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Posts Tagged ‘Heide Fischer’

Es war wieder ein Jahr der Prüfungen für mich. Treue Leserinnen haben sich das durch den verwaisten Blog vielleicht schon gedacht. Olaf Rippe von natura-naturans kündigte 2016 als Jahr an, „in dem die Sterne streiten“. „Na klasse“, dachte ich damals, glaubte mich persönlich aber relativ sicher, da die Vorhersage eher global gemeint war.

Ja, die Sterne streiten. Aber warum mit mir?

Sie stritten nicht nur mit mir. In meinem Umfeld gab und gibt es vermutlich noch viele Krisen zu meistern. Also rüsten wir uns!

Ich gönnte mir gerade eine Teilnahme an den Frauenheiltagen von natura-naturans. Sehr oft nehme ich die Angebote dort nicht wahr, was aber hauptsächlich der Entfernung geschuldet ist.

Die Gästeliste versprach Aufregendes. Und so war es denn auch:

 

Zunächst lauschten wir einem bewegenden Vortrag von Prof. Dr. Ingrid Gerhard. Sie machte eindringlich klar, wie sehr unsere Gesundheit und unser Gefühlsleben den Hormonen unterworfen sind. Eigentlich nichts Neues, gerade für uns Frauen. Erschreckend jedoch: die vielen hormonähnlich wirkenden Substanzen in unserer Umwelt. Ja, auch das wusste ich bereits. Schon mein Zahnarzt entfernte mir die damals so bejubelten Plastikplomben, die östrogenähnliche Wirkungen haben sollten und dem alten Amalgam da wohl kaum an Gefährlichkeit nachstanden. Er zeigte mir einige überzeugende Studien aus Schweden und den USA. Doch „wissen“ und „bewusst werden“ sind zwei unterschiedliche Dinge.

Prof. Dr. Ingrid Gerhard befasst sich seit Jahrzehnten mit der Problematik der Umwelteinflüsse. Vielen von uns ist der Holzschutzmittelskandal noch in reger Erinnerung. Aber haben wir daraus gelernt? Mitnichten. Über 200 Stoffe stellen uns Industrie und Landwirtschaft „zur Verfügung“, die unsere sensiblen Systeme aufs Gefährlichste belasten. Welche das sind, warum einige schon in anderen Ländern, aber nicht in Deutschland verboten sind und was wir trotz Allem tun können, erfahren wir in unseren Medien nicht. Diese Informationen müssen wir uns selbst beschaffen. Zum Beispiel bei Frau Dr. Gerhard:

http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/

Als wertvollen Tipp gab uns Frau Dr. Gerhard auch noch die App „ToxFox – Der Produktcheck des BUND“ mit auf den Weg, mit der man die Inhaltsstoffe von Kosmetika sofort überprüfen kann. ToxFox lebt vom Mitmachen. Da könnte natürlich auch mal jemand Inhaltsstoffe ein wenig „schönen“. Mitdenken ist daher immer erlaubt.

Auch die App „Codecheck“ von Codecheck.info ist einen Blick wert. Sie überprüft neben Kosmetika auch noch Lebensmittel.

Beide Apps sind kostenlos. Wer kein Smart- oder Iphone besitzt, kann auch direkt auf den Webseiten die Codes eingeben.

Danke Frau Prof. Dr. Gerhard für diesen Tipp!

 

Das Kontrastprogramm zu chemischen Formeln und medizinischen Studien bot uns schließlich Marlis Bader. http://www.marlis-bader.de/

Vor allem den Räucherfreudigen dürfte sie längst ein Begriff sein. Es soll ja noch immer Menschen geben, die Räucherwerk nur für Schall und Rauch halten, aber die würzigen Wolken können viel, viel mehr. Schon seit Urzeiten werden Räucherungen zum Schutz, zu Heilzwecken und für die Seele eingesetzt. Medizinische Räucherungen waren aber nicht das aktuelle Thema. Marlis Bader ging auf die Kraft des Heilrituals ein.

Für mich fiel da ein wichtiger Kernsatz: „Irgendwann nehm ich die komplette Verantwortung zu mir!“

Das schreibt euch auf! Das ist so was von essentiell. Das gilt für alle Lebensbereiche: Die Verantwortung übernehmen. Etwas, was heute kaum noch jemand macht. Wie schnell finden wir die „Schuld“ bei anderen! Aber gerade für unsere Gesundheit müssen WIR die Verantwortung übernehmen. DANN ist Heilung möglich!

