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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

11.06.15
Da steht es nun, in voller Pracht: Das kleine Wohnmobil, dass ich mir geleistet habe. Das hat meine finanziellen Reserven gefressen und manchmal hab ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Andererseits hab ich schon in jungen Jahren davon geträumt, in einem VW Bus durch die Lande zu fahren und zu schreiben.
Nun, ein VW – Bus ist es nicht geworden, so dick waren meine Reserven nicht, außerdem bin ich doch froh, keine Betten umbauen, oder ins Obergeschoss krabbeln zu müssen. Mit schmerzenden Gelenken kommt doch der Wunsch nach mehr Luxus.
Ich hab das Kleinste genommen, was ich mit Sanitärraum finden konnte. Schließlich erfülle ich das Klischee „Frau und Parklücke“ und muss mit dem Womo umgehen. Ich fahre allein, mein Mann bleibt daheim. Nicht nur, weil er wie bereits angedeutet, immer gut zu tun hat, sondern auch, weil mein Vater seit zwei Jahren bei uns wohnt und doch etwas Betreuung braucht. Zudem möchte mein Mann in meiner Abwesenheit unsere Dauerbaustellen im Haus beseitigen. Da fährt man doch fast gerne.

Mir ist mulmig. Allein – nur meine beiden Hunde kommen mit, die im Ernstfall aber keine Hilfe sind, mein Iphone und mein Macbook.

Weil ich eben keine Übung im Kastenwagenfahren und Alleinreisen habe, will ich zunächst kleine Kreise ziehen. Das heißt: erstmal nur Schleswig-Holstein. Danach Dänemark und mit viel Mut der Rest von Skandinavien.

Meine beiden kleinen Mitreisenden sind nicht so einfach. Eine Hündin mit Impfschaden, die seitdem ein bisschen räudig aussieht und ein Prager Rattler, der sowohl im Halbstarkenalter ist, als auch ziemlich ängstlich und damit das Klischee des kleinen Kläffers bis ins Kleinste erfüllt. Da ich früher selbst nur Großhunde hatte, was ich jetzt, mit einem Pflegefall im Haus, aber nicht mehr riskieren möchte, weiß ich, mit welchen Augen andere Hundebesitzer diese kleinen Pöbler oft sehen. Aber wir haben leider keine Welpenspielkreise in der Nähe… ich hab es nicht geschafft, ihn unter andere Hunde zu bringen, was ihm beim Erwachsenwerden vielleicht geholfen hätte.

Als Ideengeber und Orientierung hab ich den Reiseführer „Mit dem Wohnmobil nach Schleswig-Holstein“ gewählt und hoffe, mit ihm schöne Stellplätze und Wandergebiete zu finden.

Gut… also dann! Mein erstes Ziel heute soll ein Ort bei Lüneburg sein. Kurz dahinter wird ein Stellplatz beschrieben, der zwar ohne Strom und Wasser, aber mit sehr viel Grün aufwarten kann. Der Platzwart sollte ein „Original“ sein. Noch ahnte ich nicht, wie das gemeint war.
Ich hab kein Navi im Auto, ich nutz eh nur mein iPhone. Und bei den klassischen Navis finde ich es nervig, die immer irgendwie über Computer zu aktualisieren. Wer über Handy navigiert, weiß, wie das Batterie frisst. Ich entschloss mich also, das Handy erst hinter Hamburg damit zu quälen. Ja hätt´ ich mann…

Ich hab aber nicht. Hinter Hamburg war das mit meinem Empfang von GPS Signalen ungefähr so, wie mit dem guter Ideen: Schlichtweg nicht vorhanden. Nachdem zwei meiner Navigationsapps in den kurzen Empfangsfenstern absolut gegensätzlicher Meinung waren, verließ ich die Autobahn nach eigenem Gutdünken. Dunkel in Erinnerung, dass ich nach rechts unten will.
Und schon stand ich in der Pampa. Eine App wollte mich zurückschicken, die andere hatte einen gleichnamigen Ort in Polen gefunden. Ich fuhr stur weiter nach „rechts unten.“ Schließlich gab es ein Hinweisschild zur Autobahn, die ich vor gefühlten 2 Stunden verlassen hatte. Ich hielt an, gab meine Zielwünsche noch mal ein und als sich beide Apps einig waren, fuhr ich wieder los.

Hätte ich die Ruhe bewahrt, wäre die von mir händeringend gesuchte Abfahrt von ganz allein gekommen… ausgeschildert… so wie früher.

Ich hab ihn dann gefunden, den schönen Stellplatz. Außer mir noch sechs Mobile. Ich stellte mich ganz hinten in die Ecke in den Schatten. Mir war schon heiß genug. Es war recht uneben hier, aber ich hoffte auf Abkühlung.

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Ein lauschiges Stellplätzchen am See

Ein freundliches Pärchen aus den Niederlanden, das vor mir stand, fragte ich nach den Bezahlungsmodalitäten. Die wussten es aber auch nicht. Eine Infotafel wies darauf hin, man hätte an der und der Tankstelle bezahlen können, oder in dem Café oder…

