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Posts Tagged ‘Bilsenkraut’

Ich hab lange überlegt, ob ich das Thema „Magie“ überhaupt anspreche…

Magie polarisiert. Die einen finden sie zauberhaft und real, die anderen würden solchen verklärten, leichtgläubigen Geistern gern mit handfesten Argumenten „Vernunft“ eintrichtern.

Ich persönlich muss nicht genau wissen, wie etwas funktioniert, um es zu nutzen. Ich gucke Fernsehen, surf im Internet und telefoniere, weil es eben klappt und nicht, weil ich genau weiß, wie diese Maschinen arbeiten

Mir war es eigentlich immer egal, an was Menschen glauben, ob Sie nun an den „großen Kürbis“ glauben, oder daran, dass ein Pfund Rindfleisch eine gute Suppe gibt. Solange mir keiner seinen Glauben „einbläuen“ will, oder im Namen desselben verwerfliche Dinge tut, hab ich keinerlei Problem…

Stell dir vor, es gibt einen Gott: In seinem Namen wurden grausame, aber auch gute Taten vollbracht.

Stell dir vor, es gibt keinen Gott: In seinem Namen wurden grausame, aber auch gute Taten vollbracht.

Ich will damit sagen, dass es gar nicht so darauf ankommt, ob es die Wesenheiten oder Dinge gibt, an die wir glauben, sondern was wir in deren Namen tun. Es gibt Menschen, die sich für die Liebe aufopfern und welche, die aus Liebe morden. Das es Liebe überhaupt gibt, konnte wissenschaftlich noch nicht bewiesen werden.

Und Magie? Tja, ich hab fast Angst, darüber zu berichten. Wer in letzter Zeit mal im Internet surft, wird feststellen, dass es mittlerweile eine große Anzahl „Sittenwächter“ gibt, die nahezu alle millitant verfolgen, die irgendetwas gut finden, dass sich nicht 100%ig im Labor nachweisen lässt… und auch diejenigen scheinen wieder Zulauf zu finden, die eine Frau mit Tarotkarten in der Hand am Liebsten gleich der Inquisition übergeben möchten. Meiner Meinung nach braucht die Bibel dringend ein „Update“.  Schon allein deswegen, weil die derzeitigen Übersetzungen mit dem Original nicht mehr allzuviel zu tun haben. Selbst Luther mischte da so ein wenig seine Interpretationen hinein. Aber es gibt ganze Bücher darüber, was in der Bibel falsch übersetzt oder interpretiert wurde, wen das interessiert, der belese sich einmal dort.

Wer sich mit Dingen beschäftigt, die nicht der allgemeinen Lehrmeinung entsprechen, ist somit angreifbar. Schon allein das ist ein wichtiger Grund, warum sich die meisten Praktizierenden nicht öffentlich zeigen. Nicht weil sie ungeheuer furchtbare Dinge machen, sondern weil sie die ständigen Auseinandersetzung, sei es verbal oder tatsächlich auch schon wieder körperlich, leid sind. Sie wollen nichts weiter als Ruhe.

Ein Freimaurer sagte mal den (mich tiefberührenden) Satz: „Hier darf ich denken!“ Das finde ich wunderbar. Ich will ja niemanden bekehren. Ich will nur für mich selbst denken. Auch gegen den Strom. Das ist in unserer Gesellschaft  zunehmend immer weniger möglich. Die meisten kriegen das gar nicht mit. Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht.

Ich glaube an magische Dinge, ich glaube, das es etwas gibt, dass wir eben (noch) nicht wissenschaftlich erklären können. Aber schon für diesen Gedanken werden mich viele auf die schwarze Liste setzen…

Schlimm finde ich, wenn die ganz eigenen persönlichen Erfahrungen als Halluzination abgewertet werden, weil ein Labor die nicht nachvollziehen kann. Große Güte… es gibt weder genug Zeit noch Kapazität alles wunderbare im Leben wissenschaftlich nachzuprüfen. Man kann die einzelnen Bedingungen nun mal nicht nachstellen. Schon allein deswegen nicht, weil weder wir Menschen, noch das Wetter, noch die Umwelt genormt sind…

Was ist also Magie?

