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Posts Tagged ‘Vorsorge’

Ich bin recht zwiespältig beim Thema „Vorsorge“.

Irgendwas hat mich immer daran gestört, regelmäßig den Körper unters Mikroskop zu legen. Ja, sogar das obligatiorische Brüste abtasten ( im medizinischen Sinne, meine Herren!), war und ist mir unangenehm. Irgendwie assoziiert man seine Brüste nicht mehr mit Lust und Weiblichkeit, sondern als potentiellen Todbringer… Lasst uns die bloß gründlichst im Auge haben!

Dieses Vertrauen in Labor- und Gerätemedizin, ja auch das Verteufeln jeder Normabweichung (wie oft wurden die Normen z. b. für Blutdruck, Cholesterin und Gewicht schon geändert?) erscheint mir so widernatürlich.

Als ich mein erstes Kind bekam, stürmte die Hebamme dreimal mit dem Aufschrei: „Das Kind ist tot – wir haben keine Herztöne!“ auf mich zu (was selbst in dem Fall, dass das gestimmt hätte sträflich gewesen wäre), nur um festzustellen, dass sich diese blöde Kopfschwartenelektrode gelöst hat.

Kopfschwarte… irgendwie suggeriert das ja, das Babys dien Hornhaut am Kopf haben und sie nicht merken, wenn ihnen diese Metallfeder dort reingebohrt wird…

Mein Kind sah das wohl anders und hat sich das Ding regelmäßig  rausgerissen.

 

Eine andere Freundin war einige Monate nach der Geburt immer noch so fertig und geschafft, dass sie erstmal ein großes Blutbild machen ließ, um zu sehen “ wie es ihr geht“.

Also ich weiß das nach dem morgendlichen Aufstehen immer sofort und ohne Labor.

Als ich selbst nach einer schweren Krise vom Internisten ein 24 Stunden EKG machen ließ, überlegte er erst, ob er mich an dien Kardiologen weiterleiten sollte, aber dann zerknüllte er die Auswertung mit den Worten:

„Man kann Patienten auch machen.“

 

Oha, wieviel Weisheit in diesen Worten! Nicht jede Normabweichung ist unbedingt zu behandeln. Schwierig ist natürlich die Frage, was tolerierbar ist.

Da wurde ich zum ersten Mal darauf aufmerksam, wer um mich herum überhaupt Medikamente bekommt und wogegen. Und plötzlich unterhält man sich nicht mehr über Theater und Balett, sondern über seinen Blutdruck

Unser Fokus liegt nun auf der strengen Einnahmekontrolle und den Kontrolluntersuchungen.

Fast jeder, den ich kenne, und der Medikamente nehmen muss, bastelt eigenmächtig an der Dosierung. Da werden Tabletten halbiert, geachtelt, oder auch mal weggelassen. Man wird zum „Profi“. Weiß, in welcher Stimmung man wieviel Bruchteile seiner Arznei ins Wasserglas krümeln muss. Die Nebenwirkungen sind ja beängstigend. Manchmal nicht nur auf dem Papier, sondern tatsächlich auch in Natura.

Ich finde diese Entwicklung nun wieder bedenklich… der Arzt verschreibt mir Medikamente und geht davon aus, dass ich diese Dosis zu mir nehme. Er stimmt seine Behandlung und zukünftige Dosierungen natürlich darauf ab. Mit eigenmächtigen Rezeptveränderungen ist der Behandlungserfolg nicht wirklich einzuschätzen.

 

Mein Vater hat öfter Probleme mit seinen Medikamenten. Teils schwillt ihm das Zahnfleisch so an, dass er kaum sprechen kann. Der Zahnarzt schneidet es dann schon mal runter. Da ihn das sehr belastet, „bastelt“ er an der Dosierung. Schraubt runter, regt sich auf, weil der Blutdruck zu hoch ist, nimmt mehr, hat dickes Zahnfleisch, mogelt runter…

Wie oft lag ich ihm in den Ohren, doch einfach den Arzt ein wenig zu nerven. Es muss ja wohl Alternativen geben. Wenigstens in der Medizin ist man doch nicht so alternativlos, wie in der Politik…

Sollte der Arzt so gar nicht zugänglich sein, würde ich einen anderen fragen… Punkt!

 

Völlig daneben finde ich die neuen Darmkrebsvorsorge-Werbespots. Wie gehen wir mit ernsten Krankheiten um? Wir gucken regelmässig in den Körper und schaun mal, ob was da ist… würde man genauso viel Energie in die „Vorbeugung“ legen, wie in die „Vorsorge“ (im Sinne von „vorher Sorgen machen“), hätten wir sicherlich weniger Krebsfälle. Denn eins ist sicher: Wenn ich nachguck und wegschneiden muss, dann ist der Krebs ja da. Ich habe da absolut nicht vorgesorgt, sondern nur kontrolliert, ob mein Körper mir eventuell gefährlich wird.

