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Posts Tagged ‘Johanniskraut’

Jetzt beginnt die optimale Zeit um unser Apothekenschränklein aufzufrischen. Ein bisschen differenzieren muss ich da aber: Bei uns im Norden können wir uns nahezu mit einem Fön neben die Kräutlein stellen, damit die Sonnenpflanzen, besonders die Sonnenwendkräuter, ihre höchste Wirkstoffdichte bald erreichen und der eher sonnenumschmeichelte Süden (was bei uns Muschelschubbsern alles südlich von Hamburg ist), wird man wahrscheinlich hier und da schon abgeblühte Pflanzen finden.

Viele Kräuterliebhaber folgen meinem Aufruf mit einem leichten Stöhnen – sie nehmen sich jedes Jahr vor, einiges zu machen (wie ich auch), kommen dann aber nicht dazu.

Meine Lieben, das ist alles nicht so wild! Macht es in dem Umfang, wie es euch Freude bereitet. Ich sehe mittlerweile Landschaften leider auch oft als (wenn nicht beerntet) verschwendetes Potential, bis ich mich dann selbst ein wenig tadele, daß ich nicht einfach die natürliche Schönheit genießen kann. Dazu gehört auch, die Fülle einfach materiell ungenutzt, nur die Seele erhebend, den Weg alles Irdischen gehen zu lassen. Ja, auch ich muss lernen, nicht einfach alles wild zu „konsumieren“ was es umsonst gibt, sondern mich auf das zu konzentrieren, was ich wirklich brauche. Mit dem reinen Zusammenraffen von Dingen, nur weil sie billig oder kostenfrei zu bekommen sind, kann man viel Lebenszeit verschwenden. Doch genug der Philosophie…

Aus aktuellem Anlaß (wir haben mal wieder eine fette Erkältung zu Besuch), möchte ich euch noch einmal das Mädesüß ans Herz legen. Eine recht ausführliche Beschreibung und vor allem auch kulinarische Rezepte findet ihr in einem älteren Beitrag von mir:

https://earthwitch.wordpress.com/2010/06/11/da-bluht-euch-was-madesus/

Aus dem Apothekergarten

Aus dem Apothekergarten

Da Mädesüß auch ein hervorragendes Grippemittel ist (das bei der „echten“ Grippe ärztlicher Rat erforderlich ist, solle selbstverständlich sein), möchte ich euch auch ein Rezept für eine Mädesüßtinktur vorstellen. Wenn euch die Erkältung packt, geht natürlich auch einfacher Mädesüßtee. Wenn ihr kein Mädesüß bevorratet habt (wie ich meistens), dann schickt den Gesündesten in den Knick, an den Bach oder in die Apotheke und holt euch ein wenig Kraut (Es geht beides: Blatt und Blüte). Am Besten schmeckt Mädesüßtee mit etwas Zitrone.

Aber hier nun das Rezept:

Mädesüßtinktur

etwa 100 g (zwei Tassen) Mädesüßblüten

500 ml Alkohol (mindestens 40 %)

Alles vermischen, 4-6 Wochen stehen lassen, abseihen und fertig!

Hier nehmen wir nur die Blüten, was das Ganze nicht nur heilsam, sondern auch lecker macht. Bei der Wahl des Alkohols kommt es auf eure Einstellung an: rein chemisch gesehen, geht alles. Vom Wodka von Feinkost-Aldi bis zum Armagnac. Ich möchte aber anmerken, dass die klassischen Kräuterheiler gern hochwertigen Alkohol nehmen. Bach hat zum Beispiel Brandy genommen. Selbstverständlich bringt auch Alkohol eine ganz eigene Schwingung mit in die Tinktur. Heiler sehen da meist nicht auf den Preis, sondern auch auf Herkunft, Zutaten und Verarbeitung.

Wenn die Blüten eher oben auf dem (regelmässig zu schüttelnden) Gemisch schwimmen, müssen sie evtl. etwas beschwert werden.

Ich will euch auch nicht vorenthalten, dass man z. B. in England eher 400 ml Alkohol und 100 ml pflanzliches Glyzerin nehmen würde. Glyzerin soll die Tannine besser ausziehen. Im englischsprachigen  Raum sind Glyzerintinkturen zur innerlichen Einnahme nach wie vor selbstverständlich. Besonders für Kinder.

