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Posts Tagged ‘Schwedenbitter’

Meine Erfahrungen mit dem dänischen „Bjesk“ haben mich unruhig gemacht. So ein einfaches Rezept wird dermaßen geschätzt. Normaler Weise ist das ja nicht so. Was umsonst oder preiswert zu bekommen ist, sinkt in unserer Gunst. Nun, davor bin ich scheinbar auch nicht gefeit.

Ich bin also noch einmal tiefer in die Materie „Lebenselixier“ eingestiegen:

Lebenselixiere wurden in allen Hochkulturen seit Menschengedenken verwandt. Den islamischen Nationen ist das Aufblühen der Alchemie zu verdanken. Die alchemistischen Lehren kamen mit den Rückkehrern der Kreuzzüge schließlich nach Europa. Dieses Wissen stärkte das Apothekerwesen, das sich damit der Gunst der herrschenden Klasse versichern konnte.

Elixiere sind Pflanzenzubereitungen (manchmal mit Metallen oder Tierprodukten). Damit unterscheiden Sie sich noch nicht wesentlich von einfachen Tinkturen. Es ist der Herstellungsprozess, der ein Elixier ausmacht. Meist wird alchemistisch, bzw. spagyrisch gearbeitet. Der Begriff „Elixier“ ist schon von jeher etwas geheimnisumwoben.

Die Anforderungen an ein Lebenselixier sind hoch: Es muss eine große Bandbreite zur Behandlung von Krankheiten, speziell altersbedingten, vorweisen. Die Zutaten müssen aufeinander abgestimmt sein und dürfen auch bei langfristiger Einnahme nicht nachteilig wirken.

Einfache Lebenselixiere sind z. B. Aquavite. Von „Aqua Vitae“ = Lebenswasser. Hier werden Kräuter, meist Dill und Kümmel, als Zutaten in der Herstellung von Schnaps verwendet. Dill und Kümmel weisen auf die Hauptwirkrichtung hin: Die Verdauung.

F.X. Mayr behauptet: „Die Gesundheit liegt im Darm!“ Und wenn Sie die aktuelle Fernsehwerbung verfolgen, dann wissen Sie ja auch, wie Sie Ihre Verdauung endlich „in Schwung“ bringen.

Es geht aber nicht nur um die Verdauung. Vor allem Bittermittel werden in Lebenselixieren verwandt. Die haben natürlich eine sehr verdauungsanregende Wirkung. Gleichzeitig stützen sie aber das Herz und den Kreislauf und regen die Energie an. Bittermittel wirken somit wirklich verjüngend und lebensverlängernd.

Müsste es in der heutigen „Anti-Aging“ Kultur nicht geradezu einen „Run“ auf solche Elixiere geben?

Das ist, wie alles, der Mode unterworfen. Auch der legendäre Klosterfrau-Melissengeist ist ein Lebenselixier, das noch vor einigen Jahrzehnten gut, ja zu gut, genutzt wurde. Manche brave Hausfrau war regelrecht alkoholabhängig geworden. Klosterfrau verzeichnete damals einen herben Umsatzrückgang. Es ist eben wie überall das Maß der Dinge. Wir wollen dem Melissengeist aber nicht Unrecht tun. Medikamentenmissbrauch gibt es auch in der Pflanzenheilkunde. Nicht alle Medizinalweine wurden im Krankheitsfalle getrunken und der Mensch lebt oft nach dem Motto: Viel hilft viel… Bei mir steht er jedenfalls nach wie vor im Schrank (Der Melissengeist – nicht der Mensch!). Ich bevorzuge dabei aber den Melissengeist von Weleda, eben der anderen Zubereitung wegen. Wer sich ein wenig mit alchemistischen Prozessen auskennt, der weiß, dass man versucht, durch unterschiedlichste Behandlung der Pflanzen den „Geist“ (damit ist nicht unbedingt was Stoffliches gemeint) und alle brauchbaren Inhaltsstoffe herauszulösen. Es wird verascht, vergoren…

Im Melissengeist (zumindest von Weleda) wird dabei mit den Ingredienzen wieder eine völlig neue Pflanze erschaffen. Sie wird aus den verschiedenen Teilen verschiedener Kräuter gebildet. Von Wurzel, Blüte, Blatt und Samen, alles ist in diesem Melissengeist.

