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Archive for the ‘Magie’ Category

Es war wieder ein Jahr der Prüfungen für mich. Treue Leserinnen haben sich das durch den verwaisten Blog vielleicht schon gedacht. Olaf Rippe von natura-naturans kündigte 2016 als Jahr an, „in dem die Sterne streiten“. „Na klasse“, dachte ich damals, glaubte mich persönlich aber relativ sicher, da die Vorhersage eher global gemeint war.

Ja, die Sterne streiten. Aber warum mit mir?

Sie stritten nicht nur mit mir. In meinem Umfeld gab und gibt es vermutlich noch viele Krisen zu meistern. Also rüsten wir uns!

Ich gönnte mir gerade eine Teilnahme an den Frauenheiltagen von natura-naturans. Sehr oft nehme ich die Angebote dort nicht wahr, was aber hauptsächlich der Entfernung geschuldet ist.

Die Gästeliste versprach Aufregendes. Und so war es denn auch:

 

Zunächst lauschten wir einem bewegenden Vortrag von Prof. Dr. Ingrid Gerhard. Sie machte eindringlich klar, wie sehr unsere Gesundheit und unser Gefühlsleben den Hormonen unterworfen sind. Eigentlich nichts Neues, gerade für uns Frauen. Erschreckend jedoch: die vielen hormonähnlich wirkenden Substanzen in unserer Umwelt. Ja, auch das wusste ich bereits. Schon mein Zahnarzt entfernte mir die damals so bejubelten Plastikplomben, die östrogenähnliche Wirkungen haben sollten und dem alten Amalgam da wohl kaum an Gefährlichkeit nachstanden. Er zeigte mir einige überzeugende Studien aus Schweden und den USA. Doch „wissen“ und „bewusst werden“ sind zwei unterschiedliche Dinge.

Prof. Dr. Ingrid Gerhard befasst sich seit Jahrzehnten mit der Problematik der Umwelteinflüsse. Vielen von uns ist der Holzschutzmittelskandal noch in reger Erinnerung. Aber haben wir daraus gelernt? Mitnichten. Über 200 Stoffe stellen uns Industrie und Landwirtschaft „zur Verfügung“, die unsere sensiblen Systeme aufs Gefährlichste belasten. Welche das sind, warum einige schon in anderen Ländern, aber nicht in Deutschland verboten sind und was wir trotz Allem tun können, erfahren wir in unseren Medien nicht. Diese Informationen müssen wir uns selbst beschaffen. Zum Beispiel bei Frau Dr. Gerhard:

http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/

Als wertvollen Tipp gab uns Frau Dr. Gerhard auch noch die App „ToxFox – Der Produktcheck des BUND“ mit auf den Weg, mit der man die Inhaltsstoffe von Kosmetika sofort überprüfen kann. ToxFox lebt vom Mitmachen. Da könnte natürlich auch mal jemand Inhaltsstoffe ein wenig „schönen“. Mitdenken ist daher immer erlaubt.

Auch die App „Codecheck“ von Codecheck.info ist einen Blick wert. Sie überprüft neben Kosmetika auch noch Lebensmittel.

Beide Apps sind kostenlos. Wer kein Smart- oder Iphone besitzt, kann auch direkt auf den Webseiten die Codes eingeben.

Danke Frau Prof. Dr. Gerhard für diesen Tipp!

 

Das Kontrastprogramm zu chemischen Formeln und medizinischen Studien bot uns schließlich Marlis Bader. http://www.marlis-bader.de/

Vor allem den Räucherfreudigen dürfte sie längst ein Begriff sein. Es soll ja noch immer Menschen geben, die Räucherwerk nur für Schall und Rauch halten, aber die würzigen Wolken können viel, viel mehr. Schon seit Urzeiten werden Räucherungen zum Schutz, zu Heilzwecken und für die Seele eingesetzt. Medizinische Räucherungen waren aber nicht das aktuelle Thema. Marlis Bader ging auf die Kraft des Heilrituals ein.

Für mich fiel da ein wichtiger Kernsatz: „Irgendwann nehm ich die komplette Verantwortung zu mir!“

Das schreibt euch auf! Das ist so was von essentiell. Das gilt für alle Lebensbereiche: Die Verantwortung übernehmen. Etwas, was heute kaum noch jemand macht. Wie schnell finden wir die „Schuld“ bei anderen! Aber gerade für unsere Gesundheit müssen WIR die Verantwortung übernehmen. DANN ist Heilung möglich!

Bitte nicht falsch verstehen: Damit ist nicht gemeint, jedem Arzt und Therapeuten die Freundschaft zu kündigen. Damit ist einzig und allein gemeint, sein Hirn einzuschalten, besser noch den Bauch und SELBST zu entscheiden, welchen Weg man geht. Und dann dazu auch zu stehen. Ob das der Schulmedizinische oder ein Alternativer ist, liegt bei euch.

Für ein Heilritual entscheide ich mich meist, wenn die anderen Wege erfolglos waren. Mit dieser Intention, mit der Eigenverantwortung und dem wirklichen Wollen (manch einer profitiert doch von den Umständen seiner Krankheit und will sie nicht loslassen), kann ein Heilritual gewaltige Kräfte entfalten.

So einem Ritualbeispiel durften wir folgen. Obwohl es nicht wirklich praktiziert wurde, war doch die Kraft spürbar.

Für jeden Räucherfreund und die, die es werden wollen, sind die Bücher von Marlis Bader Pflicht. Schon allein, weil sie unserer Räucherkultur näherstehen: Marlis bevorzugt einheimische Kräuter. Da freuen sich nicht nur Herz und Seele, sondern auch der Geldbeutel.

 

Margret Madejsky schließlich, die diese Veranstaltung mit ihrem Team ins Leben gerufen hatte, gab uns wertvolle Tipps zum Entgiften, speziell in Bezug auf unsere hormonelle Balance. Ja, auch da wusste ich schon Einiges. War ja nicht zum ersten Mal hier. Aber Asche auf mein Haupt … Da war doch was mit dem Wissen und Umsetzen …

Als wunderbaren Entgiftungstrank empfahl sie uns unter Anderem einen Leberentlastungstrank mit Kurkuma und Zitrone.

Den verrate ich euch hier nicht … Ihr könnt euch gern mal mit natura-naturans selbst befassen. Oder mit Google. Aber Letzteres kann auch einige Obskuritäten an den Tag bringen. Ein Blick auf die Webseite http://www.natura-naturans.de ist auch für die wertvoll, die eben nicht bis nach München reisen können. Viele Beiträge sind hier kostenlos online gestellt und man kann sich jeden Vortrag auch als DVD bestellen.

 

Am nächsten Tag durften wir Dr. rer. nat. Ursula Stumpf genießen. Ja, „Dr. rer. nat.“ Das mag man so gar nicht glauben, wenn man Ursula erlebt. Sie ist so natürlich und menschennah, wie deine beste Freundin und nicht etwa zurückhaltend oder dozierend, wie solche Titel manch einen befürchten lassen. (Ich hoffe, Ursula nimmt mir das nicht krumm).

Ich habe Ursula Stumpf (die Titel lass ich jetzt mal weg, bei meiner Freundin würde ich die auch nicht voransetzen) meine intensive Zuwendung zu Heilkräutern zu verdanken. Ihr erstes Buch über Seelenkräuter (Es hieß glaub ich, „Kräuter für Wellness …“) hat mich ins Leben zurückgeholt. Ich habe mich zwar schon von Kindesbeinen an für Kräuter interessiert, aber eben auch diese nicht wirklich „ernst“ genommen. Erst eine schwere Lebenskrise ließ mich nach pflanzlichen Verbündeten suchen. Ich dachte damals, wenn Krankheiten seelische Ursachen haben, dann müssten doch auch Kräuter bei kranken Seelen helfen. Dann fand mich dieses Buch. Ursula war meines Wissens die Erste, die Kräuter und Seele in Verbindung brachte. Aus diesem Buch hab ich auch meinen „Scheiß-Egal-Tee“ geklaut, der so wirkt, wie er heißt. Bei Ursula heißt er, glaub ich, „Tee für funktionelle Herzbeschwerden …“ Dieses wirksame Rezept nutze ich schon so lange, dass ich über Jahre nicht mehr sicher war, wo ich es eigentlich her hatte. Es war mir während meiner Panikattackenzeit eine große Hilfe. Ich habe diesen wunderbaren Tee dann auch etwas später unverfänglich mit „Gelassenheitstee“ betitelt und das Rezept bereit gestellt. Ihr findet es hier. Er wirkt wirklich wunderbar, bringt Ruhe im Sturm, sollte aber, wie alle Heiltees, nicht zur Gewohnheit werden.

