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Archive for November 2011

Zum Verschenken oder selber freuen: Es gibt wunderschöne neue Bücher auf dem Markt:

Badespaß & feine Seifen: selbst gemacht

Ein Klick auf den Link und schon könnt ihr in diesem Büchlein blättern. Es ist druckfrisch, gerade erst auf dem Markt und in guter alter „Doleschalek-Manier“ geschrieben.

Petra Doleschalek hat einige gute Kosmetikbücher (sowohl dekorative Kosmetik, als auch Heilkosmetikbücher) verfasst. Manche sind mir zu „fremdzutatenlastig“, da kommt dann doch ein wenig zuviel Chemie (jedenfalls für meinen Geschmack) hinein, wer aber begeisterter Hobbythekrührer ist, oder eben auch in der Naturkosmetik  Kompromisse zugunsten der Haptik und Pflege eingeht, der ist gut beraten.

Ich selbst habe alle Bücher von ihr und lasse einfach die Zutaten weg (vor allem Konservierung), die mir nicht ganz zusagen. Die Cremes sind trotzdem wunderbar und wirksam und in der dekorativen Kosmetik gibt es sowieso keine Konkurrenz für Petra Doleschalek.

In ihrem Badespaßbüchlein greift sie neue Zutaten, wie z. B. das SLSA (ein hochwaschaktives Pulvertensid) auf, mit dem völlig neue Kreationen möglich sind. Ich mache seit einige Zeit feste Shampoobars damit und bin begeistert. Wer sich den Luxus leistet und bei der Zubereitung u. A. Brokkolisamenöl nutzt, kann sich Conditioner sparen. Das Brokkolisamenöl hat die guten Eigenschaften des Silikons (ohne die Bedenklichen zu übernehmen), pflegt die Haare wunderbar geschmeidig und gibt Stand.

Aber auch andere „Waschideen“, wie z. B. Badejellys (die die Firma „Lush“ schon seit langem mit Erfolg vertreibt) sind in dem Buch zu finden. Diese Jellys sind wirklich Wackelpuddings zum Waschen (sie werden aus Gelatine gemacht). Wer sie im Sommer direkt aus dem Kühlschrank holt und vielleicht sogar ein bisschen Minze drin hat, der kommt wunderbar erfrischt aus der Dusche.

Rein optisch ist das Buch nicht unbedingt ein Highlight. Aber das ist einer passionierten Kosmetikrührerin nicht wichtig. Die Rezepte sind gut, meist auch einfach, fast alle Zutaten leicht erhältlich.

Was ich bis heute vergeblich suche, ist z. B. das „Türkischrotöl“, eine Abart des Rizinusöls. Wer hier eine Bezugsquelle weiß, darf sie mir gern mitteilen.

Ein bisschen stiefmütterlich finde ich die Rezepturen von Flüssigseife oder der Kochseife behandelt. Hier weist Doleschalek dann auch auf einschlägige, meist englische, Literatur hin.

Nichtsdestotrotz gibt es von mir aber ob der neuen und auch guten Rezeptideen eine absolute Kaufempfehlung.

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Kosmetik rühren ist die eine Sache. Wer sie aber verschenken möchte, hat oft das Problem, wie er die liebevoll gemachten Stücke denn verpackt und präsentiert. Hier schafft, sowohl mit Verpackungsideen, als auch mit neuen Rezepten, ein anderes Kosmetikbüchlein Abhilfe:

Die kreative Manufaktur – Schönheit aus der Natur: Naturkosmetik selbst herstellen

Dieses Büchlein ist ein wahrer Augenschmaus und macht Appetit. So könnte man auch „Noch-Nicht-Rührer“ vielleicht bekehren. Auch hier gibt es viele neue Rezepte und Ideen und im Anschluss daran die dazu passenden liebevollen Verpackungen. Ein bisschen scheinen die Autorinnen zugunsten der Optik geschummelt zu haben. Die Shampoobars auf der Abbildung stimmen definitiv nicht mit der Rezeptur überein. Zum einen sind sie mit SLSA-Noodles gemacht, zum Anderen müssten die Bars ob der Zutaten grün sein…

Nun ja, das ist in meinen Augen aber absolut verzeihlich. Die Rezepturen sind nämlich einfach und gut. Alle konnte ich leider noch nicht testen, da ich hier bei manchen Zutaten wirklich Beschaffungsschwierigkeiten habe.

So ist der Duft „Black Kardamom“ beim besten Willen nicht aufzutreiben, dabei scheint er mir der Beschreibung nach, nahezu unwiderstehlich zu sein. Wer fündig wird, bitte mitteilen.

Auch die Metall-Schiebedosen, die wir als Lippglossdöschen vielleicht noch aus Patchouli-Räucher-Jugendtagen kennen, konnte ich nur im 500.000-Stück-Container aus China finden und die Glasdosen mit Schraubverschluss, die irgendwo in den undurchsuchten Gefilden des worldwide Web auf mich warten, werde ich von meinen Verpackungsideen streichen müssen…

Die Autorinnen nennen zwar Bezugsquellen im Buch, aber ich habe Einiges doch nicht auftreiben können. Auch hier bin ich also für Hinweise dankbar (bitte KEINE 500.000 Stück-Containerware anbieten!).