Das dürft ihr hier nicht mal denken. Euer Apotheker würde euch einen Vortrag halten. Man darf aber nicht vergessen, dass das Glyzerin nicht schnapsglasweise, sondern in Tröpfchendosis genommen werden würde und außerdem nehmen wir ja nicht das aus der Fußbodenfegemischung der Petrochemie…

Wenn ihr dann auch noch nach pflanzlichem Glyzerin fragt, dann gucken euch die meisten Weißbekittelten an, als kämt ihr vom Mars. So was gäbe es ja gar nicht. Ich habe bisher definitiv nicht EINEN Apotheker gefunden, der die Existenz überhaupt für möglich hält.  Aber das ist natürlich nicht repräsentativ, ich kenne ja nur eine Handvoll…

Dabei sollten die Hochstudierten (und das Studium schaffen wirklich nur die hellsten Köpfe) das eigentlich wissen. Denn bei der Seifensiederei (mit Pflanzenfetten) fällt z. B. auch Glyzerin an. Dieses Glyzerin macht hausgesiedete Seifen so wertvoll für die Haut. Kommerziell gesiedeten Seifen wird das Glyzerin entzogen und (teurer) weiterverarbeitet und verkauft. Es gibt ja auch kommerzielle reine Glyzerinseifen… aber ich schweife ab.

Pflanzliches Glyzerin kriegt ihr normaler Weise bei Kosmetikbedarfhändlern, wie z. B. bei http://www.behawe.com, allerdings ist das hier nicht für innere Anwendung gedacht.

Mädesüß ist eine typsiche Salizylsäurepflanze und Namensgeberin für unser klassisches „Aspirin“ (aus dem lateinischen „Spirea“). Allerdings ist sie verträglicher (für den Magen), als das chemische Pendant.

Besonders bewährt hat sie sich u. a. „sitzenden“ Schmerzen (also kein wandernder Kopfschmerz), die auch pochen können oder mit Hitze (z. B. auch Fieber oder ein heißer Kopf) einhergehen. Mädesüß löst den Energiestau im Kopf.

Auch bei rheumatischen Beschwerden kann man das Mädesüß einsetzen.

Bei Verdauungsproblemen und auch besonders bei Übelkeit ist sie ebenfalls einen Versuch wert. Wer ständig unter Sodbrennen leidet, oder eine langsame Verdauung hat, kann in ihr eine Hilfe finden. Wem z. B. Ingwer zu „warm“ ist, der kann auf Mädesüß ausweichen.

So wunderbar Mädesüß auch ist, aufgrund der Salizylsäure sollte es in einigen Fällen vermieden werden:

  • natürlich bei einer bekannten Unverträglichkeit auf Salizylsäure
  • wenn man Blutverdünner nehmen muß (mit Arzt absprechen)
  • bei Kindern unter 16 (Salizylsäure und natürlich auch das normale „Asprin“ können das gefährliche Reye – Syndrom auslösen)
  • Asthmatiker (es könnte Bronchialspasmen auslösen)
  • wenn man eine Katze ist… das man Mädesüß auch bei Tieren anwenden kann, steht im o. g.  Artikel aus 2010, darum hier nur noch mal die kurze Erwähnung…

Wer unsicher ist, fragt bitte Arzt oder Apotheker…  😉

Aber eigentlich solltet ihr schon wissen, ob ihr Salizylsäure vertragt…

Viele haben Probleme das Mädesüß zu erkennen, wenn es nicht gerade blüht. Wer es einmal gesehen (und vor allem gerubbelt, gerochen und probiert hat), vergißt das nie wieder:

Die Blätter sind ein wenig gefaltet und gezackt. Die Stiele rot. Der Geruch ist ziemlich „medizinisch“, irgendwie nach „Zahnarzt“.