Bitte nicht falsch verstehen: Damit ist nicht gemeint, jedem Arzt und Therapeuten die Freundschaft zu kündigen. Damit ist einzig und allein gemeint, sein Hirn einzuschalten, besser noch den Bauch und SELBST zu entscheiden, welchen Weg man geht. Und dann dazu auch zu stehen. Ob das der Schulmedizinische oder ein Alternativer ist, liegt bei euch.

Für ein Heilritual entscheide ich mich meist, wenn die anderen Wege erfolglos waren. Mit dieser Intention, mit der Eigenverantwortung und dem wirklichen Wollen (manch einer profitiert doch von den Umständen seiner Krankheit und will sie nicht loslassen), kann ein Heilritual gewaltige Kräfte entfalten.

So einem Ritualbeispiel durften wir folgen. Obwohl es nicht wirklich praktiziert wurde, war doch die Kraft spürbar.

Für jeden Räucherfreund und die, die es werden wollen, sind die Bücher von Marlis Bader Pflicht. Schon allein, weil sie unserer Räucherkultur näherstehen: Marlis bevorzugt einheimische Kräuter. Da freuen sich nicht nur Herz und Seele, sondern auch der Geldbeutel.

 

Margret Madejsky schließlich, die diese Veranstaltung mit ihrem Team ins Leben gerufen hatte, gab uns wertvolle Tipps zum Entgiften, speziell in Bezug auf unsere hormonelle Balance. Ja, auch da wusste ich schon Einiges. War ja nicht zum ersten Mal hier. Aber Asche auf mein Haupt … Da war doch was mit dem Wissen und Umsetzen …

Als wunderbaren Entgiftungstrank empfahl sie uns unter Anderem einen Leberentlastungstrank mit Kurkuma und Zitrone.

Den verrate ich euch hier nicht … Ihr könnt euch gern mal mit natura-naturans selbst befassen. Oder mit Google. Aber Letzteres kann auch einige Obskuritäten an den Tag bringen. Ein Blick auf die Webseite http://www.natura-naturans.de ist auch für die wertvoll, die eben nicht bis nach München reisen können. Viele Beiträge sind hier kostenlos online gestellt und man kann sich jeden Vortrag auch als DVD bestellen.

 

Am nächsten Tag durften wir Dr. rer. nat. Ursula Stumpf genießen. Ja, „Dr. rer. nat.“ Das mag man so gar nicht glauben, wenn man Ursula erlebt. Sie ist so natürlich und menschennah, wie deine beste Freundin und nicht etwa zurückhaltend oder dozierend, wie solche Titel manch einen befürchten lassen. (Ich hoffe, Ursula nimmt mir das nicht krumm).

Ich habe Ursula Stumpf (die Titel lass ich jetzt mal weg, bei meiner Freundin würde ich die auch nicht voransetzen) meine intensive Zuwendung zu Heilkräutern zu verdanken. Ihr erstes Buch über Seelenkräuter (Es hieß glaub ich, „Kräuter für Wellness …“) hat mich ins Leben zurückgeholt. Ich habe mich zwar schon von Kindesbeinen an für Kräuter interessiert, aber eben auch diese nicht wirklich „ernst“ genommen. Erst eine schwere Lebenskrise ließ mich nach pflanzlichen Verbündeten suchen. Ich dachte damals, wenn Krankheiten seelische Ursachen haben, dann müssten doch auch Kräuter bei kranken Seelen helfen. Dann fand mich dieses Buch. Ursula war meines Wissens die Erste, die Kräuter und Seele in Verbindung brachte. Aus diesem Buch hab ich auch meinen „Scheiß-Egal-Tee“ geklaut, der so wirkt, wie er heißt. Bei Ursula heißt er, glaub ich, „Tee für funktionelle Herzbeschwerden …“ Dieses wirksame Rezept nutze ich schon so lange, dass ich über Jahre nicht mehr sicher war, wo ich es eigentlich her hatte. Es war mir während meiner Panikattackenzeit eine große Hilfe. Ich habe diesen wunderbaren Tee dann auch etwas später unverfänglich mit „Gelassenheitstee“ betitelt und das Rezept bereit gestellt. Ihr findet es hier. Er wirkt wirklich wunderbar, bringt Ruhe im Sturm, sollte aber, wie alle Heiltees, nicht zur Gewohnheit werden.

