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Posts Tagged ‘Klimaautomatik’

Ich habe wirklich alles, alles vorbereitet. Genau genommen wollte ich per 01.01. schon auf den Reifen zu meiner großen Kräutertour sein. Aber da stand der Vantana noch in der Werkstatt.

Und auch ich musste mich vorbereiten. Habe mein Bestes gegeben. Habe mich von einem flotten jungen Mann flachlegen lassen und drei Stunden unter ihm gestöhnt, musste regelmässig wegen der Blaserei mit Vaseline eingerieben werden,  mir noch Stunden danach das geschwollene Gewebe kühlen… Na eben vollen Einsatz gezeigt. Schließlich sollte man vor einer großen Tour auch seine Zähne im Optimalzustand haben. Leider war der letzte Backenzahn sehr widerspenstig und auch schwer zu erreichen. Mein Zahnarzt, die deutsche Antwort auf Colin O´Donoghue, hat wirklich ganzen Körpereinsatz zeigen müssen, um ihn von allen Seiten zu erreichen. Wer einmal seinen letzten Backenzahn behandeln lassen musste, kann bestimmt das Gezerre an der Wange nachvollziehen und auch die spröden Lippen, die das Ganze mit sich bringt. Der Zahn wird ja permanent trockengeblasen, damit die Keramik dann auch schön hält. Das trocknet leider auch die zarte Lippenhaut aus. Es war anstrengend. Und wegen der vielen Abdrücke auch langwierig.

So… hab ich jetzt alles hinter mir. Zähne in Ordnung, Wagen…

Nein, der Wagen eben nicht! Ich erwähnte ja schon, das die Klimaautomatik sich so nicht nennen dürfte. Jetzt teilt mir doch die Fiatwerkstatt mit, das Fiat, um das Problem endgültig zu lösen, irgendeinen Chip auslesen muss. Ja, auch die Kräuterfrau weiß, dass das heute so gemacht wird. Einfach einen knackigen Automechaniker unter die Haube gucken lassen, geht nicht mehr.

Nun dachte ich mir aber, das das ja nun kein Problem sein sollte. Aber nein, ähnlich wie die Zulassungsstellen für Arzneimittel, will jetzt auch die Beschwerdezulassung der Firma Fiat diese Daten nur von einem Fahrzeug haben, das unter bestimmten Bedingungen seinen Chip auslesen lässt. Nicht einfach so vom Parkplatz oder der Werkstattrampe aus. Wie das genau läuft, weiß ich auch nicht, aber der Werkstattchef meinte, er würde das mit einer Woche Standzeit in seinen heiligen Hallen wohl hinbekommen…

Zur Erinnerung: Der Wagen stand zuletzt vor Weihnachten bis in den Januar hinein in der Werkstatt.

Ich bin kurz davor mir einen kleinen Zirkuswagen und einen Esel zum Davorspannen zu kaufen. Der mag nicht so schnell sein, holt die Strecke aber, ob der permanenten Werkstattpausen des HOBBYS leicht auf.

Tatsächlich bin ich hin und hergerissen: Den Wagen wieder weggeben und weiter zu Haus hocken? Mein Zeitfenster für die Tour wird immer kleiner. Oder auf diese Klimaautomatik pfeifen?

Die blutdrucktreibende Nachricht bekam ich gestern kurz vor meiner Taiji Stunde. Vielleicht hat mich das gerettet. Hier kam ich langsam, leider ganz langsam, wieder ein wenig zu mir.

Ja, Asche auf mein Haupt, ich schaffe es kaum. Ich bin nervös, aufgeregt, unruhig. Selbst nach dem Taiji zeigte mein Kopfkino grausame Szenen von Werkstattangehörigen, denen ich persönlich ein paar Zähne aufbohrte, ohne Betäubung natürlich…

 

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DAS ist totale Entspannung! Ich beneide ihn…

 

 

Darum: „Erst das Wort, dann die Pflanze, zuletzt das Messer!“ So soll Äskulap es die griechischen und römischen Ärzte gelehrt haben.

Das Wort hat bei mir nicht geholfen, obwohl mein Mann ob seiner Beschwichtigungsversuche sicherlich schon Fransen an den Lippen hat (Tipp: Keine Vaseline benutzen), also die Pflanze: Ich habe für Aufreger dieser und anderer Art meinen lieben „Scheiß-Egal-Tee„. Ich nenne ihn so. Eigentlich heißt er anders. Aber man bekommt nach dem Trinken dieses Grinsen, wie der Erdal-Frosch auf der Schuhcremedose. Sollte der auch nicht helfen, bleibt noch das Messer. Allerdings nicht im Sinne Äskulaps, der damit auf operative Methoden hinwies…

Ihr möchtet wissen, was drin ist, in meinem Tee? Nichts, was unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Wohl aber Einiges, dem die Kommission E die Wirkung abspricht, weil es nicht unter Laborbedingungen erwiesen wurde. Aber zum Glück leben wir ja nicht unter Laborbedingungen. Deshalb lass ich euch das Rezept nochmal da. Auch wenn ich es womöglich schon mal gepostet hab.

