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Posts Tagged ‘Bodylotion’

Soo… obwohl mich die Paketdienste vor Weihnachten nicht lieb hatten, bekam ich gerade noch so eine Lieferung Tiegelchen und Töpfchen und die große Rührerei ging los.

Also nichts gegen Paketdienste: was ich so mitbekam, haben die über Gebühr geschuftet, sind auch mehrmals gekommen, wenn ich nicht da war, also Hut ab. Und gegen Wetter können die ja auch nichts machen. Aber um mich Weihnachten so richtig ins Schwitzen zu bringen, kam dann auch noch diese nette Statusmeldung:

 

Mein Paket wurde übersehen…  Leider nicht nur vom Paketdienst, sondern auch vom Lieferanten vorher. Obwohl mir mitgeteilt wurde, das es angeblich schon seit einer Woche unterwegs wäre, war es zum Zeitpunkt meines verzweifelten Anrufes (am 21.12.) noch nicht mal gepackt. Soo… da vergisst mich mein Lieferant, der Paketdienst übersieht das Päckchen und das Wetter setzt eins drauf. Ob mir das was sagen will?

Wie gesagt, ich hab ja alles noch auf den letzten Drücker bekommen. Die Paktedienstfahrer haben ob der miesen Wetterbedingungen wirklich Höchsteinsatz gezeigt. Bei uns kommt noch hinzu, dass im Dorf eine nette Baustelle ihr momentan untätiges Dasein fristet und alle weitläufig über die Pampa umgeleitet werden, die irgendwie nicht im Winterdienst-Schneeschiebeprofil der Gemeinde zu liegen scheint. Wer da lang muss, sollte ein bisserl Schweden-Rallye-Erfahrung mitbringen, oder schon mal Paris-Dakar gefahren sein.

Ein bisschen ange… war ich schon. Alle Weihnachtsgeschenke an einem Tag rühren?

 

Nun, Ärmel hoch und ran. Rezepte hauptsächlich aus dem bereits vorgestellten „Geschenke aus dem Garten“ – Buch, teilweise leicht abgewandelt.

 

Marathonrühren in meiner Küche. Aber die Ergebnisse überzeugen. Die Rezepte beschränken sich auf Bienenwachs und Honig als Emulgatoren und sind dafür nach meinem Verständnis halt Naturkosmetik pur. Spinnrad- oder Doleschalek-Anhänger mögen mir das verzeihen. Ich finde die Doleschalek – Bücher auch super, beschränke mich aber meist auf die Wirkstoffempfehlungen und rühre mein eigenes Süppchen. In der dekorativen Selbstrührkosmetik ist Frau Doleschalek allerdings unschlagbar und meines Wissens bisher auch einzig.

 

Nun also gerührt: Zunächst die Handcreme, für die ein Kartoffel-Rosmarinsud erforderlich ist. Riecht wie Gemüsesuppe, macht Hunger. Der Geruch lässt mit dem Erkalten merklich nach. Aufgetragen zunächst etwas ölig, zieht aber relativ rasch ein und hinterlässt ein gepflegtes Gefühl.

Die Holundercreme ist super… riecht durch das Weizenkeimöl etwas streng, aber hat eine „sofort-sichtbar-jünger“ Wirkung. Beduften kann ja jeder nach Geschmack, wenns stört. Aber nach dem Auftragen ist das etwas Strenge eh verflogen. Ich spiele mit dem Gedanken, nicht nur Holunderblütenwasser, sondern auch Holundersaft zu verwenden. Könnte allerdings mit dem gelben Weizenkeimöl ein hässliches Hundehäufchenbraun geben. Wäre einen Versuch wert.

Frei nach dem Motto: „Was nicht mehr in den Mund passt, kommt ins Gesicht“ (ich weiß nicht, wo ich das gelesen habe… Stefanie Faber vielleicht?), haben wir die Bodylotion gerührt. Da auch hier nur ein klitzeklein wenig Bienenwachs als Emulgator eingesetzt wurde, sind pyhsikalische Höchstleistungen gefragt. So eine Lotion wird ähnlich gemacht, wie Mayonnaise… Tröpfchenweise einrühren und emulgieren lassen.

