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Posts Tagged ‘Haselnuss’

Wer ein wenig aufmerksam ist, für den ist das ja nichts Neues: Das Wetter macht Kapriolen, die Jahreszeiten scheinen außer Kraft gesetzt. Den letzten richtigen Sommer hatten wir hier in Schleswig-Holstein 1997…

Seitdem haben wir teils ein nettes recht sonniges Frühjahr und dann bricht das Durcheinander wieder herein, ab Juni (für Kenner: ab Kieler-Woche), holt man die Sonnenmilch nur noch heraus, damit der Regen besser abperlen kann.

Mir fällt das besonders auf, weil ich seit Jahren versuche, Holundersekt und Johanniskrautöl zu machen und mir das Wetter regelmässig einen Strich durch die Rechnung macht. Und das seit Jahren.

Ich glaube, dass die Natur uns das zur Verfügung stellt, was wir  brauchen werden. Daher ist z. B. der Giersch bei uns übersäuerten Menschen allgegenwärtig. Nun… wie gesagt, das ist nur meine Überzeugung. Aber achtet doch mal darauf.

Dieses Jahr gibt es im Gegensatz zu den Vorjahren außergewöhnlich viel Johanniskraut (weil ich danach ja jahrelang auf Jagd war, fällt mir das auf). Johanniskraut als wunderbares Gemüts- und Nervenmittel, Depressionshelfer und natürlich in der Wund- und Narbenpflege…

Außerdem wird das ein Eichhörnchenjahr. Es gibt Nüsse, Nüsse, Nüsse… sollten wir uns bevorraten?

Die Bauern hingegen haben Grund zu klagen. Manche Felder wurden einfach umgepflügt und neu eingesät, aber die Nachfolgefrucht kümmert auch oft nur dahin. „Das Wetter spielt verrückt“, klagte mir eine Bäuerin. „Das wird Missernten geben und Lebensmittel werden teuer werden.“

Wie es aussieht, müssen wir uns jetzt schon an solche Klimaveränderungen anpassen, indem wir die Anbaupflanzen ändern. Viele Bauern haben das bereits getan. Rapsfelder gibts bei uns zunehmend weniger, was allerdings auch dem Biogas-Mais zuzuschreiben ist. („Bio“ ist hier schon irgendwie der Hammer… warum eigentlich „Biogas“? Die Felder werden doch gespritzt, wie nichts Gutes! Wir haben Trinkwasserqualitätsprobleme seither.)

Gut… wir müssen uns irgendwie anpassen. Ich war also im Wald auf „Kräuterpirsch“ Das ist aus mehreren Gründen recht spannend. Ich beträufle mir seit einiger Zeit die Hosenbeine und Socken mit Patchouli, weil die Zecken den menschlichen Duft nicht mehr wahrnehmen und mich in Ruhe lassen.

Scheinbar wirkt das auch auf andere Tiere. Sie bemerken mich nicht. Ich habe Wesen zu Gesicht bekommen, die ich vorher noch nie in freier Wildbahn erblickt habe.

Gestern z. B. kam ein kleiner Marder direkt auf mich zu. Er suchte eifrig den Boden ab, inspizierte einen dicken Holzstapel.

Nicht einfach mit dem Handy zu erwischen, schon gar nicht, wenn er seinen Kopf dreht und den Kehlfleck versteckt. Aber ein Holzscheit dort hat definitiv einen Puls…

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Nun, was bieten uns Wald und Flur jetzt ersatzweise, wenn die Ernteaussichten so trübe sind?

Johanniskraut gibts immer noch. Wer einen sonnigen Tag erwischt, kann sich bevorraten. Scheinbar sieht Mutter Natur ja die Notwendigkeit hierfür.

Ob man nun Johanniskrautöl herstellt (das dieses Jahr scheinbar wieder recht lang ziehen muss, bis es rot wird…), eine Tinktur, oder ob man es trocknet… Von dem Öl kann man sowieso nie zuviel haben. Und wenn man es „nur“  in Hautcreme oder Badeöl verarbeitet.

Die „Warnhinweise“ die man bei der Verwendung von Johanniskraut manchmal liest, von der Sonnenüberempfindlichkeit bis hin zum Neutralisieren der Pille – das ist bisher in normaler Dosierung noch nicht vorgekommen. Hier hatten Apothekenpräparate in hoher Konzentration ihre Wirkstofffinger drin. Wer sein normales Teechen brüht, sein Esslöffelchen Öl nimmt (den würde ich nicht runter kriegen), oder seine Tinktur, der dürfte keinerlei Probleme haben.

