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Posts Tagged ‘Aphrodisiaka’

Ja, ich gebs zu: Ich gehöre zu den chaotischen Hausfrauen, die immer nichts da haben. Ich habe keine Taschentücher in der Handtasche, keine Mittelchen im Apothekenschrank (wir sind auch selten krank *aufholzklopf*), ich hab für den Notfall ja Wald und Garten. Hin- und wieder bereite ich etwas zu, aber meist verschenk ich es, wenn ein Freund in Not ist. So sitz ich selbst in der Regel oder Cremes oder Heilmittelchen da.

Selber schuld, ja ich weiß. Wenns mich trifft, ist das auch nicht so schlimm, aber ich hab ja noch Kinder. Eines davon studiert in Kanada. Das Gesundheitssystem dort unterscheidet sich um Einiges von unserem, so haben die Ärzte zumeist keine Röntgen- oder Laborgeräte in der Praxis, meist muss man in eine Klinik, um solche Diagnosegeräte zur Hilfe zu nehmen und die Kräuterkunde ist im Ärztestand auch wenig bekannt. Der letze Punkt gilt für Deutschland ja genauso.

Wenn meine Tochter da mal richtig krank wird (und das, wie Kinder das so gern machen, grundsätzlich nachts und Feiertags…), fragt sie mich um Hilfe. Das geht dank des Internets heute ja problemlos. Was selbst das Internet noch nicht kann: Kräuter mal eben über den Teich schippern.

Dann sitz ich hier, wringe mir die letzten Gehirnzellen aus, um wenigstens ein paar brauchbare Mittel zusammenzubekommen. Eigentlich müsste es ja auch in Kanada gute Herbalisten geben, aber sie hat wohl noch keinen ausfindig gemacht.

So mal eben in eine Apotheke gehen und Kräuter holen, kann man wohl auch nicht (oder sie erzählt ihrer Mutter hier nicht so ganz das Wahre…)

Die täglichen Mahlzeiten können mit Gewürzen ein wenig gesünder werden…

Also gehen wir beide meist den Gewürzschrank der Hostfamilie durch. Heimlich still und leise (weil es mal wieder Nacht ist und alle schlafen). Das ist tatsächlich nicht die schlechteste Idee, denn wir finden hier:

Salz, Pfeffer, heißes Wasser, die absolute, aber wirksame Minimalausstattung, die sich sogar in Studentenbuden finden dürfte.

Mit leichtem Salzwasser lassen sich Wunden auswaschen. Eine Prise Pfeffer in heißem Wasser hilft, wenn man unter Kälteschauern leidet. Mit Salzwasser lässt sich auch prima bei Halsschmerzen gurgeln.

Wenn hier eine kochende Hausfrau wohnt, finden wir sicherlich auch Thymian. Daraus kann man schnell einen Tee machen, um bei Erkältungen und Husten gewappnet zu sein. Auch Salbei leistet hier gute Dienste, er fördert ausserdem das Schwitzen, was bei fiebernden Patienten förderlich ist, weil es die Temperatur senkt.

Haben wir Kopfschmerzen, könnte Rosmarintee helfen, besonders wenn Magenprobleme der Auslöser sein könnten.

Sind Nelken im Gewürzregal, haben wir sogar zahnschmerzstillende Arznei im Haus (drauf kauen, nicht für Kinder!).

Wird ein Blutstiller gebraucht, können wir zum Cayennepfeffer greifen. Ich will vorsorglich darauf hinweisen, dass das Blut dann wahrscheinlich gestillt ist, der Patient aber nicht unbedingt. Cayennepfeffer brennt natürlich höllisch…

Das Yoghurt und Quark prima bei Sonnenbrand helfen, weiß sicherlich mittlerweile jeder. Die sind zwar nicht im Gewürzregal, aber meist im Kühlschrank zu finden. Auch Gurke oder zerquetsche Tomate sind hier hilfreich.

Im Gemüsefach findet sich auch meist noch Zwiebel, die bei Insektenstichen oder Ohrenschmerzen gute Dienste leistet.  Ein „Zwiebelhäutchen“ kann außerdem wie ein Pflaster auf Schnittwunden aufgelegt werden. Ein Stückchen Würfelzucker, angefeuchtet, hilft ebenfalls bei Insektenstichen (einfach auflegen).

