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Gegen die Panikattacken

Die Bemerkung des Kieler Arztes, man müsse sich nur der Angst stellen, um sie zu überwinden, ließ mich grübeln. Wenns hilft, mach ich alles! Das wird wohl jeder Paniker nachvollziehen können. Aber wem oder was stelle ich mich, bei scheinbar grundloser Panik? Ich hab keinen Auslöser. Die Attacken treffen mich scheinbar so völlig wahllos, dass ich keine Idee hab.

Naja, ich hatte tatsächlich schon einmal eine ganz Abstruse: Da ich meistens die Uhr nach stellen konnte (abends um 19:00 Uhr gehts richtig los) und da die körperlichen Reaktionen so auftraten, als würde mir jemand einen Strohhalm zwischen die Schulterblätter stechen und mir den Lebenssaft aussaugen, hatte ich sogar schon überlegt, ob mich jemand verflucht oder verzaubert hat, ob es Dämonen sind…

Nein, nein… ich bin nicht verrückt geworden. Ich sagte ja schon, jemand, der das noch nie erlebt hat, wird es nicht nachvollziehen können und du hältst dich an jeden Strohhalm, du suchst verzweifelt nach allen Möglichkeiten, so absonderlich sie auch sein mögen.

 

Ich hatte mittlerweile ein paar Ausweichhandlungen, die so eine Attacke manchmal im Keim ersticken konnten. So z. B. eine Autofahrt (weil mein Wagen einen heizbaren Sitz hatte), ein Wannenbad oder eine Tiefenentspannung von CD (Rüdiger Dahlke). Mich selbst in tiefe Entspannung zu bringen, löste seltsamer Weise eine Attacke aus. Aber einer CD konnte ich gut zuhören.

Da ich den Angstauslöser nicht kannte, wollte ich es nun anders herum versuchen. Ich überlegte, an was mich meine Panik hinderte. Ich ging z. B. gar nicht mehr aus dem Haus, ich hatte (neuerdings) Angst vor Schiffen, Brücken und Tunneln. Mir brach der Schweiß in Fahrstühlen aus. Ich konnte keine Pilze mehr sammeln und Essen, weil ich mir trotz jahrzehntelanger Erfahrung nichts mehr zutraute, mir nicht, und meinem Körper nicht.

Also Konfrontation – das hat der Arzt ja gesagt. Er meinte auch noch, dass die Attacken nur abends kämen, wenn ich zur Ruhe komm, würde auch darauf hinweisen, dass sie keine organischen Ursachen haben. Abends wäre so die Nervenzeit…

Ich meldete mich zu einem Motorbootführerschein an. Abends (im Dunkeln), an der See (1 Stunde Fahrt), ein Boot führen können (ich kann auch nicht einparken – Boot ist noch schlimmer) unter fremden Leuten…

Im Urlaub wurden Tunnel und Fähren genutzt…

Ich kaufte mir ein Boot…

 

Anfangs wurde ich in jedem Tunnel still und griff die Hand meines Mannes. Auf Fähren stand ich draußen, so gut es geht am Rettungsboot, egal wie das Wetter war. Bei einer Urlaubsfahrt nach England schrieb ich auf der Fähre dreimal mein Testament…

 

So hab ich mich zurück ins Leben geschlichen. Tatsächlich wurden die Attacken etwas weniger…

 

Irgendwann sagte dann einmal H.-P. Zimmermann, den ich sehr schätze, aber der schon irgendwie extrem ist, in einem Podcast: “ … oder wie Frauen, die ihre Panikattacken nur bekommen, um die Aufmerksamkeit ihres Mannes zu erhalten…“

 

Na, da war ich erstmal sauer. Ja, am Anfang dieses Schreckens hatte ich ihn wirklich permanent angerufen. Aber nachdem ich 1000 Mal doch nicht gestorben bin, hab ichs gelassen. Meist weckte ich ihn gar nicht mehr Nachts, wenn es losging und Tagsüber bin ich einfach rausgegangen und im Wald verschwunden.

Nach diesem Kommentar, der mich echt geärgert hat, beschloss ich, Attacken noch mehr zu verstecken. Wenn da ein Körnchen Wahrheit drin ist, dann sollen sie mal sehen, diese blöden Attacken. Immer wenn es mich nun überfiel, schlich ich mich von dannen und machte es mit mir allein aus.

 

Tatsächlich ging das irgendwann so weit, dass ich es teilweise selbst ignorieren konnte. Ich stellte mich hin und sagte mir: „Was soll der Scheiss? Wenn ich jetzt sterben soll, dann bitte gleich, ist auch egal, aber nicht mit so einer Show vorher, sieht doch keiner!“

Wenn es mir gelang, ruhig zu bleiben und mit der Haltung: „Sterben ist auch egal“ da hineinzugehen, verging der Attacke scheinbar die Lust. Ich muss aber auch zugeben, dass man das nicht immer hinbekommt. Meine ganzen Taktiken waren alles nur Krücken und beseitigten allenfalls das Symptom.

Eine Freundin gab mir da tatsächlich noch einen wichtigen Schlüsselsatz mit auf den Weg: „Du musst dich nicht wundern, dass du Angst kriegst“, sagte sie, du entscheidest ja über gar nichts. Du entscheidest nichtmal über das Mittagessen… wer über gar nichts mehr entscheidet, der hat keine Macht mehr und wer sich machtlos fühlt, hat Angst…“

Oh wie wahr…

In dieser Zeit ging es uns wirklich so gut, dass mein Haushalt mit Kindermädchen und Putzfrau lief. Ich entschied nichts… Ich wurde von der Putzfrau als lebendes Inventar mit abgestaubt. Wenn einem das Leben so durch die Finger fließt, muss man sich wirklich nicht wundern.

