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Archive for Mai 2013

Hier kommt noch einmal ein kleiner Hinweis zu Hildegard von Bingen, da ich in letzter Zeit ein paar Kommentare zu meinem Artikel über sie bekam. In diesem Artikel bin ich nicht ganz so euphorisch wie viele Hildegardfans und weise darauf hin, dass nicht alles, was heute schwarz auf weiß auf Papier steht, aus ihrer Feder kam und das beileibe nicht alle ihre Gesundheitstipps heutzutage (und womöglich auch früher) angewendet werden sollten. Ob das nun Übertragungs- oder Übersetzungsfehler in ihren Schriften sind, oder ob es schlicht medizinischer Fortschritt ist, lässt sich heute vielleicht gar nicht mehr genau feststellen. Hildegard lebte zu einer Zeit, wo es nicht nur kein Internet gab, sondern auch normale Schriftstücke eher selten waren.

Wer sich für die Person Hildegard interessiert, dem sei zu diesem aufschlußreichen Filmchen geraten.

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Wer beim Gucken nicht die rosarote Brille aufhat, der wird in Hildegard nicht nur die engagierte Nonne, sondern auch eine recht emanzipierte Frau finden, die keine Probleme hat, zur Erreichung ihrer Ziele auch Mittel einzusetzen, die… na sagen wir mal, nicht ganz nonnengemäß sind. Um es mal ein bisserl frech zu sagen: Jeder hat ein Recht auf ihre Meinung.

Ich möchte damit Hildegards Werke auf keinen Fall schmälern, nur andeuten, dass auch weiße Westen ab und an ein wenig Grauschleier haben können.

Noch genauer, und für passionierte Hildegard Fans vielleicht ein wenig schockierend, ist dieses Buch:

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Jedenfalls wenn man sich wirklich ohne vorgefasste Meinung an die Lektüre macht. Hildegard war mit Sicherheit eines nicht: Ein sanftes Schäfchen.

Wie gesagt, ich wage es nicht wirklich, eine Person zu beurteilen, die ich persönlich nicht kenne und von der mich dahezu 1000 Jahre trennen, aber genau darum bin ich auch skeptisch, wenn es andere tun. Manch ein Autor scheint ja per Zeitmaschine vor Ort gewesen zu sein.

So hat uns Hildegard sicherlich manch guten Rat hinterlassen, aber eben auch sehr fragwürdigen, wie z. B. diesen:

Die frischgefangenen Fische jenes [Flusses] sind
gesund zum Essen, faulen beim Lagern aber rasch,
weil sie durch diese Herbheit verdorben sind.
…, ist er etwas herb wie Lauge, und wenn man [das
Wasser] roh genießt, vertilgt es die schädlichen und
kankmachenden Säfte im Menschen; [aber wenn es
schädliche und krankmachende Säfte im Menschen]
nicht findet, schädigt es den gesunden Menschen
mehr, weil es [nichts]findet, was es abführen könnte.
Wenn jedoch dieses Wasser in Speisen oder Getränken genossen wird, …, bläht es dieses(das Fleisch
des Menschen) auf und macht es geschwollen und
macht es (das Gesicht) verzerrt und dunkel…

(Quelle: http://www.henkel.de/de/content_data/205018_Abwasserbeseitigung_Mittelalter_Neuzeit.pdf )

Hier rät uns Hildegard zum Genuß von Fischen und Wasser des Rheins (sofern man krank ist), der, wie mancher vielleicht gar nicht weiß, schon damals eine gärende Kloake war. So waren z. B. die Schlachter direkt auf den Brücken postiert um ihre Abfälle direkt in den Rhein zu schubsen. Genauso taten es die Fischer und manch anderes Gewerk mit Abfällen. Und natürlich auch menschliche „anrüchige“ Stoffwechselprodukte…

So ihr lieben Hildegardfreunde, wie wärs mit einem belebenden Schlückchen Rheinwasser? 😉

Und bevor jetzt die Fans die Messer wetzen: ich will nur erreichen, dass ihr (egal beim wem), euer Herz und Hirn wachsam bleiben lasst. Ob es nun eine heilige Heilende oder ein moderner Prof. Dr. von und zu und auf und davon ist.

Pickt euch das Beste aus allen Welten und glaubt nicht alles! (Auch mir nicht!)

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Zum Glück bin ich nicht die Erste, die sich diesem Problem stellen muss: Einen kranken Menschen im Krankenhaus unterstützen.  Problematisch deshalb, weil man nicht unbedingt beim Personal auf Verständnis stößt (und es wechselt ständig), auch der Patient traut sich möglicher Weise nicht, etwas anzuwenden, was nicht in seiner Medikamentenliste steht, oder weil man ganz einfach gar nicht weiß, was man überhaupt machen darf oder kann, ohne die Gefahr von Wechselwirkungen mit der ärztlichen Therapie zu riskieren.

Leider sind gerade die hilfreichen Tipps in Buchtiteln wie „Kräuter in der Pflege“ und „alternative Sterbebegleitung“ zu finden, wer kauft sich das schon? Man mag ja an so etwas gar nicht denken. Hier greifen doch wohl eher Pflegeprofis zu, aber nicht unbedingt Angehörige.

In meinem Schrank stehen nun aber auch solche Titel, weil ich gern das ganze Potential meiner Kräuter erfahren möchte. In Krankenpflege und auch Palliativpflege stehen dabei oft die seelischen Probleme im Vordergrund. Hier kommen also auch Seelenkräuter zum Einsatz, die uns genauso gut bei unseren täglichen Seelenproblemen helfen können und oft können auch die Angehörigen genau die tröstenden Kräuter brauchen, die auch der Kranke benötigt. Das die Seele maßgeblich am Heilungsprozess beteiligt ist, wird mittlerweile wohl kaum noch jemand bestreiten. Umso unverständlicher, dass diesem Umstand in den meisten Krankenhäusern nicht gerecht werden kann.

