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Posts Tagged ‘Magie’

… erscheint am kommenden Montag, den 15. April 2019. Ich bin total aufgeregt, nervös und angespannt, denn dieses Mal kann ich keine Rezension schreiben, es ist nämlich aus meiner eigenen Feder geflossen.

Für mich war die Entstehung dieses Buches eine lange, abenteuerliche Reise. Dabei hätte ich im Leben nicht daran gedacht, ein „magisches“ Buch zu schreiben. Als Kräuterhexe betone ich meist den ersten Teil … die Kräuter eben. Wenn man in dieser kopf- und technikbetonten Welt Aussagen zur Magie macht, oder sich als Praktizierende outet, kann man mit reichlich Gegenwind rechnen.

Darum war ich auch mehr als erstaunt, als mich ein Literaturagent kontaktierte und um eben genau so ein Buch bat. Bis heute hat er mir nicht verraten, wie er die Hexe in mir erahnt hat.

Ich gebe zu, dass ich dieses Ansinnen eine Weile nicht ganz ernst nahm. Es kann doch nicht sein, dass dich da jemand einfach so aus dem Netz pickt und einen Buchvertrag anbietet. Der Markt quillt ja auch förmlich über. Kräuterbücher nehmen seit vielen Jahren so viel Platz in den Regalen ein, dass andere Themen dagegen recht blass erscheinen. Und ja, dabei gibt es sehr, sehr viele wirklich gute Publikationen. Frag mal mein Bankkonto! 

Aber mein Agent blieb hartnäckig. Stellte mir seine Idee vor und bat um ein Probekapitel. Und ich schrieb. Fühlte mich langsam in das Thema ein. Das war nicht schwer, weil ich eigentlich eine Art Tagebuch schreiben musste, ein Kräuterhexentagebuch. Dieses Mal mit gleicher Gewichtung von „Kräuter“ und „Hexe“. Neben den Ritualen sollte der Leser aber auch Einblick in die Hexenküche bekommen.

Das Ganze ist natürlich sehr persönlich geworden. Wie Magie für mich funktioniert. Einer von unzähligen Wegen. So ein Buch zu schreiben, ist ein bisschen wie Seelen-Striptease. Du machst dein Inneres nackig. Ja, das ist ein Einblick in meine kleine Welt, aber findet der eine Leserschaft?

 

Meinen Agenten haben die Probekapitel jedenfalls überzeugt und er war sich sicher, auch einen interessierten Verlag zu finden.

Dass er einen gefunden hat, beweist die Veröffentlichung. Der Kailash-Verlag übernahm das Konzept und mich, und stellte mir ein äußerst kompetentes Team zur Seite.

Schnell lernte ich, dass einfach „schreiben“ noch lange kein gutes Buch macht, und die Kamera einfach auf ein schönes Motiv draufhalten kein gutes Bild.

Schon allein für die Bilder haben wir morgens um vier Uhr früh auf allen vieren Schleswig-Holsteins Felder und Dickichte absuchen müssen, da die pflanzlichen Fotomodelle das Shooting möglichst frisch überstehen sollten. Und wenn ich sage „Schleswig-Holstein“, so kann man auch das wörtlich nehmen. Denn der Sommer war der heißeste seit Jahren und vieles wuchs früher und schneller als gewöhnlich. Die Jahreszeiten waren verschoben, die Reifezeiten verkürzt. Was an der einen Stelle nicht mehr zu finden war, konnte man vielleicht, aber auch nur vielleicht, 100 km weiter nördlich noch finden.

Den härtesten körperlichen Einsatz mussten wir für das August – Foto leisten. Hier brauchte ich Klatschmohn und Kornblumen. Gleichzeitig! Wer ein Auge für Klatschmohn hat, weiß, dass ein Feld heute noch quietschrot und am anderen Tag verblüht sein kann. Der Klatschmohn liebt es scheinbar gesellig. Wenn man schon verblüht, dann auch alle gemeinsam. So geschehen zwei Tage vor dem Shooting. Meine Nerven zum Zerreißen gespannt. 

