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Posts Tagged ‘Hobby Vantana’

Oktober

Mein Stromfresser (Hobby Schantana Pseudo-Wohnmobil) hat Werkstattpause. Ich habe heute, wo ich diesen Bericht verfasse (06.02.16) von der Werk(el)statt ein Reise-Logbuch zugeschickt bekommen. Eigentlich eine nette Geste. Aber es juckt mich in den Fingern, sämtliche Werkstattpausen einzutragen und es umkommentiert zurückzuschicken. Doch ich möchte mich von dem Thema lösen, darum nur ein kurzes Werkstattupdate per heutigem Stand: Die Klimaautomatik geht in der kalten Jahreszeit nur händisch. Womit „Automatik“ ja schon mal ein Witz ist. Scheinbar betrifft das alle Fiat-Ducatos dieser Serie, also schaut doch mal, ob, wenn ihr auf „Automatik“ stellt, die Kiste auch warm wird. Meine jedenfalls nicht und alle anderen auf dem Hof der Werkstatt auch nicht. Bei Fiat soll das bekannt sein und man arbeite mit Hochdruck an der Lösung… Scheinbar bin ich die erste(!?!) Kundin, die das überhaupt bemängelt. Also ihr anderen: Regelt ihr eure Automatik tatsächlich händisch???

Die Drehsitzgeschichte hängt ebenfalls noch im leeren Raum. Da wird sich wohl nie was tun. Auch hier hat Fiat mit seiner Eigenproduktion Probleme. Ich habe jetzt schon ein schlechtes Gewissen dem potentiellen Käufer gegenüber, dem ich den Wagen irgendwann verkaufen werde.

Der Bordstrom? Nun, die liebe Werk(el)statt hat ja gaaaaanz doll gesucht und nix gefunden. Da wird wohl alles in Ordnung sein. Bisher hab auch ich noch nichts Gegenteiliges gefunden, aber ich nutze den Wagen grad kaum… Na, vielleicht hat sich ja wirklich was durch das Bewegen der elektrischen Leitungen getan. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Genug jetzt (aufdieFingerhau), das ist schließlich ein Kräuterblog!

Und wegen obigem Ärgernis bin ich zu Haus, im eigenen Wald. Da eine passionierte Kräuterhexe überall was findet, kann sie natürlich auch hier fündig werden.

 

Es ist ein schöner Herbsttag und wir machen eine kleine Runde. Und schon nach kurzer Zeit heißt es: Ein Männlein steht im Walde…

 

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Zwei Prachtstücke wie aus dem Bilderbuch

 

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Fliegenpilze sehe. Nein, ich gehöre nicht zu denen, die schon mal gekostet haben, obwohl nach meinem Kenntnisstand noch niemand bei uns durch den Fliegenpilz zu Tode kam und er im getrockneten Zustand auch weniger giftig sein soll. Aber ich will niemandem reinreden, weder zum Konsum, noch dagegen. Zumindest wenn ihr Erwachsene seid, ihr müsst wissen, was ihr tut. Seid ihr noch nicht volljährig, dann auf alle Fälle Finger weg!

Ich liebe Fliegenpilze trotzdem. Das muss wohl was Uraltes sein. Aber auch Pilzkenner lieben ihn. Nicht unbedingt in der Suppe, aber als Zeigerpilz für Steinpilze. Denn die fühlen sich meist genau da wohl, wo auch ihr rothäuptiger Genosse steht.

Der Fliegenpilz ist in unserem Volksgut allgegenwärtig (Frag mal den Rätsch, der hat Bücher drüber geschrieben) und wird als Glücksbringer aufgefasst. Das hat mit Zufall nichts zu tun.

Ihr könnt euch natürlich mit dem Pilz befassen, ohne ihn zu kosten. Das geht, frei nach Storl, auch meditativ. Ich hab nicht ganz so viel Sitzfleisch wie dieser (Wolf-Dieter Storl kann schon mal vier Stunden versunken mit einem Pflänzchen kommunizieren), aber ich stelle immer wieder fest, das die Wuchsorte des Pilzes etwas „Magisches“ haben. Solche Erlebnisse kann man leider nicht per Blog teilen, man muss sie selbst erfahren. Ich kann euch ja auch nicht den Genuss von Mozarts „Zauberflöte“ per Text zu Ohren bringen, da müsst ihr schon selbst lauschen.