Wenn ich mit den Fingern schnippe und sich mein Gegenüber in einen grünen Frosch verwandelt? Möglicher Weise ist so etwas in gar nicht allzu ferner Zeit sogar über die Gentechnik schon möglich… ich glaube, in unseren heimlichen Forschungslabors lauern viel mehr Schrecken, als in den Ritualtruhen magisch Arbeitender…

Es wird Sie vielleicht wundern, dass die meisten „Magier“ unter Magie etwas ganz anderes verstehen, als Hollywood…

Das Problem liegt eigentlich schon darin, „Magie“ wirklich zu definieren. Ich glaube, da gibt es soviel Definitionen, wie es Autoren gibt. Mir persönlich gefällt die Definition von Walter Butler recht gut:

„Magie ist die Fähigkeit, willentlich sein Bewußtsein zu verändern“.

Ich wende Erfahrungsheilkunde an und auch „Erfahrungsmagie“. Dabei sollte man sich jetzt nicht die Hollywoodhochglanzbilder vor Augen entstehen lassen, wo leicht beschürzte, silikonsgestylte Hexchen in wortwörtlich atemberaubenden Korsagen schwarze Messen zelebrieren. Das mag verkaufswirksam sein, aber hat mit der Hexenrealität nichts zu tun.

Die meisten Hexen verstehen sich heutzutage als naturreligiöse Menschen, sie achten Mitgeschöpfe, arbeiten mit den Elementen und Naturkräften (die die eine oder andere personifiziert) und sind in der Regel nicht darauf aus, irgendwelche dunklen Wesenheiten anzurufen. Das ist natürlich für Hollywood und die Boulevardpresse viel zu unspektakulär.

Christliche Kräuterkundige haben von jeher auch beim Sammeln oder der Verwendung von Kräutern ihre Heilsprüchlein aufgesagt, um die Wirkung zu verstärken. Dabei wurde im Namen von Jesus oder Maria gesprochen.

Einige Hexen haben da einen anderen Pantheon, aber die Vorgehensweise und die gute Absicht sind die Gleichen. Die „Volksmagie“, heute im allgemeinen als Aberglauben abgetan, wurde also im christlichen Rahmen ausgeübt. Maria und Jesus wurden dabei öfter angerufen, als der Gottvater selbst. Das alles hat definitiv nichts mit Anrufung dunkler Mächte zu tun, sondern mit der Bitte um Beistand an den Schöpfer oder die Macht, die man glaubt. Natürlich gibt es auch Menschen, die sich der dunklen Seite verschrieben haben. Sie werden die Konsequenzen tragen müssen. Wer auf die Idee kommt, alle Andersgläubigen in einen Topf zu tun, der solle sich bitte mal vor Augen halten, dass es auch Christen gibt, die Straftaten begehen. Es hat also nicht unbedingt mit der Religion, sondern mit den Menschen zu tun.

Genug der Vorrede, schauen wir uns „magische“ Pflanzen einmal an:

Im allgemeinen bringt man hochgiftige Pflanzen mit Hexen und Magie in Verbindung. Das kommt wahrscheinlich daher, dass nur Kräuterkundige solche Pflanzen sicher dosieren konnten. Unter den giftigen Pflanzen finden sich auch viele bewußtseinsverändernde, die Bestandteil der berühmten Hexensalben waren.

Ich habe mich schon immer für Giftpflanzen interessiert. Das ist ein recht passives Studium, da sich Experimente hier ja von selbst verbieten. Manchen Giftpflanzen gegenüber war ich sogar sehr negativ eingestellt, die hatten in meinen Augen überhaupt keinen Nutzen, waren nur dazu da, Mensch und Tier zu gefährden…

Tja, auch Kräuterhexen sind nicht vor Vorurteilen geschützt.

Eine der von mir missachteten Pflanzen war der Schierling. Dann erfuhr ich jedoch, das er früher bei operativen Eingriffen zur Betäubung genutzt wurde und heute noch seine Verwendung bei der Brustkrebsbehandlung findet. Wie immer also alles eine Frage der Dosis.

Tatsächlich finden die giftigen Pflanzen, deren missbräuchliche Verwendung uns Tod und Siechtum bescheren kann, ihre Anwendung meist bei gefährlichen Krankheiten, bei denen der Mensch auch schnell auf der Schwelle steht…

Keine Frage, dass die Anwendung in die Hand von Fachkundigen gehört.

Wer sich solchen Pflanzen trotzdem nähern möchte, sollte das in der Meditation tun, oder in einer höheren homöopathischen Potenz.