Nun, ich tat es meinen Nachbarn gleich und wartete einfach ab. Nach einer Weile hörte ich eine laute Stimme über den Platz hallen. „Ja, jetzt sehe ich, das sind Viezen! Also Holländer, keine Belgier!“ Viezen, das wusste ich, war die niederländische Bezeichnung für Fahrräder. Der Sprecher erläuterte noch eine Weile seine Kenntnisse belgischer und holländischer Unterschiede. Ich wunderte mich, wer sich darüber so lautstark ausließ und lugte aus dem Fenster. Da stand jemand in weißem Polohemd und dunklen Hosen… Aha, das konnte nur der Platzwart sein. Gut, dann würde ich meinen Obolus jetzt ja los werden.
Tatsächlich stiefelte der Mann jetzt in meine Richtung. Ich legte schon mal das Geld zurecht. Er begrüßte mich, ebenfalls nicht sehr leise, und zückte seinen Quittungsblock. Ob ich denn schon mal hier gewesen wäre. Ich verneinte. „Oh das wird teuer!“, sagte er. Ich bekam einen Schreck! Hätte ich doch irgendwo voranmelden, buchen oder sonst was müssen?
Schnell erläuterte ich, dass ich allein unterwegs sei, das alles recht neu für mich wäre, mein Mann hätte ja keine Zeit, das wäre so einer, der immer nur arbeiten würde…
Der Platzwart hielt inne, stemmte die Fäuste in die Hüften und meinte: „Sie werden es kaum glauben, aber ich arbeite gerade!“ Dann fing er an, all die Tätigkeiten aufzuzählen, die neben dem Platzwartjob noch auf ihn warteten. Man hatte den Eindruck, der Mann könne mit einem normalen 24 Stunden Tag keines Falles auskommen. Oh mann, was hatte ich da nur wieder gesagt! Ich versuchte ein paar beschwichtigende Sätze und redete mich fast um Kopf und Kragen.
„Haben Sie ein Fahrrad?“ fragte er ungerührt. Ich verneinte. „Gut, das wäre teuer geworden!“ Langsam wurde ich jetzt aber doch nervös.
Er kramte in seiner Tasche. „Wenn ich ins Büro gehen muss, wird’s teuer!“ sagte er schon wieder. In meinem Kopf kreisten die Eurozeichen. Dann legte er mir ein paar Veranstaltungs- und Infoprospekte hin. „Reicht Ihnen das? Wenn ich noch die Fahrradwege hole, die kosten was. Aber sie haben ja kein Fahrrad. Ich sag ihnen, das wird teuer…!“
Er trollte sich. „Ach noch was!“ rief er und wandte sich mir nochmal zu, „Wenn es regnet, dann müssen sie da weg. Dann fahren sie mehr in die Mitte. Wo sie grad stehen, wird es nämlich ganz schlammig und sie kommen nicht mehr weg.“

Meine Güte… ich war immer noch, wie vom Donner gerührt. Erst so allmählich, als ich in die Prospekte schaute, dämmerte mir, was er meinte. Ich kannte die Gegend nicht und wenn ich mir alles anschauen wollte, was er mir da reingereicht hatte… das würde teuer werden… und jetzt verstand ich auch die Äußerung in dem Buch „der Platzwart ist ein Original“…

So… da stand ich nun. Allein auf einem Platz, ganz hinten in der Ecke. Ich ging mit den Hunden noch runter zum See. Hier war es wirklich schön. Es waren kaum Leute unterwegs. Nun, das ist ein Anfang. Ich bin hier. Zwar wagte ich mich mit den Hunden nicht wirklich vor das Womo, aber eins nach dem Anderen.

Da ich ja meine beiden Vierbeiner mit hatte und bei so einem Wetter Plagegeister wie Zecken, Mücken und Flöhe gut gedeihen, hab ich natürlich etwas vorgesorgt…

 

In meiner Reiseapotheke:

  • Patchouliöl – ein Tropfen auf die Schnürsenkel bei mir, einen aufs Halsband bei den Hunden. (Nicht mehr, sonst riecht es unterirdisch!) Zecken mögen uns seitdem nicht mehr. Ich nutze es bei jeder Wanderung. Scheinbar überdeckt es den körpereigenen Geruch, denn auch andere Wildtiere nehmen uns erst spät wahr, so konnten wir einige gut beobachten.
  • Kokosöl – Das Allheilmittel – Das bekommen meine Kleinen innerlich (1/4 Teel. bei 6 kg Körpergewicht). Seitdem haben wir keine Flohprobleme mehr. Ich rücke außerdem potentiellen Flohattacken mit Flohlampen zu Haus äußerst erfolgreich zu Leibe.
  • Schwarzkümmelöl – Auch das mögen Parasiten scheinbar absolut nicht. Außerdem bekommt es meiner kleinen Impfgeschädigten sehr gut. Ihr Immunsystem entspricht mittler Weile etwa dem eines normalen Hundes. Ich gebe den Kleinen auch hier nur ein, zwei Tropfen.

Da ich meine Hunde aufgrund ihrer Unverträglichkeiten „barfen“ muss, sind sowohl das Kokos- als auch das Schwarzkümmelöl wichtige Nahrungsergänzungen für uns. Getreide vertragen meine beiden Hunde nicht, dass scheint ein zunehmendes Problem bei Hunden allgemein zu sein. Von daher scheiden leider auch alle Mineralstoffmischungen aus, die es zu kaufen gibt. Ich habe bisher jedenfalls keine ohne Getreide oder Hefe finden können. Auch Milchprodukte werden nicht vertragen. Ich füttere daher Kräuter wie Löwenzahn, Brennnessel und Alge dazu.

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Ich bin wieder da!

Ich danke allen treuen Kräuterfreunden, Abonennten, Followers und Interessenten!

Bitte entschuldigt die lange Abwesenheit und das ich dem einen oder anderen (noch) nicht geantwortet habe. Die letzten Jahre waren turbulent bei mir, leider nicht unbedingt im positiven Sinne. Aber ihr wollt sicherlich nicht wissen, warum ich mich in der Zeit sehr seelenverwandt mit Hiob wähnte, sondern was es Neues über Kräuter gibt.

Da gibt es wie immer gute und schlechte Nachrichten. Die Schlechte: Das Verkünden von Kräuterwissen oder Anwenden von Kräutern wird per Gesetz immer mehr in den Bereich der Illegalität geschoben. Etwas ausführlicher könnt ihr das in dem schönen Buch der „Südtiroler Kräuterfrauen“ nachlesen (sollte dieser Link noch nicht funktionieren, ich arbeite dran… Solange vielleicht direkt bei Amazon suchen, oder über Skoobe ausleihen).

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Aber jedem, der sich länger oder intensiver mit Kräutern befasst, wird das nichts Neues sein.

Die gute Nachricht: Ich tue etwas gegen das Vergessen des alten Wissens. Dieses Jahr beginne ich mit meiner großen Kräutertour: Ich fahre wohin die Reifen mich tragen und sammle Wissen. Das wird meinen Schreibtisch und meine Festplatte füllen und wenn ich satt bin mit euren Erfahrungen und Rezepten, wenn ich einen richtigen Kräuterschatz sammeln durfte, dann wird da ein Buch draus.

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Eine kleine Überraschung auf meiner Tour: rosa Weißdorn! – Rosadorn?

 

Ich hab letztes Jahr schon etwas „Probegetourt“, allein als Frau unterwegs ist ja nicht so einfach. Wobei ich mehr die technischen Probleme und das „Manövrieren“ mit einem Wohnmobil im Auge habe, da ich leider das Klischee „Frau und Einparken“ gänzlich erfülle.