Junge Mädesüßblätter

Junge Mädesüßblätter

Je älter der Trieb, desto röter die Stiele. Ich finde, die Blätter ähneln von der Fältelung ein wenig denen der Himbeere. Wer sich immer noch nicht sicher ist, kommt wieder, wenn das Mädesüß blüht und guckt sich dann die Blätter genau an. Denn wenn das Mädesüß blüht kann man…

auch dieses, garantiert zur lebenslänglichen Sperre bei den „Weightwatchers“ führende Rezept ausprobieren (unter anderem auch ein Grund, warum ich nur temporär vegan lebe…):

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Eine Handvoll Mädesüßblüten über Nacht in einem Becher Sahne schmelzen. Am nächsten Tag abseihen und mit der gleichen Menge Nutella sanft schmelzen. Wenn die Masse wieder kalt ist, wie Sahne schlagen. Mmmmhh…

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Das Rezept ist nur für Verdauungsfreudige und jene, die nur beim Busfahren auf ihre Linie achten. Die Kalorien reichen wohl für eine Woche und so pappdicht fühlt man sich auch. Man könnte das natürlich auch mit anderen teilen und nur einen Klecks nehmen…

Im Prinzip könnt ihr alle Kräutertinkturen nach dem obigen Rezept ansetzen. Streng nach Arzneimittelbuch genommen, wäre das nicht mal eine. Da werden genaue Verhältniszahlen angegeben, wann etwas eine Tinktur, wann eine Urtinktur und wann ein Elixier ist. Aber wir können und dürfen ja keinen Arzneimittelhandel aufmachen und können es handhaben, wie jede gute Hausfrau: Nach Gefühl und Wellenschlag.

Ich mache es meistens so: Kraut (meist frisch und locker geschichtet) ins Einmachgläschen bis oben, dann Alkohol drauf. Für Bachblüten und Mondelixiere gelten natürlich andere Verhältnisse…

Wie hochprozentig das Ganze sein darf, hängt vom Pflanzenmaterial ab. Ganz grob gesagt: Je gröber und härter, oder harziger, desto hochprozentiger der Sprit.

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Heilöle

Ähnlich setzen wir auch Öle an. Hier ist das ein bisschen kniffelig, vor allem, wenn wir frisches Pflanzenmaterial haben. Das könnte schon mal schimmeln. Daher auf alle Fälle ein stabiles Öl nehmen (ich nehme gern Olivenöl), keine feuchten Pflanzen verarbeiten. Ich hab auch schon gelesen, dass manche die Pflanzen vorher mit Alkohol einsprühen. Naja… bitte sehr. Musste ich bisher nicht. Für mich geht dann schon wieder ein wenig das Pure verloren.

Wenn euch die Ansätze leicht umkippen, lohnt sich der Versuch das Öl vorher auf 70 Grad zu erwärmen. Warum auch immer, das scheint den Ansatz stabiler zu machen.

Ein empfindlicher, aber lohnenswerter Ansatz ist das

Klatschmohnöl

Klatschmohnöl

Klatschmohnöl

Bedauerlicher Weise kippt mir das selbst oft um. Ich experimentiere noch. Die Klatschmohnblätter sind so empfindlich, dass ihr sie direkt ins Öl sammeln müsst.  Und dann habt den Ansatz gut im Auge. Ich hab mal irgendwo gelesen, um die Blätter so zu trocknen, dass sie die Farbe behalten, muss man sie ganz früh morgens sammeln.

Das hab ich dieses Mal probiert, kaum das das letzte Tautröpfchen verdampft war. Auf dem Bild ist auch noch nicht genug Öl nachgefüllt, so würde mir der Ansatz garantiert verderben. Das Pflanzenmaterial muss bedeckt sein.

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Warum das Öl so wertvoll ist?

Es ist ein gutes Schmerz und Heilöl, auch zur Narbenbehandlung. Leider käuflich kaum zu erwerben. Dabei für Arthrosen, Gelenk- und Muskelschmerzen wunderbar. Und am schönsten finde ich dieses Zitat:

zu Energetisierung von trägen und apathischen Kindern, nicht einmassieren, eher auflegen…

Haut mich, ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe, ich glaube, bei Eliane Zimmermann.  Wer es weiß, kann mir ja mal eine Mail schicken. Wer seine Kinder damit energetisiert hat, auch…

Was ihr auf alle Fälle mazerieren solltet: Johanniskraut! Rotöl ist der Heil-, Nerven-, und Schönheitsallrounder überhaupt. Ich hab NIE etwas, weil ich es dauernd nutze oder verschenke. Auch hier könnt ihr euch den Luxus erlauben nur Knospen und Triebspitzen zu ernten (den Rest vielleicht zum Räuchern?) um für euch ein allerfeinstes Öl zu haben.

