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Posts Tagged ‘Dioxin’

Die letzen Lebensmittelskandale haben es gezeigt: Schädigende Substanzen werden uns permanent „untergeschoben“. Können wir da überhaupt noch etwas machen?

Ich behaupte: Ja

Wir müssen ausweichen lernen. Natürlich geht so etwas nie zu 100 % und wir werden, wie ein Slalomfahrer, doch noch das eine oder andere Hindernis erwischen. Allerdings reduzieren wir die schädlichen Einflüsse erheblich. Ich denke, das lohnt sich.

 

Die Idee, beim Dioxinskandal Nutztiere zu meiden und einfach auf Fisch auszuweichen, hat es leider nicht gebracht. Fisch darf erheblich höhere Mengen Dioxin aufweisen, wahrscheinlich ganz einfach deswegen, weil das Giftzeug nunmal schon allgegenwärtig ist und es Fische unter den gängigen Werten in freier Wildbahn kaum noch gibt.

Schädlingsbekämpfungsmitteln und anderen Giften auszuweichen ist nur möglich, wenn ich den „Hersteller“ kenne. Ob das nun mein Garten ist, oder der Biobauer meines Vertrauens.

Leider hilft das nicht immer, z. B. wenn mein Nachbar ein Freund der Schädlingsspritze ist und der Wind ungünstig steht.

Bei einer Kräuterhexe liegt es natürlich nahe, dass sie auf Wildkräuter und -Gemüse ausweicht. Auch hier ist penible Beobachtung des Umfeldes nötig. Direkt am gespritzten Felde sollte ich nichts suchen. Auch vielbefahrene Wege sollten gemieden werden. Eine Fabrik in der Nähe ist auch nicht optimal.

 

Beim Boden gibt es Zeigerpflanzen. So mag z. B. der Spitzwegerich keine behandelten Böden. dem Gänseblümchen wird ähnliches nachgesagt. Wo der Löwenzahn üppig blüht, sollte man allerdings vorsichtig sein.

 

Da Genpflanzen keinen Respekt vor ihren natürlichen Geschwistern haben und sich über viele Kilometer hinweg gern mit ihnen kreuzen, könnte man einfach Gemüse bevorzugen, dass nachweislich keine Gen-Pendants hat. Bei Wildgemüse ist das sowieso nicht zu erwarten.

Ich weiche den bedenklichen Stoffen in Kosmetika und Seifen schon lange durch Selbermachen aus. Wer wissen will, was hier bedenklich ist, holt sich die Informationen aus dem kleinen und handlichen Inhaltsstoff – Lexikon von Heinz Knieriemen.

Essen kommt möglichst pur und von lokalen Erzeugern auf den Tisch, aber VORSICHT!

Lokal heißt nicht unbedingt, dass das im Supermarkt im Regal steht. Die hier beliebte Lebensmittelserie „Unser Norden“ wird allenfalls im Norden gegessen, aber nicht hergestellt. die „Unser Norden“ – Reihe mags international bis in den Pazifik rein. Auch die Büsumer Krabben haben Büsumer Gewässer oder gar das Städchen nie gesehen. Während man sich hier damit rechtfertigt, das halt die Rezeptur „büsumisch“ ist, behaupten die Hersteller von „Unser Norden“, die Produkte seien nicht im Norden hergestellt, sondern für den Norden gemacht.

Ich plädiere also für grüne Läden und Hofläden. Eine 100%ige Sicherheit ist das natürlich nicht, aber eine deutliche Minimierung der Schadstoffe.

Wenn man bei saisonalen Gemüsen bleibt, auf Importe verzichtet, dann hat man eine weitere Chance keine Treibhausgiftknöllchen und Vergiftetes im Einkaufskorb zu haben.

Da Gemüse nicht „gefüttert“ wird, juckt uns der Futtermittelskandal hier weniger, allerdings haben wir die Pflanzenschutzmittel nicht ausgeschlossen.