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Ich kenne menschliche „Nachtschattengewächse“, die sich auf gefährliche Pfade begeben. Sie nehmen vom Nachtschatten und anderen giftigen Pflanzen eine noch nicht tödliche Dosis. Nicht allein, dass sie mit ihrem Leben spielen… die Wirkstoffgehalte und Befindlichkeiten schwanken, sondern sie begeben sich auch in Abhängigkeit. Die Tollkirsche wird z. B. von Wilderern genutzt, damit sie nachts besser sehen können. Aber auch dieser, für Wilderer sicher nützliche Effekt, hat seine Nebenwirkungen. Sie brauchen die Kirsche immer wieder und wieder, bis sie eines Tages ihren Tribut einfordert. Leider kenne ich solch ein Menschenkind persönlich. Man kann sich mit solch potenten Pflanzen nicht einfach einlassen. Nicht nur der Tod droht, auch der Wahnsinn. Wer nicht schamanisch geschult ist (und damit meine ich nicht die medienpräsenten Show-Schamanen), sollte unsere dunklen Schwestern nicht verwenden.

Unsere Vorfahren nutzen diese Pflanzen auch in Ritualen und Räucherungen gegen dunkle Mächte. Ich warne auch hier davor, lustig drauflos zu räuchern. Auch verräuchert sind die meisten noch giftig! Ich möchte nur wirklich deutlich darauf hinweisen, dass man sich diesen Pflanzen wirklich respektvoll zu nähern hat. Wenn man das verinnerlicht (und auch keine Kinder im Garten laufen) kann, man sich die eine oder andere Pflanze einmal näher anschauen.

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Stellvertretend für die gefährlich giftigen Pflanzen stelle ich das

Bilsenkraut vor:

Die Bilse war unseren Vorfahren eine heilige Pflanze. Wenn auf dem „Thingplatz“ Recht gesprochen werden musste, oder Lösungen gesucht wurden, opferte man den Göttern zunächst Bier oder Met, das meist mit Bilsenkraut versetzt war. Erst wenn die Anwesenden einen anderen Bewußtseinszustand erreicht hatten, wurde sich um das Problem gekümmert (Storl: 2000).

Berauschende Kräuter spielten oft eine Rolle im Leben unserer Ahnen, aber nicht, wie uns vielleicht Hollywood und andere Medien weißmachen wollen, um sich hemmungslos ins Nirvana zu schießen. Sie waren Bestandteil von kultischen Handlungen und Initiationsriten. Das unterscheidet unsere klugen Ahnen von uns: Sie gingen bewußt und dosiert mit den Drogen um. Heutzutage ist der Mensch maßlos…

Ich will nicht ausschließen, dass es auch Exemplare gab, die dem Rausch mehr verfallen waren, als andere. Aber wenn sie sich ständig den Kopf zugedröhnt hätten, hätten sie wahrscheinlich nicht überlebt. Damals war Hartz IV noch nicht erfunden. (Was um Himmels willen keine Äußerung gegen Hartz IV Empfänger sein soll. Aber damals gab es eben noch kein soziales Netz, was jeden auffing.)

Über Gelagen schwebt der Vergessenheit Reiher,

Der den Verstand uns stiehlt;

Dieses Vogels Gefieder umfächelte mich,

als ich in Ginnlods Grotte saß.

Trinken ward ich, war todtrunken

In des sinnreichen Fjalar Saal;

Am besten ist´s, bringt man vom Trunke

einen klaren Kopf nach Haus.

(ältere Edda, Havamal 12,13)

Was trinken die Männer heute noch am liebsten? Ein schönes Pils… (die Nähe zu dem Wort „Bilse“ ist kein Zufall). Bevor uns die Christen den sexualtriebdämpfenden Hopfen ins Bier taten, war die Bilse drin.

Den veränderten Bewußtseinszustand, der eben auch in der Magie erwünscht ist, konnte man also mit der Bilse erreichen. Über Met und Bier (im richtigen Maß), aber auch geraucht. Das Bilsenkraut war ebenfalls ein Bestandteil der „Hexensalben“, rauscherzeugende Balsame, die hauptsächlich an Stellen, wie Puls oder Armbeuge aufgetragen wurden, damit die Wirkstoffe schnell in den Kreislauf gelangen konnten. Aber Vorsicht! Die „überlieferten“ Hexensalbenrezepte sind wahrscheinlich nicht echt. Auch dieses Wissen ging verloren. Was zur Zeit so kursiert, sind in der Regel von Sesselarchäologen, oder experimentierfreudigen Apothekern erfundene Rezepte. So, wie sie so eine Salbe gerührt hätten eben. Ob das unsere kräuterkundigen Ahninnen auch so gemacht haben, ist sehr fraglich… ich denke da nur an den vorschnellen Dr. Withering, der einer Kräuterfrau das Herzmittel „Fingerhut“ abgelauscht hat, und dabei mal eben die 19 anderen Kräuter mangels „Wirkstoffbeweis“ verwarf. Auch das Withering die Lorbeeren für diese Entdeckung einstrich, ist eigentlich gemein. Er experimentierte auf dem Rücken Mittelloser, von denen so mancher aufgrund der Fehldosierung (oder auch der anderen Kräuter in dem ursprünglich sehr guten Rezept) doch vorzeitig diesen Planeten verließ.

