Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Wohnmobil’

11.06.15
Da steht es nun, in voller Pracht: Das kleine Wohnmobil, dass ich mir geleistet habe. Das hat meine finanziellen Reserven gefressen und manchmal hab ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Andererseits hab ich schon in jungen Jahren davon geträumt, in einem VW Bus durch die Lande zu fahren und zu schreiben.
Nun, ein VW – Bus ist es nicht geworden, so dick waren meine Reserven nicht, außerdem bin ich doch froh, keine Betten umbauen, oder ins Obergeschoss krabbeln zu müssen. Mit schmerzenden Gelenken kommt doch der Wunsch nach mehr Luxus.
Ich hab das Kleinste genommen, was ich mit Sanitärraum finden konnte. Schließlich erfülle ich das Klischee „Frau und Parklücke“ und muss mit dem Womo umgehen. Ich fahre allein, mein Mann bleibt daheim. Nicht nur, weil er wie bereits angedeutet, immer gut zu tun hat, sondern auch, weil mein Vater seit zwei Jahren bei uns wohnt und doch etwas Betreuung braucht. Zudem möchte mein Mann in meiner Abwesenheit unsere Dauerbaustellen im Haus beseitigen. Da fährt man doch fast gerne.

Mir ist mulmig. Allein – nur meine beiden Hunde kommen mit, die im Ernstfall aber keine Hilfe sind, mein Iphone und mein Macbook.

Weil ich eben keine Übung im Kastenwagenfahren und Alleinreisen habe, will ich zunächst kleine Kreise ziehen. Das heißt: erstmal nur Schleswig-Holstein. Danach Dänemark und mit viel Mut der Rest von Skandinavien.

Meine beiden kleinen Mitreisenden sind nicht so einfach. Eine Hündin mit Impfschaden, die seitdem ein bisschen räudig aussieht und ein Prager Rattler, der sowohl im Halbstarkenalter ist, als auch ziemlich ängstlich und damit das Klischee des kleinen Kläffers bis ins Kleinste erfüllt. Da ich früher selbst nur Großhunde hatte, was ich jetzt, mit einem Pflegefall im Haus, aber nicht mehr riskieren möchte, weiß ich, mit welchen Augen andere Hundebesitzer diese kleinen Pöbler oft sehen. Aber wir haben leider keine Welpenspielkreise in der Nähe… ich hab es nicht geschafft, ihn unter andere Hunde zu bringen, was ihm beim Erwachsenwerden vielleicht geholfen hätte.

Als Ideengeber und Orientierung hab ich den Reiseführer „Mit dem Wohnmobil nach Schleswig-Holstein“ gewählt und hoffe, mit ihm schöne Stellplätze und Wandergebiete zu finden.

Gut… also dann! Mein erstes Ziel heute soll ein Ort bei Lüneburg sein. Kurz dahinter wird ein Stellplatz beschrieben, der zwar ohne Strom und Wasser, aber mit sehr viel Grün aufwarten kann. Der Platzwart sollte ein „Original“ sein. Noch ahnte ich nicht, wie das gemeint war.
Ich hab kein Navi im Auto, ich nutz eh nur mein iPhone. Und bei den klassischen Navis finde ich es nervig, die immer irgendwie über Computer zu aktualisieren. Wer über Handy navigiert, weiß, wie das Batterie frisst. Ich entschloss mich also, das Handy erst hinter Hamburg damit zu quälen. Ja hätt´ ich mann…

Ich hab aber nicht. Hinter Hamburg war das mit meinem Empfang von GPS Signalen ungefähr so, wie mit dem guter Ideen: Schlichtweg nicht vorhanden. Nachdem zwei meiner Navigationsapps in den kurzen Empfangsfenstern absolut gegensätzlicher Meinung waren, verließ ich die Autobahn nach eigenem Gutdünken. Dunkel in Erinnerung, dass ich nach rechts unten will.
Und schon stand ich in der Pampa. Eine App wollte mich zurückschicken, die andere hatte einen gleichnamigen Ort in Polen gefunden. Ich fuhr stur weiter nach „rechts unten.“ Schließlich gab es ein Hinweisschild zur Autobahn, die ich vor gefühlten 2 Stunden verlassen hatte. Ich hielt an, gab meine Zielwünsche noch mal ein und als sich beide Apps einig waren, fuhr ich wieder los.

Hätte ich die Ruhe bewahrt, wäre die von mir händeringend gesuchte Abfahrt von ganz allein gekommen… ausgeschildert… so wie früher.

Ich hab ihn dann gefunden, den schönen Stellplatz. Außer mir noch sechs Mobile. Ich stellte mich ganz hinten in die Ecke in den Schatten. Mir war schon heiß genug. Es war recht uneben hier, aber ich hoffte auf Abkühlung.