Um technisch also gut gerüstet zu sein, habe ich mir letztes Jahr ein kleines Wohnmobil gekauft, einen Hobby Vantana. Allein darüber könnte ich ein ganzes Buch schreiben, denn das technische Versagen, was ich bei diesem eigentlich ganz schnuckeligem kleinen Mobil erleben durfte, hab ich bei keinem meiner über 20 Jahre alten, heissgeliebten Ford Nuggets gehabt. Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Vantana zu kaufen, mit dem teile ich gern meine jetzt fast ein dreiviertel Jahr dauernde Leidens- und Werkstattgeschichte, einschließlich dummer Kommentare von angeblichen Fachleuten wie „… Naja, in der Preisklasse…“

Ich sage nur: der Preis war üppig und klasse ist da gar nichts!

 

Aber alle anderen möchte ich nicht unbedingt langweilen. Die meisten Kräuter sucht man immer noch zu Fuß. Aber bitte seht es mir nach, wenn doch hier und da ein kleiner Frustabsatz über den Vantana kommt. Der hat mich bisher mehr Nerven gekostet, als alle meine Ehemänner zusammen.

Aber er steht jetzt schon seit letztem Jahr wieder einmal in der Werkstatt und mein unerschütterlicher Glaube in die Kompetenz des Handwerks lässt mich hoffen, dass ich den Wagen dieses Jahr länger als fünf Tage am Stück nutzen kann! (Nein, der letzte Satz war nicht ironisch gemeint: es gibt sie, die guten Handwerker, die Autoflüsterer und Maschinenversteher… Nur sucht man sie wahrscheinlich genauso lange wie einen guten Ehemann!)

Nun, sobald der kleine wieder auf den Reifen ist, mach ich mich davon, soweit die Garantie reicht! Und ich möchte euch über diesen Blog relativ zeitnah über meine einzelnen Stationen informieren. Bis dahin verkürze ich euch die Wartezeit mit meinen gesammelten Eindrücken aus den Kräuteretappen des letzten Jahres…

Da ich jetzt leider so lange nicht mehr hier geschrieben habe, muss ich mich erst wieder hineinfinden. Wie bekomme ich z. B. Links hinein… Eine neue Oberfläche… Puh… Naja…  Wird schon, habt ein bisschen Geduld mit mir!

 

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Da meine beiden Katzen letztes Jahr recht hoch betagt von mir gegangen sind, trage ich mich mit der Idee, wieder ein neues Kätzchen anzuschaffen. Seit einiger Zeit durchforste ich Kleinanzeigen, Aushänge und Tierheime.

Das Angebot ist gering bis nicht vorhanden. Im ersten Moment hielt ich das für ein gutes Zeichen, schließlich wurden oft genug unerwünschte Katzenkinder brutal getötet oder ausgesetzt. Doch dann fiel mir auf, dass an den Pinnwänden immer mehr und mehr Vermisstenanzeigen standen.

Schließlich erfuhr ich von einem Tierheim und bei meiner Tierärztin, das es da seltsame Zusammenhänge mit dem Tierverschwinden und einer gleichzeitigen Altkleidersammlung (die, wo man die Körbe vor die Tür bekommt) gibt. Alle Beobachtungen deuten darauf hin, dass es unter diesen Kleidersammlern schwarze Schafe gibt, die keines Wegs wegen der Textilien kommen. Da man freundlicher Weise die Körbe ja bis zur Haustür bekommt und die dann nach einiger Zeit wieder abgeholt werden, kann ein Fremder sich unverdächtig auf unseren Grundstücken bewegen. Und wenn da was Lebendes im Kleidersack landet, merkt man das auch nicht unbedingt.

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Katzen mit Freigang sind besonders gefährdet

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Was können wir tun?

  • bei der nächsten Sammlung die Kontaktdaten überprüfen. Gibt es diese Firma wirklich ?
  • besonders wachsam sein, wenn wieder eine Sammlung ansteht.
  • Notfalls unsere Stubentiger für den Tag mal im Hause lassen (mit Kratzbaum!)
  • und nochmal: wachsam sein! Es geschieht scheinbar vor unseren Augen. Notfalls auch mal die Autonummer aufschreiben.

Natürlich ist nicht jeder Kleidersammler verdächtig. Ich prüfe auch immer zuerst, was mit den Kleidern gemacht wird. Sehr oft schmeißen kommerzielle Sammler gleich alles in den Reißwolf und lassen die Fasern verarbeiten und man hat vielleicht so manches gute Stück weggeben, in dem Glauben, irgendeinem armen Menschen eine Freude zu machen.

Nicht jeder Rotkreuz-Sack wird vom roten Kreuz hingestellt. Ich habe es auch erlebt, das diese Säcke gern geklaut und von kommerziellen Sammlern hingestellt werden.

Wer sicher gehen will, wendet sich gleich an die bekannten großen Vereine. Dort erfährt  man auch, was mit der Kleiderspende geschieht.

Aber mir ging es hier in erster Linie um die, die sich im Schein einer wohltätigen Handlung an unseren Haustieren vergreifen. Bleibt wachsam!

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Jetzt beginnt die optimale Zeit um unser Apothekenschränklein aufzufrischen. Ein bisschen differenzieren muss ich da aber: Bei uns im Norden können wir uns nahezu mit einem Fön neben die Kräutlein stellen, damit die Sonnenpflanzen, besonders die Sonnenwendkräuter, ihre höchste Wirkstoffdichte bald erreichen und der eher sonnenumschmeichelte Süden (was bei uns Muschelschubbsern alles südlich von Hamburg ist), wird man wahrscheinlich hier und da schon abgeblühte Pflanzen finden.

Viele Kräuterliebhaber folgen meinem Aufruf mit einem leichten Stöhnen – sie nehmen sich jedes Jahr vor, einiges zu machen (wie ich auch), kommen dann aber nicht dazu.