Während ich noch hoffte, den Mohn irgendwo anders finden zu können (im näheren Umfeld war wirklich nicht eine Blüte mehr), wurde die Suche nach den Kornblumen schon kritisch. Ich hatte nicht ein Blütenblättchen sichten können. Als wären sie ausgestorben. Eine freundliche Kräutergärtnerei teilte mir auf telefonischer Nachfrage zwar mit, da wären noch so ein, zwei Kornblumen hinten in den Anlagen, aber was sie uns nicht verraten hatten: Da waren leider auch Schafe. Nun weiß ich, dass Schafe auch gern Kornblumen fressen. Das waren dann mal eben 150 km umsonst …

 

Der heiße Sommer ließ uns in den entferntesten Winkeln nach Kräutern suchen …

 

Auch mein Versuch, ein bisserl zu schummeln, und beim Blumengroßhandel nachzufragen, war erfolglos. Während mein Mann schon wieder morgens um Vier losfuhr, um den Großhandel abzuklappern, gönnte ich mir noch ein paar Stunden Schlaf, machte mich stadtfein und fuhr mit dann mit einer großen Kühltasche mit Wildkräutern los. Wir wollten uns später treffen und unsere Beute zusammenführen.

Auf dem Weg erreichte mich sein Anruf, mit der Mitteilung, dass wir leider keine Kornblumen hätten …

In meinem Kopf kreisten Alternativen: Rezept umstellen? Rauslassen? Irgendwas anmalen und schummeln?

Während ich übers Land fuhr, funkelte mich plötzlich ein tiefes Blau von der Seite an. Mensch, das waren doch …

Ich bremste abrupt, was mir ein böses Hupkonzert einbrachte. Dann musste ich doch noch gefühlt 500 m fahren, bis ich in einen Feldweg einbiegen konnte. Ich knallte die Fahrzeugtür zu, und lief, so schnell ich es ohne Schnappatmung konnte, bis zu dem Feld.

Ja, da waren sie, die wundervollen Königsblauen. Leider musste ich etwas tiefer ins Korn. Im feinen Zwirn. Helle Leinenhose und -bluse. Aber ich brauchte sie nun mal, die kostbaren Blüten. Also Augen zu und durch.

Eine Handvoll Kornblumen und drei mitleidige Blicke von Passanten später, saß ich wieder im Wagen Richtung Fotoshooting.

Stolz wie Oskar überreichte ich das Sträußlein. Mein Lächeln reichte noch bis zum Spiegel. Dann zog ich mich in meine ruinieren Klamotten zurück und überließ das Feld den Profis.

 

Ja, das Werden dieses Büchlein war ein Abenteuer für mich. Aber was steht denn nun drin?

Ich teile mit euch. Ich teile Kräuterrezepte, Naturerlebnisse und Rituale. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den Jahresfesten. Die Kräuterrezepte sind aus meiner Sammlung, die während meiner Kräuterwanderungen und Heilerkreise entstand. Klassiker und neue Rezepte, Leckeres und Oberleckeres. 

Die Rituale sind zum Teil der Familientradition, oder dem (magischen) Freundeskreis entnommen. Manche sind Schlicht aus Notwendigkeit entstanden. Wer schon etwas länger auf dem Planeten weilt, hatte so einige Krisen zu meistern.

Vor jedem Ritual lass ich euch an einer Kräuterpirsch hierzu teilhaben. Ihr könnt Geschick und Missgeschick miterleben, die das Kräutersammeln mit sich bringen kann. Vor allem, wenn man zu magischen Zwischenzeiten unterwegs ist.

Das Bonbon in diesem Buch sind aber wirklich die Rezeptbilder. Das Auge isst mit, deutlicher kann man es nicht sagen. Seitdem ich beim Entstehen dieser schönen Fotos dabei sein durfte, wird bei uns zu Haus kein Essen mehr nur einfach „so“ auf den Teller getan. Es schmeckt besser, wenn man es etwas arrangiert. Auch das ist „Magie“. Dann fließen Liebe und Aufmerksamkeit mit hinein. 

Frei nach dem 3. Prinzip des HUNA (hawaiianische Weisheitslehre): Die Energie folgt der Aufmerksamkeit.

 

Seid ihr neugierig geworden? Einen Vorgucker mit Bestellmöglichkeit gibt es hier, bei Amazon, 

 

oder natürlich direkt über den Kailash – Verlag. Da könnt ihr euren bevorzugten Buchhändler wählen:

Magische Kräuterküche

 

Das Buch ist natürlich auch als e-book erhältlich.

 

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und einen magischen Sommer!

