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Posts Tagged ‘Würmer’

Ich bin mit meinen beiden kleinen Rackern auf engstem Raum unterwegs. Da stellt sich mir auch die Frage nach eventuellen Parasiten. Wie ich das gelöst habe, könnt ihr u. a. auch weiter vorn lesen. Da ich ja fleißig Erfahrungen mit anderen Kräuterfreunden austauschen möchte, komme ich mit vielen Menschen ins Gespräch. Oft kommen wir dann auch „auf den Hund“.

Vielleicht kennt ihr das auch: Während noch vor ein, zwei Jahrzehnten der Tierarzt gerade mal zum Impfen aufgesucht wurde, könnte man ihn mittlerweile fast schon duzen. Die Tiere sind oft krank. Meine Beiden haben Lebensmittelunverträglichkeiten. So etwas kenne ich von früher gar nicht. Meine Tierärztin meinte daraufhin nur, dass sich eben die Qualität unserer „Lebens“-mittel sehr geändert habe. Das ist nun wirklich vorsichtig ausgedrückt. Aber ich sehe das genau so. Mein Mops hat durch einen Impfschaden (Staupe) ein empfindliches Immunsystem bekommen und darf an Fleisch nur noch Rind und Weißfisch (wer irgendeinen Hersteller weiß, der wirklich NUR Rindfleisch in seinem Futter hat – bitte mitteilen! Die bisher getesteten „puren“ Rindfleischprodukte hatten meist nur 4%, der beste 36%!). Auf Getreide reagiert sie sofort mit Entzündungen. Mein Rattler, deutlich fitter, verträgt weder Getreide noch Milch. Wenn er Milch bekommt, fallen ihm die Haare kreisförmig aus.

Nun, auf so was kann man zum Glück mit einer angepassten Diät Rücksicht nehmen.

 

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„Nein, wir haben dein Frühstücksei nicht geklaut…“

 

Wenn ich also mit anderen ins Gespräch und auf das Thema „Hund“ komme, wird mir oft das Leid der armen Tiere geklagt. Ob es nicht ein Kraut hiergegen oder dagegen gäbe. Bei so empfindlichen oder immunschwachen Tieren rate ich meist als Erstes dazu, ihnen keine Gifttröpfchen mehr in den Nacken zu träufeln.

Oha! Da hab ich ja was gesagt! Das ginge ja gar nicht und der Hund vertrüge das super und ohne geht überhaupt nicht und… und… und…

Der Hund verträgt das super… fein! Woher wissen sie das denn? Eine Halterin sagte mir mal, der Hund kotze und kote nur die ersten drei Tage Blut… das beruhigt doch ungemein. Es gibt immer noch Menschen, die sich einreden (ich kann mir nicht vorstellen, dass sie es glauben), dass ein Mittel, das mit Ganzkörperkondom produziert wird und die Haut eines Tieres so giftig macht, das Insekten beim Reinbeißen sterben, dem Tier so gar nichts tut! Entschuldigung, da kann ich nur mit den Augen rollen.

Natürlich gibt es robuste Hunde, denen es womöglich nicht viel ausmacht. Helmut Schmidt war auch bis zuletzt Kettenraucher. Aber das blauäugige Behaupten, diese Gifttropfen seien harmlos, machen mich giftig. Es tut mir leid, wenn ich jetzt den Einen oder Anderen verunsichere, aber es ist so. Auf den deutschen Webseiten werdet ihr da leider ganz und gar nichts zu finden, da müsst ihr schon auf ausländische ausweichen. Hier gibt es nicht nur Studien zu den Nebenwirkungen, sondern auch über die Resistenzen, die sich mittlerweile bei Flöhen bilden.

Und jeder, der in Bio aufgepasst hat, weiß das die Leber Gifte abbaut. Wir belasten zunächst hauptsächlich diese. Der Hund wird also nicht gleich tot umfallen, wenn ihr die Nackentropfen benutzt. Womöglich werdet ihr aber im Laufe der Jahre die Leber schädigen.