 

Mein Mann wollte mir das Anfangs nicht ganz abnehmen (er hat noch nie Mayonnaise gemacht) und versuchte das Tröpfeln durch Schnelligkeit zu umgehen. Der Versuch war fürs Klo… naja, nicht ganz. Da noch unparfümiert, wars halt fürs Stockrosenbeet. Stockrosen mögen Fett. Angeblich hat man früher fette tote Katzen unter ihnen vergraben. Nun, ob man früher wirklich fette Katzen hatte und ob sie tatsächlich unter den Stockrosen gelandet sind, ich weiß es nicht. Aber das mit dem Fett habe ich schon ausprobiert und meine Stockrosen danken es mir. Vielleicht wuchsen sie auch mir zuliebe etwas prächtiger und hofften, dass ich weitere Fettgaben nicht für nötig halte… 😉

 

Also nochmal gerührt und dieses Mal getröpfelt. Harte Arbeit, weil wir ja gleich für die ganze Familie rührten… Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Eine leichte, sehr pflegende Bodylotion mit tatsächlich mayonnaisiger Konsistenz, wirklich angenehm aufzutragen und mit wunderbarem Hautgefühl.

 

Zum Schluss noch die Badesahne. Hier wußte der Honig wohl nicht, dass er seinen Job als Emulgator und nicht nur als Hautpfleger machen sollte. Gut, also vor Gebrauch schütteln. Da kann ich durchaus mit leben. Das Sahnebad pflegt ebenfalls so wunderbar, dass Normalhäutige keine extra Pflege nach dem Bad brauchen.

 

„Alles Geniale ist einfach“ soll Edward Bach, Vater der Bachblüten, gesagt haben. Ich kann da nur wieder einmal zustimmen. Was mir jetzt noch in meinem Repertoire fehlt, wäre eine „Bauchweg-Creme“. Ich hab da zwar auch einige Rezepte mit stoffwechselanregenden Wirkstoffen, aber ohne Bewegung und Verbannung böser Kalorienbomben wirds wohl noch nicht gehen.

So haben wir wohl alle unsere kleinen Laster. Damit mein kleines Laster nicht allzu groß wird, und man mich mit dem Werbeslogan einer bekannten Schokoladefirma als „quadratisch, praktisch, gut“ bezeichnen kann, werde ich mal anfangen, auf meine Linie zu achten und das nicht nur beim Busfahren.

 

Unterstützen soll mich bei diesem Vorhaben mein geliebter Topinambur, der allerdings im Moment im „frostigen Verlies“ unter der Erdoberfläche weilt. Die nächste Ernte wartet auf Plusgrade. Eine schöne Ausrede, um weiterzunaschen, oder?

 

 

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Obwohl man Salben und Balsame auch „leicht“ dosieren kann und sie damit als sommerliche Pflege tauglich sind (z. B. auf die feuchte Haut auftragen, mit etwas Wasser in der Hand vermischen, hauchdünn benutzen), gefällt manch einem eine typische leichte Lotion während der heißen Tage besser.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, so eine Lotion oder Milch herzustellen.

Die wirklich Einfachste und sehr Erfrischende ist:

Badeöl
Pflege – Öl der Wahl
einige Kräuter oder äth. Öle

Als Kräuterzusatz empfehle ich Rosmarin. Auf der duschfeuchten Haut ein wenig dieses Öls auftragen, eventuell noch mal ganz kurz (wirklich kurz) lauwarm überduschen. Durch den Rosmarin entsteht ein frisches, leichtes, sommerliches Hautgefühl, man ist sofort wach und munter. Wunderbar fürs morgendliche Duschen vor einem aktiven Tag.