 

Scheiß-Egal-Tee   –    mein Lieblingstee
(auch bei funktionellen – nicht organischen – Herzbeschwerden)

Baldrian, Herzgespann, Hopfen, Lavendel, Weißdorn, Zitronenmelisse zu gleichen Teilen.
Dieser Tee bringt Ruhe im Sturm. Manchmal ist Herzgespann nicht zu bekommen, dem fehlt halt die „Zulassung“ in der Pflanzenkategorie „Wirkung erwiesen“, der Tee wirkt auch ohne gut.

Ergänzend: Rose in die Duftlampe

 

Das Rezept hab ich aus meinem ersten Bücher über „Seelenpflanzen“ gepflückt. Dort hieß der Tee ob seiner herzberuhigenden Wirkung natürlich ganz anders. Das man ein menschliches Abbild des Grinsefrosches wird, hab ich aus Erfahrung gelernt. Es geht einem dann alles wirklich „am Kreuz runter“ und man folgt dem Taiji-Prinzip des (Los-) „Lassens“. Womit wir zwei wunderbare Methoden vereint hätten.

Ich weiß leider nicht mehr genau, wie das Buch hieß, es war von Gerti Samel.

 

Nochmal zum Wohnmobil: Vielleicht könnt ihr mir sagen, wie lange so eine Batterie (sowohl Fahrzeug und auch Aufbau) bei einem abgestellten nicht benutzten Fahrzeug normaler Weise hält?

Danke!

 

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Oktober

Mein Stromfresser (Hobby Schantana Pseudo-Wohnmobil) hat Werkstattpause. Ich habe heute, wo ich diesen Bericht verfasse (06.02.16) von der Werk(el)statt ein Reise-Logbuch zugeschickt bekommen. Eigentlich eine nette Geste. Aber es juckt mich in den Fingern, sämtliche Werkstattpausen einzutragen und es umkommentiert zurückzuschicken. Doch ich möchte mich von dem Thema lösen, darum nur ein kurzes Werkstattupdate per heutigem Stand: Die Klimaautomatik geht in der kalten Jahreszeit nur händisch. Womit „Automatik“ ja schon mal ein Witz ist. Scheinbar betrifft das alle Fiat-Ducatos dieser Serie, also schaut doch mal, ob, wenn ihr auf „Automatik“ stellt, die Kiste auch warm wird. Meine jedenfalls nicht und alle anderen auf dem Hof der Werkstatt auch nicht. Bei Fiat soll das bekannt sein und man arbeite mit Hochdruck an der Lösung… Scheinbar bin ich die erste(!?!) Kundin, die das überhaupt bemängelt. Also ihr anderen: Regelt ihr eure Automatik tatsächlich händisch???

Die Drehsitzgeschichte hängt ebenfalls noch im leeren Raum. Da wird sich wohl nie was tun. Auch hier hat Fiat mit seiner Eigenproduktion Probleme. Ich habe jetzt schon ein schlechtes Gewissen dem potentiellen Käufer gegenüber, dem ich den Wagen irgendwann verkaufen werde.

Der Bordstrom? Nun, die liebe Werk(el)statt hat ja gaaaaanz doll gesucht und nix gefunden. Da wird wohl alles in Ordnung sein. Bisher hab auch ich noch nichts Gegenteiliges gefunden, aber ich nutze den Wagen grad kaum… Na, vielleicht hat sich ja wirklich was durch das Bewegen der elektrischen Leitungen getan. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Genug jetzt (aufdieFingerhau), das ist schließlich ein Kräuterblog!

Und wegen obigem Ärgernis bin ich zu Haus, im eigenen Wald. Da eine passionierte Kräuterhexe überall was findet, kann sie natürlich auch hier fündig werden.

 

Es ist ein schöner Herbsttag und wir machen eine kleine Runde. Und schon nach kurzer Zeit heißt es: Ein Männlein steht im Walde…

 

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Zwei Prachtstücke wie aus dem Bilderbuch

 

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Fliegenpilze sehe. Nein, ich gehöre nicht zu denen, die schon mal gekostet haben, obwohl nach meinem Kenntnisstand noch niemand bei uns durch den Fliegenpilz zu Tode kam und er im getrockneten Zustand auch weniger giftig sein soll. Aber ich will niemandem reinreden, weder zum Konsum, noch dagegen. Zumindest wenn ihr Erwachsene seid, ihr müsst wissen, was ihr tut. Seid ihr noch nicht volljährig, dann auf alle Fälle Finger weg!

Ich liebe Fliegenpilze trotzdem. Das muss wohl was Uraltes sein. Aber auch Pilzkenner lieben ihn. Nicht unbedingt in der Suppe, aber als Zeigerpilz für Steinpilze. Denn die fühlen sich meist genau da wohl, wo auch ihr rothäuptiger Genosse steht.