Ja, ich weiß… ich komme jetzt auf die Abschussliste einiger Tierärzte. Und manch ein Tierarzt oder Hundehalter kommt mit dem Todschlagargument unserer Angela: „Wir sind da alternativlos.“

Aber das stimmt nicht! Es gibt eine Menge Alternativen, nur müsste so manch einer da aus seiner Bequemlichkeitszone heraus. Natürlich sind die Tröpfchen einfacher.

Jeder, der sich mit der Flohbehandlung beschäftigt, bekommt eingebläut: 90 % der Flöhe sitzen nicht auf dem Tier…

Warum bitte, kommt dann das Gift auf das Tier? Ist doch in sich unlogisch. Natürlich muss ich den Hund so lange giftig halten, bis alle Flöhe mal zu „Tisch“ waren…

Gut, lange Rede, kurzer Sinn. Wenn sich jetzt jemand überlegt, was er anders machen könnte, mit dem teile ich meine Erfahrungen:

Zecken: keine Probleme mehr seit der Beifütterung von Kokosöl (1/4 Teel. bei 6 kg Körpergewicht) und der gelegentlichen Nutzung von einem Tröpfchen Patchouliöl auf dem Halsband.

Flöhe: Bekämpfung außerhalb des Tieres mit Flohlampen (nichts weiter als eine Wärmequelle mit klebender Oberfläche). Hier ist etwas Geduld gefordert. Manchmal tut sich da ein zwei Wochen gar nichts. Die Flöhe landen in Schüben drauf. Wir haben jetzt aber seit drei Jahren nicht mal mehr Einen gefangen oder gesichtet. Ich nehme die Billigste des großen Warenversenders (um die 10 Euro).

Am Tier: bei uns geht das prima mit einem Flohkamm. Leider taugt das nur bei kurzhaarigen Rassen wirklich. Wenn so ein Floh auf dem Kamm sitzt, diesen sofort in Wasser tauchen. Nasse Flöhe sind relativ bewegungsunfähig. Ich habe sogar mal einfach auf einen flitzenden Floh gespuckt um ihn dann zu greifen. Einige Wüstenbewohner sollen ihre stolzen Afghanen so entflöhen, Finger anfeuchten und durch das Fell. Die manuelle Jagd am Tier ist zeitraubend und nicht wirklich so effizient. Die Flohlampe bringt es bei uns auf Dauer. Wenn wirklich hoher Flohdruck herrscht (feuchtwarmes Wetter), sprühe ich die Hunde vor dem Gassigehen auch mal mit ätherischen Ölen ein (z. B. Geranie, Zitroneneukalyptus, u. a., hochverdünnt, nicht ins Gesicht oder in den Schambereich). Wer sich nicht traut zu mischen, es gibt Fertigpräparate. Verdünnter Zitronensaft oder Essig leisten aber auch gute Dienste.

Am Liegeplatz: Wenn der Flohbefall schlimm ist, gebe ich Rainfarn oder Lavendel unter die Liegekissen – aufpassen: der Hund sollte nicht dran knabbern können. Das musste ich zum Glück seit Jahren nicht mehr tun. Auch doppelseitiges Klebeband in den Zimmerecken kann hilfreich sein. Mit einer dicken Lage Rainfarn unter dem Wohnzimmerteppich konnte ich einmal eine Wohnung entflöhen, in die ich einzog. Zu der Zeit hatte ich keine Haustiere und die dort ansässigen Flöhe nahmen meine Kinder als Ersatz. Über einen damals eingesetzten „Fogger“ (Flohgiftgasbombe vom Tierarzt), haben sich die Flöhe scheinbar fast totgelacht, aber nur fast. Er nutzte nichts… erst der Rainfarn brachte Ruhe.

Ja und wenn es gar nicht geht: ich weiß, es kann so schlimme Fälle geben, dass das Tier ernsthafte gesundheitliche Probleme bekommt. Womöglich ist da der umsichtige Einsatz der Gifttropfen eine erste Hilfe. Aber das ist mir halt wichtig: Umsichtig. Nicht als Dauerbehandlung zur reinen Prophylaxe. Denn die Leber wächst eben nicht mit ihren Aufgaben.