Natürlich hab ich auch alle ihre Bücher im Regal. Keine Frage! Und ganz besonders freue ich mich über zwei Neuerscheinungen von ihr:

 

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Unsere Heilkräuter

und

 

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Meine Pflanzenmanufaktur

 

 

Das Bestimmungsbuch ist eines der Besten, das mir bisher untergekommen ist:

– gute Farbfotos UND

– hilfreiche Detailzeichnungen

– Heilrezepte

– Seelenwirkung.

Die Kombination von Detailzeichnung und Foto ist wunderbar. So hab ich zum Beispiel das erste Mal in meinen langen Kräuterhexenjahren ein exaktes Unterscheidungsmerkmal von Ackerschachtelhalm und Sumpfschachtelhalm gefunden, dass NICHT vom Fruchtstand abhängig ist. Eine eindeutige Kaufempfehlung, zum Beispiel über obigen Link.

Meine Pflanzenmanufaktur“ ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber für Kräuterfrauen wie mich ganz bestimmt: Hier wird mit Kräutern kreativ gearbeitet. Von nützlichen Dingen wie dufte Körbchen, Pflanzenfarben, Schneebesen, bis zu spielerischen, wie einen „Nütztnichts„. Na und gerade den, den werde ich wohl brauchen, diesen Nütztnichts.

Für mich Wissenshungrige total interessant, war die Herstellung von Birkenpech. Das will ich schon lange wissen und habe die kläglichen Versuche einiger Geschichtsprofessoren in Steinzeitcamps verfolgt. Aber Ursula hat diese Hürde gemeistert. Da kommt dann wohl doch die Apothekerin mit ihrem fundierten Wissen über chemische Vorgänge durch. Eine Apothekerin, die sich den Heilpflanzen verschrieben hat, fundierter kann Wissen nicht kommen.

Das mit dem Birkenpech versuche ich demnächst auch. Ich werde euch berichten. Leider sind Birken bei uns recht rar.

Ursulas empfehlenswerte Webseite findet ihr hier:

http://www.kraeuterweisheiten.de/

 

Auch die nächste Referentin konnte einen Dr.-Titel vorweisen. Und ich freue mich jedesmal, wenn Medizinstudium und Kräuterwissen zusammenkommen. Ebenfalls eine unschlagbare Kombination. Ich spreche von der Frauenärztin Dr. Heide Fischer. Spätestens nach der Aufforderung: „Laden Sie Ihre Nachbarinnen doch mal zum Vaginalzäpfchen gießen ein„, das ihrem Buch „Frauenheilpflanzen“ entnommen ist, haben auch ihre Werke einen festen Platz in meinem Regal. Ich habe damals beim Lesen dieser Idee lachend quer über dem Buch gelegen. Meine lieben aber erzkonservativen Nachbarinnen – beim Gießen von Vaginalzäpfchen. Dazu einen Kaffee …   Wer Heide Fischer life erlebt, wundert sich allerdings nicht mehr. Sie hat einen herrlichen Humor.

Rezepte aus diesem Buch habe ich schon öfter erwähnt, zum Beispiel die „Feuer im Becken„- Salbe, aus dem Artikel „Wenn die Lust zur Last wird“.

Wer sich mit den normalen kleinen bis mittleren Beschwerden des Frauseins befassen muss, oder auch mal näher ins Frausein spüren will, der ist mit diesem empfehlenswerten Buch sehr gut beraten. Wer jedoch ein größeres Päckchen zu tragen hat, der sollte mal in die anderen Werke schauen. Ja sogar eine Meditation gibt es von Heide Fischer, die ich inhaltlich zwar gut finde, mit der Sprechstimme werde ich aber nicht warm.

Auch Heide Fischer hat etwas Neues herausgebracht:

 

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Ab 40

 

Nach ihrem Vortrag zum Thema „Hormone“ und dem Studium dieses Buches habe ich festgestellt, dass auch ich in den letzten 15 Jahren hormonell völlig falsch gelegen habe … Ich bin dabei, die Tipps umzusetzen. Natürlich werde ich berichten, ob mir das gelungen ist.

Obwohl auch Heide Fischer über ein ernstes Thema referierte, brachte sie uns mit ihrer sympathischen, fröhlichen Art mehrfach zum Lachen. Eine unkomplizierte Frau. Jedenfalls uns gegenüber. Ich könnte mir vorstellen, dass sie bei einer konservativen, mit hochdosierten Hormonen behandelnden Ärzteschaft, schon die Zähne zeigen kann. Wer mehr wissen will: http://www.frauen-naturheilkunde.de/

 

Olaf Rippe kam uns dann „sinnlicher“. Gibt es ein schöneres Heilmittel, als die Liebe? Sogar einen Liebestrank durften wir für die Anwendung zu Haus mitnehmen. Dazu folgt hier jetzt nicht mehr. Lasst eurer Fantasie freien Lauf. Es lebe die Venus!

 

Gabriela Nedoma haben wir es zu verdanken, dass sowohl die Gemmotherapie (Knospentherapie), als auch die wirklich pure Naturkosmetik wiederbelebt wurde. Ihr Vortrag ließ uns in Großaufnahmen von Knospen und deren Querschnitten schwelgen, die uns in völlig neue Welten enführten. Oder wusstet ihr, dass eine sich gerade öffnete Knospe im Inneren Lichter erzeugt? Ein Minikosmos …

http://www.gruenekosmetik.at/index.php

Eine ebenfalls sehr empfehlenswerte Seite. Gabriela gibt auch einen Newsletter heraus.

 

Natürlich gibt es auch von Gabriela zwei empfehlenswerte Neuerscheinungen:

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Vegane Kosmetik

In Zusammenarbeit mit der genialen Siegrid Hirsch (deren Bücher auch ins Regal gehören!)

und

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Das große kleine Buch: Naturwaschmittel aus Wald und Wiese

 

„großes kleines Buch“ ist absolut treffend. Es ist, anders als es hier vielleicht scheinen mag, wirklich ein kleines Bändchen. Es werden auch „nur“ Rosskastanie, Seifenkraut und Efeu besprochen. Aber das ausführlich. Für mich gab es da doch noch was zu lernen. An Efeu als Hustenmittel hatte ich mich in Eigenregie bisher nicht ran gewagt. Da musste ich doch zum Apothekenmittel greifen. Was mir an den käuflichen Mitteln aber so gar nicht behagt, sind die Zusatzstoffe.

 

Vollgepackt mit Wissen und Inspiration fuhr ich nach Hause. Es gibt viel zu tun! Ich kann jeder nur empfehlen, bei den nächsten Frauenheiltagen dabei zu sein. Das tun wir für uns! Und damit auch für unsere Familien!

Wer nicht kann: Da gibt es ja immer noch die DVD´s …

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Eigentlich wollte ich ja schon längst weg sein. Auf großer Kräutertour… das Wissen unserer Mütter sammeln. Wer diesen Blog verfolgt, hat allerdings auch alle Steine kennengelernt, die mir in den Weg gerollt wurden. Das waren zum Einen die ewigen Ausfälle meines nagelneuen Hobby Wohnmobils, zum Anderen aber auch private Hindernisse.

Jetzt ist es einigermaßen startklar (nur die Heizung ist nicht so ganz in Ordnung und die maroden Drehsitze werde ich wohl nie ersetzt bekommen) und dann musste mein Papa ins Krankenhaus. Zum Glück nichts Schlimmes, wohl aber in der Mobilität (seiner) sehr beeinträchtigend. Also irgendwas ist immer. Ihr kennt das sicher.

 

Darum bin ich einfach losgefahren. Ja, es werden, wie im letzten Jahr auch, zunächst sicher wieder nur kleine Mehrtages – Etappen werden, bis sich die Situation mit meinem Vater geklärt hat.

 

Ich nutze die Zeit und besuche die schönen Orte, die im Sommer sicherlich mehr als überlaufen sind. Mein erster Anlaufplatz ist ein traumhafter Stellplatz in Maasholm:

 

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Maasholm – auch bei trübem Wetter eine Reise wert

 

 

Ich dachte, um diese Zeit wäre hier kein Mensch. Da irrte ich mich aber gewaltig. Es stehen schon einige Wohnmobilsten hier, die ebenfalls den wunderbaren Meeresstellplatz (ja, für alle die, die es nicht wissen: die Schlei ist ein Fjord und kein Fluss!) genießen. Direkt am Wasser stehen, erstklassige, penibel saubere Sanitäranlagen und ein spitzenmässiges Bistro, direkt am Yachthafen. Die Inhaber haben ein Herz für Wohnmobilisten und geben gern ihren leckeren Cappuccino mit samt Tasse ab, schlicht darauf vertrauend, das es wiederkommt, das Porzellan. Ohne Pfand…

Aber es soll hier ja nicht vorrangig um Stellplätze gehen. Sondern um Kräuter und Wildgemüse. Da hab ich mir vor Jahren schon Maasholm auf die Wunschliste geschrieben, denn hier gedeiht ein Kraut, das ich besonders mag, in üppigen Mengen… und das sollte gerade jetzt im März Erntezeit haben…

 

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Das leckerste Wildgemüse Maasholms – noch sehr zurückhaltend

 

Nein, das ist keine wundersame Tentakel eines außerirdischen Wesens – normaler Weise sollten aus den dunklen Knospen bereits wunderbare krause tief violette oder auch schon sattgrüne Blätter gesprossen sein. Hier erwartete ich ungeduldig die zarten jungen Triebe des Meerkohls (Crambe maritima).

