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Posts Tagged ‘Rheuma’

Was einer Kräuterhexe und Jungimkerin (ist das nicht herrlich, sich in meinem Alter noch „jung“ nennen zu dürfen?) nicht alles so „zufällt“…

Seit heute mach ich den ganzen Starlets (an meine jungen Leser: „It-Girls“), Topmodells und Schönheitschirurg-Abonnentinnen Konkurrenz: mein Spiegelbild lächelt mir mit satten, vollen, (sch)wülstigen Lippen entgegen. Wäre ich Lippenstiftverwenderin, hätte ich vierfachen Verbrauch – mindestens. Und das habe ich mit gesunden, natürlichen Zutaten geschafft – rein Bio eben. Die Haut ist wirklich prall und faltenlos. Richtig feines Bio-Botox.
Das Lächeln wirkt nicht ganz so steif, wie ein vom Arzt aufgespritztes, das Volumen muss sich hinter dem käuflich zu erwerbenden beileibe nicht verstecken. Und das ist eigentlich schon das Problem: es beschränkt sich nämlich nur auf meine rechte Oberlippe. Das kommt davon, wenn man Bienen küsst…

„Wer ist denn so dusselig?“ fragt ihr jetzt vielleicht… Nun unerfahrene Imker eben, denen nicht ganz klar ist, dass auch Bienen mal ihre „Tage“ haben und in freudiger Erwartung ungeschützt in den Honigraum lugen (die Imker, nicht die Bienen).

Nach dem ersten Schreck konnte ich feststellen, dass ich wohl NICHT allergisch reagiere, denn sowohl Schmerz, als auch Schwellung hielten sich in Grenzen. Nach 10 Minuten war kaum noch was zu spüren oder zu sehen.

Aber irgendwas ist da doch… der Unbeherrschte (also ich) prockelt und fummelt dann ja doch an der Stichstelle rum, knetet, fühlt mit der Zunge… tja, und nun hab ich sie doch – die Schwellung. Sehr zur Erheiterung meiner Familie. Die Sprüche könnt ihr euch denken. Meine bessere Hälfte meinte fröhlich, ich müsse ihn nur permanent anlächeln, dann wäre da nix zu sehen…

grummel….

Auf eine Art freu ich mich aber schon. Zum Einen, wie oben erwähnt, dass ich nicht übermäßig reagiere und der Schmerz nicht schlimmer als Brennnesselbrennen ist. Das ich die noch öfter spüren werde (muss), ist mir klar. Schließlich beherberge ich jetzt einige Tausend Tierchen.

Zum Anderen, dass ich die Heilwirkung des Bienengifts nutzen kann. Wer sich ein wenig in das Thema einliest, oder auch auf Imkerseiten stöbert, der hört immer wieder, dass Imker meist alt werden (na, das wär doch schon mal was), kein Rheuma kriegen und spätestens den 50. Stich nicht mehr merken.

Aber da gibt es noch viel mehr. Eigentlich darf ich euch das gar nicht verraten, da ja seit diesem Jahr Werbung für Dinge, die nicht durch anerkannte Studien gegangen sind (Betonung auf „anerkannt durch den Urheber dieses Gesetzes“), gar nicht mehr propagiert werden dürfen. Darum verzehrt die Werbefrau im Fernsehen ihren „Aktivia“ ja auch nur noch zum Wohlfühlen und nicht mehr, um ihren Darm in Schwung zu bringen…

Genaugenommen ist dieses als „Verbraucherschutz“ getarnte Gesetz ein gut ausgeklüngelter Rundumschlag gegen die Erfahrungsheilkunde… aber gut… wenn ich da jetzt noch mehr drauf eingehe, muss ich mich noch mal stechen lassen, um den Blutdruck runterzukriegen.

Und damit sind wir schon bei einem nicht werbefähigen Stichwort ( 😉  „Stich“-Wort, grins…)

Da ich hier kein Produkt bewerbe, sondern nur Erfahrungen weitergebe, tu ich das mal dreist. Die Erfahrungsheilkunde mit Bienengift (nachgooglen unter „Apitherapie“), umfasst positive Beeinflussung von Bluthochdruck, Cholesterinspiegel, entzündlichen Prozessen (auch Rheuma) und noch viele andere Beschwerden. Im Bienengift liegt ein hohes Potential, was zumindest die Homöopathen schon lange in potenzierter Form nutzen.