Heutzutage kennen wir viele andere Wege, um in diesen Bewußtseinszustand zu kommen. Es ist der „Alphazustand“, also etwa die Hirnaktivität kurz vorm Einschlafen. Wer sich näher damit befassen möchte, dem sei ein Silva-Mind Seminar angeraten. Bei Silva Mind lernt man keine Magie – mitnichten. Es ist reines Bewußtseinstraining. Aber man fängt an, die Wirkmechanismen von Magie zu verstehen. Ich rate eigentlich jedem zu einem Seminar. Leider reicht die Sprache nicht wirklich aus, um die Inhalte dieses Seminars wirklich zu beschreiben. Daher gelingt es mir selten, jemanden von der ungeheuren Nützlichkeit zu überzeugen. Aber wer einmal eines mitgemacht hat, weiß wovon ich rede. Eine lebensverändernde Erfahrung. In jedem Bereich: Beziehungen, Job, Gesundheit… für mich ist diese Technik schon Magie, aber das ist – wie gesagt – ja eine reine Definitionsfrage. Sollte jemand sich zu so einem Seminar entschließen, der richte bitte Ursula Haller liebe Grüße von mir aus.

Silva Mind nach Büchern zu lernen ist aber irgendwie so, als ob man seinen Führerschein nur theoretisch macht… Wer Bücher durcharbeitet und die Erfolge mau findet… nicht wundern: Geht auf ein Seminar! Zumal die Bücher teilweise wirklich falsch übersetzt wurden.

In der Volksmagie wurde das Bilsenkraut hauptsächlich für Liebes- und Regenzauber verwendet. Das würde ich heutzutage nicht mehr machen. Bei Liebe hab ich wirklich andere Assoziationen und Regenmagie kann man auch mit Farnkraut betreiben.

Schwarzes Bilsenkraut in meinem natürlichen Habitat

Ob seiner schmerzlindernden und beruhigenden Eigenschaften wird das Bilsenkraut immer noch medizinisch verwendet. Auch in Krebssalben ist es zu finden. Ich rate aber nach wie vor von Selbstversuchen (außer in homöopathischer Form) ab.

Auch in der magischen Praxis ist es nicht zwingend notwendig, gleich zu giftigen Pflanzen zu greifen. Wohl schrieben unsere Ahnen gerade den Tödlichen eine große Macht zu, aber ebenso mächtig und definitiv ungefährlicher sind heilige Pflanzen wie Beifuss und Wacholder.

Alte Rezepturen zu finden, ist schon schwierig. Sie in die heutige Zeit zu „übersetzen“ noch viel mehr…  Die Pflanzen haben teilweise Bezeichnungen, die wir nicht mehr kennen und regional trugen sie auch unterschiedliche Namen.

In einem Rezept aus dem 15. Jh. steht z. B.

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Räucherung zur Geisterbeschwörung

Wurzel des Unkrauts Sagapen (??)

Schierlingssaft

Bilsenkrautsaft

Tapsus barbatus (??)

Rotes Sandelholz

Schwarzer Mohnsamen

Da fängt es schon an. Die Ingredienzen lassen sich nicht mehr genau bestimmen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich vom Geisterbeschwören absolut nichts halte…

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Ein anderes Rezept möchte ich aber auch noch preisgeben, weil es da in der Beschreibung heißt: „Um üble Dämonen, zornige Geister, Steuerfahnder, Betrunkene und andere widerwärtige Kreaturen loszuwerden„. Liebe Steuerfahnder, dass ist nicht auf meinem Mist gewachsen… 😉   (Cunnigham: 1989)

Also, wer diese Räuchermischung mal ausprobiert und gar Erfolge hat, teile es mir bitte mit. Ich verkauf die meistbietend an die Opfer der Steuer-CD aus der Schweiz…