Das Schicksal war wohl der gleichen Meinung und riss mir als mein Hab und Gut unterm Hintern weg. Plötzlich stand ich alleinerziehend mit drei Kindern und arbeitslos auf der Straße.

Hier musste ich sie nun wieder übernehmen, die Verantwortung für mein Leben und nicht nur für meins… Allein ein Telefon auf meinen EIGENEN Namen anmelden, machte mir irre Angst. Ich dachte ich  spinne, als ich damals auszog, in meine erste kleine Wohnung, da war ich stolz auf Telefon und Mietvertrag und nun macht mir das Angst?

Wer Kinder hat, kann sich leider nicht fallen lassen, ich musste mich da durchbeißen und ich biss mich durch…

Ich glaube in dieser Zeit hatte ich oft keine Zeit für Attacken. Aber sobald ich ein bisschen zur Ruhe kam, nutzten sie die Zeit und überfielen mich mit Gewalt. Oft griff ich hier wieder zu meiner beruhigenden Teemischung, aber so konnte es doch wirklich nicht weitergehen!

Diese schwere Zeit, in der ich jeden Cent viermal umdrehen musste, hat mich tatsächlich einen großen Schritt weitergebracht. Aber es war wohl nur ein Stups in die Richtung. Los war ich die Attacken immer noch nicht. Ich hatte das Gefühl, dass ich manchmal nur „halbe Attacken“ hatte, indem ich über Tage einen hohen Puls mit mir rumschleppte… und dann waren noch diese Herzschlagaussetzer… irre ängstigend, vor allem wenn diese Schlagpause etwas länger dauerte und der nächste Schlag dann heftig kam.

Ich raste wieder zum Arzt. Dieses Mal zu einer Ärztin. Die erklärte mir, dass mein Herz ok, wäre, die „Extrasystolen“ nicht schlimm und das ich halt ein bisschen arg nervös wäre. Sie verschrieb mir ein Beruhigungsmittel, das nicht abhängig mache.

„Nervös“… da dachte ich drüber nach. Tatsächlich lief ich rum wie ein Tiger im Käfig, fühlte mich gespannt. Ist „nervös“ sein so? Unruhe, hoher Herzschlag? Wenn ich darüber nachdenk, war ich schon immer irgendwie der „nervöse Typ“, schon als Kind – hibbelig, aufgeregt, ja und so fühlte ich mich da auch.

Ok – nervös… das hörte sich nicht ganz so gefährlich an. Natürlich war mir klar, das das als Dauerzustand auch nicht gesund sein kann.

Nachdem ich über mein „harmloses Medikament“ recherchiert hatte, musste ich feststellen, dass auch dieses eine Art Abhängigkeit verursacht. Zwar nicht die Substanz an sich, aber nach dem Absetzen ging es den Menschen schlimmer, als vorher. Logisch eigentlich, es löst ja nicht mein Problem.

 

Ich stellte Ernährung und Kräuter auf nervenstärkende Vertreter um. Hafer, Zitronenmelisse, Lavendel… und wieder Zitronenmelisse, weil sie auch herzstärkend und blutdrucksenkend wirkt, eine blutdrucksenkende Kräuterkur über drei Wochen und immer wieder mal Melissentee und Melissenbad. Manchmal den balsamischen Melissengeist von Weleda. Meine Herzschlagaussetzer, so stellte ich fest, konnte ich mit meiner Chiropraktorin lösen. Durch die Nervosität und Angst war ich dermassen verkrampft, dass ich wohl irgendwie auch die Nerven zum Herzen hin mit belastete. Wenn mich die Chiropraktorin einmal „graderückte“ fühlte ich mich zwar noch einen Abend wie verprügelt, aber danach ging es mir wirklich gut. Die Extrasystolen waren fast verschwunden.

Insgesamt konnte ich beobachten, dass die Attacken immer dann häufiger wurden, wenn meine Gedanken um meine desolate finanzielle Lage kreisten und das taten sie in dieser Zeit oft. Ich versuchte also verstärkt Entspannungstechniken einzusetzen.

 

Tatsächlich nahmen meine Attacken mit dem Zunehmen meiner Finanzen allmählich ab. Da ich immer noch ein bisschen kämpfe, bin ich sie noch nicht ganz los. Ich weiß auch nicht, ob man so etwas jemals wieder los wird. Die Attacken haben sich auf leicht erhöhten Blutdruck und Puls zurückgezogen. Da das auch kein Dauerzustand sein darf, bin ich jetzt da dran. Ich jogge (wie in den vorherigen Beiträgen erzählt) und nehme immer noch, abwechselnd und nur ab und zu, meinen Sch. – egal-Tee, Melissentee, viel Hafer und übe mich in Yoga und Meditation. Da ich dabei langsam abnehme, dürfte ich insgesamt auf einem guten Weg sein.

Die letzte Attacke ist mittlerweile etwa zwei Jahre her (aufholzklopf). Natürlich möchte ich diesen Status halten, noch mehr zur Ruhe kommen und sportlicher/gesünder werden. Das ist mein Weg, ich denke, es ist kein schlechter. Es kann schließlich nicht der Weg sein, dieses Problem mit dickem Geldbeutel zu kurieren, das würde abhängig machen, ich muss einfach irgendwie Gelassenheit und Zuversicht gewinnen. Und das passiert zunehmend.