Ich wollte euch nun erzählen, was ich bei meinem Vater anwendete. Ich habe aus o. g. Gründen zum Beispiel auch Vorträge und Seminare bei Natura Naturans (http://www.natura-naturans.de/) belegt. In einem mir sehr wichtigen Seminar ging es um Kräuter (vorwiegend homöopathisch) in der Krise.

Ich hab zwar mal eine Heilpraktikerausbildung gemacht (damit ich weiß, was ich da so treibe 😉 ), aber bin nie näher in die Homöopathie eingestiegen. Unser damaliger Dozent meinte, ein guter Homöopath brauche 20 Jahre. Das glaube ich ihm aufs Wort. Entweder brauchst du jahrelange Erfahrung, oder du wirst göttlich geführt (ich meine jetzt keine Schnupfen-Behandlungen, sondern wirklich auch schwere Erkrankungen). Also hakte ich das erst einmal ab und blieb bei meinen Bachblüten…

Wer nun mit einer schlechten Diagnose oder Prognose im Krankenhaus liegt, der hat mit Sicherheit eines: Angst!

Und im Krisenseminar hab ich ein wunderbares homöopathisches Rezept kennengelernt, den „Sonnensegen gegen die Angst„. Tja, und hier kommt nun das Problem. Ich bin ja kein Homöopath… aber ist es nicht nahezu unterlassene Hilfeleistung, wenn man so ein geniales Rezept nicht einmal ausprobiert, wenn ein klassischer Homöopath nicht ins Krankenhaus zu bekommen ist? Unser Dozent in der HP-Schule, ermutigte uns auch, Rezepturen einfach zu probieren. Das sagte er nun gerade zum Gold, das auch bei Suizidgefährdeten eingesetzt werden kann. Sollte Gold jedoch beim diesem Patienten nicht passen, könnte es auch gegenteilig wirken…

Gut… in dieser Rezeptur sind wunderbare Sonnen- und Seelenpflanzen: Erzengelwurz, Johanniskraut, Eisenkraut, Bernstein und noch einige Andere. Damit bekommen wir doch Licht ins Dunkel. Die würde ich auch für einen „Seelenbalsam-Tee“ anwenden.  Nur… wie geb ich´s meinem Vater?

Ich machte mir ein kleines Fläschchen mit diesen Sonnenkräutern, goß einen Lippenpflegestift mit Bachblüten, und „schmuggelte“ Neroli, Rose, Lavendel, Sanddorn und Engelwurz in einem Hauschka-Hautöl, was damit unbedenklicher aussah, als eine Phiole aus meiner Hexenküche.

Ja, ich sehe förmlich, wie sich die Homöopathen jetzt an den Kopf fassen: Homöopathie und ätherische Öle! Ist mir wurscht, Hauptsache es hilft. Ja und auch mit Komplexmitteln hab ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Damit stehe ich nicht allein. Die Fachleute bei Natura Naturans halten auch die Kombination Kaffee/Homöopathie für nicht bedenklich.

Nun, wie hab ich das alles angewendet? Bei der Lippenpflege ist es klar: die wird gebraucht, das weiß jeder, der schon mal eine Narkose hatte oder Sauerstoff über einen Schlauch bekam. Ich hatte zwar Bedenken, Bachblüten in ein Fettmedium einzubringen, aber mein Pendel hatte diese Bedenken nicht.

Den Sonnensegen hab ich schlicht auf den Puls aufgetragen. Oral habe ich gar nichts verabreicht, das ist Ärztesache. Auf den Puls, das hab ich schon bei den Bachblüten gelernt, ist immer gut, wenn der zu Behandelnde z. B. ohnmächtig ist, oder aus anderen Gründen nichts zu sich nehmen kann.

Das Hautöl hab ich seiner Bestimmung gemäß benutzt. Schön die Unterarme und auch die Beine etwas „gepflegt“. Auch das ist bitter nötig, wenn man wirklich länger liegen muss. Ein Extratröpfchen kam auf den Kragen, damit der Duft nasennah ist.

Hat das alles geholfen? Nun, laut dem Pflegepersonal hat mein Vater schneller Fortschritte gemacht, als erwartet. Ob eines von meinen Mitteln nun entbehrlich war, kann ich so gar nicht sagen. Ich prüfe die Anwendungen vorher per Pendel (DAS hat mir sogar mal ein Arzt!!! beigebracht – schätzt euch glücklich, wenn ihr in Wolfenbüttel wohnt), oder auch mal per Kinesiologie.

In Papas Fall hab ich als Kräuterhexe mehr im feinstofflichen Bereich gearbeitet. Ich wollte nicht mit Wirkstoffen in die ärztlichen Verordnungen pfuschen. Die Homöopathie wirkt sowieso feinstofflich und die Aromatherapie wirkt zwar auch über ihre  Inhaltsstoffe (sie gehen recht schnell ins Blut über), durch Betropfen von Tuch oder Kragen war mir hier aber die „Schnupperwirkung“ wichtiger, die meiner Meinung nach mehr in den seelischen Bereich geht.

Auch Kräutertees kann man im seelischen Bereich wirken lassen, wenn man sie „blond“ (eine Prise auf eine Tasse, maximal 30 Sekunden ziehen lassen), zubereitet.

In solchen Fällen, wie bei meinem Vater hat die Notfallmedizin Vorrang. Nur diese berücksichtigt deinen Seelenzustand nicht.  Besonders hier versuchte ich zu helfen. Mein Vater war, höchstwahrscheinlich wegen der Medikamente, oft nicht klar und wenn doch, durfte er sich anhören, er würde sich manche Dinge nur einbilden. Ja eine Schwester meinte sogar, er wäre sowieso dement. Das ist er definitiv nicht.