Natürlich hab ich auch alle ihre Bücher im Regal. Keine Frage! Und ganz besonders freue ich mich über zwei Neuerscheinungen von ihr:

 

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Unsere Heilkräuter

und

 

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Meine Pflanzenmanufaktur

 

 

Das Bestimmungsbuch ist eines der Besten, das mir bisher untergekommen ist:

– gute Farbfotos UND

– hilfreiche Detailzeichnungen

– Heilrezepte

– Seelenwirkung.

Die Kombination von Detailzeichnung und Foto ist wunderbar. So hab ich zum Beispiel das erste Mal in meinen langen Kräuterhexenjahren ein exaktes Unterscheidungsmerkmal von Ackerschachtelhalm und Sumpfschachtelhalm gefunden, dass NICHT vom Fruchtstand abhängig ist. Eine eindeutige Kaufempfehlung, zum Beispiel über obigen Link.

Meine Pflanzenmanufaktur“ ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber für Kräuterfrauen wie mich ganz bestimmt: Hier wird mit Kräutern kreativ gearbeitet. Von nützlichen Dingen wie dufte Körbchen, Pflanzenfarben, Schneebesen, bis zu spielerischen, wie einen „Nütztnichts„. Na und gerade den, den werde ich wohl brauchen, diesen Nütztnichts.

Für mich Wissenshungrige total interessant, war die Herstellung von Birkenpech. Das will ich schon lange wissen und habe die kläglichen Versuche einiger Geschichtsprofessoren in Steinzeitcamps verfolgt. Aber Ursula hat diese Hürde gemeistert. Da kommt dann wohl doch die Apothekerin mit ihrem fundierten Wissen über chemische Vorgänge durch. Eine Apothekerin, die sich den Heilpflanzen verschrieben hat, fundierter kann Wissen nicht kommen.

Das mit dem Birkenpech versuche ich demnächst auch. Ich werde euch berichten. Leider sind Birken bei uns recht rar.

Ursulas empfehlenswerte Webseite findet ihr hier:

http://www.kraeuterweisheiten.de/

 

Auch die nächste Referentin konnte einen Dr.-Titel vorweisen. Und ich freue mich jedesmal, wenn Medizinstudium und Kräuterwissen zusammenkommen. Ebenfalls eine unschlagbare Kombination. Ich spreche von der Frauenärztin Dr. Heide Fischer. Spätestens nach der Aufforderung: „Laden Sie Ihre Nachbarinnen doch mal zum Vaginalzäpfchen gießen ein„, das ihrem Buch „Frauenheilpflanzen“ entnommen ist, haben auch ihre Werke einen festen Platz in meinem Regal. Ich habe damals beim Lesen dieser Idee lachend quer über dem Buch gelegen. Meine lieben aber erzkonservativen Nachbarinnen – beim Gießen von Vaginalzäpfchen. Dazu einen Kaffee …   Wer Heide Fischer life erlebt, wundert sich allerdings nicht mehr. Sie hat einen herrlichen Humor.

Rezepte aus diesem Buch habe ich schon öfter erwähnt, zum Beispiel die „Feuer im Becken„- Salbe, aus dem Artikel „Wenn die Lust zur Last wird“.

Wer sich mit den normalen kleinen bis mittleren Beschwerden des Frauseins befassen muss, oder auch mal näher ins Frausein spüren will, der ist mit diesem empfehlenswerten Buch sehr gut beraten. Wer jedoch ein größeres Päckchen zu tragen hat, der sollte mal in die anderen Werke schauen. Ja sogar eine Meditation gibt es von Heide Fischer, die ich inhaltlich zwar gut finde, mit der Sprechstimme werde ich aber nicht warm.

Auch Heide Fischer hat etwas Neues herausgebracht:

 

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Ab 40

 

Nach ihrem Vortrag zum Thema „Hormone“ und dem Studium dieses Buches habe ich festgestellt, dass auch ich in den letzten 15 Jahren hormonell völlig falsch gelegen habe … Ich bin dabei, die Tipps umzusetzen. Natürlich werde ich berichten, ob mir das gelungen ist.

Obwohl auch Heide Fischer über ein ernstes Thema referierte, brachte sie uns mit ihrer sympathischen, fröhlichen Art mehrfach zum Lachen. Eine unkomplizierte Frau. Jedenfalls uns gegenüber. Ich könnte mir vorstellen, dass sie bei einer konservativen, mit hochdosierten Hormonen behandelnden Ärzteschaft, schon die Zähne zeigen kann. Wer mehr wissen will: http://www.frauen-naturheilkunde.de/

 

Olaf Rippe kam uns dann „sinnlicher“. Gibt es ein schöneres Heilmittel, als die Liebe? Sogar einen Liebestrank durften wir für die Anwendung zu Haus mitnehmen. Dazu folgt hier jetzt nicht mehr. Lasst eurer Fantasie freien Lauf. Es lebe die Venus!