Der Fleischesser hat beim Ausweichen größere Probleme. Biofleisch wäre eine Alternative, aber ist natürlich deutlich teurer.

Wer jetzt aufstöhnt und meint, bei dieser Art der Lebensmittelbeschaffung werde er ja wieder zum Jäger und Sammler und hätte gar keine Zeit mehr für Familie und Arbeit, der sollte zum „Lokalisten“ werden. So eine Art Mini-Einkaufsgesellschaft. Wenn sich hier mehrere Zusammenfinden, kann man sich die Beschaffung teilen. Sie werden nicht der oder die Einzige sein, die sich gern besser ernähren möchte.

Im grünen Laden gibt es u. a. die „Green-Bags“ hier kann man sich sein saisonales Gemüse und Obst einmal wöchentlich mit Rezepttipps abholen. Herkunftsnachweis innenliegend. Auch mit Hartz-IV Budget machbar. (Raucherhaushalte möglicher Weise ausgeschlossen).

Vieles kann länger gelagert werden. Kartoffeln, Reis, Zucker, Salz…

Eine vernünftige Vorratshaltung, Saisongemüse, ein gutes Verhältnis zu den örtlichen (Bio-) Bauern, aufpeppen des Speisezettels mit Wildobst  und -gemüse, das ist der erste Schritt.

Und schauen Sie sich doch mal um. In so manchem Garten bleiben die Obstbäume unbeerntet, weil es einfach zu viel ist, oder der Besitzer es nicht schafft. Oft kann man das Fallobst umsonst mitnehmen und sich so gesunde Säfte oder Apfelmus für die Wintermonate sichern. Ja sogar das kostenfreie Abernten wird immer wieder erlaubt. Verwilderte Obstbäume lassen sich auch oft an Waldrändern finden.

Jammern hilft nichts. Wenn wir mit politischem Engagement nicht weiterkommen, müssen wir mit dem Geldbeutel wählen. Solange wir uns den Umständen beugen, hat niemand einen Anlass, etwas zu ändern.

Außerdem gibt es ein gutes Gefühl, die Erzeuger zu stärken, die ihren Beruf noch mit Herz ausüben.

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Seltsamer Weise kommen Diskussionen dieser Art immer wieder auf. Ich weile nun schon ein paar Jährchen auf diesem Planeten und erlebe das regelmässig. Da war zum Beispiel der Birkelskandal, wo man Schnäbel und Krallen in den Eiernudeln fand, weil angebrütete Eier benutzt wurden, oder der Frostschutz im Wein… Man hört es, ist empört, die Politiker versprechen vollmundig bessere Kontrollen, die oft genug in ein schlichtes Heraufsetzen der Grenzwerte münden, aber passieren tut eigentlich nichts. Die Verursacher geloben Besserung und fahren spätestens zwei Jahre später wieder normale Umsätze.

Der kritische Verbraucher, der sich in Biolebensmittel flüchtet, wird milde belächelt, weil das ja auch nur „Betrug“ sei, oder eben auch die Bioflächen belastet wären. Nicht mal von Luft und Liebe kann man mehr leben, so belastet, wie die Luft ist. Es gibt auf dem gesamten Erdball kein Kubikmeter reine Luft mehr.

Zurück zur Natur – leider ist das nicht mehr 100%ig machbar. Weil die Natur selbst auch schon belastet ist. An den Polkappen finden wir DDT, dieses unseelige Pflanzengift, was wir im letzten Jahrhundert verschwenderisch nutzen; jeder einzelne von uns ist mit Schwermetallen belastet, die sich gesundheitsbedrohend im Körper ansammeln.

 

Wer gesund leben will, muss hier ganz schön beweglich sein und gekonnt die gefährlichsten Klippen umschiffen. Das verlangt nahezu professionelle Logistik. Das fängt bei der Wahl des Wohnortes, des Wohnraumes und der Arbeitsstelle an und hört bei Lebens- und Arzneimitteln auf. Genaugenommen kann man nur die gefährlichsten bekannten Quellen meiden.

