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Posts Tagged ‘Hartriegel’

Nach dem Beitrag über die Gemmotherapie erreichen mich vermehrt Anfragen zur Erhältlichkeit. Tatsächlich musste ich feststellen, dass die Gemmotherapie unter unseren Apothekern i. d. R. nicht bekannt ist. In der Schweiz und in Österreich dagegen ist sie relativ gängig.

 

Nun habe ich schon mal mehrere Stunden im Kreuzverhör der Zollbehörde gesessen, weil ich mich erdreistete, homöopathische Globuli aus der Schweiz einzuführen. Medikamente einführen, dass darf man nämlich nicht. Und in solchen Fällen ist Homöopathie, die ja angeblich nur aus Wasser und Einbildung besteht, ein Arzneimittel.

 

Unglücklicher Weise hatte ich in der Lieferung auch eine „Taschendestille“, so ein Miniding, was hier noch erlaubt wäre, aber im Zusammenhang mit giftigen Drogen (Arsenicum Album war unter den Globuli) ein, jedenfalls der Zollbehörde nach, verdächtiges Licht auf mich warf.

 

Bisher konnte ich also noch nicht ausmachen, wo man die Gemmotherapeutika in Deutschland bekommt. Ja, also ich hab mir ohnehin selbst welche gemacht. Ich möchte aber dazu sagen, dass ich giftige Kräuter (z. B. Immergrün) NICHT verarbeite.

Dr. Steingassner gibt zur Rezeptur Folgendes an:

1 Teil Knospen in 20 Teile Glyzerin 3 Wochen ausziehen lassen.

Dann wird filtriert und die Mischung nochmals verdünnt, nach Dr. Steingassner: 1 Teil Wasser, 1 Teil Glyzerin, 1 Teil Arznei

 

Wenn man verschiedenen Autoren und Herstellern folgt, gibt es da aber auch unterschiedliche Rezepturen. Bei manch einem werden dann hinter her 3 x 9 Tropfen verabreicht, der andere steigert sich nach und nach von 5 Tropfen auch 20 und wieder zurück und der nächste nimmt 2 Sprühstöße aus der Zerstäuberflasche.

 

Wer sich also selbst an die Knospentinkturen machen möchte, sammelt sie (man kann sie einfach „abstribbeln“) und verteilt seine Sammelwut bitte auf mehrere Bäume (bitte umsichtig sammeln!!), zerkleinert die Knospen und setzt sie an. Bitte Kräuter, die ohnehin für den menschlichen Genuss geeignet sind, ich möchte das nochmals betonen.

Eine Teilnehmerin versucht absolut vergeblich das Hartriegel-Mazerat zu bekommen, da es gerade als Herzinfarkt-Vorbeugemittel gute Dienste leisten soll. Auch zur Nachsorge soll es wunderbar beitragen. Hier sieht es ganz mau aus, denn dieses Präparat scheint sich auch in Österreich oder der Schweiz nicht zu finden. Das propagiert hauptsächlich Frankreich.

 

Wer also keinen Hartriegel bekommen kann, sollte vielleicht auf unseren klassischen und unschlagbaren Weißdorn ausweichen. Weißdorn kann auch über lange Zeit unbedenklich angewendet werden (Trotzdem sollten Herzpatienten so etwas immer mit ihrem Therapeuten absprechen, schließlich muss er das Zusammenspiel der Medikamente berücksichtigen!).

Weißdorn gehört zu den wichtigsten Kräutern der TCM – hier als SHAN ZA. Um seine Wirkung zu begreifen, müssen wir ein wenig in die Zellbiologie gehen. Die TCM erklärt sich das also so:

 

Die Energielieferanten der Zellen (die Kraftwerke sozusagen) sind die sogenannten Mitochondrien. Soviel wissen wir vielleicht noch aus dem Biologieunterricht. Sie kommen, was eigentlich logisch ist, vermehrt in Muskelzellen, also auch im Herzmuskel vor. Mittlerweile hat man festgeststellt, dass in einem Schock oder Panikzustand mehr als 50 % der Mitochondrien plötzlich ihre Arbeit einstellen können… kein Wunder, das man weiche Beine bekommen kann! Wer also aufgrund einer schockierenden Nachricht kraftlos zusammensinkt, kann sich jetzt wohl denken warum.

Zum Glück hält dieser Zustand nicht an und sie arbeiten dann fleißig weiter.

Was auch spannend ist: Mitochondrien waren eigene Organismen. Also eigene Lebensformen, die unser Körper irgendwann mal integriert hat. Wer hier elektrisiert auffährt und mehr wissen möchte: googelt mal Mitochondrien-DNA.. wirklich ein spannendes Thema! Über die Mitochondrien-DNA lässt sich scheinbar viel über unsere Herkunft erfahren.

Aber zurück!

Mitochondrien sind also Energiespender. Und unser wunderbarer Weißdorn kann hier nochmal ein paar Briketts drauflegen und das letzte aus Ihnen herausholen.

 

Das wäre es für jeden Otto-Normalverbraucher. Ich plädiere für den fleißigen Gebrauch des Weißdorns bei Herzproblemen (mit Absprache!) und Stress. Für die, die es genauer wissen wollen, dann noch mal Folgendes:

 

Der Weißdorn enthält 6 von 12 Katalysatoren des Zitronensäurezyklus, sowie Vitamin C. Außdem reduziert er Eisen (auf Dreiwertiges) und heizt damit die Cytochrome an, die für die Zellatmung verantwortlich sind. Der Weißdorn aktiviert den Krebszyklus und lässt den Körper selbst aus minderwertigerer Nahrung ATP gewinnen.

Sooo… das für die Kopfmenschen…   vielleicht seht ihr das, was vor unserer Haustür wächst, mal ein wenig mit anderen Augen!

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