Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Aphrodisiaka’ Category

Es war wieder ein Jahr der Prüfungen für mich. Treue Leserinnen haben sich das durch den verwaisten Blog vielleicht schon gedacht. Olaf Rippe von natura-naturans kündigte 2016 als Jahr an, „in dem die Sterne streiten“. „Na klasse“, dachte ich damals, glaubte mich persönlich aber relativ sicher, da die Vorhersage eher global gemeint war.

Ja, die Sterne streiten. Aber warum mit mir?

Sie stritten nicht nur mit mir. In meinem Umfeld gab und gibt es vermutlich noch viele Krisen zu meistern. Also rüsten wir uns!

Ich gönnte mir gerade eine Teilnahme an den Frauenheiltagen von natura-naturans. Sehr oft nehme ich die Angebote dort nicht wahr, was aber hauptsächlich der Entfernung geschuldet ist.

Die Gästeliste versprach Aufregendes. Und so war es denn auch:

 

Zunächst lauschten wir einem bewegenden Vortrag von Prof. Dr. Ingrid Gerhard. Sie machte eindringlich klar, wie sehr unsere Gesundheit und unser Gefühlsleben den Hormonen unterworfen sind. Eigentlich nichts Neues, gerade für uns Frauen. Erschreckend jedoch: die vielen hormonähnlich wirkenden Substanzen in unserer Umwelt. Ja, auch das wusste ich bereits. Schon mein Zahnarzt entfernte mir die damals so bejubelten Plastikplomben, die östrogenähnliche Wirkungen haben sollten und dem alten Amalgam da wohl kaum an Gefährlichkeit nachstanden. Er zeigte mir einige überzeugende Studien aus Schweden und den USA. Doch „wissen“ und „bewusst werden“ sind zwei unterschiedliche Dinge.

Prof. Dr. Ingrid Gerhard befasst sich seit Jahrzehnten mit der Problematik der Umwelteinflüsse. Vielen von uns ist der Holzschutzmittelskandal noch in reger Erinnerung. Aber haben wir daraus gelernt? Mitnichten. Über 200 Stoffe stellen uns Industrie und Landwirtschaft „zur Verfügung“, die unsere sensiblen Systeme aufs Gefährlichste belasten. Welche das sind, warum einige schon in anderen Ländern, aber nicht in Deutschland verboten sind und was wir trotz Allem tun können, erfahren wir in unseren Medien nicht. Diese Informationen müssen wir uns selbst beschaffen. Zum Beispiel bei Frau Dr. Gerhard:

http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/

Als wertvollen Tipp gab uns Frau Dr. Gerhard auch noch die App „ToxFox – Der Produktcheck des BUND“ mit auf den Weg, mit der man die Inhaltsstoffe von Kosmetika sofort überprüfen kann. ToxFox lebt vom Mitmachen. Da könnte natürlich auch mal jemand Inhaltsstoffe ein wenig „schönen“. Mitdenken ist daher immer erlaubt.

Auch die App „Codecheck“ von Codecheck.info ist einen Blick wert. Sie überprüft neben Kosmetika auch noch Lebensmittel.

Beide Apps sind kostenlos. Wer kein Smart- oder Iphone besitzt, kann auch direkt auf den Webseiten die Codes eingeben.

Danke Frau Prof. Dr. Gerhard für diesen Tipp!

 

Das Kontrastprogramm zu chemischen Formeln und medizinischen Studien bot uns schließlich Marlis Bader. http://www.marlis-bader.de/

Vor allem den Räucherfreudigen dürfte sie längst ein Begriff sein. Es soll ja noch immer Menschen geben, die Räucherwerk nur für Schall und Rauch halten, aber die würzigen Wolken können viel, viel mehr. Schon seit Urzeiten werden Räucherungen zum Schutz, zu Heilzwecken und für die Seele eingesetzt. Medizinische Räucherungen waren aber nicht das aktuelle Thema. Marlis Bader ging auf die Kraft des Heilrituals ein.

Für mich fiel da ein wichtiger Kernsatz: „Irgendwann nehm ich die komplette Verantwortung zu mir!“

Das schreibt euch auf! Das ist so was von essentiell. Das gilt für alle Lebensbereiche: Die Verantwortung übernehmen. Etwas, was heute kaum noch jemand macht. Wie schnell finden wir die „Schuld“ bei anderen! Aber gerade für unsere Gesundheit müssen WIR die Verantwortung übernehmen. DANN ist Heilung möglich!

Bitte nicht falsch verstehen: Damit ist nicht gemeint, jedem Arzt und Therapeuten die Freundschaft zu kündigen. Damit ist einzig und allein gemeint, sein Hirn einzuschalten, besser noch den Bauch und SELBST zu entscheiden, welchen Weg man geht. Und dann dazu auch zu stehen. Ob das der Schulmedizinische oder ein Alternativer ist, liegt bei euch.

Für ein Heilritual entscheide ich mich meist, wenn die anderen Wege erfolglos waren. Mit dieser Intention, mit der Eigenverantwortung und dem wirklichen Wollen (manch einer profitiert doch von den Umständen seiner Krankheit und will sie nicht loslassen), kann ein Heilritual gewaltige Kräfte entfalten.

So einem Ritualbeispiel durften wir folgen. Obwohl es nicht wirklich praktiziert wurde, war doch die Kraft spürbar.

Für jeden Räucherfreund und die, die es werden wollen, sind die Bücher von Marlis Bader Pflicht. Schon allein, weil sie unserer Räucherkultur näherstehen: Marlis bevorzugt einheimische Kräuter. Da freuen sich nicht nur Herz und Seele, sondern auch der Geldbeutel.

 

Margret Madejsky schließlich, die diese Veranstaltung mit ihrem Team ins Leben gerufen hatte, gab uns wertvolle Tipps zum Entgiften, speziell in Bezug auf unsere hormonelle Balance. Ja, auch da wusste ich schon Einiges. War ja nicht zum ersten Mal hier. Aber Asche auf mein Haupt … Da war doch was mit dem Wissen und Umsetzen …

Als wunderbaren Entgiftungstrank empfahl sie uns unter Anderem einen Leberentlastungstrank mit Kurkuma und Zitrone.

Den verrate ich euch hier nicht … Ihr könnt euch gern mal mit natura-naturans selbst befassen. Oder mit Google. Aber Letzteres kann auch einige Obskuritäten an den Tag bringen. Ein Blick auf die Webseite http://www.natura-naturans.de ist auch für die wertvoll, die eben nicht bis nach München reisen können. Viele Beiträge sind hier kostenlos online gestellt und man kann sich jeden Vortrag auch als DVD bestellen.

 

Am nächsten Tag durften wir Dr. rer. nat. Ursula Stumpf genießen. Ja, „Dr. rer. nat.“ Das mag man so gar nicht glauben, wenn man Ursula erlebt. Sie ist so natürlich und menschennah, wie deine beste Freundin und nicht etwa zurückhaltend oder dozierend, wie solche Titel manch einen befürchten lassen. (Ich hoffe, Ursula nimmt mir das nicht krumm).

Ich habe Ursula Stumpf (die Titel lass ich jetzt mal weg, bei meiner Freundin würde ich die auch nicht voransetzen) meine intensive Zuwendung zu Heilkräutern zu verdanken. Ihr erstes Buch über Seelenkräuter (Es hieß glaub ich, „Kräuter für Wellness …“) hat mich ins Leben zurückgeholt. Ich habe mich zwar schon von Kindesbeinen an für Kräuter interessiert, aber eben auch diese nicht wirklich „ernst“ genommen. Erst eine schwere Lebenskrise ließ mich nach pflanzlichen Verbündeten suchen. Ich dachte damals, wenn Krankheiten seelische Ursachen haben, dann müssten doch auch Kräuter bei kranken Seelen helfen. Dann fand mich dieses Buch. Ursula war meines Wissens die Erste, die Kräuter und Seele in Verbindung brachte. Aus diesem Buch hab ich auch meinen „Scheiß-Egal-Tee“ geklaut, der so wirkt, wie er heißt. Bei Ursula heißt er, glaub ich, „Tee für funktionelle Herzbeschwerden …“ Dieses wirksame Rezept nutze ich schon so lange, dass ich über Jahre nicht mehr sicher war, wo ich es eigentlich her hatte. Es war mir während meiner Panikattackenzeit eine große Hilfe. Ich habe diesen wunderbaren Tee dann auch etwas später unverfänglich mit „Gelassenheitstee“ betitelt und das Rezept bereit gestellt. Ihr findet es hier. Er wirkt wirklich wunderbar, bringt Ruhe im Sturm, sollte aber, wie alle Heiltees, nicht zur Gewohnheit werden.