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Ich hab lange überlegt, ob ich das Thema „Magie“ überhaupt anspreche…

Magie polarisiert. Die einen finden sie zauberhaft und real, die anderen würden solchen verklärten, leichtgläubigen Geistern gern mit handfesten Argumenten „Vernunft“ eintrichtern.

Ich persönlich muss nicht genau wissen, wie etwas funktioniert, um es zu nutzen. Ich gucke Fernsehen, surf im Internet und telefoniere, weil es eben klappt und nicht, weil ich genau weiß, wie diese Maschinen arbeiten

Mir war es eigentlich immer egal, an was Menschen glauben, ob Sie nun an den „großen Kürbis“ glauben, oder daran, dass ein Pfund Rindfleisch eine gute Suppe gibt. Solange mir keiner seinen Glauben „einbläuen“ will, oder im Namen desselben verwerfliche Dinge tut, hab ich keinerlei Problem…

Stell dir vor, es gibt einen Gott: In seinem Namen wurden grausame, aber auch gute Taten vollbracht.

Stell dir vor, es gibt keinen Gott: In seinem Namen wurden grausame, aber auch gute Taten vollbracht.

Ich will damit sagen, dass es gar nicht so darauf ankommt, ob es die Wesenheiten oder Dinge gibt, an die wir glauben, sondern was wir in deren Namen tun. Es gibt Menschen, die sich für die Liebe aufopfern und welche, die aus Liebe morden. Das es Liebe überhaupt gibt, konnte wissenschaftlich noch nicht bewiesen werden.

Und Magie? Tja, ich hab fast Angst, darüber zu berichten. Wer in letzter Zeit mal im Internet surft, wird feststellen, dass es mittlerweile eine große Anzahl „Sittenwächter“ gibt, die nahezu alle millitant verfolgen, die irgendetwas gut finden, dass sich nicht 100%ig im Labor nachweisen lässt… und auch diejenigen scheinen wieder Zulauf zu finden, die eine Frau mit Tarotkarten in der Hand am Liebsten gleich der Inquisition übergeben möchten. Meiner Meinung nach braucht die Bibel dringend ein „Update“.  Schon allein deswegen, weil die derzeitigen Übersetzungen mit dem Original nicht mehr allzuviel zu tun haben. Selbst Luther mischte da so ein wenig seine Interpretationen hinein. Aber es gibt ganze Bücher darüber, was in der Bibel falsch übersetzt oder interpretiert wurde, wen das interessiert, der belese sich einmal dort.

Wer sich mit Dingen beschäftigt, die nicht der allgemeinen Lehrmeinung entsprechen, ist somit angreifbar. Schon allein das ist ein wichtiger Grund, warum sich die meisten Praktizierenden nicht öffentlich zeigen. Nicht weil sie ungeheuer furchtbare Dinge machen, sondern weil sie die ständigen Auseinandersetzung, sei es verbal oder tatsächlich auch schon wieder körperlich, leid sind. Sie wollen nichts weiter als Ruhe.

Ein Freimaurer sagte mal den (mich tiefberührenden) Satz: „Hier darf ich denken!“ Das finde ich wunderbar. Ich will ja niemanden bekehren. Ich will nur für mich selbst denken. Auch gegen den Strom. Das ist in unserer Gesellschaft  zunehmend immer weniger möglich. Die meisten kriegen das gar nicht mit. Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht.

Ich glaube an magische Dinge, ich glaube, das es etwas gibt, dass wir eben (noch) nicht wissenschaftlich erklären können. Aber schon für diesen Gedanken werden mich viele auf die schwarze Liste setzen…

Schlimm finde ich, wenn die ganz eigenen persönlichen Erfahrungen als Halluzination abgewertet werden, weil ein Labor die nicht nachvollziehen kann. Große Güte… es gibt weder genug Zeit noch Kapazität alles wunderbare im Leben wissenschaftlich nachzuprüfen. Man kann die einzelnen Bedingungen nun mal nicht nachstellen. Schon allein deswegen nicht, weil weder wir Menschen, noch das Wetter, noch die Umwelt genormt sind…

Was ist also Magie?

