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Posts Tagged ‘Qbo’

Ja, mal wieder ein Beitrag, der nichts mit Kräutern zu tun hat. Aber das muss ich mir mal von der Seele schreiben. Vor allem, weil man bei Amazon neuerdings nicht mehr Rezensieren darf, wenn man das Objekt nicht dort gekauft hat und zum anderen, weil ich bis heute nicht weiß, wie man bei Tchibo selbst rezensiert. Das haben wir auch zu dritt mit Durchforsten der Website nicht geschafft. Also dann hier, eingefleischte Teetrinker mögen mir verzeihen …

Für Leute mit wenig Zeit: Nicht kaufen!

Wer es genauer wissen will:

Ich trinke gern mal Kaffee. Am liebsten einen Espresso mit Milchschaum. Heutzutage wird das Espresso Macchiato genannt. Die Qbo von Tchibo sieht gut aus und punktete, jedenfalls laut Beschreibung, mit erstklassigen Kaffeesorten, recyclebaren Kapseln und allerbestem Milchschaum. Das ganze wird neuerdings auch von „Alexa“ unterstützt. Für ein Spielkind wie mich, ein kleines bisschen Raumschiff – Enterprise – Feeling. Mit einem knappen „Alexa, mach mir einen Espresso Macchiato!“ läuft das gewünschte Gebräu in die Tasse. Natürlich ist auch mir klar, dass ich die Maschine vorher mit Kapsel bestückt und mit Tasse versehen haben muss …

Soweit, so theoretisch.

Zunächst blieb aber die Tasse kalt. Die Maschine hatte einige Kaffees voreingestellt, den Espresso mit Schaum bekommt man aber nur über die App. Ich bin computertechnisch versiert, sollte kein Problem sein.

War es aber doch. Als erstes knallte mir die App die Mitteilung „Du bist nicht der Besitzer!“ um die Ohren.

Da sagte mein Bankkonto aber etwas anderes.

Nun gut. Tatsächlich schaffte ich es schließlich, mir meinen ersten Espresso Macchiato zu machen und er schmeckte gut. So angefixt wollte ich gleich mal ein paar Kapseln bestellen, denn die gibt es leider nicht beim Kaufmann um die Ecke. Zunächst bei Amazon. Ich bin da schon Kunde, seit es die gibt. Aber die Auswahl war mehr als übersichtlich. Also direkt bei Tchibo. Doch auch hier prangte an den meisten Kapseln das  dezente „zur Zeit nicht verfügbar!“ Zu allem Überfluss hatte Tchibo auch noch das Kennenlernpaket vergessen. Mein kleiner, zum Glück vorzeitig georderter Vorrat, hatte noch 7 Kapseln …

Aber wer will schon Vielfalt? Also noch mal das Gleiche bestellt. Und dann das Kaffeekochen mit Alexa probieren. Dazu musste ich allerdings erstmal herausfinden, wie ich Qbo denn aussprechen muss. Ich versuchte es zunächst mit „Ku-be-o“. Das war nix … Also vielleicht englisch? „Qu-bi-oh“? Na, das war schon dichter dran. Zum Glück klärte mich Alexa auf und fragte, ob ich die „Qubo“-App meinte. Ja, Geiz ist geil gilt wohl auch für Namen. Wer braucht schon Vokale.

Gut. Als dann! Alexa, mach mir einen Espresso Macchiato!

Nix!

„Spüle den Milkmaster!“, herrschte mich die weibliche Stimme dagegen an.

Oha! Nach jedem Tässchen den Milkmaster spülen? Da dürfte der gefühlt tassengroße Wassertank (nach Webseite 900 ml) nicht lange halten. Zum Glück musste ich zum Milkmaster spülen nur ein Knöpfchen drücken.

Also jetzt! Prima. Obwohl ich irgendwie das Gefühl hatte, das das „Macchiato“ hier seinen Namen nicht zu Recht bekam. Ich hatte aber auch nicht aufgepasst. Gab die Maschine erst die Milch in die Tasse und dann den Kaffee? Zu sehen war zwar Schaum, aber kein weißer. Ach, was soll´s.

Tasse genommen, gemütlich gemacht und … „Der Milkmaster ist noch angeschlossen! Nehmen Sie ihn ab, reinigen Sie ihn, oder stellen sie ihn in den Kühlschrank!“

„Zu Befehl, Herr Qbo!“ In die Küche geflitzt. Milkmaster in den Kühlschrank gestellt. Bei der Kaffeemaschine entschuldigt.

Ja, die App sagt dir mal fix, was du vergessen hast.

Am Nachmittag wollten wir das Unglaubliche wagen und zwei Tassen brühen. Leider geht das nicht am Stück. Der Milkmaster möchte gespült werden. Nach jedem Tässchen.  Da meine Erste bereits kalt war, als mein Mann mit seiner kam, machte ich mir dann noch einen Espresso Macchiato. Und was für ein Wunder! Dieses Mal kam zuerst der Schaum, dann der Kaffee und der Espresso war perfekt.

