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Posts Tagged ‘Campingplatz’

3. August 2015

Endlich geht es weiter. Nach langem hin und her mit dem Finger auf der Landkarte will ich es heute in Hemmelmark versuchen. Ich wollte ein Plätzchen finden, an dem ein bisschen Wald oder freier Strand angrenzt, schließlich bin ich auf Kräutersuche.

Die Fahrt hierhin erweist sich allerdings schon wieder als halbe Katastrophe. Eigentlich ist dieses beschauliche Plätzchen gut zu finden, auf der Landkarte jedenfalls. Gleich nach Eckernförde rechts, hinter der militärischen Zone.

Gleich nach Eckernförde geht es nur nicht rechts… Ich lande auf dem Gut Hemmelmark. Hier weisen gleich mehrere Schilder darauf hin, das es NICHT zum Campingplatz geht. Vermutlich sind die Gutsbesitzer leicht angegnatzt, dass jeder Hinz und Kunz, der den Platz sucht, über deren Gelände fährt (fuhr…). Also zurück. Der Platz liegt definitiv links von mir, dann muss es da doch reingehen. Beim Umdrehen seh ich auch ein Schild, das den Campingplatz ankündigt, zunächst noch gerade aus. Aber kein „links ab“ Schild und nein – ich habe keine Rechts-links-Schwäche.

Ich fahre also weiter und seh schon wieder die ersten Häuser von Eckernförde und mein Navi sagt laut und deutlich „Jetzt links“, also gehorche ich und steh…

im Nichts… hier war wohl auch mal ein Weg, aber der ist zu…

Mann bin ich sauer… wende mal permanent mit einem Womo. Auch wenn es klein ist… auf so einer Dorflandstraße..

Entnervt ruf ich meinen Mann an und bitte um Navigation. Der meinte, ich müsse RECHTS ab… im Geiste zeige ich ihm einen Vogel.

Nach gefühlten 25 Wendungen, einen Puls von 180 (gleich dem Blutdruck), mit kleinen Rauchwölkchen aus den Ohren, fahr ich denn beim letzten Versuch doch mal rechts ab… und bin richtig. Um an diesen Campingplatz zu kommen, muss man, ähnlich wie bei einer Autobahnauffahrt, rechts rum und über eine Brücke links zurück.

Das ist an sich ja ok., aber könnte man das nicht mal korrekt ausschildern? Das Hinweisschild dazu war mickrig und nur von einer Richtung lesbar.

Ich fahr also erleichtert dem einen winzigen Hinweisschild nach, dem dann sogar ein zweites und endlich nach links folgt und stehe…

wieder in der Pampa…

Ist nichts mehr mit Hinweisschildern. Nur weite Felder und so staubige Wege, dass schon bei Schritttempo ein Wüste-Gobi-Feeling aufkommt. Ich sag euch: die Wüste Gobi ist nichts gegen die wüste Gaby, wenn sie richtig, richtig sauer ist.

Der Campingplatz unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt jedoch nicht von all den anderen Campingplätzen: es herrscht ständiges Kommen und Gehen. Ich entscheide mich also in Richtung der entgegenkommenden Staubwolken zu fahren, besser: zu schleichen.

Tatsächlich erreiche ich nach einer längeren kurvenreichen Schleichstrecke den Platz. Er macht einen guten ersten Eindruck. Da ich in vierbeiniger Begleitung bin, bekomme ich einen Platz in dritter Reihe, nahe dem Hundestrand. Das hört sich doch super an. Ein Brötchenkiosk ist für mich ja eh uninteressant.

Ich habe mich kaum hingestellt, schnapp ich mir die Vierbeiner und erkunde das Gelände. Manch einer steht hier in erster Reihe… Junge, das sind wirklich tolle Plätze… direkt am Meer… auf Jahre ausgebucht… leider… hier könnte ich sonst zum Camper werden!

Kaum vom Platzgelände runter, bin ich am wilden Strand. Hier trifft man nicht so oft auf Menschen, wie es scheint. Und es ist sehr schön hier.