Majoran – Fotografiert von Christiane Herrmann

Auch Majoran ist Bestandteil vieler Lebenselixiere


Die Werbung heute will uns klarmachen, dass der Alterungsprozess hauptsächlich mit den „freien Radikalen“ zu tun hat, vor denen wir uns schützen müssen. Eine recht einseitige Sicht. Aber einfacher zu verkaufen.

Ein wenig Terrain haben sich die Lebenselixiere mit dem „Schwedenbitter“ zurückerobert, aber so richtig weiß niemand mit ihm umzugehen.

Das „Wasser der Königin von Ungarn“ ist z. B gar nicht so schwer herzustellen, 4 Zutaten aus dem Kräutergarten (vor allem Rosen), die ausziehen und später noch destilliert werden. Man nutzte es, wenn der Altersunterschied zwischen den Paaren recht groß war. Nun – wir wollen mal annehmen, dass dieses Wässerlein jünger macht, um den Ausgleich zu schaffen und nicht den jüngeren Partner älter. Aber meines Wissens hatte die Namensgeberin dieses Elixiers eine Vorliebe für jüngere Herren. Eine etwas andere Art der „Frischzellenkur“.

Noch einfacher ist eine „Frenette„. Genaugenommen wird da nur Esche in Weißwein ausgezogen (Blätter, Samen Rinde). Man sagt den Verwendern eine Lebensspanne von über 100 Jahren nach. Früher war die Frenette in ganz Europa gebräuchlich, hat sich aber dann nach Frankreich zurückgezogen.

Sind diese Lebenselixiere wirklich so gut? – Ich sags Ihnen in 100 Jahren! 😉

Wenn wir uns die Zutaten näher betrachten, fallen natürlich die Bittermittel auf, die an sich schon ein Tonikum sind. Gerade Ältere sollten regelmässig welche zu sich nehmen. Aber wer macht das schon? Wir kriegen das große Zittern ja immer erst im Notfall und sorgen wenig vor. Außerdem gaukelt uns die Werbung erfolgreich vor, dass wir mit Yoghurt und den richtigen Cremes prima über die Runden kommen. Manch einer wird sich stolz auf die Brust klopfen und auf seine Sportlichkeit oder gesunde Lebensweise hinweisen…

Mehr brauchen wir nicht? – Ich fürchte, das gehört zu diesen berühmten „Irrtümern“ die sich über Generationen halten. Um Gesund zu bleiben braucht der Mensch noch ganz andere Dinge und die sogar vorrangig.

15 Faktoren  für Gesundheit – nach Grossarth-Maticek

• Gute erbliche Voraussetzung (4,6%)

• Gesunde Ernährung (1,4%)

• Regelmäßige Bewegung (0,7%)

• Kein Suchtverhalten (1,1%)

• Gute soziale Integration (2,4%)

• Erholsamer Schlaf (3,9%)

• Positive Eigenaktivität (3,4%)

• Starke Lebenstendenz (4,7%)

• Ausgeprägte Autonomie (4,4%)

• Wohlbefinden und Lust (3,9%)

• Befriedigung wichtiger Bedürfnisse (1,1%)

• Glaube an höhere (göttliche) Mächte (12%)

• Kompetenzgefühl (1,9%)

• Ausgeprägter Selbstschutz (3,2%)

• Positive Anregungen (1,6%)

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Na? Haben Sie auch erst einmal mit dem Kopf geschüttelt? Ernährung und Sport haben so wenig Einfluss? Ja, auch hier sollte man ganzheitlich denken. Es gibt genug unter uns, die biologisch-vollwertig-einwandfrei essen und trotzdem krank sind. Und was ist auf dem Vormarsch? Psychische Krankheiten, Burn Outs… dafür finde ich wirklich einige Argumente in den obigen Faktoren…

Mal ganz knapp gesagt (die Psychologen mögen mir verzeihen): Wer mit sich und der Welt zufrieden ist, der hat beste Voraussetzungen, auch wenn er Sport nicht ganz so regelmässig treibt und doch hin- und wieder Chips und Schokolade killt. Das Maß der Dinge, wie überall.