Ich lasse also die Pilze unberührt, nehme nur ein Abbild und gehe weiter…

 

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Es wird herbstlich…

 

Ich gehöre zu den „Herbstliebhabern“. Die meisten Menschen lieben ja den Frühling, oder den Sommer, ich bin Herbstmensch. Da habe ich eine eigene Theorie: Ich glaube, man liebt genau die Jahreszeit, die etwa 3 Monate nach der eigenen Geburt liegt. Ganz einfach deswegen, weil sich dann die optische Wahrnehmung eines Säuglings erweitert. Es ist die erste Jahreszeit, die ein kleiner Mensch mit allen Sinnen aufnimmt… naja, meine Theorie. Ich finde sie schön, auch wenn sie vielleicht nicht wirklich passt…

 

Ich liebe also den Herbst, auch wenn die ersten Blätter fallen. Er „riecht“ anders. Es kommen würzige Aromen, nicht so weiche, wie im Frühling. Überall ist Erntezeit. Es gibt Früchte, Pilze und dicke Wurzeln. Die Farben wirken satt, bunt, kein Frühlingseinheitsgrün. Es ist nicht mehr quälend warm.

Obwohl der Mai für eine Kräuterhexe wohl der arbeitsreichste Monat ist (falls sie Kräuterführungen macht), gibt es im Herbst noch genug zu tun. Ich nutze unseren kleinen Ausflug jedenfalls, um die Wurzeln der Knoblauchsrauke auszugraben, die ich später, kleingerieben, mit Öl konservieren werde. Ein adäquater Ersatz für Meerrettich. Neben ein paar Pilzen, die den Speiseplan bereichern werden, sammle ich auch die ersten Hagebutten. Tee aus selbstgesammelten Hagebutten ist schon deswegen leckerer und gesünder, weil die Kernchen darin belassen werden. Solltet ihr sammeln und „entkernen“, weil ihr vielleicht Hagebuttenmark macht (was ebenfalls göttlich schmeckt), dann schmeisst die Kernchen nicht weg! Sie allein geben schon einen wunderbar orangenen nach Vanille schmeckenden Tee (schön lang ziehen lassen – bis sich Farbe zeigt. Manche kochen die Kernchen auch). Die Kernchen haben einen hohen Gehalt an Vitamin B, was natürlich den käuflichen Hagebuttentees fehlt.

Der großen Volkszeitung zum Trotze sammeln wir auch Bucheckern. Erhitzt oder ohne das Häutchen sind sie sowieso bekömmlich. Und damit ihr seht, dass sich das mühsame Sammeln und Pulen (wenn ihr die Schale nicht beim Rösten in der Pfanne knackt) auch lohnt, gleich noch zwei leckere Rezepte:

 

Bucheckern-Käse-Plätzchen
80 g Schafkäse (trocken und fest) 80 g Allgäuer Bergkäse (nicht zu reif)
2 El Hartweizengrieß, 2 El gehackte Bucheckern
Den Käse reiben und mit dem Grieß und den gehackten Bucheckern mischen. Teelöffelgroße Portionen abteilen und nicht zu dicht auf einem Backblech mit Backpapier verteilen. Im vorgeheizten Backofen (200 Grad, Ober- und Unterhitze) 5-7 Min. backen.

 
Bucheckern-Kräuteraufstrich
1 Bund frische Kräuter (z. B. Schnittlauch, Petersilie, Löwenzahn)
500 g Magerquark 20 g gehackte, geröstete Bucheckern
2 El Olivenöl 1 Schuss Milch
Salz, Pfeffer, 1 Schuss weißer Balsamico
Chilipulver nach Belieben

 

Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann ja auch gleich nochmal meinen Waldflammkuchen ausprobieren!

 

Bucheckern, Knoblauchsraukenwurzel und Hagebutten könnt ihr während des ganzen Winters im Wald finden.

 

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20. Juni 2015

Hab Hausarrest. Mein Womo ist in der Werkstatt. Die Elektrik spinnt (es wird leere Batterie schon ohne Abnehmer nach drei Tagen angezeigt) und die Drehsitze sind ein Witz. Hätte ich nicht vorher jahrelang uralte Busse gefahren, wäre mir das wohl nicht aufgefallen. Aber hier kannst du vielleicht ein-, zweimal drehen, dann sacken die Sitze irgendwie ab, auf die Konsole darunter und es quietscht und scharrt. Da läuft Metall über Metall. Natürlich wurde mir erstmal erzählt, so mit der Elektrik, ein Wohnmobil MUSS natürlich IMMER gleich an Strom. Ja klar, einer Hausfrau kann man ja alles vormachen. Wenn ich keinen Stromabnehmer dran habe (ich mach nie Licht an, nutze den Kühlschrank selten, kein Radio, die Heizung im Sommer auch nicht…), dann sollte so eine Bordbatterie schon länger als drei Tage halten. Es ist nicht witzig, wenn dich der Batteriealarm nachts aufschrecken lässt. Nein… so ein Ding muss permanent ans Netz.. basta… Wieder mal ein Tag wo ich meinen „Alten“ vermisse… der stand drei Wochen schmerzfrei…