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Naturstrand – kaum besucht

 

 

Ich findes es super. Jetzt kommen die Vierbeiner erst einmal von der Leine. Das Fusseltier ist mit wenigen raumgreifenden Sprüngen verschwunden…

Wer einen Mops hat, weiß, dass die meistens nicht so bewegungsfreudig sind. Mein Möpschen trippelt mit „ich-möchte-endlich-was-zu-beißen-Miene“ hinter mir her. Der Rattler ist weg. Natürlich. Er hat eine Möwe gesehen. Die schwimmt im Wasser. Was Wasser ist, hat er bisher noch nicht so richtig begriffen. Aber Möwen sind andere Tiere und die kann man fangen, man muss nur hinspringen…

Dumm nur, das Wasser keine Balken hat. Eine völlig neue Erfahrung für meinen Kleinen. Schwups, weg ist er… die erste Tauchübung. Seltsamer Weise scheint ihn das nicht zu schocken. Meine Fine, die schon im Vorjahr bis zum Bauchnabel in der Ostsee stand, kann Wasser nichts abgewinnen. Sie meidet das nasse Element. Der Fussel jedoch, jetzt etwas schlauer, wagt den nächsten Versuch. Ganz rattleruntypisch mit vorsichtigen kleinen Schritten…

 

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Wasser ist nass, das hat ihm keiner gesagt

 

 

Na, die Möwe kichert sich eines und segelt in elegantem Bogen davon. Und mein Hund staunt. Ich nicht weniger. Rattler sollen etwas kälteempfindlich sein…

Wir gehen zurück. Es ist Abendbrotzeit. Jetzt führt der Mops die Gruppe an. Für Kalorien können Möpse trotz der kurzen Übersetzung der krummen Beine recht schnell sein (jetzt tu ich meiner Fine unrecht, sie hat gerade Beine. Sie stammt aus einer Zuchtlinie, wo man versucht, die Beine wieder gerade und die Nase etwas länger zu bekommen, was den Hunden definitiv gut tut).

Zu meiner großen Freude entdecke ich schon jetzt Strandpflanzen, die ich bisher nicht finden konnte…

 

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Meerkohl

 

Wie zum Beispiel diesen schönen großen Meerkohl. Leider nur ein Exemplar. Er wirkt sogar ein wenig deplatziert. Zum Ernten (was ich bei nur einem Exemplar nicht täte) ist er definitiv zu groß, die Erntezeit für Meerkohl (Frühjahr) ist auch längst vorüber.

Ich freue mich darauf, diesen Strandabschnitt morgen näher zu erkunden. Und jetzt freue ich mich auf das Abendbrot. Aber da bin ich nicht die Einzige. Der Mops zieht an der Leine wie ein Wolters-Brauereipferd. Wir passieren wieder die Glücklichen der ersten Strandreihe. Einige haben sich Tisch und Stühle über den Weg hinweg direkt an den Strandanfang gestellt und genießen den Sonnenuntergang bei einer guten Flasche Wein. So lässt es sich leben!

Ich nehme einen angenehm würzigen Duft wahr. Noch kann ich ihn nicht zuordnen. Wer mal einen hungrigen Mops an der Leine hatte (und Möpse sind meistens hungrig), der weiß auch, dass sie keine Pausen vor dem Abendbrot dulden. Also auch das auf morgen verschieben: das würzige Kräutlein finden. Es sieht ganz so aus, als würde ich hier endlich ein paar heilsame Entdeckungen machen. Ich freue mich.

 

Der Meerkohl ist an unseren Küsten meist geschützt. Ihr könnt ihn aber auch kaufen und im eigenen Garten anpflanzen. Auch ihm tut es gut, wie allen im Garten angesiedelten Strandpflanzen, hin und wieder eine Prise Salz zu bekommen. Zubereiten könnt ihr ihn wie normalen Kohl, z. B. mit Béchamelsauce. Zarter ist er, wenn er gebleicht wird. Also die Frühjahrstriebe gern unter einem Tontopf anziehen. Eine leckere, weil sehr würzige Alternative zu unserem Kulturgemüse!

 

 

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