Wie es aussieht, muss ich auch noch länger warten. Die Wetterkapriolen machen nicht nur dem Kulturgemüse zu schaffen. Obwohl er auch das schon war, der Meerkohl, ein Kulturgemüse. Zu viktorianischen Zeiten heiß gehandelt. Sein Geschmack hat etwas Haselnussähnliches mit leicht bitterer Note. Also bevorzugt frische Schosse und gebleichte Stellen verwenden. Leider wurde er übermässig geerntet und ist in seinem Bestand sehr zurückgegangen. Darum ist die Ernte vielerorts verboten. Zum Glück ist er auch in Kräutereien zu bekommen und wächst dann prächtig gut und gern 12 Jahre für euch. Der Strunk dort oben ist etwa unterarmdick (schlanke Unterarme, nicht meine.. 😉  ).

Sein Nährwert lässt sich sehen. Neben einem hohen Mineralstoffgehalt wartet er auch mit reichlich Vitamin C auf, was ihn bei den Seefahrern zu einem beliebten Reisebegleiter machte.

 

Gut, das war nichts. Noch nicht. Aber man kann ja wiederkommen. Doch schauen wir erst mal, ob hier nicht noch was wächst und siehe da, das tut es:

 

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Strandbeifuß

 

Der Strandbeifuß treibt aus. In diesem Zustand ist er lecker auf Butterbrot. Da braucht man ja auch nicht die Mengen. Selbstverständlich kann man ihn auch wie seinen großen Bruder, den gemeinen Beifuß, zum Räuchern, bei Ritualen und zum Putzen seiner Glaskugel benutzen (tatsächlich wurden Kristallkugeln zum Hellsehen damit abgerieben. Vielleicht sollte man sein Tarot in Beifuß wickeln?).

Für Heilzwecke würde ich mit dem Ernten noch ein wenig warten. Hier punktet der Beifuss mit den ätherischen Ölen und die brauchen nun einmal Sonne. Um die Sonnenwende bis in den August wären da die Erntezeiten, auf alle Fälle jedoch vor der Blüte.

Insgesamt ist dieser zarte Vertreter der Artemisien sanfter. Auch im Aroma. Nicht ganz so bitter, wie der große Bruder. Daher nimmt man ihn auch als Geschmacksgeber im Wumken.

Aber nicht nur mein geliebter Beifuß lässt sich schon sehen. Auch ein Gemüse, dass wir eher im Asialaden oder Reformhaus kaufen, vor allem wenn es aus Japan kommt: Algen.

Bah, nee… jetzt mal nicht die Nase rümpfen. Warum in die Ferne schweifen? Warum glaubt ausgerechnet jeder Deutsche, daß das, was bei ihm wächst, giftig ist? Und so wird für Algen oder Goji-Beeren (welche bei uns Unkraut sind) gern viel Geld ausgegeben. Algen aus unseren Gewässern? Na wer will, kann natürlich weiterhin getrocknete Wakame aus Japan holen… Aber ich glaube kaum, das die weniger bedenklich sind, nach dem da alles „strahlt“…

 

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Vegan aus dem Meer – zu jeder Zeit vorrätig

 

Algen haben als Lebensmittel eine lange Tradition. Sie sind sehr nahrhaft und überaus mineralsstoffreich. In England stehen sie noch auf dem Speiseplan. Hier werden sie so geschätzt, daß manch Schafbauer die gute Ware extra vom Strand klaubt, um seinen Tieren mit der Zufütterung derselben etwas Gutes zu tun. Hier kennt kaum jemand ihren Wert auf dem Speiseplan, obwohl ich neulich auf dem Markt beim Fischhändler tatsächlich einen schmackhaften Algensalat bekommen habe.

Was mich angeht, so ess ich Algen in der richtigen Dosis recht gern. Die grüne Alge vom Markt war mit scharfem Dressing angemacht und schmeckte lecker. Unsere heimischen Algen schmecken intensiv nach Meer, mir manchmal schon zu intensiv. Von daher dosiere ich vorsichtiger. Der Geschmack darf nicht dominieren. Algen sind übrigens nicht giftig. Aber natürlich können sie, wie jedes Gemüse, einen nicht mehr zum Verzehr zu empfehlenden Zustand haben. Darum bitte immer pflücken und nicht einfach vom Strand sammeln. Die obersten frischen grünen Spitzen. Alles Andere wird ein bisschen zäh.

Wer das jetzt einmal probieren möchte, dem lege ich ein Wildgemüsebuch ans Herz, das nun nicht das gefühlt tausendste Bärlauchpesto im Repertoire hat, sondern mit erfrischend neuen Rezepten kommt. Eben auch für Alge. Für das vorsichtige Rantasten an das „Superfood“ (ich hasse eigentlich diese neuen Wortschöpfungen und werbewirksamen Schlagworte, aber hier trifft es wirklich zu), empfehle ich das zur Zeit im Handel für den halben Preis erhältliche

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wild kochen von Anette Eckmann.

 

Wer mal wieder frische Wildgemüserezepte sucht, ist hier definitiv richtig. Das Buch ist liebevoll aufgemacht und eben ein bisschen anders: dänisch, einfach, lecker! Oder: dänisch – einfach lecker!

Für den Anfang empfehle ich das Algenknäckebrot. Das hat mir besonders gut gefallen. Oder den Hagebuttenketchup. Aber den gibt es erst später im Jahr.

 

Ihr seht, auch wenn ihr noch nichts seht, in der Natur ist immer etwas da. So gibt es ganz besondere Schätzchen, auch an diesem Plätzchen:

 

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Wilde Möhre

 

Die etwas ruppig aussehenden Samenstände der wilden Möhre sind zu dieser Zeit ihr bestes Erkennungszeichen: Sie ziehen sich zu einem Nest zusammen. Wenn ihr die trockenen Blütenstände pflückt und euch die Mühe macht, sie auseinander zu pulen, kommt ihr auf die Samen der wilden Möhre und damit auf eine Möglichkeit der ganz feinen Küche.

Die von den trockenen Hülsen befreiten Samen quetscht ihr im Mörser (oder Unterwegs mit der breiten Seite eines Küchenmessers) einfach mal an. Sofort habt ihr einen zarten, sehr aromatischen Duft in der Nase. Natürlich kann man auch das ätherische Öl kaufen, aber ist die wilde Ernte nicht viel spannender?

Wenn ihr mal reinschnuppert, habt ihr sofort verschiedene Süßspeisenvariationen vor Augen. Und genau dafür könnt ihr die wilde Möhre nehmen. Wenn der Blütenstand noch nicht ganz so dröge ist, wie hier, sondern noch Grün aufweist, könnt ihr ihn so wie er ist, z. B. in Milch oder Sahne legen und diese über Nacht aromatisieren. Um diese Zeit im Jahr, solltet ihr schon die kleine Mühe auf euch nehmen und alles Vertrocknete herauslesen.

So… und nun ist riechen und schwelgen angesagt. Der Duft umhüllt einen, wie die Arme einer liebenden Mutter! Düfte sind Geschmacksache, aber dieser würde sich auch in einem Parfum gut machen. Er erdet, er wärmt und streichelt die Seele. Irgendwie zeigt das ja schon die Form des Samenstandes: geborgen in einem Nest!  Die Hexlein unter euch können sie natürlich auch räuchern, aber mir persönlich ist in diesem Fall der Duft des Öls angenehmer. Die Wilde Möhre gibt uns in dieser hektischen Zeit, in der alte Werte scheinbar nichts mehr gelten, wieder eine Mitte, einen Halt. Nach Kalbermatten zentriert sie unsere Bewusstseinskräfte. Also auch wieder ein „Zur-Mitte-Kommen“, ein „Wurzeln“.