Notfallräucherung

3 Teile Weihrauch

2 Teile Drachenblut

2 Teile Myrrhe

1 Teil Asant

1 Teil Rosmarin

1 Teil Cayenne

1 Teil Paradieskörner

1 Teil Gartenrauke

1 Teil Knoblauch

Ich könnt mir schon vorstellen, dass es die oben Genannten fernhält. Diese Mischung qualmt nämlich enorm. Ist nicht unbedingt etwas für geschlossene Räume (es sei den, der Dämon sitzt drin) und man sollte sie auch nicht unbedingt direkt einatmen, sie wirkt schon reizend (wie ein Steuerfahnder…)

Da jede Pflanze mehr als nur die Summe ihrer Wirkstoffe ist, ist auch jede Pflanze magisch. Da wir viel vergessen haben, ist es eine Lebensaufgabe bewährte Rezepturen zu entdecken und wieder zu entdecken. Ich wünsche viel Spaß! Das frau sich zunächst mit den Ungiftigen beschäftigen sollte, ist wohl klar. Eine erste Quelle wären da wohl die Bücher von Storl und Rätsch. Viel Spaß!

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Himmel, ich erfrier mir allmählich den Charakter… 😉
Das ist doch kein Wetter mehr. Hat hier niemand einen Draht zu Petrus?
Bei dieser Kühle eine Idee für Kräuter zu haben, ist nicht so einfach. Aroma lässt sich ohne Sonnenschein auch nicht herauslocken. Also mach ich mich heute mal auf die Suche nach Zunderschwamm. Ich wusste zwar, dass er als „Zunder“ genutzt werden kann, mir war aber nie bewusst wie. Dieses Problem konnte ich dank Wolf-Dieter Storl aber lösen. Wie unsere Ahnen aus dem Pilz ganze Kleidungsstücke herstellen konnten, wird mir wohl ein Rätsel bleiben. Wer da mehr weiß…?
Der Zunderschwamm ist super zum Räuchern, als Ersatz für die Kohle. Er bringt ein wenig Eigengeruch mit. Aber das schadet nicht. Storl erwähnt in seinen Büchern, dass im Herstellungsland der Kohletabletten die Hausfrauen stundenlang für ein wenig Herdbefeuerung laufen müssen und fühlt sich bei dem Gedanken, von dort die Kohle zu verbrennen nicht wohl. Wenn das so ist, ziehe ich den Zunderschwamm auch vor. Außerdem ist er umsonst zu haben und heimisch. Was will man mehr?

Was alternativ ginge, wäre ein „Zusammenrollen“ von getrocknetem Beifuss. Das mache ich öfter. In der Hand hin und hergerubbelt gibt das ein kleines Knäuel, das beständig durchglimmt. Man kann dort auch andere Kräuter oder Harze mit auflegen. Da Beifuss meine Lieblingspflanze ist, stört es mich absolut nicht, den Geruch ständig um mich zu haben.

Bei dem Wetter frieren mir jedenfalls die Gedanken mit ein… es ist wirklich nicht leicht, eine norddeutsche Kräuterhexe zu sein.

Der „dunklen“ Ecke in meinem Hexengarten scheint es da gut zu gehen, Krähenbeere, Alraune, Bilsenkraut, Datura… die fühlen sich trotz der Kühle recht wohl und wuchern sogar ein wenig. Wer weiß, was das zu Bedeuten hat. Vielleicht sind dieses Jahr Tinkturen (potenziert!) dieser starken Pflanzenschwestern nötig.

Auch mein heiliger Dornbusch treibt gut. Heiliger Dornbusch? Klar… ihr kennt vielleicht den Weißdornbusch aus Glastonbury, der aus dem Wanderstab des Joseph gewachsen sein soll. Bei mir wächst ein Ableger. Nein, ich habe keinen Frevel begangen. Es gibt eine kleine Gärtnerei, die ihn vermehren darf. Und hier hab ich ihn nun… *grins*

Ich sammle Pflanzen von heiligen Plätzen. Ob das nun sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Durch die Umsiedelei in einen profanen Garten werden sie sicherlich nicht mehr die gleiche „Schwingung“ wie am Ursprungsort haben. Trotzdem hab ich das Gefühl, ein wenig vom Geheimnis des Kraftortes mitzunehmen. Das ist nicht immer ein Bäumchen, oft auch nur ein Kraut…, Bucheckern aus dem Avebury-Ring oder sonst eine kleine Erinnerung. Ich fühle mich diesen Orten damit immer noch ein wenig verbunden.

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