Letztendlich: Wer mehrere Hunde hat, weiß das sich nicht jeder Flöhe einfängt. Meist wird das schwächste Tier „ausgesucht“. Warum die mehr nach dem „Geschmack“ der Plagegeister sind, weiß ich nicht. Wenn euer Hund also rundum fit ist, ist ein Flohbefall gar nicht so wahrscheinlich. Wäre es dann nicht auch eine Idee, erst zu den Tropfen zu greifen, wenn es wirklich sein muss? Obwohl ich ja gerade ein schwaches Tier nicht noch zusätzlich vergiften würde…

Würmer: Wieder ein zweischneidiges Schwert. Denn eine Wurmbehandlung geht nun wirklich so gut wie gar nicht ohne Gift, sei es synthetisch oder pflanzlich. Darum plädiere ich dafür, wirklich nur zu behandeln, wenn ein Wurmbefall vorliegt. Das kann man per Kotprobe feststellen. Aber auch hier wird mal eben alle drei Monate prophylaktisch die Paste verschrieben. Kotproben kosten halt was… und man muss unter Umständen zweimal zum Arzt.

Meine Beiden werden aus den Unverträglichkeitsgründen „gebarft“, sie bekommen also rohes Fleisch, Gemüse, Kräuter. Bei den Kontrollen sind bisher (auf Holz klopf) keine Würmer aufgetreten. Die Tierärztin meinte hierzu, dass auch Würmer ein bestimmtes „Milieu“ bevorzugen. Bei Tieren, die rohes Fleisch bekommen, scheint sich die Zusammensetzung der Verdauungssäfte so zu ändern, dass sie den Würmern schlechter bekommen. Außerdem bekommen die Hunde oft geraspelte Möhren ins Futter, was das Ganze noch unterstützt.

Lausfliegen: Ich weiß gar nicht, was die Biester außer fies aussehen und erbärmlich beißen noch anrichten. Sie sind fast noch flinker als Flöhe. Schmeißen ihre Flügel ab, sobald sie auf dem Tier gelandet sind und piesacken es. Wir haben sie uns bisher beim Passieren von Schafweiden eingefangen. Ich vermute also das es Schaflausfliegen waren, es gibt aber auch Hirschlausfliegen. Von früher kenn ich diese Insekten überhaupt nicht. Vermutlich vermehren sie sich auch erst in den letzten Jahren so freudvoll.

Bisher bekommen wir sie am Besten mit sofortigem Abduschen vom Hund. Einige schwimmen im Wasser, die anderen kann man relativ leicht auskämmen.

 

Hab ich euch jetzt ein paar Gewissensfragen aufgedrückt? Das wollte ich nicht. Aber mir sind halt schon ein paar Gifttropfengequälte untergekommen. Ja einer unserer kleineren Hausbewohner ist vor unseren Augen elendig daran verreckt. Die Tierärztin kommentierte das lapidar mit „bei so kleinen Tieren ist die Dosierung eben schwierig“. Das war so traurig, so fürchterlich mit anzusehen, wie sich das Tier quälte, ich konnte unsere Tochter monatelang nach dem Vorfall nicht mehr aufrichten.

Aber ich wünsche mir, das gefährliche Arzneien mit mehr Umsicht und nur wenn überhaupt nötig eingesetzt werden. Wer nun meint, die Nackentropfen seien nicht gefährlich – ich weiß gar nicht, ob ich auf so einen Kommentar überhaupt noch antworten würde, nachdem, was ich bisher alles darüber gelesen, gesehen und am eigenen Tier erfahren habe, den bitte ich doch, vor irgendeiner Kritik mal die ausländischen Studien zu lesen.

Die Entscheidung kann ich euch nicht abnehmen. Ich wünsche mir nur, dass ihr einmal ernsthaft darüber nachdenkt. Dann lasst den Bauch entscheiden. Nicht das Hirn, nicht den Arzt, nicht eure Bequemlichkeit, nicht das Portemonnaie. Wenn euer Bauch weiterhin zu den Tröpfchen steht, dann mag das in eurem Fall die bessere Alternative sein.

 

 

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