Dieser kleine Teelöffel voll Samen kann dir zwar den Moment und die Nachspeise versüßen, wenn du die positiven Eigenschaften der wilden Möhre gezielt einsetzen willst, musst du dir das ätherische Öl aber kaufen. Natürlich kannst du auch damit eine Schnupperorgie machen, ich nutze es jedoch gern in pflegender Kosmetik. Ein wahres Tonikum für die Haut, egal ob anspruchsvoll oder aknegeplagt. Auch wer Verführung im Sinn hat, könnte es in einem Massageöl verwenden. Es ist ein Phytopheromon (Sexuallockstoff, der dem menschlichen ähnelt) und wirkt hormonell ausgleichend. Es findet seinen Einsatz daher auch bei Menstruationsstörungen und PMS, oder generell bei Drüsenproblemen (nach Wabner). Die kleine Wilde unterstützt nicht nur die Haut, sondern auch die Leber. Wobei sie doppelt punktet, denn gerade Leberprobleme machen sich oft über die Haut bemerkbar. (Vor der inneren Einnahme des ätherischen Öls sei aber an dieser Stelle nochmals gewarnt. Solche Dosierungen gehören in die Hand einer Fachfrau! Liebe Fachmänner, nicht schmollen, ich weiß, dass es euch auch gibt, aber ich glaube, hier sind die Frauen in der Überzahl).

Man könnte wieder mal einen ganzen Bericht dieser spannenden, wenn auch unscheinbaren Pflanze widmen. Und natürlich wartet ihr wieder auf Rezepte. Dieses Mal möchte ich mich dafür in den Hintergrund zurückziehen und auf den wundervollen Beitrag von Eliane Zimmermann verweisen. Mehr Wilde Möhre geht nicht.

Ihr müsst also nicht Hormocenta* oder Placentubex für die Gesichtspflege nehmen, es geht auch wunderbar vegan!

Für die Jüngeren unter euch: Früher war es durchaus auch üblich, die menschliche Plazenta zu verwerten, besonders in Hautcremes. Von den wertvollen Inhaltsstoffen her verständlich… Später hat man meines Wissens Tierische genommen. Die Generation meiner Mutter hat darauf geschworen. Ob Hormocenta das auch gemacht hat, kann ich nicht sagen, der Name legt es fast nahe und es wurde von vielen behauptet. Heutzutage findet sich jedenfalls keine Plazenta in den Cremes. Ich weiss aber, das einige Hebammen noch Proben zur Weiterverarbeitung zu homöopathischen Globuli nehmen.

So… liebe Grüße also aus Maasholm! Es lohnt sich wirklich, diesen malerischen Ort einmal zu besuchen. Ja, auch der Ort ist wunderschön. Und jetzt wisst ihr ja auch, nach was ihr Ausschau halten könnt, wenn ihr auf Kräutersuche seid.

 

*  in der derzeitigen Rezeptur werden lt. Deklaration keine menschlichen oder tierischen Produkte verwendet.

 

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Endlich wieder unterwegs. Zugegeben: Es war nicht nur die Werkstattpause. Ich scheute mich auch ein bisschen vor dem Touristenstrom. Da immer noch Ferienzeit ist, verkrümele ich mich etwas mehr ins Binnenland. Autark möchte ich wegen der bisherigen Aussetzer meines Womos aber auch noch nicht stehen…

Also schau ich mal nach Rantrum. Hier hat die Gemeinde einen vorbildlichen Stellplatz am Schwimmbad eingerichtet. Zunächst finde ich die Zufahrt nicht, dabei stehe ich direkt davor: ein hoher Metallzaun mit großem Tor. Ich trau mich, mache auf und fahre hinein. Hier gibt es nichts zu meckern. Die Plätze sind ausreichend groß und ordentlich. Wegen meiner lauten Mitfahrer verkrümle ich mich wieder an den Rand des Geschehens…

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Rantrum – ruhig und sauber

 

Schon bald kommt die Platzwartin und erklärt mir alles. Das Schöne: die Nutzung des Schwimmbades ist in der niedrigen Stellgebühr enthalten. Sie zeigt den Neuankömmlingen die Örtlichkeiten. Als Betreiberin des Kiosks des kleinen Bades ist sie auch für die frischen Frühstücksbrötchen zuständig. Was ja leider nichts für mich ist. Trotzdem finde ich den Service toll.

 

Eigentlich habe ich es nicht so mit Schwimmen. Ich schwimm wie ein Hammer und tauch wie ein Korken. Aber die gute Platzwartin redet mir gut zu. Naja… was solls… ist ja im Preis mit drin und ich bin… wie lange…? Meine Güte, bestimmt fünf Jahre nicht mehr geschwommen.

 

Ich schnapp mir meinen Badeanzug und geh die wenigen Schritte zum Becken. Es ist abend und traumhaft ruhig. Ich bin die Einzige hier. Nach ein paar zaghaften Runden komme ich zufrieden aus dem Becken. Ich möchte es nicht gleich übertreiben. Aber es hat mir Spaß gemacht und sehr gut getan.

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Alles meins! Ich bade allein hier…

 

Ich beschließe, irgendwann einmal wiederzukommen. Aber der Hauptgrund meiner Reise ist ja immer noch mein Buch. Wo sind sie, die Rezepte?

Der Stellplatz ist sehr schön, aber die Gegend kein Kräutereldorado. Selbst für jemanden wie mich, der nahezu überall was zu pflücken findet, eine kleine Herausforderung.

Bei der abendlichen Hunderunde gesellt sich eine Anwohnerin zu mir. Wir kommen ins Gespräch und sie verrät mir eines ihrer gesunden Lieblingsrezepte, einen Walnusslikör. Das interessiert mich total, da ich gerade erst zu Haus auch einen angesetzt hatte. Den der freundlichen Anwohnerin gebe ich jetzt noch nicht preis. Den muss ich erst ausprobieren. Für die Neugierigen kommt jetzt aber Eines nach Oskar Marti, von dem ich nahezu jedes Büchlein habe…

 

Walnusslikör

1 l Obstbrannwein

2 Nelken

1/2 Zimtstange

2 El Kakaopulver

1 El Kaffeepulver

20 grüne Walnüsse

1/2 Vanilleschote, längs halbiert

50 g Puderzucker

Die Nüsse (am besten mit Handschuhen) in Scheiben schneiden und mit den restlichen Zutaten 10 Tage an der Sonne stehen lassen, danach 5-6 Wochen kühl ziehen lassen. Abseihen und mindestens noch 3 Monate reifen lassen.

Ein leckeres Verdauungsschnäpschen. Eines von der Sorte, dass man mit Messer verteidigen muss. Manch einer mag auch die gut durchgezogenen Nüsse (die schwarz werden) so essen. Der Schnaps riecht himmlisch und schmeckt toll. An Walnuss denkt da keiner!

 

 

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Walnussliköransatz

 

Wenn die Nüsse ausziehen, färbt der Ansatz in getrennten Farben durch. Ein kleines Schauspiel. Später wird der Likör schwarzgrün.

Bei uns war es nicht einfach, Walnussbäume zu finden. Wer einen in der Nähe hat, sollte den Likör unbedingt mal ausprobieren. Am besten sind Juninüsse. Die Schale muss noch grün und das Innere noch weiß sein.

 

Dann entdeck ich aber doch noch ein Kräutlein, dass üppig in unseren Wäldern wächst, aber kaum einer findet… (weil es unscheinbar ist?)

Zumindest die Hexen unter euch sollten es kennen:

 

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Kaum einer nimmt es wahr…

 

Na? Erkannt?  Es ist das große Hexenkraut, Circaea lutetiana. Die meisten bemerken es nicht einmal. Aber warum heißt es „Hexenkraut“ und was bedeutet der lateinische Name? Na zumindest der, das weiß der Lateiner (oder der fleißige Asterix-Leser), weist auf Circe hin. Können wir also jemanden magisch becircen? Auch der englische Name „Enchanters Nightshade“ – Zauberers Nachtschatten, lässt ja Ähnliches vermuten.

Angeblich soll man Männer um den Finger wickeln können, wenn man einen Tee aus dem bei zunehmendem Mond gepflücktem Kräutlein zu sich nimmt. Geschlechtsgenossinnen hingegen könnten aggressiv reagieren.

Mir fehlen, zumindest zu diesem Zauber, allerdings die Erfahrungswerte… 😉

Als Heilkraut fand es früher bei Rheuma, Fieber und der Wundbehandlung Verwendung. Eine neuere Studie bescheinigt ihm entzündungswidrige Eigenschaften.

Wenn ich jedoch noch mal auf die Namen dieses unscheinbaren Kräutleins schaue… Ob da nicht doch mehr dahinter steckt?

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24.06.15
Nach dem Frühstück geh ich den Stellplatz bezahlen. Leider muss ich da durch den Duft von frischen Brötchen. Ich darf auch ein paar meiner Flyer hierlassen. Dabei entdecke ich den Flyer von „Kräuter Simon“. Das ist ja nur einen Katzensprung von hier entfernt!
Nun, als Katze hätte ich viel springen müssen, denn wir fahren hier auf dem platten Land irgendwie dreimal um den Pudding. Endlich erlöst uns ein kleines Hinweisschild. Ich wünsche mir fast, wir wären zu Fuß und durch die Pampa gelaufen, dann hätten wir an unseren Fußstapfen erkennen können, ob wir an diesem Ort schon mal vorbeigekommen sind. Laut Navi war es nur 8 km vom alten Pastorat, gefahren sind wir gut und gern das Dreifache.