Wozu dann noch Lebenselixiere? Aus Erfahrung weiß ich halt, dass Kräuter nicht nur körperlich, sondern auch psychisch unterstützen. Das Körper und Psyche sich gegenseitig beeinflussen dürfte heutzutage ja wirklich keiner mehr bestreiten. Kräuter können sicherlich keinen der obigen Punkte ersetzen, aber doch die eine oder andere körperliche Fehlentwicklung im Ansatz verhindern. Wenn der Mensch sein Fehlverhalten allerdings nicht abstellt, kann kein Kraut der Welt auf Dauer alles richten.

Lebenselixiere… das sind nicht nur „stoffliche“ Pflanzenauszüge. Man versucht den „Geist“ der Pflanze herauszulösen, irgendetwas, dass die heutige Wissenschaft noch nicht so recht fassen kann. Homöopathie lässt sich auch noch nicht wissenschaftlich fassen, mit Betonung auf „noch nicht“, aber jeder, der eine ernste Krankheit damit überwunden hat, braucht keine Beweise.

Ich glaube, es wird Zeit, dass wir diese Elixiere wieder entdecken. Die Rezepturen sind natürlich nicht mit modernen Mitteln erforscht und werden es, ob des Aufwands, auch nie sein (es sei denn, eine Handvoll fleißiger Anwender trifft sich in 100 Jahren zum Kaffeekränzchen – dass würde das Interesse der Pharma locken), aber man sollte sich nicht zu dem Vorurteil hinreissen lassen, dass unsere Ahnen mangels Abitur dumm waren. Sie lernten durch Beobachten. Natürlich gab es die eine oder andere Fehlinterpretation, aber davor sind wir heute auch nicht sicher. Vieles, was früher als Aberglauben abgetan wurde, hat mittlerweile einen ernsten, nachweisbaren Hintergrund bekommen.

Ich habe das wunderbare Potential von Kräutern und auch von verschiedenen Zubereitungsmethoden kennengelernt und werde mich den klassischen Lebenselixieren mehr widmen. Ich glaube, das das sehr spannend wird. Es gibt auch moderne Rezepturen, u. a. vom genialen Max Amann entwickelt. Experimentierfreudige bekommen das vielleicht auch homöopathisch hin.

Wer irgendwelche Erfahrungen hat, mit bewährten Familienrezepten gleich welcher Art, kann sie mir gern mitteilen.

Wer mehr über Lebenselixiere wissen möchte, kann sich am 22.11.10 in der VHS Jevenstedt informieren und eines mit mir herstellen.

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Vielleicht kann ihn der eine oder andere schon predigen, den berühmten Satz (aus der Schule von Salerno), der uns in fast jedem Heilkräuterbuch begegnet: „Warum soll der Mensch sterben, wenn doch Salbei im Garten wächst?“ Meistens folgt eine detaillierte Abhandlung über den Salbei. Kaum ein Autor weist darauf hin, dass dieser Frage auch die Antwort folgt: „Weil gegen den Tod kein Kraut gewachsen ist“

Ich will die Verdienste des Salbei nicht schmälern. Im Englischen heißt es sogar, wer Salbei im Mai äße, würde unsterblich, aber dennoch ist kein Kraut gegen den Tod gewachsen. Die Kräuter helfen uns zu gesunden, den Alterungsprozess zu verlangsamen, vital zu bleiben, aber vor dem natürlichen Tod schützen sie nicht (wer da Gegenteiliges erlebt hat, kann mir das gern mitteilen).