Stellt euch vor, ihr seid hilflos wie nie, habt Schmerzen, könnt euch nicht konzentrieren (Schmerzen, Schmerzmittel, Schlafmittel), bringt sicherlich auch Dinge durcheinander und werdet daher förmlich entmündigt. Teilweise konnte ich beobachten, wie sicherlich gutgemeinte Gespräche in Babysprache geführt worden. (Na da wollen wir mal schön essen, damit wir wieder kräftig werden. Und ja… schön schlafen… ). Womöglich könnt ihr nach so einem Eingriff auch noch nicht wieder richtig sprechen…

Wenn ich einem Menschen nicht im klaren Wachzustand begegnen kann, dann muss es über das Herz gehen. Berühren, ansprechen, Düfte sprechen lassen. Die Seele ist immer wach.

Wie weit mein Vater wieder auf die Beine kommt, ist noch nicht abzusehen. Ich freue mich jedenfalls, dass es ihm besser geht. Zur Zeit braucht er keine Zugänge oder irgendwelche Infusionen mehr. Das wir noch keine Entwarnung geben können, ist mir klar. Aber ich werde weiterhin versuchen, seine Genesung zu unterstützen. Das das in dem mir möglichen Bereich nur mit Herantasten geht, ist klar. Aber ich werde weiter berichten. Vielleicht kann ja der eine oder andere auch seine Erfahrungen beisteuern.

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Ihr lieben Lesenden, mit mir Lernenden und auch Beistehenden; wir gehen wieder durch eine Familienkrise. Die Situation meines Vaters (die ich im vorhergehenden Beitrag ansprach) hat sich verschlechtert. Ich melde mich hier also kurz vor der (langen) Fahrt ins Krankenhaus zu ihm.

Schwere Krankheiten sind immer eine Herausforderung. Für den Kranken und auch für die Angehörigen. Ich bin so dankbar, dass ich hier auch auf meine Kräuter zurückgreifen kann.  In meinem Fall zunächst auf meine geliebte Gundelrebe. Was sie in diesem Fall tun kann, könnt ihr in meinem Kräuterblog „Whispering Weeds“ nachlesen.

Der Artikel ist recht kurz (wie dieser auch), weil ich mich die nächsten Tage natürlich verstärkt um meinen Vater und meine Familie kümmern werde. Aber ich bin sicherlich kein Einzelfall. Viele von euch werden mit seelischen und körperlichen Krisen kämpfen. Ich habe mich daher entschlossen, verstärkt auf Kräuter für diese besonderen Lebenssituationen einzugehen. Wie gesagt: nicht unbedingt Kräuter für physische Leiden, sondern für die Seele…

Bis dahin: Hört der Gundelrebe doch selbst einmal zu. Vielleicht gibt sie ihr Potential preis…

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Ich lasse ja so manches Mal meine Meinung zur Schulmedizin mehr als deutlich durchblicken. Und wie so oft, belehrt mich das Leben, dass es kein „schwarz“ und „weiß“ bei solchen Themen gibt.

So ist mein lieber und recht betagter Vater vor zwei Tagen mit Oberschenkelhals- und Armbruch in das Braunschweiger Holwedekrankenhaus gekommen. Natürlich wäre hier eine sofortige Operation geboten (und ja, da bin ich auch wirklich dafür, ich würde hier nicht mit Kräutern experimentieren!). Das Problem bei hochbetagten Senioren ist aber meist das Herz, bei meinem Vater, der Herzmedikamente nehmen muss, ein besonders gefährlicher Punkt. Außerdem bekommt er Blutverdünner, der auch nach der Einnahme lange im Organismus kreist. Wenn man jetzt operiert, läuft man Gefahr, dass der Patient schlicht verblutet.

Die vorläufige Entscheidung war also, ein paar Tage zu warten. Dann entschied der Arzt jedoch, trotzdem zu operieren. Die Komplikationen, die durch die bereits (falsch) eintretende Heilung der Brüche eintreten könnten, erschienen ihm zu hoch.

Es wurden richtige Notfallpläne gemacht und (man verzeihe mir jetzt mal mein Laienwissen) „Notfallpunkte“ bestimmt, damit im schlimmsten aller Fälle der Patient doch gerettet werden kann. Er wurde also operiert.

Die Operation verlief normal. Wie man sich denken kann, ist so ein alter Mensch jedoch nach so einem Eingriff mehr als geschwächt. Er liegt auf der Intensivstation und hat derart viel Schläuche in sich, dass man sie mit Kabelbinder bändigen muss.

Aber er lächelt.

Die behandelnden Schwester und Ärzte haben permanent ein Auge drauf. Gestern war sein Blutdruck zu sehr im Keller. Ich fürchtete schon, dass nun sein Medikamentcocktail noch ein paar Zutaten bekommen sollte. Aber man entschied, den Druck per Volumen, also mit noch einer Infusion, in den Griff zu bekommen.

Ich finde es wirklich gut, dass sich das Personal hier bespricht und das nicht überall nach Schema „F“ gearbeitet wird. Natürlich sagen mir die ganzen Werte, die die Maschinerien herum abgeben nicht viel, das Krankenblatt noch weniger, aber mein Bauch sagt, hier wird Menschenmögliches gemacht. Mein Vater hat eine gute Chance, wenigstens einigermaßen wieder auf die Beine zu kommen.

Eine Intensivstation ist kein Fünf-Sterne-Hotel, aber das Personal ist hier größtenteils überdurchschnittlich geduldig und freundlich. Und das ist mit manch altem Sturkopf nicht immer leicht. Mein alter Herr kann sogar auf dem Krankenbett noch recht knurrig werden.

So bin ich ein wenig mit der Schulmedizin versöhnt und hoffe inständig, dass sich diese und die Naturheilkunde eines Tages so annähern, dass der Patient das Beste aus beiden Welten bekommt.