Kräuter Simon ist eine gemütliche kleine Kräuterei mit viel Auswahl auf kleinem Raum. Da die Hauptpflanzzeit vorrüber ist, sieht manches Tomatenpflänzchen ein wenig müde aus, in seinem Töpfchen. Ich versuche mit nahezu geschlossenen Augen an den anderen Pflanzen vorbeizugehen, um die Haushaltskasse zu schonen. So richtig will mir das nicht gelingen.
Drinnen komme ich noch mit der Chefin ins Gespräch. Wir klagen uns gegenseitig ein bisschen das Kräuterleid.
Frauke Simon wird manchmal gefragt, ob sie denn Kräuterexpertin sei. Da soll ihr schon mal ein „Nein, ich hab wirklich Ahnung!“ rausgerutscht sein. Wir lachen beide. Ich weiß ja, wie sie das meint. Leider tummeln sich auf dem Markt der Kräuterexperten und -tinnen auch die, die mal gerade die Nase kurz in ein Buch gehalten haben. Manche von ihnen sind talentierte Schreiberlinge oder kennen einen tollen Fotografen und da ist es dann schon: das nächste Kräuterbüchlein, bildreich und inhaltsarm oder schlicht gut abgeschrieben. Die, die nicht schreiben, schaffen es immerhin Wanderungen und Kurse anzubieten. So lange sie sich dabei auf Kräuter wie Brennnessel und Löwenzahn beschränken, ist ja fast nichts dagegen einzuwenden, das gehört beinahe zur Allgemeinbildung. Aber wenn dann frei von der Leber weg der Verzehr des Wiesenkerbels propagiert wird, dann krieg ich Bauchschmerzen. Wiesenkerbel ist zwar wirklich sehr lecker, aber viel zu leicht mit anderen giftigen Pflanzen, allen voran dem Schierling, zu verwechseln. Nie würde ich Anfängern zu diesem Gemüse raten! Nein, auch nicht wenn Opa zu Hause einen dicken Sparstrumpf zu vererben hat!

Von den Schandtaten Einzelner kommen wir schließlich auch zu bösartigen Verboten. Ich sage hier bewusst bösartig, weil ich hinter solchen Gesetzen nur Gott Monsanto Mammon grinsen sehe.
Viele der leckersten Tomatensorten dürften gar nicht mehr als Lebensmittel gehandelt werden. Nicht, weil irgendjemand da irgendwas Gefährliches drin entdeckt hat, sondern weil diese Tomaten dem wichtigsten Organ des der Saatgutriesen schaden: dem Geldbeutel!

Also nicht nur du und ich als gute Deutsche, auch unsere Gemüse- und Obstsorten müssen regelmäßig ihre Lebensberechtigungsscheine beantragen. Wir in Form von Personalausweisen, das Gemüse in Form von Zulassungen. Wer das nicht tut ist persona non grata oder wird zu „Zierpflanze“ degradiert.

„Verzehr der Früchte nur außerhalb der EU möglich“, müsste man auf die Pflanzen schreiben, sagte Frauke Simon, wenn alles absolut rechtssicher sein soll. Demnächst dürfen wir also auch bei Gemüse den Beipackzettel lesen, oder die geprüften, gentechnisch perfektionierten, geschmacksbefreiten Standardgemüse essen.

Ja, Big Brother in Brüssel versucht alles, um uns den Appetit zu nehmen. Vorsichtige Versuche, auch den Kleingärtnern das Saatentauschen zu verbieten, sind allerdings im Keim erstickt. Vermutlich ist das eh wurscht, da der Großteil der deutschen Saaten bereits den Monsantostempel tragen und/oder schlicht Hybriden sind.

Für mich war der Besuch bei Kräuter Simon recht lehrreich. Wer in der Gegend ist, sollte mal reinschauen. Wer so gar nicht ins platte Land kommt:
Die Simons haben auch einen Online – Shop:  www.kraeuter-simon.de

Unsere Bordelektrik spinnt mal wieder und wir machen uns auf den Heimweg. Zwei Wochen am Stück Urlaub im Vantana geht gar nicht….

Wir nutzen die Gelegenheit und kehren dann wenigstens noch im roten Haubarg ein. Was bietet sich für eine Hexe denn eher an, als ein Haus, das der Teufel erbaut haben soll?

Ob wirklich der Teufel hier Hand angelegt hat, weiß ich nicht. Aber das Essen oder auch nur eine Tasse Tee sind hier teuflisch lecker. Das versöhnt ein klein wenig mit der frühen Heimfahrt.
Als wir wieder in Richtung Parkplatz schlendern, entdecken wir dieses schöne Arrangement.

 

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Die magische Gundelrebe! (Vordergrund)

 

Ob die Gundelrebe hier absichtlich hineingepflanzt wurde, oder sich nur dekorativ in Szene setzen wollte, weiß ich nicht. Ich bin jedenfalls begeistert. Sie gehört zu meinen Lieblingspflanzen.  Ich spreche sie lieber in der weiblichen Form an: Gundelrebe, statt Gundermann. Ihren Namen soll sie durch ihre hervorragenden wundheilenden Eigenschaften bekommen haben (Gund = Eiter). Diese Interpretation hat mir nie so gefallen. Ich möchte nicht an Eiter denken, wenn ich sie pflücke, schon gar nicht wenn ich sie ins Süppchen oder ins Eis gebe. Irgendwo  hab ich dann mal gelesen, das „Gundel“ in der Gundelrebe würde sich auf eine Walküre gleichen Namens beziehen. Das fand ich viel sympathischer.

Abgesehen von den vielen Heileigenschaften der Gundelrebe (z. B. als bestes Kraut zum Ausleiten weicher Schwermetalle), hat sie auch magisches Potential. Besonders zur Abwehr schwarzer Magie. Das erste Melken der Kühe geschah aus diesen Gründen auch oft durch einen Gundelrebenkranz. Wer wissen wollte, wer bösen Zauber gegen einen ausschickt, der legte einen Gundelrebenkranz um den Fuß einer gelben Kerze und entzündete diese an einem Dienstag. Der Verursacher wurde preisgegeben.

Die Gundelrebe (bzw. ihre Wurzel) ist in ihrer krebswidrigen Wirkung das heimische Pendant zum Cancerweed, einer gegen Krebs eingesetzten Salbeiart. Ich nutze sie daher in Krebssalben. Leider sind meine persönlichen Erfahrungen hierzu nicht repräsentativ und schon gar nicht EU-Studien gesichert, ihr müsst schon warten, bis die Forschung hinterher kommt (so etwa am St. Nimmerleinstag). Da die Gundelrebe nicht giftig ist, schadet sie aber auch nicht…

Selbst in der Küche hat sie ihren festen Platz: Als Würzkraut (Soldatenpetersilie) unschlagbar! Natürlich nur in den entsprechend geringen Dosen. Irgendwo hab ich mal gelesen: „Drei Blättchen in die Sahnesauce“ und das kommt auch gut hin. Sonst wird sie zu dominant. Oder eine Seite mit geschmolzener Schokolade bestreichen: Bestes „After eight“. Erst hier schmeckt man die Verwandtschaft zu den Minzen heraus.
Die Gundelrebe ist eine sehr polarisierende Pflanze. Die Einen lieben sie, die Anderen hassen sie. Es ist wie immer: ihr müsst die Pflanzen wählen, zu denen ihr eine Beziehung aufbauen könnt. Vielleicht gehört die Gundelrebe dazu.

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Wer ein wenig aufmerksam ist, für den ist das ja nichts Neues: Das Wetter macht Kapriolen, die Jahreszeiten scheinen außer Kraft gesetzt. Den letzten richtigen Sommer hatten wir hier in Schleswig-Holstein 1997…

Seitdem haben wir teils ein nettes recht sonniges Frühjahr und dann bricht das Durcheinander wieder herein, ab Juni (für Kenner: ab Kieler-Woche), holt man die Sonnenmilch nur noch heraus, damit der Regen besser abperlen kann.

Mir fällt das besonders auf, weil ich seit Jahren versuche, Holundersekt und Johanniskrautöl zu machen und mir das Wetter regelmässig einen Strich durch die Rechnung macht. Und das seit Jahren.

Ich glaube, dass die Natur uns das zur Verfügung stellt, was wir  brauchen werden. Daher ist z. B. der Giersch bei uns übersäuerten Menschen allgegenwärtig. Nun… wie gesagt, das ist nur meine Überzeugung. Aber achtet doch mal darauf.

Dieses Jahr gibt es im Gegensatz zu den Vorjahren außergewöhnlich viel Johanniskraut (weil ich danach ja jahrelang auf Jagd war, fällt mir das auf). Johanniskraut als wunderbares Gemüts- und Nervenmittel, Depressionshelfer und natürlich in der Wund- und Narbenpflege…

Außerdem wird das ein Eichhörnchenjahr. Es gibt Nüsse, Nüsse, Nüsse… sollten wir uns bevorraten?