Wenn ich mit den Fingern schnippe und sich mein Gegenüber in einen grünen Frosch verwandelt? Möglicher Weise ist so etwas in gar nicht allzu ferner Zeit sogar über die Gentechnik schon möglich… ich glaube, in unseren heimlichen Forschungslabors lauern viel mehr Schrecken, als in den Ritualtruhen magisch Arbeitender…

Es wird Sie vielleicht wundern, dass die meisten „Magier“ unter Magie etwas ganz anderes verstehen, als Hollywood…

Das Problem liegt eigentlich schon darin, „Magie“ wirklich zu definieren. Ich glaube, da gibt es soviel Definitionen, wie es Autoren gibt. Mir persönlich gefällt die Definition von Walter Butler recht gut:

„Magie ist die Fähigkeit, willentlich sein Bewußtsein zu verändern“.

Ich wende Erfahrungsheilkunde an und auch „Erfahrungsmagie“. Dabei sollte man sich jetzt nicht die Hollywoodhochglanzbilder vor Augen entstehen lassen, wo leicht beschürzte, silikonsgestylte Hexchen in wortwörtlich atemberaubenden Korsagen schwarze Messen zelebrieren. Das mag verkaufswirksam sein, aber hat mit der Hexenrealität nichts zu tun.

Die meisten Hexen verstehen sich heutzutage als naturreligiöse Menschen, sie achten Mitgeschöpfe, arbeiten mit den Elementen und Naturkräften (die die eine oder andere personifiziert) und sind in der Regel nicht darauf aus, irgendwelche dunklen Wesenheiten anzurufen. Das ist natürlich für Hollywood und die Boulevardpresse viel zu unspektakulär.

Christliche Kräuterkundige haben von jeher auch beim Sammeln oder der Verwendung von Kräutern ihre Heilsprüchlein aufgesagt, um die Wirkung zu verstärken. Dabei wurde im Namen von Jesus oder Maria gesprochen.

Einige Hexen haben da einen anderen Pantheon, aber die Vorgehensweise und die gute Absicht sind die Gleichen. Die „Volksmagie“, heute im allgemeinen als Aberglauben abgetan, wurde also im christlichen Rahmen ausgeübt. Maria und Jesus wurden dabei öfter angerufen, als der Gottvater selbst. Das alles hat definitiv nichts mit Anrufung dunkler Mächte zu tun, sondern mit der Bitte um Beistand an den Schöpfer oder die Macht, die man glaubt. Natürlich gibt es auch Menschen, die sich der dunklen Seite verschrieben haben. Sie werden die Konsequenzen tragen müssen. Wer auf die Idee kommt, alle Andersgläubigen in einen Topf zu tun, der solle sich bitte mal vor Augen halten, dass es auch Christen gibt, die Straftaten begehen. Es hat also nicht unbedingt mit der Religion, sondern mit den Menschen zu tun.

Genug der Vorrede, schauen wir uns „magische“ Pflanzen einmal an:

Im allgemeinen bringt man hochgiftige Pflanzen mit Hexen und Magie in Verbindung. Das kommt wahrscheinlich daher, dass nur Kräuterkundige solche Pflanzen sicher dosieren konnten. Unter den giftigen Pflanzen finden sich auch viele bewußtseinsverändernde, die Bestandteil der berühmten Hexensalben waren.

Ich habe mich schon immer für Giftpflanzen interessiert. Das ist ein recht passives Studium, da sich Experimente hier ja von selbst verbieten. Manchen Giftpflanzen gegenüber war ich sogar sehr negativ eingestellt, die hatten in meinen Augen überhaupt keinen Nutzen, waren nur dazu da, Mensch und Tier zu gefährden…

Tja, auch Kräuterhexen sind nicht vor Vorurteilen geschützt.

Eine der von mir missachteten Pflanzen war der Schierling. Dann erfuhr ich jedoch, das er früher bei operativen Eingriffen zur Betäubung genutzt wurde und heute noch seine Verwendung bei der Brustkrebsbehandlung findet. Wie immer also alles eine Frage der Dosis.

Tatsächlich finden die giftigen Pflanzen, deren missbräuchliche Verwendung uns Tod und Siechtum bescheren kann, ihre Anwendung meist bei gefährlichen Krankheiten, bei denen der Mensch auch schnell auf der Schwelle steht…

Keine Frage, dass die Anwendung in die Hand von Fachkundigen gehört.

Wer sich solchen Pflanzen trotzdem nähern möchte, sollte das in der Meditation tun, oder in einer höheren homöopathischen Potenz.

