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Posts Tagged ‘Schreibwerkzeug’

Wieder mal ein Thema, das mit Kräutern eigentlich nichts zu tun hat, wenn man einmal davon absieht, dass ich eben viel darüber schreibe. Nicht nur hier, im Blog, ich schreibe auch Bücher. Spätestens für Letztere braucht man adäquate Soft- und Hardware.

Da mein geliebtes altes Macbook Pro langsam in die Jahre kommt und Macken entwickelt, musste jetzt doch leider ein neues Macbook Pro her. Ich sage: leider. Denn für mich ist das Ding ein Downgrade …

Als Vielschreibende brauche ich eine gute Tastatur und viel Speicher. Ein handliches Gerät ist optimal, da ich meine Texte selten am Schreibtisch verfasse. Natürlich hab ich einen anderen Anspruch, als Nutzer, die mit Medien arbeiten müssen. Hier also mein Eindruck mit Schwerpunkt „Schreiben“.

Tastatur: ungewohnt kurzer „Tastenhub“. Ich denke, das ist aber Gewohnheitssache. Was mir aber wirklich fehlt, sind die Funktionstasten. Da konnte ich mit einem Klick laut oder leise stellen, stumm … na ihr wisst schon. Jetzt muss man erstmal diese hochgelobte Leiste anklicken und es zeigt sich ein digitaler Schieberegler. Ein bisschen nervig. Die meisten Symbole hier drauf sehe ich sowieso nicht, da meine Hände die beim Schreiben verdecken. Also auch nicht die Wortvorschläge. Für mich bringt die „Innovation“ nichts. Möglicherweise hat derjenige mehr davon, der ein Programm nutzt, das speziell auf die Touch Bar ausgelegt ist.

Das große Trackpad gefällt mir gar nicht. Da ich meine Hände hauptsächlich auf der Tastatur habe, stört es im Grunde. Ich gehöre noch zu der Generation, die Schreibmaschinenschreiben gelernt hat. Das heißt, ich lege die Handballen kaum auf. Durch die breite Fläche vor der Tastatur, berühre ich das Trackpad dann doch mal und schwups, ist mein Cursor sonstwo. Und nicht nur das. Du schrammst mit Uhr oder Schmuck ständig über das Metall. Ich zieh mir jetzt beim Schreiben die Ärmel lang. So ich denn welche habe. Gut … muss ich mit Leben. Die Mehrzahl der Nutzer wird das Trackpad wohl häufig brauchen.

Speicher: Ich habe 1 TB. Mehr konnte ich mir nicht leisten. Apple war immer teuer, aber dieses Mal haut es mich echt um. Nein, bei aller Liebe … Langsam sprengt es meine Reizschwelle. Überhaupt ist eine funktionierende Datensicherung und Synchronisation das Wichtigste beim Schreiben. Apple sieht dafür hauptsächlich die Cloud vor. Und es ist immer noch nicht bei Apple angekommen, dass man eben doch mal in der Pampa oder auf Reisen ist, wo man eben NICHT an das Datenwölkchen kommt. Daher vermisse ich natürlich, wie viele andere auch, so was wie einen SD-Kartenslot. Als eingeschworener Applefan hab ich am neuen Pro echt zu schlucken. Überhaupt sind die Anschlüsse ein Witz. Ich kann nicht mal mehr mein neues iPhone mit dem Pro verbinden. Das muss man sich mal vorstellen. Das Ding ist nur wenige Wochen älter, als das Pro. Wenn sie schon alles streichen, wäre es dann nicht selbstverständlich, ein, zwei Adapter für die Übergangsphase zu spendieren?

Und er wird heiß! Es ist unangenehm, wenn man lange schreibt und die Tasten nähern sich dem Kochplattenmodus. Habe mir schon überlegt, eine externe Tastatur zuzulegen, aber die gibt es nur mit Bluetooth, dass bei mir Schädelbrummen erzeugt.

Fazit: Ein teures Schmuckstückchen. Vielleicht gewöhne ich mich noch dran. Denn leider gibt es mein Schreibprogramm, das ich zur Revision verwende, nicht als App. Texte entwerfen geht auf dem iPad mit Logitechtastatur rein vom Schreibgefühl besser. Der Anschlag ist schöner, nichts wird heiß und du kommst auch nicht dauernd auf dieses Trackpad.

Hätte ich nicht einen neuen Laptop gebraucht, hätte ich mir das Pro nicht gekauft. Schon gar nicht zu so einem Preis! Das ist das erste Mal, das ich Preis und Leistung wirklich unterirdisch finde (bei Apple).

Aber auch wenn ich hier mal zu meckern hab, auf Windows kriegt ihr mich nicht mehr zurück. Da müsste ich noch mehr meckern.

 

Wen noch interessiert, welche Software ich nutze:

Zum reinen Verfassen nehme ich Ulysses. Das geht schnell, flüssig und sämtliche Änderungen sind sofort plattformübergreifend überall verfügbar. Ulysses sticht für mich durch die Datensicherung und mit der übersichtlichen Oberfläche. Für Schnellschreiber.

Den Feinschliff macht Papyrus Autor. Die Software findet echt jeden Fehler. Auch stilistisch. Zur Rechtschreibprüfung gibt es Erläuterung. Ich tue mich sehr schwer mit der letzten Schlechtschreibreform, hier ist mir Papyrus echt eine Hilfe.

Mir gefällt auch die Zeitleiste, ohne die wäre ich bei meinem langen Roman aufgeschmissen gewesen. Ich hasse Rückblicke, obwohl ich mich natürlich auch so aus der Affaire hätte ziehen können. Für die Erstfassung ist mir Papyrus zu bunt und unruhig. Und wie oben schon erwähnt: ich kann nur auf dem Rechner arbeiten. Apps hierzu fehlen noch.

Ja und ich hab natürlich auch mit Scrivener geschrieben. Lange Jahre und begeistert. Aber Scrivener kommt nur mit der Dateistruktur von Dropbox zurecht und Dropbox möchte mal eben 99 Euronen, da sie kleinere Accounts nicht mehr anbieten. Scrivener stellt sich bei mir durch seine Datensicherung ins Aus. Hier hab ich nur die Möglichkeit Datenspeicher oder Dropbox. Das Zusammenspiel App und Software funktioniert auch nicht, das hat mir schon mal ein Buch gekillt. Wäre ich nicht so eine Übervorsichtige mit Datensticks in jeder Tasche, dann wäre mein Buch weg gewesen. So hatte ich noch eine ältere Fassung, die ich „nur“ noch mal überarbeiten musste.

 

 

Fazit: Hübsch und handlich, das Macbook Pro. Aber mit deutlichem Verbesserungsbedarf.

 

 

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