 

Im Nachhinein möchte ich wirklich behaupten, dass der Ausbruch der Attacken durch mein sinnloses Driften durchs Leben, gepaart mit Existenzängsten, verursacht wurde. Hinzu kamen Verluste von lieben Menschen und dann auch den Verlust meiner Existenz. Einmal meinte ein Arzt sogar, es wäre eine „posttraumatische Belastungsstörung“, also die nachträgliche körperliche Reaktion auf ein traumatisches Ereignis. Das kommt bei mir tatsächlich auch dazu. Ich habe in einem Jahr meine Mutter, ein Kind und meine Existenz verloren. Wäre ich nicht zum Paniker geworden (die Panik fing seltsamer Weise aber vor diesen Verlusten an), hätte ich möglicher Weise zu Alkohol oder Drogen gegriffen.

Obwohl ich relativ deutlich die Auslöser sehe, ist das Problem damit nicht automatisch gelöst. Ja, ich hab sogar nochmals versucht, einen Psychologen hinzuziehen. Da die Psychologin allerdings auch bei meinem dritten Besuch regelmässig einschlief, mich mit falschem Namen ansprach und nicht wußte, warum ich überhaupt da war, gab ich das auf. Vielleicht muss ich da wirklich ganz alleine durch. Vielleicht ist ein „Hilf dir selbst“ wirklich eine der besten Therapien.

Inzwischen habe ich eine nette Gruppe kennengelernt, deren Lebensziele den meinen gleichen. Hier fühle ich mich gut. Es ist heilsam, mit Gleichgesinnten zusammen zu sein. Ich habe also inzwischen fast alle Faktoren zur Gesundung zusammen:

  • gesunde Beziehungen
  • Freundschaften
  • Familie
  • Sport
  • gute Ernährung (nicht immer ganz so gesund)
  • eine Aufgabe
  • eine Aufgabe
  • eine Aufgabe

 

Ja, die Aufgabe halte ich für oberwichtig. Du musst das Gefühl haben, dass du hier einen wichtigen Platz auf diesem Planeten hast. Das muss nichts medienträchtiges sein. Vielleicht hilfst du „nur“ kleinen Seelen in die Welt, als Hausfrau und Mutter. Aber damit legst du einen wichtigen Grundstein. Vielleicht hast du „nur“ ein offenes Ohr für deine Mitmenschen, vielleicht bist du „nur“ Sänger und schickst mit deinen Liedern Freude in die Menschenherzen. Es gibt keine besseren oder schlechteren Aufgaben.

Ich glaube, wenn du irgendwann herausfinden kannst, was deine Aufgabe ist, wird deine Seele so gesunden, dass dein Körper folgen kann.

 

 

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Pflanzen und Gefühle

Etwa 25- 30 % der Deutschen leiden an psychischen Krankheiten (Psyche = griechisch für „Seele“), das sind rund 16 Mio. Menschen. Jeder 3. erkrankt mindestens einmal im Leben an einer psychischen Störung, die ärztlicher Behandlung bedarf.

Das auch Heilkräuter hier eine wertvolle Hilfe sein können, kommt erst langsam ins Bewußtsein. Die Forschungen in dieser Richtung sind bisher noch recht kläglich.

Aber schon Aristoteles war davon überzeugt, das Pflanzen eine Seele haben. Hildegard von Bingen auch. „Blätter des Lebens“ nannte sie ihre Kräuter. Edward Bach meinte, dass die Pflanze den Menschen mit positiven Schwingungen überflutet und damit die negativen der Menschen überdeckt. Er hat über seine Bachblüten zum ersten Mal eindeutig Heilpflanzen, Gemütszustände und Krankheiten in einen Zusammenhang gebracht und damit einen völlig neuen Therapieansatz vorgestellt. Er heilt nicht die Krankheit, sondern den negativen Seelenzustand.

Ungelöste Dauerkonflikte machen krank. Tatsächlich sind es meist nicht die großen Krisen und Katastrophen im Leben, sondern die kleinen, schnell verdrängten Konflikte, die wir nicht so ernst nehmen und die Krankheit verursachen (Beziehungsprobleme, Ärger am Arbeitsplatz). Heilkräuter wirken hier sanfter als Chemie, gehen aber tiefer und die Wirkung dauert länger an. Auch die Gefahr von Abhängigkeit und ständiger Dosiserhöhung ist bei Heilkräutern grundsätzlich nicht gegeben.

Ich musste mich aus eigener schmerzlicher Erfahrung (massive Panikattacken) mit diesem Thema auseinandersetzen. Das erste, was ich lernen musste: Nicht jedem hilft jede Pflanze gleich gut. Das beliebte Johanniskraut hatte bei mir nicht mehr Wirkung, als ein Glas Leitungswasser. Wir sind alle verschieden, Heilpflanzen auch, also lernen Sie Ihre Pflanze kennen!

Das ist gar nicht so einfach. Eben weil unser Kräuterwissen ziemlich in Vergessenheit geraten ist und auf „Seelenzustände“ schon gar nicht erforscht wurde. Die klassische Schulmedizin hält Psychosomatik zum größten Teil noch für Humbug. Ja leider reduziert sich die Schulmedizin oft auf rein physikalische und chemische Vorgänge im Körper. Es wird operiert, was nicht recht am Platz ist, es wird in meist künstlicher Form zugeführt, was nicht vorhanden ist… Dabei wird vernachlässigt, dass der Körper eigentlich selbst in der Lage ist, sich zu regulieren, manchmal brauch er nur einen Anstoß, aber nicht etwas, dass alle Funktionen selbst übernimmt.

