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Posts Tagged ‘Bluthochdruck’

Sapere Aude!

Salopp gesagt: „Hirn einschalten erlaubt“ – genauer: „Wage zu wissen!“

Leider ein Aufruf, der in unserer Gesellschaft ein wenig ungehört verhallt. Dabei ist er aktueller denn je. Egal ob es ums politische Geschehen, oder nur um meine Kräutlein geht. Auch auf die Gefahr hin, wieder mal ein wenig am „Thema vorbei“ zu schreiben: Dieser Medienrummel um von Guttenbergs vermeintlich erschlichenem Doktortitel hat das Volk mal wieder von „echten“ Problemen abgelenkt. Persönlich finde ich es nicht gut, dass jemand ein Amt mit Vorbildfunktion bekleidet und unser Land repräsentiert, wenn diese Vorwürfe tatsächlich auf ihn zutreffen. Egal wie kompetent er sonst ist. So etwas ist Betrug und kein Kavaliersdelikt. Aber das scheint in dieser Gesellschaft ja schon egal. Nun, ob oder ob nicht, genau genommen ist es nur ein kleiner Aufreger im großen Weltgeschehen. Tatsächlich sollte man immer bei solchen Kampagnen schauen, was anderswo in der Welt noch so berichtet wird. Mit ein wenig Spürsinn bekommen wir heraus, über was das Volk eben nicht nachdenken soll.

Das gilt aber nicht nur für die Politik, sondern immer wieder auch für meine Kräuter, oder alternative Heilweisen überhaupt. Wenn der Löwenzahn vor der Haustür deine Apotheke ist, was braucht es da noch die Pharma? Oder komplizierte, teure Therapien? Also packen wir Kräutertees mal zu Omas Hausmitteln und bringen dem Volk die Notwendigkeit von High-Tech-Arzneimitteln bei und wenn die lieben Leute immer noch zu gesund sind, dann packen wir die teuren chemischen Verbindungen halt in die Kosmetik, damit wir etwas gegen „Dermaverspannungen“ haben.

Das ich der Schulmedizin sehr kritisch gegenüberstehe, ist für jeden Blogleser kaum zu übersehen. Für mich ganz persönlich (und wirklich persönlich, ich will keinen dazu verleiten), hat die Schulmedizin nur in der Notfallmedizin ihre Berechtigung. Denn das, was hier im Fokus steht – die umgehende Behandlung des betroffenen Bereichs – ist bei anderen Krankheitsfällen so nicht immer anzuwenden. Im Notfall stehen Symptom und Ursache in unmittelbarem Zusammenhang, im normalen Krankheitsgeschehen nicht unbedingt. Aber auch hier versteift sich die Schulmedizin meist auf die Symptome.

Wie komme ich zu so einer Betrachtung?

So wie jeder sein Weltbild formt. Aus Erfahrung und ich gehöre zu denen, die Erfahrung über Schulwissen stellen. Klar, werden hier einige einwenden, Erfahrungen sind aber individuell und nicht für die Allgemeinheit gültig. Da geb ich euch Recht. Aber auch Krankheit und Therapie sind individuell. Und die Pille, die mein Nachbar bekommt, muss bei mir nicht unbedingt wirken. Arzneimittel sind standardisiert (etwas, was der Alternativmedizin leicht vorgeworfen wird: sie würde die Dosierungen nicht mikrogrammgenau bestimmen), aber wir Menschen sind es nun mal nicht.

Jeder der Kopfschmerzen hat, weiß, dass die Ursachen hierfür viele sein können. Verspannung, Streß, Infekte, andere Krankheiten… es ist also nur logisch, dass man bei Kopfschmerz kluger Weise versucht, die Ursache in den Griff zu bekommen und nicht nur die Schmerzen betäubt.