Und der Sitz… naja… das ist nun mal so… man muss halt, wenn man ihn drehen möchte, aufstehen und dann… dann schleift er nicht…

Tolle Wurst. Es geht auch anders! Bei irgendeinem meiner gefühlten 30 Werkstattbesuche gab ein Mitarbeiter zu, dass Fiat jetzt wohl eigene Drehsitze herstelle und der Ärger damit sei bekannt. Das mag ja sein, aber kann nicht mein Problem sein! Leider musste meine Vertragswerkstatt den Wagen zu einer Fiatwerkstatt weiterleiten, denn für Fahrzeug und für den Wohnaufbau seien unterschiedliche Werkstätten zuständig…

Nun, die Fiatwerkstatt hat wohl irgendwas nachgeschraubt und nachgezogen und für den Moment der Abnahme auf deren Hof, funktionierte der Sitz auch. Was mir dabei leider entging: Es schepperte kurz, als sie meinen Wagen aus der Halle fuhren. Ich bin zwar misstrauisch drumrum gelaufen, hab aber nix gesehen. Auch der Lehrling, der ihn rausgefahren hatte, sah seltsam betreten aus. Was da gescheppert hatte, hab ich leider erst viele Wochen später gesehen… Irgendjemand hatte mir hinten ganz oben rechts zwei Beulen gefahren… Das weis mal nach…

Überhaupt war Hobby beim Zusammenbau meines Wägelchens sehr kreativ. Als ich die Dusche zuziehen wollte, hab ich gesehen, das da Schnitzwerk drauf war. Nein, keine Verzierung. Vermutlich hat ein Mitarbeiter beim Aufschneiden der Verpackung einen Cutter benutzt. Die Werkstatt des Grauens meines Vertrauens musste mehrfach eine neue Duschabtrennung ordern, da wohl einige mit Cutter bei Hobby aus ihrer Verpackung befreit wurden.

Hobby war bei uns in der Region immer als vorbildlicher Arbeitgeber bekannt. Obwohl sich da angeblich in letzter Zeit verschärftere Bedingungen eingeschlichen haben sollen, muss ich doch feststellen, das zumindest in Bezug auf Kreativität den Mitarbeitern beim Zusammenbau freie Hand gelassen wird. So werden die Stoßkanten der Fenstergummis zum Beispiel nach unten gelegt, damit man sie schön sehen kann und eventuelles Schwitz- oder Putzwasser in die Verkleidung sickern kann… was man nicht sieht, ist weg…

Auch die Stoßkanten der Laufschiene der Duschabtrennung sind schön ins Blickfeld gerückt. Was aber nur ein optischer Mangel ist.

Die Schiebetür ist so dick verkleidet, dass sie beim Öffnen auf die Laufleiste scheuert… das gibt hässliche schwarze Schleifspuren auf der weißen Innenseite… nachstellen ging nicht, da musste was von der Tür weggeschliffen werden.

Kennt ihr diese kleinen weichen Schaumstoffnupsies? Diese Dinger, die man an Schranktüren klebt, damit sie nicht so laut zuknallen? Oh, die hab ich auch, allerdings nur als dekorative Elemente. Der Mitarbeiter war sich scheinbar so gar nicht sicher, wo die hingehören und hat sie daher einfallsreich überall verteilt.

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Schön ist die Welt, denken sich diese beiden Stoßstopper, denn sie können sich wenigstens unterhalten… ohne Anstöße

 

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Dieser arme „Dämpfer“ ist aber ganz allein. Er stößt nie auf etwas, sondern hat einen ungehinderten Blick bis zum Fussboden

 

Wie gesagt, dass sind eher die Kleinigkeiten, über die ich ein wenig schmunzeln muss. Aber alles in Allem hört sich das dann doch nach „mit heißer Nadel“ genäht an. Der Wagen ist im Prinzip gut durchdacht, aber es ist nunmal nicht einfach, auf so wenig Platz alles unterzubringen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass man die Sitzbank schlicht hätte rausschmeissen sollen. Es können sowieso nur zwei im Wagen schlafen und die Sitzbank nimmt viel Platz weg. Darauf sitzen ist Strafe. Man hat den Tisch im Bauch und für eine Fahrt ist sie definitiv zu unbequem.