 

Gabriela Nedoma haben wir es zu verdanken, dass sowohl die Gemmotherapie (Knospentherapie), als auch die wirklich pure Naturkosmetik wiederbelebt wurde. Ihr Vortrag ließ uns in Großaufnahmen von Knospen und deren Querschnitten schwelgen, die uns in völlig neue Welten enführten. Oder wusstet ihr, dass eine sich gerade öffnete Knospe im Inneren Lichter erzeugt? Ein Minikosmos …

http://www.gruenekosmetik.at/index.php

Eine ebenfalls sehr empfehlenswerte Seite. Gabriela gibt auch einen Newsletter heraus.

 

Natürlich gibt es auch von Gabriela zwei empfehlenswerte Neuerscheinungen:

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Vegane Kosmetik

In Zusammenarbeit mit der genialen Siegrid Hirsch (deren Bücher auch ins Regal gehören!)

und

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Das große kleine Buch: Naturwaschmittel aus Wald und Wiese

 

„großes kleines Buch“ ist absolut treffend. Es ist, anders als es hier vielleicht scheinen mag, wirklich ein kleines Bändchen. Es werden auch „nur“ Rosskastanie, Seifenkraut und Efeu besprochen. Aber das ausführlich. Für mich gab es da doch noch was zu lernen. An Efeu als Hustenmittel hatte ich mich in Eigenregie bisher nicht ran gewagt. Da musste ich doch zum Apothekenmittel greifen. Was mir an den käuflichen Mitteln aber so gar nicht behagt, sind die Zusatzstoffe.

 

Vollgepackt mit Wissen und Inspiration fuhr ich nach Hause. Es gibt viel zu tun! Ich kann jeder nur empfehlen, bei den nächsten Frauenheiltagen dabei zu sein. Das tun wir für uns! Und damit auch für unsere Familien!

Wer nicht kann: Da gibt es ja immer noch die DVD´s …

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So ungefähr lauten oft die Fragen, wenn ich bei Kräuterwanderungen die Heilkräfte der Pflanzen aufzähle… „Das kann ich mir unmöglich alles merken“ und „welches ist nun besser?“

Wir sind Individuen und unsere Heilkräuter auch. Der Eine feiert unzählige Erfolge mit „seinem“ Kraut, dem Anderen bringt das Pflänzlein gar nichts.

Und trotzdem gibt es immer wieder Kräuter, die unsere Ahnen gegen fast alles eingesetzt haben, schon die Namen deuten darauf hin: Selfheal, „Heil aller Schäden“, „Heil aller Welt“… die Liste ließe sich weit fortsetzen…

Es gibt sie wirklich, diese (fast) Allesheiler. In meiner Herbalistenausbildung habe ich gelernt, ein guter Herbalist ist nicht der, der 40 Kräuter gegen eine Krankheit weiß, sondern ein Kraut gegen 40 Krankheiten.

Das kann ich nur unterstreichen. Wer sich ein wenig mit namhaften Kräuterheilern beschäftigt, wird schnell feststellen, dass die meist ihre, für Außenstehende recht profanen, Lieblingskräuter haben. In der englischen Kräuterkunde stehen zum Beispiel Löwenzahn und Ingwer ganz vorn (zu Recht) und in Amerika unter anderem die Goldsiegelwurzel (auch zu Recht). Wir Deutsche scheinen einen Hang zum Exklusiven zu haben, wir holen uns die exotischsten Mittelchen aus der Apotheke und vergiften die Heiler in unserem Vorgarten…

Das Kraut „Heil aller Schäden“ dürfte z. B. ein jeder kennen. Es ist unsere ganz gewöhnliche Schafgarbe. Manch einer bringt dann noch zusammen, dass es bei Magenbeschwerden hilft, oder bei Frauenbeschwerden. Das ist ja immerhin ein Anfang. Tatsächlich ist die Schafgarbe immer mein erstes Mittel  bei Magenproblemen und Frauenbeschwerden. Das rate ich auch meist den Teilnehmern. Die heilende Garbe wirkt auf so breiter Ebene, dass die Probleme damit oft schon erledigt sind. Erst wenn die Schafgarbe nichts ausrichten kann, empfehle ich ein intensives Auseinandersetzen mit den Beschwerden. Von der Diagnose (auch über den Arzt) bis hin zur speziellen Rezeptur.

