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14.06.15
Der mit Abstand lauteste Campingplatz. Abends und feiern… ok. Hab ich kein Problem mit. Aber morgens um halb sieben fangen die Planwagencamper schon wieder an zu sabbeln und das nicht leise. Dann Reissverschlusssurren und Türenklappen. Natürlich hat jede dieser Knalltüten ihren Wagen nebenan geparkt und muss an Kofferraum und Rücksitz. Wieder wird mein Platz reichlich frequentiert. Ich bitte! Es ist Sonntag. Vermutlich sind das die Standardcamper, wie in dieser netten Serie, die mal im Fernsehen lief. Und so eine Planwagenübernachtung ist für sie so was wie Abenteuerurlaub. Für den sie aber bestens gerüstet sind. Gasflaschen werden geschleppt und vor meinem Wagen tummelten sich wieder die, die zum Luftmatratzenaufpumpen abgestellt wurden. Ein neuer Versuch. Die Nacht war wohl zu hart.
Kurz danach liefen die erstklassig ausgestatteten Survivalcamper, jeder mit Riesenschirm im letzten Großstadtschick und Kulturtasche, die meinen Rucksack an Geräumigkeit übertraf, ins Sanitärgebäude.

Auch die unter sportlichen Aspekten angereisten Gruppen haben sich wohl hauptsächlich dem Flaschenstemmen ergeben und schlafen ihren Rausch aus. Das finde ich nun wieder eher menschlich. Und ich hab kein so schlechtes Gewissen mehr, mit meinem dicken Hausfrauenbauch.

Ich schnapp mir die Hunde und mache gute Miene zu bösem Spiel. Wir gehen an diesem feuchtklammen Morgen eine Abschiedsrunde in den Wald, immer am See entlang. Die vielgepriesene Vielfältigkeit von Flora und Fauna konnte ich leider nicht finden, ich hab mich einfach als Frau allein nicht zu weit weg getraut. Schade. Aber etwas Magisches hatte der See schon, wenn man den Camptrubel hinter sich ließ.

 

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Morgenstimmung am Schaalsee

 

Hier draußen traf man wenig Menschen. Ein Wanderweg geht hier entlang, ab und an kommt mal ein Grüppchen oder ein strammer Einzelwanderer. Aber die Camper verlassen die Grenzen des Camps hoch selten. Höchstens in Richtung Wasser. Besonders die Kanuten. 😉

Als ich eine Weile gegangen bin, bemerke ich, dass einige Meter hinter mir eine Gestalt immer wieder ins Gesträuch verschwindet um dann erneut auf den Weg zu kommen und mir zu folgen. Jetzt krieg ich aber Muffensausen! Was will der? Versteckt der sich vor mir? Will er mir an den Kragen, oder gar etwas tiefer? Wenn er sich verstecken will – das gelingt ihm nicht wirklich. Er macht das zu ungeschickt. Dann erkenne ich ihn. Er gehört zu den Campern, die ganz am Rand zum Wald hinten auf dem letzten Platz stehen, eine russische Familie. Er hat den Arm voll toter Äste. Zu meiner großen Erleichterung macht er kehrt und ich traue mich in gebührendem Abstand hinterher.

Als ich einige Meter nach ihm wieder den Campingplatz betrete, sehe ich, wie er das Holz stapelt. Die russische Familie hat sich hier offenbar sehr häuslich eingerichtet. Den Gerätschaften nach zu urteilen, ist das ihr Zweitwohnsitz. Mehrgenerationencamping. Mit mir sind sie offenbar die Einzigen, die weder Survival- noch Sportambitionen haben.

Ich bin wieder im Mobil. Es ist noch früh, das Wetter trüb. Ich starte erneut einen Versuch trinkbaren Kaffee aus der Espressokanne zu bekommen. Ich krieg es einfach nicht hin! Der Kaffee landet im Gebüsch. Das Kaffeepulver, dass ich hier für meine Versuche einsetze, ist eigentlich zu schade, zum Wegschmeissen. Ich entscheide mich, einen kleinen Duschansatz zu machen. Es ist einer Abwandlung eines wunderbaren Rezeptes einer Naturkosmetik-Kräuterhexe… ich muss mal schauen, ich finde ihr Buch inspirierend, ich werde es demnächst vorstellen.

 

Duschöl

Kaffeesatz  (besser: Kaffeebohnen, s. u.) und Zitronenschale (bio) in Olivenöl ziehen lassen, nach 1 – 2 Wochen abfiltern, ein paar Tropfen eines Zitrusöles dazugeben.  Nach dem Duschen auf der feuchten Haut verteilen und kurz einziehen lassen. Wunderbar duftend, pflegend und wachmachend.

Mein Ansatz mit dem Kaffeesatz ist ein bisschen empfindlich. Durch die Espressokanne ist zwar nicht mehr viel Wasser drin, aber ich vermische hier doch noch etwas Wasser und Öl, was mit Pech zu Schimmel führen kann. Im Originalrezept der Kräuterhexe werden ganze Kaffeebohnen verwendet, die etwas zerkleinert werden. Da kann nichts schimmeln. Der Ansatz duftet natürlich auch deutlich intensiver nach Kaffee. Aber ich mag nichts wegschmeissen (auch kein „Un“-kraut, zum Leidwesen meiner Nachbarn) und da ich hier keine Pflanzen habe, die den Kaffeesatz gern nehmen würden…

Ich setze mir also ein wenig Öl damit an, nehme mir mein bereits zu Hause Vorbereitetes mit in die Dusche und mache mich danach erfrischt auf die Reifen… mal sehen, vielleicht geht es ja doch irgendwo doch noch ruhiger zu… 😉

 

 

 

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