Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Schönheit’ Category

Aufgrund einiger Anfragen aber zunächst ein Nachtrag zu den Algen:

Ja, Algen sind wertvoll, sowohl als Lebensmittel, als auch als Heil- und Pflegemittel. Gemahlen werden sie gern in Kosmetikprodukten (meist wegen des Alginats) verwendet. In der Volksmedizin werden sie zur Senkung von Cholesterin und Blutdruck, zur Stärkung des Immunsystems und gegen Krebs eingesetzt.

Bevor sich hier gleich wieder die Trolle versammeln (ich hatte diverse Angriffe bei meinem Artikel zum Strahlenschutz zu verzeichnen):

Natürlich gibt es wegen der Krebswidrigkeit keine EU-Studie. Das will niemand. Wir reden hier von Volksmedizin. Es ist durchaus möglich und wahrscheinlich das Japan da Einiges hat und natürlich auch die englischsprachigen Länder, wo Heilpflanzenforschung noch groß geschrieben wird (bei uns nicht!). Aber so eine Studie ist in der Ausführung sehr teuer und wer die Ergebnisse lesen will, muss ebenfalls tief in die Tasche greifen. Da kostet so ein Artikelchen gern mal zwischen 60 bis 100 Euro. Bitte seht es mir also nach, wenn ich nicht überall eine Quelle angebe. Wenn ich nicht irre, hat zur Krebswidrigkeit die Uni Hamburg etwas veröffentlicht. Ernsthaft Interessierte, die es ganz genau wissen wollen, können das googeln. Aber ich darf euch verraten, dass die Studien (auch die deutschen) meist in Englisch mit sehr viel Fachvokabular abgefasst werden.

Wer unter Krebs leidet, wird sicherlich nicht auf die Idee kommen, jetzt einfach nur Alge zu essen und mehr nicht. Bei so einer komplexen schweren Krankheit, die m. E. nicht nur eine einzige Ursache hat, informiert man sich gründlich um seinen EIGENEN PERSÖNLICHEN Heilungsweg zu finden. Es hält euch natürlich niemand davon ab, andere, die es geschafft haben, nach deren Weg zu fragen. Vielleicht könnt ihr dann einen Ähnlichen gehen.

So! Ernstes Thema erledigt. Nun zu mehr Spaß!

 

Das Algen lecker sein können, hatte ich im vorherigen Artikel ja schon erwähnt. Nun wurde ich nach dem Salat von unserem Wochenmarkt gefragt. Hierbei handelt es sich um Riementang (Himanthalia elongata), der dort mit Chili und Öl angemacht wurde. Er sieht aus wie grellgrüne Spaghetti, wird daher auch oft Spaghettialge genannt und kommt sogar hin und wieder bei uns vor.

 

Aber zurück ins Binnenland: Meine letzte Kräutertour führte mich in unseren (Schleswig-Holsteins) letzten Urwald. Naja, fast… ein beinahe Urwald könnte man sagen. Er wird auch dementsprechend geschützt, aber rundherum gibt es eben auch Bodenbewirtschaftung und die hier allgegenwärtigen „Bio“-gasanlagen. Ja, ich hab was gegen diese. Wer das nicht hat, wohnt entweder nicht dazwischen, ist kein Imker, verdient sein Geld damit, oder hat sich mit der Materie noch nicht tiefer befasst. Eine dieser Anlagen, eine von den großen, hat leider Flora und Fauna eines natürlich Bächleins hier nachhaltig gekillt. Kann ja mal passieren… kostete auch etwas Bußgeld.

Aber zum Glück ist der Riesewohld nicht ganz klein und man kann immer noch etwas finden. Ich komme ursprünglich aus Niedersachsen und stelle immer wieder fest, dass die Wälder hier im Gegensatz zu denen dort, wirklich artenarm sind. Schleswig-Holstein ist ohnehin das waldärmste Bundesland. Umso erfreuter war ich dann auch, als ich dieses Pflänzlein, das in Niedersachsen üppig in den Wäldern wächst, hier fand:

 

IMG_1168

Der „Türöffner“ zum Feenreich

 

Die Schlüsselblume! Die wilde Urmutter unserer Gartenprimeln ist ein magisches Pflänzlein. Allein ihre Heilwirkung ist fantastisch. Weithin bekannt ist sie als Hustenmittel. Schleim wird dabei besonders schonend abgehustet (wg. des hohen Saponingehaltes), was sie gerade für ältere Menschen interessant macht. Aber das ist längst nicht alles: Sie ist ein Seelenschmeichler. Wirkt beruhigend und schmerzstillend, lindert Migräne und Kopfschmerzen. Auch zur Vorbeugung von Schlaganfällen wurde sie eingesetzt. Sie ist so mild und beruhigend, dass sie auch Kindern als Schlaftee oder bei Nervosität gegeben wurde. Sie wirkt herzstärkend und krampflösend (auch Wadenkrämpfe). Für uns Erwachsene ist sie in Form eines Likörchens natürlich besonders lecker.

Hildegard von Bingen empfiehlt Himmelschlüsseltee gegen Schwermut (Himmelschlüssel… was „erschließt“ uns das Pflänzchen im seelischen Bereich?).

2 Teel. reine Blüten auf eine Tasse. Sehr wohlschmeckend (aber bitte nicht wild sammeln – geschützte Pflanze!).

Auf einem anderen Kräuterblog hab ich sogar gefunden, dass man nun ihre Wirkung bei Krampfleiden wie Epilepsie oder Parkinson untersucht. Das gibt doch Hoffnung!  ( www.Kraeuter-verzeichnis.de)

Die Blüten wurden Wein beigefügt und die Blätter den ersten Frühlingssalaten. Ja, es wurde sogar direkt aus den Blüten ein lieblicher Wein hergestellt, was heute kaum noch machbar ist, weil die Pflanze zu Recht unter Naturschutz steht und auch sehr selten geworden ist. Die Kelten fügten die Schlüsselblume ihren Rezepturen bei, da sie die Wirkung der anderen Kräuter erhöhte.

Wer mit einer ungeraden Anzahl Schlüsselblumen (muss aber die richtige sein), an einen Feenhügel klopft, der kann eintreten und mit dem kleinen Volk feiern. Nein… mir ist es noch nicht gelungen. 😉

Auf alle Fälle ist diese zauberhafte Blume eine tiefere Betrachtung wert. Wäre es nicht eine nette Idee, sie ihm eigenen Garten anzubauen?

Die Schlüsselblume wirkt auch entwässernd, genau wie die nächste Pflanze, der ich im Riesewohld begegnen durfte:

 

IMG_1166

Winterschachtelhalm

 

Dem Winterschachtelhalm!

Er ist kaum zu übersehen, da er bis zu 1,50 Meter hoch werden kann. Ohne Blätter und Zweige, aber eindeutig ein Schachtelhalm und außerdem sehr dekorativ (ihr könnt ihn für gutes Geld in Gärtnereien erwerben). Da außer dem Ackerschachtelhalm alle Schachtelhalme leicht giftig sind, sollte er innerlich nicht angewendet werden, obwohl man früher die jungen schmackhaften Frühjahrssprosse durchaus verzehrt hat. Vermutlich ist die Wirkstoffdichte dann noch nicht so hoch.

Er wirkt stark entwässernd und wird genutzt bei:

schweren Beinen, geschwollenen Beinen, Bauchwassersucht, Juckreiz

Man kocht den Schachtelhalm über Dampf weich oder kocht einen Tee (25 min), den man zum Badewasser gibt.
Gut für Fußbäder (bis Wadenhöhe) oder Sitzbäder (bis Nierenhöhe). Auch als Umschlag möglich. (nach Angelika und Chris Lenz)

Ich möchte auch hier nicht unerwähnt lassen, dass man bei Problemen mit Wassereinlagerungen immer erst einen Heilkundigen aufsuchen sollte, um die Ursache zu klären!! Auch permanentes Entwässern gehört in fachkundige Hand.