Tja, und nun sitz ich hier und kann nicht viel mehr als die Finger und mein Mundwerk bewegen. Aber mit diesen Waffen kämpfe ich. Direkt vor meiner Arbeitsstelle überfällt mich ein Hexenschuss, der sich gewaschen hat…

Wer das schon mal erlebt hat, kennt vielleicht auch die grinsenden Gesichter der Mitmenschen, wenn man sich entenärschig im Milimeterschritt vorwärtsbewegt, auf alles stützend, was greifbar sein könnte (greifen kannst du es dann doch nicht, weil du dann einen Rückenmuskel bewegst…). In unendlicher Langsamkeit hab ich es bis in meinen Bürostuhl geschafft, mir erst einmal Schmerztabletten in den Mund werfen lassen und eine Wärmflasche ins Kreuz.

Da ich sehr gute Erfahrungen mit der Chiropraktik in diesen Fällen gemacht habe (bei meiner Kieler Chiropraktorin reichte eine Behandlung), rief ich eine Praxis an, die nahezu unserem Büro gegenüber lag und die mit der Behandlung von chronischen und AKUT-Fällen warb. Nun, für akut hielt ich mich.

Ob ich denn schon Patientin wäre, fragte man mich. Nein, erwiderte ich, ich sei jetzt seit Jahren nicht mehr beim Chiropraktiker gewesen. Na, dann könne man mir leider nur einen Termin in zwei Wochen geben.

Tja… also Patient kommt doch vom englischen „patient“, also „geduldig“, aber für die nächsten zwei Wochen unbeweglich in meinem Bürostuhl hocken, hatte ich nicht vor.

Mir kam die Info in den Sinn, dass Chiropraktoren in Dänemark nach dem „Kurpfuschergesetz“ beurteilt werden…. ganz, ganz böse Gedanken keimten in mir auf. Gibt es für Naturheilkundler oder Heilpraktiker (Chiropraktoren müssen hierzulande zur Zulassung eine Heilpraktikerprüfung ablegen) keine Notfälle?

Zum Glück hat man ja auch noch Einfälle. Mein lieber Mann erneuerte mir erstmal die Wärmflasche, was zur Folge hat, dass mein Bewegungsradius sich schon um 15 cm erweitert hat und ich den Bürostuhl bereits mit den Füssen weiterbewegen kann. Auch mit den Armen kann ich mich vom Tisch abstützen (heranziehen tut aber noch weh). Ich denke, irgendwie schaffen wir das bis zum Büroschluss noch mit Wärmeanwendung, Laienmassage, viel Mut und wenig Bewegung, mich wieder nach Haus zu bekommen.

Da seh ich doch bei dem Einen oder Anderen ein Lächeln im Gesicht? Malt ihr euch gerade aus, wie ich an meinem Schreibtisch hocke? Na bitte, gern. Wenigstens hat dann jemand etwas von dieser Misere…

Aber auch ich hab zu lernen, dass man eben nicht alles schwarz/weiß sehen kann.  Es gibt Gute und Schlechte auf beiden Seiten.

Und was sollt ihr daraus lernen?

Das ihr das Recht und die Pflicht habt, euer Gehirn einzuschalten. Egal ob beim Heilpraktiker oder beim Arzt! IHR seid die Hauptverantwortlichen für eure Gesundheit. Gebt die Verantwortung bitte nicht an der Rezeption ab…

Sollte ich mich demnächst wieder bewegen können, mehr an dieser Stelle.

Einen schönen, schmerzlosen Tag euch allen.

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Nein, das ist kein Schreibfehler… sondern ein deutliches „Ja“ zu Bienen. Ich schätze diese kleinen, fleißigen Tierchen ja schon lange, hab auch immer mit dem Gedanken gespielt, Imkerin zu werden (der englische Begriff „Bienenhüterin“ gefällt mir eigentlich besser), hab mich nur noch nicht getraut. In meiner Heilkosmetik käme ich ohne Bienen gar nicht aus. Propolis, Bienenwachs und Honig gehören fest dazu. Das bekam ich lange Zeit beim Imker meines Vertrauens. Leider ist dieser vor einiger Zeit verstorben.

„Selbst ist die Frau“, dachte ich und versuchte nun über ein paar ortsnahe Imker in einen Verein zu kommen. Man sollte nicht glauben, wie schwer das ist. Ich wurde immer wieder vertröstet, ja es wäre jetzt kein Ansprechpartner da (der verstorbene Imker war der bisherige), ja irgendwie könne ich natürlich Imkerin werden, aber konkret wollte mir niemand helfen. Ich vergrößerte meinen Suchradius, schrieb auch über das Netz Imker(innen) an, um irgendwie Kontakt zu bekommen. Die Online-Imker antworteten nicht. Ob sie ihre Webseiten nicht pflegten, einfach keine Zeit oder Lust hatten, oder das Web meine Anfragen geschluckt hatte, kann ich nicht sagen.

Das nächste Vortasten bei einem Imker in einer größeren Stadt, der seine Bienchen aufgeben wollte wurde mit: „Nee… du kriegst die nicht, weil, hast ja keine Ahnung, außerdem ist dein Dorf Sperrgebiet“… und so zwischen den Zeilen kam eine deutliche Ablehnung der Imker hier in meinem Örtchen… Es war zum aus der Beute fahren!

Auch bei unserem Vorzeigeausbildungsbetrieb, einer richtigen Imkerschule, fragte ich an. Hier konnte man viel Zeit und Geld investieren und dann mit sicherlich beträchtlichem Imkerwissen, seinem neuen Hobby fröhnen. Allerdings waren gerade die Anfängerkurse so was von ausgebucht, dass die Aussicht auf eigene Bienen dezent ins Rentenalter rutschten. Die freundliche Mitarbeiterin der Schule schien meine Verzweiflung zu spüren und meinte: „Es gibt da noch einen Anfängerkurs. Allerdings ist der nur für Frauen und er findet in Hamburg statt“. Naja, dachte ich in meinem nicht mehr ganz jugendlichen Leichtsinn, ob nun Segeberg oder Hamburg, das ist ja kein großer Unterschied, warum also nicht. Was darauf hinweist, dass wir Menschen eben NICHT den Ortssinn der Bienen haben. Außerdem: Ein Kurs nur für Frauen? Hey ja, das könnt mir gefallen. Bisher hab ich ja nur etwas brummige und nicht sehr mitteilungsbedürftige männliche Bienenhüter kennengelernt. Ich erhoffte mir auch, dass ich vielleicht hier nicht ganz klassisch, sondern mit etwas frischem Wind an die Bienenhaltung herangeführt werde. Denn das sich gerade in den letzten Jahren viel geändert hat, die Bienen weitaus mehr Bedrohungen meistern müssen, als früher, das hatte sich sogar bis zu mir herumgesprochen.