Wenn man verschiedene Religionen und Legenden betrachtet, so soll es immer Personen gegeben haben, die dem Tode trotzten (oder ihn wegen Erreichens einer hohen Bewußtseinsstufe nicht mehr nötig hatten). Als Grund wurde aber meist kein geheimnisvolles Elixier angegeben, sondern spirituelle Kräfte.

Der Besitzer eines recht berühmten Kräuterhandels stellt sich sogar öffentlich hin  und behauptet, kein Mensch würde Kräuter benötigen, wir könnten alle geistig heil und ganz werden. Geistige Heilung wäre das non-plus-ultra.

Tja… ich mag da gar nicht mal widersprechen. Ich habe auch auf der Ebene viel erleben dürfen.

Leider hat das auch zur Folge, das viele geistige oder energetische Heiler etwas mitleidig auf die konventionelleren Naturheilmethoden herabsehen. Sie vergessen dabei eine wichtige Person im Heilungsprozess: Den Patienten!

In meinen Sturm- und Drangjahren lernte ich von einer weisen Frau. Diese ließ mich auch an einigen Zukunftsversionen teilhaben. Das ließ mich nicht unbeeindruckt und ich hielt es damals für das Beste, einfach ganz, ganz schnell die Erleuchtung zu erlangen.

Wer sich je auf diesen Pfad begeben hat, weiß, dass das normaler Weise eben NICHT ganz, ganz schnell geht… 😉

Ich beklagte mich daraufhin furchtbar, es wäre alles schrecklich, und ich wäre ja so unerleuchtet und unbewusst und die Verdammnis käme über mich, weil ich unvorbereitet wäre…

Sie beruhigte mich. Sie meinte, die Menschen wären auf vielen unterschiedlichen Bewußtheitsstufen. Das hätte aber auch manchmal zur Folge, dass ein hochbewußter Mensch einem am Anfang des Weges stehenden gar nicht helfen könne… Sie hätten keinen Draht zueinander. Einer würde den anderen kaum verstehen… und alle Menschen hätten alle Zeit der Welt um bewußt zu werden.

Naja, ich hörte nur halb hin… ich wollte eben schnell die Erleuchtung kriegen und auf der sicheren Seite sein…

Aber nach und nach verstand ich, was sie meinte. Und das ist überall im Leben so. Auch im ganz normalen Alltag. Wer viel erreicht hat, kann die scheinbar einfachen Hindernisse anderer überhaupt nicht begreifen. Er versteht nicht, warum die denn nicht einfach anfangen, hätte er ja auch gemacht.

In Situationen, die wir nicht selbst auch durchgemacht haben, können wir anderen schwer raten. Das Gleiche gilt oft auch, wenn das überwundene Problem schon lange, lange her ist…

Und wiederum Ähnliches lässt sich zu den verschiedenen Heilwegen sagen. Es mag wunderbare energetische oder geistige Heiler geben, aber nicht jeder Patient ist dafür bereit. Er braucht etwas Materielles. Man darf nicht vergessen: Jeder Heiler gibt nur einen Impuls, die Heilung an sich vollzieht der Körper des Patienten selbst.

Ich habe das selbst erleben können. Jahrelang praktizierte ich erfolgreich Reiki. Aber es gab immer wieder Menschen, die nicht so gut drauf ansprachen. Im Rahmen meiner Ausbildung hab ich dann auch etwas Shiatsu gelernt. Als ich Reiki mit Shiatsu-Elementen kombinierte, konnte ich auch bei diesen Menschen deutliche Veränderungen erkennen. Warum? Ist Shiatsu besser?

Das will ich so nicht sagen, obwohl ich Shiatsu wirklich genial finde. Aber manche Menschen brauchen es, wie schon angeführt, „materieller“. Das feste, massageähnliche Anfassen beim Shiatsu erweckt den Eindruck, dass aktiv etwas getan wird.

Auch Heilkräuter passen in diese Kategorie. Die Menschen wissen, dass sie wirken. Heilkräuter sind meiner Meinung nach einfach wunderbare Helfer für diejenigen, die eben noch nicht auf Wolke 7 sitzen und sich rein gedanklich heilen können. Sie reichen jedem die Hand. Sie verkörpern den wohlwollenden Geist der Schöpfung. Kräuter sind freundliche Verbündete auf unserem Weg.