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Ich kenne menschliche „Nachtschattengewächse“, die sich auf gefährliche Pfade begeben. Sie nehmen vom Nachtschatten und anderen giftigen Pflanzen eine noch nicht tödliche Dosis. Nicht allein, dass sie mit ihrem Leben spielen… die Wirkstoffgehalte und Befindlichkeiten schwanken, sondern sie begeben sich auch in Abhängigkeit. Die Tollkirsche wird z. B. von Wilderern genutzt, damit sie nachts besser sehen können. Aber auch dieser, für Wilderer sicher nützliche Effekt, hat seine Nebenwirkungen. Sie brauchen die Kirsche immer wieder und wieder, bis sie eines Tages ihren Tribut einfordert. Leider kenne ich solch ein Menschenkind persönlich. Man kann sich mit solch potenten Pflanzen nicht einfach einlassen. Nicht nur der Tod droht, auch der Wahnsinn. Wer nicht schamanisch geschult ist (und damit meine ich nicht die medienpräsenten Show-Schamanen), sollte unsere dunklen Schwestern nicht verwenden.

Unsere Vorfahren nutzen diese Pflanzen auch in Ritualen und Räucherungen gegen dunkle Mächte. Ich warne auch hier davor, lustig drauflos zu räuchern. Auch verräuchert sind die meisten noch giftig! Ich möchte nur wirklich deutlich darauf hinweisen, dass man sich diesen Pflanzen wirklich respektvoll zu nähern hat. Wenn man das verinnerlicht (und auch keine Kinder im Garten laufen) kann, man sich die eine oder andere Pflanze einmal näher anschauen.

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Stellvertretend für die gefährlich giftigen Pflanzen stelle ich das

Bilsenkraut vor:

Die Bilse war unseren Vorfahren eine heilige Pflanze. Wenn auf dem „Thingplatz“ Recht gesprochen werden musste, oder Lösungen gesucht wurden, opferte man den Göttern zunächst Bier oder Met, das meist mit Bilsenkraut versetzt war. Erst wenn die Anwesenden einen anderen Bewußtseinszustand erreicht hatten, wurde sich um das Problem gekümmert (Storl: 2000).

Berauschende Kräuter spielten oft eine Rolle im Leben unserer Ahnen, aber nicht, wie uns vielleicht Hollywood und andere Medien weißmachen wollen, um sich hemmungslos ins Nirvana zu schießen. Sie waren Bestandteil von kultischen Handlungen und Initiationsriten. Das unterscheidet unsere klugen Ahnen von uns: Sie gingen bewußt und dosiert mit den Drogen um. Heutzutage ist der Mensch maßlos…

Ich will nicht ausschließen, dass es auch Exemplare gab, die dem Rausch mehr verfallen waren, als andere. Aber wenn sie sich ständig den Kopf zugedröhnt hätten, hätten sie wahrscheinlich nicht überlebt. Damals war Hartz IV noch nicht erfunden. (Was um Himmels willen keine Äußerung gegen Hartz IV Empfänger sein soll. Aber damals gab es eben noch kein soziales Netz, was jeden auffing.)

Über Gelagen schwebt der Vergessenheit Reiher,

Der den Verstand uns stiehlt;

Dieses Vogels Gefieder umfächelte mich,

als ich in Ginnlods Grotte saß.

Trinken ward ich, war todtrunken

In des sinnreichen Fjalar Saal;

Am besten ist´s, bringt man vom Trunke

einen klaren Kopf nach Haus.

(ältere Edda, Havamal 12,13)

Was trinken die Männer heute noch am liebsten? Ein schönes Pils… (die Nähe zu dem Wort „Bilse“ ist kein Zufall). Bevor uns die Christen den sexualtriebdämpfenden Hopfen ins Bier taten, war die Bilse drin.

Den veränderten Bewußtseinszustand, der eben auch in der Magie erwünscht ist, konnte man also mit der Bilse erreichen. Über Met und Bier (im richtigen Maß), aber auch geraucht. Das Bilsenkraut war ebenfalls ein Bestandteil der „Hexensalben“, rauscherzeugende Balsame, die hauptsächlich an Stellen, wie Puls oder Armbeuge aufgetragen wurden, damit die Wirkstoffe schnell in den Kreislauf gelangen konnten. Aber Vorsicht! Die „überlieferten“ Hexensalbenrezepte sind wahrscheinlich nicht echt. Auch dieses Wissen ging verloren. Was zur Zeit so kursiert, sind in der Regel von Sesselarchäologen, oder experimentierfreudigen Apothekern erfundene Rezepte. So, wie sie so eine Salbe gerührt hätten eben. Ob das unsere kräuterkundigen Ahninnen auch so gemacht haben, ist sehr fraglich… ich denke da nur an den vorschnellen Dr. Withering, der einer Kräuterfrau das Herzmittel „Fingerhut“ abgelauscht hat, und dabei mal eben die 19 anderen Kräuter mangels „Wirkstoffbeweis“ verwarf. Auch das Withering die Lorbeeren für diese Entdeckung einstrich, ist eigentlich gemein. Er experimentierte auf dem Rücken Mittelloser, von denen so mancher aufgrund der Fehldosierung (oder auch der anderen Kräuter in dem ursprünglich sehr guten Rezept) doch vorzeitig diesen Planeten verließ.