Die Bauern hingegen haben Grund zu klagen. Manche Felder wurden einfach umgepflügt und neu eingesät, aber die Nachfolgefrucht kümmert auch oft nur dahin. „Das Wetter spielt verrückt“, klagte mir eine Bäuerin. „Das wird Missernten geben und Lebensmittel werden teuer werden.“

Wie es aussieht, müssen wir uns jetzt schon an solche Klimaveränderungen anpassen, indem wir die Anbaupflanzen ändern. Viele Bauern haben das bereits getan. Rapsfelder gibts bei uns zunehmend weniger, was allerdings auch dem Biogas-Mais zuzuschreiben ist. („Bio“ ist hier schon irgendwie der Hammer… warum eigentlich „Biogas“? Die Felder werden doch gespritzt, wie nichts Gutes! Wir haben Trinkwasserqualitätsprobleme seither.)

Gut… wir müssen uns irgendwie anpassen. Ich war also im Wald auf „Kräuterpirsch“ Das ist aus mehreren Gründen recht spannend. Ich beträufle mir seit einiger Zeit die Hosenbeine und Socken mit Patchouli, weil die Zecken den menschlichen Duft nicht mehr wahrnehmen und mich in Ruhe lassen.

Scheinbar wirkt das auch auf andere Tiere. Sie bemerken mich nicht. Ich habe Wesen zu Gesicht bekommen, die ich vorher noch nie in freier Wildbahn erblickt habe.

Gestern z. B. kam ein kleiner Marder direkt auf mich zu. Er suchte eifrig den Boden ab, inspizierte einen dicken Holzstapel.

Nicht einfach mit dem Handy zu erwischen, schon gar nicht, wenn er seinen Kopf dreht und den Kehlfleck versteckt. Aber ein Holzscheit dort hat definitiv einen Puls…

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Nun, was bieten uns Wald und Flur jetzt ersatzweise, wenn die Ernteaussichten so trübe sind?

Johanniskraut gibts immer noch. Wer einen sonnigen Tag erwischt, kann sich bevorraten. Scheinbar sieht Mutter Natur ja die Notwendigkeit hierfür.

Ob man nun Johanniskrautöl herstellt (das dieses Jahr scheinbar wieder recht lang ziehen muss, bis es rot wird…), eine Tinktur, oder ob man es trocknet… Von dem Öl kann man sowieso nie zuviel haben. Und wenn man es „nur“  in Hautcreme oder Badeöl verarbeitet.

Die „Warnhinweise“ die man bei der Verwendung von Johanniskraut manchmal liest, von der Sonnenüberempfindlichkeit bis hin zum Neutralisieren der Pille – das ist bisher in normaler Dosierung noch nicht vorgekommen. Hier hatten Apothekenpräparate in hoher Konzentration ihre Wirkstofffinger drin. Wer sein normales Teechen brüht, sein Esslöffelchen Öl nimmt (den würde ich nicht runter kriegen), oder seine Tinktur, der dürfte keinerlei Probleme haben.

Als „Sonnenkraut“ bringt Johanniskraut ja die Sommersonne und das Licht ins Gemüt. Besonders in der dunklen Jahreszeit haben wir hier einen starken Helfer… ja und auch gerade hier, ist eine höhere Lichtempfänglichkeit wünschenswert.

Im Mittelalter nannte sich das Kraut fuga daemonum – was darauf hinweist, das Dämonen dieses Kraut fürchten. Kräuterhexen mit Betonung auf „Hexen“ verwenden es daher zur Abwehr negativer Energien, besonders auch von „Energieräubern“. Es wurde auch in der häuslichen Kochstelle verbrannt, um das Heim zu schützen. Das mag der eine oder andere belächeln, tatsächlich gibt es mittlerweile aber auch schon wieder Heilpraktiker, die Depressionen und andere Seelenkrankheiten mit anderen Wesenheiten in Verbindung bringen.

Das mag man nun sehen, wie man will… ob nun Dämon oder Depression… wessen Seele leidet, der wird gern auf das Johanniskraut zurückgreifen. Ich möchte aber daran erinnern: Johanniskraut wirkt erst bei Langzeiteinnahme. Bei akuten Problemen sollte man vielleicht doch eher an Bachblüten oder Baldrian denken.

Außerdem blüht gerade das große Hexenkraut. Recht unscheinbar, aber in fast jedem Wäldchen zu finden. Heute wird es kaum noch gebraucht. Der englische Name „enchanter´s nightshade“ weist dezent darauf hin, wie es genutzt wurde: Es wurde zur Anrufung, für Bindezauber, Gestaltwandlung und Transformation eingesetzt. Da als  „Hexenkraut“  auch manches andere Kräutlein bezeichnet wurde, ist es nicht so einfach, die alten Anwendungen zu trennen. Sobald man allerdings die „Beeren“ einsetzen soll, ist man definitiv im falschen Rezept gelandet. Möglicher Weise ist hier dann der bittersüße Nachtschatten, manchmal auch die Alraune, gemeint.

Das Hexenkraut ist eine Saturnpflanze und wird auch magisch eingesetzt, um das eigene Charisma zu erhöhen und Balance ins Leben zu bringen. Auch wer seinen Weg im Leben noch nicht gefunden hat, wer endlich rausfinden möchte, was er will und kann, dem kann das Hexenkraut helfen. Hierzu bedarf es keines ausgefeilten Rituals, schon eine einfache Meditation mit der Pflanze kann genügen.

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So langsam lassen sich auch die ersten Pilze blicken, die Ebereschen hängen prall und reifen (unbedingt hamstern, als Vitamin C – Bombe und auch als Trauerhilfe), die ersten Beeren lassen sich vernaschen. Mangels Sonne noch etwas zuckerbedürftig, aber ich hoffe auf Wetterbesserung.

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Die Haselnuss ist ebenfalls ein durch und durch magischer Strauch, der uns mit anderen Welten verbinden kann. Zauberstäbe wurden aus seinem Holz hergestellt.

Die großen, nicht zu alten Blätter können in Öl eingelegt werden und müssen dort ein paar Monate reifen. Danach kann man sie mit Fisch, Leber oder Wild füllen und genießen. Leckere Rezepte hierfür sind u. a. in dem genialen Wildkräuterkochbuch „So schmecken Wildpflanzen: 144 Rezepte vom Meister der Aromen “  finden.

Wer ein Iphone hat, bekommt das Buch auch als App mit deutlichem Preisvorteil. 😉

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Und noch ein unscheinbares Pflänzchen blüht grad im Wald: Die Braunelle… wahrscheinlich seid ihr da schon tausendmal dran vorbeigelaufen. Im Englischen heißt sie Self-Heal, Heal-all, oder auch woundwort, was ja schon vielversprechend ist. Tatsächlich hab ich mir früher extra aus Österreich so eine Creme aus dem Pflänzchen für satte 30 Euro importieren lassen. Inzwischen mach ich sie mir selbst. Die Wirkung auf die Haut ist fantastisch.

Manche Anbieter mischen den Extrakt auch noch mit dem energetischen Blütenmittel hierzu (ähnlich den Bachblüten). Die hier beschriebene Wirkung (das Mittel wird unter „Self-Heal“ gehandelt) ist nahezu magisch. Tatsächlich ähneln sich homöopathische, energetische und magische Wirkungen oft… ist Magie vielleicht nichts anderes als eine klassische Nutzung feinstofflicher Qualitäten?

Als Tee (Blätter) bringt die Braunelle Kraft, Heilung und Vitalität. Als Räucherung oder im Amulett heilt sie gebrochene Herzen. Hexen verwenden sie auch, um den geschlagenen Zirkel zu sichern (er wird mit Braunelle abgestreut).

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Ich hab lange überlegt, ob ich das Thema „Magie“ überhaupt anspreche…

Magie polarisiert. Die einen finden sie zauberhaft und real, die anderen würden solchen verklärten, leichtgläubigen Geistern gern mit handfesten Argumenten „Vernunft“ eintrichtern.

Ich persönlich muss nicht genau wissen, wie etwas funktioniert, um es zu nutzen. Ich gucke Fernsehen, surf im Internet und telefoniere, weil es eben klappt und nicht, weil ich genau weiß, wie diese Maschinen arbeiten

Mir war es eigentlich immer egal, an was Menschen glauben, ob Sie nun an den „großen Kürbis“ glauben, oder daran, dass ein Pfund Rindfleisch eine gute Suppe gibt. Solange mir keiner seinen Glauben „einbläuen“ will, oder im Namen desselben verwerfliche Dinge tut, hab ich keinerlei Problem…

Stell dir vor, es gibt einen Gott: In seinem Namen wurden grausame, aber auch gute Taten vollbracht.

