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Posts Tagged ‘Weihnachtsbaumrecycling’

Lasst euch vom trübkalten Wetter nicht zurückhalten! Auch jetzt schon können Kräuterhexen und andere Naturverbundene draußen viel finden. Dabei müssen sie meist gar nicht weit laufen: sogar den eigenen Weihnachtsbaum könnt ihr verwerten. Birthe hat auf ihrem Gartenblog ihre Erfahrungen dazu mitgeteilt:

https://birthesgartenzeiten.wordpress.com/2016/12/04/basteln-weihnachtsbaum-ade-christbaumspitze-wird-zum-holzquirl/

Ursula Stumpf geht auf diese Idee in dem hier vorgestellten Buch „Meine Pflanzenmanufaktur“ ein.

Ich konnte mich auch nicht immer so sang- und klanglos von meinen Bäumchen trennen und so nutzte ich meist wenigstens die Nadeln für Badepralinen (Kleingeschnitten, damit sie nicht pieksen), oder zum Räuchern. Besonders im Stövchen auf dem Sieb wird der Duft sehr fein. Wer ans Nachmachen denkt: Bitte nur, wenn ihr wisst, wo das Bäumchen herkommt. Unbehandelt sollte es schon sein. Es wäre nicht anzuraten, Chemie zu verräuchern oder gar drin zu baden. Auch bei Asthma oder Keuchhusten bleibt ihr bitte fern vom Tannenduft

Die ganz Sorgfältigen könnten sich sogar die Nadeln für „Tannentee“ sichern. Immer vorausgesetzt natürlich, dass ihr ein unbehandeltes Bäumchen habt. Manchmal haben die Bäumchen sogar weiche Triebe, die lassen sich gleich so nutzen. Sie stecken voller Vitamine und schmecken leicht säuerlich. So könnte man z. B. Frischkäsekugeln in den gehackten weichen Nadeln wälzen.

Die älteren, harten Nadeln können für Tee oder Tannensalz genommen werden. Der Tee wird bei Erkältungen und Verdauungsproblemen genutzt. Bitte nicht länger als 2 Minuten ziehen lassen, sonst schmeckt er durch die Gerbstoffe bitter. Etwas Honig dazu und der gesunde Tee ist fertig.

Das Tannensalz ist sehr aromatisch, man mischt es etwa 1:2 mit grobem Meersalz.

Gesund? Ja, zugegeben, wenn das Bäumchen länger bei euch in der Stube stand, hat es mit Sicherheit einiges an Wirkstoffen eingebüßt. Wer sich mit Tanne für die Hausapotheke bevorraten möchte, sollte frische Nadeln sammeln. Wer aber wie ich meint, es wäre ja echt  schade …

Und vergesst nicht: Im Kräuterhandel darf die Droge auch über zwei Jahre lagern …

Von daher könnt ihr gerne ein wenig experimentieren.

Fichte, Lärche und Kiefer gehen natürlich auch. Nur von den Eiben, da müsst ihr wegbleiben!

Sooo … habt ihr Lust bekommen? Dann mal ran an die Nadeln! Irgendwelches Schneespray oder Wachs sollte allerdings auch nicht mehr dran haften.

Oben hab ich erwähnt, dass ich die Nadeln gern (in Maßen) in Badepralinen nutze. Es geht aber auch einfacher: Ihr macht einen kräftigen Absud aus den Nadeln und gebt ihn ins Badewasser. Das gibt nicht nur ein „duftes“ Bad, sondern löst auch so manches Hautproblem, gern die der „juckenden“ Art. Das liegt an den Gerbstoffen, die, wie oben genannt, einen Tee bitter werden lassen, wenn man ihn zu lange ziehen lässt.

Wer es luxuriöser mag, gibt Natron dazu. Etwa 80 bis 100 g. Das ist schon fast Wellness. Es macht die Haut weich und unterstützt die Entgiftung.