Ich bemerke aber eine große Scheu unter meinen Mitmenschen, die mir dann mit Statistiken kommen wie: an Bienenstichen seien schon mehr Menschen gestorben, als durch Terroristen, oder auch die Biene führe die Todesstatistik der tierischen Gifte an…

Gut, das mag sogar sein. Aber man solle bitte auch bedenken, dass Todesfälle durch Bienenstich „nur“ bei Allergikern, oder wirklich tragischen Unfällen mit einer Unzahl von Stichen vorkommen können. Ich sage „nur“ bei Allergikern, weil das allergisch sein eben kein natürlicher Zustand ist. In der Regel erfährt man von einer vorhandenen Allergie auch, bevor der Zustand bedrohlich wird. Der Arzt wird einem dann mit einem Notfallset fürs nächste (und wahrscheinlich ernstere) Mal ausrüsten.

Der normal Gesunde trägt also mehr Positives als Negatives von so einem Stich davon. Es gibt sogar allergische Imker (ob ich in dem Zustand noch imkern würde, wage ich mal zu bezweifeln). Wer mit Allergien leben muss, sollte eben seine Notfallmedikamente immer bei sich haben. Ich denke, das versteht sich von selbst. Gerade bei Bienengiftallergien, da man Bienen ja nicht, wie z. B. Erdbeeren, aus dem Weg gehen kann.

Allergien sind wieder ein ganz eigenes Thema. Nur um euch mal neugierig zu machen: Wusstet ihr, das Milch, die von Kühen kommt, die noch ihre Hörner haben, von den meisten Milchallergikern vertragen wird?

Meiner Meinung nach steigen die allergischen Erkrankungen deshalb, weil wir „denaturiert“ leben. Weil die Stoffe, die wir heutzutage als vermeintlich „natürlich“ zu uns nehmen, leider ihre natürliche Unschuld in irgendeinem Verarbeitungsprozess verloren haben. Ja selbst zur Pollenallergie gibt es Studien, die zu der Erkenntnis kommen, dass die Allergien nur dort vorherrschen, wo der Feinstaub der Dieselfahrzeuge auf den Pollen aufsitzt…

Nun gut, lasst die Experten noch Jahrzehnte über Ursache und Wirkung streiten. Persönlich würde ich euch raten, so natürlich wie möglich zu leben. Nix zu kaufen und zu verzehren, was ein Etikett hat, möglichst viele Wildkräuter in euren Speiseplan aufzunehmen (wer jetzt Bedenken wegen der Umweltbelastung hat, dem sei gesagt, dass wir hier Gemüsefelder direkt an der Autobahn haben… ja und auch Füchse streifen da gelegentlich durch) und – aus aktuellem Anlass – nur Honig vom Imker eures Vertrauens zu kaufen. Auch Honig ist urgesund (schon wieder gesetzwidrige Werbung…) Darüber schreib ich demnächst mehr. Wer gleich sein Intresse stillen will, kann auch mal unter http://www.bienen-heilen.de gucken.

Na, mit dem Beitrag hab ich ja mal wieder eine dicke Lippe riskiert… 😉  , aber ich lass euch ja gern an meinen Erfahrungen teilhaben…

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Auf die obligatorischen Holunderblütenrezepte verzichte ich. Zum Einen, weil mir bisher immer das Schleswig-Holsteiner Wetter oder die knickkürzenden Bauern einen Strich durch die Rechnung gemacht haben und ich nicht wirklich irgendwo schöne Dolden finden konnte, zum Anderen wird darüber reichlich und ausführlich und mittlerweile in jeder dritten Frauenzeitschrift geschrieben.

Wenn mir mal wieder der Holunder durch die Lappen gegangen ist, muss das Mädesüß herhalten. Nicht das es kein adäquater Ersatz wäre. Wer einmal seine Schlagsahne mit Mädesüß aromatisiert hat, weiß was ich meine, ich ärgere mich nur immer über den hier echt spärlich vorkommenden Holunder.

Schon die Angeln und die Sachsen verwendeten Mädesüß. Das Aroma wird am Besten in Essig, Öl oder Gelees eingefangen. Man kann auch, wie mit Holunder, Blütensirupe oder Limonaden ansetzen. Einen Versuch wert ist auch

Mädesüßwein

600 ml Mädesüßblüten (Einzelblüten)

225 g Sultaninen

1,6 kg Zucker

4, 5 l kochendes Wasser

Zitronensaft (3 Zitronen)

150 ml starker Schwarztee

20 g Backhefe oder 1 TL Weinhefe

1 TL Hefenährsalz

Blüten, Sultaninen und Zucker in ein Gefäss mit Deckel geben. Wasser hinzufügen und gut umrühren. Nach dem Abkühlen Zitronensaft, Tee, Hefe und Nährsalz hinzufügen. 4 bis 5 Tage bei etwa 20 Grad gären lassen, zweimal täglich umrühren und verschlossen halten. Dann in Gärgefäss umfüllen. Wenn der Wein sich klärt in saubere Flaschen abfüllen und 3 Monate reifen lassen.