Ich glaube nicht, dass es den „perfekten, einzig richtigen“ Weg zur Heilung gibt. Das hat eben auch viel mit Sympathie zu tun. Ich selbst fühle mich bei der Akupunktur schrecklich unwohl, Entspannen ist schon gar nicht drin und falle damit völlig aus dem Rahmen, da die meisten ja absolut begeistert sind und wahre Lobeshymnen singen.

Jeder hat seinen ganz eigenen Weg.



Leider ist die Schulmedizin leicht dabei, Alternativtherapien zu verwerfen, weil sie eben nicht bei jedem wirken (was aber meiner Meinung nach auch für allopathische Mittel gilt). Jeder Mensch ist ein ganz „eigenes“ Gemisch aus verschiedenen Substanzen, aus Erfahrungen, Gefühlen, Befindlichkeiten, Toleranzen… und ja, auch die geistige Einstellung spielt eine große Rolle. Natürlich auch die Erwartungshaltung (wahrscheinlich oft der Grund für Placeboeffekte). Unsere allwissende Wissenschaft kann ein Weizenkörnchen explizit nachbauen… aber es nicht zum Keimen bringen (das Nachgebaute)…  Und genau diese Wissenschaft will mir einreden, dass meine Methoden auf Einbildung und Aberglauben basieren? Ihren eigenen Argumenten nach müsste sie sogar behaupten, Weizen könne nicht keimen, da ein im Laborversuch nachgebautes Körnchen nicht keimfähig ist…

Man kann doch nicht nur Dinge für wahr halten, die bewiesen sind… das kommt schon wieder einer Verfolgung gleich, die sich schon Kopernikus und Galilei stellen mussten…

Ich persönlich bin überzeugt davon, dass Kräuter auf mehreren Ebenen heilen: Auf der Wirkstoffebene und einer seelischen/ feinstofflichen Ebene. Darum fallen Laborversuche, in denen nur Einzelwirkstoffe erprobt werden, oft so kläglich aus. Auch Synergien (das Zusammenwirken unterschiedlicher Wirkstoffe, wobei sie sich steigern) lassen solche Versuche ausser Acht. Eine Wissenschaft, die sich nur auf Laborergebnisse stützt, ist für mich gefährliches Halbwissen und zwar im wahrsten Wortsinne. Sie können nur die Hälfte herausfinden, weil eben nicht alle Umstände berücksichtigt werden können. Die Befürworter werden nun argumentieren, dass man eben immer genau die gleichen Umstände haben muss (Temperatur, Dauer, Dosis) um auf genaue Ergebnisse zu kommen. Schön… aber diese Umstände hab ich nicht, wenn ich zu Haus krank im Bett liege. Es ist Halbwissen. Es kann nur eine Orientierung sein, was mir das Reagenzglas verrät.

Leider verbreitet sich gerade ob der zahlreich zur Verfügung stehenden Medien das Halbwissen immer mehr. Man schnappt was Tolles auf (Wer Salbei ist, stirbt nicht…) und hat nur die Hälfte mitbekommen. Per „Copy“ und „Paste“ wird dieses Wissen verteilt. Wer heutzutage noch echte Information aus dem Netz haben möchte, muss sehr kritisch sein und unterscheiden lernen. Das gilt für Heilpflanzenkunde genauso, wie für Tratsch und Klatsch, „seriöse“ Nachrichten und Geschichten… Man braucht nur mal zu einem Ereignis zu googlen und wird nahezu in jeder (Online-) Zeitung Wort für Wort den gleichen Text finden. Sie haben nämlich alle nur noch eine Quelle… (wens interessiert: Wikipedia – Artikel über Journalismus…)

Ich hatte selbst einmal ein „Deja-Vu“, als ich in einer Zeitschrift für Naturheilkunde nahezu exakt Ausführungen von mir wiederfand. Das Rätsel war leicht zu lösen: Mich befragte mal eine Journalistin zu diesem Thema, sagte aber nicht deutlich, dass sie es verwenden wolle, ich hatte das Gefühl, sie wollte es privat wissen. Als ich dann meine Worte las, war ich schlauer.

