Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Kräuterlikör’

Nach dem anstrengenden körperlichen Teil doch wieder ein wenig „geistige“ Arbeit.

 

Nachdem ich bis ins ferne Dänemark reiste, um neue Kräuterrezepturen aufzuspüren, spielt Göttin Zufall mir auch hier immer wieder kleine Hinweise zu. So wurde mir Letztens von einer Teilnehmerin ein „Kieler-Kräuter“ – Schnaps geschenkt. Oh mann, ja lecker… nicht so kümmelig, wie ein Aquavit, nicht so klebrig süß wie Jägermeister. Ziemlich mein Geschmack. Natürlich wollte ich wissen, was drin ist…

 

Ich hab mich da bis zur Firma Behn vorgewagt, die mich ein wenig zwischen den Zeilen lesen ließen, aber natürlich ihr Rezept nicht preisgaben. Schwer fürs Kräuterhexlein…

 

Heute läuft mir im wahrsten Wortsinne wieder ein Kräuterlikör vor die Füsse, dieses Mal mit „Küstenkräutern“ – der „Wattenläuper“. Ich fürchte, auch hier wird sich Behn nicht in die Karten gucken lassen.  Ein bisschen Info fand ich auf den absolut lesenswerten Seiten von „Wattopedia„. Die Seiten kann ich jedem, auch dem eingefleischten Binnenländer und  Bergbewohner, empfehlen. Hier hat man ein wenig Einblick in das Gemüt der sturmerprobten Schlickprofis und Schlammrutscher… 😉

Ich habe direkt Lust bekommen, mal wieder ins Land des „Freiluft-Fangos“ zu reisen, wobei ich ja gar nicht weit muss…

 

Wenn mich also doch wieder mal der Virus packt, werde ich mal den „Wattenläuper“ als Virenkiller mit antesten…

*)

Natürlich werde ich vorher Geschmacksknospen und Nase bemühen, vielleicht komme ich den Ingredienzen doch noch näher…

 

 

*) Grafik aus „Incredimail“, einem kostenlosen Mailprogramm – verziert mit meinem Konterfei

 

 

Read Full Post »

Ja, da bin ich wieder. Nach gefühlten 4 Wochen Spontanurlaub bei unseren dänischen Nachbarn. Es wäre kein Kräuterhexenurlaub, wenn ich nicht auch nach Rezepten und Geheimnissen gespürt hätte…

Tatsächlich gab es in dem kleinen Örtchen ein Minimuseum, wo auch über die örtliche Kräuterfrau Signe Hansen berichtet wurde. Diese wiederum versorgte das Gebiet mit dem köstlichen und gesunden „Bjesk„, was eigentlich nichts anderes heißt, als „Kräuterschnaps“. So gibt es DEN „Bjesk“ eigentlich gar nicht. Das musste ich am eigenen Hexenleibe erfahren, als ich, gewappnet mit einer Flasche „Bröndums Aquavit“, in dem kleinen Museum stand. Für die Originalrezeptur darf man nämlich nur den örtlichen Aquavit benutzen…

So… den hatte ich also und wurde nun von einer freundlichen Mitarbeiterin in die kleine Hexenküche geführt… oh welche Qual!!!

Da standen fein säuberlich in Reih und Glied die Grundessenzen des „Bjesk“ der letzen 10 Jahre… und jede Rezeptur anders… ich durfte mir nun EINE aussuchen…

Endlich… mein eigener „Bjesk“

Nun, ich nahm die diesjährige. Schon allein deswegen, weil mir die Angestellte versicherte, in ihr wäre ein hoher Anteil Gagelstrauch enthalten. In deutschen Kräuterbüchern wird der Gagelstrauch als „giftig“ geführt. In Skandinavien wird er immer noch genutzt. Ich denke, auch hier macht die  Dosis das Gift. Selbst Waldmeister soll man ja nun nicht im Übermaß zu sich nehmen und der Gagelstrauch kann ebenso schweres Schädelbrummen verursachen. Wie ganz normaler Alkohol im Übrigen auch.

Der Gagelstrauch steht bei uns übrigens unter Naturschutz. Wer ihn hier ernten möchte, der gehe ins Schutzgebiet, kurz nachdem dort die Wegränder gemäht wurden (da liegt er dann rum), kaufe ihn im Kräuterhandel, oder besuche unsere dänischen Nachbarn.

Bjesk war ursprünglich als Heilmittel gedacht. Heutzutage erfreut er den Gaumen. Schon allein der Schnaps, ein Aquavit eben  (Aquavit = Lebenswasser), soll an sich der Gesundheit sehr förderlich sein. Normaler Weise finden sich hier schon Kümmel und/oder Dill in der Rezeptur, manche nehmen auch noch mehr Kräuter. Das ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich.

In diesem Schnaps werden die Kräuter angesetzt. Der Hirtshalser Bjesk aus 2010 ist eine Mischung aus Wacholder, Heidekraut und Gagelstrauch. Wer den Gagelstrauch noch nicht kennt, sollte einmal dran schnuppern: so etwas Aromatisches hab ich noch nicht wieder unter das Näslein bekommen.

Gagelstrauch wurde früher zur Beruhigung und Schmerzstillung eingesetzt. Es ist zu vermuten, dass er in höherer Dosis auch berauschende Wirkung hat. Leider ist nicht viel überliefert. In Deutschland schon gar nicht. Uns Deutschen ist der Zugang zu altem Wissen ja verwehrt. Darum weiche ich gern auf Nachbarländer aus.

Wer Gagel (auf ausdrücklich legalem Wege, wie z. B. oben beschrieben) bekommen hat, kann ihn auch räuchern oder in ein Potpourri nehmen. Ja, ich wage zu behaupten, rein vom Geruch her, kann er als „deutscher Weihrauch“ durchgehen.

Aus welchen Ingredienzen nun speziell der Bröndums Schnaps gebraut wurde, hab ich noch nicht herausbekommen. Vielleicht hat jemand genug Dänischkenntnisse, mir hier weiterzuhelfen.

.

Mich hat besonders verwundert, das ein wirklich ganz einfacher Kräuterschnaps, aus dem spärlichen Kräuterangebot der Küstenflora, so ein Renner ist. Ich war definitiv nicht die einzige, die sich ihre Portion aus dem Museum holte. Die genaue Rezeptur wurde mir nicht verraten. Einige Varianten sind aber auf der Seite http://www.visithirtshals.com/tyskland/de-de/menu/turist/inspiration/gastronomi/opskrifter/bjesk/bjesk.htm (auf Deutsch) zu finden.

Gagelstrauch – in Deutschland eine geschützte Pflanze (was sie nicht vorm Abgemäht werden schützt…)

Wenn ich mich nicht irre, war es Edward Bach, der „Entdecker“ der Bachblüten, der sagte: „Alles Geniale ist einfach“. Diesen Satz finde ich klasse. Und gerade im Umgang mit Kräutern erlebe ich das immer wieder. Oft hilft eine Tasse Kräutertee besser, als die über Wochen geschluckten Pillen, ein einfaches Mandelöl pflegt reicher und feiner, als eine Apothekencreme…. Wir schätzen scheinbar nur Dinge, die schwer zu haben und teuer sind. Dabei legt uns die Schöpfung alles zu Füßen. Ja und hier komme ich, als bekennende Heidin, doch mal mit einem Bibelzitat: „Siehe die Vöglein auf dem Felde…“

Naja, mit einem „Schöpfer“ an sich, hab ich gar nicht so die Probleme, eher mit dem Bodenpersonal. Aber das ist eine andere Geschichte…

Read Full Post »