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Posts Tagged ‘Pesto’

Nachdem ich doch einiges an Resonanz nach dem Gierschpesto hatte, möchte ich mich mit Kräuterpasten noch einmal befassen:

Eine Kräuterpaste ist wirklich universell:

  • zum Würzen von Gerichten aller Art (Suppen, Saucen, Fleisch, Gemüse)
  • Als Brotaufstrich
  • Zur Marinade von Grillgut

Da Pasten immer Salz enthalten, braucht man beim Würzen entsprechend weniger davon.

Das klassische Pesto enthält Parmesankäse und Pinien, wie in dem Rezept damals beschrieben. Und natürlich Basilikum. Achtung: Schaut mal im Handel! Ich hab noch kein Fertigpesto gefunden, wo wirklich nur Basilikum drin ist. Meist wird mit anderem Grün gestreckt. Auch mit den Pinien wird gegeizt (weil teuer). Selbst wenn „Barilla“ oder Ähnliches draufsteht, es ist wirklich schade…

Eine Kräuterpaste muss nicht unbedingt Parmesan haben. Schmeckt auch nicht immer. Ich liebe z. B. Hanfpaste. Die ist ungeheuer lecker auf Honigbrötchen. Auch Pinienkerne müssen nicht sein. Man kann Walnüsse nehmen, oder Haselnüsse. Klassisch besitzt die Kräuterpaste aber nichts weiter als Salz und Öl (und natürlich Kräuter).

Wenn ihr dafür sorgt, dass immer eine kleine Ölpfütze obenauf steht, sind sie sehr lange, auch ohne Kühlschrank, haltbar.

Das Grundrezept ist simpel:

Kräuterpaste

100g Kräuter, gehackt

9 g Salz

100 ml Öl (meist Olivenöl – haltbar und lecker)

Mehr ist nicht „drin“.

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Hier ein paar Variationen für die kreative wilde Köchin:

  • Bohnenkrautpaste – zur Hälfte mit Petersilie zubereiten. Super zu Bohnengerichten aller Art. Überhaupt ist Bohnenkraut ein wunderbares Pastenkraut.
  • Estragonpaste – Mit etwa 1/3 Petersilie verarbeiten. Wer einmal das herrliche Estragonaroma (französischer Estragon) erlebt hat, möchte es nicht missen. Leider ist es schwer zu konservieren und verliert sich beim Trocknen nahezu völlig. Hier haben Sie eine Alternative zu Essig. Ein Gaumenstreichler zu Fleisch, Geflügel und natürlich Sauce Béarnaise.
  • Fenchel- Dill – Paste – nur die jungen Triebspitzen verwenden und zu Fisch oder Suppe genießen.
  • Hanfpaste – Nein, nicht für bunte Träume. Ich meine den ganz normalen, „rauschfreien“ Nutzhanf. Wenn Sie die Möglichkeit haben, dranzukommen, „verpasten“ sie ihm eines. Herrlich zu Süßem!
  • Kümmelpaste – Die Samen müssen noch grün sein!
  • Liebstöckelpaste – recht fein hacken. Nicht nur als Suppenwürze. Probieren Sie das Aroma mal auf Butterbrot. Da denkt keiner mehr an „Maggi“. Wunderbares Pastenkraut.
  • Majoran oder Oreganopaste – Stiele weglassen. Super für Kartoffel- und Geflügelgerichte, Suppen und natürlich Pizza!
  • Minzen- oder Zitronenmelissenpaste – Je nach Wunsch Minze oder auch die Melisse verwenden. Ohne Stiele zerkleinern. Lecker an Erbensuppe, Salatsaucen, Süßwassergrillfisch.
  • Petersilienpaste – Ohne Stiele verarbeiten. Die passt wirklich überall hinein. Denken Sie auch an Kräuterbutter!
  • Rosmarinpaste – Die Nadeln sehr fein hacken. Universell zu Fleisch, Geflügel, Teigwaren.
  • Salbeipaste – Junge zarte Blätter verwenden. Besonders für die italienische Küche geeignet.

Lassen Sie sich nicht daran hindern, auch fleissig zu kombinieren. Vielleicht sind Ihnen da die klassischen Würzmischungen eine kleine Hilfe.  Sie können z. B. Petersilie, Dill und Fenchel für Fischgerichte herstellen oder Basilikum, Petersilie und Rosmarin für Fleischgerichte. Sehr ans Herz lege ich Ihnen auch Bohnenkraut. Obwohl natürlich der klassische Bohnenbegleiter, steckt doch viel mehr in ihm…

Gerade jetzt ist das Herstellen optimal. Viele Kräuter treiben dann nach der Ernte noch mal aus.

Guten Appetit!

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Zunächst einmal: Den Satz „von der Pest zum Pesto“ hab ich geklaut. Hat mir halt gefallen. So heißt ein Rezept von Beate Slipher, deren Buch „Natur satt!“ ich hiermit herzlichst empfehlen will.

Giersch ist so ziemlich das schrecklichste „Unkraut“, dass sich ein Gärtner vorstellen kann. Oft werde ich gefragt, wie man ihn los wird. Ich sag immer: „Essen oder umziehen“, was mein Gegenüber selten zum Lächeln reizt. Was ihn reizt, ist eben der Giersch. Viele Teilnehmerinnen meiner Wanderungen nutzen ihn auch hin und wieder. Aber gegen den üppigen Wuchs, meinen sie, könne man nicht anessen.

Als passionierte Kräuterhexe bin ich natürlich von meinen Kräutern überzeugt, weiß das sie lecker und gesund sind. Giersch in allen Variationen hab ich dabei natürlich auch drauf. Ein besonderer Hit ist die Gierschlimonade.

Giersch – versuchen nicht fluchen!

Heute hab ich, um meinen Giersch mal wieder ein wenig zu bannen, o. g. Pesto aus Beate Sliphers Buch gemacht. Abweichend vom Rezept hab ich den Löwenzahn weggelassen und nur Giersch genommen. Beim obligatorischen Schüsselauswischen mit Brotscheibchen fing ich an zu schwärmen. So einen Wohlgeschmack hätte ich nie vermutet. Wirklich nicht. Mein Mann, der ein Häppchen bekam, war sofort Feuer und Flamme. Um auch die Reste aus Trichter und Mixer bis aufs letzte Tröpfchen zu nutzen, haben wir uns Spaghetti gemacht und geschmaust, als hätte es die letzten Jahre nix Anständiges mehr gegeben. Jetzt schmachten wir unser Pestoglas an. Aufheben? Niedermachen? Der Giersch im Garten ist nämlich weg. Liegt hier als kulinarische Entzückung im Glas. Ich fürchte fast, so schnell wächst der nicht nach, wie wir ihn lecker finden.

Neugierig geworden? Dagegen kann ich was machen. Aber ernten und zubereiten müssen Sie selbst. Und denken Sie dran: Lobeshymnen an Frau Slipher, nicht an mich.

Von der Pest zum Pesto

100 g Löwenzahn und Gierschblätter (den Löwenzahn ließ ich weg)

100 g Parmesan

100 g Pinienkerne

2 große Knoblauchzehen (hab ich auch weggelassen, hatte keine mehr, war trotzdem lecker)

100 ml Olivenöl

1 TL Salz

Blätter waschen und trocknen. Zusammen mit Parmesan, Pinienkernen und Knoblauch in der Küchenmaschine oder im Mörser zerkleinern, bis eine gleichmässige Masse entstanden ist. Olivenöl und Salz hinzufügen. Immer luftdicht verschlossen halten.

So, genug geschrieben, ich glaub, da war noch ein Klecks Pesto in der Schüssel…



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