IMG_2201

Ein lauschiges Stellplätzchen am See

Ein freundliches Pärchen aus den Niederlanden, das vor mir stand, fragte ich nach den Bezahlungsmodalitäten. Die wussten es aber auch nicht. Eine Infotafel wies darauf hin, man hätte an der und der Tankstelle bezahlen können, oder in dem Café oder…

Nun, ich tat es meinen Nachbarn gleich und wartete einfach ab. Nach einer Weile hörte ich eine laute Stimme über den Platz hallen. „Ja, jetzt sehe ich, das sind Viezen! Also Holländer, keine Belgier!“ Viezen, das wusste ich, war die niederländische Bezeichnung für Fahrräder. Der Sprecher erläuterte noch eine Weile seine Kenntnisse belgischer und holländischer Unterschiede. Ich wunderte mich, wer sich darüber so lautstark ausließ und lugte aus dem Fenster. Da stand jemand in weißem Polohemd und dunklen Hosen… Aha, das konnte nur der Platzwart sein. Gut, dann würde ich meinen Obolus jetzt ja los werden.
Tatsächlich stiefelte der Mann jetzt in meine Richtung. Ich legte schon mal das Geld zurecht. Er begrüßte mich, ebenfalls nicht sehr leise, und zückte seinen Quittungsblock. Ob ich denn schon mal hier gewesen wäre. Ich verneinte. „Oh das wird teuer!“, sagte er. Ich bekam einen Schreck! Hätte ich doch irgendwo voranmelden, buchen oder sonst was müssen?
Schnell erläuterte ich, dass ich allein unterwegs sei, das alles recht neu für mich wäre, mein Mann hätte ja keine Zeit, das wäre so einer, der immer nur arbeiten würde…
Der Platzwart hielt inne, stemmte die Fäuste in die Hüften und meinte: „Sie werden es kaum glauben, aber ich arbeite gerade!“ Dann fing er an, all die Tätigkeiten aufzuzählen, die neben dem Platzwartjob noch auf ihn warteten. Man hatte den Eindruck, der Mann könne mit einem normalen 24 Stunden Tag keines Falles auskommen. Oh mann, was hatte ich da nur wieder gesagt! Ich versuchte ein paar beschwichtigende Sätze und redete mich fast um Kopf und Kragen.
„Haben Sie ein Fahrrad?“ fragte er ungerührt. Ich verneinte. „Gut, das wäre teuer geworden!“ Langsam wurde ich jetzt aber doch nervös.
Er kramte in seiner Tasche. „Wenn ich ins Büro gehen muss, wird’s teuer!“ sagte er schon wieder. In meinem Kopf kreisten die Eurozeichen. Dann legte er mir ein paar Veranstaltungs- und Infoprospekte hin. „Reicht Ihnen das? Wenn ich noch die Fahrradwege hole, die kosten was. Aber sie haben ja kein Fahrrad. Ich sag ihnen, das wird teuer…!“
Er trollte sich. „Ach noch was!“ rief er und wandte sich mir nochmal zu, „Wenn es regnet, dann müssen sie da weg. Dann fahren sie mehr in die Mitte. Wo sie grad stehen, wird es nämlich ganz schlammig und sie kommen nicht mehr weg.“

Meine Güte… ich war immer noch, wie vom Donner gerührt. Erst so allmählich, als ich in die Prospekte schaute, dämmerte mir, was er meinte. Ich kannte die Gegend nicht und wenn ich mir alles anschauen wollte, was er mir da reingereicht hatte… das würde teuer werden… und jetzt verstand ich auch die Äußerung in dem Buch „der Platzwart ist ein Original“…

So… da stand ich nun. Allein auf einem Platz, ganz hinten in der Ecke. Ich ging mit den Hunden noch runter zum See. Hier war es wirklich schön. Es waren kaum Leute unterwegs. Nun, das ist ein Anfang. Ich bin hier. Zwar wagte ich mich mit den Hunden nicht wirklich vor das Womo, aber eins nach dem Anderen.

Da ich ja meine beiden Vierbeiner mit hatte und bei so einem Wetter Plagegeister wie Zecken, Mücken und Flöhe gut gedeihen, hab ich natürlich etwas vorgesorgt…

 

In meiner Reiseapotheke:

  • Patchouliöl – ein Tropfen auf die Schnürsenkel bei mir, einen aufs Halsband bei den Hunden. (Nicht mehr, sonst riecht es unterirdisch!) Zecken mögen uns seitdem nicht mehr. Ich nutze es bei jeder Wanderung. Scheinbar überdeckt es den körpereigenen Geruch, denn auch andere Wildtiere nehmen uns erst spät wahr, so konnten wir einige gut beobachten.
  • Kokosöl – Das Allheilmittel – Das bekommen meine Kleinen innerlich (1/4 Teel. bei 6 kg Körpergewicht). Seitdem haben wir keine Flohprobleme mehr. Ich rücke außerdem potentiellen Flohattacken mit Flohlampen zu Haus äußerst erfolgreich zu Leibe.
  • Schwarzkümmelöl – Auch das mögen Parasiten scheinbar absolut nicht. Außerdem bekommt es meiner kleinen Impfgeschädigten sehr gut. Ihr Immunsystem entspricht mittler Weile etwa dem eines normalen Hundes. Ich gebe den Kleinen auch hier nur ein, zwei Tropfen.