Meine Lieben, das ist alles nicht so wild! Macht es in dem Umfang, wie es euch Freude bereitet. Ich sehe mittlerweile Landschaften leider auch oft als (wenn nicht beerntet) verschwendetes Potential, bis ich mich dann selbst ein wenig tadele, daß ich nicht einfach die natürliche Schönheit genießen kann. Dazu gehört auch, die Fülle einfach materiell ungenutzt, nur die Seele erhebend, den Weg alles Irdischen gehen zu lassen. Ja, auch ich muss lernen, nicht einfach alles wild zu „konsumieren“ was es umsonst gibt, sondern mich auf das zu konzentrieren, was ich wirklich brauche. Mit dem reinen Zusammenraffen von Dingen, nur weil sie billig oder kostenfrei zu bekommen sind, kann man viel Lebenszeit verschwenden. Doch genug der Philosophie…

Aus aktuellem Anlaß (wir haben mal wieder eine fette Erkältung zu Besuch), möchte ich euch noch einmal das Mädesüß ans Herz legen. Eine recht ausführliche Beschreibung und vor allem auch kulinarische Rezepte findet ihr in einem älteren Beitrag von mir:

https://earthwitch.wordpress.com/2010/06/11/da-bluht-euch-was-madesus/

Aus dem Apothekergarten

Aus dem Apothekergarten

Da Mädesüß auch ein hervorragendes Grippemittel ist (das bei der „echten“ Grippe ärztlicher Rat erforderlich ist, solle selbstverständlich sein), möchte ich euch auch ein Rezept für eine Mädesüßtinktur vorstellen. Wenn euch die Erkältung packt, geht natürlich auch einfacher Mädesüßtee. Wenn ihr kein Mädesüß bevorratet habt (wie ich meistens), dann schickt den Gesündesten in den Knick, an den Bach oder in die Apotheke und holt euch ein wenig Kraut (Es geht beides: Blatt und Blüte). Am Besten schmeckt Mädesüßtee mit etwas Zitrone.

Aber hier nun das Rezept:

Mädesüßtinktur

etwa 100 g (zwei Tassen) Mädesüßblüten

500 ml Alkohol (mindestens 40 %)

Alles vermischen, 4-6 Wochen stehen lassen, abseihen und fertig!

Hier nehmen wir nur die Blüten, was das Ganze nicht nur heilsam, sondern auch lecker macht. Bei der Wahl des Alkohols kommt es auf eure Einstellung an: rein chemisch gesehen, geht alles. Vom Wodka von Feinkost-Aldi bis zum Armagnac. Ich möchte aber anmerken, dass die klassischen Kräuterheiler gern hochwertigen Alkohol nehmen. Bach hat zum Beispiel Brandy genommen. Selbstverständlich bringt auch Alkohol eine ganz eigene Schwingung mit in die Tinktur. Heiler sehen da meist nicht auf den Preis, sondern auch auf Herkunft, Zutaten und Verarbeitung.

Wenn die Blüten eher oben auf dem (regelmässig zu schüttelnden) Gemisch schwimmen, müssen sie evtl. etwas beschwert werden.

Ich will euch auch nicht vorenthalten, dass man z. B. in England eher 400 ml Alkohol und 100 ml pflanzliches Glyzerin nehmen würde. Glyzerin soll die Tannine besser ausziehen. Im englischsprachigen  Raum sind Glyzerintinkturen zur innerlichen Einnahme nach wie vor selbstverständlich. Besonders für Kinder.

Das dürft ihr hier nicht mal denken. Euer Apotheker würde euch einen Vortrag halten. Man darf aber nicht vergessen, dass das Glyzerin nicht schnapsglasweise, sondern in Tröpfchendosis genommen werden würde und außerdem nehmen wir ja nicht das aus der Fußbodenfegemischung der Petrochemie…

Wenn ihr dann auch noch nach pflanzlichem Glyzerin fragt, dann gucken euch die meisten Weißbekittelten an, als kämt ihr vom Mars. So was gäbe es ja gar nicht. Ich habe bisher definitiv nicht EINEN Apotheker gefunden, der die Existenz überhaupt für möglich hält.  Aber das ist natürlich nicht repräsentativ, ich kenne ja nur eine Handvoll…

Dabei sollten die Hochstudierten (und das Studium schaffen wirklich nur die hellsten Köpfe) das eigentlich wissen. Denn bei der Seifensiederei (mit Pflanzenfetten) fällt z. B. auch Glyzerin an. Dieses Glyzerin macht hausgesiedete Seifen so wertvoll für die Haut. Kommerziell gesiedeten Seifen wird das Glyzerin entzogen und (teurer) weiterverarbeitet und verkauft. Es gibt ja auch kommerzielle reine Glyzerinseifen… aber ich schweife ab.

Pflanzliches Glyzerin kriegt ihr normaler Weise bei Kosmetikbedarfhändlern, wie z. B. bei http://www.behawe.com, allerdings ist das hier nicht für innere Anwendung gedacht.

Mädesüß ist eine typsiche Salizylsäurepflanze und Namensgeberin für unser klassisches „Aspirin“ (aus dem lateinischen „Spirea“). Allerdings ist sie verträglicher (für den Magen), als das chemische Pendant.

Besonders bewährt hat sie sich u. a. „sitzenden“ Schmerzen (also kein wandernder Kopfschmerz), die auch pochen können oder mit Hitze (z. B. auch Fieber oder ein heißer Kopf) einhergehen. Mädesüß löst den Energiestau im Kopf.

Auch bei rheumatischen Beschwerden kann man das Mädesüß einsetzen.

Bei Verdauungsproblemen und auch besonders bei Übelkeit ist sie ebenfalls einen Versuch wert. Wer ständig unter Sodbrennen leidet, oder eine langsame Verdauung hat, kann in ihr eine Hilfe finden. Wem z. B. Ingwer zu „warm“ ist, der kann auf Mädesüß ausweichen.

So wunderbar Mädesüß auch ist, aufgrund der Salizylsäure sollte es in einigen Fällen vermieden werden:

  • natürlich bei einer bekannten Unverträglichkeit auf Salizylsäure
  • wenn man Blutverdünner nehmen muß (mit Arzt absprechen)
  • bei Kindern unter 16 (Salizylsäure und natürlich auch das normale „Asprin“ können das gefährliche Reye – Syndrom auslösen)
  • Asthmatiker (es könnte Bronchialspasmen auslösen)
  • wenn man eine Katze ist… das man Mädesüß auch bei Tieren anwenden kann, steht im o. g.  Artikel aus 2010, darum hier nur noch mal die kurze Erwähnung…

Wer unsicher ist, fragt bitte Arzt oder Apotheker…  😉

Aber eigentlich solltet ihr schon wissen, ob ihr Salizylsäure vertragt…

Viele haben Probleme das Mädesüß zu erkennen, wenn es nicht gerade blüht. Wer es einmal gesehen (und vor allem gerubbelt, gerochen und probiert hat), vergißt das nie wieder:

Die Blätter sind ein wenig gefaltet und gezackt. Die Stiele rot. Der Geruch ist ziemlich „medizinisch“, irgendwie nach „Zahnarzt“.