Eine Warze benötigt zwar nicht unbedingt erste Hilfe, aber auch sie bekommen wir mit dem Inhalt des Gemüsefaches weg. Eine kleine Knoblauchscheibe passgenau (sie sollte nur die Warze bedecken) schneiden, Pflaster drüber und 24 Stunden drauf lassen.

Andere heilende Gewürze sind z. B.:

Gewürz Anwendung bei:

Ajowan

Asthma bronchiale, Blähungen, Bronchitis, Darmkoliken, Durchfall
Anis

Blähungen, Dreimonatskoliken, Durchfall, Husten, Magenkrämpfe, Mundgeruch

Basilikum Blähungen, Blutarmut, Darminfektionen u. –koliken, Heuschnupfen, Osteoporose, tränende/brennende Augen, Unterleibskrämpfe, Wadenkrämpfe
Beifuss Abwehrschwäche, Appetitlosigkeit, hohe Cholesterinwerte, Frauenbeschwerden, Karies, Konzentrationsschwäche, Pilzinfektionen, Völlegefühl, Zahnfleischentzündungen
Dill Kraut: Abwehrschwäche, Blutarmut, Gicht, Harnsteinleiden, Hautentzündungen, Jodmangel, OsteoporoseSamen: Darmkoliken, Mundgeruch, Nervosität, Reizmagen
Estragon Appetitlosigkeit, Blähungen, Blutarmut, Harnsteinleiden, Karies, Magenübersäuerung, Magnesiummangel, Nierenträgheit, Osteoporose, Rheuma, Verdauungsträgheit, Zahnschmerzen
Fenchelsamen Blähungen, Dreimonatskoliken, Durchfall, Husten, Magenkrämpfe
Gewürznelke Arteriosklerose, Asthma bronchiale, Darminfektionen, Durchfall, Heuschnupfen, Husten, Krebs, Magengeschwür, Magenschleimhautentzündung, Migräne, Rheuma, Zahnschmerzen
Ingwer Appetitlosigkeit, Arteriosklerose, Blähungen, Darm- u. Magenträgheit, Erkältungen, Gastritis, Müdigkeit, Reisekrankheit, Übelkeit mit Erbrechen
Kapern Harnwegsinfektionen, Halsinfektionen, Husten, Racheninfektionen, Schnupfen, Verdauungsträgheit
Kardamom Blähungen, Kater, Roemheld-Syndrom, Verdauungsträgheit
Knoblauch Agina pectoris, Arteriosklerose, Asthma bronchiale,Bluthochdruck, Bronchitis, Darmentzündungen, Durchblutungsstörungen, grippale Infekte, Herzinfarkt, Koliken, Krebs, Schlaganfall, Verstopfung
Koriander Appetitlosigkeit, Blähungen, Darmkoliken, Erbrechen, Gastritis, Kater, Kopfschmerzen, Reizmagen.
Kresse Abwehrschwäche, Arteriosklerose, Bronchitis, grippale Infekte, Harnweginfektionen, Husten, Krebs, Nierenentzündung, Schnupfen
Kreuzkümmel Appetitlosigkeit, Blähungen, Bronchitis, Darmkoliken, Erkältung, Husten mangelnde Hautdurchblutung, Menstruationskrämpfe, Völlegefühl
Kümmel Dreimonatskoliken, Blähungen, Darmkoliken, Magenschwäche, Mundgeruch, Verdauungsprobleme bei fetthaltigen Speisen
Kurkuma Arteriosklerose, Darminfektionen, erhöhter Cholesterinspiegel, Gallenblasenentzündung, Pilzinfektion
Liebstöckel Wurzeln: Blutarmut, Gicht, Harnsteinleiden, Karies, Knochenschwund, Kropf, Muskelkrämpfe, WassersuchtBlätter: Mangelerkrankungen
Majoran Abwehrschwäche, Appetitmangel, Blähungen, Darmkoliken, Durchfall, Gallensteine, Gastritis, Karies, Nervosität, Reizmagen
Muskatnuss Gelenkentzündungen, Muskelzerrungen, rheumatische Erkrankungen, Verstauchungen, unterstützt die Verdauung
Oregano Blutarmut, grippale Infekte, Halsentzündungen, Husten, Keuchhusten, Kopfschmerzen, Rachenentzündungen, Zahnfleischentzündungen
Paprika Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen, Konzentrationsschwäche, Lernschwäche, Magenkrämpfe, Migräne
Petersilie Arteriosklerose, Bluthochdruck, Brust-, Lungen- u. Magenkrebs, Diabetes, Blutarmut, Harnweginfektionen, Gelbsucht, grippale Infekte, Harnsteine, Herpesinfektionen, Osteoporose
Pfeffer Angina pectoris, Herzinfarkt, kalte Hände u. Füße, reduzierte Magensäuresekretion, Speichelmangel, Verdauungsträgheit
Pfefferminze Appetitlosigkeit, Darmkoliken, Durchfall, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden
Rosmarin Angina pectoris, Erschöpfung, Gallenbeschwerden, Herzinfarkt, Herzschwäche, Müdigkeit, niedriger Blutdruck
Safran Haarschuppen, Konzentrationsschwäche, Lichtempfindlichkeit, Lippenrisse, Magenträgheit, Muskelschwäche
Salbei Darmentzündungen, Durchfall, grippale Infekte, Halsentzündungen, Magenschleimhautentzündung, Nachtschweiß, Rachenentzündungen, Zahnfleischentzündungen
Schwarzkümmel Abwehrschwäche, Allergien, Arthritis, Blähungen, Rheuma, Verdauungsträgheit
Senf Blasenentzündungen, Harnweginfektionen, Heiserkeit, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit
Thymian Asthma bronchiale, Blutarmut, Darmentzündungen, grippale Infekte, Keuchhusten, Mandelentzündungen, Verdauungsstörungen
Zimt