 

Der neue Lebensmittelskandal, der hauptsächlich einer ist, weil er so lange unbemerkt war, lässt wieder einen Großteil der Bevölkerung resignieren. Man könne sich ja sowieso nicht wehren, weil man gar nicht wisse, was da in den Anti-Lebensmitteln überhaupt drin sei.

Gut – ich weiß nicht, was in dem Mist drin ist, den die Lebensmittelindustrie fabriziert, aber wehren kann ich mich schon. Es gibt viele Punkte, die man beherzigen kann, um gesünder zu leben. Denn auch wenn alle Lebensmittel irgendwie belastet sind, so gibt es doch deutliche Unterschiede im Belastungsgrad. Ich kann:

  • beim Biobauern kaufen, optimaler Weise kenn ich den sogar und muss nicht auf das „Massenbio“ beim Discounter zurückgreifen. Natürlich kann auch ein Biobauer tricksen und Chemie einsetzen, aber das wäre eine Ausnahme, während das im so blumig titulierten „kontrollierten Anbau“ die Regel ist. Hier wird nämlich nur kontrolliert, das das Zeug auch gespritzt wird.
  • Möglichst unverarbeitete Lebensmittel kaufen – wo kein Zusatz drin ist, kann auch ein giftiger Zusatz drin sein, so einfach so pur. Im Fernsehen sagte mal ein Ernährungsberater, man solle nichts kaufen, wo ein Etikett drauf ist. Er meinte damit nicht etwa das Preisschild, sondern die Auflistung der Zutaten. Logisch! Auf Gemüse und Fleisch pur gibts keine Zusätze! Wer selbst kocht, kann die Zutaten auch selbst bestimmen. Am unkontrollierbarsten sind also Fastfood und Fertiggerichte aller Art.
  • Selbst Hühner halten. Klar, das kann nicht jeder – aber doch deutlich mehr, als das bisher tun. Wenn wir mal nach England hinüber schauen, da haben viele ein kleines Stämmchen im Vorgarten. Auch bei uns kann man mittlerweile das „Eglu“ kaufen, so eine Art Hühnerhaltungsfertigset, für etwa 3 Hühner, mit allem drum und dran und einer super Anleitung. Das unterscheidet sich kaum von Meerschweinchen- oder Kaninchenhaltung.
  • Man kann auch Wachteln halten, die Eier haben sogar einen hohen Gesundheitswert, es wurden ganze Bücher darüber geschrieben. Wachteln krähen nicht und machen sich somit schon mal sympathisch. Wer Platz für eine Voliere hat, hat Platz für Wachteln.
  • Selbst Gemüse ziehen. Hier kann ich wirklich kein „geht nicht“ akzeptieren. Wer keinen Garten hat, kann sich einen Kleingarten pachten. In vielen Städten werden Pächter händeringend gesucht. In unserer Kreisstadt bekommt man so ein Gärtchen mit Blick auf den Nord-Ostseekanal und etwa 700 qm für rund 138 Euro im Jahr, wobei das Wassergeld schon drin ist…  und selbst auf dem Balkon kann ich noch Einiges für meine Selbstversorgung tun.
  • Wer keinen Garten bekommt oder nicht möchte, der kann sich beim ordinären Wald- und Wiesenspaziergang mit Wildgemüse  und -obst eindecken. Natürlich kann auch hier keine Garantie für unbelastete Pflanzen gegeben werden, aber unbelasteter als gezielt gespritztes Feldgemüse ist das schon. Das ich mein Wildgemüse nicht an dicht befahrenen Straßen oder direkt neben einem Chemiefeld pflücke, sollte dabei selbstverständlich sein.