China hat sich seine Kräutertradition bewahrt. Hier wird der Suchende oft fündig. Dazu bedarf es ob des geballten Wissens aber Kräuterkundiger. Selbstversuche halte ich nicht für fruchtbar. Da ich ja, wie gesagt, schon irgendwie, genau wie meine Pflänzchen, im deutschen Boden verwurzelt bin, such ich hier meine Seelenverbündeten. Das dauert oft ein wenig länger, aber die Beziehungen sind fruchtbarer…

Auch milde Kräuter wirken. Wer gleich zu Psychopharmaka greift, lässt sich oft auf den Tanz mit dem Teufel ein. Das wird sicherlich jeder bestätigen können, der versucht hat, davon wieder loszukommen. Ich selbst war einmal in einer Krisensituation kurz davor, ein angeblich harmloses Mittel, dass nicht abhängig macht, zu nehmen. Glücklicher Weise hab ich zuvor gegoogelt: Andere Betroffene schilderten, dass dieses Mittel zwar nicht süchtig mache, aber nach Absetzen die Symptome schlimmer seien, als vorher. Womit doch eine gewisse Abhängigkeit erzeugt wird. Was ja eigentlich auch logisch ist. Mit Beruhigungsmitteln löst man keine Probleme, egal ob die synthetisch oder pflanzlich sind. Trotzdem wirken Pflanzen anders, als chemische Pendants. Während Letztere den Körper mit Gewalt beruhigen, scheinen Pflanzen tatsächlich die Seele zu erreichen. In diesem wirklich ganzheitlich ruhigen Zustand ist der Mensch eher in der Lage, Lösungen zu finden.

Schon eine kleine Kräuterspirale bietet vielen Seelentröstern Platz

Pflanzen sind „Sonnenkollektoren“. Nach den Lehren unser Vorfahren ist das Herz ist ein „Sonnenorgan“. Schon der Volksmund kennt die „Sonne im Herzen“. Fröhliche Gemüter fangen sich nicht so schnell jeden Virus ein, wie ständig traurige und gestresste Menschen. Ja, Disharmonie macht krank. 50 % aller Todesfälle gehen auf Herz-Kreislauferkrankungen zurück. Dieses Phänomen existiert aber erst seit dem letztem Jahrhundert! Bis zum Mittelalter kannte man Herzkrankheiten nicht. Die „Herzkräuter“ waren durchweg Gemütskräuter – Seelenkräuter. Das gibt einem schon zu denken. Trotz großer Fortschritte in der Medizin entwickeln wir neue Krankheiten, die die Menschen früher kaum kannten. Was hat sich geändert? Die Lebensumstände… was war damals anders, besser?

Unter anderem sicher die naturbelassenere Nahrung. Man kann sich starke Nerven nämlich auch „anessen“. Wir müssen nur auf basenbildende Lebensmittel, wie Keime, hochwertige Proteine, Vollkorn, grüne Gemüse, Wurzelgemüse und „kultivierte“ Milchprodukte wie Yoghurt, Kefir und Buttermilch achten. Zitronen, Pampelmusen, Samen und Nüsse sind ebenfalls basenbildend.

Als Nahrungsergänzungen kommen Spirulina, Bienenpollen und Hefeextrakt in Frage.

Auch kalziumreiche Lebensmittel sind gut für die Nerven (und nicht nur für Knochen und Zähne). Auch Krämpfe, Hyperaktivität und Schlaflosigkeit kann dadurch gemindert werden. Wir finden Kalzium in: Algen (rund 10 mal mehr als in Milch!), Milchprodukten, den meisten grünen Gemüsen (Brokkoli, Grünkohl, Mangold, Rübstiel, Spinat) und Petersilie. Große Mengen sind auch in Mandeln und Sesam zu finden. Obwohl Milchprodukte reich an Kalzium sind, scheint unser Körper es nicht gut verwerten zu können.

Auch unter den Kräutern und Wildgemüsen ist Kalzium reich vertreten:

Ackerschachtelhalm, Amaranth, Brennnessel, Brunnenkresse, Hafer, Löwenzahn, Senfsprossen und Vogelmiere sind gute Quellen. Hafer ist übrigens ein sehr guter Nervenstärker. Er sollte den Speiseplan regelmäßig bereichern.

Es gibt viele Pflanzenhelfer, die auf die Seele wirken. Ja, ich wage zu behaupten, dass sogar jedes Pflänzlein unsere Seele berührt. Wir haben halt nur noch nicht (oder nicht mehr) genug Erfahrungen gesammelt.

Die wichtigsten Seelenfreunde sind:

Erzengelwurz als Botin des Lichts und Schutzengel in Pflanzengestalt. Schützt vor Pestilenz (Infekten) Tod und Teufel. Die Wurzel ist in Lebenselixieren enthalten. Sie heißt auch „Angstwurz“ (im „Melissengeist“ enthalten).

Baldrian verstärkt chem. Beruhigungsmittel, daher bitte nicht zusammen einnehmen. In den meisten Fällen ist Baldrian eine wunderbare Hilfe, bei Dauergebrauch drohen aber Kopfschmerz und Herzklopfen. Dem Baldrian hab ich ein eigenes Kapitel gewidmet. Schauen Sie bitte in vorhergehenden Beiträgen nach.

Eisenkraut, das fast vergessene heilige Kraut der Kelten, stählt auch die Nerven, braucht aber 4 Wochen Wirkzeit

Damiana (Asthmabesen) fegt Traurigkeit weg,  ist gut für Sonnentees, wirkt aphrodisierend. Im Ursprungsland wird Damiana sehr erfolgreich gegen Asthma eingesetzt.

Helmkraut, eine wunderbare Pflanze zur Trauerarbeit, wie auch die Schlehe, oder die Vogelbeere.

Hopfenzapfen entwickeln nach zweijähriger Lagerzeit beruhigende Inhaltsstoffe.