Das Buch bietet trotzdem für jeden Etwas. Es gibt raffinierte, aber ebenso ganz einfache Rezepte. Wer Weihnachtsgeschenke machen möchte, findet hier reichlich Ideen. Und wer es bis Weihnachten nicht mehr schafft, verschenkt einfach das Büchlein…

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Wer hier öfter mal reinschaut, wird bemerkt haben, dass ich in letzter Zeit etwas still war. Aber manchmal schüttelt dich das Schicksal halt ein bisschen durch. Da weißt du gar nicht so wirklich, wo dir der Kopf steht.

Nun, dass will ich wieder ändern.

Manche guten Ideen werden aus Not geboren. So hab ich um diese Jahreszeit oft meine liebe Not, den Kräuterinteressierten im Herbst noch etwas zu bieten. Nicht, weil mir nichts einfiele, aber  so manch einer begleitet mich bei meinen Kräutertouren jetzt schon seit ein paar Jahren. Und da muss was Neues her! Unser seltsames Klima und die verirrten Jahreszeiten taten ihr Übriges: Viele Beeren, besonders Holunder, waren hier gar nicht mehr zu finden.

So ging meine letzte Tour durch Feld, Wald, Garten und  Lebensmittelgeschäft. Aus meinen Fund- und Kaufstücken wurde ein ganz wunderbarer, unheimlich schmackhafter „Waldflammkuchen“.

Da es Geschmacksproben übers Internet nicht möglich sind, wollte ich euch wenigstens ein Bild vom Flammkuchen hier hochladen, doch schon der kleine Moment, den ich brauchte, um meine Kamera zu holen, reichte aus…

… gibt’s einen besseren Geschmacksbeweis?

Nun, aber das Rezept kann ich euch gern dalassen:

Im Wald besorgen:  Bucheckern, evtl. Eicheln, möglicher Weise Topinambur

Im Garten des freundlichen Nachbarn, oder auch im eigenen: Topinambur (wie beim Falschparken – 1 Knöllchen), falls der bei euch nicht auch wild zu finden ist, Kürbis (ich nehme gern Hokkaido)

Beim Kaufmann: Alles was ihr bisher nicht gefunden habt, Mehl und Hefe oder notfalls einen Fertigbrotteig (Ciabatta oder Weißbrot), Frühlingszwiebeln, Ziegenfrischkäse, magere, dünne Schinkenscheiben (Salami ist auch lecker).

Und so wird’s gemacht:

  • 250 g Brotteig mit 120 ml Wasser und 1 El Olivenöl zubereiten (wer den Teig selbst macht, Hefe nicht vergessen!). Echte Wildgemüsefans können 1/3 des Teigs durch Eichelmehl ersetzen. Dazu müssen die Eicheln zuvor gut entbittert werden
  • Teig gehen lassen, Ofen mit Pizzastein auf 250 Grad (Umluft 220 Grad) vorheizen (wer keinen Pizzastein hat, muss das Backblech im Ofen mit heiß werden lassen, den Teig auf Backpapier ausrollen und mitsamt des Backpapiers vorsichtig aufs heisse Blech ziehen).
  • Den Kürbis entkernen, schälen und schön dünn hobeln (bei uns reicht 1/4 Hokkaido!), Frühlingszwiebeln schräg in dünne Ringe schneiden, ein paar Bucheckern (je nach Sammellust) schälen. Schon 10- 15 Stück machen sich durch pikanten Wohlgeschmack bemerkbar. Den Ziegenfrischkäse mit etwas Milch glattrühren. Erst jetzt das Topinamburknöllchen auch säubern und fein hobeln (schälen nicht unbedingt nötig), weil es sonst anläuft.
  • Das Mehl in zwei Portionen teilen. Portionsweise 2 mm dünn ausrollen. Mit der Hälfte des Käses bestreichen und der Hälfte der Gemüse belegen. Salzen, pfeffern, etwas Olivenöl drüberträufeln.
  • Aufs Blech oder den Pizzastein geben und etwa 12-16 Minuten backen (schön aufpassen!)
  • Nach dem Backen mit dem Schinken locker belegen (ein bisschen luftig, nicht so glattgezogen – hätte ich euch gern gezeigt… *seufz*)
  • Mit Messer und Gabel bewaffnen und seine Portion vor Übergriffen schützen.
  • Genießen… gern mit einem Gläschen Weißwein!
Wir finden diese Flammkuchenabwandlung unheimlich lecker. Da wir keinen Schmand, sondern Frischkäse nehmen, ist er auch nicht so üppig. Der Kontrast: süßlicher Kürbis – rauchig würziger Topinambur, ist unheimlich lecker. Ich finde, der Topinambur sollte nicht überwiegen. Ab und an so eine knackige Buchecker gibt den letzten Schliff…
Echt gut, dass Bucheckern sammeln mühsam ist. Sonst würde ich das wohl jeden Tag essen…
Also: Guten Appetit! Über Rückmeldungen, Rezeptabwandlungen und Vorschläge würde ich mich freuen!

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