Also saß ich dann erwartungsvoll in dem Frauen-Imkerkurs. Naja, „Biene“ ist ja auch weiblich, oder? Urweiblich – möchte ich mal behaupten. Putzen, Nachwuchs versorgen, Vorräte anlegen, die Männer verwöhnen (solange man sie braucht *grins*). Und nicht nur ich. Außer mir waren noch über 20 Teilnehmerinnen da… Allzuviel muss ich wohl nicht lernen, dachte ich. Ich hab damals in Bio gut aufgepasst, Bienentanz und so, und außerdem wird ja schon seit der Steinzeit geimkert, ältere Herren mit Flechtkörben, ach, da braucht man doch keinen Doktortitel oder so was.

Nun ja… dieser Optimismus verflog schon in der ersten Stunde. Die Lust mehr zu erfahren aber nicht. Unsere Imkerin, Undine, die auch als Schulimkerin fleißig für Imkernachwuchs und mehr  Bienenverständnis sorgt, erläuterte uns, wie es heutzutage um die Biene gestellt ist. Denn da geht es deutlich um „More than Honey“… *

Während früher Dinge wie Bienenhaltung und Kindererziehung fast nebenbei liefen, muss man seine Lieben, ob zwei- oder sechsbeinig, heut vor Dingen schützen, an die früher niemand gedacht hat. Unsere Kinder vor dem hohen Verkehrsaufkommen, den Umweltgiften, neuen Krankheiten und dem Schönheitswahn, unsere Bienen vor dem hohen Verkehrsaufkommen, den Umweltgiften, neuen Krankheiten und dem Biogaswahn…

Nun, das mit meinen Kindern trainiere ich schon lange. Das mit den Bienen war mir neu. Heutzutage ist viel mehr Aufmerksamkeit erforderlich, da eingeschleppte Parasiten und Krankheiten nicht von ihnen allein bewältigt werden können und regelmäßige Kontrolle und Handeln erfordern. Manch altem Imker soll das schon das Hobby verleidet haben. Und genug Futter finden die Bienlein auch nicht mehr. So ernten Stadtimker oft mehr, als Landimker. Wenn man mal mit  Bienenaugen durchs Land (z)sieht: Bei uns, so weit das Auge reicht, Maismonokulturen,  damit man hungrig, oder mit Importgemüse gestraft, genug Strom in der Steckdose hat. Selbst wer vielleicht Ackerboden zu eigenen Anbauzwecken pachten möchte, hat das Nachsehen: Die Pachten haben aufgrund der Nachfrage der Maisbauern schwindelnde Höhen erreicht, wenn Land überhaupt noch verfügbar ist.

Nun, ich will hier keinem Biogasbauern ans Bein pieschern, warum soll grad er den pflichtbewußten Bürger geben, wenn andere unser Sozial- und Subventionssystem bis zu Neige ausnutzen? Aber so richtig auf die Mütze hauen, würde ich gern denen, die das geplant haben. Es müsste eine Quote für solche Anlagen geben. Hier wird teilweise schon der Mist von der Straße gekratzt, weil sie nichts mehr zu befeuern haben und die Anlagen nicht stillstehen dürfen. Das an diesem Gas wenig „Bio“ ist, dürfte sich auch schon herumgesprochen haben. Das manche Anlagenbetreiber etwas nachlässig sind, wohl auch. So wurde gerade das empfindliche Bach- und Ökosystem eines naheliegenden Naturreservates für Jahrzehnte geschädigt… Aber es geht mir hier und heute nicht ums Biogas. Was wir uns damit eingebrockt haben, wird meiner Meinung nach schon recht bald deutlich zu Tage treten.

Bienen haben leider auch nichts vom Biogas. Sie brauchen aufeinanderfolgende „Trachten“, also Nektarpflanzen. Und mit der derzeitigen Agrarpolitik haben die Landbienen den Stadtbienen gegenüber leider zu oft am Hungertüchlein zu saugen. Das war auch ein Grund dafür, dass ich mich lange nicht für Bienen entschieden habe. Würden sie denn hier noch genug bekommen? Unser alter Imker hatte seine Bestände langsam und frustriert abgebaut, weil es ziemlich oft Knatsch mit Anwohnern gab. Bienen können auch pieken. Das ohne Bienen sich der Planet zwar noch drehen würde, aber die Bewohner mangels Speise keinen Schatten mehr werfen können, das realisieren „genervte“ Anwohner oft nicht.