Junge Mädesüßblätter

Junge Mädesüßblätter

Je älter der Trieb, desto röter die Stiele. Ich finde, die Blätter ähneln von der Fältelung ein wenig denen der Himbeere. Wer sich immer noch nicht sicher ist, kommt wieder, wenn das Mädesüß blüht und guckt sich dann die Blätter genau an. Denn wenn das Mädesüß blüht kann man…

auch dieses, garantiert zur lebenslänglichen Sperre bei den „Weightwatchers“ führende Rezept ausprobieren (unter anderem auch ein Grund, warum ich nur temporär vegan lebe…):

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Eine Handvoll Mädesüßblüten über Nacht in einem Becher Sahne schmelzen. Am nächsten Tag abseihen und mit der gleichen Menge Nutella sanft schmelzen. Wenn die Masse wieder kalt ist, wie Sahne schlagen. Mmmmhh…

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Das Rezept ist nur für Verdauungsfreudige und jene, die nur beim Busfahren auf ihre Linie achten. Die Kalorien reichen wohl für eine Woche und so pappdicht fühlt man sich auch. Man könnte das natürlich auch mit anderen teilen und nur einen Klecks nehmen…

Im Prinzip könnt ihr alle Kräutertinkturen nach dem obigen Rezept ansetzen. Streng nach Arzneimittelbuch genommen, wäre das nicht mal eine. Da werden genaue Verhältniszahlen angegeben, wann etwas eine Tinktur, wann eine Urtinktur und wann ein Elixier ist. Aber wir können und dürfen ja keinen Arzneimittelhandel aufmachen und können es handhaben, wie jede gute Hausfrau: Nach Gefühl und Wellenschlag.

Ich mache es meistens so: Kraut (meist frisch und locker geschichtet) ins Einmachgläschen bis oben, dann Alkohol drauf. Für Bachblüten und Mondelixiere gelten natürlich andere Verhältnisse…

Wie hochprozentig das Ganze sein darf, hängt vom Pflanzenmaterial ab. Ganz grob gesagt: Je gröber und härter, oder harziger, desto hochprozentiger der Sprit.

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Heilöle

Ähnlich setzen wir auch Öle an. Hier ist das ein bisschen kniffelig, vor allem, wenn wir frisches Pflanzenmaterial haben. Das könnte schon mal schimmeln. Daher auf alle Fälle ein stabiles Öl nehmen (ich nehme gern Olivenöl), keine feuchten Pflanzen verarbeiten. Ich hab auch schon gelesen, dass manche die Pflanzen vorher mit Alkohol einsprühen. Naja… bitte sehr. Musste ich bisher nicht. Für mich geht dann schon wieder ein wenig das Pure verloren.

Wenn euch die Ansätze leicht umkippen, lohnt sich der Versuch das Öl vorher auf 70 Grad zu erwärmen. Warum auch immer, das scheint den Ansatz stabiler zu machen.

Ein empfindlicher, aber lohnenswerter Ansatz ist das

Klatschmohnöl

Klatschmohnöl

Klatschmohnöl

Bedauerlicher Weise kippt mir das selbst oft um. Ich experimentiere noch. Die Klatschmohnblätter sind so empfindlich, dass ihr sie direkt ins Öl sammeln müsst.  Und dann habt den Ansatz gut im Auge. Ich hab mal irgendwo gelesen, um die Blätter so zu trocknen, dass sie die Farbe behalten, muss man sie ganz früh morgens sammeln.

Das hab ich dieses Mal probiert, kaum das das letzte Tautröpfchen verdampft war. Auf dem Bild ist auch noch nicht genug Öl nachgefüllt, so würde mir der Ansatz garantiert verderben. Das Pflanzenmaterial muss bedeckt sein.

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Warum das Öl so wertvoll ist?

Es ist ein gutes Schmerz und Heilöl, auch zur Narbenbehandlung. Leider käuflich kaum zu erwerben. Dabei für Arthrosen, Gelenk- und Muskelschmerzen wunderbar. Und am schönsten finde ich dieses Zitat:

zu Energetisierung von trägen und apathischen Kindern, nicht einmassieren, eher auflegen…

Haut mich, ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe, ich glaube, bei Eliane Zimmermann.  Wer es weiß, kann mir ja mal eine Mail schicken. Wer seine Kinder damit energetisiert hat, auch…

Was ihr auf alle Fälle mazerieren solltet: Johanniskraut! Rotöl ist der Heil-, Nerven-, und Schönheitsallrounder überhaupt. Ich hab NIE etwas, weil ich es dauernd nutze oder verschenke. Auch hier könnt ihr euch den Luxus erlauben nur Knospen und Triebspitzen zu ernten (den Rest vielleicht zum Räuchern?) um für euch ein allerfeinstes Öl zu haben.

Ich hab euch extra tolles Wetter bestellt. Nur sammeln müsst ihr selbst – jetzt – die Sonnenenergie für dunkle Tage!

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Was einer Kräuterhexe und Jungimkerin (ist das nicht herrlich, sich in meinem Alter noch „jung“ nennen zu dürfen?) nicht alles so „zufällt“…

Seit heute mach ich den ganzen Starlets (an meine jungen Leser: „It-Girls“), Topmodells und Schönheitschirurg-Abonnentinnen Konkurrenz: mein Spiegelbild lächelt mir mit satten, vollen, (sch)wülstigen Lippen entgegen. Wäre ich Lippenstiftverwenderin, hätte ich vierfachen Verbrauch – mindestens. Und das habe ich mit gesunden, natürlichen Zutaten geschafft – rein Bio eben. Die Haut ist wirklich prall und faltenlos. Richtig feines Bio-Botox.
Das Lächeln wirkt nicht ganz so steif, wie ein vom Arzt aufgespritztes, das Volumen muss sich hinter dem käuflich zu erwerbenden beileibe nicht verstecken. Und das ist eigentlich schon das Problem: es beschränkt sich nämlich nur auf meine rechte Oberlippe. Das kommt davon, wenn man Bienen küsst…

„Wer ist denn so dusselig?“ fragt ihr jetzt vielleicht… Nun unerfahrene Imker eben, denen nicht ganz klar ist, dass auch Bienen mal ihre „Tage“ haben und in freudiger Erwartung ungeschützt in den Honigraum lugen (die Imker, nicht die Bienen).

