Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Birkenknospen’

Bis etwa Lichtmess sind die Bäume noch in der Saftruhe. Warum nicht die Gelegenheit nutzen und ein hervorragendes Tonikum ansetzen?

 

 

Für den flüchtigen Beobachter ist noch kein Leben sichtbar.

 

Birkenrinden-Elixier nach Weidinger

2- bis 3jährigen Birkenästchen die glatte Rinde abziehen, zerkleinern und trocknen.

100 g in 1 Liter naturbelassenem Rotwein 8 Tage lang ziehen lassen

50 g echten Bienenhonig einrühren – fertig!

 

Ein vorzügliches Tonikum von magenstärkender, appetitanregender, beruhigender Eigenschaft. Kurz vor dem Essen 1 kleines Gläschen genießen!

 

 

 

Wer einen empfindlichen Magen hat, kann auch jetzt noch/schon Birkenknospen sammeln und trocknen (bis Lichtmess). Natürlich kann man hierfür wunderbar die Knospen der oben gesammelten Äste benutzen:

 2 Teel. in 250 ml Wasser für 3 Stunden ziehen lassen, kurz aufkochen und abseihen. Je ein Tässchen morgens und abends genießen.

Dieser Tee hat nichts zu tun mit der genialen Knospenkur nach Künzle. Dafür sammeln wir vorzugsweise nach der Saftruhe, wenn das erste Grün ein wenig „schiebt“. Wer die Kur noch einmal nachlesen möchte, findet sie hier.

 

 

 

Dicker sollten die Ästchen für das Tonikum nicht sein

 

Wer wie ich, immer ein bisschen Skrupel hat, Bäume oder Sträucher zu beschneiden (fragt meine Nachbarn, die würden so manches Mal gern Heckenschere bei mir anlegen), der kann mit völlig reinem Gewissen ein paar Äste aus dem Schnitt klauben, der gerade bei der Waldpflege anfällt. Bitte aber nicht einfach zwischen die Waldarbeiter laufen. Sollte jemand am arbeiten sein, wartet, bis die Geräte still sind und man euch bemerkt. Dann könnt ihr kurz nachfragen.

 

Weidenrinde wird auch im Januar und Februar gesammelt und getrocknet. Bei Bedarf kann man eine Abkochung daraus als Gurgelwasser bei dicken Mandeln, Zäpfchenverlängerungen, entzündetem Zahnfleisch und Zahngeschwüren verwenden (nach Weidinger). Die Abkochung wirkt auch schmerzlindernd und kann zum Beispiel dem Wannenbad bei Muskelkater zugesetzt werden.

Bitte nicht anwenden, wenn ihr empfindlich auf Aspirin seid und auch nicht für Kinder unter 12.

 

Auch wer in diesen Tagen von akutem Gelenkrheumatismus geplagt wird, kann 3 Teelöffel zerkleinerter und getrockneter Weidenrinde mit ¼ l Wasser über Nacht kalt ansetzen, morgens kurz aufkochen, abseihen. Tagsüber langsam und schluckweise trinken.

 

Und wie immer dran denken: Wenn das Hausmittel keine Besserung bringt, oder es sich um etwas Ernstes handelt: fragt Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker.

 

Selbst im eigenen Garten lassen sich heilende Rinden finden. Wenn ihr euren Kirschbaum schneidet, könnt ihr die Rinde abziehen und trocknen. Eine Abkochung derselben gibt einen stärkenden, hautpflegenden Badezusatz.

 

Wer sich wegen einer Erkältung nicht hinaustraut (der hat meine Tipps nicht gelesen 😉 ), kann vielleicht den Tag mit ein paar Aniskörnern, statt des obligatorischen Kaffees anfangen. Zerkaut erhellen sie das Gemüt, beruhigen den Darm, wirken gegen Mundgeruch und lösen verkrampfte Bronchien.