Wie naturentfremdet wir Menschen teilweise schon sind, habe ich bei meiner Arbeit an der Schule mitbekommen. Als meine kleinen Anvertrauten erfuhren, dass der Honig von der Biene kommt (und zwar nicht als „Handarbeit“) und sogar das Wachs vom Bienenkörper produziert wird, wurden von den meisten Kerzen und Honigschleckereien sofort gestrichen… Ich kann nicht umhin zu fragen, ob es diesen netten Sachkundeunterricht mit Bienchen, Blümchen, Hühnern und Schweinen überhaupt noch gibt. Leute – ich wohne auf einem Dorf! Hier sollten die Kinder doch eine grobe Ahnung haben, wo ihr Essen herkommt…

Aber genug der schlechten Stimmung. Denn bei Undine lernten wir, das wir schon mit ein bisserl Mut und aufgekrempelten Ärmeln viel erreichen können. Wir lernten Bienenanatomie, das Leben der Biene, (das bienentermingesteuerte Leben eines Imkers), Honiggewinnung und Problemlösungen kennen. Denn obwohl es viel zu beachten gibt, beschenken uns Bienen immer noch reich und damit meine ich nicht nur die einfache Honiggewinnung. In Amerika, so hörte ich in einem wissenschaftlichen Podcast, habe man sogar schon Kunstbienen geschaffen. Aus Plastik, leichter als die normale Biene, aber nahezu genauso leistungsfähig. Ein kleines Manko besteht derzeit noch: Die Energieversorgung der Robo-Bienen…, sie haben alle noch Kabelanschluss.  😉 Gut so… denk ich mir. Die Biene erfüllt viel mehr Aufgaben, als nur das schlichte Bestäuben. Und wer mal Kunsthonig gegessen hat, außereuropäische Honig-Fußboden-Fegemischungen auf dem Brot hatte, oder schlicht „EU-Gesamtgemischhonig“ als Zutat in ein Badeöl gegeben hat und sich ob des sich dort ständig vergrößernden Gebildes in einem Horrorfilm wähnte, der wird jedes Glas „deutschen Imkerhonigs“ mit Leib, Leben und Geldbeutel verteidigen. In meine Kosmetik und in meine Heilmittel kommt nur noch deutscher Honig! Am allerliebsten vom Imker meines Vertrauens und demnächst hoffentlich von mir…

Guter Rat: macht es genauso. Und nicht nur deswegen, weil sich im nichtdeutschen Honig gern mal Faulbruterreger tümmeln. Die schaden uns zwar nach bisherigen Erkenntissen nicht (unseren Bienen schon), aber wer diesen Gammel mal gesehen hat, möchte bestimmt nicht einmal Bruchteile davon auf dem Brötchen.

So absolvierte ich also brav Undines Kurs, fühlte mich durch das Erlernte gestärkt, hatte aber noch nicht genug Mut, mich dem kräftigen Summen von Angesicht zu (tausenden) Angesichter zu stellen. Bei den praktischen Arbeiten an den Völkern war ich meist nicht in erster Reihe zu finden und gab mich sehr zögerlich.

Der Kurs neigte sich dem Ende und ich dachte mir: „Zum Kuckuck, reiß dich zusammen, probiers einfach aus. Wenn du dich jetzt nicht traust, kriegst du das später allein gar nicht hin!“

Und das war gut so: Die Bienchen haben mich nicht mit Frontalangriff und Masse überwältigt, sondern verhielten sich recht ruhig und kooperativ. Ich wurde auch immer ruhiger, ja geradezu meditativ. Die Durchsicht klappte gut und ich hab tatsächlich auch begriffen und auseinandergehalten, was ich da zu sehen bekam. So… ran an den Speck, äh Honig! Ich meldete mich als Interessentin für einen Ableger bei Undine.

Wie grau ist alle Theorie. Das weiß ich natürlich auch. Und egal wie gut der Vorbereitungskurs war, in der Praxis wird mich sicherlich manche Unsicherheit einholen. Daher wagte ich noch einen Anlauf in unserem Imkerverein, dieses Mal bei einem anderen Ansprechpartner, den mir eine Nachbarin genannt hatte.

Der war typisch norddeutsch/zurückhaltend, aber nett. Ja, ich könne gerne in den Verein kommen. Wie denn, fragte ich nochmals. Ja, indem ich einfach so eine Beitrittserklärung unterschreiben würde. Wo ich die denn bekäme…. Na bei ihm, aber gerade hätte er leider keine Zeit, er wolle sich nächste Woche mal melden.

Das war vor drei Wochen. Bisher hat er sich leider nicht gemeldet, vielleicht meine Nummer nicht richtig notiert, oder mich vergessen. Aber Undine vergaß mich nicht, sie rief an, weil sie ein Völkchen hätte…

Ein VOLK! Kein Ableger, oder so. Also eine richtige (große) eingespielte Gemeinschaft. Und sie wollte diese meinen unerfahrenen Händen anvertrauen. Mir wurde schon etwas mulmig. Das das so schnell ging… und immer noch keine Antwort vom Imkerverein. Dabei wäre ein Beistand vor Ort schon nett gewesen. Ich werde es aber nächste Woche nochmal versuchen. Vielleicht hab ich dann endlich Glück.

Ich packte also alle käuflich erworbenen Utensilien, meinen Mann und meinen Mut zusammen und holte die Bienchen ab… Bis zu dem Zeitpunkt, als wir die Beute im Auto hatten, verlief alles recht geschmeidig…

Aber ich gebe das besser in Protokollform wieder:

Ca . 21:00 Uhr
Zustand Bienen: ruhig – ein Ausreißer oder heimlich ins Auto geschlichener blinder Passagier. Durch Panik der angehenden Jungimker leider umgehend ums Leben gekommen. Bewohner Beute: -1
 Zustand Transporteure: gebanntes Anstarren der Beute für die nächsten 250 km, um weitere eventuelle Freiflieger zu sichten.
Ca. 22:00
Zwischenstopp zwecks Geldeintreibung. In den Fuß gestochener Fahrer humpelt zum Kunden. Beifahrer belauschen die nun bei abgestelltem Motor gut zu vernehmende Beute. Einzelne deutlich lautere Summgeräusche, Morsezeichen ähnelnd, sind zu hören. Beifahrer stellen Vermutungen zur Bedeutung an, einigen sich auf die These, dass die Bienen einen Angriffsplan für die Zeit der Schaumstoffentfernung aushecken. Streichhölzer werden gezogen, um den „freiwilligen“ Öffner zu ermitteln.
Ca. 23:45
Hausherr tastet sich unsicher mit Beute durch den stockdunklen Garten. Hausherrin stichelt über die seit Jahren angekündigte Absicht, die Außenbeleuchtung zu reparieren und die Taschenlampe an einem gut erreichbaren Platz zu deponieren. Hausherr hebt zur Gegenargumentation an, die durch das plötzliche Auffinden von nachlässig auf dem Rasen hinterlassenen Gießkannen, Pflanztöpfen und Fahrrädern (hauptsächlich berührt durch den mittlerweile auf Schuhgröße 45 angeschwollenen Gasfuß) abrupt gestoppt wird. Die elegant wiedergefundene Balance wird umgehend durch den Garten durchstreifenden Lauferpel beeinträchtigt, der die ständig verschobene Reparatur des Entenzauns ausnutzt.
Nach Erreichen des gestern gebauten Unterstandes, fällt es dem mittlerweile asthmaverdächtig keuchenden Hausherrn auf, dass umgebende Grünpflanzen sich auf der Ablage ausgebreitet haben und ein  gerades Aufstellen nicht möglich ist. Im Schein der mittlerweile flackernden Minitaschenlampe aus der Kinderkramkiste wird das Unkraut gejätet und die Bienenbehausung ausgerichtet.
Nach Freigabe des Fluglochs durch die Hausherrin sehen die Wächterbienen beim Anblick der beiden seltsamen Figuren von ihren Angriffsplänen ab und beginnen umgehend mit der Instandsetzung des Stocks, der durch die „sportliche“ Fahrweise des Dickfußes einige Wachsbröckchen verloren hat.
Endlich humpeln und schlurfen die Jungimker nach getaner Schwerstarbeit in Richtung eigener Wohnstatt. Aus dem Kräutergarten ist für Aufmerksame ein feines summendes Gelächter zu vernehmen…
23:24
Leises Summen aus dem Garten, Schnarchen aus dem Haus…
Das war gestern… Gute Nachricht heute: Den Bienen geht es bestens! Sind fleissig am Bauen und erkunden trotz miesen Wetters die Gegend.
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Das erste Bienchen traut sich raus…
Jetzt, wo die Sonne etwas rauskommt, wird das Summen im Stock dynamischer. Die Bienen haben sich auch schon weiter vorgetastet. Jetzt fliegen richtig Bienen in meinem Garten! Toll!
Morgen schau ich mal näher rein und ein paar Tage später meine erste alleinige Durchsicht und das Aufsetzen des Honigraumes. Da sie bisher keinen Honigraum hatten, haben sie Honig in den Brutraum eingetragen, schade, da kann ich nichts von „klauen“.
Und trotzdem „Daumendrücken“. Wie gesagt, es gibt viel, was einem Bienenvolk passieren kann. Und vielleicht erkenn ich als Anfängerin nicht alles (gleich).
Trotzdem freu ich mich riesig. Einfach das sie da sind. Und später, dass ich mit Propolis und Honig weiter experimentieren kann.
Auf den ersten Stich freu ich mich nicht. Aber das gehört dazu. Und wenn ich nicht gerade allergisch bin, ist der sogar sehr gesund… blutdrucksenkend zum Beispiel. Vielleicht haben deswegen viele Imker die Ruhe weg…
*

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Schön leise durch die hinter Tür – wie immer – kommt die nächste EU -Entmündigung auf uns zu…

Der normale Bürger bekommt das vielleicht gar nicht so mit. Möglicher Weise merkt er nur, dass seine Lieblingstomatensorte nicht mehr bei seinem Händler im Sortiment ist. Genau wie seine Gurken, oder die Apfelsorte, die schon seine Oma im Garten hatte…

Die EU schlägt zu. Das fällt eigentlich nur auf, wenn man genau und auch ein wenig zwischen den Zeilen liest. Aber am Montag wird eine Eingabe gemacht, die mich erschauern lässt – ganz einfach, weil ich jetzt schon unter einigen EU-Bevormundungen zu leiden hab. Eine – den Euro – kennt ihr ja alle. Aber der ist vergleichsweise harmlos…

Die EU will unser Saatgut reglementieren. Und das zu Lasten alter Erhaltersorten. Unsere Agrarriesen wie Bayer und Monsanto werden davon profitieren. Merkt auf: Bayer und Monsanto sind „Agrarriesen“. Hattet ihr nicht auch gedacht, es währen reine Chemiekonzerne? Mitnichten!

Nun also der Schlag gegen die Artenvielfalt und ein gesundes Genreservoir.

Genaues kann man seit Tagen in der Presse oder eben auch bei Greenpeace nachlesen. Ich lege jedem ans Herz, das zu tun:

http://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/nachrichten/artikel/eu_verordung_bedroht_artenvielfalt/

Greenpeace nimmt kein Blatt vor den Mund (obwohl es dank Greenpeace noch Blätter gibt).

Die Züchtung von Saatgut soll ähnlich reglementiert werden, wie Arzneimittelzulassung. Kleinere Saatzuchten oder gar Bauern und Gärtner, sehen dann keine Sonne mehr. Also werden schlicht weniger Sorten zugelassen.

Aber auch der normale Kleingärtner soll nach Befürchtungen von Greenpeace (und auch anderen Stellen) seine Lieblingssorten nicht mehr tauschen oder handeln dürften.

Teure, komplizierte Zulassungsverfahren begünstigen die Hybridsorten der Saatgut-Industrie wie Syngenta, Monsanto oder BASF“,

warnt Benny Härlin von Save Our Seeds. Alte oder regionale Sorten hätten dann „keine Chance mehr“. „

Es gibt unter Kleinanbietern die Befürchtung, dass nationale Spielräume in den gesetzlichen Regelungen verloren gehen und die neuen Auflagen das Zumutbare deutlich übersteigen“,

sagt Rudolf Vögel vom Landesumweltamt Brandenburg.