Johanniskraut, ein typisches Sonnenkraut, bringt Licht ins Gemüt, wirkt (leider nicht bei jedem) erst nach längerer Einnahme.

Zimt ist blutzuckersenkend und beruhigend.

Auch Heilsteine kommen natürlich in Frage. Aber das wäre schon wieder ein ganz eigener Beitrag.

Bernstein verstärkt die Sonnenkräfte.

Anwendungsformen: vom Tee bis zur Tinktur


Kräutertees sollten spätestens nach einigen Tagen Wirkung zeigen, sonst Rezeptur ändern (Ausnahme: Baldrian, Johanniskraut, Passionsblume, Eisenkraut, Weißdorn)

Keine Daueranwendung!

Spätestens nach 6 Wochen die Rezeptur ändern.

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Kräuter können natürlich auch als „Kräuterkissen“ wirken. Hierbei entfalten sich die Aromen durch die Körperwärme. Es gibt unzählige, wirklich gute Kräuterkissenkombinationen.  Wer da Rezepte möchte, darf mich gern kontaktieren.

König Georg III von England schwor auf reine Hopfenkissen, die mit Wodka besprengt wurden.


Mit Kräuterkissen sind wir schon bei der Aromatherapie, einem Zweig der Kräuterheilkunde. Über die Nase nehmen wir die Inhaltsstoffe schneller auf. Duft verknüpft Erinnerungen. In der Aromatherapie gibt es wunderbare Mischungen. Auch das wäre schon wieder einen eigenen Beitrag wert. Bei Panikern hilfreich: (echter) Jasmin.

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Auch Medizinalweine helfen: Obwohl die Franzosen 11mal mehr Wein trinken, als die Amerikaner, sterben sie dreimal seltener an Herz-Kreislauferkrankungen.

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Seelenbalsam – Rezepte

Seelenruhe

Likör zum Geniessen

1 Tasse getrocknetes Johanniskraut ½ Tasse Baldrianwurzel

½ Tasse Melisse abgeriebene Schale von 3 Bioorangen

½ Tasse Rosmarin 500 g Zucker

½ Basilikum 2 l Obstbranntwein (41 Vol.-%)

Alle Zutaten in ein Glasgefäß geben und rühren, bis sich der Zucker gelöst hat. 3 Wochen an einem kühlen Ort stehen lassen und täglich schütteln. Abseihen und noch 3 Monate kühl und dunkel reifen lassen. Nach dem Essen oder vor dem Schlafengehen ein Gläschen genießen.

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Sommer für die Seele

20 g Holunderblüten 30 g Kornblumenblüten

50 g Johanniskraut 20 g echtes Labkraut

30 g Königskerzenblüten 50 g Honigklee

Wärmt die Seele, wie ein Sommerspaziergang.

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Sonnenwein

2 Handvoll Sonnenkräuter ( z. B. Johanniskraut, Goldrute, Rosmarin oder Esche) in

700 ml Weißwein (wer mag kann einen Naturbernstein hinzufügen)

eine Woche an der Sonne ziehen lassen. Haltbarkeit etwa 4 Wochen. Wer die Haltbarkeit erhöhen möchte, muss den Alkoholgehalt erhöhen, indem er mit Trinkalkohol aus der Apotheke auffüllt oder die Mischung mit einem höherprozentigem Sherry ansetzt. 20 % sollte der Wein dann schon haben.

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Danziger Goldwasser (auch käuflich zu erwerben)

1 TL Kardamom einige Wacholderbeeren

1 TL Koriander 1 Prise Macis

1 TL Sternanis einige Zitronen- und Pomeranzenschalen

1 Handvoll Rosenblüten 170 g brauner Zucker

1 Zimstange 700 ml Doppelkorn

5 Gewürznelken

Ansetzen, sechs bis acht Wochen in die Sonne stellen, täglich schütteln, abseihen, etwas Blattgold hinzufügen.

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SEELISCHE PROBLEME

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Abhängigkeit/Sucht

Teemischung aus: Dost, Eleutherokokkus, Rose , Thymian, Wermut, Zimt

Während des Entzugs helfen Johanniskrautpräparate.

Speziell bei Nikotinsucht haben sich auch Hafer, Damiana und Breitwegerich (Lungenschutz) bewährt. Ausserdem viel Äpfel essen (danach schmecken Zigaretten abscheulich).

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Aggressivität

Gut: Galle und Lebermittel, Wermuttinktur,

Duftlampe: Kamille, Lavendel, Majoran oder Zypresse

Teemischung: Damiana, Eisenkraut, Sternanis

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Angst

Herbs de Provence“ häufig in der Küche verwenden.

Teemischung: Echtes Labkraut, Eisenkraut, Thymian, Dost

Melissenteemischung: 3 Teile Zitronenmelisse, 1 Teil Borretschblüten und Blätter, 1 Teil Kamille, 1 Teil Zitronenverbene, 1 Teil Johanniskraut

Bei Bedarf trinken.

Duftlampe: Jasmin, Rose, Vanille oder Zimt (auch mit 1 EL Sesamöl ins Badewasser)

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Depressionen

die Mangelkrankheit (Schlafmangel, Lichtmangel, Liebesmangel, Nährstoffmangel…)

Teemischung: Johanniskraut, Liebstöckel, Melisse, Ringelblume, Weißdorn

Teemischung: 2 Teile Kamille, 1 Teil Borretschblüten, 1 Teil Zitronenmelisse, ½ Teil Lavendelblüten, ½ Teil Rosenblüten

Johanniskraut braucht zum Wirken mindestens zwei Wochen. Fertigpräparate sollten ein Mindestgehalt von 0,2 mg Gesamthypericin haben.