Natürlich hab ich auch alle ihre Bücher im Regal. Keine Frage! Und ganz besonders freue ich mich über zwei Neuerscheinungen von ihr:

 

513296vu88l-_ac_us320_ql65_

Unsere Heilkräuter

und

 

51vvbszp0pl-_sx390_bo1204203200_

Meine Pflanzenmanufaktur

 

 

Das Bestimmungsbuch ist eines der Besten, das mir bisher untergekommen ist:

– gute Farbfotos UND

– hilfreiche Detailzeichnungen

– Heilrezepte

– Seelenwirkung.

Die Kombination von Detailzeichnung und Foto ist wunderbar. So hab ich zum Beispiel das erste Mal in meinen langen Kräuterhexenjahren ein exaktes Unterscheidungsmerkmal von Ackerschachtelhalm und Sumpfschachtelhalm gefunden, dass NICHT vom Fruchtstand abhängig ist. Eine eindeutige Kaufempfehlung, zum Beispiel über obigen Link.

Meine Pflanzenmanufaktur“ ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber für Kräuterfrauen wie mich ganz bestimmt: Hier wird mit Kräutern kreativ gearbeitet. Von nützlichen Dingen wie dufte Körbchen, Pflanzenfarben, Schneebesen, bis zu spielerischen, wie einen „Nütztnichts„. Na und gerade den, den werde ich wohl brauchen, diesen Nütztnichts.

Für mich Wissenshungrige total interessant, war die Herstellung von Birkenpech. Das will ich schon lange wissen und habe die kläglichen Versuche einiger Geschichtsprofessoren in Steinzeitcamps verfolgt. Aber Ursula hat diese Hürde gemeistert. Da kommt dann wohl doch die Apothekerin mit ihrem fundierten Wissen über chemische Vorgänge durch. Eine Apothekerin, die sich den Heilpflanzen verschrieben hat, fundierter kann Wissen nicht kommen.

Das mit dem Birkenpech versuche ich demnächst auch. Ich werde euch berichten. Leider sind Birken bei uns recht rar.

Ursulas empfehlenswerte Webseite findet ihr hier:

http://www.kraeuterweisheiten.de/

 

Auch die nächste Referentin konnte einen Dr.-Titel vorweisen. Und ich freue mich jedesmal, wenn Medizinstudium und Kräuterwissen zusammenkommen. Ebenfalls eine unschlagbare Kombination. Ich spreche von der Frauenärztin Dr. Heide Fischer. Spätestens nach der Aufforderung: „Laden Sie Ihre Nachbarinnen doch mal zum Vaginalzäpfchen gießen ein„, das ihrem Buch „Frauenheilpflanzen“ entnommen ist, haben auch ihre Werke einen festen Platz in meinem Regal. Ich habe damals beim Lesen dieser Idee lachend quer über dem Buch gelegen. Meine lieben aber erzkonservativen Nachbarinnen – beim Gießen von Vaginalzäpfchen. Dazu einen Kaffee …   Wer Heide Fischer life erlebt, wundert sich allerdings nicht mehr. Sie hat einen herrlichen Humor.

Rezepte aus diesem Buch habe ich schon öfter erwähnt, zum Beispiel die „Feuer im Becken„- Salbe, aus dem Artikel „Wenn die Lust zur Last wird“.

Wer sich mit den normalen kleinen bis mittleren Beschwerden des Frauseins befassen muss, oder auch mal näher ins Frausein spüren will, der ist mit diesem empfehlenswerten Buch sehr gut beraten. Wer jedoch ein größeres Päckchen zu tragen hat, der sollte mal in die anderen Werke schauen. Ja sogar eine Meditation gibt es von Heide Fischer, die ich inhaltlich zwar gut finde, mit der Sprechstimme werde ich aber nicht warm.

Auch Heide Fischer hat etwas Neues herausgebracht:

 

51mtwnazksl-_sx313_bo1204203200_

Ab 40

 

Nach ihrem Vortrag zum Thema „Hormone“ und dem Studium dieses Buches habe ich festgestellt, dass auch ich in den letzten 15 Jahren hormonell völlig falsch gelegen habe … Ich bin dabei, die Tipps umzusetzen. Natürlich werde ich berichten, ob mir das gelungen ist.

Obwohl auch Heide Fischer über ein ernstes Thema referierte, brachte sie uns mit ihrer sympathischen, fröhlichen Art mehrfach zum Lachen. Eine unkomplizierte Frau. Jedenfalls uns gegenüber. Ich könnte mir vorstellen, dass sie bei einer konservativen, mit hochdosierten Hormonen behandelnden Ärzteschaft, schon die Zähne zeigen kann. Wer mehr wissen will: http://www.frauen-naturheilkunde.de/

 

Olaf Rippe kam uns dann „sinnlicher“. Gibt es ein schöneres Heilmittel, als die Liebe? Sogar einen Liebestrank durften wir für die Anwendung zu Haus mitnehmen. Dazu folgt hier jetzt nicht mehr. Lasst eurer Fantasie freien Lauf. Es lebe die Venus!

 

Gabriela Nedoma haben wir es zu verdanken, dass sowohl die Gemmotherapie (Knospentherapie), als auch die wirklich pure Naturkosmetik wiederbelebt wurde. Ihr Vortrag ließ uns in Großaufnahmen von Knospen und deren Querschnitten schwelgen, die uns in völlig neue Welten enführten. Oder wusstet ihr, dass eine sich gerade öffnete Knospe im Inneren Lichter erzeugt? Ein Minikosmos …

http://www.gruenekosmetik.at/index.php

Eine ebenfalls sehr empfehlenswerte Seite. Gabriela gibt auch einen Newsletter heraus.

 

Natürlich gibt es auch von Gabriela zwei empfehlenswerte Neuerscheinungen:

unknown

Vegane Kosmetik

In Zusammenarbeit mit der genialen Siegrid Hirsch (deren Bücher auch ins Regal gehören!)

und

51qxld-1uml-_sx387_bo1204203200_

Das große kleine Buch: Naturwaschmittel aus Wald und Wiese

 

„großes kleines Buch“ ist absolut treffend. Es ist, anders als es hier vielleicht scheinen mag, wirklich ein kleines Bändchen. Es werden auch „nur“ Rosskastanie, Seifenkraut und Efeu besprochen. Aber das ausführlich. Für mich gab es da doch noch was zu lernen. An Efeu als Hustenmittel hatte ich mich in Eigenregie bisher nicht ran gewagt. Da musste ich doch zum Apothekenmittel greifen. Was mir an den käuflichen Mitteln aber so gar nicht behagt, sind die Zusatzstoffe.

 

Vollgepackt mit Wissen und Inspiration fuhr ich nach Hause. Es gibt viel zu tun! Ich kann jeder nur empfehlen, bei den nächsten Frauenheiltagen dabei zu sein. Das tun wir für uns! Und damit auch für unsere Familien!

Wer nicht kann: Da gibt es ja immer noch die DVD´s …

Read Full Post »

Eigentlich wollte ich ja schon längst weg sein. Auf großer Kräutertour… das Wissen unserer Mütter sammeln. Wer diesen Blog verfolgt, hat allerdings auch alle Steine kennengelernt, die mir in den Weg gerollt wurden. Das waren zum Einen die ewigen Ausfälle meines nagelneuen Hobby Wohnmobils, zum Anderen aber auch private Hindernisse.

Jetzt ist es einigermaßen startklar (nur die Heizung ist nicht so ganz in Ordnung und die maroden Drehsitze werde ich wohl nie ersetzt bekommen) und dann musste mein Papa ins Krankenhaus. Zum Glück nichts Schlimmes, wohl aber in der Mobilität (seiner) sehr beeinträchtigend. Also irgendwas ist immer. Ihr kennt das sicher.

 

Darum bin ich einfach losgefahren. Ja, es werden, wie im letzten Jahr auch, zunächst sicher wieder nur kleine Mehrtages – Etappen werden, bis sich die Situation mit meinem Vater geklärt hat.