Ich hab euch extra tolles Wetter bestellt. Nur sammeln müsst ihr selbst – jetzt – die Sonnenenergie für dunkle Tage!

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Wer ein wenig aufmerksam ist, für den ist das ja nichts Neues: Das Wetter macht Kapriolen, die Jahreszeiten scheinen außer Kraft gesetzt. Den letzten richtigen Sommer hatten wir hier in Schleswig-Holstein 1997…

Seitdem haben wir teils ein nettes recht sonniges Frühjahr und dann bricht das Durcheinander wieder herein, ab Juni (für Kenner: ab Kieler-Woche), holt man die Sonnenmilch nur noch heraus, damit der Regen besser abperlen kann.

Mir fällt das besonders auf, weil ich seit Jahren versuche, Holundersekt und Johanniskrautöl zu machen und mir das Wetter regelmässig einen Strich durch die Rechnung macht. Und das seit Jahren.

Ich glaube, dass die Natur uns das zur Verfügung stellt, was wir  brauchen werden. Daher ist z. B. der Giersch bei uns übersäuerten Menschen allgegenwärtig. Nun… wie gesagt, das ist nur meine Überzeugung. Aber achtet doch mal darauf.

Dieses Jahr gibt es im Gegensatz zu den Vorjahren außergewöhnlich viel Johanniskraut (weil ich danach ja jahrelang auf Jagd war, fällt mir das auf). Johanniskraut als wunderbares Gemüts- und Nervenmittel, Depressionshelfer und natürlich in der Wund- und Narbenpflege…

Außerdem wird das ein Eichhörnchenjahr. Es gibt Nüsse, Nüsse, Nüsse… sollten wir uns bevorraten?

Die Bauern hingegen haben Grund zu klagen. Manche Felder wurden einfach umgepflügt und neu eingesät, aber die Nachfolgefrucht kümmert auch oft nur dahin. „Das Wetter spielt verrückt“, klagte mir eine Bäuerin. „Das wird Missernten geben und Lebensmittel werden teuer werden.“

Wie es aussieht, müssen wir uns jetzt schon an solche Klimaveränderungen anpassen, indem wir die Anbaupflanzen ändern. Viele Bauern haben das bereits getan. Rapsfelder gibts bei uns zunehmend weniger, was allerdings auch dem Biogas-Mais zuzuschreiben ist. („Bio“ ist hier schon irgendwie der Hammer… warum eigentlich „Biogas“? Die Felder werden doch gespritzt, wie nichts Gutes! Wir haben Trinkwasserqualitätsprobleme seither.)

Gut… wir müssen uns irgendwie anpassen. Ich war also im Wald auf „Kräuterpirsch“ Das ist aus mehreren Gründen recht spannend. Ich beträufle mir seit einiger Zeit die Hosenbeine und Socken mit Patchouli, weil die Zecken den menschlichen Duft nicht mehr wahrnehmen und mich in Ruhe lassen.

Scheinbar wirkt das auch auf andere Tiere. Sie bemerken mich nicht. Ich habe Wesen zu Gesicht bekommen, die ich vorher noch nie in freier Wildbahn erblickt habe.

Gestern z. B. kam ein kleiner Marder direkt auf mich zu. Er suchte eifrig den Boden ab, inspizierte einen dicken Holzstapel.

Nicht einfach mit dem Handy zu erwischen, schon gar nicht, wenn er seinen Kopf dreht und den Kehlfleck versteckt. Aber ein Holzscheit dort hat definitiv einen Puls…

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Nun, was bieten uns Wald und Flur jetzt ersatzweise, wenn die Ernteaussichten so trübe sind?

Johanniskraut gibts immer noch. Wer einen sonnigen Tag erwischt, kann sich bevorraten. Scheinbar sieht Mutter Natur ja die Notwendigkeit hierfür.

Ob man nun Johanniskrautöl herstellt (das dieses Jahr scheinbar wieder recht lang ziehen muss, bis es rot wird…), eine Tinktur, oder ob man es trocknet… Von dem Öl kann man sowieso nie zuviel haben. Und wenn man es „nur“  in Hautcreme oder Badeöl verarbeitet.