Heutzutage kennen wir viele andere Wege, um in diesen Bewußtseinszustand zu kommen. Es ist der „Alphazustand“, also etwa die Hirnaktivität kurz vorm Einschlafen. Wer sich näher damit befassen möchte, dem sei ein Silva-Mind Seminar angeraten. Bei Silva Mind lernt man keine Magie – mitnichten. Es ist reines Bewußtseinstraining. Aber man fängt an, die Wirkmechanismen von Magie zu verstehen. Ich rate eigentlich jedem zu einem Seminar. Leider reicht die Sprache nicht wirklich aus, um die Inhalte dieses Seminars wirklich zu beschreiben. Daher gelingt es mir selten, jemanden von der ungeheuren Nützlichkeit zu überzeugen. Aber wer einmal eines mitgemacht hat, weiß wovon ich rede. Eine lebensverändernde Erfahrung. In jedem Bereich: Beziehungen, Job, Gesundheit… für mich ist diese Technik schon Magie, aber das ist – wie gesagt – ja eine reine Definitionsfrage. Sollte jemand sich zu so einem Seminar entschließen, der richte bitte Ursula Haller liebe Grüße von mir aus.

Silva Mind nach Büchern zu lernen ist aber irgendwie so, als ob man seinen Führerschein nur theoretisch macht… Wer Bücher durcharbeitet und die Erfolge mau findet… nicht wundern: Geht auf ein Seminar! Zumal die Bücher teilweise wirklich falsch übersetzt wurden.

In der Volksmagie wurde das Bilsenkraut hauptsächlich für Liebes- und Regenzauber verwendet. Das würde ich heutzutage nicht mehr machen. Bei Liebe hab ich wirklich andere Assoziationen und Regenmagie kann man auch mit Farnkraut betreiben.

Schwarzes Bilsenkraut in meinem natürlichen Habitat

Ob seiner schmerzlindernden und beruhigenden Eigenschaften wird das Bilsenkraut immer noch medizinisch verwendet. Auch in Krebssalben ist es zu finden. Ich rate aber nach wie vor von Selbstversuchen (außer in homöopathischer Form) ab.

Auch in der magischen Praxis ist es nicht zwingend notwendig, gleich zu giftigen Pflanzen zu greifen. Wohl schrieben unsere Ahnen gerade den Tödlichen eine große Macht zu, aber ebenso mächtig und definitiv ungefährlicher sind heilige Pflanzen wie Beifuss und Wacholder.

Alte Rezepturen zu finden, ist schon schwierig. Sie in die heutige Zeit zu „übersetzen“ noch viel mehr…  Die Pflanzen haben teilweise Bezeichnungen, die wir nicht mehr kennen und regional trugen sie auch unterschiedliche Namen.

In einem Rezept aus dem 15. Jh. steht z. B.

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Räucherung zur Geisterbeschwörung

Wurzel des Unkrauts Sagapen (??)

Schierlingssaft

Bilsenkrautsaft

Tapsus barbatus (??)

Rotes Sandelholz

Schwarzer Mohnsamen

Da fängt es schon an. Die Ingredienzen lassen sich nicht mehr genau bestimmen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich vom Geisterbeschwören absolut nichts halte…

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Ein anderes Rezept möchte ich aber auch noch preisgeben, weil es da in der Beschreibung heißt: „Um üble Dämonen, zornige Geister, Steuerfahnder, Betrunkene und andere widerwärtige Kreaturen loszuwerden„. Liebe Steuerfahnder, dass ist nicht auf meinem Mist gewachsen… 😉   (Cunnigham: 1989)

Also, wer diese Räuchermischung mal ausprobiert und gar Erfolge hat, teile es mir bitte mit. Ich verkauf die meistbietend an die Opfer der Steuer-CD aus der Schweiz…