 

Den ungiftigen Vertreter, den Ackerschachtelhalm, empfiehlt der Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger sogar bei bösartigen Tumoren, Geschwüren und Krebsleiden. Dazu soll der Kranke die betroffenen Stellen etwa 15 Minuten den Zinnkrautdämpfen (dampfender Absud) ausgesetzt werden und morgens und abends eine Tasse Zinnkrauttee getrunken werden. Nach drei Wochen eine Woche aussetzen…

Die Empfehlung mag dem wirkstoffkundigen Anwender ins Staunen bringen. Punktet das Zinnkraut doch vor allem wegen seiner Mineralstoffe und besonders der Kieselsäure. Nicht umsonst empfiehlt sie Maria Treben für alle „alten Frauen ab 40“, damit sie starke Knochen behalten. Aber das Zinnkraut ist durch die Kieselsäure ja „pflanzlicher Bergkristall“ (Storl – wenn ich nicht irre...). Vielleicht erklärt das sein Potential?

 

Aber mein Weg führt mich tiefer in den Wald und da wird mir gleich österlich zu Mute. Ihr kennt das sicher!

 

IMG_1156

Weidenkätzchen

 

Als Kräuterhexlein macht es mich natürlich ein wenig traurig, den Weidenschnitt zu sehen. Aber so komme ich zumindest zu einem Ostersträußchen, ohne selbst Hand an die Sträucher gelegt zu haben. Als Kind habe ich immer versucht, diese streichelzarten Kätzchen so lange wie möglich aufzubewahren. Aber wusstet ihr, dass sie auch eine große Heilwirkung besitzen?

Ihr kennt bestimmt längst die Heilwirkung der Weidenrinde, die aufgrund ihres Salicylgehaltes wie Aspirin wirkt, ohne dessen magenschädigende Wirkung zu haben. Die bei der Azetylsalizylsäure befürchteten Magenblutungen können hier nicht auftreten. Weidenkätzchen haben eine ähnliche Wirkung, aber ihr Haupteinsatzgebiet sind Schlafstörungen und Nervenschwäche. Weidinger empfiehlt hierzu einen mit Honig gesüßten Tee 1/2 Stunde vor dem Schlafengehen. Die Wirkung lässt sich vermutlich auch durch den Bromkaliumanteil erklären. So eine Art pflanzliches Schüßlersalz, könnte man sagen (Kalium Bromatum Nr. 14).

Wer einen Garten hat, braucht die Weidenzweige nach Ostern nicht fort werfen. Sie wachsen an!

 

Aber nicht nur die Weidenkätzchen auch die Birkenkätzchen sind verwertbar, sogar kulinarisch.

Ja, ich weiß, ihr armen Pollengeplagten! Aber ich denke, es gibt Hoffnung. Wie zum Beispiel Brennnesseltee (ab sechs Wochen vor der kritischen Zeit getrunken – englische Kräuterheilkunde), Zedernöl (bitte nachlesen bei Eliane Zimmermann) und natürlich eine Ernährungsumstellung.

Ich möchte jetzt kein Augenrollen sehen. Ihr müsst so etwas ja nicht auf Dauer machen. Ich bin z. B. Gelegenheitsveganer. Meist ess ich Fleisch nur aus Bequemlichkeit. Das gibt es nun mal in jedem Supermarkt, gutes Gemüse und Obst muss man allerdings schon suchen. Und die Bioabteilungen werden hier bei uns immer kleiner. Wenn ich mal wieder zu einem „Veganertreff“ gehe, dann nehme ich mir immer vor, viel mehr davon in meinem Speiseplan aufzunehmen. Denn das geht auch lecker. Ohne Tofu, ohne Soja…

Ich möchte euch daher ein interessantes Rezept nicht vorenthalten. Das geht noch einen Schritt weiter und ist reine Rohkost. Aber die Autorin beschreibt, dass sie selbst als ehemalige Pollenallergikerin sich nun diesem Genuß hingeben kann. Einen Versuch ist Rohkost (über einen längeren Zeitraum) daher vielleicht auch für Pollenallergiker einmal wert. Aber bitte das Brot erst genießen, wenn man nachweislich nicht mehr allergisch ist:

 

Birkenbrot
250 g Mandeln
2 Handvoll männliche Birkenblüten
1 Karotte
½ TL Koriandersamen
100 g Leinsamen

nach Geschmack Meersalz, 1 Knoblauchzehe oder Schnittlauch oder für eine süße Variante Rosinen und Zimt

Mandeln über Nacht in Wasser einweichen, das Einweichwasser abgießen und die Mandeln waschen. Die Birkenblüten vom Blütenstand abrebeln. Die Mandeln mit der Karotte, den Birkenblüten, Koriandersamen und den Zutaten nach Geschmack im Mixer oder Zerkleinerer klein hacken. Dann die Leinsamen getrennt davon im Mixer/Zerkleinerer grob mahlen und anschließend unter die Mandelmischung rühren. Bei Bedarf etwas Wasser zugeben.

Einen Brotlaib formen und in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden. Diese nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech oder Gitter legen und im Backofen oder in einem Lebensmitteltrockner bei Temperaturen unter 40 °C trocknen.

 

Dieses und andere höchst spannende Rezepte (z. B. auch zum Riementang) findet ihr hier:

51pAT5MA0iL._SX364_BO1,204,203,200_

Meine liebsten Wildpflanzen rohköstlich

 

Dann mal raus mit euch! Noch habt ihr nicht so die Qual der Wahl. Wenn aber erst alles richtig grünt…

 

 

 

 

Read Full Post »

Eigentlich wollte ich ja schon längst weg sein. Auf großer Kräutertour… das Wissen unserer Mütter sammeln. Wer diesen Blog verfolgt, hat allerdings auch alle Steine kennengelernt, die mir in den Weg gerollt wurden. Das waren zum Einen die ewigen Ausfälle meines nagelneuen Hobby Wohnmobils, zum Anderen aber auch private Hindernisse.

Jetzt ist es einigermaßen startklar (nur die Heizung ist nicht so ganz in Ordnung und die maroden Drehsitze werde ich wohl nie ersetzt bekommen) und dann musste mein Papa ins Krankenhaus. Zum Glück nichts Schlimmes, wohl aber in der Mobilität (seiner) sehr beeinträchtigend. Also irgendwas ist immer. Ihr kennt das sicher.

 

Darum bin ich einfach losgefahren. Ja, es werden, wie im letzten Jahr auch, zunächst sicher wieder nur kleine Mehrtages – Etappen werden, bis sich die Situation mit meinem Vater geklärt hat.