Darminfektionen, Darmkoliken, Durchfall, Heiserkeit, Kreislaufschwäche, niedriger Blutdruck, Rachenentzündungen, Reizhusten, Verdauungsträgheit

Definitiv ein ungeheures Potential, was da in unseren Gewürzregalen schlummert. Selbstverständlich sollte man bei ernstzunehmenden Krankheiten immer einen Fachmann aufsuchen. Die Kräuter können natürlich unterstützend eingesetzt werden. Die Wirkung hängt aber auch mit der Frische zusammen. Wenn der Zimt seit ein paar Jahren ungenutzt schlummert, wird er im Ernstfall auch nicht mehr viel ausrichten.

Wer mehr über „heilende Gewürze“ wissen möchte, schaut im Buch von Dr. Jürgen Zittlau (Heilende Gewürzküche) nach. Leider ist das Buch z. Zt. nur noch im Antiquariat zu bekommen.

Auch Räucherfans können unbesorgt ins Gewürzregal greifen. Wer magisch arbeitet, wird z. B. Basilikum für Geschäftserfolg und Zimt für Wohlstand mit einsetzen. Vielleicht sehen Sie Ihre Gewürze jetzt mit anderen Augen…

Auch wer mehr Schwung ins eheliche Werk geben will, sollte mal vor seinen Gewürzen stehenbleiben. Ganz besonders Beifuss (Frau), Koriander (Mann) und Zimt (beide) haben hier Einiges zu bieten.

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Große Güte, grade als ich diesen Beitrag schreiben wollte, musste ich mal eben nachspülen… hab gestern ein lecker Kräuterbrot gebacken. Bei uns ist grad Schmalhans ein wenig Küchenmeister, weil der Monat mal wieder zuviel Tage fürs Geld hat. Darum dacht ich, ich back ein lecker Brot, mit Kräutern von draußen, und dann schmeckt das auch mal mit Butter oder pur…

Also raus in den Garten und gesammelt: Giersch, schottischen Liebstöckel,  Rauke, Zwiebellauch und pfeffrigen Oregano. Letzterer ist ziemlich scharf, pfefferähnlich eben und pur nicht unbedingt jedermanns Sache. Aber wer selbst Brot backt, hat sicher auch die Erfahrung gemacht, dass man nicht zu wenig Kräuter in den Teig geben sollte, damit der Geschmack durchkommt. Letzteres gilt, das weiß ich jetzt, nicht unbedingt für den pfeffrigen Oregano. Der setzt sich ordentlich durch. Das hatte ich bisher noch nicht, meist geht die Schärfe beim Backen ziemlich zurück.