Stell dir vor, es gibt keinen Gott: In seinem Namen wurden grausame, aber auch gute Taten vollbracht.

Ich will damit sagen, dass es gar nicht so darauf ankommt, ob es die Wesenheiten oder Dinge gibt, an die wir glauben, sondern was wir in deren Namen tun. Es gibt Menschen, die sich für die Liebe aufopfern und welche, die aus Liebe morden. Das es Liebe überhaupt gibt, konnte wissenschaftlich noch nicht bewiesen werden.

Und Magie? Tja, ich hab fast Angst, darüber zu berichten. Wer in letzter Zeit mal im Internet surft, wird feststellen, dass es mittlerweile eine große Anzahl „Sittenwächter“ gibt, die nahezu alle millitant verfolgen, die irgendetwas gut finden, dass sich nicht 100%ig im Labor nachweisen lässt… und auch diejenigen scheinen wieder Zulauf zu finden, die eine Frau mit Tarotkarten in der Hand am Liebsten gleich der Inquisition übergeben möchten. Meiner Meinung nach braucht die Bibel dringend ein „Update“.  Schon allein deswegen, weil die derzeitigen Übersetzungen mit dem Original nicht mehr allzuviel zu tun haben. Selbst Luther mischte da so ein wenig seine Interpretationen hinein. Aber es gibt ganze Bücher darüber, was in der Bibel falsch übersetzt oder interpretiert wurde, wen das interessiert, der belese sich einmal dort.

Wer sich mit Dingen beschäftigt, die nicht der allgemeinen Lehrmeinung entsprechen, ist somit angreifbar. Schon allein das ist ein wichtiger Grund, warum sich die meisten Praktizierenden nicht öffentlich zeigen. Nicht weil sie ungeheuer furchtbare Dinge machen, sondern weil sie die ständigen Auseinandersetzung, sei es verbal oder tatsächlich auch schon wieder körperlich, leid sind. Sie wollen nichts weiter als Ruhe.

Ein Freimaurer sagte mal den (mich tiefberührenden) Satz: „Hier darf ich denken!“ Das finde ich wunderbar. Ich will ja niemanden bekehren. Ich will nur für mich selbst denken. Auch gegen den Strom. Das ist in unserer Gesellschaft  zunehmend immer weniger möglich. Die meisten kriegen das gar nicht mit. Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht.

Ich glaube an magische Dinge, ich glaube, das es etwas gibt, dass wir eben (noch) nicht wissenschaftlich erklären können. Aber schon für diesen Gedanken werden mich viele auf die schwarze Liste setzen…

Schlimm finde ich, wenn die ganz eigenen persönlichen Erfahrungen als Halluzination abgewertet werden, weil ein Labor die nicht nachvollziehen kann. Große Güte… es gibt weder genug Zeit noch Kapazität alles wunderbare im Leben wissenschaftlich nachzuprüfen. Man kann die einzelnen Bedingungen nun mal nicht nachstellen. Schon allein deswegen nicht, weil weder wir Menschen, noch das Wetter, noch die Umwelt genormt sind…

Was ist also Magie?

Wenn ich mit den Fingern schnippe und sich mein Gegenüber in einen grünen Frosch verwandelt? Möglicher Weise ist so etwas in gar nicht allzu ferner Zeit sogar über die Gentechnik schon möglich… ich glaube, in unseren heimlichen Forschungslabors lauern viel mehr Schrecken, als in den Ritualtruhen magisch Arbeitender…

Es wird Sie vielleicht wundern, dass die meisten „Magier“ unter Magie etwas ganz anderes verstehen, als Hollywood…

Das Problem liegt eigentlich schon darin, „Magie“ wirklich zu definieren. Ich glaube, da gibt es soviel Definitionen, wie es Autoren gibt. Mir persönlich gefällt die Definition von Walter Butler recht gut:

„Magie ist die Fähigkeit, willentlich sein Bewußtsein zu verändern“.

Ich wende Erfahrungsheilkunde an und auch „Erfahrungsmagie“. Dabei sollte man sich jetzt nicht die Hollywoodhochglanzbilder vor Augen entstehen lassen, wo leicht beschürzte, silikonsgestylte Hexchen in wortwörtlich atemberaubenden Korsagen schwarze Messen zelebrieren. Das mag verkaufswirksam sein, aber hat mit der Hexenrealität nichts zu tun.

Die meisten Hexen verstehen sich heutzutage als naturreligiöse Menschen, sie achten Mitgeschöpfe, arbeiten mit den Elementen und Naturkräften (die die eine oder andere personifiziert) und sind in der Regel nicht darauf aus, irgendwelche dunklen Wesenheiten anzurufen. Das ist natürlich für Hollywood und die Boulevardpresse viel zu unspektakulär.

Christliche Kräuterkundige haben von jeher auch beim Sammeln oder der Verwendung von Kräutern ihre Heilsprüchlein aufgesagt, um die Wirkung zu verstärken. Dabei wurde im Namen von Jesus oder Maria gesprochen.

Einige Hexen haben da einen anderen Pantheon, aber die Vorgehensweise und die gute Absicht sind die Gleichen. Die „Volksmagie“, heute im allgemeinen als Aberglauben abgetan, wurde also im christlichen Rahmen ausgeübt. Maria und Jesus wurden dabei öfter angerufen, als der Gottvater selbst. Das alles hat definitiv nichts mit Anrufung dunkler Mächte zu tun, sondern mit der Bitte um Beistand an den Schöpfer oder die Macht, die man glaubt. Natürlich gibt es auch Menschen, die sich der dunklen Seite verschrieben haben. Sie werden die Konsequenzen tragen müssen. Wer auf die Idee kommt, alle Andersgläubigen in einen Topf zu tun, der solle sich bitte mal vor Augen halten, dass es auch Christen gibt, die Straftaten begehen. Es hat also nicht unbedingt mit der Religion, sondern mit den Menschen zu tun.

Genug der Vorrede, schauen wir uns „magische“ Pflanzen einmal an:

Im allgemeinen bringt man hochgiftige Pflanzen mit Hexen und Magie in Verbindung. Das kommt wahrscheinlich daher, dass nur Kräuterkundige solche Pflanzen sicher dosieren konnten. Unter den giftigen Pflanzen finden sich auch viele bewußtseinsverändernde, die Bestandteil der berühmten Hexensalben waren.

Ich habe mich schon immer für Giftpflanzen interessiert. Das ist ein recht passives Studium, da sich Experimente hier ja von selbst verbieten. Manchen Giftpflanzen gegenüber war ich sogar sehr negativ eingestellt, die hatten in meinen Augen überhaupt keinen Nutzen, waren nur dazu da, Mensch und Tier zu gefährden…

Tja, auch Kräuterhexen sind nicht vor Vorurteilen geschützt.

Eine der von mir missachteten Pflanzen war der Schierling. Dann erfuhr ich jedoch, das er früher bei operativen Eingriffen zur Betäubung genutzt wurde und heute noch seine Verwendung bei der Brustkrebsbehandlung findet. Wie immer also alles eine Frage der Dosis.

Tatsächlich finden die giftigen Pflanzen, deren missbräuchliche Verwendung uns Tod und Siechtum bescheren kann, ihre Anwendung meist bei gefährlichen Krankheiten, bei denen der Mensch auch schnell auf der Schwelle steht…

Keine Frage, dass die Anwendung in die Hand von Fachkundigen gehört.

Wer sich solchen Pflanzen trotzdem nähern möchte, sollte das in der Meditation tun, oder in einer höheren homöopathischen Potenz.

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Ich kenne menschliche „Nachtschattengewächse“, die sich auf gefährliche Pfade begeben. Sie nehmen vom Nachtschatten und anderen giftigen Pflanzen eine noch nicht tödliche Dosis. Nicht allein, dass sie mit ihrem Leben spielen… die Wirkstoffgehalte und Befindlichkeiten schwanken, sondern sie begeben sich auch in Abhängigkeit. Die Tollkirsche wird z. B. von Wilderern genutzt, damit sie nachts besser sehen können. Aber auch dieser, für Wilderer sicher nützliche Effekt, hat seine Nebenwirkungen. Sie brauchen die Kirsche immer wieder und wieder, bis sie eines Tages ihren Tribut einfordert. Leider kenne ich solch ein Menschenkind persönlich. Man kann sich mit solch potenten Pflanzen nicht einfach einlassen. Nicht nur der Tod droht, auch der Wahnsinn. Wer nicht schamanisch geschult ist (und damit meine ich nicht die medienpräsenten Show-Schamanen), sollte unsere dunklen Schwestern nicht verwenden.