Notfallräucherung

3 Teile Weihrauch

2 Teile Drachenblut

2 Teile Myrrhe

1 Teil Asant

1 Teil Rosmarin

1 Teil Cayenne

1 Teil Paradieskörner

1 Teil Gartenrauke

1 Teil Knoblauch

Ich könnt mir schon vorstellen, dass es die oben Genannten fernhält. Diese Mischung qualmt nämlich enorm. Ist nicht unbedingt etwas für geschlossene Räume (es sei den, der Dämon sitzt drin) und man sollte sie auch nicht unbedingt direkt einatmen, sie wirkt schon reizend (wie ein Steuerfahnder…)

Da jede Pflanze mehr als nur die Summe ihrer Wirkstoffe ist, ist auch jede Pflanze magisch. Da wir viel vergessen haben, ist es eine Lebensaufgabe bewährte Rezepturen zu entdecken und wieder zu entdecken. Ich wünsche viel Spaß! Das frau sich zunächst mit den Ungiftigen beschäftigen sollte, ist wohl klar. Eine erste Quelle wären da wohl die Bücher von Storl und Rätsch. Viel Spaß!

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Nein, da hat sich kein Schreibfehler in die Überschrift geschlichen. Baldrian hat viele Qualitäten und da bedarf es nicht erst der Wurzel.

Der Baldrian weist mit seinem lateinischen Namen auf seine Eigenschaften hin (valere = stark, gesund sein). Er wurde auch gern bei Liebeszaubern verwendet. Ja, Frau sollte ihn sogar am Körper tragen, um sich der zahlreichen Liebhaber nicht mehr erwehren zu können. Im „Chanel- Nr. 5“ – Zeitalter kaum vorzustellbar. Aber nicht nur Liebhaber sollte das Kraut auf diese Weise anziehen, sondern auch einen wirksamen Schutz gegen Blitzschlag und Behexung bilden.

Es heißt, der Rattenfänger von Hameln hätte sich des Baldrians bedient, um die Ratten aus der Stadt zu locken. Das ist gar nicht so abwegig: Nicht nur unsere Katzen lieben Baldrian, auch Ratten sind ganz versessen darauf.

Indianer behandelten Epilepsie und Lähmungen mit Baldrian. Im zweiten Weltkrieg wurden Kriegstraumata mit ihm behandelt. Auch gegen Cholera und Pest wurde er früher eingesetzt.

Unbestritten gehört Baldrian zu den bewährtesten Heilmitteln für das Nervensystem. Er wirkt beruhigend, hypnotisch, krampflösend (glatte Muskulatur) und schmerzstillend. Trotz all dieser wunderbaren Eigenschaften haben unsere Wissenschaftler noch nicht herausgefunden, welche Bestandteile des Baldrians diese Wirkungen verursachen. Das gibt einem bei der teilweise vernichtenden Bewertung alter Heilkräuter durch die Kommission „E“ schon ein wenig zu denken…

Baldrian gehört zum ersten Frühjahrsgrün, ist für die meisten aber als solcher noch nicht zu erkennen

Der Baldrian ist häufig an Flußufern und Feuchtgebieten zu finden und steht gerade jetzt kurz vor der Blüte. Im Gegensatz zu seinen Wurzeln haben die Blüten einen lieblichen, moschusartigen Duft. Sie sind aromatisch und passen wunderbar zu Früchten wie Nektarine, Passionsfrucht und Banane.

Beim Baldrian gibts männliche und weibliche Blüten. Die weiblichen sind etwas kleiner, weiß bis zartrosa. Die Männlichen kräftig und deutlich rosa. Wer sich mit der Bestimmung des Baldrians nicht sicher ist, sollte vielleicht zunächst einen in der Gärtnerei kaufen. Man könnte ihn eventuell mit der Spornblume, die in Küstengebieten wächst, verwechseln.

Kulinarisch verwenden wir also die Blüten. Wie bei den meisten blühenden Zutaten auch hier bitte das Grün entfernen.  Und dann auf den Grill!