Der Fliegenpilz ist in unserem Volksgut allgegenwärtig (Frag mal den Rätsch, der hat Bücher drüber geschrieben) und wird als Glücksbringer aufgefasst. Das hat mit Zufall nichts zu tun.

Ihr könnt euch natürlich mit dem Pilz befassen, ohne ihn zu kosten. Das geht, frei nach Storl, auch meditativ. Ich hab nicht ganz so viel Sitzfleisch wie dieser (Wolf-Dieter Storl kann schon mal vier Stunden versunken mit einem Pflänzchen kommunizieren), aber ich stelle immer wieder fest, das die Wuchsorte des Pilzes etwas „Magisches“ haben. Solche Erlebnisse kann man leider nicht per Blog teilen, man muss sie selbst erfahren. Ich kann euch ja auch nicht den Genuss von Mozarts „Zauberflöte“ per Text zu Ohren bringen, da müsst ihr schon selbst lauschen.

Ich lasse also die Pilze unberührt, nehme nur ein Abbild und gehe weiter…

 

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Es wird herbstlich…

 

Ich gehöre zu den „Herbstliebhabern“. Die meisten Menschen lieben ja den Frühling, oder den Sommer, ich bin Herbstmensch. Da habe ich eine eigene Theorie: Ich glaube, man liebt genau die Jahreszeit, die etwa 3 Monate nach der eigenen Geburt liegt. Ganz einfach deswegen, weil sich dann die optische Wahrnehmung eines Säuglings erweitert. Es ist die erste Jahreszeit, die ein kleiner Mensch mit allen Sinnen aufnimmt… naja, meine Theorie. Ich finde sie schön, auch wenn sie vielleicht nicht wirklich passt…

 

Ich liebe also den Herbst, auch wenn die ersten Blätter fallen. Er „riecht“ anders. Es kommen würzige Aromen, nicht so weiche, wie im Frühling. Überall ist Erntezeit. Es gibt Früchte, Pilze und dicke Wurzeln. Die Farben wirken satt, bunt, kein Frühlingseinheitsgrün. Es ist nicht mehr quälend warm.

Obwohl der Mai für eine Kräuterhexe wohl der arbeitsreichste Monat ist (falls sie Kräuterführungen macht), gibt es im Herbst noch genug zu tun. Ich nutze unseren kleinen Ausflug jedenfalls, um die Wurzeln der Knoblauchsrauke auszugraben, die ich später, kleingerieben, mit Öl konservieren werde. Ein adäquater Ersatz für Meerrettich. Neben ein paar Pilzen, die den Speiseplan bereichern werden, sammle ich auch die ersten Hagebutten. Tee aus selbstgesammelten Hagebutten ist schon deswegen leckerer und gesünder, weil die Kernchen darin belassen werden. Solltet ihr sammeln und „entkernen“, weil ihr vielleicht Hagebuttenmark macht (was ebenfalls göttlich schmeckt), dann schmeisst die Kernchen nicht weg! Sie allein geben schon einen wunderbar orangenen nach Vanille schmeckenden Tee (schön lang ziehen lassen – bis sich Farbe zeigt. Manche kochen die Kernchen auch). Die Kernchen haben einen hohen Gehalt an Vitamin B, was natürlich den käuflichen Hagebuttentees fehlt.

Der großen Volkszeitung zum Trotze sammeln wir auch Bucheckern. Erhitzt oder ohne das Häutchen sind sie sowieso bekömmlich. Und damit ihr seht, dass sich das mühsame Sammeln und Pulen (wenn ihr die Schale nicht beim Rösten in der Pfanne knackt) auch lohnt, gleich noch zwei leckere Rezepte:

 

Bucheckern-Käse-Plätzchen
80 g Schafkäse (trocken und fest) 80 g Allgäuer Bergkäse (nicht zu reif)
2 El Hartweizengrieß, 2 El gehackte Bucheckern
Den Käse reiben und mit dem Grieß und den gehackten Bucheckern mischen. Teelöffelgroße Portionen abteilen und nicht zu dicht auf einem Backblech mit Backpapier verteilen. Im vorgeheizten Backofen (200 Grad, Ober- und Unterhitze) 5-7 Min. backen.

 
Bucheckern-Kräuteraufstrich
1 Bund frische Kräuter (z. B. Schnittlauch, Petersilie, Löwenzahn)
500 g Magerquark 20 g gehackte, geröstete Bucheckern
2 El Olivenöl 1 Schuss Milch
Salz, Pfeffer, 1 Schuss weißer Balsamico
Chilipulver nach Belieben

 

Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann ja auch gleich nochmal meinen Waldflammkuchen ausprobieren!

 

Bucheckern, Knoblauchsraukenwurzel und Hagebutten könnt ihr während des ganzen Winters im Wald finden.

 

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