Ich bin weder in einem medizinischen Beruf noch im Journalismus tätig und trotzdem erlebe ich aus zweiter Hand oft die „Ausnahmefälle“ auf dem Beipackzettel mit. Wenn ich z. B. mit Kinderärzten Impfungen diskutiere, so hat mir noch jeder gesagt, wirklich schwere Impfschäden seien in seiner Praxis noch nicht vorgekommen. Im meinen Bekanntenkreis aber schon. Ich kenne einen Impfling, der von einem süßen wachen Baby zu einem apathischen Pflegefall wurde (anerkannter Imfpschaden) und ein junges Mädchen, für das jeder Infekt eine Gefahr darstellt, was ursächlich auch (nach Auskunft des behandelnden Arztes) auf einen Impfschaden zurückzuführen ist. Er empfahl den Eltern das Kind nie wieder zu impfen, weil die Reaktion dann tödlich enden könnte.

Zwei Fälle in meinem Umkreis. Aber noch kein ernstzunehmender Fall bei den mir bekannten Ärzten. Wie kann das sein? Das kann ich wirklich nicht beantworten, aber diese beiden Fälle waren mir realistisch genug, den Impfungen mehr als kritisch gegenüber zu stehen. Fälle, wo Kinder an irgendeiner Infektionskrankheit gestorben oder gar erkrankt wären (ich meine jetzt nur die, gegen die geimpft wird) gibt es in  meinem Umfeld nicht.

Auch ich selbst hab meine negativen Erfahrungen gemacht. So sehe ich am ganzen Körper aus, wie Frankensteins Gesellenstück, weil einmal ein Chirurg meinte, mir „verdächtige“ Knoten wegschneiden zu müssen. Die Narben stören teilweise mein Befinden erheblich. Die Knoten und Leberflecke hingegen, waren seiner Zeit unaufdringlich. Die Knoten waren nach Sichtung dann auch nichts weiter als etwas festeres Fettgewebe und die Leberflecken nach Laborbefund „artig“…

Damals ließ ich mir noch Angst machen. „Krebs“ stand im Raum und „Metastasen“… ja sogar in meiner Brust hatte der Chirurg damals Verdächtiges entdeckt. Da ich grad vorher zur Vorsorge beim Frauenarzt war, ließ ich jedoch hier nicht schneiden.

Mein Hausarzt hatte mich damals zur näheren Abklärung eines tastbaren Knotens dort hingeschickt. Das der Chirurg sein Weihnachtsgeld aufbessert, damit hat niemand gerechnet.

Tatsächlich gab es recht viele Fälle in meinem Leben, wo der Arzt mir mit der Diagnose von fürchterlich gefährlichen Sachen drohte und  mich zu der dementsprechenden Therapie zwingen wollte, auch bei meinen Kindern. So manches Mal stellte sich mein gesunder Menschenverstand entgegen, ich glaubte das nicht hatte ein schlechtes Gefühl…

Wir mussten sogar mal eines unserer Kinder unter Androhung körperlicher Gewalt von der Säuglingsstation holen. Der Arzt wollte uns das Sorgerecht entziehen lassen und das Kind zwangsweise wegen einer Sepsis behandeln.

Natürlich ist eine Sepsis eine äußerst ernste Angelegenheit, aber dem Kind ging es augenscheinlich recht gut, diese Sepsis kam irgendwie recht plötzlich und nein, alles in mir sagte „nein„…

Mit Mut und Baseballschläger holten wir das Kind aus dem Krankenhaus. Nur, um es gleich ins nächste zu bringen. Ich wollte von den Ärzten hier eine Diagnose. Die Ärztin gratulierte uns zu einem kerngesunden Kind.

Wenn das nun alles Einzelfälle sind, warum passieren die mir?

Nun, zumindest brachten diese Erlebnisse mein Interesse für Alternativmedizin auf. Und seit dem ich eben „Alternativen“ auf der Spur bin, konnte ich schon viele wunderbare Heilungen erleben.