 

Ich nutze die Zeit und besuche die schönen Orte, die im Sommer sicherlich mehr als überlaufen sind. Mein erster Anlaufplatz ist ein traumhafter Stellplatz in Maasholm:

 

IMG_1105

Maasholm – auch bei trübem Wetter eine Reise wert

 

 

Ich dachte, um diese Zeit wäre hier kein Mensch. Da irrte ich mich aber gewaltig. Es stehen schon einige Wohnmobilsten hier, die ebenfalls den wunderbaren Meeresstellplatz (ja, für alle die, die es nicht wissen: die Schlei ist ein Fjord und kein Fluss!) genießen. Direkt am Wasser stehen, erstklassige, penibel saubere Sanitäranlagen und ein spitzenmässiges Bistro, direkt am Yachthafen. Die Inhaber haben ein Herz für Wohnmobilisten und geben gern ihren leckeren Cappuccino mit samt Tasse ab, schlicht darauf vertrauend, das es wiederkommt, das Porzellan. Ohne Pfand…

Aber es soll hier ja nicht vorrangig um Stellplätze gehen. Sondern um Kräuter und Wildgemüse. Da hab ich mir vor Jahren schon Maasholm auf die Wunschliste geschrieben, denn hier gedeiht ein Kraut, das ich besonders mag, in üppigen Mengen… und das sollte gerade jetzt im März Erntezeit haben…

 

IMG_1094

Das leckerste Wildgemüse Maasholms – noch sehr zurückhaltend

 

Nein, das ist keine wundersame Tentakel eines außerirdischen Wesens – normaler Weise sollten aus den dunklen Knospen bereits wunderbare krause tief violette oder auch schon sattgrüne Blätter gesprossen sein. Hier erwartete ich ungeduldig die zarten jungen Triebe des Meerkohls (Crambe maritima).

Wie es aussieht, muss ich auch noch länger warten. Die Wetterkapriolen machen nicht nur dem Kulturgemüse zu schaffen. Obwohl er auch das schon war, der Meerkohl, ein Kulturgemüse. Zu viktorianischen Zeiten heiß gehandelt. Sein Geschmack hat etwas Haselnussähnliches mit leicht bitterer Note. Also bevorzugt frische Schosse und gebleichte Stellen verwenden. Leider wurde er übermässig geerntet und ist in seinem Bestand sehr zurückgegangen. Darum ist die Ernte vielerorts verboten. Zum Glück ist er auch in Kräutereien zu bekommen und wächst dann prächtig gut und gern 12 Jahre für euch. Der Strunk dort oben ist etwa unterarmdick (schlanke Unterarme, nicht meine.. 😉  ).

Sein Nährwert lässt sich sehen. Neben einem hohen Mineralstoffgehalt wartet er auch mit reichlich Vitamin C auf, was ihn bei den Seefahrern zu einem beliebten Reisebegleiter machte.

 

Gut, das war nichts. Noch nicht. Aber man kann ja wiederkommen. Doch schauen wir erst mal, ob hier nicht noch was wächst und siehe da, das tut es:

 

IMG_1099

Strandbeifuß

 

Der Strandbeifuß treibt aus. In diesem Zustand ist er lecker auf Butterbrot. Da braucht man ja auch nicht die Mengen. Selbstverständlich kann man ihn auch wie seinen großen Bruder, den gemeinen Beifuß, zum Räuchern, bei Ritualen und zum Putzen seiner Glaskugel benutzen (tatsächlich wurden Kristallkugeln zum Hellsehen damit abgerieben. Vielleicht sollte man sein Tarot in Beifuß wickeln?).

Für Heilzwecke würde ich mit dem Ernten noch ein wenig warten. Hier punktet der Beifuss mit den ätherischen Ölen und die brauchen nun einmal Sonne. Um die Sonnenwende bis in den August wären da die Erntezeiten, auf alle Fälle jedoch vor der Blüte.

Insgesamt ist dieser zarte Vertreter der Artemisien sanfter. Auch im Aroma. Nicht ganz so bitter, wie der große Bruder. Daher nimmt man ihn auch als Geschmacksgeber im Wumken.

Aber nicht nur mein geliebter Beifuß lässt sich schon sehen. Auch ein Gemüse, dass wir eher im Asialaden oder Reformhaus kaufen, vor allem wenn es aus Japan kommt: Algen.

Bah, nee… jetzt mal nicht die Nase rümpfen. Warum in die Ferne schweifen? Warum glaubt ausgerechnet jeder Deutsche, daß das, was bei ihm wächst, giftig ist? Und so wird für Algen oder Goji-Beeren (welche bei uns Unkraut sind) gern viel Geld ausgegeben. Algen aus unseren Gewässern? Na wer will, kann natürlich weiterhin getrocknete Wakame aus Japan holen… Aber ich glaube kaum, das die weniger bedenklich sind, nach dem da alles „strahlt“…

 

IMG_1104

Vegan aus dem Meer – zu jeder Zeit vorrätig

 

Algen haben als Lebensmittel eine lange Tradition. Sie sind sehr nahrhaft und überaus mineralsstoffreich. In England stehen sie noch auf dem Speiseplan. Hier werden sie so geschätzt, daß manch Schafbauer die gute Ware extra vom Strand klaubt, um seinen Tieren mit der Zufütterung derselben etwas Gutes zu tun. Hier kennt kaum jemand ihren Wert auf dem Speiseplan, obwohl ich neulich auf dem Markt beim Fischhändler tatsächlich einen schmackhaften Algensalat bekommen habe.

Was mich angeht, so ess ich Algen in der richtigen Dosis recht gern. Die grüne Alge vom Markt war mit scharfem Dressing angemacht und schmeckte lecker. Unsere heimischen Algen schmecken intensiv nach Meer, mir manchmal schon zu intensiv. Von daher dosiere ich vorsichtiger. Der Geschmack darf nicht dominieren. Algen sind übrigens nicht giftig. Aber natürlich können sie, wie jedes Gemüse, einen nicht mehr zum Verzehr zu empfehlenden Zustand haben. Darum bitte immer pflücken und nicht einfach vom Strand sammeln. Die obersten frischen grünen Spitzen. Alles Andere wird ein bisschen zäh.

Wer das jetzt einmal probieren möchte, dem lege ich ein Wildgemüsebuch ans Herz, das nun nicht das gefühlt tausendste Bärlauchpesto im Repertoire hat, sondern mit erfrischend neuen Rezepten kommt. Eben auch für Alge. Für das vorsichtige Rantasten an das „Superfood“ (ich hasse eigentlich diese neuen Wortschöpfungen und werbewirksamen Schlagworte, aber hier trifft es wirklich zu), empfehle ich das zur Zeit im Handel für den halben Preis erhältliche

51wFK+gTaFL._SX351_BO1,204,203,200_

wild kochen von Anette Eckmann.

 

Wer mal wieder frische Wildgemüserezepte sucht, ist hier definitiv richtig. Das Buch ist liebevoll aufgemacht und eben ein bisschen anders: dänisch, einfach, lecker! Oder: dänisch – einfach lecker!

Für den Anfang empfehle ich das Algenknäckebrot. Das hat mir besonders gut gefallen. Oder den Hagebuttenketchup. Aber den gibt es erst später im Jahr.

 

Ihr seht, auch wenn ihr noch nichts seht, in der Natur ist immer etwas da. So gibt es ganz besondere Schätzchen, auch an diesem Plätzchen:

 

IMG_1090

Wilde Möhre

 

Die etwas ruppig aussehenden Samenstände der wilden Möhre sind zu dieser Zeit ihr bestes Erkennungszeichen: Sie ziehen sich zu einem Nest zusammen. Wenn ihr die trockenen Blütenstände pflückt und euch die Mühe macht, sie auseinander zu pulen, kommt ihr auf die Samen der wilden Möhre und damit auf eine Möglichkeit der ganz feinen Küche.

Die von den trockenen Hülsen befreiten Samen quetscht ihr im Mörser (oder Unterwegs mit der breiten Seite eines Küchenmessers) einfach mal an. Sofort habt ihr einen zarten, sehr aromatischen Duft in der Nase. Natürlich kann man auch das ätherische Öl kaufen, aber ist die wilde Ernte nicht viel spannender?

Wenn ihr mal reinschnuppert, habt ihr sofort verschiedene Süßspeisenvariationen vor Augen. Und genau dafür könnt ihr die wilde Möhre nehmen. Wenn der Blütenstand noch nicht ganz so dröge ist, wie hier, sondern noch Grün aufweist, könnt ihr ihn so wie er ist, z. B. in Milch oder Sahne legen und diese über Nacht aromatisieren. Um diese Zeit im Jahr, solltet ihr schon die kleine Mühe auf euch nehmen und alles Vertrocknete herauslesen.

So… und nun ist riechen und schwelgen angesagt. Der Duft umhüllt einen, wie die Arme einer liebenden Mutter! Düfte sind Geschmacksache, aber dieser würde sich auch in einem Parfum gut machen. Er erdet, er wärmt und streichelt die Seele. Irgendwie zeigt das ja schon die Form des Samenstandes: geborgen in einem Nest!  Die Hexlein unter euch können sie natürlich auch räuchern, aber mir persönlich ist in diesem Fall der Duft des Öls angenehmer. Die Wilde Möhre gibt uns in dieser hektischen Zeit, in der alte Werte scheinbar nichts mehr gelten, wieder eine Mitte, einen Halt. Nach Kalbermatten zentriert sie unsere Bewusstseinskräfte. Also auch wieder ein „Zur-Mitte-Kommen“, ein „Wurzeln“.