Duftlampe: Neroli, Bergamotte, Jasmin, Sandelholz oder Zirbelkiefer.

Bad: 8 Tr. Lavendel, 3 Tr. Jasmin, 4 Tr. Ylang Ylang, 2 EL Sahne

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Erschöpfung, Burnout

Tee: fünf bis sechs Kräuter aus folgender Auswahl: Alant, Bibernelle, Dill, Eleutherokokkus, Eiche, echter Gamander, Ginseng, Kerbel, Rosmarin, Thymian, Ysop

Eine große Tasse solch einer Mischung hilft etwa 4 Stunden durchzuhalten. Sie sollten keine Dauerlösung sein, sie müssen es schaffen, die Ursache der Erschöpfung zu beseitigen.

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Um wieder zu Kräften zu kommen

Teemischung: Bibernelle, Bohnenkraut, Brennnessel, Salbei

Als Kur etwa 3 Monate, dabei immer 3 Wochen Kur und drei Wochen Pause im Wechsel. Nicht abends nehmen, der Tee vitalisiert stark.

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Gelassenheitstee mein Lieblingstee (auch bei funktionellen – nicht organischen – Herzbeschwerden)

Baldrian, Herzgespann, Hopfen, Lavendel, Weißdorn, Zitronenmelisse

Dieser Tee bringt Ruhe im Sturm. Manchmal ist Herzgespann nicht zu bekommen, der Tee wirkt auch ohne gut.

Duftlampe: Rose

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Konzentration

Teemischung: Schachtelhalm, Ehrenpreis, Rose, Fenchel

Duftlampe: Rosmarin, Basilikum, Lorbeer oder Pfefferminze

Fertigpräparat: Ginkgo

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Kopfschmerzen (Spannungs-)

Teemischung: Beifuss, Bitterklee, Ehrenpreis,Gänsefingerkraut, Majoran, Schlüsselblume

Der Tee wirkt auch hormonell ausgleichend (wiederkehrende Kopfschmerzen haben oft hormonelle Ursachen).

Rosmarinfussbad (auch bei Migräne): Aus einer Tasse Rosmarinnadeln und 1,5 l Wasser einen Sud bereiten. Den Sud in eine Schüssel geben und mit warmem Wasser aufgießen, bis die Fußknöchel bedeckt sind.

Nach 10 Minuten die Füsse kurz in eiskaltes Wasser tauchen und das ganze nochmal von vorn.

Oft kann man die Wirkung mit Eiswürfeln im Nacken noch verstärken.

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Nervosität

Teemischung: Herzgespann, Johanniskraut, Lavendel, Melisse, Pomeranzenblüten, Storchschnabel

Wacholderbeerkur: Am ersten Tag 4 Wacholderbeeren über den Tag verteilt kauen (nur kauen, nicht hinunterschlucken! Nach dem Kauen die Reste ausspucken), am nächsten Tag 5 Beeren, danach 6, bis man 15 Beeren täglich kaut. Dann wieder reduzieren, bis man bei 4 Beeren täglich angelangt ist. Erneut auf 15 Beeren hochgehen. Die Kur ist beendet, wenn man insgesamt viermal bis 15 und wieder hinuntergelangt ist.

Nervenkraft-Kalzium-Tee

1 Teil Ackerschachtelhalm, 1 Teil Brennnessel, 1 Teil Hafer und Haferstroh (mindestens 30 min. ziehen lassen.

Der Tee baut, über 3 – 4 Monate mit 3 – 4 Tassen täglich genommen, die Nervenkraft auf und Osteoporose vor.

Entspannungsbäder mit ätherischen Ölen oder Kräutern beruhigen die Nerven nachhaltig. Wer kein Bad nehmen möchte, oder darf, der kann auf Fussbäder ausweichen. Sehr entspannend ist z. B. das

Kräuterfussbad

2 Teile Lavendel, 1 Teil Hopfen, 1 Teil Salbei, ½ Teil Rosmarin, einige Tropfen äth. Öl nach Belieben.

Ein Fussbad zieht das Blut nach unten, regt den Kreislauf an. Vielleicht reicht Ihnen ein lieber Mensch dazu noch eine Tasse Kamillen- oder Lavendeltee und massiert Ihren Nacken.

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Phobien

Teemischung: Angelikawurzel, Brennnessel, Eisenkraut, Pfefferminze, Rose, Wermut

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Prüfungsangst/Mobbing

Einige Kräuter aus folgender Auswahl: Baldrian, Beifuss, Eberraute,Ehrenpreis, Eisenkraut, Heilziest, Salbei, Thymian. Eine Messerspitze Kardamom hinzugeben.

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Schlafstörungen

Teemischung: Hopfen, Lavendel, Melisse, Orangenblüte, Passiflora,Weißdorn

Baldrian als Tee, oder die Tinktur (1 Teel. Auf ein halbes Glas Wasser), aber auch als Bad: 250 ml Tinktur ins fließende Wasser.

Schlafkissen: o.g. Kräuter in ein kleines Kissen einfüllen (15cm x 15cm ist ausreichend)

Schlafstörungen sind ein Symptom eines Ungleichgewichtes, das es zu finden gilt. Wer unter besonders hartnäckigen Schlafstörungen leidet kann Folgendes probieren:

  1. 4 Stunden vor dem Schlafengehen ¼ Teel. Baldrian/Helmkraut-Tinktur stündlich einnehmen und eine Tasse Nervenkraft-Kalziumtee trinken.
  2. 20 Minunten vor dem Schlafengehen ein warmes Lavendelbad nehmen oder einen belebenden Spaziergang machen (wenn es das Klima zulässt, auch barfuss über das Gras).
  3. Kurz vorm Schlafengehen ein Glas warme Milch (oder Soya-, Mandel-, Reismilch) mit Zimt und Honig trinken. Stellen Sie die Baldrian/Helmkraut-Tinktur neben ihr Bett und legen Sie sich schlafen.
  4. Falls Sie erwachen, zwingen Sie sich nicht zum Wiedereinschlafen, das strengt an und funktioniert meist nicht. Nehmen Sie lieber ¼ Teel. der Tinktur. Lesen Sie ein wirklich langweiliges Buch oder nehmen Sie nochmal ein heißes Kräuterbad.