In der Küche kann man die Arbeitsfläche durch eine hochklappbare Verlängerung etwas erweitern. Aber dieses Brettchen hält nicht einmal einen vollen Topf…

Das Dachfenster, was eine einfache Plastikkonstruktion ist, die auch Verdunkelungs- und Fliegenrollo enthält, war auch sehr „entgegenkommend“, aber meine Werkstatt sah erst Handlungsbedarf, als ich das per Foto dokumentierte. Nun ist es fest. Ich war kurz davor selbst mit Pattex und Schrauben zu Werke zu gehen.

Die Härte ist aber das Argument meiner Werkstatt des Gr…, des Vertrauens, wenn ich höre: „Naja, in der Preislage…“

Was soll denn das heißen? Für den Preis kann man sich eine kleine Eigentumswohnung kaufen! Egal wie hoch- oder niedrigpreisig. In Ordnung muss die Ware doch sein!

Nun gut… mein Womo, dass ich eigentlich sehr mag, und die Werkstatt, das wird wohl eine „Never ending story“.

 

Nun, auch beim Hausarrest bin ich ja nicht untätig. So hatte ich in der Zeit eine Wanderung mit der VHS Hanerau – Hademarschen. Hier im Wald herrscht im Vergleich zu den anderen umliegenden Wäldern noch eine gewisse Kräutervielfalt, darum bin ich recht gern hier. Dieses Jahr beherrschen jedoch Zecken das Terrain. Wir beginnen meine Wanderungen immer mit etwas Yoga, was uns achtsam gegenüber den Geschöpfen werden lässt. Man nimmt bewusster wahr und auf. Das sind nur 10 – 15 Minuten, aber der Blick wird klar und der Geist wach. Dieses Mal machen wir unsere Übungen unter erschwerten Bedingungen. Du kannst dich kaum beugen, ohne das eine Zecke deine Hände bekrabbelt. Ich kann kein Kräutlein pflücken und zeigen, ohne dass sich an ihm Zecken tummeln.

Ich behaupte hier mal einfach: zu meiner Kindheit gab es keine Zecken. Ich habe jede freie Minute im Unterholz zugebracht und EINMAL brachte ich etwas mit nach Haus, was meine Eltern „Holzbock“ nannten. Und diesen Bock haben wir bestaunt!

Dieses unnatürliche Zeckenaufkommen ist meiner Meinung nach ein Zeichen des gestörten Gleichgewichtes in der Natur. Jedenfalls verdirbt es einem den Spaß im Freien. Aber ich muss sagen, dass mein bisheriger Zeckenschutz  (Patchouliöl und Kokosöl, siehe Touranfang) uns nicht im Stich gelassen hat. Hund und Mensch blieben unbezeckt.

Unsere Wanderung führt uns weiter durch den ansonsten wirklich schönen Wald und wir stoßen auf den Waldziest (ich weiß immer noch nicht, wie man ihn ausspricht: zi – est, oder ziest, mit langem „i“).

Eine samtige unscheinbare Pflanze. Wer sich ein Blättchen nimmt und mal schnuppert, verzieht sein Gesicht. Sie stinkt. Seltsamer Weise kann man aber eine „Steinpilzsuppe“ aus ihr machen. Also auch in der pilzarmen Zeit, oder wenn andere schneller waren: Waldziest ist Steinpilz, Spitzwegerich ist Champignon.

Während man auf dem Wegerich und seinen Fruchtständen ordentlich rumkochen muss, um ihm das Champignonaroma zu entlocken, wünscht sich der Waldziest eine zarte Behandlung. Ich habe sogar mal gelesen, dass man ihn drei Tage im kalten Wasser ziehen lassen und dann nur vorsichtig erwärmen soll. Da hätte ich doch so ein paar Keimbedenken. Ich habe es mal probiert, es ist wirklich „Steinpilz“, aber gegessen hab ich ihn so nicht.

Normal gekochtes Wasser, dann den Ziest kurz mitziehen lassen, das geht auch. Das Aroma ist nicht so intensiv wie oben, aber ich fühle mich da doch keimfreier.

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Einfache „Steinpilzsuche“ – der Waldziest wächst fast überall im Wald

 

Ob der Waldziest die Heileigenschaften des Heil-Ziest teilt, da ist man sich nicht einig. Er wird in der Volksheilkunde aber ähnlich angewendet. Er ist auch als „Wundziest“ bekannt und seine frischen Blätter wurden in alten Zeiten gegen Epidemien eingesetzt.

Heute sagt man ihm eine entgiftende Wirkung nach. Ich habe ihn bisher nur kulinarisch eingesetzt und natürlich muss ich beim Spazierengehen über seine kuschlig samtigen Blätter auch mal streicheln….

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