Nach dem ersten Schreck konnte ich feststellen, dass ich wohl NICHT allergisch reagiere, denn sowohl Schmerz, als auch Schwellung hielten sich in Grenzen. Nach 10 Minuten war kaum noch was zu spüren oder zu sehen.

Aber irgendwas ist da doch… der Unbeherrschte (also ich) prockelt und fummelt dann ja doch an der Stichstelle rum, knetet, fühlt mit der Zunge… tja, und nun hab ich sie doch – die Schwellung. Sehr zur Erheiterung meiner Familie. Die Sprüche könnt ihr euch denken. Meine bessere Hälfte meinte fröhlich, ich müsse ihn nur permanent anlächeln, dann wäre da nix zu sehen…

grummel….

Auf eine Art freu ich mich aber schon. Zum Einen, wie oben erwähnt, dass ich nicht übermäßig reagiere und der Schmerz nicht schlimmer als Brennnesselbrennen ist. Das ich die noch öfter spüren werde (muss), ist mir klar. Schließlich beherberge ich jetzt einige Tausend Tierchen.

Zum Anderen, dass ich die Heilwirkung des Bienengifts nutzen kann. Wer sich ein wenig in das Thema einliest, oder auch auf Imkerseiten stöbert, der hört immer wieder, dass Imker meist alt werden (na, das wär doch schon mal was), kein Rheuma kriegen und spätestens den 50. Stich nicht mehr merken.

Aber da gibt es noch viel mehr. Eigentlich darf ich euch das gar nicht verraten, da ja seit diesem Jahr Werbung für Dinge, die nicht durch anerkannte Studien gegangen sind (Betonung auf „anerkannt durch den Urheber dieses Gesetzes“), gar nicht mehr propagiert werden dürfen. Darum verzehrt die Werbefrau im Fernsehen ihren „Aktivia“ ja auch nur noch zum Wohlfühlen und nicht mehr, um ihren Darm in Schwung zu bringen…

Genaugenommen ist dieses als „Verbraucherschutz“ getarnte Gesetz ein gut ausgeklüngelter Rundumschlag gegen die Erfahrungsheilkunde… aber gut… wenn ich da jetzt noch mehr drauf eingehe, muss ich mich noch mal stechen lassen, um den Blutdruck runterzukriegen.

Und damit sind wir schon bei einem nicht werbefähigen Stichwort ( 😉  „Stich“-Wort, grins…)

Da ich hier kein Produkt bewerbe, sondern nur Erfahrungen weitergebe, tu ich das mal dreist. Die Erfahrungsheilkunde mit Bienengift (nachgooglen unter „Apitherapie“), umfasst positive Beeinflussung von Bluthochdruck, Cholesterinspiegel, entzündlichen Prozessen (auch Rheuma) und noch viele andere Beschwerden. Im Bienengift liegt ein hohes Potential, was zumindest die Homöopathen schon lange in potenzierter Form nutzen.

Ich bemerke aber eine große Scheu unter meinen Mitmenschen, die mir dann mit Statistiken kommen wie: an Bienenstichen seien schon mehr Menschen gestorben, als durch Terroristen, oder auch die Biene führe die Todesstatistik der tierischen Gifte an…

Gut, das mag sogar sein. Aber man solle bitte auch bedenken, dass Todesfälle durch Bienenstich „nur“ bei Allergikern, oder wirklich tragischen Unfällen mit einer Unzahl von Stichen vorkommen können. Ich sage „nur“ bei Allergikern, weil das allergisch sein eben kein natürlicher Zustand ist. In der Regel erfährt man von einer vorhandenen Allergie auch, bevor der Zustand bedrohlich wird. Der Arzt wird einem dann mit einem Notfallset fürs nächste (und wahrscheinlich ernstere) Mal ausrüsten.

Der normal Gesunde trägt also mehr Positives als Negatives von so einem Stich davon. Es gibt sogar allergische Imker (ob ich in dem Zustand noch imkern würde, wage ich mal zu bezweifeln). Wer mit Allergien leben muss, sollte eben seine Notfallmedikamente immer bei sich haben. Ich denke, das versteht sich von selbst. Gerade bei Bienengiftallergien, da man Bienen ja nicht, wie z. B. Erdbeeren, aus dem Weg gehen kann.

Allergien sind wieder ein ganz eigenes Thema. Nur um euch mal neugierig zu machen: Wusstet ihr, das Milch, die von Kühen kommt, die noch ihre Hörner haben, von den meisten Milchallergikern vertragen wird?

Meiner Meinung nach steigen die allergischen Erkrankungen deshalb, weil wir „denaturiert“ leben. Weil die Stoffe, die wir heutzutage als vermeintlich „natürlich“ zu uns nehmen, leider ihre natürliche Unschuld in irgendeinem Verarbeitungsprozess verloren haben. Ja selbst zur Pollenallergie gibt es Studien, die zu der Erkenntnis kommen, dass die Allergien nur dort vorherrschen, wo der Feinstaub der Dieselfahrzeuge auf den Pollen aufsitzt…

Nun gut, lasst die Experten noch Jahrzehnte über Ursache und Wirkung streiten. Persönlich würde ich euch raten, so natürlich wie möglich zu leben. Nix zu kaufen und zu verzehren, was ein Etikett hat, möglichst viele Wildkräuter in euren Speiseplan aufzunehmen (wer jetzt Bedenken wegen der Umweltbelastung hat, dem sei gesagt, dass wir hier Gemüsefelder direkt an der Autobahn haben… ja und auch Füchse streifen da gelegentlich durch) und – aus aktuellem Anlass – nur Honig vom Imker eures Vertrauens zu kaufen. Auch Honig ist urgesund (schon wieder gesetzwidrige Werbung…) Darüber schreib ich demnächst mehr. Wer gleich sein Intresse stillen will, kann auch mal unter http://www.bienen-heilen.de gucken.