Sie sollten trotzdem versuchen, den Grund Ihrer Schlaflosigkeit herauszufinden und die Ursache zu beheben. Helmkrauttinktur bekommen Sie möglicher Weise nicht in der Apotheke. Helmkraut (Virginisches Helmkraut) ist im gutsortierten Kräuterfachhandel zu bekommen und leicht im Garten zu ziehen.

Bei Schlaflosigkeit infolge von düsteren Gedanken oder Angst vor Dunkelheit und Albträumen:

1 TL Erzengelwurz und 1 TL Baldrianwurzel in 250 ml kaltem Wasser drei Stunden ziehen lassen, dann abseihen und bis auf Trinkwärme erhitzen. Die Lichtpflanzen beschützen die traumwandelnde Seele in der Nacht.

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Schock

Tee: Orangenblüten, Passiflorakraut, Ringelblume, Rosenblüte, Schlüsselblume und eine Mischung aus den Gewürzen Pfeffer, Koriander, Sternanis und Zimt.

Wenns schnell gehen muss: Eine Prise von jedem Gewürz in eine große Tasse Tee.

Bachs Notfalltropfen

Duftlampe (Taschentuch): Neroliöl

Sollte es sich um einen schweren Schock (z. B. nach Unfall) handeln, ist sofort ärztliche Hilfe anzufordern. Die Schockmittel stellen dann eine erste Hilfe dar.

Wenn man etwas zur Ruhe gekommen ist, sollte man „Nervennahrung“ zu sich nehmen (Nüsse, Fisch).

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Menschen sind individuell, Kräuter auch. Nicht jedes Kraut erzielt bei jedem Menschen die gleiche Wirkung. Fangen Sie immer in niedrigen Dosen an und schauen Sie, wie es Ihnen bekommt. Wenn Sie über 60 sind, sollten Sie mit halber Dosis anfangen, da Ihr Körper sensibler ist. Bei Kindern müssen Sie ebenfalls vorsichtig sein. Hier müssen die Dosen aufs Körpergewicht umgerechnet werden, wobei eine Normaldosis einem 75 kg schweren Erwachsenen entspricht. Wenn Sie sich mit Kräutern noch nicht so auskennen, bleiben Sie bei Kindern bei bewährten Tees wie Kamille, Melisse und Lavendel. Zur Beruhigung bei Kindern hat sich auch Katzenminzentee (nur die echte, keine Zuchtformen) bewährt. Ab 12 können Sie normale Dosen verabreichen.

Fragen zu Kräutern können Sie mir jederzeit und gern stellen. Fragen zu sich selbst, stellen Sie bitte Ihrem Spiegelbild oder Ihrem Therapeuten. Es sollte selbstverständlich sein, dass Kräuter nicht immer ausreichen und doch ab und an ein Therapeut hinzugezogen werden muss. Nutzen Sie also Ihren gesunden Menschenverstand und wenden Sie sich an einen Spezialisten, wenn Sie allein nicht weiterkommen. Das kann ein Seelenpfleger, ein guter Freund, ein Arzt oder Heilpraktiker sein.

Wenn Sie über keinen gesunden Menschenverstand mehr verfügen, dann ist der Gang zum Therapeuten obligat. 😉

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Nein, da hat sich kein Schreibfehler in die Überschrift geschlichen. Baldrian hat viele Qualitäten und da bedarf es nicht erst der Wurzel.

Der Baldrian weist mit seinem lateinischen Namen auf seine Eigenschaften hin (valere = stark, gesund sein). Er wurde auch gern bei Liebeszaubern verwendet. Ja, Frau sollte ihn sogar am Körper tragen, um sich der zahlreichen Liebhaber nicht mehr erwehren zu können. Im „Chanel- Nr. 5“ – Zeitalter kaum vorzustellbar. Aber nicht nur Liebhaber sollte das Kraut auf diese Weise anziehen, sondern auch einen wirksamen Schutz gegen Blitzschlag und Behexung bilden.

Es heißt, der Rattenfänger von Hameln hätte sich des Baldrians bedient, um die Ratten aus der Stadt zu locken. Das ist gar nicht so abwegig: Nicht nur unsere Katzen lieben Baldrian, auch Ratten sind ganz versessen darauf.

Indianer behandelten Epilepsie und Lähmungen mit Baldrian. Im zweiten Weltkrieg wurden Kriegstraumata mit ihm behandelt. Auch gegen Cholera und Pest wurde er früher eingesetzt.

Unbestritten gehört Baldrian zu den bewährtesten Heilmitteln für das Nervensystem. Er wirkt beruhigend, hypnotisch, krampflösend (glatte Muskulatur) und schmerzstillend. Trotz all dieser wunderbaren Eigenschaften haben unsere Wissenschaftler noch nicht herausgefunden, welche Bestandteile des Baldrians diese Wirkungen verursachen. Das gibt einem bei der teilweise vernichtenden Bewertung alter Heilkräuter durch die Kommission „E“ schon ein wenig zu denken…

Baldrian gehört zum ersten Frühjahrsgrün, ist für die meisten aber als solcher noch nicht zu erkennen

Der Baldrian ist häufig an Flußufern und Feuchtgebieten zu finden und steht gerade jetzt kurz vor der Blüte. Im Gegensatz zu seinen Wurzeln haben die Blüten einen lieblichen, moschusartigen Duft. Sie sind aromatisch und passen wunderbar zu Früchten wie Nektarine, Passionsfrucht und Banane.