Natürlich hab ich mal nachgehakt: Ja, die Journalistin war auf einer Heilkräuterschule (die grad wie Pilze aus dem Boden schießen) und hatte damit schon ein (Basis-) Wissen. Im Gespräch merkte ich aber doch, dass Erfahrung, Zusammenhänge und Routine fehlten. Hinzu kommt, das Publikationen in Fachzeitschriften sich ja meist nicht auf Basiskenntnisse beschränken, sondern das Thema vertiefen wollen. Sie verriet mir, dass sich einfach die Themenliste des Journals nimmt, und dann zwei, drei Tage vorher per Internet (und wohl auch mal in ein paar Büchern) recherchiert. Dann schreibt sie einen Fachartikel, der von Heilpraktikern, Ärzten und interessierten Laien verschlungen wird. So werden Fakten gemacht… seitdem ich das weiß, meide ich diese Zeitschriften. Die Redakteure mögen mir verzeihen! Ich nenne auch keine beim Namen. Aber auch hier sind wir wieder beim gefährlichen Halbwissen.

Selbst ich bin vor der Verbreitung nicht gefeit. Natürlich bin ich stets bemüht, aus Erfahrung zu schreiben. Hier liegt das Halbwissen in der Kenntnis über den Fragenden. Natürlich kann ich keine Ferndiagnosen machen und Nahdiagnosen darf ich nicht… Ich hab mich aber einmal hinreissen lassen, jemanden eine Creme gegen schrundige Haut zu empfehlen. Harmlos, oder?

Ich hab wohl aus dem Bauch raus richtig gelegen, sie wirkte hervorragend. Als die Teilnehmerin dann aber ihre Geschichte erzählte, wie sie seit Jahren mit dieser allergischen Hautreaktion von Arzt zu Arzt lief… eine allergische Reaktion, die sie seit 20 Jahren nicht in den Griff bekam. Diese Information fehlte mir.  Ich kann von Glück sagen, dass hier die Creme einfach gepasst hat.

Genaugenommen sind Sie, als Selbstbehandler da auf der besseren Seite. Sie kennen schon mal sich und an die Heilpflanzen tasten sie sich langsam ran. Damit haben Sie ein „Dreiviertel“-Wissen. Dann können Sie Wissen sammeln. Damit ihr „Halbwissen“ sich immer mehr und mehr vervollständigt. Ich habe tatsächlich Menschen kennengelernt, die aufgrund der Aussage im Titel (Warum sollte ein Mensch sterben, der Salbei im Garten hat…) Salbei regelmässig konsumieren. Ich könnte damit den Satz umformulieren: „Warum sollte ein Mensch sterben, der Salbei im Garten hat? Weil er dumm ist und sich nicht gründlich informiert.“

Salbei ständig in therapeutischen Dosen genossen, verlängert die Lebensspanne nämlich nicht. Er bewirkt eher das Gegenteil.

Da ist der Merksatz der Engländer, Salbei im Mai zu essen, schon viel näher an der Wahrheit.

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Können wir dem Tod ein Schnippchen schlagen?

Ja, warum soll ein Mensch sterben? Diese Frage können uns nur Religionen oder Philosophen beantworten. Gibt es Lebenselixiere? Ja, die gibts. Sie sind aber eher für das Leben, als gegen den Tod. Normaler Weise enthalten Sie viele Bittermittel, da die die Lebensgeister anregen. Heutzutage scheinen sie nicht mehr in Mode zu sein. Gibt es Elixiere, die den Tod aufhalten? Ich weiß nicht. Wenn ich so eines hätte, würde ich es nicht verraten. Jemand, der so eines wirklich hat, tut das mit Sicherheit auch nicht. Das wäre die ultimative „Waffe“ der „Möchtegern-Weltherrscher“ und der Reichen. Man ginge über Leichen, wenn es so ein Mittel gäbe… Wahrscheinlich würden Kriege darum geführt. Deswegen werden wir es nie erfahren.