 

Die Fleißigen, die im letzten Jahr Hagebuttenmarmelade oder Wein gemacht haben, können die gesunde Kost über den Winter genießen. Ein längeres Aufheben hätte nur noch kulinarischen Wert. Der Vitamin C Gehalt sinkt innerhalb eines Jahres rapide.

 

Also raus mit euch! Gesundheit gibt es nicht in Tüten! Frische Luft, Bewegung und die Gaben der Natur.

 

Advertisements

Read Full Post »

15.06.15
Der Haken an Pelzerhaken

Die Stellplatztipps waren bisher sehr schön und ich hab doch Einiges, was ich meinen Enkeln (und euch) erzählen kann. Leider musste ich nach dem Survivalcamp kurz nach Haus, da mein Womo die ersten technischen Aussetzer hatte. Zum Glück hat man ja einen patenten Mann im Haus (ja, auch ich habe mein Maschinenbauabitur, aber irgendwie liegt das den Männern doch eher in den Genen, oder? Ich brauche lebende Materie!). Nachdem also die Technik durchgesehen wurde, setze ich die Tour fort.

Heute fahr ich an die Ostseeküste. Als ehemals hier Heimische weiß ich, dass das schon sehr eng werden kann. Es ist fast Ferienzeit und an den Küsten wird bestimmt schon geschubst. Ich lasse solche Magneten wie Timmendorfer Strand schon mal aus, den kenn ich auch schon gut und reise gleich ein wenig höher nach Pelzerhaken.
Kaum komme ich von der Autobahn mehr ins Hinterland wird es auch deutlich belebter. Da war die lauenburgische Seenplatte ja fast beschaulich zu nennen. Ich komme aber gut bis zum strandnahen Stellplatz durch. Es sind noch viele Plätze frei. Aber zunächst verwehrt mir eine Schranke den Weg. Ich muss erst an den Automaten, erklärt mir ein Schild.
Die Bedienung ist nichts für jemanden im Stress… schon gar nicht, wenn hinter dir noch Mobile warten. Okay, eine Nacht, eine Person… schade geht nicht, fängt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern an… naja.. Ob ich gleich Duschgebühr und WC Gebühr mit der Karte abrechnen will. Klar! Aber nirgends steht, was das kostet. Ich buche schüchtern ein Guthaben von zwei Euro dazu. Auf Strom verzichte ich lieber, auf Wasser auch… wer weiß.

Ich such mir also ein Plätzchen unter einer Birke. Sieht ganz nett aus. Ich muss auch nicht mit meinen beiden Lautstarken über den ganzen Platz, wenn ich zum Strand will.

IMG_2409

Schutz unter dem einzigen Baum auf dem Platz

 

Und das mach ich als Nächstes: Den Strand suchen! Ich nehme meine Vierbeiner und los. Eine lange Promenade schlängelt sich, zunächst ohne Zugänge, das Wasser entlang. Hier wird gebaut, als hätte sich die Geburtenrate überraschend verdreifacht. In Deutschland, meine ich. Denn die Neubauten sind Feriendomizile.

 

IMG_2404

Nur ein Beispiel von vielen: ein „hawaianisches Feriendorf“

 

Der Bauboom hier nimmt schon beängstigende Formen an. Als ich noch in  Ostholstein wohnte, da gab es normale kleine Bauerndörfer am Strand… aber keine „Lodges“ und Häuser für Betuchte. Versteht mich nicht falsch: Betucht musste man auch damals schon sein, um in Strandnähe zu wohnen, aber selbst wenn man in so ein altes Dorf schaut, nehmen die Ferien- und Zweitwohnungen so zu, dass ich ein wenig Angst um die Einheimischen hab. Meine Fantasie schlägt ob der vielen Projektbaustellen jedenfalls Purzelbäume. In meinen Augen ist die Romantik weg. Zum „deutschen Benidorm“ wird es wohl nicht reichen, aber ich finde einfach diese Totalverbauung nicht schön. Vielleicht ist das auch Geschmacksache. Ich bevorzuge jedoch einfache, relativ naturbelassene Feriengebiete, wie z. B. in Dänemark.