Das feine, an Mandel, Vanille und Honig erinnernde Aroma eignet sich natürlich auch für

Mädesüß-Eis

2 Mädesüßdolden

6 Eidotter

125 g Zucker

500 ml Milch

75 ml Schlagsahne

1 EL Wildblüten

Die Dotter mit 60 g Zucker hellgelb schlagen. Mit dem restl. Zucker die Milch aufkochen, Hitze reduzieren. Die Dotter kraftig in de Milch rühren und vorsichtig erwärmen, bis es andickt, aber KEINESFALLS kochen, sonst gerinnt es. Die Blüten in die Creme legen und 20 Minuten ziehen lassen. Dann durch ein Sieb passieren. Nach dem Erkalten in die Eismaschine geben bis sie andickt, dann die Sahne hinzugeben und weitere 15 min rühren, mit Wildblüten garnieren.

Diese leckere Eiscreme kann man nicht nur so genießen, sie ergibt in Verbindung mit Wildfleisch, besonders in Portwein mariniertem, ein raffiniertes Entree.

Auf die Spuren unserer Vorfahren begeben Sie sich mit dem

Mädesüß-Bier

1/2 kg Mädesüß

10 g Himbeerblätter

10 g Odermennig

10 g Malvenblüten

2 Zitronen (Bio)

4,5 l Wasser

4,5 kg Zucker

30 Weinstein

Bierhefe

brauner Zucker

Die Kräuter und die Zitronenschale in einen Topf geben und mit Wasser übergießen. 30 Minuten köcheln lassen. Zucker, Weinstein und Zitronensaft in einem großen Gefäß mischen. Den Kräutersud drübergeben, dabei die Kräuter gut ausdrücken. Bis zum Zuckerauflösen rühren. Wenn die Lösung lauwarm ist, die Bierhefe nach Packungsanleitung hinzugeben. Zugedeckt drei Tage warm stehen lassen. Nach der Gärung auf Flaschen ziehen (in jede Flasche 1/2 Tl braunen Zucker geben). Nach etwa 1 Woche ist das Bier klar und trinkfertig.

Medizinische Wirkung:

Die Kelten machten eine Salbe gegen Geschwüre aus ihr. Der Absud wird bei Arteriosklerose, Cellulitis, Durchfall, Erkältungskrankheiten, Fieber, für die Frühjahrskur, bei Gicht, erhöhten Harnstoffwerten, Nieren- und Blasensteinen, Ödemen, Rheumatismus, Steinleiden und Übergewicht genommen. Sie gehört zu den besten Heilmitteln für das Verdauungssystem. Sie schützt die Schleimhäute und wirkt reizlindernd, reduziert die Übersäuerung und mildert Übelkeit. So wird es erfolgreich bei Sodbrennen und Magengeschwüren eingesetzt. In England verwendet man es bei Kindern, die an Durchfall leiden. Menschen, die von einem tollwütigen Tier gebissen wurden, bekamen Mädesüß aufgelegt (heutzutage gehört das natürlich dringend in ärztliche Hand!).

Bei geschwollenen Beinen kann man ein Fussbad mit einem starken Teeabsud, oder auch Packungen und Kompressen probieren.

Frische Blätter gegen Couperose und für Wunden.

Auch in der Tierheilkunde findet Mädesüß Verwendung

In der Tiermedizin werden Ekzeme und entzündliche und fiebrige Erkrankungen und Verdauungsprobleme damit behandelt (nicht bei Katzen!). Besonders Pferde sprechen auf Mädesüß besser an, als auf Weide.

Interessantes:

Mädesüß gehört zu den heiligsten Pflanzen der Kelten, sie wurde zur Sonnenwende gepflückt und zur Abwehr in Haus und Stall aufgehängt.  Man verbrannte es auch, um Geister und Dämonen zu vertreiben. Mädesüß war ein beliebtes Streukraut.  Kelten entlockten ihm die Farben Gelb, Rosa, Schwarz und Grün zum Färben ihrer Kleidung. Einige schottische Tartans werden immer noch mit ihm gefärbt. Imker rieben Bienenstöcke mit dem Mädesüß aus. Im Kleiderschrank vertreibt es Motten.

Bei Salicylsäureunverträglichkeit bitte vorsichtig sein. Normaler Weise ist das Mädesüß verträglicher als die Reinsubstanz in Tablettenform, aber Vorsicht ist geboten.

Magisches:

Mädesüß wird in Liebes- und Friedenszaubern verwendet (häuslicher Frieden). In der Sonnenwendnacht gesammelt, hilft es Diebe zu erkennen.

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