Die „Warnhinweise“ die man bei der Verwendung von Johanniskraut manchmal liest, von der Sonnenüberempfindlichkeit bis hin zum Neutralisieren der Pille – das ist bisher in normaler Dosierung noch nicht vorgekommen. Hier hatten Apothekenpräparate in hoher Konzentration ihre Wirkstofffinger drin. Wer sein normales Teechen brüht, sein Esslöffelchen Öl nimmt (den würde ich nicht runter kriegen), oder seine Tinktur, der dürfte keinerlei Probleme haben.

Als „Sonnenkraut“ bringt Johanniskraut ja die Sommersonne und das Licht ins Gemüt. Besonders in der dunklen Jahreszeit haben wir hier einen starken Helfer… ja und auch gerade hier, ist eine höhere Lichtempfänglichkeit wünschenswert.

Im Mittelalter nannte sich das Kraut fuga daemonum – was darauf hinweist, das Dämonen dieses Kraut fürchten. Kräuterhexen mit Betonung auf „Hexen“ verwenden es daher zur Abwehr negativer Energien, besonders auch von „Energieräubern“. Es wurde auch in der häuslichen Kochstelle verbrannt, um das Heim zu schützen. Das mag der eine oder andere belächeln, tatsächlich gibt es mittlerweile aber auch schon wieder Heilpraktiker, die Depressionen und andere Seelenkrankheiten mit anderen Wesenheiten in Verbindung bringen.

Das mag man nun sehen, wie man will… ob nun Dämon oder Depression… wessen Seele leidet, der wird gern auf das Johanniskraut zurückgreifen. Ich möchte aber daran erinnern: Johanniskraut wirkt erst bei Langzeiteinnahme. Bei akuten Problemen sollte man vielleicht doch eher an Bachblüten oder Baldrian denken.

Außerdem blüht gerade das große Hexenkraut. Recht unscheinbar, aber in fast jedem Wäldchen zu finden. Heute wird es kaum noch gebraucht. Der englische Name „enchanter´s nightshade“ weist dezent darauf hin, wie es genutzt wurde: Es wurde zur Anrufung, für Bindezauber, Gestaltwandlung und Transformation eingesetzt. Da als  „Hexenkraut“  auch manches andere Kräutlein bezeichnet wurde, ist es nicht so einfach, die alten Anwendungen zu trennen. Sobald man allerdings die „Beeren“ einsetzen soll, ist man definitiv im falschen Rezept gelandet. Möglicher Weise ist hier dann der bittersüße Nachtschatten, manchmal auch die Alraune, gemeint.

Das Hexenkraut ist eine Saturnpflanze und wird auch magisch eingesetzt, um das eigene Charisma zu erhöhen und Balance ins Leben zu bringen. Auch wer seinen Weg im Leben noch nicht gefunden hat, wer endlich rausfinden möchte, was er will und kann, dem kann das Hexenkraut helfen. Hierzu bedarf es keines ausgefeilten Rituals, schon eine einfache Meditation mit der Pflanze kann genügen.

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So langsam lassen sich auch die ersten Pilze blicken, die Ebereschen hängen prall und reifen (unbedingt hamstern, als Vitamin C – Bombe und auch als Trauerhilfe), die ersten Beeren lassen sich vernaschen. Mangels Sonne noch etwas zuckerbedürftig, aber ich hoffe auf Wetterbesserung.

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Die Haselnuss ist ebenfalls ein durch und durch magischer Strauch, der uns mit anderen Welten verbinden kann. Zauberstäbe wurden aus seinem Holz hergestellt.

Die großen, nicht zu alten Blätter können in Öl eingelegt werden und müssen dort ein paar Monate reifen. Danach kann man sie mit Fisch, Leber oder Wild füllen und genießen. Leckere Rezepte hierfür sind u. a. in dem genialen Wildkräuterkochbuch „So schmecken Wildpflanzen: 144 Rezepte vom Meister der Aromen “  finden.

Wer ein Iphone hat, bekommt das Buch auch als App mit deutlichem Preisvorteil. 😉

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Und noch ein unscheinbares Pflänzchen blüht grad im Wald: Die Braunelle… wahrscheinlich seid ihr da schon tausendmal dran vorbeigelaufen. Im Englischen heißt sie Self-Heal, Heal-all, oder auch woundwort, was ja schon vielversprechend ist. Tatsächlich hab ich mir früher extra aus Österreich so eine Creme aus dem Pflänzchen für satte 30 Euro importieren lassen. Inzwischen mach ich sie mir selbst. Die Wirkung auf die Haut ist fantastisch.