 

Ich nutze die Zeit und besuche die schönen Orte, die im Sommer sicherlich mehr als überlaufen sind. Mein erster Anlaufplatz ist ein traumhafter Stellplatz in Maasholm:

 

IMG_1105

Maasholm – auch bei trübem Wetter eine Reise wert

 

 

Ich dachte, um diese Zeit wäre hier kein Mensch. Da irrte ich mich aber gewaltig. Es stehen schon einige Wohnmobilsten hier, die ebenfalls den wunderbaren Meeresstellplatz (ja, für alle die, die es nicht wissen: die Schlei ist ein Fjord und kein Fluss!) genießen. Direkt am Wasser stehen, erstklassige, penibel saubere Sanitäranlagen und ein spitzenmässiges Bistro, direkt am Yachthafen. Die Inhaber haben ein Herz für Wohnmobilisten und geben gern ihren leckeren Cappuccino mit samt Tasse ab, schlicht darauf vertrauend, das es wiederkommt, das Porzellan. Ohne Pfand…

Aber es soll hier ja nicht vorrangig um Stellplätze gehen. Sondern um Kräuter und Wildgemüse. Da hab ich mir vor Jahren schon Maasholm auf die Wunschliste geschrieben, denn hier gedeiht ein Kraut, das ich besonders mag, in üppigen Mengen… und das sollte gerade jetzt im März Erntezeit haben…

 

IMG_1094

Das leckerste Wildgemüse Maasholms – noch sehr zurückhaltend

 

Nein, das ist keine wundersame Tentakel eines außerirdischen Wesens – normaler Weise sollten aus den dunklen Knospen bereits wunderbare krause tief violette oder auch schon sattgrüne Blätter gesprossen sein. Hier erwartete ich ungeduldig die zarten jungen Triebe des Meerkohls (Crambe maritima).

Wie es aussieht, muss ich auch noch länger warten. Die Wetterkapriolen machen nicht nur dem Kulturgemüse zu schaffen. Obwohl er auch das schon war, der Meerkohl, ein Kulturgemüse. Zu viktorianischen Zeiten heiß gehandelt. Sein Geschmack hat etwas Haselnussähnliches mit leicht bitterer Note. Also bevorzugt frische Schosse und gebleichte Stellen verwenden. Leider wurde er übermässig geerntet und ist in seinem Bestand sehr zurückgegangen. Darum ist die Ernte vielerorts verboten. Zum Glück ist er auch in Kräutereien zu bekommen und wächst dann prächtig gut und gern 12 Jahre für euch. Der Strunk dort oben ist etwa unterarmdick (schlanke Unterarme, nicht meine.. 😉  ).

Sein Nährwert lässt sich sehen. Neben einem hohen Mineralstoffgehalt wartet er auch mit reichlich Vitamin C auf, was ihn bei den Seefahrern zu einem beliebten Reisebegleiter machte.

 

Gut, das war nichts. Noch nicht. Aber man kann ja wiederkommen. Doch schauen wir erst mal, ob hier nicht noch was wächst und siehe da, das tut es:

 

IMG_1099

Strandbeifuß

 

Der Strandbeifuß treibt aus. In diesem Zustand ist er lecker auf Butterbrot. Da braucht man ja auch nicht die Mengen. Selbstverständlich kann man ihn auch wie seinen großen Bruder, den gemeinen Beifuß, zum Räuchern, bei Ritualen und zum Putzen seiner Glaskugel benutzen (tatsächlich wurden Kristallkugeln zum Hellsehen damit abgerieben. Vielleicht sollte man sein Tarot in Beifuß wickeln?).

Für Heilzwecke würde ich mit dem Ernten noch ein wenig warten. Hier punktet der Beifuss mit den ätherischen Ölen und die brauchen nun einmal Sonne. Um die Sonnenwende bis in den August wären da die Erntezeiten, auf alle Fälle jedoch vor der Blüte.

Insgesamt ist dieser zarte Vertreter der Artemisien sanfter. Auch im Aroma. Nicht ganz so bitter, wie der große Bruder. Daher nimmt man ihn auch als Geschmacksgeber im Wumken.

Aber nicht nur mein geliebter Beifuß lässt sich schon sehen. Auch ein Gemüse, dass wir eher im Asialaden oder Reformhaus kaufen, vor allem wenn es aus Japan kommt: Algen.

Bah, nee… jetzt mal nicht die Nase rümpfen. Warum in die Ferne schweifen? Warum glaubt ausgerechnet jeder Deutsche, daß das, was bei ihm wächst, giftig ist? Und so wird für Algen oder Goji-Beeren (welche bei uns Unkraut sind) gern viel Geld ausgegeben. Algen aus unseren Gewässern? Na wer will, kann natürlich weiterhin getrocknete Wakame aus Japan holen… Aber ich glaube kaum, das die weniger bedenklich sind, nach dem da alles „strahlt“…

 

IMG_1104

Vegan aus dem Meer – zu jeder Zeit vorrätig

 

Algen haben als Lebensmittel eine lange Tradition. Sie sind sehr nahrhaft und überaus mineralsstoffreich. In England stehen sie noch auf dem Speiseplan. Hier werden sie so geschätzt, daß manch Schafbauer die gute Ware extra vom Strand klaubt, um seinen Tieren mit der Zufütterung derselben etwas Gutes zu tun. Hier kennt kaum jemand ihren Wert auf dem Speiseplan, obwohl ich neulich auf dem Markt beim Fischhändler tatsächlich einen schmackhaften Algensalat bekommen habe.

Was mich angeht, so ess ich Algen in der richtigen Dosis recht gern. Die grüne Alge vom Markt war mit scharfem Dressing angemacht und schmeckte lecker. Unsere heimischen Algen schmecken intensiv nach Meer, mir manchmal schon zu intensiv. Von daher dosiere ich vorsichtiger. Der Geschmack darf nicht dominieren. Algen sind übrigens nicht giftig. Aber natürlich können sie, wie jedes Gemüse, einen nicht mehr zum Verzehr zu empfehlenden Zustand haben. Darum bitte immer pflücken und nicht einfach vom Strand sammeln. Die obersten frischen grünen Spitzen. Alles Andere wird ein bisschen zäh.

Wer das jetzt einmal probieren möchte, dem lege ich ein Wildgemüsebuch ans Herz, das nun nicht das gefühlt tausendste Bärlauchpesto im Repertoire hat, sondern mit erfrischend neuen Rezepten kommt. Eben auch für Alge. Für das vorsichtige Rantasten an das „Superfood“ (ich hasse eigentlich diese neuen Wortschöpfungen und werbewirksamen Schlagworte, aber hier trifft es wirklich zu), empfehle ich das zur Zeit im Handel für den halben Preis erhältliche

51wFK+gTaFL._SX351_BO1,204,203,200_

wild kochen von Anette Eckmann.

 

Wer mal wieder frische Wildgemüserezepte sucht, ist hier definitiv richtig. Das Buch ist liebevoll aufgemacht und eben ein bisschen anders: dänisch, einfach, lecker! Oder: dänisch – einfach lecker!

Für den Anfang empfehle ich das Algenknäckebrot. Das hat mir besonders gut gefallen. Oder den Hagebuttenketchup. Aber den gibt es erst später im Jahr.

 

Ihr seht, auch wenn ihr noch nichts seht, in der Natur ist immer etwas da. So gibt es ganz besondere Schätzchen, auch an diesem Plätzchen:

 

IMG_1090

Wilde Möhre

 

Die etwas ruppig aussehenden Samenstände der wilden Möhre sind zu dieser Zeit ihr bestes Erkennungszeichen: Sie ziehen sich zu einem Nest zusammen. Wenn ihr die trockenen Blütenstände pflückt und euch die Mühe macht, sie auseinander zu pulen, kommt ihr auf die Samen der wilden Möhre und damit auf eine Möglichkeit der ganz feinen Küche.

Die von den trockenen Hülsen befreiten Samen quetscht ihr im Mörser (oder Unterwegs mit der breiten Seite eines Küchenmessers) einfach mal an. Sofort habt ihr einen zarten, sehr aromatischen Duft in der Nase. Natürlich kann man auch das ätherische Öl kaufen, aber ist die wilde Ernte nicht viel spannender?

Wenn ihr mal reinschnuppert, habt ihr sofort verschiedene Süßspeisenvariationen vor Augen. Und genau dafür könnt ihr die wilde Möhre nehmen. Wenn der Blütenstand noch nicht ganz so dröge ist, wie hier, sondern noch Grün aufweist, könnt ihr ihn so wie er ist, z. B. in Milch oder Sahne legen und diese über Nacht aromatisieren. Um diese Zeit im Jahr, solltet ihr schon die kleine Mühe auf euch nehmen und alles Vertrocknete herauslesen.