Unsere Vorfahren nutzen diese Pflanzen auch in Ritualen und Räucherungen gegen dunkle Mächte. Ich warne auch hier davor, lustig drauflos zu räuchern. Auch verräuchert sind die meisten noch giftig! Ich möchte nur wirklich deutlich darauf hinweisen, dass man sich diesen Pflanzen wirklich respektvoll zu nähern hat. Wenn man das verinnerlicht (und auch keine Kinder im Garten laufen) kann, man sich die eine oder andere Pflanze einmal näher anschauen.

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Stellvertretend für die gefährlich giftigen Pflanzen stelle ich das

Bilsenkraut vor:

Die Bilse war unseren Vorfahren eine heilige Pflanze. Wenn auf dem „Thingplatz“ Recht gesprochen werden musste, oder Lösungen gesucht wurden, opferte man den Göttern zunächst Bier oder Met, das meist mit Bilsenkraut versetzt war. Erst wenn die Anwesenden einen anderen Bewußtseinszustand erreicht hatten, wurde sich um das Problem gekümmert (Storl: 2000).

Berauschende Kräuter spielten oft eine Rolle im Leben unserer Ahnen, aber nicht, wie uns vielleicht Hollywood und andere Medien weißmachen wollen, um sich hemmungslos ins Nirvana zu schießen. Sie waren Bestandteil von kultischen Handlungen und Initiationsriten. Das unterscheidet unsere klugen Ahnen von uns: Sie gingen bewußt und dosiert mit den Drogen um. Heutzutage ist der Mensch maßlos…

Ich will nicht ausschließen, dass es auch Exemplare gab, die dem Rausch mehr verfallen waren, als andere. Aber wenn sie sich ständig den Kopf zugedröhnt hätten, hätten sie wahrscheinlich nicht überlebt. Damals war Hartz IV noch nicht erfunden. (Was um Himmels willen keine Äußerung gegen Hartz IV Empfänger sein soll. Aber damals gab es eben noch kein soziales Netz, was jeden auffing.)

Über Gelagen schwebt der Vergessenheit Reiher,

Der den Verstand uns stiehlt;

Dieses Vogels Gefieder umfächelte mich,

als ich in Ginnlods Grotte saß.

Trinken ward ich, war todtrunken

In des sinnreichen Fjalar Saal;

Am besten ist´s, bringt man vom Trunke

einen klaren Kopf nach Haus.

(ältere Edda, Havamal 12,13)

Was trinken die Männer heute noch am liebsten? Ein schönes Pils… (die Nähe zu dem Wort „Bilse“ ist kein Zufall). Bevor uns die Christen den sexualtriebdämpfenden Hopfen ins Bier taten, war die Bilse drin.

Den veränderten Bewußtseinszustand, der eben auch in der Magie erwünscht ist, konnte man also mit der Bilse erreichen. Über Met und Bier (im richtigen Maß), aber auch geraucht. Das Bilsenkraut war ebenfalls ein Bestandteil der „Hexensalben“, rauscherzeugende Balsame, die hauptsächlich an Stellen, wie Puls oder Armbeuge aufgetragen wurden, damit die Wirkstoffe schnell in den Kreislauf gelangen konnten. Aber Vorsicht! Die „überlieferten“ Hexensalbenrezepte sind wahrscheinlich nicht echt. Auch dieses Wissen ging verloren. Was zur Zeit so kursiert, sind in der Regel von Sesselarchäologen, oder experimentierfreudigen Apothekern erfundene Rezepte. So, wie sie so eine Salbe gerührt hätten eben. Ob das unsere kräuterkundigen Ahninnen auch so gemacht haben, ist sehr fraglich… ich denke da nur an den vorschnellen Dr. Withering, der einer Kräuterfrau das Herzmittel „Fingerhut“ abgelauscht hat, und dabei mal eben die 19 anderen Kräuter mangels „Wirkstoffbeweis“ verwarf. Auch das Withering die Lorbeeren für diese Entdeckung einstrich, ist eigentlich gemein. Er experimentierte auf dem Rücken Mittelloser, von denen so mancher aufgrund der Fehldosierung (oder auch der anderen Kräuter in dem ursprünglich sehr guten Rezept) doch vorzeitig diesen Planeten verließ.

Heutzutage kennen wir viele andere Wege, um in diesen Bewußtseinszustand zu kommen. Es ist der „Alphazustand“, also etwa die Hirnaktivität kurz vorm Einschlafen. Wer sich näher damit befassen möchte, dem sei ein Silva-Mind Seminar angeraten. Bei Silva Mind lernt man keine Magie – mitnichten. Es ist reines Bewußtseinstraining. Aber man fängt an, die Wirkmechanismen von Magie zu verstehen. Ich rate eigentlich jedem zu einem Seminar. Leider reicht die Sprache nicht wirklich aus, um die Inhalte dieses Seminars wirklich zu beschreiben. Daher gelingt es mir selten, jemanden von der ungeheuren Nützlichkeit zu überzeugen. Aber wer einmal eines mitgemacht hat, weiß wovon ich rede. Eine lebensverändernde Erfahrung. In jedem Bereich: Beziehungen, Job, Gesundheit… für mich ist diese Technik schon Magie, aber das ist – wie gesagt – ja eine reine Definitionsfrage. Sollte jemand sich zu so einem Seminar entschließen, der richte bitte Ursula Haller liebe Grüße von mir aus.

Silva Mind nach Büchern zu lernen ist aber irgendwie so, als ob man seinen Führerschein nur theoretisch macht… Wer Bücher durcharbeitet und die Erfolge mau findet… nicht wundern: Geht auf ein Seminar! Zumal die Bücher teilweise wirklich falsch übersetzt wurden.

In der Volksmagie wurde das Bilsenkraut hauptsächlich für Liebes- und Regenzauber verwendet. Das würde ich heutzutage nicht mehr machen. Bei Liebe hab ich wirklich andere Assoziationen und Regenmagie kann man auch mit Farnkraut betreiben.

Schwarzes Bilsenkraut in meinem natürlichen Habitat

Ob seiner schmerzlindernden und beruhigenden Eigenschaften wird das Bilsenkraut immer noch medizinisch verwendet. Auch in Krebssalben ist es zu finden. Ich rate aber nach wie vor von Selbstversuchen (außer in homöopathischer Form) ab.

Auch in der magischen Praxis ist es nicht zwingend notwendig, gleich zu giftigen Pflanzen zu greifen. Wohl schrieben unsere Ahnen gerade den Tödlichen eine große Macht zu, aber ebenso mächtig und definitiv ungefährlicher sind heilige Pflanzen wie Beifuss und Wacholder.

Alte Rezepturen zu finden, ist schon schwierig. Sie in die heutige Zeit zu „übersetzen“ noch viel mehr…  Die Pflanzen haben teilweise Bezeichnungen, die wir nicht mehr kennen und regional trugen sie auch unterschiedliche Namen.

In einem Rezept aus dem 15. Jh. steht z. B.

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Räucherung zur Geisterbeschwörung

Wurzel des Unkrauts Sagapen (??)

Schierlingssaft

Bilsenkrautsaft

Tapsus barbatus (??)

Rotes Sandelholz

Schwarzer Mohnsamen

Da fängt es schon an. Die Ingredienzen lassen sich nicht mehr genau bestimmen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich vom Geisterbeschwören absolut nichts halte…

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Ein anderes Rezept möchte ich aber auch noch preisgeben, weil es da in der Beschreibung heißt: „Um üble Dämonen, zornige Geister, Steuerfahnder, Betrunkene und andere widerwärtige Kreaturen loszuwerden„. Liebe Steuerfahnder, dass ist nicht auf meinem Mist gewachsen… 😉   (Cunnigham: 1989)

Also, wer diese Räuchermischung mal ausprobiert und gar Erfolge hat, teile es mir bitte mit. Ich verkauf die meistbietend an die Opfer der Steuer-CD aus der Schweiz…

Notfallräucherung

3 Teile Weihrauch

2 Teile Drachenblut

2 Teile Myrrhe

1 Teil Asant

1 Teil Rosmarin

1 Teil Cayenne

1 Teil Paradieskörner

1 Teil Gartenrauke

1 Teil Knoblauch

Ich könnt mir schon vorstellen, dass es die oben Genannten fernhält. Diese Mischung qualmt nämlich enorm. Ist nicht unbedingt etwas für geschlossene Räume (es sei den, der Dämon sitzt drin) und man sollte sie auch nicht unbedingt direkt einatmen, sie wirkt schon reizend (wie ein Steuerfahnder…)

Da jede Pflanze mehr als nur die Summe ihrer Wirkstoffe ist, ist auch jede Pflanze magisch. Da wir viel vergessen haben, ist es eine Lebensaufgabe bewährte Rezepturen zu entdecken und wieder zu entdecken. Ich wünsche viel Spaß! Das frau sich zunächst mit den Ungiftigen beschäftigen sollte, ist wohl klar. Eine erste Quelle wären da wohl die Bücher von Storl und Rätsch. Viel Spaß!

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