Was Sie aber nicht vom Ausprobieren abhalten soll. Versuchen Sie doch mal so ein Lebenselixier. Und wenn Sie in 100 Jahren noch auf diesem Planeten sind, sagen Sie mir Bescheid. Wenns nicht geklappt hat, gibts das Geld zurück! 😉

Nein, im Ernst. Wecken Sie Ihre Lebensgeister! Tun Sie Ihrem Körper Gutes, egal wie lange er Ihnen auf diesem Planeten zur Verfügung steht. Und wer es echt geschafft hat, bis hier mitzulesen, wird jetzt mit Rezepten belohnt:

Klostersalz

1 l Kirschschnaps (mind. 40 %)

1 El Kristallsalz

Einfach das Salz durch Schütteln auflösen.

Variante: Alchimistisch aufbereitetes Klostersalz

Zunächst das Salz zwei Tage an der Sonne aufladen. Dann die Hälfte in den Schnaps geben und die andere Hälfte veraschen und homöopathisch verschütteln, dann erst dem Schnaps dazugeben.

Dosis: 1-2 Tl Salz in heißem Wasser (Kopfmassage, alle Meridiane enden hier und wirken reflektorisch auf die Organe, die Leber entgiftet)

Oder auch bei Akne, Arthritis, Erkältung, Grippe, Muskelschmerz, Kopfschmerz, Rheuma (innerlich und äußerlich).

In Schönheitsmasken soll es sogar Fältchen zum verschwinden bringen.

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Die Frenette
60 g Eschenblätter in

1 l Weißwein guter Qualität (12% Alkohol)

eine Woche ziehen lassen, filtrieren, süßen. Mehrmals täglich ein kleines Glas nehmen

Es wird berichtet, dass Verwender dieses Trunkes bis zu 115 Jahre alt wurden.

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Großer Schwedenbitter (Maria Treben)

Aloe

Bibergeil

»Diotöm« (Meisterwurz?)

Eberwurz

Engelwurz

Enzian

Kalmus

Kampfer

Lärchenschwamm,

Muskatblüte

»Muskatbohnen«

Myrrhe

Rhabarber

Safran

Sennesblätter

venezianischen Theriak

Terra sigulata (Terra sigillata = Bolus rubra)

Tormentill

Zitwer

mischen und das Gemisch zweimal hintereinander mit Korn (mind. 40% Alkohol) ansetzen. Die abgegossenen Auszüge mischen, filtrieren und mit Kandis und weißem Zucker süßen.

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Die Schwedenbitteransätze gibt es auch (mit kleinen Rezeptabweichungen) fertig in der Apotheke.

Der berühmt/berüchtigte Mystiker und angeblich Unsterbliche Graf von Saint Germain hatte eine spezielle Tee-Mischung, die u. A. Sennesblätter enthielt. Den Elixieren gemein ist die Verwendung von Bitter- und teilweise Abführmitteln…

„Aquavit“ heißt „Lebenselxier. Vielleicht haben die Skandinavier da ja auch eine geheimnisvolle und wirksame Rezeptur verwendet?

Auch Melissengeist ist ein „Lebenselixier. Ich persönlich empfehle den „balsamischen Melissengeist“ von Weleda.

Bitte beachten Sie, das der exzessive Gebrauch aber genauso schlecht ist. Schließlich haben diese Zubereitungen einen gewissen Alkoholgehalt. Die Absatzzahlen des berühmten „Klosterfrau Melissengeistes“ gingen ziemlich zurück, als sich  vor einigen Jahrzehnten doch etliche überbelastete Hausfrauen zu gütlich daran taten und nicht mehr ganz Herrinnen ihrer Sinne waren… So ein Missbrauch tut einem guten Trank Unrecht. Also auch hier immer dran denken: Gesunden Menschenverstand einschalten!

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