Körperfluids

Sie können auch einen Schritt weitergehen, und einen wässrigen Anteil  in das Öl bringen. Im Badeöl bringen wir ihn einfach durch manuelles Mischen unter der Dusche ein. Die Haut ist feucht und warm und nimmt das Öl gut auf. Im Fluid geben wir den wässrigen Anteil einfach in die Flasche, müssen aber auch hier manuell Mischen (schütteln!), da wir keinen Emulgator benutzen. Für sommerliche Hautöle nehme ich meist Jojobaöl, da es sehr haltbar ist und von sich aus schon Lichtschutzfaktor 4 hat.

Körperfluid

60 ml Öl

30 ml Hydrolat (Rosenwasser, Hamamelis – schön für würzige, männliche Düfte, oder ein anderes Kräuterwasser)

20 Tropfen äth. Öl nach Belieben (auch hier wieder erfrischend: Rosmarin, evtl. Minze)

Einfach mischen und vor dem Anwenden schütteln. Da wir hier mit Wasserbestandteilen aber ohne Konservierung arbeiten, nicht zu lange aufheben!

Mehr Pflegestoffe, als ein einer Parfümerie...

Sie haben es doch lieber dick? Kein Problem: Dann rühren Sie eine klassische Lotion. Der Besuch beim Kosmetikzubehörhandel ist da aber obligat.

Körperlotion

3 El Kräuter

20 ml Öl

4 g Tegomuls (Apotheke, Kosmetikhandel)

20 Tr. äth. Öle nach Wahl (z. B. Lavendel, Myrrhe)

Brühen Sie aus den Kräutern einen Tee. Am besten mit destilliertem Wasser, das erhöht die Haltbarkeit. Wenn Sie nichts im Haus haben, plündern Sie den Vorgarten und nehmen z. B. Gänseblümchen, Rosen und wer hat, auch die wunderbaren Ringelblumen. Lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen und auf  etwa 70 Grad abkühlen.

Nun auch das Öl-Tegomulsgemisch auf 70 Grad erwärmen und zusammen mit dem Tee in ein verschließbares Gefäss geben. Dann schütteln, alles zusammen. Eine Minute sollten Sie schon durchhalten. Wenn die Masse klumpt, noch etwas Tee nachgeben. Nach dem Abkühlen die äth. Öle hinzugeben

.

Oft werde ich gefragt, was das Beste für die Haut ist. Ich sage schlicht: Mayonnaise. Ja genau, eigentlich die Mayonnaise. Allerdings würde die aus dem Lebensmittelregal etwas seltsam auf der Haut riechen. Aber genau in diesem Prinzip machen wir die nächste Körperlotion. Erinnern Sie sich bitte kurz zurück, an den Kochunterricht in der Schule: Bei der Herstellung von Mayonnaise ist Fingerspitzengefühl erforderlich:

Körperlotion – gerührt, nicht geschüttelt

6 g Kokosfett

2 g Bienenwachs

30 g Jojobaöl

60 ml Kräuterhydrolat

13 magische Tropfen äth. Öl

Erwärmen Sie die Fette auf etwa 70 Grad (Bienenwachs schmilzt erst ab 60 Grad). Parallel dazu das Blütenwasser auf die gleiche Temperatur. Nehmen Sie ihren schnellsten Rührer und geben Sie nun, wie beim Maynonnaiserühren, das Wasser Tröpfchen für Tröpfchen, ständig rührend, in die Ölmischung. Sie müssen so lange „rührend“ bleiben, bis die Masse lauwarm ist. Nun können Sie auch die äth. Öle zugeben.

Kokosfett hat einen Lichtschutzfaktor von 2, Jojobaöl, wie schon erwähnt, 4. Kokosfett zieht leicht ein und kühlt ein wenig. Nehmen Sie ein frisches Blütenwasser, für den Sommer je nach Geschmack, Rosenwasser, Lavendel, vielleicht aber auch Orangenblüte? Kreieren Sie Ihren eigenen Sommertraum!


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