Leider ist auf dem endlos scheinenden, aber de facto nur 500 m langem Weg bis zum Hundestrand kein Imbissbüdchen oder Kaffeestand zu finden. Nur Neubaugebiete rechts, abgesperrte Dünen links. Ausgraben und Pflücken streng verboten. Ersteres seh ich ein, Letzteres… naja, wenn man privat und nicht aus kommerziellen Beweggründen mal eine Heckenrosenblüte mitnimmt… Also Gucken und Bezahlen erlaubt, mehr nicht. Überhaupt fühle ich mich durch die übermäßigen Absperrungen und Verbotsschilder ein wenig gegängelt. Es geht auch anders: „Bitte nicht betreten“ oder so. Auf Nordstrand stand sogar mal eine freundliche Erklärung, warum man Hund und Deichschaf nicht zusammenbringen sollte… Das halte ich für einen viel freundlicheren Umgang, als den mit dem permanent erhobenen Zeigefinger. Und wer sich um die Schilder nicht schert, den jucken auch Absperrung nicht.

An jedem Strandzugang, so auch am Hundestrand, werde ich auf die fällige Tourismusabgabe hingewiesen. Na wenigstens muss man hier keine Kurtaxe mehr zahlen. 😉
Diese Abgabe sei eben an den zuständigen Stellen zu leisten. Wo diese sind, verraten die Schilder nicht.

Der Hundestrand ist mehr als übersichtlich. Mein Kleiner hat den in gefühlten drei Sprüngen durchquert. Feinsandig mit steinigem Rand. Genau wie der hundefreie Strand übrigens. Wir laufen ein bisschen zickzack hin und her und beschließen zurück zum Wagen zu gehen.

Unterwegs werde ich mehrfach von anderen Touristen angesprochen, die auch etwas Gastronomie suchen.

Zurück auf dem Platz parke dich die Hunde im Wagen und gehe nochmal über das Gelände. Ich finde es bisher alles unübersichtlich, bin verwirrt. Am Automaten entdecke ich, dass man auch hier die Tourismusabgabe in Höhe von 2,50 leisten kann, die schon hier gilt, nicht erst am Strand. Man müsse sie separat leisten. Gut, das will ich dann mal tun. Aber der Apparat lässt mich mit meinem letzten verbliebenen 50 Euro Schein nicht zahlen. Den will er nicht. Mir unverständlich. Entnervt geh ich zu einem kleinen Kiosk am Platze. Ich hoffe jedenfalls, das es einer ist. Auf dem Schild stand das ja, aber rundum in den Auslagen und Ständen hängen hauptsächlich Häkelmützchen aller Art (diese „Mysushi“ -Teile…). 😉
Ah! Kaffee gibt es auch. Das ist doch mal eine Idee. Sonst leider nichts, was einem Imbiss gleichen würde. Ich bestelle einen Kaffee und frage wegen der Abgabe noch mal nach. Die Frau, die aus einem angrenzenden Wohnmobil angeeilt kam, meinte lakonisch, ich müsse den Schein halt öfter mal umdrehen. Wechseln könne sie ihn nicht, sie hätte, seitdem es den Automaten da draußen gäbe, kein Wechselgeld mehr. Ihr Chef würde keines mehr ausgeben. Ich verkneif mir die Frage, was denn passiert, wenn jemand seinen Kaffee mit Schein zahlen möchte…
Zurück am Automaten dreh ich den Schein dann, wie angeregt, mehrfach hin und her und schließlich hat der Kasten wirklich ein Einsehen und frisst das Ding. Schließlich klingelt es im Gehäuse als hätte ich den Jackpot im einarmigen Banditen geknackt… mein Wechselgeld von 47,50 Euro in Münzgeld…
Mit leichter Schlagseite rechts, wo ich mein Portemonnaie habe, geh ich zurück zu meinem Womo.
Der Kaffee schmeckt übrigens nach Spüli. Schlechter kann ich den auch nicht kochen.