Ein „Drohmittel“ sind u. A. Labor- und Blutdruckwerte. Wieviele Verzweifelte kenn ich, die ihren Blutdruck nicht in den Griff bekommen, oder deren Cholesterin „gefährlich“ ist. Wobei „gefährlich“ immer eine Frage des Jahres ist, in dem man lebt. Früher gabs für den Blutdruck die Faustformel 100 + Alter, heute hat man sich viel niedriger festgebissen. Man gibt zwar zu, das die Gefässe im Alter nicht mehr so elastisch sind und daher der Blutdruck von Natur aus etwas höher ist, aber trotzdem wollen wir „jugendliche“ Werte haben.

Ich musste mal Betablocker nehmen und fühlte mich wie ein Zombie… nein danke… ehrlich – auch wenn ich morgen ins Gras beißen muss, weil meine persönliche Toleranzgrenze im Blutdruck doch zu hoch war; wenigstens hab ich vorher gelebt. Mein Vater nimmt täglich einen lustigen kleinen Cocktail aus Blutdruckmitteln und Stimmungsaufhellern und macht sich trotzdem fertig, weil er ja akribisch misst und manchmal ist er eben nicht genau in der Norm. Der ist schon vor seinem Blutdruckgerät so fertig, dass mich drastische Werte gar nicht mal wundern.

Nett formuliert hat die seelischen Nebenwirkungen einmal Dr. von Löwensprung in einem Vortrag über die Mistel. Er zeigte hier Hinweise auf Krebsdispostitionen auf. Dazu sollte man wissen, das Dr. von Löwensprung anthroposophischer Arzt ist und damit natürlich auch ein anderes Menschenbild hat, als die klassische Schulmedizin:

... Betablocker bringen die seelische Schwingungsfähigkeit auf ein gesellschaftlich akzeptiertes Mittelmaß...“

Für mich ein Kernsatz – über den hab ich noch sehr lange nachdenken müssen.

Ich will jetzt niemandem sagen: „Schmeiß die Blutdrucktabletten weg“  Nein, auf gar keinen Fall. Obwohl ich schon von Heilpraktikern gehört habe, die ihren Patienten das so krass empfohlen haben sollen. Wer wirklich die Blutdrucktabletten absetzen will, oder die Dosis verringern, der bespreche das mit seinem Arzt. Wenn dieser flexibel ist, wie eine Bahnschwelle, dann eben mit einem anderen Arzt.

Ich finde nur, über die Art und Weise der Behandlung müsste noch mal neu nachgedacht werden. Auch behandeln die Tabletten ja nun nicht die Ursache. Auch ob unsere „Grenzwerte“ so nun wirklich physiologisch richtig sind, oder nur der Pharma neue Kunden liefern, sollte nochmals überprüft werden. Nach Möglichkeit von Menschen, die nicht auf der Pharmalohnliste stehen, oder von Hochschulen, die eben als Hauptsponsor auch nicht einen chemisch ausgerichteten Konzern haben.

Das Ganze hat der Heilpraktiker Hans-Heinrich Jörgensen in wunderbare Worte gefasst, die ich euch nicht vorenthalten möchte, vielleicht kommen wir dann endlich in einen gesunden Dialog mit unseren Medizinern, statt im schulmeisterischen Monolog zu verbleiben:

Hans-Heinrich Jörgensen

Blutdruck um jeden Preis senken?

Hoher Blutdruck ist gefährlich. Darin ist sich (fast) alle Welt einig. Die Hochdruckliga hat die Obergrenze für den oberen Wert im vorigen Jahr auf 140 mm/Hg festgelegt und hält alles was drüber liegt für behandlungsbedürftig.

Inzwischen werden aber immer mehr kritische Stimmen laut, die auf die Risiken einer solchen Gleichmacherei hinweisen. Allzu abruptes Blutdrucksenken kann auch töten – oder dem Denken schaden. So wies Professor Bulpitt vom National Heart and Lung Institute in London darauf hin, dass bei 80jährigen mit hohem Blutdruck die Sterblichkeit geringer ist, als bei jenen mit niedrigem Druck. Und auf dem Kongress der American Society of Hypertension wiesen israelische Forscher darauf hin, dass Tests auf Gedächtnis und Konzentration bei Älteren mit Normwerten deutlich schlechter abschnitten als bei Hochdruckpatienten.

