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Posts Tagged ‘Beeren’

Vor etwa 10 Tagen bin ich aus dem Sommerurlaub direkt in den Herbst geraten. Man kann ihn riechen und kann ihn spüren. Eigentlich mag ich den Herbst, ich liebe die bunten Farben, das Ernten, die Gerüche, Pilze… Beeren…, ja ich mag den Herbst…

Aber bei uns zeigt sich der Herbst von der kalten Seite. Die Pflanzen legen nicht ihr prächtiges Herbstkleid an, sondern vergammeln, wie im schlimmsten November, es ist klamm und nass und gestern Nacht stürmte es derart, dass ich nochmal ums Haus ging und mich vergewisserte, dass nichts weggeweht oder umgeworfen werden konnte.

So muss Herbst aussehen…

Gestern Nacht also, rasten die Sturmwolken am Vollmond vorbei, der Wind heulte um mein Häuschen und ließ all die gemeinen Gruselbilderfilme in meinem Kopfkino entstehen. Nein, nein… so ein Wetter gehört definitiv in den November, obwohl ich zugeben muss, als Nordlicht sowieso nicht sonnenverwöhnt zu sein.

Wir gingen tags zuvor noch in den Wald, nur um mal zu schauen, ob es nicht irgendetwas „Erntbares“ gibt. Meinen wunderschönen Knick hat der Dorfvater leider gänzlich kappen lassen. Vor ein paar Tagen erst. Sünde… Aber wir haben eine Baustelle und fette Umleitung im Dorf und da muss man den Stahlrössern zu ihrem Recht auf ungehinderte Fahrt verhelfen und knickt mal eben das Grün rechts und links. Mit ihm aber auch Beeren, Ebereschen, Schlehen… eben alles, was im Herbst Bauch und Vorrat füllt… es sieht furchtbar aus!

Im Wald ist es nicht wirklich besser, nass, klamm… gammelig. Es schauen ein paar schüchterne Pilzköpfchen, die ich aber ob der Herrscharen von Schnecken, die sich an ihnen gütlich tun, an ihrem Platz belasse. Moskitos begleiten summend und blutgierig die Suche.

Selbst in meinem Garten ist es tot. Die Zucchini gammeln weg, bevor sie ohne Brille erkennbar sind. Von meinen im Frühjahr reichblühenden Obstbäumen trägt nicht einer. Scheinbar bin ich nicht allein betroffen. Ähnliche Klagen hab ich auch schon von Freunden gehört. Es scheint nichts wirklich zu reifen. Einige Bauern in der Umgebung fahren trotz schlechter Witterung das spärlich vorhandene Korn ein. Da kann doch nichts Gutes draus werden.

Das Angebot im Supermarkt, Obst und Gemüse betreffend, ist mau. Zynisch bemerke ich, dass das sicherlich mit dem allgegenwärtigen Maisanbau für die Biogasanlagen zu tun hat. Selbst da wage ich nicht mal ein Kölbchen zu klauen, wie man es vielleicht früher mal als Kind gemacht hat, da dieser angeblich mit ein paar chemischen Zusätzen aufgepeppt wird, um später auch ordentlich zu gasen. Wir verbrennen Lebensmittel! Schon das schnürt mir irgendwie den Hals zu.

Mir fällt ein, dass im Schutzgebiet eine wilde Pflaume stand, die hatte mir im letzten Jahr noch zu wunderbarer Konfitüre verholfen. Wir fahren hin, nur um festzustellen, dass sie abgeholzt wurde… vielleicht störte das Fallobst und die damit verbundenen schwirrenden Insekten Jäger oder Angler…

Ja, da steh ich nun dumm da. Nicht nur, das mir irgendwie frisches Obst und Gemüse fehlt – ich wüsste auch nicht wohin und wofür ich Kräuterwanderungen im Herbst machen sollte?

Als eingefleischte Kräuterhexe, wenn ich so richtig 100 % wäre und nur von Wildgemüse leben würde, müsste ich jetzt verhungern…

Der Sturm letzte Nacht hat mir tatsächlich ein paar Bäume schon herbstlich entlaubt. Ich muss nachher Blätter harken gehen…

Oh mann, ich bin genauso geknickt, wie mein Knick… wir werden uns mal zusammen die Wunden lecken. Ich hab ein paar notreife Brombeeren probiert… bäääh… der Geschmack ist weggeregnet. Ich hoffe auf eine gute Holunderbeeren- und Schlehenernte. Vogelbeeren gibt es dieses Jahr so gut wie gar nicht.

Ein blöder Herbst für Kräuterhexen… wie siehts in anderen Bundesländern aus? Lohnt es sich, mal jemanden zu besuchen?

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