 

Mit dieser ständigen Fokussierung auf meinen „gefährlichen Körper“ wird Angst geschürt. In den USA ist „frau“ teilweise so verängstigt, dass sie sich die Brüste vorsorglich abnehmen lässt…  Was nicht da ist, kann nicht entarten. Mit diesen Worten hat mir auch mal ein Chirurg mehrere Leberflecke entfernt, die nachweislich nicht bösartig waren. Dafür habe ich heute ein paar Ziernarben am Körper, die Frankensteins Gesellenstück alle Ehre machen würden. Nun, ich war jung, ließ mich noch in Panik versetzen…

Für meine obigen Ausführungen, gibt es mittlerweile Studien. In Bezug auf Brustkrebs ist der Wert der Vorsorge tatsächlich umstritten. Zum Einen, weil Sie ein ständiges Angstbild hinterlässt und zum Anderen weil sie längst nicht die Erfolgsquote hat, die man uns glauben machen will. Die meisten Brustkrebsknoten werden immer noch von den Frauen selbst und nicht bei einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt.

Interessant ist dabei eine Studie aus Dänemark (hier), die zu dem Ergebnis kommt, das der Brustkrebs im allgemeinen zurückgegangen ist. Das gilt aber nicht nur für die Frauen, die die Vorsorgetermine einhielten, sondern auch für die Gruppe, die keine Vorsorgetermine in Anspruch nahm. Bedenklich ist eine gewisse Zunahme bei jüngeren Frauen.

Bei „Bild der Wissenschaft“ geht man sogar noch weiter und zeigt negative Folgen der Vorsorge (Beispiel Prostatakrebs) auf (hier).

„Mythos Krebsvorsorge“ ist der Artikel betitelt.

Glaube also keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Bisher sieht es scheinbar so aus, das in 10 Jahren eine von 1000 Frauen ihren Brustkrebs durch die Vorsorge entdeckt…

Nun, da scheiden sich absolut die Geister und die Fachleute. Wie sinnvoll das „vorher Sorgen“ ist, lässt sich sicherlich nicht abschließend beantworten.

„Ich habe viel durchgemacht, in meinem Leben und einiges davon hab ich auch erlebt…“

Dieser Satz geht mir nicht aus dem Sinn. Ich kenne viele, die sich ständig um irgendetwas sorgen, was dann doch nie eintritt. Meine liebe Mutter hatte vor so vielen bösen Krankheiten Angst, die nie eingetreten sind. Für mich zählt übertriebene Vorsorge dazu.

Was heißt übertrieben? Ja, da hab ich auch kein Patentrezept. Zum Zahnarzt würde ich regelmässig gehen, auch wenn hier die Säumigkeit nicht tödlich wäre…

Speziell beim Krebs hab ich es in meinem Umfeld oft erlebt, dass die Erkrankung vom Patienten selbst, aber nicht durch die Vorsorge entdeckt wurde. Die nahezu als Stippvisite zwischen Mittag und Kaffeetrinken umworbene Darmspiegelung ist ebenso umstritten. Sowohl in ihrer Zuverlässigkeit (nicht jeder Polyp ist ein Tumor), als auch in ihrer Belastung für den Körper, gerade für Ältere. Wer einfach mal „Vorsorge“ und „Kritik“ googelt, wird hier eine Menge finden.

Das verunsichert noch mehr. Es gibt Bereiche, wo ich Vorsorge, die ja eigentlich mehr eine Kontrolle ist, uneingeschränkt  für wichtig halte. Bei der Entwicklung von Kindern zum Beispiel. Aber viele andere Fälle halte ich sogar für bedenklich.

Genaugenommen ist der Weg auch nicht der, den Krebs rechtzeitig zu entdecken, das wäre zweitrangig, der Weg wäre, ihn zu verhindern. Was eben Vorbeugung und nicht Vorsorge ist.

Wenn wir uns da mal mein Lieblingsthema „Darmsanierung“ angucken, haben wir schon einen Ansatzpunkt. Eine gesunde Darmflora ist in der Lage kanzerogene Zellen zu neutralisieren, eine kranke produziert u. U. welche. Also saniere ich hier und warte nicht ab, bis ich einen Krebs entdecke…

Ich will nicht behaupten, dass Darmsanierung ein Allheilmittel oder eine Garantie gegen Darmkrebs ist. Aber mit Sicherheit ein wichtiger Punkt. Nach meiner ganz persönlichen Meinung wichtiger, als diese propagierte „Hafenrundfahrt“ in meinen Eingeweiden.

 

Es gibt viele einfache Mittel gegen Krebs. Keines davon ist ein Wundermittel mit Heilungsgarantie. Aber genauso, wie ich Krebsauslöser meiden soll (Essen und Umfeld, Stress…), kann ich Krebsbekämpfer bevorzugen. Ich lebe damit vielleicht das kleine Bisschen gesünder, das einen Krebsausbruch verhindern könnte… da die Krebsbekämpfer keinerlei Nebenwirkungen haben und oft auch schmackhaft sind, wüsste ich nicht, was dagegen sprechen sollte. Wir können sie in unseren Alltag integrieren.

 

Vielleicht müssen wir Krankheiten wie Krebs völlig neu bewerten. Schulmedizinisch wird die Bekämpfung der entarteten Zellen in den Fokus gerückt. Was aber macht der Herbalist (Kräuterheilkundige)?