Na, mit dem Beitrag hab ich ja mal wieder eine dicke Lippe riskiert… 😉  , aber ich lass euch ja gern an meinen Erfahrungen teilhaben…

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Hier kommt noch einmal ein kleiner Hinweis zu Hildegard von Bingen, da ich in letzter Zeit ein paar Kommentare zu meinem Artikel über sie bekam. In diesem Artikel bin ich nicht ganz so euphorisch wie viele Hildegardfans und weise darauf hin, dass nicht alles, was heute schwarz auf weiß auf Papier steht, aus ihrer Feder kam und das beileibe nicht alle ihre Gesundheitstipps heutzutage (und womöglich auch früher) angewendet werden sollten. Ob das nun Übertragungs- oder Übersetzungsfehler in ihren Schriften sind, oder ob es schlicht medizinischer Fortschritt ist, lässt sich heute vielleicht gar nicht mehr genau feststellen. Hildegard lebte zu einer Zeit, wo es nicht nur kein Internet gab, sondern auch normale Schriftstücke eher selten waren.

Wer sich für die Person Hildegard interessiert, dem sei zu diesem aufschlußreichen Filmchen geraten.

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Wer beim Gucken nicht die rosarote Brille aufhat, der wird in Hildegard nicht nur die engagierte Nonne, sondern auch eine recht emanzipierte Frau finden, die keine Probleme hat, zur Erreichung ihrer Ziele auch Mittel einzusetzen, die… na sagen wir mal, nicht ganz nonnengemäß sind. Um es mal ein bisserl frech zu sagen: Jeder hat ein Recht auf ihre Meinung.

Ich möchte damit Hildegards Werke auf keinen Fall schmälern, nur andeuten, dass auch weiße Westen ab und an ein wenig Grauschleier haben können.

Noch genauer, und für passionierte Hildegard Fans vielleicht ein wenig schockierend, ist dieses Buch:

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Jedenfalls wenn man sich wirklich ohne vorgefasste Meinung an die Lektüre macht. Hildegard war mit Sicherheit eines nicht: Ein sanftes Schäfchen.

Wie gesagt, ich wage es nicht wirklich, eine Person zu beurteilen, die ich persönlich nicht kenne und von der mich dahezu 1000 Jahre trennen, aber genau darum bin ich auch skeptisch, wenn es andere tun. Manch ein Autor scheint ja per Zeitmaschine vor Ort gewesen zu sein.

So hat uns Hildegard sicherlich manch guten Rat hinterlassen, aber eben auch sehr fragwürdigen, wie z. B. diesen:

Die frischgefangenen Fische jenes [Flusses] sind
gesund zum Essen, faulen beim Lagern aber rasch,
weil sie durch diese Herbheit verdorben sind.
…, ist er etwas herb wie Lauge, und wenn man [das
Wasser] roh genießt, vertilgt es die schädlichen und
kankmachenden Säfte im Menschen; [aber wenn es
schädliche und krankmachende Säfte im Menschen]
nicht findet, schädigt es den gesunden Menschen
mehr, weil es [nichts]findet, was es abführen könnte.
Wenn jedoch dieses Wasser in Speisen oder Getränken genossen wird, …, bläht es dieses(das Fleisch
des Menschen) auf und macht es geschwollen und
macht es (das Gesicht) verzerrt und dunkel…

(Quelle: http://www.henkel.de/de/content_data/205018_Abwasserbeseitigung_Mittelalter_Neuzeit.pdf )

Hier rät uns Hildegard zum Genuß von Fischen und Wasser des Rheins (sofern man krank ist), der, wie mancher vielleicht gar nicht weiß, schon damals eine gärende Kloake war. So waren z. B. die Schlachter direkt auf den Brücken postiert um ihre Abfälle direkt in den Rhein zu schubsen. Genauso taten es die Fischer und manch anderes Gewerk mit Abfällen. Und natürlich auch menschliche „anrüchige“ Stoffwechselprodukte…

So ihr lieben Hildegardfreunde, wie wärs mit einem belebenden Schlückchen Rheinwasser? 😉

Und bevor jetzt die Fans die Messer wetzen: ich will nur erreichen, dass ihr (egal beim wem), euer Herz und Hirn wachsam bleiben lasst. Ob es nun eine heilige Heilende oder ein moderner Prof. Dr. von und zu und auf und davon ist.

Pickt euch das Beste aus allen Welten und glaubt nicht alles! (Auch mir nicht!)

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Zum Glück bin ich nicht die Erste, die sich diesem Problem stellen muss: Einen kranken Menschen im Krankenhaus unterstützen.  Problematisch deshalb, weil man nicht unbedingt beim Personal auf Verständnis stößt (und es wechselt ständig), auch der Patient traut sich möglicher Weise nicht, etwas anzuwenden, was nicht in seiner Medikamentenliste steht, oder weil man ganz einfach gar nicht weiß, was man überhaupt machen darf oder kann, ohne die Gefahr von Wechselwirkungen mit der ärztlichen Therapie zu riskieren.

Leider sind gerade die hilfreichen Tipps in Buchtiteln wie „Kräuter in der Pflege“ und „alternative Sterbebegleitung“ zu finden, wer kauft sich das schon? Man mag ja an so etwas gar nicht denken. Hier greifen doch wohl eher Pflegeprofis zu, aber nicht unbedingt Angehörige.

In meinem Schrank stehen nun aber auch solche Titel, weil ich gern das ganze Potential meiner Kräuter erfahren möchte. In Krankenpflege und auch Palliativpflege stehen dabei oft die seelischen Probleme im Vordergrund. Hier kommen also auch Seelenkräuter zum Einsatz, die uns genauso gut bei unseren täglichen Seelenproblemen helfen können und oft können auch die Angehörigen genau die tröstenden Kräuter brauchen, die auch der Kranke benötigt. Das die Seele maßgeblich am Heilungsprozess beteiligt ist, wird mittlerweile wohl kaum noch jemand bestreiten. Umso unverständlicher, dass diesem Umstand in den meisten Krankenhäusern nicht gerecht werden kann.

Ich wollte euch nun erzählen, was ich bei meinem Vater anwendete. Ich habe aus o. g. Gründen zum Beispiel auch Vorträge und Seminare bei Natura Naturans (http://www.natura-naturans.de/) belegt. In einem mir sehr wichtigen Seminar ging es um Kräuter (vorwiegend homöopathisch) in der Krise.

