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Posts Tagged ‘Maria Schasteen’

Ihr merkt schon am Titel, ich tue mich sehr schwer mit diesem Beitrag. Es geht um eine Buchbesprechung.

Ich habe mich sehr auf das neue Buch gefreut. Ich bin keine Aromatherapie-Expertin, aber  die Handhabung der „duften“ Medizin wurde in meiner Ausbildung auch behandelt. Schließlich haben wir hier auch „Kräuter“ und das in hochdosierter Form. So nutze ich auch des Öfteren ätherische Öle, habe aber natürlich nicht das Repertoire einer Fachfrau.

Aber dafür gibt es ja Bücher. In meinem Schrank tummeln sich Werke von Eliane Zimmermann, Monika Werner, Ruth von Braunschweig, Dietrich Wabner, Barbara Krämer und nicht zuletzt Susanne Fischer-Rizzi, die mich seinerzeit erst auf ihre „Duftspur“ gebracht hat.

„Duftmedizin“ von Maria Schasteen sollte die Sammlung bereichern.

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Aber das Buch hat mich verwirrt. Ich bin mir immer noch nicht sicher, wie ich es finde. Scheinbar geht es anderen nicht so, denn es ist mittlerweile zum Bestseller bei Amazon aufgestiegen. Doch bei mir ist da so ein Nachgeschmack … nein, ich kann es nicht aufrichtig empfehlen, aber auch nicht wirklich dagegen sprechen. Man findet Dankesarien  und Lobpreisungen in den Bewertungen bei Amazon und ich habe es bisher noch nicht gewagt, selbst eine kritische Rezension zu schreiben. Ihr findet von mir aber keinen Direktlink zu Amazon, denn an diesem Buch möchte ich nicht einmal ein paar Cent verdienen.

Was stört mich an dem Werk?

Ich will es mit einer Pro- und Kontraliste versuchen:

Pro:

  • Optisch ansprechend aufgemacht
  • Es werden Geschichten von Patienten erzählt, die unglaubliche Wirkungen erfahren durften.

Kontra:

  • Die Patientengeschichten sind für meinen Geschmack deutlich zu lang. Die liest man einmal und dann wünscht man sich doch eher ein einfaches Nachschlagewerk.
  • Die Beschreibungen der Öle sind zwar relativ lang, aber inhaltlich eher knapp.
  • Zu dem Preis hätte ich mehr vorgestellte Öle erwartet.
  • Es wird dringend darauf aufmerksam gemacht, nur „therapeutische Öle“ zu verwenden. Die gibt es aber anscheinend nur bei der Autorin.

Gerade der letzte Punkt kam mir sehr bitter auf. Immer wieder wird darauf hingewiesen, nur „therapeutische Öle“ zu verwenden. Gut, klar. Jeder Aromatherapeut und -experte erklärt deutlich, dass die Öle eine gute Qualität haben müssen, um medizinisch zu wirken. Aber für mein Laienverständnis gehören auch Öle von Farfalla oder Primavera dazu. Hier fing mein Bauch an, widerwillig zu grummeln.

Na gut. Ich blättere also bis zum Anhang und schau mal. Ja, da steht eine Bezugsquelle für die empfohlenen Öle. Hier lande ich auf eine Seite der Autorin, die ein Vertriebsnetzwerk für die Öle aufbauen will. Das Einzige, was ich hier machen kann: Mich als Vertriebler bewerben. Auch das hätte ich fast noch hinnehmen können, allerdings erfährst du nichts … nullkommanichts … Du darfst dich bewerben und gespannt sein, ob der gnädige Blick des Auswahlkommitees auf dich fällt. Dabei weißt du aber noch gar nicht, wofür du dich beworben hast. Nur das du irgendwie ätherische Öle vertreiben willst. Du hast absolut keinerlei Eckdaten. Auch über die Öle wird nichts verraten.

Ich erwarte nicht, das auf einer Homepage die Verträge veröffentlicht und die Honorare oder Boni verraten werden, aber mehr als „du darfst dich bewerben“ schon. Das klingt sehr elitär. Es wird nicht jeder genommen.

Freund Google verrät mir, das Maria Schasteen wohl vorher oder immer noch für „Young Living“ Öle tätig war (ist?). Ich kenne die Öle nicht, weiß nicht, ob sie wirklich so hochwertig sind, wie angepriesen. Ist möglich, aber mir egal. Weil ich auch auf der Young Living Seite wieder mehr den Vertrieb, als die Öle im Vordergrund sehe. Das große Geldverdienen für den Vertriebler wird gepriesen.

Ja und dann wirbt die Autorin auch noch selbst für das ach so tolle „Netzwerkmarketing“. Wer mal reinschauen möchte, findet das YouTube Video hier.

Nichts gegen Eigenwerbung, absolut nicht! Aber sie wirbt nicht für das Produkt, sondern verspricht halt das dicke Auto und das tolle Haus.

Und es sieht beinahe so aus, als wären die Öle gar nicht so hochwertig. Wenn man Wikipedia glauben darf, so wurden lt. Chefchemiker Robert Pappas andere Öle zu Testzwecken vorgelegt, als tatsächlich verkauft worden. Siehe hier (die Seite ist leider in Englisch)

Die FDA warf „Young Living“ vor, mit Heilmitteln gegen Ebola, Autismus und Krebs zu werben und die Öle chemisch zu strecken (findet ihr ebenfalls in obigem Artikel).

 

Nachdem ich das gelesen habe, bin ich noch skeptischer. Sind die geschilderten Fälle mit den fantastischen Heilungen glaubhaft? Haben die neuen Öle, die Maria Schasteen wohl demnächst über das Netzwerkmarketing vertreibt wirklich „therapeutische“ Qualität?

Ich weiß es nicht. Aber es ist eines der wenigen Bücher, wo ich ziemlich schnell von Freude in Skepsis absank. Der Nachgeschmack bleibt. Als ich dann auch noch das Video sah, war ich persönlich durch damit.

Ob Frau Schasteen wirklich eine Koryphäe in der Aromatherapie ist, kann ich nicht sagen, wage es jedoch zu bezweifeln. Aber im Netzwerkmarketing scheint sie spitze zu sein. Zumindest verspricht sie Reichtümer.

Ob zumindest das Buch sachlich korrekt ist, kann ich letztendlich auch nicht sagen. Es steht einiges drin, was zu den Grundlagen der Aromatherapie gehört.

Vielleicht kann das einmal eine Fachfrau beurteilen, die die Öle mehr liebt, als den Mammon. Die einzige negative Bewertung bei Amazon kam übrigens von einer Aromaexpertin. Mich würde interessieren, was andere Expertinnen hierüber denken.

 

 

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