Charme hat hier nur der Blick aufs Meer, mit der Gegenrichtung konnte ich mich wirklich nicht anfreunden.

Am nächsten Morgen mache ich vor der Abfahrt noch eine Hunderunde in entgegengesetzter Richtung zum Strand. Da kommt mir die Dünenpolizei entgegen… zumindest machen die beiden uniform gekleideten Männer in dem Dienstfahrzeug den Eindruck so etwas zu sein. Scheinbar wird hier peinlich darauf geachtet, dass sich der Tourist nicht daneben benimmt. Was sie tatsächlich im Auge haben, weiß ich aber nicht. Ob ich nichts abpflücke? Die Hunde nicht an den Strand lass? Die Baustellen nicht betrete? Ich weiß es nicht. Ich habe hier nach wie vor so ein „big brother“ – Gefühl.

Auf dem Rückweg entdecke ich tatsächlich so eine Art Kaffee! Jubel! Vielleicht krieg ich hier doch ein schmackhaftes Tässchen oder gar ein Frühstückchen…

Es sind auch zwei Frauen zu sehen, scheint offen zu sein. Alles noch sehr neu… der Palmen(!)garten frisch angelegt. Ich stürme also hoffnungsvoll hinein nur um mir ein „Wir machen erst um 11:00 auf!“ abzuholen. Diese Öffnungszeiten für ein Strandcafé/Imbiss sind, mal nett gesagt, ungewöhnlich. Nun, wer hier verschläft, verpasst ja nix. Die Natur ist eingezäunt und kann nicht weg und eine Baustelle muss man sich auch nicht schon morgens um 9:00 angucken. Danke nein! Ich muss und will hier weg, so die automatische Schranke mich denn lässt. Es ist nicht meine Welt, ich brauch das nicht nochmal. Pelzerhaken hat in jedem Reiseführer eine super Bewertung, aber ich fürchte, das war vor dem Bauboom.

 

Da die ersten Etappen meiner Kräutertour nicht zeitgerecht veröffentlicht wurden und ihr das erst jetzt im Januar lesen könnt, kommt heute ein

Kräutertipp Januar

Im Januar, in der Zeit vom Dreikönigstag bis Lichtmess (Imbolc), könnt ihr wunderbar Birkenknospen sammeln. Vielleicht wisst ihr ja, dass ich ein Knospenfan bin, obwohl ich die traditionelle Knospentherapie (mit den Glyzerintinkturen) kaum nutze. In so einer Knospe steckt einfach alles drin. Und das schon ab November. Denn da werden die neuen Knospen bereits gebildet. Schon dann beginnt für so manch nichtchristliches Hexlein das neue Jahr. In dieser Zeit vor Lichtmess schlafen die Knospen aber noch, bevor die Lichtkräfte die Säfte steigen lassen und die Knospen langsam dicker werden. Die Knospe birgt jetzt das „Wirkstoffkonzentrat“ des Winterdepots. Ideal um sie zu sammeln (bitte mäßig, auch wenn manche Birken als „Unkraut“ betrachten) und zu trocknen. Die Birke ist ohnehin ein Heilbaum, nach neueren Forschungen sogar gegen Hautkrebs, von daher ist ein kleiner Knospenvorrat nicht zu verachten. Besonders gut helfen sie auch, um den Magen zu stärken. Dazu werden 2 Teel. in 250 ml kaltem Wasser für 3 Stunden angesetzt, zugedeckt aufgekocht und abgeseiht. Morgens und Abends ein Tässchen.

Und in diesen Zeiten können wir alle einen starken Magen gebrauchen, oder nicht?

 

 

Read Full Post »