Dieser kleine Teelöffel voll Samen kann dir zwar den Moment und die Nachspeise versüßen, wenn du die positiven Eigenschaften der wilden Möhre gezielt einsetzen willst, musst du dir das ätherische Öl aber kaufen. Natürlich kannst du auch damit eine Schnupperorgie machen, ich nutze es jedoch gern in pflegender Kosmetik. Ein wahres Tonikum für die Haut, egal ob anspruchsvoll oder aknegeplagt. Auch wer Verführung im Sinn hat, könnte es in einem Massageöl verwenden. Es ist ein Phytopheromon (Sexuallockstoff, der dem menschlichen ähnelt) und wirkt hormonell ausgleichend. Es findet seinen Einsatz daher auch bei Menstruationsstörungen und PMS, oder generell bei Drüsenproblemen (nach Wabner). Die kleine Wilde unterstützt nicht nur die Haut, sondern auch die Leber. Wobei sie doppelt punktet, denn gerade Leberprobleme machen sich oft über die Haut bemerkbar. (Vor der inneren Einnahme des ätherischen Öls sei aber an dieser Stelle nochmals gewarnt. Solche Dosierungen gehören in die Hand einer Fachfrau! Liebe Fachmänner, nicht schmollen, ich weiß, dass es euch auch gibt, aber ich glaube, hier sind die Frauen in der Überzahl).

Man könnte wieder mal einen ganzen Bericht dieser spannenden, wenn auch unscheinbaren Pflanze widmen. Und natürlich wartet ihr wieder auf Rezepte. Dieses Mal möchte ich mich dafür in den Hintergrund zurückziehen und auf den wundervollen Beitrag von Eliane Zimmermann verweisen. Mehr Wilde Möhre geht nicht.

Ihr müsst also nicht Hormocenta* oder Placentubex für die Gesichtspflege nehmen, es geht auch wunderbar vegan!

Für die Jüngeren unter euch: Früher war es durchaus auch üblich, die menschliche Plazenta zu verwerten, besonders in Hautcremes. Von den wertvollen Inhaltsstoffen her verständlich… Später hat man meines Wissens Tierische genommen. Die Generation meiner Mutter hat darauf geschworen. Ob Hormocenta das auch gemacht hat, kann ich nicht sagen, der Name legt es fast nahe und es wurde von vielen behauptet. Heutzutage findet sich jedenfalls keine Plazenta in den Cremes. Ich weiss aber, das einige Hebammen noch Proben zur Weiterverarbeitung zu homöopathischen Globuli nehmen.

So… liebe Grüße also aus Maasholm! Es lohnt sich wirklich, diesen malerischen Ort einmal zu besuchen. Ja, auch der Ort ist wunderschön. Und jetzt wisst ihr ja auch, nach was ihr Ausschau halten könnt, wenn ihr auf Kräutersuche seid.

 

*  in der derzeitigen Rezeptur werden lt. Deklaration keine menschlichen oder tierischen Produkte verwendet.

 

Read Full Post »

Es könnte so schön sein: Mann hat ihn, den Partner fürs Leben (oder auch nur für diese eine, besondere Nacht) und dann ist der Geist willig, aber das Fleisch ist schwach…

Da das wichtigste Organ beim Sex nun mal der Kopf ist, sind hier auch meist die Gründe zu suchen. Er wird oft von Gefühlen geplagt, oder das Gedankenkarussell lässt keine Ruhe.

Es ist, wie es ist: Die beiden Königskinder können zusammen nicht kommen.

Wenn trotz der Tipps aus dem vorhergehenden Artikel keine Besserung erfolgt ist, müssen wir tatsächlich an körperliche Probleme denken. Ich gehe mal davon aus, dass Sie gesundheitliche Probleme beim Arzt abgeklärt haben. Nun sitzen wir hier wieder, allein mit dem Problem und hoffen auf eine Lösung.

Und wieder lade ich Sie ein Altes, Bewährtes und auch Ungewöhnliches aus dem Reich der Pflanzen und der Fantasie mit mir zu probieren (getrennt natürlich 😉 ).

Gehen wir noch einmal auf die wichtigsten (körperlichen) potenzstörenden Ursachen ein.

  • Rauchen: Ganz klar, als gefässverengendes Gift kommt Rauchen dem Blutandrang an der gewünschten Stelle alles andere als entgegen. Sollten Sie den positiven Gedanken fassen, dass Rauchen ganz aufzugeben (dieser Artikel wäre doch schon ein schöner Grund), dann kann Ihnen die Iboga (Tabernanthe iboga) dabei helfen und damit kennen Sie gleichzeitig die erste potenzstärkende Pflanze.
  • Alkohol: anders als im Straßenverkehr sollte man sich hier um die 0,5 Promillegrenze bemühen. Das Gläschen Rotwein ist fraglos förderlich, ein Übermaß abträglich und Schnaps fördert er die wohlige Bettschwere. Ich habe mir allerdings sagen lassen, dass eine ordentliche Portion Jägermeister hier Wunder wirken soll… ich möchte niemandem zu exzessiven Gebrauch überreden, aber, naja, kann sein… ist ja ein Kräuterlikör. Sollte, bei Gelingen, aber nicht zur Gewohnheit werden. Zumal die wirksame Dosis hier wirklich recht hoch sein soll.
  • Antibiotika: Ja, auch hier kann es zur Verhinderung des ehelichen Werkes kommen. Auch Anitmykotika gehören zu den Spaßverderbern. Ich hoffe nur, dass Sie sie nicht lange einnehmen müssen.
  • Antikrebsmittel: Wer Krebs hat, hat sicherlich meist anderes im Kopf. Trotzdem sollten sie wissen: hier sind die Medikamente fürs Versagen verantwortlich, nicht die Krankheit. Machen Sie sich nicht zusätzlich Vorwürfe.
  • Beruhigungsmittel: Da diese auf das vegetative Nervensystem wirken, gehen sie meist auch auf die Potenz.
  • Blutdrucksenker: Ganz klar, wo kein Druck ist, kann sich nichts aufbauen. Tatsächlich wird sogar der Sinn von Blutdrucksenkern neuerdings von einigen Fachleuten in Frage gestellt. Dr. Jörg Zittlau meint dazu: „Die wissenschaftliche Datenlage liefert keineswegs Belege dafür, dass diese Arzneien die Lebenserwartungen der Betroffenen verlängern. Dafür haben sie unzählige Nebenwirkungen. Eine davon: Impotenz.“ (Zittlau: 2006). Zittlau greift damit ein heißes Eisen an. Ich bin da übrigens seiner Meinung. Das heißt nicht, dass ich Ihnen jetzt dazu rate, ihre Betablocker in den Müll zu werfen. Obwohl ich schon von einigen Therapeuten gehört habe, die das schmerzfrei tun. Ich halte es aber für wichtig, das Bluthochdruckproblem noch einmal neu zu überdenken: Wenn man das Herz auf eine physikalische Pumpe reduziert, mag das alles passen, je weniger Druck im System ist, desto weniger kann kaputt gehen. Jedenfalls in den Leitungen. Natürlich kommen aber auch Nährstoffe nicht mehr überall hin, wenn der Druck runtergeht (wie bei einer Zentralheizung im Dachgeschoss…) wichtige Gebiete, so die Meinung der Kritiker, werden unterversorgt. – Ich persönlich hab ein Problem mit der rein physikalischen Sicht. Aber das ist mein Ding. Ich würde mich aber freuen, wenn sich ein paar fähige Köpfe dem Bluthochdruck noch einmal annehmen würden..
  • Lipidsenker: Tatsächlich wird auch um Cholesterin als Verursacher der Herz-Kreislauferkrankungen gestritten. Trotzdem erfreuen sich die Lipidsenker nach wie vor einer großen Verschreibungshäufigkeit. Selbst Todesfälle (Lipobay-Skandal) minderte die Verschreibungsfreude nicht. Durch massive Eingriffe in den Stoffwechsel gehören aber auch diese Mittel oft zu den Potenzfeinden.
  • Schmerzmittel: Sogar Aspirin (ich meine jetzt den Wirkstoff ASS und nicht die Marke) kann sich negativ auswirken, es verringert die Ausschüttung männlicher Hormone. In der Schwangerschaft eingenommen, kann es die Libido des männlichen Embryos beeinträchtigen. Gichtmittel, opiathaltige Mittel und Kortison können ebenfalls potenzsstörend wirken.

.

Was ist zu tun?