So… und nun ist riechen und schwelgen angesagt. Der Duft umhüllt einen, wie die Arme einer liebenden Mutter! Düfte sind Geschmacksache, aber dieser würde sich auch in einem Parfum gut machen. Er erdet, er wärmt und streichelt die Seele. Irgendwie zeigt das ja schon die Form des Samenstandes: geborgen in einem Nest!  Die Hexlein unter euch können sie natürlich auch räuchern, aber mir persönlich ist in diesem Fall der Duft des Öls angenehmer. Die Wilde Möhre gibt uns in dieser hektischen Zeit, in der alte Werte scheinbar nichts mehr gelten, wieder eine Mitte, einen Halt. Nach Kalbermatten zentriert sie unsere Bewusstseinskräfte. Also auch wieder ein „Zur-Mitte-Kommen“, ein „Wurzeln“.

Dieser kleine Teelöffel voll Samen kann dir zwar den Moment und die Nachspeise versüßen, wenn du die positiven Eigenschaften der wilden Möhre gezielt einsetzen willst, musst du dir das ätherische Öl aber kaufen. Natürlich kannst du auch damit eine Schnupperorgie machen, ich nutze es jedoch gern in pflegender Kosmetik. Ein wahres Tonikum für die Haut, egal ob anspruchsvoll oder aknegeplagt. Auch wer Verführung im Sinn hat, könnte es in einem Massageöl verwenden. Es ist ein Phytopheromon (Sexuallockstoff, der dem menschlichen ähnelt) und wirkt hormonell ausgleichend. Es findet seinen Einsatz daher auch bei Menstruationsstörungen und PMS, oder generell bei Drüsenproblemen (nach Wabner). Die kleine Wilde unterstützt nicht nur die Haut, sondern auch die Leber. Wobei sie doppelt punktet, denn gerade Leberprobleme machen sich oft über die Haut bemerkbar. (Vor der inneren Einnahme des ätherischen Öls sei aber an dieser Stelle nochmals gewarnt. Solche Dosierungen gehören in die Hand einer Fachfrau! Liebe Fachmänner, nicht schmollen, ich weiß, dass es euch auch gibt, aber ich glaube, hier sind die Frauen in der Überzahl).

Man könnte wieder mal einen ganzen Bericht dieser spannenden, wenn auch unscheinbaren Pflanze widmen. Und natürlich wartet ihr wieder auf Rezepte. Dieses Mal möchte ich mich dafür in den Hintergrund zurückziehen und auf den wundervollen Beitrag von Eliane Zimmermann verweisen. Mehr Wilde Möhre geht nicht.

Ihr müsst also nicht Hormocenta* oder Placentubex für die Gesichtspflege nehmen, es geht auch wunderbar vegan!

Für die Jüngeren unter euch: Früher war es durchaus auch üblich, die menschliche Plazenta zu verwerten, besonders in Hautcremes. Von den wertvollen Inhaltsstoffen her verständlich… Später hat man meines Wissens Tierische genommen. Die Generation meiner Mutter hat darauf geschworen. Ob Hormocenta das auch gemacht hat, kann ich nicht sagen, der Name legt es fast nahe und es wurde von vielen behauptet. Heutzutage findet sich jedenfalls keine Plazenta in den Cremes. Ich weiss aber, das einige Hebammen noch Proben zur Weiterverarbeitung zu homöopathischen Globuli nehmen.

So… liebe Grüße also aus Maasholm! Es lohnt sich wirklich, diesen malerischen Ort einmal zu besuchen. Ja, auch der Ort ist wunderschön. Und jetzt wisst ihr ja auch, nach was ihr Ausschau halten könnt, wenn ihr auf Kräutersuche seid.

 

*  in der derzeitigen Rezeptur werden lt. Deklaration keine menschlichen oder tierischen Produkte verwendet.

 

Read Full Post »

Manchmal kauft sich auch eine Kräuterhexe ihre Kräuter. Sammeln ist eben nicht immer möglich.

Ich esse gern, was man mir durchaus ansieht. Aber es muss was Gutes sein. Das hat zur Folge, dass wir meist selbst kochen. Wirklich gute Restaurants und damit meine ich die, die frische, hochwertige Lebensmittel noch selbst verarbeiten, sind rar. Aber heute waren wir in einem dieser Raritäten speisen.

Unser Ausflug mit Papa bringt uns ins Töpferhaus. Die Speisekarte des zugehörigen Bistro-Restaurants ist übersichtlich. Kein Vergleich mit den telefonbuchdicken Karten eines durchschnittlichen griechischen Restaurants. Es gibt nur wenige, aber exquisite Gerichte.

Da ich Gelegenenheitsveganer bin, hab ich mich heute für einen Quinoa-Obstsalat entschieden. Große Güte… was für ein Genuss…

IMG_2914

Gesundheit auf dem Teller

 

Einige wilde Blüten zieren diese Vitaminbombe. Es gibt also wirklich noch Obst mit Geschmack.

Die Aussicht hier ist herrlich. Die Sonne spiegelt sich in den kleinen Wellen des Sees. Die Luft ist klasse… hier könnte ich anwachsen.

Aber dazu hab ich natürlich nicht die Ruhe. Während meine Lieben noch einen Nachtisch genießen, muss ich unbedingt alles genauer erkunden. Plötzlich stehe ich vor dem hauseigenen Kräutergarten und komme aus dem Staunen nicht heraus:

IMG_2926

Zitronenverbene

 

Ich rubble und rieche, aber nein, wirklich: hier wächst die Zitronenverbene! Wie machen die das?

Die Zitronenverbene können wir in unserem Klima nicht überwintern und nur per Steckling vermehren und hier steht sie und sieht aus, als würde sie das ganze Jahr hier wuchern. Ich bin platt!

Die Zitronenverbene ist keine Verbene, was leider oft zu Verwechslungen fühlt. Die echte Verbene, auch oft unter „Vervain“ verkauft, ist ein Eisenkrautgewächs. Neben der heilkräftigen „Verbena officinalis“, dem echten Eisenkraut, gibt es noch bunte Arten, die gern im Garten gepflanzt werden. Die echte Verbene hat viele heilende Eigenschaften und ist eine hochmagische Pflanze.

Die Zitronenverbene, die ein mehrjähriger Strauch ist, hat damit absolut nichts zu tun. Sie hat eigene Heilwirkungen und wird besonders kulinarisch oder in der Naturkosmetik geschätzt. Ihre Blätter sind der Grund der Namensgebung, denn sie haben ein unvergleichlich zitroniges Aroma, das sich auch lange hält. So kann man sie hervorragend für Tees, aber auch Potpourris nutzen. Es gibt ganze Parfum- und Pflegelinien, die dieser Pflanze gewidmet sind, zum Beispiel von l´occitane (nein, ich krieg hier keine Prozente, finde es aber richtig, Kosmetikhersteller, die nicht mit künstlichen Duftstoffen arbeiten, zu nennen.)

Ihr Heilpotential zeigt die Verbene hauptsächlich durch ihre beruhigende Wirkung. Ein Tässchen Tee vereint also Genuss und Entspannung. Er wird in Frankreich gern abends getrunken. Nicht zu unterschätzen, aber in unserem Klima nicht oft zu ernten: der aromatische Blütenstand. Aus diesem zarten Gebilde kann man herrliche Desserts zaubern.