Als „Sonnenkraut“ bringt Johanniskraut ja die Sommersonne und das Licht ins Gemüt. Besonders in der dunklen Jahreszeit haben wir hier einen starken Helfer… ja und auch gerade hier, ist eine höhere Lichtempfänglichkeit wünschenswert.

Im Mittelalter nannte sich das Kraut fuga daemonum – was darauf hinweist, das Dämonen dieses Kraut fürchten. Kräuterhexen mit Betonung auf „Hexen“ verwenden es daher zur Abwehr negativer Energien, besonders auch von „Energieräubern“. Es wurde auch in der häuslichen Kochstelle verbrannt, um das Heim zu schützen. Das mag der eine oder andere belächeln, tatsächlich gibt es mittlerweile aber auch schon wieder Heilpraktiker, die Depressionen und andere Seelenkrankheiten mit anderen Wesenheiten in Verbindung bringen.

Das mag man nun sehen, wie man will… ob nun Dämon oder Depression… wessen Seele leidet, der wird gern auf das Johanniskraut zurückgreifen. Ich möchte aber daran erinnern: Johanniskraut wirkt erst bei Langzeiteinnahme. Bei akuten Problemen sollte man vielleicht doch eher an Bachblüten oder Baldrian denken.

Außerdem blüht gerade das große Hexenkraut. Recht unscheinbar, aber in fast jedem Wäldchen zu finden. Heute wird es kaum noch gebraucht. Der englische Name „enchanter´s nightshade“ weist dezent darauf hin, wie es genutzt wurde: Es wurde zur Anrufung, für Bindezauber, Gestaltwandlung und Transformation eingesetzt. Da als  „Hexenkraut“  auch manches andere Kräutlein bezeichnet wurde, ist es nicht so einfach, die alten Anwendungen zu trennen. Sobald man allerdings die „Beeren“ einsetzen soll, ist man definitiv im falschen Rezept gelandet. Möglicher Weise ist hier dann der bittersüße Nachtschatten, manchmal auch die Alraune, gemeint.

Das Hexenkraut ist eine Saturnpflanze und wird auch magisch eingesetzt, um das eigene Charisma zu erhöhen und Balance ins Leben zu bringen. Auch wer seinen Weg im Leben noch nicht gefunden hat, wer endlich rausfinden möchte, was er will und kann, dem kann das Hexenkraut helfen. Hierzu bedarf es keines ausgefeilten Rituals, schon eine einfache Meditation mit der Pflanze kann genügen.

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So langsam lassen sich auch die ersten Pilze blicken, die Ebereschen hängen prall und reifen (unbedingt hamstern, als Vitamin C – Bombe und auch als Trauerhilfe), die ersten Beeren lassen sich vernaschen. Mangels Sonne noch etwas zuckerbedürftig, aber ich hoffe auf Wetterbesserung.

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Die Haselnuss ist ebenfalls ein durch und durch magischer Strauch, der uns mit anderen Welten verbinden kann. Zauberstäbe wurden aus seinem Holz hergestellt.

Die großen, nicht zu alten Blätter können in Öl eingelegt werden und müssen dort ein paar Monate reifen. Danach kann man sie mit Fisch, Leber oder Wild füllen und genießen. Leckere Rezepte hierfür sind u. a. in dem genialen Wildkräuterkochbuch „So schmecken Wildpflanzen: 144 Rezepte vom Meister der Aromen “  finden.

Wer ein Iphone hat, bekommt das Buch auch als App mit deutlichem Preisvorteil. 😉

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Und noch ein unscheinbares Pflänzchen blüht grad im Wald: Die Braunelle… wahrscheinlich seid ihr da schon tausendmal dran vorbeigelaufen. Im Englischen heißt sie Self-Heal, Heal-all, oder auch woundwort, was ja schon vielversprechend ist. Tatsächlich hab ich mir früher extra aus Österreich so eine Creme aus dem Pflänzchen für satte 30 Euro importieren lassen. Inzwischen mach ich sie mir selbst. Die Wirkung auf die Haut ist fantastisch.

Manche Anbieter mischen den Extrakt auch noch mit dem energetischen Blütenmittel hierzu (ähnlich den Bachblüten). Die hier beschriebene Wirkung (das Mittel wird unter „Self-Heal“ gehandelt) ist nahezu magisch. Tatsächlich ähneln sich homöopathische, energetische und magische Wirkungen oft… ist Magie vielleicht nichts anderes als eine klassische Nutzung feinstofflicher Qualitäten?

Als Tee (Blätter) bringt die Braunelle Kraft, Heilung und Vitalität. Als Räucherung oder im Amulett heilt sie gebrochene Herzen. Hexen verwenden sie auch, um den geschlagenen Zirkel zu sichern (er wird mit Braunelle abgestreut).

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