Die Schafgarbe kann tatsächlich viel mehr. So findet sich ihr Einsatzgebiet auch bei Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Herzbeschwerden. Wobei Heilpflanzen in der Regel nicht wie Allopathika irgendwelche großen Wirkungen in eine Richtung haben, sondern eher ausgleichend wirken. Jemand mit niedrigem Blutdruck muss jetzt keine Angst vor einem Tässchen Schafgarbentee haben.

Sie findet ihre Anwendung auch bei Infekten, Fieber und, wer hätte das gedacht: zur Wundbehandlung (innerlich und äußerlich). Die Schlauberger unter uns wissen das wahrscheinlich schon, daher kommt nämlich der lateinische Name: Achillea… das Kraut, das Achilles für seine Ferse brauchte.  „Soldatenkraut“ ist im Übrigen auch eine der Bezeichnungen für die Schafgarbe.

Sie ist eines der wenigen Kräuter, die man direkt auf Wunden auflegen kann. Sie heilt und desinfiziert. In der Reiseapotheke als Pulver mitgeführt, ist man auf der sicheren Seite. Auch bei Nasenbluten kann das  Pulver helfen. Wer sich dagegen die Blättlein pur in die Nase prummelt, kann auch das Gegenteil erreichen.

Krämpfe aller Art (Magen, Darm, Menstruation), vielfältige Einsatzgebiete (Erkältungen, Lungenprobleme, Wundbehandlung, Herz), also wenn die Schafgarbe kein Allroundtalent ist, weiß ich nicht.

Als Bitterkraut ist sie natürlich auch ein Tonikum, dass man sich nicht entgehen lassen sollte. Bitterkräuter sind standardmässig in Lebenselixieren. Sie feuern nicht nur die Verdauung an, sondern auch Stoffwechsel und Lebensgeister.

Die jungen Blättchen, auch Augenbraue der Venus genannt, schmecken roh hervorragend, auch im Salat. Die älteren kann man immerhin noch wie ein Gewürzpulver benutzen.

Wer die Schafgarbe als unerwünschtes Beikraut aus seinem Garten entfernt, könnte durchaus den verständnislosen Blick eines Antroposophen ernten. In der antroposophischen Lehre ist sie nämlich das Kraut, dass „Äther- und Astralleib“ verbindet. Sie wird daher gern im Garten als Helfer für die anderen Pflanzen stehen gelassen und auch das regelmässige Tässchen Tee für den Menschen ist bei dieser Eigenschaft natürlich obligat.

Tatsächlich kann ein einziges Fiederblättchen der Schafgarbe deutlich dazu beitragen, eine Schubkarre Gartenkompost zu zersetzen.

Bei den Indianern Nordamerikas steht sie bei den Heilkräutern ganz vorn. Wen wundert es, bei diesen Eigenschaften? Krampflösend, antiviral, antibakteriell… um nur einige nochmals zu erwähnen.

Frauenärztin Heide Fischer empfiehlt eine Schafgarben –  Teekur für Frauen, die ein wenig ihr Bewusstsein schärfen und ihre Empfindungen und Träume während dieser Zeit aufschreiben sollen. Den Tipp kann ich  nur aus ganzem Herzen weitergeben.

Schafgarbe wird auch als begleitend/schützendes Mittel bei der Strahlentherapie angewandt. Das sie gegen Strahlung aller Art wirksam ist, kennt man aus den Blütenmitteln. Die Essenzen werden auch bei Bildschirmarbeitern oder Arztbesuchen (Röntgen) eingesetzt.

Aus den harten Stängeln machen die Chinesen ihr „I Ging“ – Orakel, das so lang geschüttelt wird, bis ein weissagendes Stängelchen herausfällt.

Eine absolut unmedizinische, aber seelenstreichelnde Anwendung: Mit Gold eingesprühte, getrocknete Blütenstängel für die Weihnachtsdekoration.

Tatsächlich kann man mit nur einer einzigen Pflanze schon einen halben Medizinschrank füllen. Sie ist ein Standardnotfallmittel und ein Gesundheitstonikum. Also keine Angst vor der Kräuterkunde. Fangt damit an, was vor euren Füssen wächst und lernt das kennen!

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