Hier ein leckeres, heilsames Tränklein für euch (nein, ich hab nicht geklaut, da hab ich meine eigene Verbene für geplündert)

 

Lavendel-Minze-Elixier

Verdauungsfördernd, blähungswidrig

 

20 Stgl. Lavendel
30 g Zitronenverbene
20 g gestoßene Fenchelfrüchte

5 Stgl. Minze 2 Zimtstangen 1 l Obstler

 

Zwei Monate im Hellen reifen lassen, dann 100 g weißen Kandis hinzugeben.

 

 

Ich hab mich nicht getraut zu fragen, ob die Zitronenverbene hier wirklich überwintern konnte und sich irgendwie selbst vermehrt. Das wird wohl ein Geheimnis bleiben…

 

Es sei denn, jemand von euch schaut auch mal im Töpferhaus vorbei und hilft mir, das Geheimnis zu lüften.

 

 

Read Full Post »

12.06.15
Die erste Nacht „allein“ in weiter Flur hab ich gut überstanden. Schon morgens um sechs haben wir die Hunderunde gemacht und dann, innerlich immer noch von der Alltagsuhr getrieben, machten wir uns wieder auf den Weg. Wenn man allein fährt, fallen leider auch die Beifahrerkommentare wie: „hier ist es schön, wollen wir mal anhalten und schauen?“ oder irgendeine Art von Meinungsaustausch weg. Viele Sehenswürdigkeiten lass ich daher einfach aus, zumal auch das Problem mit „Hunde im heißen Wagen lassen“ bestünde. Auch hab ich keine Bilder von mir… es fehlt etwas, oder muss ich erst lernen, welche Vorteile die eigene Gesellschaft mit sich bringt?

IMG_2306

Am schönen Lopausee

 

Heute möchte ich am Lanzer See übernachten. Die Fahrt dorthin ist schon sehr schön. Die Landschaft einmalig. Als ich dann in Lauenburg ankomme, würde ich am liebsten mal halten und bummeln. Aber irgendwie mag ich dann allein doch nicht. Also entscheide ich mich, weiterzufahren. Ich komme auf kleinen Nebenwegen schließlich an dem kleinen Campingplatz an und ergattere noch ein Plätzchen. Das wird nämlich jetzt bei dem schönen Wetter langsam knapp. Auch hier komme ich wieder ziemlich weit nach hinten, stehe fast direkt am Kanal und es sind nur wenige Plätze in dieser Reihe belebt. Das kommt sowohl mir, als auch den kleinen Kläffern zu Pass. Da es wieder mal sehr heiß ist, wage ich das Experiment, das Vordach auszufahren. Klappt wunderbar! Tisch und Stühle dran, einen für die Hunde einen für mich: Voilà!

Meine kleinen Reisegefährten geben sich recht friedlich, auch wenn hin und wieder mal ein Zweibeiner unsere Sicht kreuzt. Als wir einigermaßen eingerichtet und ein einfaches Mittagessen verzehrt haben, traue ich mich zur ersten Hunderunde.

 

IMG_2325

Elbe – Lübeck Kanal

 

Wir haben einen direkten Zugang zum Kanal und können wunderbar an ihm entlanglaufen. Die ersten Meter haben wir den Campingplatz noch an der Seite, aber schon kurz danach kann ich es wagen, die Hunde abzuleinen. Hier ist es wunderschön! Auf dieser Kanalseite läuft oder radelt scheinbar kein Mensch. Die sind alle drüben. Wir passieren ein Stück Wald und laufen dann oben auf dem Deich. Eine herrliche Landschaft! Und als ich es wage, die Hunde mal nicht ständig im Auge zu haben, entdecke ich Kräuter, die bei uns oben leider kaum oder gar nicht zu finden sind: Wiesensalbei, Wiesenlabkraut, Flockenblumen, Erzengelwurz, Heidenelken und natürlich auch die gängigen Kräuter wie Schafgarbe, Wundklee, Rotklee und Spitzwegerich.

 

IMG_2338

Die Heidenelke – inzwischen leider selten

 

Und überall blüht der Holunder mit wirklich großen Dolden. Scheinbar ist er hier gänzlich unbehelligt von Kräutertanten wie mir.

 

IMG_2330

Kilometerweit ungestört laufen

 

Die Hunde sind schlag k.o. von der Wanderung in der Sonne und wir machen eine kleine Mittagsruhe. Heute hab ich zumindest schon ein wenig mehr zu meinem Kräuterthema gemacht, als gestern.

 

IMG_2344

Die Hitze schafft uns alle

 

Auf dem Platz komme ich mit einem älteren Pärchen ins Gespräch. Sie waren schon fast überall, vor allem in östlichen Gebieten, Lettland, Estland, aber auch in der Türkei, in Polen, Spanien und in der Bretagne. Auch sie haben sich, nach einer ernsten Erkrankung des Mannes, für mehr Zeit miteinander und in der Welt entschlossen. Das macht mich ein bisschen wehmütig. Ja und hier wieder nur Paare… Gaby allein im Aus…

Mit einem Spaziergang am Kanal im Sonnenuntergang und einem Gläschen Cidre (nur für mich) beschließen wir den Tag.

 

Heutige Kräuterrezepte:

Mein Gläschen Cidre mit Holunderblüten… mmmmh… hier sind die wirklich lecker.

Da die Sonne hier ungefiltert (keine Wolken wie bei uns oben…) scheint, habe ich mir auch die Schafgarbe mitgenommen und mache mir eine „Seife“, um die Haut zu beruhigen.

 

Waschlotion nach viel Sonne (und/oder Mücken)

1/2 Tasse starken, kalten Schafgarbentee (abgedeckt ziehen lassen)
1/4 Tasse Betain

etwa 10 Tr. Lavendelöl, einen kleinen Schuss Olivenöl 

Die ätherischen (blauen) Öle der Schafgarbe wirken ähnlich denen der Kamille. Also Deckel drauf beim Ziehen lassen, um die kostbaren Wirkstoffe zu behalten. Betain ist ein mildes schäumendes Tensid, eine natürliche Grundlage für Seifen (Betain wird meist aus Zuckerrübe hergestellt, könnte aber auch künstlich produziert werden.) Ihr könnt es wirklich preiswert bei http://www.behawe.com kaufen. Ich besorge mir meist einen Liter, denn es ist sehr sparsam. Man mischt etwa 1/4 – 1/3 mit Flüssigkeit (Gel oder Wasser). Wenn ihr mal auf Babyshampoos oder medizinische guckt, da ist das oft die Hauptzutat. Ich hab immer etwas davon pur mit. Nehme ein paar Tropfen als Spülmittel, zum Haarwaschen… hält ewig!

Die Lotion oben ist ganz flüssig/wässrig. Mich stört das ganz und gar nicht. Wer es nicht mag, kann es mit Xanthan oder Guarkernmehl andicken. Ich habe Olivenöl genommen, weil ich es ohnehin gern mag und weil es von Natur aus leicht schmerzstillend wirkt. Es hat einen LSF von etwa 4. Natürlich könnt ihr auch jedes andere Öl verwenden oder es gänzlich weglassen.

Lavendel gehört als Haut- und Seelenberuhiger sowieso in jede Hausapotheke und könnte Notfalls sogar punktuell pur verwendet werden. Über Lavendel kann man allein ein ganzes Buch schreiben. Wer mehr wissen will, kann mal bei Eliane Zimmermann nachschauen (In meinen Link-Empfehlungen rechts auf der Seite).

 

Experimentierfreudige können natürlich auch andere wunderbare Hautkräuter mit hineinnehmen, wie z. B.  den Wegerich. Auch die Holunderblüten könntet ihr mit ansetzen, die würde ich aber erst nach dem Erkalten dazunehmen.

Wie immer: auf beste Qualität bei den Zutaten achten, kühl lagern, schnell verbrauchen.