Zum einen natürlich die Hormone anregen. Männliche Hormone sind da sehr pflegeleicht und reagieren schon bereitwillig auf:

  • Fettarmes Essen: Also weg mit dem Eisbein, sonst werden Enzyme ausgeschüttet, die die Hormone vergällen… schlanke Männer bilden sowieso mehr Testosteron, weil Fettgewebe mit Östrogenen liebäugelt…
  • Sex: Na, da wäre ich nie drauf gekommen… 😉 Das ist allerdings mehr ein vorbeugender Tipp. Durch regelmässigen Sex kann der Testosteronspiegel zwei- bis dreifach höhere Werte aufweisen, als bei den beschaulichen Schlafzimmermenschen.
  • Sonne: Ab an den Strand – das Testosteron liebt das!
  • Zink: Das Mineral hilft den Männern hoch. Also meine Damen, auf den Speiseplan gehören zukünftig verstärkt: Erdbeeren und Himbeeren. Schon eine Handvoll soll spürbare Wirkung zeigen.

Welche Pflanzen unseren Hormonen auf die Sprünge helfen, sehen wir noch später.

Außerdem können wir dafür sorgen, dass der Blutfluss angeregt wird. Natürlich im Beckenbereich. Nein, ich meine keine, auf einen kleinen Bereich beschränkte, Massage. Der ganze Unterbauch sollte durchblutet sein. Dabei hilft:

  • Sport (selbsterklärend, oder?)
  • Massage: Am besten mit einem wunderbaren Kräuteröl. Waren Sie schon mal bei einer klassischen Massage? Wissen Sie noch grob, in welcher Richtung dort massiert wurde? Gut – für die Beckendurchblutung machen Sie es bitte genau anders herum. Der kräftige Strich wird nach unten ausgeführt, nicht in Richtung Schultern. Das sammelt Energien und Blut im Becken.

Durchblutende Kräuteröle lernen wir noch kennen. Das „Feuer im Becken Balsam“ für die Frau wurde bereits im vorhergehenden Beitrag vorgestellt.

Wer abends den betörenden Duft der Datura schnuppert, wird mit sinnlichen Träumen belohnt.

Es gibt eine viele Liebespflanzen, die Geist und Körper auf die Sprünge helfen können. Einige wachsen sogar zwischen Haustür und Gartenzaun. Gehen Sie mit mir auf Entdeckungsreise….

  • Brennnessel: Der Potenzbissen beim Waldspaziergang. Die Brennnessel wirkt auf zweierlei Art: Zum Einen hilft die Wurzel bei gutartigen Prostatavergrößerungen (die ihrerseits dafür verantwortlich sind, mehr Östrogen als Testosteron zu produzieren), zum Anderen sind die Brennnesselsamen ein Tonikum. Für Männlein und Weiblein, wenn auch die Herren ein wenig mehr profitieren. Fazit: Samen – immer gut und hochempfehlenswert! Wurzeln – bei Prostataproblemen kann man einen Esslöffel der getrockneten zerkleinerten Wurzeln mit 200 ml Wasser fünf Minuten köcheln lassen. Drei Tassen täglich.
  • Damiana: Dieses würzige leckere Kräutlein ist tatsächlich mittlerweile in der Apotheke zu bekommen. Im Eigenversuch sind beste Wirkungen als Likörchen festgestellt worden – obwohl einige Autoren von der Mischung Alkohol/Damiana warnen. Darum ein Teerezept: 2 Essl. Kraut mit einem halben Liter Wasser aufkochen, fünf Minuten ziehen lassen, nach Bedarf trinken und auf eineinhalb Stunden Wirkung freuen. Damiana hilft auch gegen Stress und Depressionen, womit man das Kraut auch in anderer Absicht gut trinken kann. In der Homöopathie ist es ebenfalls als Aphrodisiakum gebräuchlich.  Die Kräuterhexe räuchert auch gern damit, um ihren Liebsten zu betören. Trotz des Lobes nicht überdosieren (mehr als drei EL am Tag) und auch bei Blutarmut lieber wenig nutzen.
  • Hafer: Na, sagt Ihnen die alte Redewendung noch etwas: „Wenn sie der Hafer sticht„? Aha… trotzdem ist der Hafer zu Unrecht ein wenig in Vergessenheit geraten. Hafer ist nicht zimperlich. Aber bitte nicht in homöopathischer Dosis, wir wollen ja was Handfestes.  Sie können nicht nur Haferflocken verwenden, sondern auch im Stall mal eben Haferstroh klauen gehen. Therapeutisch wirkt beides. In einer Studie wurde nicht nur über verstärkte Erektionskraft berichtet und mehr Lust, sondern auch über multiple Orgasmen. Tja… ich glaub die Cornflakes haben erst einmal ausgedient. Zurück zum Müsli. Die Kölln-Flocken aus dem Schrank geholt… Nur Glutenempfindliche dürfen hier leider nicht profitieren. Die Dosierung für Hafertee liegt bei drei Tassen täglich, Extrakt kann mit 300 bis 600 mg genommen werden. Eine Überdosierung von Haferflocken oder -samen ist kaum möglich, da auch unser Magen nur eine begrenzte Kapazität hat.
  • Gingko: Nach alten Quellen hat bereits Goethe dieser Pflanze vertraut. Sie ist ein wunderbares Mittel bei Durchblutungsschwäche (und steigert damit auch die Hirnleistung und… ja richtig geraten!). Es lohnt sich auf alle Fälle einmal, Gingko auszuprobieren. Dabei dürfen Sie getrost auf Fertigpräparate vertrauen. Achten Sie allerdings auf Präparate, die einen 25 % Anteil von Ginkgoflavonglykoside und 6 % Terpenlactone haben. Nur mit diesen Werten sind die positiven klinischen Studien durchgeführt worden. Auch wenn das jetzt wirklich ein schwieriges Vokabular ist – für ein ausgeglichenes Liebesleben lohnt sich das Abschreiben.
  • Ginseng: Ein ähnliches Tonikum, wie der Gingko. Ginseng wird seit Tausenden von Jahren geschätzt. Seine Einsatzgebiete sind Erschöpfung, Schwächezustände und Impotenz. Ginseng ist die Hilfe par excellence, wenn wir mit Stress und Krisen fertig werden müssen. Dabei beschränkt sich das  nicht nur auf seelische Krisen. Auch Extremsituationen wie Hunger oder Hitze werden besser vertragen. Außerdem fördert er den Schlaf. Er erhöht sowohl die Leistungs– als auch die Liebesfähigkeit. Bitte nicht auf die Idee „viel hilft viel“ verfallen. Mitnichten. Langfristig überdosiert können sich Schlafstörungen oder Bluthochdruck einstellen. Bisher wurden die Nebenwirkungen allerdings nur in Ländern beobachtet, wo Ginseng auf dem täglichen Speiseplan (ohne Dosierung) steht. Achten Sie, wenn Sie ein Fertigpräparat nehmen, auf ein Monopräparat (außer Ginseng nichts drin), in Kombinationspräparaten ist der Ginsenganteil oft zu gering.
  • Ziegenkraut (Epimedium sagittatum): Eines der Hauptbestandteile des pflanzlichen“ Frauenviagras“ „Femi-X“ aus Dänemark. Dieses Kraut scheint den Blutfluss optimal zu lenken. Nicht nur an die pikanten Stellen, sondern auch in die Haut, die damit leichter erregbar wird. Tatsächlich wird aber auch das Gehirn mit mehr Blut versorgt, die Fantasie darf weiter mitspielen. Nebenbei wirkt das Ziegenkraut blutdrucksenkend, was ein Widerspruch zu sein scheint… Ziegenkraut tut Männlein und wenn man den Dänen glauben kann (ich tu es) auch Weiblein gut. Bei korrekter Dosierung (zweimal täglich ein Teel. Tinktur) sind keine Nebenwirkungen bekannt. Ja ihr Ungeduldigen, das Rezept folgt unten…

.

Das war jetzt wirklich nur eine kleine Auswahl von „Liebesmitteln“. Die Kräuterkunde gibt noch viel mehr her. Auch im Gemüsegarten ist Einiges zu finden. Die chinesische Pflanzenheilkunde bietet noch einige interessante und erprobte Kandidaten.

.

Damianaschnäpschen (nach Dr. Zittlau)

0,7 l weißer Rum

20 g Damiana

20 g Sabalfrüchte

2 Vanilleschoten

4 Zimtstangen

2 g Macisblüte

0,5 g Galgant

Die Zutaten einen halben Mondlauf  (10 bis 14 Tage – für die Nichthexen) lang ausziehen lassen. Regelmässig schütteln. Abseihen und Kräuter gut auspressen.