Ja, mein Vorschlag ist unbequem, er macht Arbeit. Er zwingt einen, an die frische Luft zu gehen, selbst zu kochen. Aber ist das nicht ein kleiner Preis für die eigene Gesundheit? Und gerade die immer wiederkehrenden Skandale sollten uns doch wach genug gemacht haben und uns begreifen lassen, dass die staatlichen Kontrollen kein Schutz sind. Unsere Medizin feiert bahnbrechende Erfolge, aber ist die Menschheit gesünder geworden?

Die Ärzte stehen immer noch recht hilflos vor Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Karies, Herz-Kreislaufbeschwerden… ein drittes Bein könnte man Ihnen da mit Sicherheit leichter anoperieren… aber statt die Ursachen dieser Krankheiten zu beseitigen, zu denen meiner Meinung nach die vergifteten Lebensumstände und Lebensmittel gehören, wird der Mensch per Medikament weiteren Giften ausgesetzt, immer in der Hoffnung, so eine Balance zwischen den Giften zu finden, dass der Mensch dabei noch einigermaßen Leben kann.

 

Finden Sie Ihre eigene Balance. All das Schimpfen und Aufregen nutzt nix. Jedenfalls die letzten 50 Jahre schon nicht, ich kann mir nicht vorstellen, dass sich da noch was ändert. Selbst einmal gemachte Zusagen (siehe Ausstieg Atomkraft) werden einfach mal eben zurückgenommen. Sie können natürlich auch bis zum Sankt Nimmerleinstag warten und auf die Vernunft oder zumindest Unbestechlichkeit der führenden Köpfe hoffen. Viel Glück dabei.

 

Schlagt sie mit eigenen Waffen. Trefft sie am empfindlichsten Organ – dem Geldbeutel. Gebt dem mehr Geld, der sein Gewerbe noch ernst nimmt, dem, der wirklich gute Produkte verkaufen will. Lasst die Panscher einfach am langen Arm verhungern. Klar, dazu muss man sich informieren und eben auch mal ein bisserl mehr ausgeben. Und jetzt bitte nicht: „Bio kann ich mir nicht leisten!“ Wenn das wirklich stimmt, dann macht mal einen Haushaltsführungskurs mit. Dann stimmt euer Budget nicht. Ich konnte mir auch mit einem Einkommen unter Hartz IV Satz Bio leisten. Dann muss man halt mehr selbst kochen (wer Hartz IV bezieht, hat aber auch definitiv Zeit dafür) und… ja die Zigaretten weglassen. Seltsamer Weise kann sich jeder, egal welchen Einkommens, dieses Laster immer noch leisten und Bio kostet auch nicht mehr! Ein Sack Kartoffeln und Möhren ist doch schon fast ein Essen!

Ja, ich schimpf jetzt tatsächlich ein wenig mit denen, die wenig Geld haben. Ich erlaube mir das, weil es mir auch schon so ging. Kein Zuckerschlecken – logisch! Aber wem es so geht, gerade der muss doch aus jedem Cent das Letzte rausholen.

 

Wenn ich dann junge Hartz IV Familien sehe, die ihr Baby füttern und nach jedem kleinen Spucker ein neues Feuchttuch aus der Packung ziehen… man kann so einem Baby auch eine ordinäre Mullwindel vorlegen und das große Saubermachen nach dem Füttern angehen, die Windel kann gewaschen werden und wiederverwendet…

 

Ich will damit nur sagen: Bio ist erschwinglich. Es gibt andere Einsparmöglichkeiten. Denn gerade bei Lebensmitteln gehts um meine Gesundheit. Bei uns sind Lebensmittel billig wie nie, das hat uns verwöhnt. Und ob Bio wirklich unterm Strich viel teurer ist? Ich glaubs nicht. Der Sättigungsgrad ist höher.

 

Wer als Verbraucher nicht kritisch ist und als einziges Kriterium den Preis hat, der trägt definitiv eine Mitschuld an dieser Misere.

 

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