Nein, nicht pur natürlich. Ich grille wirklich gern und im Sommer wird meist draußen gegessen und auch zubereitet – also ist der Grill meine Küche. Jeden Tag Bratwurst ist aber auch nicht das Wahre. Also werden auch Beilagen und Gemüse gegrillt. Und für mich gaaanz wichtig: Der Nachtisch. Eine wunderbare Kombination bildet der Baldrian hier mit gegrillten Bananen. Kennen Sie doch sicher: Bananen so pur auf den Grill legen, bis sie schwarz sind und die Schale platzt. Jetzt herunternehmen halbieren oder auch nur oben aufschlitzen und die guten Sachen draufgeben. Für Kinder z. B. Schokosplitter, für Erwachsene Rum und Zucker oder für Kräuterhexen und Gourmets die Baldrianblüten.

Bei schlechtem Wetter gibts natürlich auch eine Abwandlung:

Gebackene Bananen mit Baldrianblüten

8 Bananen, geschält

10 g Butter

1 EL brauner Zucker

1 EL Sherry

2 EL Baldrianblüten

Crème fraiche

Backofen auf 180 Grad vorheizen

Die Bananen in Scheiben schneiden und in eine Auflaufform legen. Mit Butterflocken und Zucker bestreuen und mit Sherry überträufeln. Die Hälfte der Blüten über die Bananen streuen, die Form abdecken und im Ofen 15 – 20 Minuten backen, bis die Bananen weich sind. Dann aus dem Rohr nehmen, die restlichen Blüten darauf streuen und mit Crème fraiche servieren.

Obstsalat mit Baldrianblüten

2 Passionsfrüchte

3 EL Apfelsaft

3 Kiwis, geschält, in Scheiben geschnitten

1 EL Baldrianblüten

Die Passionsfrüchte halbieren, Fruchtfleisch in eine Schüssel schaben, mit Apfelsaft und Kiwis vermengen und mit den Blüten vermischen.

Es gibt also wunderbare Gründe, um den Baldrian im Garten anzusiedeln. Aber er tut nicht nur Leib und Seele gut, sondern auch dem Garten. Neben Gemüse gepflanzt, beschleunigt er das Wachstum und regt die Aktivität der Regenwürmer an (scheinbar wirkt der Baldrian auf Würmer anders als auf Menschen ;-))

Auf uns Menschen wirkt er, wie oben angesprochen, natürlich auch wunderbar.

Wir verwenden den Baldrian, um den Gesamtorganismus zu entspannen. Auch chronische Angstzustände und chronische Schlaflosigkeit können wir mit ihm behandeln. Panik, Herzklopfen, Schwindel… bei allem wirkt er zuverlässig und schnell.

Wer sich von Drogen, Beruhigungsmitteln oder Alkohol abhängig gemacht hat, kann mit Hilfe des Baldrians leichter entziehen.

Auch bei Schmerzen wie Rheuma, Arthritis, Gürtelrose oder Neuralgien wurden gute Ergebnisse erzielt.

Wenn die Angst dich lähmt, wenn Panik aufsteigt – Baldrian hilft! Niedrige Baldriangaben  (kleine Dosen mit Pausen, drei Tage nehmen, drei Tage aussetzen) schenken Mut und Widerstandskraft und hilft, die Energie aus dem Solarplexus ins Herz aufsteigen zu lassen.

Auch bei unbewussten und irrationalen Ängsten wie Angst vor Dunkelheit, bösen Mächten und Geistern, oder objektlose Ängste kann Baldrian gut angewandt werden. In dieser Eigenschaft ist er auch ein wunderbares Füllmittel für ein Kräuterkissen.

Kräuterhexen, die ihre Tinkturen nicht selbst herstellen, bekommen Baldrian natürlich in der Apotheke. Ich nehme immer die Tinktur, nicht die fertigen Tabletten, aber das ist vielleicht eher Geschmackssache. Tinkturen lassen sich jedoch leichter dosieren, gerade wenn ich mehr im energetischen Bereich arbeiten möchte.

Selbstverständlich wurde so ein starkes Kraut auch schon immer rituell und bei der magischen Arbeit verwendet, darum ein Hinweis für Zaunreiterinnen:

Baldriantee bereitet optimal auf magisches Arbeiten vor, vor allem, wenn du dich tief versenken möchtest.  Er ist ein typisches Samhainkraut und daher auch ein wunderbarer Gefährte bei der Schattenarbeit, die Angst vor Selbstverlust– oder Auflösung kann bewältigt werden. Bei Hekate-Ritualen, Überquerungen des Styx , ober bei der Abwehr von negativen Kräften solltest du mit ihm arbeiten.

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