Gut bei nervöser Erschöpfung, Impotenz, sexueller Antriebslosigkeit. Bitte nicht mehr als 2 Schnapsgläschen am Tag.

Damiana verspricht prickelnden Sex für beide Geschlechter – die Sinnlichkeit steigt, Reize werden intensiver wahrgenommen.

.

Ziegenkrauttinktur

80 g Blätter

1 l Wodka (40-45%)

Einen Monat lang ausziehen lassen.

.

Aromatische Pflanzenhelfer

Wie bereits im vorigen Beitrag erklärt, ist die Atmosphäre wichtig für die Lust. Düfte wirken dabei gezielt und direkt. Raffinierte Liebhaberinnen bringen ihre Aromalampe zum Einsatz und finden Verbündete in folgenden Ölen:

  • Bergamotte: gegen Versagensängste – Potenzschwäche
  • Jasmin: Anti-Angst-Öl, hilft Frauen beim Loslassen
  • Neroli: Nimmt Männern die Angst vor Nähe – Blockadenlöser
  • Sandelholz: Klassiker, nahezu unumgänglich. Phytopheromon (pflanzlicher Sexuallockstoff, dem menschlichen sehr ähnlich). Wirkt stimulierend.
  • Weihrauch: Verstärkt Empfindungen und ist ein klassisches Liebesöl. Vertieft das Gefühl der Verschmelzung mit dem Partner.

Das schönste Duftöl nutzt allerdings nichts, wenn dem Partner der Geruch nicht gefällt…

.

Auch ein Liebesbad kann der Zweisamkeit sehr förderlich sein. Nehmen Sie als Badezusatz doch mal 5 Tr. Zimtöl, 3 Tr. Jasmin und 2 Tr. Sandelholz, gemischt in einer Tasse Buttermilch…

Ich kann nicht versprechen, dass es danach „sauber“ zugeht.

.

Sie wollen auf Nr. „Sicher“ gehen? Dr. Zittlau beschert uns dafür folgendes Rezept:

Erektionsbad

5 Tr. Bohnenkraut

5 Tr. Rosmarin

5 Tr. Wacholder

3 El Akazienhonig

Alle Zutaten mischen und ins Bad geben… sich selbst am Besten auch mit hinein.

.

Das letzte Schmankerl: Ein Parfüm für starke Männer (auch das haben wir Dr. Zittlaus Recherchen zu verdanken)

10 Tr. Narde

2 Tr. Jongquille absolue

2 Tr. Saflor absolue

3 Tr. Mairose absolue

2 Tr. Hyazinthe absolue

1 Msp Iriswurzel

1 Msp Mimose

10 ml Jojobaöl

Alle Zutaten vermischen und einen Mondlauf lang dunkel reifen lassen. Es ist ein sehr intensiver Duft, sparsam verwenden. Luxus – pur (was Interessierte schon am Preis merken werden).

Die babylonische Königin Semiramis holte sich die Zutaten hierfür aus ihren hängenden Gärten. Weil das Parfüm einen unermesslichen Wert hatte, wurde es in Karaffen deponiert, die mit Goldstaub bedeckt waren. Der Duft soll die Männer schwach, aber im entscheidenden Moment stark gemacht haben. Es steht Ihnen frei, diesem Geheimnis selbst auf die Spur zu kommen.

Dieses und auch andere Rezepte, sowie weitere Kräuter finden Sie in Dr. Jörg Zittlaus genialem Buch

Mehr Lust am Lieben

Das Büchlein ist zum Taschengeldpreis zu haben (Sie können auch auf den Link klicken und direkt bei Amazon bestellen) und meiner Meinung nach z. Zt. das Beste zu diesem Thema auf dem Markt. Ich hab ihm viele Tipps zu verdanken.

Natürlich ist das nicht das Einzige, was eine Kräuterhexe zu diesem Thema in Petto hat. Aber das würde auch diesen Blog sprengen. Liebesmittel sind, wie alle anderen Kräuteranwendungen auch, immer sehr individuell. Das Internet kann damit eigentlich immer nur ein Einstieg in das Thema sein.

Ja, das wars dann für heute. Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer gut „drauf“ sind…

Read Full Post »

Hmm, ich weiß gar nicht so genau, warum ich da jetzt drauf komme. Vielleicht weil morgen die Sommersonnenwende ist und unsere Ahnen die auf recht amouröse Art begangen haben, wie eigentlich fast jedes Freudenfest. Da sie die Tage meist mit dem Abend davor zu feiern begangen (ja, die Tage begannen damals noch abends…), komm ich vielleicht gerade heute drauf.

Es kann aber auch sein,  dass mich die vermehrte Nachfrage nach hilfreichen Mitteln für dieses Werk dazu treibt…

Ich glaube, es ist einfach unser hektisches Leben, dass auch Probleme in diesem Bereich verstärkt aufkommen lässt. Hinzu kommen bedenkliche Lebensmittel, die ich im Beitrag zuvor bemängelt habe.

Anders als man vielleicht vermuten möchte, kommen auch immer mehr junge Leute auf mich zu, die Probleme mit ihrem Liebesleben haben. Eigentlich ganz einfach: Sorgen und Nöte sind Sexkiller…

Nun kann nicht jeder sein Leben umkrempeln und zum ausgeglichenen Fels in der Brandung werden. Zum Glück gibt es pflanzliche Helfer, die uns daran erinnern, was es Schönes auf der Welt gibt.

Wenn es nicht nur pure Unlust ist, sondern tatsächlich Erektionsprobleme im Spiel sind, sollten wir mögliche organische Ursachen vorher abklären. Leider gibt es wirklich viel, was sich auf unser Liebesleben auswirken kann: Diabetes, Antidepressiva, Stress, Erschöpfung und normale Medikamente. Auch Kreislaufprobleme, zu hohes Cholesterin, Bluthochdruck und der fallende Hormonspiegel mit zunehmendem Alter machen es der Liebe nicht leicht.

Unsere Psyche ist sogar besonders empfindlich und dämpft lustvolle Gefühle wenn sie mit Ehestreit, Schuld, Depressionen, Angst und mangelndem Selbstvertrauen zu tun hat. Kein Wunder also, das sexuelle Unlust und Impotenz ein recht leichtes Spiel haben.

Wir können dem ein wenig mit gesunder Lebensweise entgegensteuern: Zucker, Alkhohol und Nikotin meiden.

Um als Frau wieder Lust an der Lust zu bekommen, gibt es viele Möglichkeiten. Hilfreiche Kräuter sind z. b. Rose, Yamswurzel, Ashwaganda oder Mönchspfeffer als Tinktur (Standarddosis).

Pflanzliche Verbündete für uns Frauen sind jedoch die Artemisien. O. g. Kräuter balancieren hauptsächlich die Hormone, aber im Beifuss scheint noch viel mehr zu stecken. Vertrauen Sie sich ihm an. Trinken Sie ein Tässchen vor dem Schlafengehen. Wenn es nicht gleich zur Nachtruhe kommen soll, dann versuchen Sie mal Beifuss in dieser Form:

.

„Feuer im Becken“

Beifussbalsam

Beifussspitzen (am besten kurz vor der Blüte) in Olivenöl 2 Wochen an der Sonne ausziehen lassen. Dann ¼ Stunde leicht köcheln und abseihen. Mit 10 % gelbem Bienenwachs zu einem Balsam andicken.

Die Idee eine Beifusssalbe für den Beckenbereich zu machen, hab ich von Heide Fischer geklaut. Auf die einfachsten Sachen kommt man oft nicht. Die Wirkung der Salbe ist recht einfach. Sie konzentriert einfach alles im Becken: Die Aufmerksamkeit, den Blutfluss und die ungeklärten Geheimnisse des Beifuss…

Ich kann mir oft gar nicht vorstellen, dass auch Männern die Lust abhanden kommen kann, aber wenn ihre Trickkiste erschöpft ist, meine Damen, dann könnte 1 Messerspitze Ashwagandhapulver in warmer Milch, morgens und abends, ihren Gefährten wieder auf andere Gedanken bringen.

Sind sie beide irgendwie nicht in Stimmung (obwohl sie das gern wären), dann nehmen sie Hafer in größeren Mengen in den Speiseplan auf. Ich weiß nicht, wie Sie das dem Göttergatten erklären, vielleicht mit einem plötzlich erwachten Interesse an englischer Esskultur, aber die Wirkung lohnt sich. Lassen Sie sich doch mal wieder „vom Hafer stechen“. Dazu Ginsengkapseln aus dem Reformhaus und ihre Mundwinkel werden sich langsam wieder gegen die Erdanziehung zu wehren wissen und nicht nur die.