Und wer kritisch in jene Studien hinein schaut, die den Nutzen einer Blutdrucksenkung zu beweisen scheinen, wird feststellen, dass ältere Patienten in den geprüften Kollektiven kaum vertreten sind. Es bleibt also die Frage zu stellen, ob denn ein Nutzen, der für jüngere Jahrgänge belegt scheint, einfach auf die ältere Generation übertragen werden kann.

In der Tat muss zwischen Jungen und Alten unterschieden werden. Richtig ist, dass ein in jungen Jahren beginnender und jahrzehntelang andauernder Hochdruck die Gefäße schädigt und dem Herzen erhebliche Mehrarbeit abverlangt, was zu frühem Versagen führen kann. Leider lassen sich die Ursachen der Blutdruckerhöhung beim jungen Menschen nicht immer klären. Aber die Suche nach den Ursachen, die oft im seelischen Bereich liegen, ist allemal wichtiger als die Verordnung eines Blutdrucksenkers.

Beim älteren Menschen liegen Ursache und Wirkung aber genau umgekehrt. Da führt der hohe Druck nicht mehr zu Schäden an den Gefäßen, sondern geschädigte Gefäße setzen dem fließenden Blut so viel Widerstand entgegen, dass das Herz mehr Druck aufwenden muss, um auch die entfernten Organe, wie Füße und Gehirn, noch mit ausreíchend Blut zu versorgen. Senkt man hier einfach per Tablette den Druck ab, ohne an der Durchlässigkeit der Gefäße etwas zu ändern, verschlechtert sich die Durchblutung in den Beinen und im Kopf.

Bemerkenswert, dass die Zahl der blutigen Schlaganfälle mit geplatzter Ader zwar weniger werden, dafür aber die „weißen Apoplexe“, die Schlaganfälle mit verschlossener und nicht mehr durchspülter Ader, immer mehr zunehmen.

Was besagen denn nun eigentlich die beiden Werte „160 zu 95“, die die Millimeter anzeigen, die eine Quecksilbersäule unter diesem Druck steigt (mm/Hg)? An die eigentlich vom Gesetzgeber vorgeschriebene Angabe in Pa(scal) kann sich die Medizin bis heute nicht gewöhnen. Zur Information: 1 mm/Hg entspricht 133,322 Pa, 100 mm/Hg = 13,3 kPa. Die beiden mm/Hg-Zahlen sind die oberen und unteren Wendepunkte einer Zackenlinie, die kontinuierlich den Druck aufzeichnet. Stellen Sie sich vor, wir würden einen Druckmesser direkt in der Hauptschlagader installieren und dort unmittelbar den im Gefäß herrschenden Druck messen. Mit jedem Herzschlag kommt eine kräftige Blutwelle und treibt den Druck hoch, je kräftiger das Herz pumpt, desto höher. Damit wird schon einmal deutlich, dass der obere Wert, der sogenannte systolische Druck, Ausdruck der Herzkraft ist und weniger Anlass zur Sorge. In der Pause zwischen zwei Herzschlägen fließt dann das Blut in die Peripherie ab, und unsere Messkurve sinkt. Je schneller das Blut abfließt, desto schneller sinkt die Kurve und desto weiter ist sie abgefallen, ehe der nächste Herzschlag sie wieder in die Höhe jagt. Fließt das Blut infolge verschlackter oder verkrampfter Adern nur langsam ab, liegt der untere Knick, der diastolische Druck, entsprechend höher. Ein erhöhter diastolischer Wert zeigt also an, dass die Durchlässigkeit der Gefäße zu wünschen übrig lässt.