Seit ihr auf den Geschmack gekommen und wollt noch länger etwas vom „Tannenbad“ haben: Es geht auch ein Badesalz. Die Nadeln in einem Einmachglas „einsalzen“ und bei Bedarf aufkochen und zum Badewasser geben. Natürlich könnt ihr auch Salz und Nadeln so ins Wasser geben, aber das löst die Wirkstoffe nicht gut raus. Dann müsst ihr mit ein wenig ätherischem Öl schummeln. Ihr könnt das Salz auch mit etwas Lebensmittelfarbe grün färben. Das ist dann schon verschenkwürdig. Das ätherische Tannen- oder Fichtenöl kommt bei mir auch in die Erkältungsbadewürfel, da die Tannennadeln hier  auch mehr Deko sind …

Im Winter machen wir uns vor allem die ätherischen Öle und das Harz der Nadelbäume zu nutze. So könnt ihr, wenn ihr die fallenden Nadeln fein gesammelt habt, diese auch einen Mondlauf (28 Tage …) in Alkohol ausziehen. Je höherprozentiger, desto besser. Wir wollen ja auch die Harze lösen. 70 %iger aus der Apotheke wäre schon mal nicht schlecht. Aber da zahlt ihr natürlich auch horrende Preise, da man verdienen vermeiden möchte, dass ein Zechbruder bei diesen Prozenten ein Auge riskiert. Ihr könnt aber auch schon über den Internethandel preiswerten Bioalkohol in Literflaschen kaufen.

Danach wird abgeseiht und in dunkle Flaschen gefüllt. Fertig ist eure Variante des klassischen Franzbranntweins, der gern für Einreibungen rheumatischer oder verspannter Glieder genutzt wird. Muskelkater adé.

Ich hätte jetzt fast schon auf den „Veröffentlichen“ – Button geklickt, als mich Göttin Zufall auf dieses Büchlein aufmerksam machte:

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Schatz, ich habe den Weihnachtsbaum aufgegessen!

Gut, ich hab einen Beitrag über das Tannenbaumrecyceln geschrieben, Sindy Grambow aber sogar ein Büchlein! Ich glaube, mehr Recycling geht nicht. Darum möchte ich euch auch einen Tipp aus diesem Extrem-Recycling-Heft nicht vorenthalten:

Geröstete Nadeln kann man wie Rosmarin verwenden!

Ein etwas anderer, aber pikanter Geschmack, der genau wie Rosmarin leicht dominieren kann.

Und statt eines einfachen Tannensalzes verrate ich hier ihr:

Weihnachtsbaum-Pommes-Würzsalz

1 Tl gemahlene Tannennadeln

1 Tl rosenscharfes Paprikapulver

2 Tl Salz

So! Haben Sindy und ich euch neugierig gemacht? Wer mehr wissen will, kann ja ihr Büchlein kaufen. Zum Taschengeldpreis – als ebook noch günstiger. Da steht noch einiges mehr drin. Zum Beispiel „Weihnachtsbaumsaft„. Sie erklärt auch besser als ich, welche Inhaltsstoffe für welche Wirkung zuständig sind. Chemie war halt nie meins.

Weihnachtsbaumwein, Weihnachtsbaumlikör … Sindy reizt es wirklich aus. Aber hier verkneif ich mir das Recyceln doch, das möchte ich mit wirklich frischen Nadeln machen. Aber keine Frage: es geht!

Sindy recycelt mit Stumpf und Stiel. Ich glaube kaum, das das noch zu toppen ist. Aber ich lass mich überraschen. Wer noch etwas weiß …

Ich habe sogar schon einmal ein Bäumchen im Garten vergessen. Das stand im nächsten Frühjahr natürlich nadellos in der Ecke, Ich machte aus der Not eine Tugend und habs eingepflanzt und drumrum Wicken gesät. Ein Wickenbaum! Das sah tatsächlich nett aus.

Fotos hab ich leider nicht davon. Aber ich konnte nicht umhin eines zu machen, als wir vor Weihnachten noch einmal essen waren. Der Gastwirt hatte seine entnadelte Tanne schön aufgehübscht und verkehrt herum an die Decke gehängt. So geht es auch. Sah gar nicht schlecht aus. Die Farben kommen hier auf dem Foto leider nicht so gut rüber. Das Bäumchen war mit Schneespray und einer blauen Lichterkette geschmückt. Diese Art zu dekorieren ist nicht nur resourcenschonend, sondern auch kinder- und katzenfreundlich. Wenngleich ein echter Weihnachtsbaum bei Kindern eigentlich nicht fehlen darf.

Habt ihr auch noch irgendwelche Ideen für ausgediente Weihnachtsbäume? Immer her damit! „Upcycling“ liegt ja total im Trend.

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