Read Full Post »

Zum Verschenken oder selber freuen: Es gibt wunderschöne neue Bücher auf dem Markt:

Badespaß & feine Seifen: selbst gemacht

Ein Klick auf den Link und schon könnt ihr in diesem Büchlein blättern. Es ist druckfrisch, gerade erst auf dem Markt und in guter alter „Doleschalek-Manier“ geschrieben.

Petra Doleschalek hat einige gute Kosmetikbücher (sowohl dekorative Kosmetik, als auch Heilkosmetikbücher) verfasst. Manche sind mir zu „fremdzutatenlastig“, da kommt dann doch ein wenig zuviel Chemie (jedenfalls für meinen Geschmack) hinein, wer aber begeisterter Hobbythekrührer ist, oder eben auch in der Naturkosmetik  Kompromisse zugunsten der Haptik und Pflege eingeht, der ist gut beraten.

Ich selbst habe alle Bücher von ihr und lasse einfach die Zutaten weg (vor allem Konservierung), die mir nicht ganz zusagen. Die Cremes sind trotzdem wunderbar und wirksam und in der dekorativen Kosmetik gibt es sowieso keine Konkurrenz für Petra Doleschalek.

In ihrem Badespaßbüchlein greift sie neue Zutaten, wie z. B. das SLSA (ein hochwaschaktives Pulvertensid) auf, mit dem völlig neue Kreationen möglich sind. Ich mache seit einige Zeit feste Shampoobars damit und bin begeistert. Wer sich den Luxus leistet und bei der Zubereitung u. A. Brokkolisamenöl nutzt, kann sich Conditioner sparen. Das Brokkolisamenöl hat die guten Eigenschaften des Silikons (ohne die Bedenklichen zu übernehmen), pflegt die Haare wunderbar geschmeidig und gibt Stand.

Aber auch andere „Waschideen“, wie z. B. Badejellys (die die Firma „Lush“ schon seit langem mit Erfolg vertreibt) sind in dem Buch zu finden. Diese Jellys sind wirklich Wackelpuddings zum Waschen (sie werden aus Gelatine gemacht). Wer sie im Sommer direkt aus dem Kühlschrank holt und vielleicht sogar ein bisschen Minze drin hat, der kommt wunderbar erfrischt aus der Dusche.

Rein optisch ist das Buch nicht unbedingt ein Highlight. Aber das ist einer passionierten Kosmetikrührerin nicht wichtig. Die Rezepte sind gut, meist auch einfach, fast alle Zutaten leicht erhältlich.

Was ich bis heute vergeblich suche, ist z. B. das „Türkischrotöl“, eine Abart des Rizinusöls. Wer hier eine Bezugsquelle weiß, darf sie mir gern mitteilen.

Ein bisschen stiefmütterlich finde ich die Rezepturen von Flüssigseife oder der Kochseife behandelt. Hier weist Doleschalek dann auch auf einschlägige, meist englische, Literatur hin.

Nichtsdestotrotz gibt es von mir aber ob der neuen und auch guten Rezeptideen eine absolute Kaufempfehlung.

.

Kosmetik rühren ist die eine Sache. Wer sie aber verschenken möchte, hat oft das Problem, wie er die liebevoll gemachten Stücke denn verpackt und präsentiert. Hier schafft, sowohl mit Verpackungsideen, als auch mit neuen Rezepten, ein anderes Kosmetikbüchlein Abhilfe:

Die kreative Manufaktur – Schönheit aus der Natur: Naturkosmetik selbst herstellen

Dieses Büchlein ist ein wahrer Augenschmaus und macht Appetit. So könnte man auch „Noch-Nicht-Rührer“ vielleicht bekehren. Auch hier gibt es viele neue Rezepte und Ideen und im Anschluss daran die dazu passenden liebevollen Verpackungen. Ein bisschen scheinen die Autorinnen zugunsten der Optik geschummelt zu haben. Die Shampoobars auf der Abbildung stimmen definitiv nicht mit der Rezeptur überein. Zum einen sind sie mit SLSA-Noodles gemacht, zum Anderen müssten die Bars ob der Zutaten grün sein…

Nun ja, das ist in meinen Augen aber absolut verzeihlich. Die Rezepturen sind nämlich einfach und gut. Alle konnte ich leider noch nicht testen, da ich hier bei manchen Zutaten wirklich Beschaffungsschwierigkeiten habe.

So ist der Duft „Black Kardamom“ beim besten Willen nicht aufzutreiben, dabei scheint er mir der Beschreibung nach, nahezu unwiderstehlich zu sein. Wer fündig wird, bitte mitteilen.

Auch die Metall-Schiebedosen, die wir als Lippglossdöschen vielleicht noch aus Patchouli-Räucher-Jugendtagen kennen, konnte ich nur im 500.000-Stück-Container aus China finden und die Glasdosen mit Schraubverschluss, die irgendwo in den undurchsuchten Gefilden des worldwide Web auf mich warten, werde ich von meinen Verpackungsideen streichen müssen…

Die Autorinnen nennen zwar Bezugsquellen im Buch, aber ich habe Einiges doch nicht auftreiben können. Auch hier bin ich also für Hinweise dankbar (bitte KEINE 500.000 Stück-Containerware anbieten!).

Das Buch bietet trotzdem für jeden Etwas. Es gibt raffinierte, aber ebenso ganz einfache Rezepte. Wer Weihnachtsgeschenke machen möchte, findet hier reichlich Ideen. Und wer es bis Weihnachten nicht mehr schafft, verschenkt einfach das Büchlein…

Read Full Post »

Während ich bei manchen „Kräuterexperten“ das Gefühl hab, sie machen ihren Job nur, weils grade „in“ ist, gibt es doch zum Glück auch sehr viele Hexchen, Heiler und sogar studierte Fachfrauen, die eben keine Massenabfertigung mit gefährlichem Halbwissen praktizieren, sondern wirklich ihren Beruf lieben.

Aus finanziellen Gründen sind die weisen Frauen (ja – auch Männer… aber die haben doch schon seit Jahrhunderten ihre eigene Lobby…) oft gezwungen, nur ihr von der Wissenschaft bereits labortechnisch abgesegnetes Wissen weiterzugeben und der große Erfahrungsschatz bleibt ungehoben.

Ich gehöre nicht zu denen, die mal eben noch drei Generationen lang hoffen wollen, dass die Wissenschaft das bestätigt, was wir Kräuterhexen längst wissen. Ich suche die wertvollen Tipps meiner Kolleginnen zwischen den Zeilen (Ursula Brüning) und in den Blogs und in den nicht ganz so fachlich gestalteten Publikationen.

Manchmal hab ich das Glück, eine leidenschaftliche Kollegin kennenzulernen. So ging es mir z. B. mit Eliane Zimmermann.

Sie hat tatsächlich den Spagat zwischen Wissenschaft und Erfahrungsheilkunde geschafft und speziell für uns Praktikerinnen, die kein Heimlabor ihr Eigen nennen, ein wunderbares Büchlein unter dem Titel „Aromatherapie“ herausgebracht.

Nein, ich setze hier kein Link zu diesem Buch, da klickt bitte oben auf Elianes Link, denn so bekommt sie wenigstens im Bestellfall einen kleinen Obolus. Wer selbst Bücher schreibt, kennt die lächerlich kleine Gewinnspanne, die ein Autor hat. Da Eliane Perlen der Weisheit in ihrem Blog verteilt, finde ich das nur gut und richtig, wenn ihr euch dort weiterklickt und eben eventuell auch über ihre Seite bestellt…

Aber zurück zum Buch. Hier beschreibt Eliane bewährte Rezepte – eben was für die praktische Familienfrau, die ihre Lieben umsorgen möchte.