Manche Anbieter mischen den Extrakt auch noch mit dem energetischen Blütenmittel hierzu (ähnlich den Bachblüten). Die hier beschriebene Wirkung (das Mittel wird unter „Self-Heal“ gehandelt) ist nahezu magisch. Tatsächlich ähneln sich homöopathische, energetische und magische Wirkungen oft… ist Magie vielleicht nichts anderes als eine klassische Nutzung feinstofflicher Qualitäten?

Als Tee (Blätter) bringt die Braunelle Kraft, Heilung und Vitalität. Als Räucherung oder im Amulett heilt sie gebrochene Herzen. Hexen verwenden sie auch, um den geschlagenen Zirkel zu sichern (er wird mit Braunelle abgestreut).

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Die Sonne scheint uns wohlgesonnen, so dass ich frohen Mutes bin, meine Hausapotheke ein wenig aufzustocken. Die ersten Pflänzlein für Auszugsöle sind ja schon da.  Als Erstes werde ich mich der Brand- und Wundsalbe widmen. Hierzu landen bei meinen Kräuterwanderungen schon mal Beinwellblätter und hier und da Johanniskraut in meiner Tasche.  Was im Moment reichlich vorhanden ist: Die Vogelmiere. Ich liebe dieses unscheinbare Kräutlein.  Als Wildsalat schmeckt es wie junger Mais und zusammen mit Ananassaft gemischt (Presssaft oder kleingehackt), ist es nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund (Kalzium, Eisen, etc.). Die Vogelmiere lässt sich schlecht trocknen, daher verwende ich sie frisch oder gleich als Salbenzutat. Besonders wer Kinder hat, wird sie zu schätzen wissen, denn aus Vogelmiere kann man eine herrliche Salbe machen, die beim Splitter ziehen wunderbar hilft. Überhaupt ist das Mierchen gut bei Hautproblemen. In der Salbe macht es die Haut weich und lässt die eingerissenen Splitter leicht vorquellen. So können wir sie schmerzarm und leicht entfernen.

Johanniskraut – für Kräuterheiler unverzichtbar

Brand- und Wundsalbe

1/3 Ringelblume

1/3 Johanniskraut

1/3 Beinwellblätter

in Öl ausziehen und zur Salbe verarbeiten.

Das Rezept ist absolut einfach, aber genial. Diese Salbe hat schon bei vielen Blessuren ihre Dienste getan. Natürlich können auch Wundkräuter wie Wegerich oder Schafgarbe mit in die Mixtur kommen.

Das Johanniskraut guckt an manchen Ecken schon, auf die Ringelblume werde ich etwas warten müssen. Ich ziehe die Öle meist sowieso einzeln aus, da es viele Verwendungsmöglichkeiten gibt. Ein Fläschchen pures Rotöl (aus dem Johanniskraut) gehört in jede Hausapotheke.

Ebenfalls aufstocken werde ich meinen Vorrat von grüner Tonerde, da sie wunderbar bei Wunden oder Hautinfektionen anzuwenden ist. Bisher hab ich nur noch keine Quelle dafür aufgetan. Ein Aloe Vera Blatt kommt ebenfalls in die Hausapotheke, um genau zu sein: In den Froster. So hält es sich nicht nur, sondern hat auch bei der Anwendung auf Verbrennungen sehr kühlende Eigenschaften. Auch sollte man die Brandsalbe nicht auf Brandwunden geben, die offen oder noch „heiß“ sind. Die pochende Hitze sollte abgeklungen sein, bevor ein wärmehaltendes Öl/ Fett draufgegeben wird. Hier wird die Aloe gute Dienste leisten. In Ermangelung von Aloe kann man aber auch den gewöhnlichen Hauswurz nehmen.

Damit hätte ich schon mal beste Vorarbeit zur Wundversorgung geleistet. Auch mein Pappelknospenöl, dass ich im Frühjahr angesetzt habe, werde ich wahrscheinlich mit verarbeiten, da die meisten Harze zur Wundheilung prädestiniert sind.

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