Nun, sie ist da, wie meine gesunde Gesichtsfarbe und mein extremer Trinkwasserverbrauch sicherlich belegen können…

Der pfeffrige Origano ist etwas pelzig, was aber nicht unbedingt stört. Man nimmt ohnehin nur kleine (!) Mengen und die gehackt. Angeblich nicht winterfest strotzt der zweite Versuch mit dieser Pflanze nach dem Extremwinter in voller Pracht.

Strotzen, ja… da war noch Thema zwei.

Bei meinen Kräuterwanderungen sind nicht allzu oft Männer dabei. Ich denke mal, meist kommen sie ihren Frauen zuliebe mit. Manch einer kann ob der wunderschönen Landschaften wenigstens seinem Hobby fröhnen und fleißig fotografieren. Kräuter für Männer nehmen sich in meinen Vorträgen auch meist rar aus, diese Lücke will ich mal füllen.

Also hier ein Rezept für ein „Götterelixier„. Es gehört zu den Lebenselixieren (die heute nicht mehr gebraut werden), ist aber speziell auf Männer zugeschnitten. Also meine Damen, wenn Sie Ihren Liebsten kräftigen und stärken wollen damit er… na sagen wir mal, bei der Gartenarbeit helfen kann, versuchen Sie Folgendes:

Götterelixier

2 Teile Damina

2 Teile Fo-Ti

2 Teile Ingwerwurzel

2 Teile Süßholz

2 Teile Sassafraswurzelrinde

2 Teile Yamswurzel

1 Teil Badian (Sternanis)

1 Teil Sarsaparillawurzel

1/2 Teil Sägepalmenbeeren

Ginsengwurzel (2 auf einen Liter Tinktur)

Brandy

Traubenkirschenkonzentrat

Die Kräuter in ein Gefäß geben und mit Brandy übergießen, 2 Mondläufe lang ausziehen lassen (die Hexen unter uns machen das im Mondlicht…). Danach abfiltern. Pro Tasse Elixier eine halbe Tasse Traubenkirschenkonzentrat hinzugeben (keinen Saft!)

Die Dosis wäre ein Likörgläschen am Tag, oder eben nur an „besonderen“  Tagen. Da können Sie mit Ihrem Liebsten zusammen eins nippen und dann das Feld bestellen…

Die Schwierigkeit ist hier nicht unbedingt der Ansatz, sondern das Besorgen der Zutaten. Wenn in der Apotheke kein Erfolg beschieden ist, dann vielleicht mal im Reformhaus schauen. Eventuell auch Zutaten in homöopathischer Form wählen oder austauschen (Kreativ bleiben!).

Wem das zu aufwändig ist, oder wer keinen Alkohol mag, für den hätte ich noch:

Energiebällchen (Rezeptname – kein Wirkungshinweis, obwohl die Wirkung ähnlich ist…)

3 Teile gemörserte Kürbiskerne

2 Teile gemörserter Sibirischer Ginseng

1 Teil Ginkgo oder Gotu Kola Pulver

1/2 Teil Spirulina oder Super-Blau-Grün-Algen

1 Tasse Tahin

1/2 Tasse Honig

1/2 Tasse Mandelsplitter

Kokosraspel, Kakaopulver, Rosinen, Schokoladen- oder Karobchips, Granola, Karobpulver oder Milchpulver.

Mischen Sie die Kräuterpulver und die Algen. Dann Honig und Tahin zu einer Paste vermengen. Jetzt so viel Kräuterpulver zugeben, bis die Paste dick wird, schließlich Mandeln und Geschmackszutaten beifügen. Mit Carob- oder Milchpulver bis zur gewünschten Konsistenz andicken.  Walnussgroße Stücke rollen.

Zwei Bällchen täglich reichen normaler Weise. Da kann ein normaler Müsliriegel nicht mithalten.

Bei schwerer Gartenarbeit kann das Rezept noch mit ein wenig Guarana, Damiana, Brennnesselsamen, Traubenkirschenkonzentrat und Bitterschokolade angereichert werden. Aber bitte nicht bei mir beschweren, wenn der Göttergatte zu aktiv wird.

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