Eines dieser Rezepte war für einen Akne-Roller. Nun, ich hab ein pubertierendes Kind, mit genau diesen Gesichtspunkten, die einem in dem Alter so ziemlich zu schaffen machen. So einen Roller zu machen, dass geht glatt nebenbei, praktisch – prima – preiswert.

Ich nahm mir also ihr Rezept vor, strich das Manukaöl heraus, weil ich es einfach nicht vorrätig hatte und gab noch etwas Propolistinktur hinzu, die bei Akne ebenfalls gute Erfolge zeigt.

Und was soll ich sagen: Schon nach der ersten Anwendung ging die Akne deutlich zurück. Die Entzündungen waren heraus, die Pickelchen blasser und kleiner…

Jetzt, nach grob einer Woche, sind die Pickel kaum noch zu sehen. es sind blasse Minipickelchen geworden. Ich finde das schon erstaunlich.

Ich sag nur: selbst ist die Frau! Und für jede, die auch eine kleine Pustelblume zu Haus hat, meine Abwandlung von Elianes Rezept:

Akne-Roller

7 Tr. Propolistinktur (Eliane hatte hier 4 Tr. Manukaöl)

4 Tr. Teebaumöl

4 Tr. Lavendelöl (bitte das ECHTE! – Kein Lavandin!)

2 Tr. Palmarosaöl

in 10 ml Gin (und das natürlich alles in den Roller)

gut schütteln ist obligat, wie meistens bei einfachen Naturkosmetikrezepten und das Aufbrauchen sollte auch relativ schnell (drei Monate) gehen, weil wir nicht groß konservieren und Verkeimungsgefahr besteht. Aber bei 10 ml sollte das kein Problem sein.

.

.

Das ist natürlich nicht das einzige wunderbare Rezept in diesem gut lesbaren Büchlein, das eben vor  guten Tipps und nicht schwierigen Fachwörtern strotzt. Aber das findet bitte selbst heraus. Von Luft und Liebe können auch Autoren nicht leben…

Zugegeben… Elianes Blog strotzt ebenfalls vor Informationen. Man kann sich da durchaus gut belesen, ohne auch nur einen Cent auszugeben. Aber wer sich ein wenig mit natürlichen Heil- und Wohlfühlmitteln befassen möchte, hat mit dem Aromatherapiebuch eine gute Grundlage.

Bitte lasst euch von „Aromatherpie“ nicht abschrecken, wenn ihr „nur Kräuterhexen“ seid. „Therapie“ heißt nun nicht, dass hier Krankheitsbilder mit Dosierungen angegeben werden und „Aroma“ bedeutet nicht, dass wir irgendetwas in der Duftlampe verflüchtigen lassen.

Schon seit Jahrhunderten (-tausenden?) werden Aromen für Heilung und Wohlbefinden eingesetzt. Und was ist ein „Aroma“ überhaupt? Nun – viele werden es tatsächlich nicht mehr kennen, da uns diese fürchterlichen Kunstdüfte den Geruchssinn vergrault haben. Aber es gibt sie noch, die Echten, die Feinen… und sie bestehen meist aus ätherischen Ölen, die ihrerseits nichts anderes sind, als die geballte Essenz der Pflanze. Sie sind also nicht nur „dufte“ sondern auch Wirkstoffbomben. Das ist der Grund für den erhobenen Zeigefinger, den man in vielen Büchern ob der Anwendung findet. Man darf diese starken und wertvollen „Konzentrate“ eben mal nicht unter dem Motto „viel hilft viel“ verwenden.

Wer sich da ein wenig unsicher fühlt, kauft sich einfach die ganz edlen teuren Tropfen, damit geizt man automatisch. 😉

Ich nutze die ätherischen Öle aus der Aromatherapie eben gern, wenn die Saison oder mein Vorratsschrank gerade nicht das passende Kraut hergeben. Oder wenn es einfach nur „dufte“ sein soll, oder ich peppe meine Kreationen eben ein bisserl auf. Als Duftstoff kommt eigentlich nahezu überall was mit hinein und als Wirkstoff auch immer öfter.

Ich würde da gern aus der Aromatherapie einen „Duftspaß“ machen, aber das könnte dazu führen, dass die Schulmedizin noch weniger ernst nimmt, als sie das zur Zeit tut, obwohl es längst genügend Beispiele für ihre heilkräftige Wirkung gibt.

Für mich war und ist die Bekanntschaft mit Eliane wirklich sehr fruchtbar. Ich kombiniere das Beste aus beiden Welten, Kräuterkunde und Aromatherapie. Und ich durfte eine Kräuterfrau kennenlernen (ja, für mich ist sie eine), die ihre Kräuter liebt und schätzt. Als wunderbare Helfer für Mensch und Tier eben und nicht als alternative Geldquelle…

Read Full Post »

Kinder sind unsere Lehrmeister. Auch als Kräuterhexe komme ich immer wieder zu dem Schluss. Ich unterrichte z. Zt. innerhalb der Nachmittagsbetreuung Naturkosmetik an unserer Schule. Diese Woche sind wir (da mein Budget ein wenig knapp ist), einfach in den Schulwald marschiert und haben ihn geplündert. Wir wollten Gesichtswasser gegen erste Pickelchen machen und eine Creme für Mutti (Muttertag naht)…

Da diese Gruppe aus 10-11 Jährigen besteht, die beileibe noch keine komplizierte Kosmetik nötig haben und die sowieso noch spielerisch an die Sache herangehen, halten wir die Rezepte wirklich absolut einfach. Unser Gesichtswasser besteht da nur aus Kräutertee (mit destilliertem Wasser gekocht) und einem Schuss Obstessig.

Als Kräuter haben wir Gundermann gesucht (super für die junge Haut und auch erste Pickel) und auch Spitzwegerich (für die empfindlicheren). In die Creme, die ich mit einer anderen Gruppe machen wollte, sollte Goldnessel.

Die Rezepte habe ich aus einem Naturkosmetikbuch, dass sich wirklich aufs Wesentliche beschränkt. Andere Zutaten als Öl und Bienenwachs sind hier kaum zu finden.

So ein Gesichtswässerchen ist natürlich im Handumdrehen gemacht. Es riecht ein wenig nach Essig, aber wen das nicht stört, der hat einen wunderbaren Hautpfleger. Da die Kinder kaum zu bremsen sind, nahm ich mir auch Einiges mit nach Haus. Für die empfindliche Haut kam auch noch ein wenig Honig ins Wässerchen.

Die Goldnesselcreme ist eigentlich eher eine Salbe. Sie hat keinerlei wässrige Anteile. Normaler Weise mögen die meisten diese Haptik nicht. Natürlich ist Salbe „schwerer“ und zieht nicht so leicht ein. Wir sind halt chemieverwöhnt. Ich nehme meist ganz wenig Salbe, oder trag sie auf die feuchte Haut auf, oder vermische sie in der Hand mit ein wenig Wasser. Meine nicht mehr ganz junge Haut mag die Konsistenz eigentlich ganz gern.

Ich habe zuvor auch noch nie Goldnessel verarbeitet. Mir war keine herausragende Wirkung der Nessel auf die Haut bekannt. Da diese Salbe eine hervorragende Nacht-Nährcreme sein soll und da die Nessel z. Zt. üppig in den Wäldern wächst, musste ich das natürlich ausprobieren.

Wir haben also auch die Goldnesselsalbe gemacht. Statt eines Pflanzen-Ölauszugs sollte in diesem Rezept das Öl (100 ml Weizenkeim) zusammen mit der Pflanze (500g) erhitzt werden.  Das Ganze sollte langsam erkalten und danach nochmals kurz erhitzt werden.

