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Posts Tagged ‘Sandthymian’

4. August 2015

Der Platz ist schön, ein wenig in die Jahre gekommen, aber ordentlich und sauber. Etwas  kniffelig war der Stromanschluss. Der versteckte sich weit entfernt im Dickicht. Was für mich auch ziemlich nervig war: Die Toilettenhäuschen öffnen erst ab 7:00 Uhr. Naja…

Es gibt auch auf diesem Platz keine übermäßig ausgebauten „Camping-Haziendas“, aber schöne, liebevoll dekorierte Ferienheime auf Rädern. Viele von Windschutzzäunen umgeben. Genau so etwas, einen kleinen nur kniehohen Windschutzzaun, hatte ich mir auch zugelegt. Einfach als optische Hundebremse und für ein klitzekleines Bisschen Privatsphärengefühl. Ich fand diese Idee einfach prima. Ab heute finde ich sie voll daneben.

Es gibt viele Hunde hier auf dem Platz und meine Kleinen finden bald Spielkameraden, die sich dann aber zur Pinkelparty eingeladen fühlen. Und… ja, vielleicht habt ihr es schon erraten: es wird fleißig an den Windschutz gepieselt. Nachdem das alle machen, macht mein Kleiner das auch.

Die eingefleischten Camper haben dafür extra eine Gießkanne parat, mit der regelmäßig die Ecken abgespült werden. Ich tue es ihnen gleich, aber ich darf euch verraten, dass es ein deutlicher Unterschied ist, ob es ein Windschutz aus Planenmaterial ist, der draußen bleibt, oder einer aus synthetischem Stoff, den man einpackt und mitnimmt. Meiner jedenfalls, ist trotz Abbrausens dort in einer Mülltonne geblieben. Nun gut. Dafür ist das Meer in Riech- und Hörweite. Wir ziehen los, um endlich Kräuter zu finden und das tun wir auch. Ich bin schlicht begeistert:

 

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Etwas seltsam fand ich den Stechapfel dort. Er ist keine typische Strandpflanze. Aber es schien ihm zu gefallen.

Der Meerkohl musste leider dran glauben. Irgendjemand hat ihn über Nacht kurzer Hand zerstört.

Ich finde außerdem noch einzelne Johanniskräuter und natürlich die obligatorischen Rosen. Himmlisch! So eine Vielfalt hatte ich bisher noch nirgends.

 

Ich komme mit einer Dauercamperin der ersten Reihe ins Gespräch und frage sie, ob sie denn weiß, was da alles Tolles vor ihrer Haustür wächst. Sie bejaht und zeigt auf den Sandthymian. Ich finde es schön, dass es immer mehr Menschen gibt, die wachen Auges durch die Natur gehen. Von ihr bekomme ich auch ein nettes Rezept für mein Büchlein. Mit dem Thymian natürlich. Ich finde das dieser schon eher ein zitroniges Aroma hat. Falls das hier ein Botaniker lesen sollte: Möglicher Weise ist es auch ein Quendel. Aber wenn da in der Literatur schon nicht exakt unterschieden wird, wie soll das ein armes Kräuterhexlein können? In heilender und kulinarischer Hinsicht sind sie sowieso Geschwister, obgleich der Quendel ausgiebiger zur Heilung genutzt wurde. Falls jemand von euch jetzt allerdings eindeutige Bestimmungsbücher kennt (wo zur Bestimmung des Schierlings z. B. mehr steht als nur „Mäuseharngeruch“ und „gefleckter Stängel“), immer her damit. Es wurmt mich natürlich auch ein bisschen, da noch nichts Exaktes gefunden zu haben…

Am letzten Tag hier treffe ich noch einen Mann, der mir begeistert ein Kräutersträußchen zeigt. „Oh“, sagte ich, „Da haben sie aber was Gesundes gesammelt!“ Und zähle die Kräuter auf.

„Ja!“, sagt er, dreht das Sträußchen und ergänzt meine Aufzählung noch um die Kräuter der anderen Seite, die er genau zu betiteln weiß. Auch er ist ein Kräuterkenner, der Führungen veranstaltet. Wir müssen lachen. Im Gegensatz zu mir hat er noch ein paar Schätze mehr gefunden. Aber er kennt sich hier auch aus und ist ein bisschen weiter gewandert.

Ja, ihr Lieben. Dieser Campingplatz ist wirklich ein kleines Juwel für Menschen, die einen relativ unberührten nahen (!) Strand suchen, Kräuter lieben und/oder auch mit ihren Hunden mal ans Wasser wollen. Wer allerdings Nachts mal raus muss… ihr wisst schon… naja… da findet sich vielleicht auch noch was.

Und jetzt bekommt ihr noch eines von mir, ein Rezept mit S(tr)andthymian. Ihr wisst doch: Die nächste Grippe kommt bestimmt, doch nicht zu dem, der Thymian nimmt…

Ihr habt die Bleistifte gespitzt? Nicht nötig, heute wird es ganz einfach: Ihr müsst nur ein paar Stängelchen in feinstem Olivenöl ansetzen. Eure Salate werden es euch danken. Natürlich kann der Thymian auch wie seine kultivierten Brüder getrocknet und als Gewürz oder Tee genossen werden.

 

 

 

 

 

 

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