(http://www.nordbayern.de/ressorts/schlagzeilenseite/eu-saatgutrecht-droht-dem-bamberger-hornla-das-aus-1.2877570)

„Und?“ mag jetzt der eine oder andere fragen, „wäre das so schlimm?“

Nun ja, euren Geschmacksknospen tätet ihr schon mal nichts Gutes. Unserem Nutzpflanzengenpool (dem Natürlichen) auch nicht. Aber es steckt noch viel mehr dahinter: Schon heute werden wir von „totem Saatgut“ überschwemmt. Bauern können Neusaaten nicht aus ihrer eigenen Ernte bestreiten, weil das Getreide nicht mehr keimfähig ist (Verboten hat es Monsanto allemal – als einzige Firma, die je ein PATENT AUF EINE PFLANZE bekommen hat). Die mit Monsanto Unkrautvernichter behandelteten Böden (Roundup) lassen nur noch Monsantosaaten zu, die sind, aus gentechnischen Gründen, da wunderbar resistent gegen…

Vielleicht habt ihr sogar mitbekommen, das da tief im Eis eine Station gebaut wurde, die unsere kostbaren Saaten für den Fall einer Katastrophe erhalten soll. Hier wird Saatgut eingelagert, damit es in so einer Extremsituation für den Menschen erhalten bleibt. Ihr dürft mal raten, wessen Saatgut…

Bisher bieten Kleinzüchter oft eine Reihe von Samen alter Sorten an, die Verkäufe liegen demnach im Jahr aber oft nur „im zweistelligen Bereich“. Wenn Kleinzüchter dafür einen kostspieligen Aufwand wie ein Großkonzern betreiben müssen, lohne sich ein breites Saatgutangebot nicht mehr,

befürchtet Vögel, der auch Mitglied im Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg (VERN) ist.

Angesichts der Unruhe in der deutschen Saatgutszene hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) schon einmal vor der Veröffentlichung der Kommissionspläne einen Warnschuss Richtung Brüssel abgegeben:

„Gärtner und Züchter, die das Artenreichtum und die Sortenvielfalt erhalten, müssen auch künftig ohne Einschränkung anbauen können“, stellt die Bayerin klar. „Es darf nicht soweit kommen, dass Privatgärtner für ein paar Samenkörnchen eine amtliche Zulassung vorzulegen haben. Kleine Züchter müssen von der Zulassungspflicht befreit werden

(Quelle: http://www.nordbayern.de/ressorts/schlagzeilenseite/eu-saatgutrecht-droht-dem-bamberger-hornla-das-aus-1.2877570)

Ihr seht, das ist nicht nur die Panikmache einer kleinen Kräutertante. Viele nehmen das Ernst. Noch wissen wir nicht genau, was die EU sich im Einzelnen ausgedacht hat. „Die EU“ – das k… mich sowieso an. Wer sich hinter solchen Entscheidungen versteckt, lässt sich ja kaum sagen. Ob die „EU“ sich solche Aktionen aus Geltungssucht, Dummheit oder Bestechlichkeit ausdenkt, auch nicht.

Wer ist denn die EU? Ich dachte immer: Wir alle. Aber mittlerweile seh ich das anders. Proteste gegen diese Entmündigungsaktionen sehe ich länderweit. Also wessen Interessen verfolgen die EU-Gesetzgeber?

  • Viele kleine Naturheilmittelhersteller lassen wegen ähnlicher Repressalien ihre Arzneimittel in der EU nicht mehr zu oder haben die Palette stark eingeschränkt.
  • Unser Bier kennt kein Reinheitsgebot mehr.
  • Demnächst unser Honig auch nicht. Obwohl ein Imker erfolgreich gegen die „Verunreinigung“ seines Honigs mit Genpollen (und damit seine Unverkäuflichkeit) geklagt hatte, scheint jetzt dieses Urteil wieder gekippt zu werden. Man will Genpollen als natürlichen Zusatz zulassen.

Soylent green“ sag ich nur… (die jüngeren unter euch sollten mal nachschlagen, was ich damit meine, was für ein Zeug das ist und warum das so lecker ist… Google dein Freund…)

Wehrt euch! Wer nicht glaubt, was da auf uns zukommen könnte, dem empfehle ich dringend den sehr aufschlussreichen Lehrfilm über Monsanto…

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Aber es sage bitte keiner, er hätte es nicht gewusst. Ihr müsst diesen Film wahrscheinlich nicht unbedingt kaufen, es gibt ihn immer mal wieder bei „Arte“. Wer danach noch ruhig schlafen kann, dem ist wohl nicht zu helfen. Dem wünsche ich guten Appetit mit seinem Einheitsgemüse.. (womöglich mit Frosch- oder Ziegengenen… oder im Dunkeln leuchtend – kein Witz!)

Bisher hatte sich Deutschland ganz gut gegen amerikanische Verhältnisse dieser Art wehren können. Aber seit der EU weicht der Widerstand auf.

Soooo… nach diesem doch relativ militanten Beitrag werde ich in die Kräuter gehen. Noch sind die nicht patentiert oder reglementiert. Leider aber nicht „roundup“ – resistent.

Wer hat nochmal gesagt, er würde noch ein Bäumchen pflanzen, wenn morgen die Welt untergehen würde?

Ich jedenfalls werde Imkerin! So… bekomme nächste Woche mein erstes Volk. Und das OBWOHL ich auf dem Land mitten in einer Maiswüste lebe! Und OBWOHL ich weiß, dass Landimker (eben auf grund solcher Maiswüsten und Pestizideinsätzen) fast nur noch die Hälfte der Stadtimker „ernten“. Ich hoffe darauf, dass wir das alles wieder hinkriegen. Aber dazu muss leider auch der eine oder andere bitte seine reine Konsumentenhaltung aufgeben und ein wenig laut werden. Es geht um uns, unsere Natur, unsere Gesundheit und Lebensqualität.

Bin übrigens am Überlegen, ob ich nicht doch (der saubereren Luft wegen) in die Stadt ziehe…

In was für Verhältnissen müssen wir unsere Kinder groß ziehen…

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