Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Wundheilung’

Viele von euch wissen, dass ich einen kleinen Rattler habe. Diese Mini – Pinscher sind wahre Energiebündel. Die Kombination von jugendlichem Leichtsinn, Power und einer Flexileine führte aber fast zu einer Katastrophe:

Meine kleine wilde Hummel rannte mir (vollgepackt mit Gepäck) dreimal um die Beine (Flexileine!) und sprang dann in ein nahendes Auto (Altstadtstraße, kaum Bürgersteig).

Der Dumme war natürlich am anderen Ende der Leine. Ich war einfach nicht vorausschauend genug. Natürlich wusste ich, das der Kleine auf Autos zustürmt, meine Gedanken waren jedoch woanders.

Es gab einen fürchterlichen Rumms, mein Kleiner wurde zurückgeschleudert und landete jaulend hinter mir im Sand. Mein erster Gedanke war: „Er jault, er lebt noch!“

Dem schnell reagierenden Autofahrer war zu verdanken, dass ihn die Hinterräder nicht noch erwischt haben.

Ich habe natürlich gleich alles fallen lassen und mir den Kleinen geschnappt. Auf den ersten Blick war nicht viel zu sehen. Es blutete am rechten Hinterlauf, zum Glück nicht stark, aber er hielt ihn wimmernd in Schonhaltung eingezogen. Ich versuchte mit Hilfe des Fahrers einen tierärztlichen Notdienst zu erreichen, aber erst ein freundlicher Passant konnte uns einen Tierarzt nennen, der zwar telefonisch nicht antwortete, aber „bestimmt aufmacht“.

Zum Glück war es auch so. Der Tierarzt untersuchte meinen Rattler und stellte zunächst Prellungen und eben die Wunden fest. Gebrochen schien nichts. Die Wunde am Hinterlauf war recht tief, was bei einem Rattler schnell geht, der ist von Natur aus sehr dünn. Da ist nichts, weder Fell noch Fett.

Der Arzt betrachtete die Wunden, gab noch Antibiotika und drückte mir eine Wundsalbe mit Manukahonig in die Hand. Ich solle die offenen Stellen damit behandeln, zweimal täglich. Verbinden wolle er das nicht, seiner Erfahrung nach heile so etwas offen besser ab.

Ok … im Prinzip bin ich dafür. Aber die Wunden waren wirklich „offen“. Ich konnte die Sehne sehen, wenn nicht gar mehr. Und da soll ich jetzt einfach dieses Manukazeugs draufmachen und gut? Ich meine, wenn sich da jetzt was entzündet, gerade am Gelenk …

Aber da musste ich nun durch. Also rauf mit der Salbe! Was soll ich sagen? Die klebt wie Pumasch… – ihr wisst schon. Leider nicht nur am Tier. Honig eben. Ein paar ätherische Öle seien da drin, um Parasiten abzuhalten. Und natürlich den Hund  – vom Lecken nämlich.

Gut – Parasiten gab es nicht. Könnte auch an der Jahreszeit liegen. Den Hund hielt das nicht ab. Er leckte … ich fluchte. Für mich waren das nun 24 Stunden Alarmbereitschaft. Für die nächsten Tage … Und Rattler haben eine ziemlich lange Zunge! Wenn du glaubst, die lecken sich die Vorderpfote, dann ist die Zunge schon auf dem Weg nach hinten.

 

img_0066

 

Einen Tag nach dem Unfall: Das Gewebe ist gut abgeschwollen. Das Gelenk kaum noch dick. Es kommt kein Blut mehr, nur etwas Flüssigkeit – keine Eiterbildung. Richtig genau mag ich trotzdem noch nicht hingucken, weil man immer noch viel von der Sehne sieht. Als Laie würde ich auf den Ansatz derselben tippen, aber da kann ich mich auch irren …

 

img_0075

Nochmal vier Tage später. Die Wunden wachsen vom Rand her zu. Wundflächen sind deutlich kleiner geworden. Es kommt mir sehr schnell vor. Die große Wunde hat schon wieder „Haut“, die tiefe natürlich noch nicht.

 

img_0076

 

Auch die Sehne ist kaum noch zu sehen. Ich bin sehr erleichtert.

 

f9658060-9de3-43cb-93c5-aa636776e4d4

Nochmal vier Tage später. Es ist alles zu. Ein wenig Schorf noch auf der tiefen Wunde. Ich schicke Dankgebete an den Schutzengel, der sich zwischen Hund und Auto geworfen hat und natürlich auch an den Tierarzt …

 

Insgesamt empfand ich die Heilung als ungewöhnlich schnell und sauber. Darum schau ich mir die Salbe noch mal genauer an:

img_0078

 

Ich habe mit „Manuka Lind“ behandelt. Als Wirkstoff werden hier Manukahonig und Beinwell angegeben. Mit Manuka hatte ich bisher keine Erfahrung, weiß aber als Hobbyimker, das Honig (unbehandelter – damit meine ich auch nicht mit Chemie behandelte Bienen) ein wunderbarer Wundheiler ist. Der Honig aus den Manukablüten soll dem noch eins drauf setzen. Na, das ist natürlich eine unschlagbare Kombination: Beinwell als schneller Gewebeheiler und Manuka, der wohl unter Anderem mit seiner keimwidrigen Wirkung trumpft. Ich bin wirklich positiv überrascht.

Leider verrät der Hersteller nicht, welche ätherischen Öle noch zugefügt wurden. Meiner Nase nach tippe ich u. a. auf Lavendel und Geranie. Aber da muss noch mehr drin sein. Etwas leicht Herbes ist wahrnehmbar. Ich bin davon überzeugt, dass die Öle nicht nur Fliegen und Mücken abwehren, sondern ebenfalls die Wundheilung kräftigt unterstützt haben.

Ein Hammermittel!

Lediglich über den Hilfsstoff „Macrogol“ konnte ich nichts Hilfreiches herausfinden. Der einzige kleine Wermutstropfen in diesem Heilcocktail. Vielleicht weiß ja jemand von euch mehr. Als Selbstrührer wäre ich geneigt, so eine Heilsalbe in eigener Regie zu kochen, aber Wundheilung scheint mir ein heißes Eisen. Das war mir vorher gar nicht bewusst. Sowohl die Tierheilpraktiker als auch meine alternative Tierärztin lehnten eine Begleitung der Heilung ab. Die Verantwortung überließ man den klassischen Veterinären.

Mir ist auch nicht ganz klar, wozu das Macrogol wichtig ist. Ich hätte jetzt einfach Honig und Beinwell zusammengerührt, ohne weitere Träger- oder Hilfssubstanz. Na, vielleicht sind ja wirklich Chemiker oder Apotheker unter euch, die mich hier mal aufklären können. Im Netz hab ich es nur in seiner Eigenschaft als Abführmittel gefunden.

Mein Rattler springt jedenfalls wieder! Und dafür bin ich absolut dankbar! Allen die geholfen haben: Schutzengel, Autofahrer, Tierarzt und auch der Firma Inuvet! (Sollte das hier ein Mitarbeiter der Firma lesen: ich wüsste wirklich unheimlich gern, welche Öle drin sind! 😉 )

Read Full Post »