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Posts Tagged ‘Sonnenbad’

12.06.15
Die erste Nacht „allein“ in weiter Flur hab ich gut überstanden. Schon morgens um sechs haben wir die Hunderunde gemacht und dann, innerlich immer noch von der Alltagsuhr getrieben, machten wir uns wieder auf den Weg. Wenn man allein fährt, fallen leider auch die Beifahrerkommentare wie: „hier ist es schön, wollen wir mal anhalten und schauen?“ oder irgendeine Art von Meinungsaustausch weg. Viele Sehenswürdigkeiten lass ich daher einfach aus, zumal auch das Problem mit „Hunde im heißen Wagen lassen“ bestünde. Auch hab ich keine Bilder von mir… es fehlt etwas, oder muss ich erst lernen, welche Vorteile die eigene Gesellschaft mit sich bringt?

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Am schönen Lopausee

 

Heute möchte ich am Lanzer See übernachten. Die Fahrt dorthin ist schon sehr schön. Die Landschaft einmalig. Als ich dann in Lauenburg ankomme, würde ich am liebsten mal halten und bummeln. Aber irgendwie mag ich dann allein doch nicht. Also entscheide ich mich, weiterzufahren. Ich komme auf kleinen Nebenwegen schließlich an dem kleinen Campingplatz an und ergattere noch ein Plätzchen. Das wird nämlich jetzt bei dem schönen Wetter langsam knapp. Auch hier komme ich wieder ziemlich weit nach hinten, stehe fast direkt am Kanal und es sind nur wenige Plätze in dieser Reihe belebt. Das kommt sowohl mir, als auch den kleinen Kläffern zu Pass. Da es wieder mal sehr heiß ist, wage ich das Experiment, das Vordach auszufahren. Klappt wunderbar! Tisch und Stühle dran, einen für die Hunde einen für mich: Voilà!

Meine kleinen Reisegefährten geben sich recht friedlich, auch wenn hin und wieder mal ein Zweibeiner unsere Sicht kreuzt. Als wir einigermaßen eingerichtet und ein einfaches Mittagessen verzehrt haben, traue ich mich zur ersten Hunderunde.

 

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Elbe – Lübeck Kanal

 

Wir haben einen direkten Zugang zum Kanal und können wunderbar an ihm entlanglaufen. Die ersten Meter haben wir den Campingplatz noch an der Seite, aber schon kurz danach kann ich es wagen, die Hunde abzuleinen. Hier ist es wunderschön! Auf dieser Kanalseite läuft oder radelt scheinbar kein Mensch. Die sind alle drüben. Wir passieren ein Stück Wald und laufen dann oben auf dem Deich. Eine herrliche Landschaft! Und als ich es wage, die Hunde mal nicht ständig im Auge zu haben, entdecke ich Kräuter, die bei uns oben leider kaum oder gar nicht zu finden sind: Wiesensalbei, Wiesenlabkraut, Flockenblumen, Erzengelwurz, Heidenelken und natürlich auch die gängigen Kräuter wie Schafgarbe, Wundklee, Rotklee und Spitzwegerich.

 

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Die Heidenelke – inzwischen leider selten

 

Und überall blüht der Holunder mit wirklich großen Dolden. Scheinbar ist er hier gänzlich unbehelligt von Kräutertanten wie mir.

 

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Kilometerweit ungestört laufen

 

Die Hunde sind schlag k.o. von der Wanderung in der Sonne und wir machen eine kleine Mittagsruhe. Heute hab ich zumindest schon ein wenig mehr zu meinem Kräuterthema gemacht, als gestern.

 

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Die Hitze schafft uns alle

 

Auf dem Platz komme ich mit einem älteren Pärchen ins Gespräch. Sie waren schon fast überall, vor allem in östlichen Gebieten, Lettland, Estland, aber auch in der Türkei, in Polen, Spanien und in der Bretagne. Auch sie haben sich, nach einer ernsten Erkrankung des Mannes, für mehr Zeit miteinander und in der Welt entschlossen. Das macht mich ein bisschen wehmütig. Ja und hier wieder nur Paare… Gaby allein im Aus…

Mit einem Spaziergang am Kanal im Sonnenuntergang und einem Gläschen Cidre (nur für mich) beschließen wir den Tag.

 

Heutige Kräuterrezepte:

Mein Gläschen Cidre mit Holunderblüten… mmmmh… hier sind die wirklich lecker.

Da die Sonne hier ungefiltert (keine Wolken wie bei uns oben…) scheint, habe ich mir auch die Schafgarbe mitgenommen und mache mir eine „Seife“, um die Haut zu beruhigen.

 

Waschlotion nach viel Sonne (und/oder Mücken)

1/2 Tasse starken, kalten Schafgarbentee (abgedeckt ziehen lassen)
1/4 Tasse Betain

etwa 10 Tr. Lavendelöl, einen kleinen Schuss Olivenöl 

Die ätherischen (blauen) Öle der Schafgarbe wirken ähnlich denen der Kamille. Also Deckel drauf beim Ziehen lassen, um die kostbaren Wirkstoffe zu behalten. Betain ist ein mildes schäumendes Tensid, eine natürliche Grundlage für Seifen (Betain wird meist aus Zuckerrübe hergestellt, könnte aber auch künstlich produziert werden.) Ihr könnt es wirklich preiswert bei http://www.behawe.com kaufen. Ich besorge mir meist einen Liter, denn es ist sehr sparsam. Man mischt etwa 1/4 – 1/3 mit Flüssigkeit (Gel oder Wasser). Wenn ihr mal auf Babyshampoos oder medizinische guckt, da ist das oft die Hauptzutat. Ich hab immer etwas davon pur mit. Nehme ein paar Tropfen als Spülmittel, zum Haarwaschen… hält ewig!

Die Lotion oben ist ganz flüssig/wässrig. Mich stört das ganz und gar nicht. Wer es nicht mag, kann es mit Xanthan oder Guarkernmehl andicken. Ich habe Olivenöl genommen, weil ich es ohnehin gern mag und weil es von Natur aus leicht schmerzstillend wirkt. Es hat einen LSF von etwa 4. Natürlich könnt ihr auch jedes andere Öl verwenden oder es gänzlich weglassen.

Lavendel gehört als Haut- und Seelenberuhiger sowieso in jede Hausapotheke und könnte Notfalls sogar punktuell pur verwendet werden. Über Lavendel kann man allein ein ganzes Buch schreiben. Wer mehr wissen will, kann mal bei Eliane Zimmermann nachschauen (In meinen Link-Empfehlungen rechts auf der Seite).

 

Experimentierfreudige können natürlich auch andere wunderbare Hautkräuter mit hineinnehmen, wie z. B.  den Wegerich. Auch die Holunderblüten könntet ihr mit ansetzen, die würde ich aber erst nach dem Erkalten dazunehmen.

Wie immer: auf beste Qualität bei den Zutaten achten, kühl lagern, schnell verbrauchen.

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