Das war gar nicht so einfach. 100 ml Öl für 500 g Kraut ist wirklich wenig. Teilweise hatte ich Angst, die Blätter zu fritieren und wechselte schnell von Herdplatte zu Wasserbad. Auch kenne ich es eigentlich nicht, Weizenkeimöl zu erhitzen. Ich gebe es meist nur in mäßiger Wärme zum Schluss dazu.

Nach dem zweiten Erhitzen hatte ich eigentlich mehr einen grünen Brei. Den abzuseihen war gar nicht so einfach. Die Salbe erkaltete teils schon im Sieb.

Schließlich hatte ich doch genügend Creme erbeutet. Und seit ein paar Tage wende ich die Mittel an. Das einfache Gesichtswasser mit Obstessig und die Bienenwachs-Weizenkeimsalbe mit Goldnessel.

Die Wirkung ist umwerfend. Ja, so etwa ein halbes Stündchen nach dem Auftragen merke ich noch deutlich den Salbencharakter, aber dann ist die Creme kaum noch zu spüren. Nur die Haut ist deutlich weicher und „entknittert“. Dieses Gefühl hält den ganzen Tag an.

Ich finde es wirklich schade, das Salben für die reine Pflege so einen schlechten Ruf haben. Wem eine Salbe deutlich zu üppig ist, der sollte sie wirklich nur hauchfein und auf feuchter Haut auftragen.

Ja, Kosmetik kann pur und einfach sein. Ohne Harnstoff – sorry – weniger anrüchig: Urea, ohne Allantoin, ohne Hyaluronsäuren und irgendwelche Mikro-, Nano-, Sonstwaspartikel.

Die Ergebnisse sind so spektakulär, dass man sich echt fragt, wie wir dazu gekommen sind, soviel Brimborium auf unsere Haut zu lassen. Und Salben, ja Salben halten mangels Wasseranteil wirklich sehr lange. Das Wasser wird, wenn überhaupt, beim Auftragen frisch mit zugegeben.

Erste Versorgungsengpässe aufgrund der neuen Eu-Richtlinie sind mir schon aufgefallen. Da ist es doch super, dass wir mit einfachen Mitteln soviel erreichen können.

So gibt es den ehemals größten Kräuterarzneihersteller „Madaus“ so nicht mehr. Er hat sich „übernehmen“ lassen. Ein Blick auf die Homepage lässt gerade nochmal drei Heilkräuter finden.

Bei Weleda fällt noch nicht viel auf, allerdings lässt sich z. Zt. die Seite „Mittel von A-Z“ nicht abrufen. Da scheint etwas überarbeitet zu werden.

Es ist wie es ist. Auch die kleinen Kräuterarzneimittelhersteller müssen sich ja irgendwie anpassen und ihre Schäfchen ins Trockne bringen. Das haben sie sicherlich schon bei Inkrafttreten (2004!) gemacht. Ob durch Reduzierung des Angebotes, Fusionen, oder Verlegung der Märkte, das werden wir erst noch rausfinden müssen.

Außerdem häufen sich die Beiträge in den Medien, die Alternativmedizin in Frage stellen. Ja sogar neue Angriffe auf die Homöopathie musste ich feststellen. Es werden „Wunderheiler“ an den Pranger gestellt und alle labortechnisch nicht gesicherten Methoden gleich mit (NDR). Ich rechne damit, dass wir demnächst vermehrt Studien über die Gefährlichkeit einiger Kräuter um die Ohren kriegen und ein paar Fälle, die nach der Einnahme von Löwenzahn ins Koma fielen…

Gut, das war vielleicht ein bisserl überspitzt, aber so und so ähnlich geht es doch schon seit Jahren. Naturmediziner und -heiler werden das wissen.

Schön, dass wir beim Einfachen bleiben können. Schlicht nach der Faustregel: Was man Essen kann, kann man sich auch ins Gesicht schmieren. Wobei ich das ein wenig auf Lebensmittel ohne Puls beschränken würde….

Die Rückkehr zu den einfachen Schönheitsrezepten bewahrt uns auch vor Konservierungsmitteln. Ich hab vor grob einem Jahr über die Gefährlichkeit der Parabene geschrieben und auch darüber, dass die in Frankreich wegen Brustkrebsgefahr längst verboten sind. Meine Warnungen hier wurden heruntergespielt. Auch eine Apothekerin meines (damaligen) Vertrauens wies freundlich darauf hin, dass sie schließlich studiert hätte und ich nicht jeden Scheiss glauben solle. Auch in der Apo würden sie diese Stoffe für ihre Cremes nehmen.

Wer jetzt mal aufmerksam durch die Kosmetikregale geht, wird vermehrt den Aufdruck „ohne Parabene“ finden. Aha. Warum extra darauf hinweisen, wenn die doch harmlos sind?

Weil hier der Verbraucher auch erst informiert wurde, nachdem die Wirtschaft ihre Produktion umgestellt und die Lagerbestände verramscht hat.

Wir Deutschen streiken doch so gern. Sie nicht? Weil Sie auch nicht bei der IG Metall sind, oder kein Eisenbahner? Sondern genau so ein kleiner Fisch wie ich, der beim bloßen Andeuten von Streik auf der Straße stehen würde?

Na, dann mal jetzt. Lasst uns alle gemeinsam streiken. Also so ein Streik, von dem JEDER Bürger etwas hat. Man kann wirklich ALLES, was zur Körperpflege gehört, selbst machen, ohne studiert zu haben. Sogar Deo. Da findet ihr ein paar super Rezepte auf Elianes Seite (siehe meine Links auf der rechten Seite 😉  )

Es gibt mittlerweile viele Kosmetikrührerinnen. Auch einige, die wie ich, mehr Kräuterhexen sind und nicht den Hobbythekbaukasten verwenden. Wir dürfen euch das zeigen. Machen leider nicht. Die Auflagen sind nahezu nicht erfüllbar. Oder wir würden uns illegal betätigen. Viele Seifensiederinnen machen das und hoffen, das da nichts passiert. Na, ich drück euch die Daumen, Mädels, aber ich kenn auch andere Fälle.

Wer eine Seifensiederin kennt, oder eine ist, ist ebenfalls glücklich dran. Handgekochte Seifen mit natürlichen (!) Zutaten machen weitere Körperpflege mit Cremes oft entbehrlich. Zwar ist der Säureschutzmantel eine Weile weg, aber der kommt rasch wieder. Lasst euch da nichts erzählen. Die Pflege hingegen ist super!

Aber Vorsicht auf den so beliebten Bauernmärkten! Gerade weil diese Seifen so beliebt sind, wird hier viel gemogelt. Besonders wenn es recht farbintensive Seifen sind, sollte man mal kritischer schauen.

Wirklich handgesiedete, mit Liebe hergestellte Seife kann auch nicht billig sein. Rechnet sich jedoch trotzdem, weil man viel Creme spart…

Meine Pläne nach England oder Irland auszuwandern, werden mir leider auch nicht lange helfen. Die EU ist überall. Nun ja, was ich in meinen vier Wänden für mich tue, geht (noch) niemanden etwas an. Irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass wir so langsam auf eine zweite (Kräuter-) hexenverfolgung zusteuern. Aber ich werde das Wissen bewahren und auch weitergeben. Und da bin ich nicht die Einzige. Denn dieses Mal gibt es viele von uns. Und wir sind da! Bleibt kritisch!

So – ich creme mir eins… da fällt mir ein, ich wollte auch die Haarfarbe mal wieder etwas anhübschen. Zwiebeln und Lorbeerblätter – ein nettes Rotbraun!

Einen schönen Muttertag euch allen!

Read Full Post »

Older Posts »