Therapeutisch stellt sich also immer die Frage, ob das Herz gebremst werden soll, damit der systolische Druck fällt, oder ob die Gefäße geweitet werden sollen, damit der diastolische Druck sinkt. Ersteres macht man in der Regel mit Betarezeptorenblockern, die am Herzen jene Nerven blockieren, die vom Gehirn den Befehl empfangen könnten: „Liebes Herz, schlage ein bisschen kräftiger, ich möchte Treppen steigen und brauche mehr Blut in den Beinen!“. Letzteres geschieht vorwiegend durch Hemmung jener Substanz (Angiotensin), die den Spannungszustand der Arterien steuert. Mir kommt dabei immer mein Gartenschlauch in den Sinn, der nur noch müde vor sich hin plöddert, wenn ich die enge Düse vorn abschraube. In der Mitte zwischen den beiden Wirkstoffen stehen die Calciumantagonisten, die sowohl das Herz bremsen wie auch die Adern erschlaffen lassen. Und schließlich kann man den Druck auf die Gefäßwände vermindern, indem man das Flüssigkeitsvolumen vermindert, das die Adern füllt. Der eine macht’s mit Aderlass, der andere unblutig mit einem Entwässerungsmittel. Nur: wenn ich aus sieben Litern Blut per Wasserentzug sechs mache, dicke ich das Blut wie beim Sirup kochen ein. Damit werden die Fließeigenschaften nicht gerade besser.

Bei allen therapeutischen Prinzipien steht die Entlastung des Herzens im Vordergrund. Dass für die Durchblutung des Gehirns ein gewisser Mindestdruck erforderlich ist, der um so höher liegt, je enger die Adern sind, vernachlässigen wir gerne.

Erst wenn es zur Katastrophe kommt, dem „weißen Apoplex“, der verschlossenen Ader im Gehirn, dann postulieren wir als Lehrmeinung: „Rauf mit dem Blutdruck! 220 mm/Hg muss er sein, damit die Randzonen des nicht durchbluteten Bereichs wenigstens gerettet werden können.“ Wenn das aber nach dem Schlaganfall sinnvoll ist, warum dann nicht auch vorher, um die Katastrophe zu verhindern?

In der Tat häufen sich akute „weiße“ Schlaganfälle ausgerechnet in jenen Zeiten, in denen der Blutdruck vom Streß des Tages befreit absinkt: nachts, am Wochenende und im Urlaub.

Nun ist 220 mm/Hg sicher nicht der Druck, den wir dauernd unserem Herzen und Gefäßnetz zumuten möchten. Dabei erschöpft sich auch das alte Herz schnell und droht, aus dem Takt zu geraten oder ganz zu versagen. Ob es aber sinnvoll ist, dem Achtzigjährigen seine 150 mm/Hg Blutdruck mit drei verschiedenen Medikamenten mit Gewalt in den Keller zu zwingen, darüber lässt sich trefflich streiten.

Die früher übliche Faustregel „Lebensalter plus 100“, die den noch akzeptablen systolischen Blutdruck umschrieb, wurde von jener Philosophie, die den Blutdruck so niedrig wie möglich sehen will, verdrängt. Ich kann nicht umhin, ihr dennoch eine beachtenswerte Logik zuzusprechen. Immerhin bestätigen die meisten Patienten, dass sie Bäume ausreißen könnten, wenn der Arzt wegen des Blutdrucks bedenklich mit dem Kopf schüttelt, und nur so in den Seilen hängen, wenn er zufrieden ob der niedrigen Werte dem Patienten auf die Schulter klopft.

Zu bedenken ist auch, dass der Blutdruck ja keine gleich bleibende Größe ist, sondern sich von Minute zu Minute der Notwendigkeit anpasst. Körperliche Anstrengung treibt ihn hoch, um das Blutangebot in der arbeitenden Muskulatur zu erhöhen. Gefahr, Streß, psychische Belastung treibt den Druck ebenfalls hoch, denn zum Kampf oder zur Flucht braucht es auch viel Blut in den Beinen und im Kopfe. Wir sollten uns hüten, solche tagesüblichen Schwankungen des Blutdrucks schon als krankhaft anzusehen und vorschnell zur senkenden Tablette zu greifen. Jedes Blutdruck senkende Medikament bremst auch die Aktivität und Lebenskraft.