Das sollte übrigens der einzige richtige Espresso Macchiato in meinem 8 Kapsel langen Kaffee-Erlebnis bleiben. Bei jeder weiteren Anfrage kam immer erst der Espresso und dann hauchte der Milkmaster einen Schuss heißes Wasser mit zwei Tropfen Milch über den brauen Schaum …

 

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Suchbild: Wo ist der Milchschaum?

Na, morgen ist ja auch noch ein Tag … Vielleicht sollte ich eine Nacht drüber schlafen.

Und am nächsten Tag mach ich mir doch gleich einen Morgenkaffee. So im Vorübergehen! Milkmaster ist gespült, frisch angeschlossen … Ich steh zwar im Nachtzeug in der kalten Küche, aber es sollte ja schnell gehen …

„Leeren Sie den Kapselbehälter!“

Oh verdammt ja. Na muss ja. Schade das es mächtig kalt ist heute morgen, aber ein heißer Kaffee macht das schon wett … also raus mit den Dingern und in die praktischen Recyclebeutel, die mitgeliefert worden. Da denkt doch mal jemand an die Umwelt! Das ist doch klasse. Nur noch zukleben und … wohin schicken?

In den gelben Sack schmeissen … Na schönen Dank! Dafür hätte ich keine Extrabeutel gebraucht und DAS hab ich mir unter Kapselrecycling NICHT vorgestellt.

Jetzt aber zum Kaffee!!!

„Füllen Sie den Wasserbehälter!“

Kruzifix! Das geht nur, wenn ich den Milkmaster wieder abmontiere. Ok, schnell gemacht. Naja, so oft wie der Milkmaster gespült wird …

„Spülen Sie den Auslass!“

Gleich muss ich Eiswürfel pinkeln, so lang wie ich mich jetzt schon mit der Maschine rumärgere. Und auch Alexa kann da nicht helfen. Gut spülen, sonst gibt es ja keinen Kaffee …

Und jetzt endlich Espresso mit Schaum!

Nein, ohne! Der Milkmaster lässt sich nur spülen und hält sich ansonsten zurück. Spuckt nur wieder kurz einen Schwall heisses Wasser mit einem Milchtröpfchen. Wähnt sich womöglich noch im Spülmodus. Obwohl immer laut und deutlich „Espresso Macchiato“ auf dem Display steht. Ich bin enttäuscht.

Bei dem Gedanken an die nächste bevorstehende Kaffeerunde mit Freunden wird mir unbehaglich. Es mag aber auch daran liegen, dass ich jetzt wirklich schon seit einer halben Stunde in der Küche stehe.

Nein, die Qbo war ein absoluter Fehlkauf. Ich bin doch kein Masochist. Und auch Alexa kann nichts daran ändern, dass die Maschine MICH auf Trab hält und nicht anders herum. Auch die schlechte Verfügbarkeit des durchaus guten Kaffees macht mir die Sache nicht schmackhafter. Die Qbo ist jetzt schon so lange auf dem Markt, dass sie aus dem Gröbsten raus sein sollte.

Ich starte „Eine Runde Mitleid“ auf Alexa und husche ins Bad, um heute noch irgendwie warm zu werden. Wenn schon nicht mit der Qbo, dann wenigstens mit mir selbst. Die Qbo geht zurück. Nein, danke! Da hab ich ja weniger Arbeit bei klassischem handgefilterten Kaffee und der ist auch noch umweltfreundlich …

Zusammenfassung:

Pro:

  • Kaffee schmeckt
  • Maschine sieht edel aus

 

Contra

  • Permanente Reinigung ist umständlich und zeitaufwändig, zumindest wenn man die Maschine mit Milkmaster nutzt.
  • Espresso Macchiato wurde nur in einem von acht Fällen korrekt gebrüht, ist kein repräsentativer Schnitt, macht aber nachdenklich.
  • Pseudo-Recyclingversprechen. Kommt doch nur in den gelben Sack und die traurige Geschichte (des gelben Sackes) setze ich mal bei jedem als bekannt voraus.
  • Die Kapseln sind, wenn man nicht gerade in Hamburg wohnt, nur online zu beschaffen, was zu verschmerzen wäre, wenn sie denn vorrätig wären.
  • Will auch eine „Zwangsentkalkung“ nach 50 Tassen (mittlere Wasserhärte). Die Kapseln hierzu sind nicht gerade preiswert. „Designerpreis“, sag ich mal.

 

Entscheide nun jeder selbst … Und wer zufällig weiß, wie man bei Tchibo rezensiert, der darf mir das gern mitteilen.

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