Beim Baldrian gibts männliche und weibliche Blüten. Die weiblichen sind etwas kleiner, weiß bis zartrosa. Die Männlichen kräftig und deutlich rosa. Wer sich mit der Bestimmung des Baldrians nicht sicher ist, sollte vielleicht zunächst einen in der Gärtnerei kaufen. Man könnte ihn eventuell mit der Spornblume, die in Küstengebieten wächst, verwechseln.

Kulinarisch verwenden wir also die Blüten. Wie bei den meisten blühenden Zutaten auch hier bitte das Grün entfernen.  Und dann auf den Grill!

Nein, nicht pur natürlich. Ich grille wirklich gern und im Sommer wird meist draußen gegessen und auch zubereitet – also ist der Grill meine Küche. Jeden Tag Bratwurst ist aber auch nicht das Wahre. Also werden auch Beilagen und Gemüse gegrillt. Und für mich gaaanz wichtig: Der Nachtisch. Eine wunderbare Kombination bildet der Baldrian hier mit gegrillten Bananen. Kennen Sie doch sicher: Bananen so pur auf den Grill legen, bis sie schwarz sind und die Schale platzt. Jetzt herunternehmen halbieren oder auch nur oben aufschlitzen und die guten Sachen draufgeben. Für Kinder z. B. Schokosplitter, für Erwachsene Rum und Zucker oder für Kräuterhexen und Gourmets die Baldrianblüten.

Bei schlechtem Wetter gibts natürlich auch eine Abwandlung:

Gebackene Bananen mit Baldrianblüten

8 Bananen, geschält

10 g Butter

1 EL brauner Zucker

1 EL Sherry

2 EL Baldrianblüten

Crème fraiche

Backofen auf 180 Grad vorheizen

Die Bananen in Scheiben schneiden und in eine Auflaufform legen. Mit Butterflocken und Zucker bestreuen und mit Sherry überträufeln. Die Hälfte der Blüten über die Bananen streuen, die Form abdecken und im Ofen 15 – 20 Minuten backen, bis die Bananen weich sind. Dann aus dem Rohr nehmen, die restlichen Blüten darauf streuen und mit Crème fraiche servieren.

Obstsalat mit Baldrianblüten

2 Passionsfrüchte

3 EL Apfelsaft

3 Kiwis, geschält, in Scheiben geschnitten

1 EL Baldrianblüten

Die Passionsfrüchte halbieren, Fruchtfleisch in eine Schüssel schaben, mit Apfelsaft und Kiwis vermengen und mit den Blüten vermischen.

Es gibt also wunderbare Gründe, um den Baldrian im Garten anzusiedeln. Aber er tut nicht nur Leib und Seele gut, sondern auch dem Garten. Neben Gemüse gepflanzt, beschleunigt er das Wachstum und regt die Aktivität der Regenwürmer an (scheinbar wirkt der Baldrian auf Würmer anders als auf Menschen ;-))

Auf uns Menschen wirkt er, wie oben angesprochen, natürlich auch wunderbar.

Wir verwenden den Baldrian, um den Gesamtorganismus zu entspannen. Auch chronische Angstzustände und chronische Schlaflosigkeit können wir mit ihm behandeln. Panik, Herzklopfen, Schwindel… bei allem wirkt er zuverlässig und schnell.

Wer sich von Drogen, Beruhigungsmitteln oder Alkohol abhängig gemacht hat, kann mit Hilfe des Baldrians leichter entziehen.

Auch bei Schmerzen wie Rheuma, Arthritis, Gürtelrose oder Neuralgien wurden gute Ergebnisse erzielt.

Wenn die Angst dich lähmt, wenn Panik aufsteigt – Baldrian hilft! Niedrige Baldriangaben  (kleine Dosen mit Pausen, drei Tage nehmen, drei Tage aussetzen) schenken Mut und Widerstandskraft und hilft, die Energie aus dem Solarplexus ins Herz aufsteigen zu lassen.

Auch bei unbewussten und irrationalen Ängsten wie Angst vor Dunkelheit, bösen Mächten und Geistern, oder objektlose Ängste kann Baldrian gut angewandt werden. In dieser Eigenschaft ist er auch ein wunderbares Füllmittel für ein Kräuterkissen.

Kräuterhexen, die ihre Tinkturen nicht selbst herstellen, bekommen Baldrian natürlich in der Apotheke. Ich nehme immer die Tinktur, nicht die fertigen Tabletten, aber das ist vielleicht eher Geschmackssache. Tinkturen lassen sich jedoch leichter dosieren, gerade wenn ich mehr im energetischen Bereich arbeiten möchte.

Selbstverständlich wurde so ein starkes Kraut auch schon immer rituell und bei der magischen Arbeit verwendet, darum ein Hinweis für Zaunreiterinnen:

Baldriantee bereitet optimal auf magisches Arbeiten vor, vor allem, wenn du dich tief versenken möchtest.  Er ist ein typisches Samhainkraut und daher auch ein wunderbarer Gefährte bei der Schattenarbeit, die Angst vor Selbstverlust– oder Auflösung kann bewältigt werden. Bei Hekate-Ritualen, Überquerungen des Styx , ober bei der Abwehr von negativen Kräften solltest du mit ihm arbeiten.

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