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Posts Tagged ‘Rantrum’

Endlich wieder unterwegs. Zugegeben: Es war nicht nur die Werkstattpause. Ich scheute mich auch ein bisschen vor dem Touristenstrom. Da immer noch Ferienzeit ist, verkrümele ich mich etwas mehr ins Binnenland. Autark möchte ich wegen der bisherigen Aussetzer meines Womos aber auch noch nicht stehen…

Also schau ich mal nach Rantrum. Hier hat die Gemeinde einen vorbildlichen Stellplatz am Schwimmbad eingerichtet. Zunächst finde ich die Zufahrt nicht, dabei stehe ich direkt davor: ein hoher Metallzaun mit großem Tor. Ich trau mich, mache auf und fahre hinein. Hier gibt es nichts zu meckern. Die Plätze sind ausreichend groß und ordentlich. Wegen meiner lauten Mitfahrer verkrümle ich mich wieder an den Rand des Geschehens…

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Rantrum – ruhig und sauber

 

Schon bald kommt die Platzwartin und erklärt mir alles. Das Schöne: die Nutzung des Schwimmbades ist in der niedrigen Stellgebühr enthalten. Sie zeigt den Neuankömmlingen die Örtlichkeiten. Als Betreiberin des Kiosks des kleinen Bades ist sie auch für die frischen Frühstücksbrötchen zuständig. Was ja leider nichts für mich ist. Trotzdem finde ich den Service toll.

 

Eigentlich habe ich es nicht so mit Schwimmen. Ich schwimm wie ein Hammer und tauch wie ein Korken. Aber die gute Platzwartin redet mir gut zu. Naja… was solls… ist ja im Preis mit drin und ich bin… wie lange…? Meine Güte, bestimmt fünf Jahre nicht mehr geschwommen.

 

Ich schnapp mir meinen Badeanzug und geh die wenigen Schritte zum Becken. Es ist abend und traumhaft ruhig. Ich bin die Einzige hier. Nach ein paar zaghaften Runden komme ich zufrieden aus dem Becken. Ich möchte es nicht gleich übertreiben. Aber es hat mir Spaß gemacht und sehr gut getan.

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Alles meins! Ich bade allein hier…

 

Ich beschließe, irgendwann einmal wiederzukommen. Aber der Hauptgrund meiner Reise ist ja immer noch mein Buch. Wo sind sie, die Rezepte?

Der Stellplatz ist sehr schön, aber die Gegend kein Kräutereldorado. Selbst für jemanden wie mich, der nahezu überall was zu pflücken findet, eine kleine Herausforderung.

Bei der abendlichen Hunderunde gesellt sich eine Anwohnerin zu mir. Wir kommen ins Gespräch und sie verrät mir eines ihrer gesunden Lieblingsrezepte, einen Walnusslikör. Das interessiert mich total, da ich gerade erst zu Haus auch einen angesetzt hatte. Den der freundlichen Anwohnerin gebe ich jetzt noch nicht preis. Den muss ich erst ausprobieren. Für die Neugierigen kommt jetzt aber Eines nach Oskar Marti, von dem ich nahezu jedes Büchlein habe…

 

Walnusslikör

1 l Obstbrannwein

2 Nelken

1/2 Zimtstange

2 El Kakaopulver

1 El Kaffeepulver

20 grüne Walnüsse

1/2 Vanilleschote, längs halbiert

50 g Puderzucker

Die Nüsse (am besten mit Handschuhen) in Scheiben schneiden und mit den restlichen Zutaten 10 Tage an der Sonne stehen lassen, danach 5-6 Wochen kühl ziehen lassen. Abseihen und mindestens noch 3 Monate reifen lassen.

Ein leckeres Verdauungsschnäpschen. Eines von der Sorte, dass man mit Messer verteidigen muss. Manch einer mag auch die gut durchgezogenen Nüsse (die schwarz werden) so essen. Der Schnaps riecht himmlisch und schmeckt toll. An Walnuss denkt da keiner!

 

 

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Walnussliköransatz

 

Wenn die Nüsse ausziehen, färbt der Ansatz in getrennten Farben durch. Ein kleines Schauspiel. Später wird der Likör schwarzgrün.

Bei uns war es nicht einfach, Walnussbäume zu finden. Wer einen in der Nähe hat, sollte den Likör unbedingt mal ausprobieren. Am besten sind Juninüsse. Die Schale muss noch grün und das Innere noch weiß sein.

 

Dann entdeck ich aber doch noch ein Kräutlein, dass üppig in unseren Wäldern wächst, aber kaum einer findet… (weil es unscheinbar ist?)

Zumindest die Hexen unter euch sollten es kennen:

 

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Kaum einer nimmt es wahr…

 

Na? Erkannt?  Es ist das große Hexenkraut, Circaea lutetiana. Die meisten bemerken es nicht einmal. Aber warum heißt es „Hexenkraut“ und was bedeutet der lateinische Name? Na zumindest der, das weiß der Lateiner (oder der fleißige Asterix-Leser), weist auf Circe hin. Können wir also jemanden magisch becircen? Auch der englische Name „Enchanters Nightshade“ – Zauberers Nachtschatten, lässt ja Ähnliches vermuten.

Angeblich soll man Männer um den Finger wickeln können, wenn man einen Tee aus dem bei zunehmendem Mond gepflücktem Kräutlein zu sich nimmt. Geschlechtsgenossinnen hingegen könnten aggressiv reagieren.

Mir fehlen, zumindest zu diesem Zauber, allerdings die Erfahrungswerte… 😉

Als Heilkraut fand es früher bei Rheuma, Fieber und der Wundbehandlung Verwendung. Eine neuere Studie bescheinigt ihm entzündungswidrige Eigenschaften.

Wenn ich jedoch noch mal auf die Namen dieses unscheinbaren Kräutleins schaue… Ob da nicht doch mehr dahinter steckt?

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