken, wenn wir uns mit diesem „Naturparfüm“ einreiben. Wie gesagt – nicht jedermanns Sache. Aber eben auch nicht die, der Mücken.

Wer gern „Alsterwasser“, Altbierbowle oder „Diesel“ trinkt, der sollte sein Bierchen mal mit Holunderblütensirup mischen.

Auch für unsere Haut wirkt der Holunder wahre Wunder. Hier nehme ich das Blütenwasser, was – käuflich erworben – schon mal 10 Euro für 100 ml kosten kann. Selbst machen wäre da eine Idee… Da uns Deutschen schnell die illegale Schnapsbrennerei unterstellt wird, sind hier Destillen (über 500 ml) leider verboten. Wer sich selbst so ein Wässerchen machen möchte, muss also kreativ sein. In meinem Falle war das ein wackeliger Zusammenbau von Spaghettitopf (wo die Blüten drin sind, ohne im Wasser zu liegen) und Wok (wo Eiswürfel drin liegen, damit das Blütenwasser am Boden kondensiert und aufgefangen werden kann).

Geht alles… für 100 Euro pro Liter nimmt man das mal in Kauf.

Natürlich kann man so wackelig gewonnenenes Blütenwasser nicht verkaufen, aber selbst verrühren. Es gibt wirklich wunderbare Haut!

Aus den Ästen kann man wunderbare Holzperlen machen (nachdem der Holunder gefragt wurde 😉 ). Sie sind leicht auszuhöhlen, weil das Mark weich ist. Das Mark wiederum gibt kleine gute Kerzendochte in Schwimm- oder Ölkerzen.

Wer keine Zeit oder Lust hat, Martis aufwändige aber ungeheuer leckere Rezepte nachzumachen, der kann die Blüten auch schlicht über Nacht in Milch oder Sahne liegen lassen. Am nächsten Tag ist das Aroma übergegangen. Besonders lecker auch wieder mit Mädesüßblüten (Bittermandelaroma). Milch und Sahne können normal weiterverarbeitet  werden.

Ein paar Blüten ins Badewasser – auch das ist ein kleiner Kick für die Haut. Selbst diese einfachen Mittel haben eine spürbare Wirkung.

Vom Sirup stellen wir ca. 15 Liter her. Bei uns reicht das dann für 150 l Holunderbrause (oder eben ein Schuss in den Sekt, übers Eis… ein Sorbet machen, für Likör, in den Gelee…).

Vom Sekt gibts nur so 9 Liter. der hält auch nur knapp ein dreiviertel Jahr und die Süße lässt mit der Lagerung schnell nach.

Ich kann nur empfehlen: „Hol ihn runter, den Holunder!“

Für neue Rezepte, Ideen oder Erfahrungen habt ihr meine Mailbox oder die Kommentarfunktion hier… ich freu mich!

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