Im Herbalismus wird Krankheit anders gesehen. Herbalisten (in England – hier gibt es keine Praktizierenden) und viele Heilpraktiker können nur durch Ansehen und Zuhören sehr viel über den Gesundheitszustand des Patienten lesen. So ungefähr wie der mittlerweile ausgestorbene Landarzt, früher, ohne Labormedizin.

Das ist keine Zauberei. Eine Krankheit im Inneren sendet immer ihre Zeichen auch ins Außen. Wer aufmerksam zuhört, zusieht, riecht… der dürfte eine recht gute Diagnose hinbekommen. Es gibt sogar die „Antlitzdiagnostik“, wo man dem Patienten nur ins Gesicht schauen braucht… ich verlasse mich jedenfalls lieber auf den gesunden Menschenverstand meines Behandlers, als auf eine Laborauswertung.

 

Im Herbalismus sieht man Krebs als ein Versagen des Immunsystems. Jeder Mensch hat normalerweise eine gewisse Anzahl von Krebszellen im Körper. Und normalerweise entledigt sich der Körper dieser Zellen, wie jedem anderen Stör- oder Schadstoff auch.  Aber plötzlich passiert etwas: Der Körper scheint die Krebszelle nicht als solche zu erkennen.

Der Herbalist wird nun also immunstimulierende Kräuter verschreiben, auch Kräuter, die das befallene Organsystem stärken. Außerdem wird er die Leber unterstützen. So ungefähr darf man sich eine Begleitung eines Krebsgeschehens bei einem englischen Herbalisten vorstellen.

Es gibt auch Kräuter, die direkt auf, oder über dem Tumor (auf der Haut eben) aufgetragen werden. Diese Kräuter gehören allerdings nicht in Laienhand. Ich kenne auch keine Herbalisten, die das bei Menschen anwenden. Bei Tieren wirds noch oft erfolgreich gemacht (Herbalisten behandeln auch Tiere – oder eben der Tierheilpraktiker). Ansonsten machen es einige Mutige in Eigenregie. Für den Fall, dass die Schulmedizin aufgegeben hat, wäre das meiner Meinung nach durchaus legitim.

 

Nun, wir sind die Meister unseres Lebens! Von unserer Entscheidung hängen unsere Chancen ab. Wir können uns unsere Therapeuten und Therapien selbst aussuchen. Natürlich müssen wir mit den Konsequenzen auch leben. Wenn ich mich wirklich nach allen Seiten informiert habe, ist meine Entscheidung ok. Auch wenns letztendlich vielleicht doch die falsche Entscheidung war…

 

Also ich empfehle „vorbeugen“ und nicht „Sorgen machen“. Sorgen machen dann, wenns auch wirklich nötig ist. Schon allein ein bisschen gesünder leben, dürfte ein paar Pluspunkte in der Vorbeugung geben. Alles was den Körper stärkt. Sport, Ernährung, seelische Streicheleinheiten, gesunde Beziehungen und Jobs.

Wer mehr tun will, nimmt auch öfter krebswidrige Kräuter zu sich. Auch wer vielleicht familiär belastet ist, könnte mit den „grünen Schwestern“ viel tun. Kräuter, die im allgemeinen in den sog. „Lebenselexieren“ enthalten sind z. B., Brennnessel, Löwenzahn, Schafgarbe, die Vielzahl der asiatischen Kräuter, die jetzt im Handel sind, wie z. B. der Jiaogulan…

Brennnessel für die Herren, Kakaobutter und Rhizinusöl (Rhizinus natürlich äußerlich) für den Busen…, Schokolade (in therapeutischen Dosen ;-)).

Nebenbei werden wir insgesamt gesünder und auch schöner… den in der Hautpflege ist Kakaobutter fast nicht zu übertreffen.

 

Meine ganz persönliche Meinung: Durch unsere Entfremdung von der Natur, besonders durch die permanente Belastung mit Chemikalien und Schwermetallen (allein durch unsere denaturierten und gepanschten Lebensmittel), hat es unser Körper schwer, sich selbst zu helfen. Sobald wir „Natürliches“ zu uns nehmen, wie z. B. Wildgemüse, spricht unser Körper sofort freudig darauf an. Seltsamer Weise werden fast täglich neue krebswidrige Kräuter gefunden. Wie kann das sein? Ich denke, weil da halt noch etwas drin ist, was in unseren Lebensmitteln nicht mehr zu finden ist, der Körper aber dringend braucht. Somit wäre eine natürliche Ernährung an sich krebswidrig und nicht unbedingt jedes einzelne Kraut.

 

Wieviel „Vorsorge“ jeder braucht, kann ich natürlich nicht beantworten. Vielleicht fühlen Sie sich sicher, wenn Sie die Empfehlungen gewissenhaft befolgen. Vielleicht quälen sie sich auch unnötig Wochen vorher… für mich gibt es auch hier den „goldenen Mittelweg“. Wie Ihrer aussieht, kann ich nicht sagen. Alternativlos sind wir hier aber nicht 😉

 

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