Als „Weißkittel-Hypertonie“ bezeichnet man – wohl wissend um dieses Fehlerphänomen – jene Blutdruckerhöhung, die immer nur bei der Messung durch den Arzt auftritt, sich bei der heimischen Kontrolle mit dem eigenen Gerät aber in nichts auflöst. Es ist die gespannte Erwartungshaltung, die das Ergebnis verfälscht. Aber auch die regelmäßige Eigenmessung, dreimal täglich, fein säuberlich in eine Tabelle eingetragen, bringt keinen Gewinn. Da mit Sicherheit am Tag der Mieterhöhung der Blutdruck hoch war, ist sie ebenfalls geeignet, unnötige Ängste zu erzeugen. Und für die Therapie ist die tägliche Messung ohnehin ohne Bedeutung. Entweder ich nehme meine Tabletten regelmäßig, oder ich ziehe es vor, unbehandelt zu bleiben. Die Messung würde ja nur Sinn machen, wenn ich die tägliche Dosis dem jeweiligen Messergebnis anpassen würde: 170 = 7 Tropfen, 180 = 8 Tropfen oder ähnlich.

Und schließlich birgt die indirekte Messung des Blutdrucks mittels Luftdruckmanschette am Oberarm und Stethoskop in der Ellenbeuge eine Menge Fehlermöglichkeiten, die geeignet sind, kerngesunde Menschen ganz plötzlich zu behandlungsbedürftigen Hochdruckpatienten zu machen. Ein dicker Arm, ob nun muskelgestählt oder angefuttert, treibt den systolischen Druck fälschlich hoch. Und einem schon älteren Arztohr entgehen die feinen Töne an der Ellenbeuge, die den diastolischen, den unteren Druck kennzeichnen, so dass dieser um so höher ausfällt, je älter der Arzt ist. Das ist das Ergebnis einer klinischen Studie und keine boshafte Stichelei.

Nun muss dem Leser die Frage aufstoßen, ab wann er denn behandlungs- und kontrollbedürftig ist: bei 140, 160, 180 oder erst über 200 mm/Hg, oder diastolisch bei 90, 95 oder erst bei 110? Darauf gibt es keine Pauschalantwort, weder die massive Senkung befürwortend noch sie kritisch in Frage stellend. Die medizinischen Fachzeitungen sind voll von Aufsätzen, in denen heute diese, morgen jene Stoffgruppe für sich in Anspruch nimmt, besser zu wirken als alles bisher da gewesene. Der eine rühmt sich mit der Senkung des Blutdrucks, was ja alleine noch gar nichts bedeutet. Der andere rechnet vor, dass mit seinem Medikament die Herzinfarkte weniger wurden, was auch wenig aussagt, wenn zugleich die Schlaganfälle zunehmen. Als „harter Endpunkt“ gilt dem Statistiker die Verlängerung der Lebensdauer – aber auch das zählt nur, wenn sie nicht auf Kosten der Lebensqualität gilt. Alle Studien beweisen aber lediglich einen Nutzen, der bei etwa 2 bis 4% liegt. Schlucken 100 Patienten jahrelang das Medikament, haben 2 bis 4 ein paar Lebensmonate gewonnen.

Da jeder Patient eine eigene Vorstellung vom erwarteten Nutzen hat, kann es obige Antwort auch nicht geben. Sollten Sie nach dem Lesen dieses Aufsatzes Zweifel an der Sinnhaftigkeit Ihrer Medizin bekommen haben, tun Sie sich und mir den Gefallen, die Arznei nicht einfach in den Müllschlucker zu werfen. Diskutieren Sie das Für und Wider mit Ihrem Hausarzt – auch wenn er dreimal schlucken muss.