Da ich meine Hunde aufgrund ihrer Unverträglichkeiten „barfen“ muss, sind sowohl das Kokos- als auch das Schwarzkümmelöl wichtige Nahrungsergänzungen für uns. Getreide vertragen meine beiden Hunde nicht, dass scheint ein zunehmendes Problem bei Hunden allgemein zu sein. Von daher scheiden leider auch alle Mineralstoffmischungen aus, die es zu kaufen gibt. Ich habe bisher jedenfalls keine ohne Getreide oder Hefe finden können. Auch Milchprodukte werden nicht vertragen. Ich füttere daher Kräuter wie Löwenzahn, Brennnessel und Alge dazu.

Read Full Post »

Ich bin wieder da!

Ich danke allen treuen Kräuterfreunden, Abonennten, Followers und Interessenten!

Bitte entschuldigt die lange Abwesenheit und das ich dem einen oder anderen (noch) nicht geantwortet habe. Die letzten Jahre waren turbulent bei mir, leider nicht unbedingt im positiven Sinne. Aber ihr wollt sicherlich nicht wissen, warum ich mich in der Zeit sehr seelenverwandt mit Hiob wähnte, sondern was es Neues über Kräuter gibt.

Da gibt es wie immer gute und schlechte Nachrichten. Die Schlechte: Das Verkünden von Kräuterwissen oder Anwenden von Kräutern wird per Gesetz immer mehr in den Bereich der Illegalität geschoben. Etwas ausführlicher könnt ihr das in dem schönen Buch der „Südtiroler Kräuterfrauen“ nachlesen (sollte dieser Link noch nicht funktionieren, ich arbeite dran… Solange vielleicht direkt bei Amazon suchen, oder über Skoobe ausleihen).

51mDYrsPixL-1._SX373_BO1,204,203,200_

Aber jedem, der sich länger oder intensiver mit Kräutern befasst, wird das nichts Neues sein.

Die gute Nachricht: Ich tue etwas gegen das Vergessen des alten Wissens. Dieses Jahr beginne ich mit meiner großen Kräutertour: Ich fahre wohin die Reifen mich tragen und sammle Wissen. Das wird meinen Schreibtisch und meine Festplatte füllen und wenn ich satt bin mit euren Erfahrungen und Rezepten, wenn ich einen richtigen Kräuterschatz sammeln durfte, dann wird da ein Buch draus.

image

Eine kleine Überraschung auf meiner Tour: rosa Weißdorn! – Rosadorn?

 

Ich hab letztes Jahr schon etwas „Probegetourt“, allein als Frau unterwegs ist ja nicht so einfach. Wobei ich mehr die technischen Probleme und das „Manövrieren“ mit einem Wohnmobil im Auge habe, da ich leider das Klischee „Frau und Einparken“ gänzlich erfülle.

Um technisch also gut gerüstet zu sein, habe ich mir letztes Jahr ein kleines Wohnmobil gekauft, einen Hobby Vantana. Allein darüber könnte ich ein ganzes Buch schreiben, denn das technische Versagen, was ich bei diesem eigentlich ganz schnuckeligem kleinen Mobil erleben durfte, hab ich bei keinem meiner über 20 Jahre alten, heissgeliebten Ford Nuggets gehabt. Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Vantana zu kaufen, mit dem teile ich gern meine jetzt fast ein dreiviertel Jahr dauernde Leidens- und Werkstattgeschichte, einschließlich dummer Kommentare von angeblichen Fachleuten wie „… Naja, in der Preisklasse…“

Ich sage nur: der Preis war üppig und klasse ist da gar nichts!

 

Aber alle anderen möchte ich nicht unbedingt langweilen. Die meisten Kräuter sucht man immer noch zu Fuß. Aber bitte seht es mir nach, wenn doch hier und da ein kleiner Frustabsatz über den Vantana kommt. Der hat mich bisher mehr Nerven gekostet, als alle meine Ehemänner zusammen.

Aber er steht jetzt schon seit letztem Jahr wieder einmal in der Werkstatt und mein unerschütterlicher Glaube in die Kompetenz des Handwerks lässt mich hoffen, dass ich den Wagen dieses Jahr länger als fünf Tage am Stück nutzen kann! (Nein, der letzte Satz war nicht ironisch gemeint: es gibt sie, die guten Handwerker, die Autoflüsterer und Maschinenversteher… Nur sucht man sie wahrscheinlich genauso lange wie einen guten Ehemann!)

Nun, sobald der kleine wieder auf den Reifen ist, mach ich mich davon, soweit die Garantie reicht! Und ich möchte euch über diesen Blog relativ zeitnah über meine einzelnen Stationen informieren. Bis dahin verkürze ich euch die Wartezeit mit meinen gesammelten Eindrücken aus den Kräuteretappen des letzten Jahres…

Da ich jetzt leider so lange nicht mehr hier geschrieben habe, muss ich mich erst wieder hineinfinden. Wie bekomme ich z. B. Links hinein… Eine neue Oberfläche… Puh… Naja…  Wird schon, habt ein bisschen Geduld mit mir!

 

Read Full Post »