Ich hab zwar mal eine Heilpraktikerausbildung gemacht (damit ich weiß, was ich da so treibe 😉 ), aber bin nie näher in die Homöopathie eingestiegen. Unser damaliger Dozent meinte, ein guter Homöopath brauche 20 Jahre. Das glaube ich ihm aufs Wort. Entweder brauchst du jahrelange Erfahrung, oder du wirst göttlich geführt (ich meine jetzt keine Schnupfen-Behandlungen, sondern wirklich auch schwere Erkrankungen). Also hakte ich das erst einmal ab und blieb bei meinen Bachblüten…

Wer nun mit einer schlechten Diagnose oder Prognose im Krankenhaus liegt, der hat mit Sicherheit eines: Angst!

Und im Krisenseminar hab ich ein wunderbares homöopathisches Rezept kennengelernt, den „Sonnensegen gegen die Angst„. Tja, und hier kommt nun das Problem. Ich bin ja kein Homöopath… aber ist es nicht nahezu unterlassene Hilfeleistung, wenn man so ein geniales Rezept nicht einmal ausprobiert, wenn ein klassischer Homöopath nicht ins Krankenhaus zu bekommen ist? Unser Dozent in der HP-Schule, ermutigte uns auch, Rezepturen einfach zu probieren. Das sagte er nun gerade zum Gold, das auch bei Suizidgefährdeten eingesetzt werden kann. Sollte Gold jedoch beim diesem Patienten nicht passen, könnte es auch gegenteilig wirken…

Gut… in dieser Rezeptur sind wunderbare Sonnen- und Seelenpflanzen: Erzengelwurz, Johanniskraut, Eisenkraut, Bernstein und noch einige Andere. Damit bekommen wir doch Licht ins Dunkel. Die würde ich auch für einen „Seelenbalsam-Tee“ anwenden.  Nur… wie geb ich´s meinem Vater?

Ich machte mir ein kleines Fläschchen mit diesen Sonnenkräutern, goß einen Lippenpflegestift mit Bachblüten, und „schmuggelte“ Neroli, Rose, Lavendel, Sanddorn und Engelwurz in einem Hauschka-Hautöl, was damit unbedenklicher aussah, als eine Phiole aus meiner Hexenküche.

Ja, ich sehe förmlich, wie sich die Homöopathen jetzt an den Kopf fassen: Homöopathie und ätherische Öle! Ist mir wurscht, Hauptsache es hilft. Ja und auch mit Komplexmitteln hab ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Damit stehe ich nicht allein. Die Fachleute bei Natura Naturans halten auch die Kombination Kaffee/Homöopathie für nicht bedenklich.

Nun, wie hab ich das alles angewendet? Bei der Lippenpflege ist es klar: die wird gebraucht, das weiß jeder, der schon mal eine Narkose hatte oder Sauerstoff über einen Schlauch bekam. Ich hatte zwar Bedenken, Bachblüten in ein Fettmedium einzubringen, aber mein Pendel hatte diese Bedenken nicht.

Den Sonnensegen hab ich schlicht auf den Puls aufgetragen. Oral habe ich gar nichts verabreicht, das ist Ärztesache. Auf den Puls, das hab ich schon bei den Bachblüten gelernt, ist immer gut, wenn der zu Behandelnde z. B. ohnmächtig ist, oder aus anderen Gründen nichts zu sich nehmen kann.

Das Hautöl hab ich seiner Bestimmung gemäß benutzt. Schön die Unterarme und auch die Beine etwas „gepflegt“. Auch das ist bitter nötig, wenn man wirklich länger liegen muss. Ein Extratröpfchen kam auf den Kragen, damit der Duft nasennah ist.

Hat das alles geholfen? Nun, laut dem Pflegepersonal hat mein Vater schneller Fortschritte gemacht, als erwartet. Ob eines von meinen Mitteln nun entbehrlich war, kann ich so gar nicht sagen. Ich prüfe die Anwendungen vorher per Pendel (DAS hat mir sogar mal ein Arzt!!! beigebracht – schätzt euch glücklich, wenn ihr in Wolfenbüttel wohnt), oder auch mal per Kinesiologie.

In Papas Fall hab ich als Kräuterhexe mehr im feinstofflichen Bereich gearbeitet. Ich wollte nicht mit Wirkstoffen in die ärztlichen Verordnungen pfuschen. Die Homöopathie wirkt sowieso feinstofflich und die Aromatherapie wirkt zwar auch über ihre  Inhaltsstoffe (sie gehen recht schnell ins Blut über), durch Betropfen von Tuch oder Kragen war mir hier aber die „Schnupperwirkung“ wichtiger, die meiner Meinung nach mehr in den seelischen Bereich geht.

Auch Kräutertees kann man im seelischen Bereich wirken lassen, wenn man sie „blond“ (eine Prise auf eine Tasse, maximal 30 Sekunden ziehen lassen), zubereitet.

In solchen Fällen, wie bei meinem Vater hat die Notfallmedizin Vorrang. Nur diese berücksichtigt deinen Seelenzustand nicht.  Besonders hier versuchte ich zu helfen. Mein Vater war, höchstwahrscheinlich wegen der Medikamente, oft nicht klar und wenn doch, durfte er sich anhören, er würde sich manche Dinge nur einbilden. Ja eine Schwester meinte sogar, er wäre sowieso dement. Das ist er definitiv nicht.

Stellt euch vor, ihr seid hilflos wie nie, habt Schmerzen, könnt euch nicht konzentrieren (Schmerzen, Schmerzmittel, Schlafmittel), bringt sicherlich auch Dinge durcheinander und werdet daher förmlich entmündigt. Teilweise konnte ich beobachten, wie sicherlich gutgemeinte Gespräche in Babysprache geführt worden. (Na da wollen wir mal schön essen, damit wir wieder kräftig werden. Und ja… schön schlafen… ). Womöglich könnt ihr nach so einem Eingriff auch noch nicht wieder richtig sprechen…

Wenn ich einem Menschen nicht im klaren Wachzustand begegnen kann, dann muss es über das Herz gehen. Berühren, ansprechen, Düfte sprechen lassen. Die Seele ist immer wach.

Wie weit mein Vater wieder auf die Beine kommt, ist noch nicht abzusehen. Ich freue mich jedenfalls, dass es ihm besser geht. Zur Zeit braucht er keine Zugänge oder irgendwelche Infusionen mehr. Das wir noch keine Entwarnung geben können, ist mir klar. Aber ich werde weiterhin versuchen, seine Genesung zu unterstützen. Das das in dem mir möglichen Bereich nur mit Herantasten geht, ist klar. Aber ich werde weiter berichten. Vielleicht kann ja der eine oder andere auch seine Erfahrungen beisteuern.

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