Diesen nachdenklich machenden Aufsatz durfte ich mit Erlaubnis des Autors verwenden. Ein Blick auf seine Homepage ist recht lohnenswert, dort stehen noch zu anderen Themen interessante Beiträge zur Verfügung. Besonders für Schüßler-Fans ein „Leckerli“.

 

Wage zu wissen!  Wenn ich das bei dem Einen oder Anderen erreicht habe, will ich glücklich sein. Denn auch in der Medizin sind wir nicht „alternativlos“, das wird uns nur von Monopolisten oder ewig Gestrigen eingeredet. Ein erfolgreicher (und nicht ganz ehrlicher) Unternehmer macht den Kunden gern glauben, dass er an seiner Ware nicht vorbeikommt. Und erfolgreich ist unser „Krankheitssystem“ ja. Die „Kundenbindung“ ist enorm. Vielleicht sollte man doch mal zu den kleinen, ehrlichen Unternehmen in der Branche schauen, die nicht plakativ werben können, aber seit Jahrzehnten gute gesunde Produkte im Programm haben.

Ich hätte einen Vorschlag zur Gesundheitsreform, leider bin ich nicht selbst auf die Idee gekommen, es wurde (oder wird noch?) in China praktiziert: Dort bekommen die Ärzte nur Geld, solange man gesund ist.

Ein Schelm, der böses dabei denkt!

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So ungefähr lauten oft die Fragen, wenn ich bei Kräuterwanderungen die Heilkräfte der Pflanzen aufzähle… „Das kann ich mir unmöglich alles merken“ und „welches ist nun besser?“

Wir sind Individuen und unsere Heilkräuter auch. Der Eine feiert unzählige Erfolge mit „seinem“ Kraut, dem Anderen bringt das Pflänzlein gar nichts.

Und trotzdem gibt es immer wieder Kräuter, die unsere Ahnen gegen fast alles eingesetzt haben, schon die Namen deuten darauf hin: Selfheal, „Heil aller Schäden“, „Heil aller Welt“… die Liste ließe sich weit fortsetzen…

Es gibt sie wirklich, diese (fast) Allesheiler. In meiner Herbalistenausbildung habe ich gelernt, ein guter Herbalist ist nicht der, der 40 Kräuter gegen eine Krankheit weiß, sondern ein Kraut gegen 40 Krankheiten.

Das kann ich nur unterstreichen. Wer sich ein wenig mit namhaften Kräuterheilern beschäftigt, wird schnell feststellen, dass die meist ihre, für Außenstehende recht profanen, Lieblingskräuter haben. In der englischen Kräuterkunde stehen zum Beispiel Löwenzahn und Ingwer ganz vorn (zu Recht) und in Amerika unter anderem die Goldsiegelwurzel (auch zu Recht). Wir Deutsche scheinen einen Hang zum Exklusiven zu haben, wir holen uns die exotischsten Mittelchen aus der Apotheke und vergiften die Heiler in unserem Vorgarten…

Das Kraut „Heil aller Schäden“ dürfte z. B. ein jeder kennen. Es ist unsere ganz gewöhnliche Schafgarbe. Manch einer bringt dann noch zusammen, dass es bei Magenbeschwerden hilft, oder bei Frauenbeschwerden. Das ist ja immerhin ein Anfang. Tatsächlich ist die Schafgarbe immer mein erstes Mittel  bei Magenproblemen und Frauenbeschwerden. Das rate ich auch meist den Teilnehmern. Die heilende Garbe wirkt auf so breiter Ebene, dass die Probleme damit oft schon erledigt sind. Erst wenn die Schafgarbe nichts ausrichten kann, empfehle ich ein intensives Auseinandersetzen mit den Beschwerden. Von der Diagnose (auch über den Arzt) bis hin zur speziellen Rezeptur.

Die Schafgarbe kann tatsächlich viel mehr. So findet sich ihr Einsatzgebiet auch bei Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Herzbeschwerden. Wobei Heilpflanzen in der Regel nicht wie Allopathika irgendwelche großen Wirkungen in eine Richtung haben, sondern eher ausgleichend wirken. Jemand mit niedrigem Blutdruck muss jetzt keine Angst vor einem Tässchen Schafgarbentee haben.

Sie findet ihre Anwendung auch bei Infekten, Fieber und, wer hätte das gedacht: zur Wundbehandlung (innerlich und äußerlich). Die Schlauberger unter uns wissen das wahrscheinlich schon, daher kommt nämlich der lateinische Name: Achillea… das Kraut, das Achilles für seine Ferse brauchte.  „Soldatenkraut“ ist im Übrigen auch eine der Bezeichnungen für die Schafgarbe.

Sie ist eines der wenigen Kräuter, die man direkt auf Wunden auflegen kann. Sie heilt und desinfiziert. In der Reiseapotheke als Pulver mitgeführt, ist man auf der sicheren Seite. Auch bei Nasenbluten kann das  Pulver helfen. Wer sich dagegen die Blättlein pur in die Nase prummelt, kann auch das Gegenteil erreichen.

Krämpfe aller Art (Magen, Darm, Menstruation), vielfältige Einsatzgebiete (Erkältungen, Lungenprobleme, Wundbehandlung, Herz), also wenn die Schafgarbe kein Allroundtalent ist, weiß ich nicht.

Als Bitterkraut ist sie natürlich auch ein Tonikum, dass man sich nicht entgehen lassen sollte. Bitterkräuter sind standardmässig in Lebenselixieren. Sie feuern nicht nur die Verdauung an, sondern auch Stoffwechsel und Lebensgeister.

Die jungen Blättchen, auch Augenbraue der Venus genannt, schmecken roh hervorragend, auch im Salat. Die älteren kann man immerhin noch wie ein Gewürzpulver benutzen.

Wer die Schafgarbe als unerwünschtes Beikraut aus seinem Garten entfernt, könnte durchaus den verständnislosen Blick eines Antroposophen ernten. In der antroposophischen Lehre ist sie nämlich das Kraut, dass „Äther- und Astralleib“ verbindet. Sie wird daher gern im Garten als Helfer für die anderen Pflanzen stehen gelassen und auch das regelmässige Tässchen Tee für den Menschen ist bei dieser Eigenschaft natürlich obligat.

Tatsächlich kann ein einziges Fiederblättchen der Schafgarbe deutlich dazu beitragen, eine Schubkarre Gartenkompost zu zersetzen.

Bei den Indianern Nordamerikas steht sie bei den Heilkräutern ganz vorn. Wen wundert es, bei diesen Eigenschaften? Krampflösend, antiviral, antibakteriell… um nur einige nochmals zu erwähnen.

Frauenärztin Heide Fischer empfiehlt eine Schafgarben –  Teekur für Frauen, die ein wenig ihr Bewusstsein schärfen und ihre Empfindungen und Träume während dieser Zeit aufschreiben sollen. Den Tipp kann ich  nur aus ganzem Herzen weitergeben.

Schafgarbe wird auch als begleitend/schützendes Mittel bei der Strahlentherapie angewandt. Das sie gegen Strahlung aller Art wirksam ist, kennt man aus den Blütenmitteln. Die Essenzen werden auch bei Bildschirmarbeitern oder Arztbesuchen (Röntgen) eingesetzt.

Aus den harten Stängeln machen die Chinesen ihr „I Ging“ – Orakel, das so lang geschüttelt wird, bis ein weissagendes Stängelchen herausfällt.

Eine absolut unmedizinische, aber seelenstreichelnde Anwendung: Mit Gold eingesprühte, getrocknete Blütenstängel für die Weihnachtsdekoration.

Tatsächlich kann man mit nur einer einzigen Pflanze schon einen halben Medizinschrank füllen. Sie ist ein Standardnotfallmittel und ein Gesundheitstonikum. Also keine Angst vor der Kräuterkunde. Fangt damit an, was vor euren Füssen wächst und lernt das kennen!

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