Lassen Sie die Sinnlichkeit wieder in ihr Heim einziehen: Kreieren Sie ein Massageöl. Sie können z. B. 2 Tropfen Basilikumöl, Ingwer, Zimt oder Rosmarinöl auf 1 Teelöffel Sesamöl geben. Wenn Sie Ihre persönliche Mischung gefunden haben, müssen Sie wohl eine etwas größere Menge davon produzieren. Wichtig ist natürlich, dass der Duft beiden gefällt.

Überhaupt ist Sinnlichkeit ein wichtiger Punkt. Wie sieht denn Ihr Schlafzimmer aus? So ein typisches praktisches Zimmerchen aus den 60ern? Links hinten die Bügelwäsche, daneben das Bügeleisen? Bett, Kleiderschrank (womöglich noch mit Halogenspots) und das wars? Also bei aller Liebe, das wäre auch für Fantasiebegabte ein rechter Kraftakt, da in Stimmung zu kommen. Schmeißen Sie alles Hauswirtschaftliche in den Hauswirtschaftsraum und gestalten Sie ihr Boudouir…

Das fängt mit Farbe an. Wenn Sie nicht gleich renovieren wollen, tun es auch Tücher und Bilder. Natürlich klassische Rottöne… ist nicht ihr Ding? Bedenken Sie, dass Rotlicht jede Falte schluckt und dem Teint schmeichelt. Wenn Sie sich gar nicht mit Rot arrangieren können, dann vielleicht viel Grün und eine blaue Zimmerdecke. Studien sagen, dass das an Liebe unter freiem Himmel denken lässt und unsere Herren doch recht gut stimulieren kann.

Lassen Sie ihrer Fantasie freien Lauf. Kerzen, weiche, fließende Stoffe, berauschende Düfte… nein, ich mein nicht Douglas! Setzen Sie auf Natur! Im Gegensatz zu den chemischen Pendants haben diese Düfte auch nachweislich körperliche Reaktionen zur Folge. Wenns doch ein Parfümerieduft sein soll, dann eher einer von Guerlain, die, zumindest bis jetzt noch, mit natürlichen Düften arbeiten (Es sind allerdings Gesetze in Arbeit, die das zukünftig verbieten).

Wenn Sie mehr Anregungen in dieser Richtung wünschen, auch Rezepte aus der Hexenküche, Magisches, Sinnliches, eben ein Schatzkästlein voll Frauengeheimnissen, dann empfehle ich aus vollem Herzen dieses Buch:

Verzaubern und Verführen

Leider im klassischen Handel nicht mehr zu beziehen, aber im Antiquariat (auch bei Amazon, einfach oben auf den Link klicken) noch erhältlich.

.

Soweit zur Lust. Da sollte doch ein brauchbarer Tipp für Sie dabei sein. Sollte das „Problem“ doch größer sein und „pflanzliches Viagra“ von Nöten, möchte ich Sie auf den nächsten Beitrag vertrösten. Ich werde jetzt erst einmal den Sonntag genießen.

Read Full Post »

Ja, ich gebs zu: Ich gehöre zu den chaotischen Hausfrauen, die immer nichts da haben. Ich habe keine Taschentücher in der Handtasche, keine Mittelchen im Apothekenschrank (wir sind auch selten krank *aufholzklopf*), ich hab für den Notfall ja Wald und Garten. Hin- und wieder bereite ich etwas zu, aber meist verschenk ich es, wenn ein Freund in Not ist. So sitz ich selbst in der Regel oder Cremes oder Heilmittelchen da.

Selber schuld, ja ich weiß. Wenns mich trifft, ist das auch nicht so schlimm, aber ich hab ja noch Kinder. Eines davon studiert in Kanada. Das Gesundheitssystem dort unterscheidet sich um Einiges von unserem, so haben die Ärzte zumeist keine Röntgen- oder Laborgeräte in der Praxis, meist muss man in eine Klinik, um solche Diagnosegeräte zur Hilfe zu nehmen und die Kräuterkunde ist im Ärztestand auch wenig bekannt. Der letze Punkt gilt für Deutschland ja genauso.

Wenn meine Tochter da mal richtig krank wird (und das, wie Kinder das so gern machen, grundsätzlich nachts und Feiertags…), fragt sie mich um Hilfe. Das geht dank des Internets heute ja problemlos. Was selbst das Internet noch nicht kann: Kräuter mal eben über den Teich schippern.

Dann sitz ich hier, wringe mir die letzten Gehirnzellen aus, um wenigstens ein paar brauchbare Mittel zusammenzubekommen. Eigentlich müsste es ja auch in Kanada gute Herbalisten geben, aber sie hat wohl noch keinen ausfindig gemacht.

So mal eben in eine Apotheke gehen und Kräuter holen, kann man wohl auch nicht (oder sie erzählt ihrer Mutter hier nicht so ganz das Wahre…)

Die täglichen Mahlzeiten können mit Gewürzen ein wenig gesünder werden…

Also gehen wir beide meist den Gewürzschrank der Hostfamilie durch. Heimlich still und leise (weil es mal wieder Nacht ist und alle schlafen). Das ist tatsächlich nicht die schlechteste Idee, denn wir finden hier:

Salz, Pfeffer, heißes Wasser, die absolute, aber wirksame Minimalausstattung, die sich sogar in Studentenbuden finden dürfte.

Mit leichtem Salzwasser lassen sich Wunden auswaschen. Eine Prise Pfeffer in heißem Wasser hilft, wenn man unter Kälteschauern leidet. Mit Salzwasser lässt sich auch prima bei Halsschmerzen gurgeln.

Wenn hier eine kochende Hausfrau wohnt, finden wir sicherlich auch Thymian. Daraus kann man schnell einen Tee machen, um bei Erkältungen und Husten gewappnet zu sein. Auch Salbei leistet hier gute Dienste, er fördert ausserdem das Schwitzen, was bei fiebernden Patienten förderlich ist, weil es die Temperatur senkt.

Haben wir Kopfschmerzen, könnte Rosmarintee helfen, besonders wenn Magenprobleme der Auslöser sein könnten.

Sind Nelken im Gewürzregal, haben wir sogar zahnschmerzstillende Arznei im Haus (drauf kauen, nicht für Kinder!).

Wird ein Blutstiller gebraucht, können wir zum Cayennepfeffer greifen. Ich will vorsorglich darauf hinweisen, dass das Blut dann wahrscheinlich gestillt ist, der Patient aber nicht unbedingt. Cayennepfeffer brennt natürlich höllisch…

Das Yoghurt und Quark prima bei Sonnenbrand helfen, weiß sicherlich mittlerweile jeder. Die sind zwar nicht im Gewürzregal, aber meist im Kühlschrank zu finden. Auch Gurke oder zerquetsche Tomate sind hier hilfreich.

Im Gemüsefach findet sich auch meist noch Zwiebel, die bei Insektenstichen oder Ohrenschmerzen gute Dienste leistet.  Ein „Zwiebelhäutchen“ kann außerdem wie ein Pflaster auf Schnittwunden aufgelegt werden. Ein Stückchen Würfelzucker, angefeuchtet, hilft ebenfalls bei Insektenstichen (einfach auflegen).

Eine Warze benötigt zwar nicht unbedingt erste Hilfe, aber auch sie bekommen wir mit dem Inhalt des Gemüsefaches weg. Eine kleine Knoblauchscheibe passgenau (sie sollte nur die Warze bedecken) schneiden, Pflaster drüber und 24 Stunden drauf lassen.

Andere heilende Gewürze sind z. B.:

Gewürz Anwendung bei:

Ajowan

Asthma bronchiale, Blähungen, Bronchitis, Darmkoliken, Durchfall
Anis

Blähungen, Dreimonatskoliken, Durchfall, Husten, Magenkrämpfe, Mundgeruch

Basilikum Blähungen, Blutarmut, Darminfektionen u. –koliken, Heuschnupfen, Osteoporose, tränende/brennende Augen, Unterleibskrämpfe, Wadenkrämpfe
Beifuss Abwehrschwäche, Appetitlosigkeit, hohe Cholesterinwerte, Frauenbeschwerden, Karies, Konzentrationsschwäche, Pilzinfektionen, Völlegefühl, Zahnfleischentzündungen
Dill Kraut: Abwehrschwäche, Blutarmut, Gicht, Harnsteinleiden, Hautentzündungen, Jodmangel, OsteoporoseSamen: Darmkoliken, Mundgeruch, Nervosität, Reizmagen
Estragon Appetitlosigkeit, Blähungen, Blutarmut, Harnsteinleiden, Karies, Magenübersäuerung, Magnesiummangel, Nierenträgheit, Osteoporose, Rheuma, Verdauungsträgheit, Zahnschmerzen
Fenchelsamen Blähungen, Dreimonatskoliken, Durchfall, Husten, Magenkrämpfe
Gewürznelke Arteriosklerose, Asthma bronchiale, Darminfektionen, Durchfall, Heuschnupfen, Husten, Krebs, Magengeschwür, Magenschleimhautentzündung, Migräne, Rheuma, Zahnschmerzen
Ingwer Appetitlosigkeit, Arteriosklerose, Blähungen, Darm- u. Magenträgheit, Erkältungen, Gastritis, Müdigkeit, Reisekrankheit, Übelkeit mit Erbrechen
Kapern Harnwegsinfektionen, Halsinfektionen, Husten, Racheninfektionen, Schnupfen, Verdauungsträgheit
Kardamom Blähungen, Kater, Roemheld-Syndrom, Verdauungsträgheit
Knoblauch Agina pectoris, Arteriosklerose, Asthma bronchiale,Bluthochdruck, Bronchitis, Darmentzündungen, Durchblutungsstörungen, grippale Infekte, Herzinfarkt, Koliken, Krebs, Schlaganfall, Verstopfung
Koriander Appetitlosigkeit, Blähungen, Darmkoliken, Erbrechen, Gastritis, Kater, Kopfschmerzen, Reizmagen.
Kresse Abwehrschwäche, Arteriosklerose, Bronchitis, grippale Infekte, Harnweginfektionen, Husten, Krebs, Nierenentzündung, Schnupfen
Kreuzkümmel Appetitlosigkeit, Blähungen, Bronchitis, Darmkoliken, Erkältung, Husten mangelnde Hautdurchblutung, Menstruationskrämpfe, Völlegefühl
Kümmel Dreimonatskoliken, Blähungen, Darmkoliken, Magenschwäche, Mundgeruch, Verdauungsprobleme bei fetthaltigen Speisen
Kurkuma Arteriosklerose, Darminfektionen, erhöhter Cholesterinspiegel, Gallenblasenentzündung, Pilzinfektion
Liebstöckel Wurzeln: Blutarmut, Gicht, Harnsteinleiden, Karies, Knochenschwund, Kropf, Muskelkrämpfe, WassersuchtBlätter: Mangelerkrankungen
Majoran Abwehrschwäche, Appetitmangel, Blähungen, Darmkoliken, Durchfall, Gallensteine, Gastritis, Karies, Nervosität, Reizmagen
Muskatnuss Gelenkentzündungen, Muskelzerrungen, rheumatische Erkrankungen, Verstauchungen, unterstützt die Verdauung
Oregano Blutarmut, grippale Infekte, Halsentzündungen, Husten, Keuchhusten, Kopfschmerzen, Rachenentzündungen, Zahnfleischentzündungen
Paprika Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen, Konzentrationsschwäche, Lernschwäche, Magenkrämpfe, Migräne
Petersilie Arteriosklerose, Bluthochdruck, Brust-, Lungen- u. Magenkrebs, Diabetes, Blutarmut, Harnweginfektionen, Gelbsucht, grippale Infekte, Harnsteine, Herpesinfektionen, Osteoporose
Pfeffer Angina pectoris, Herzinfarkt, kalte Hände u. Füße, reduzierte Magensäuresekretion, Speichelmangel, Verdauungsträgheit
Pfefferminze Appetitlosigkeit, Darmkoliken, Durchfall, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden
Rosmarin Angina pectoris, Erschöpfung, Gallenbeschwerden, Herzinfarkt, Herzschwäche, Müdigkeit, niedriger Blutdruck
Safran Haarschuppen, Konzentrationsschwäche, Lichtempfindlichkeit, Lippenrisse, Magenträgheit, Muskelschwäche
Salbei Darmentzündungen, Durchfall, grippale Infekte, Halsentzündungen, Magenschleimhautentzündung, Nachtschweiß, Rachenentzündungen, Zahnfleischentzündungen
Schwarzkümmel Abwehrschwäche, Allergien, Arthritis, Blähungen, Rheuma, Verdauungsträgheit
Senf Blasenentzündungen, Harnweginfektionen, Heiserkeit, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit
Thymian Asthma bronchiale, Blutarmut, Darmentzündungen, grippale Infekte, Keuchhusten, Mandelentzündungen, Verdauungsstörungen
Zimt

Darminfektionen, Darmkoliken, Durchfall, Heiserkeit, Kreislaufschwäche, niedriger Blutdruck, Rachenentzündungen, Reizhusten, Verdauungsträgheit

Definitiv ein ungeheures Potential, was da in unseren Gewürzregalen schlummert. Selbstverständlich sollte man bei ernstzunehmenden Krankheiten immer einen Fachmann aufsuchen. Die Kräuter können natürlich unterstützend eingesetzt werden. Die Wirkung hängt aber auch mit der Frische zusammen. Wenn der Zimt seit ein paar Jahren ungenutzt schlummert, wird er im Ernstfall auch nicht mehr viel ausrichten.

Wer mehr über „heilende Gewürze“ wissen möchte, schaut im Buch von Dr. Jürgen Zittlau (Heilende Gewürzküche) nach. Leider ist das Buch z. Zt. nur noch im Antiquariat zu bekommen.

Auch Räucherfans können unbesorgt ins Gewürzregal greifen. Wer magisch arbeitet, wird z. B. Basilikum für Geschäftserfolg und Zimt für Wohlstand mit einsetzen. Vielleicht sehen Sie Ihre Gewürze jetzt mit anderen Augen…

Auch wer mehr Schwung ins eheliche Werk geben will, sollte mal vor seinen Gewürzen stehenbleiben. Ganz besonders Beifuss (Frau), Koriander (Mann) und Zimt (beide) haben hier Einiges zu bieten.

Read Full Post »

Große Güte, grade als ich diesen Beitrag schreiben wollte, musste ich mal eben nachspülen… hab gestern ein lecker Kräuterbrot gebacken. Bei uns ist grad Schmalhans ein wenig Küchenmeister, weil der Monat mal wieder zuviel Tage fürs Geld hat. Darum dacht ich, ich back ein lecker Brot, mit Kräutern von draußen, und dann schmeckt das auch mal mit Butter oder pur…

Also raus in den Garten und gesammelt: Giersch, schottischen Liebstöckel,  Rauke, Zwiebellauch und pfeffrigen Oregano. Letzterer ist ziemlich scharf, pfefferähnlich eben und pur nicht unbedingt jedermanns Sache. Aber wer selbst Brot backt, hat sicher auch die Erfahrung gemacht, dass man nicht zu wenig Kräuter in den Teig geben sollte, damit der Geschmack durchkommt. Letzteres gilt, das weiß ich jetzt, nicht unbedingt für den pfeffrigen Oregano. Der setzt sich ordentlich durch. Das hatte ich bisher noch nicht, meist geht die Schärfe beim Backen ziemlich zurück.

Nun, sie ist da, wie meine gesunde Gesichtsfarbe und mein extremer Trinkwasserverbrauch sicherlich belegen können…

Der pfeffrige Origano ist etwas pelzig, was aber nicht unbedingt stört. Man nimmt ohnehin nur kleine (!) Mengen und die gehackt. Angeblich nicht winterfest strotzt der zweite Versuch mit dieser Pflanze nach dem Extremwinter in voller Pracht.

Strotzen, ja… da war noch Thema zwei.

Bei meinen Kräuterwanderungen sind nicht allzu oft Männer dabei. Ich denke mal, meist kommen sie ihren Frauen zuliebe mit. Manch einer kann ob der wunderschönen Landschaften wenigstens seinem Hobby fröhnen und fleißig fotografieren. Kräuter für Männer nehmen sich in meinen Vorträgen auch meist rar aus, diese Lücke will ich mal füllen.

Also hier ein Rezept für ein „Götterelixier„. Es gehört zu den Lebenselixieren (die heute nicht mehr gebraut werden), ist aber speziell auf Männer zugeschnitten. Also meine Damen, wenn Sie Ihren Liebsten kräftigen und stärken wollen damit er… na sagen wir mal, bei der Gartenarbeit helfen kann, versuchen Sie Folgendes:

Götterelixier

2 Teile Damina

2 Teile Fo-Ti

2 Teile Ingwerwurzel

2 Teile Süßholz

2 Teile Sassafraswurzelrinde

2 Teile Yamswurzel

1 Teil Badian (Sternanis)

1 Teil Sarsaparillawurzel

1/2 Teil Sägepalmenbeeren

Ginsengwurzel (2 auf einen Liter Tinktur)

Brandy

Traubenkirschenkonzentrat

Die Kräuter in ein Gefäß geben und mit Brandy übergießen, 2 Mondläufe lang ausziehen lassen (die Hexen unter uns machen das im Mondlicht…). Danach abfiltern. Pro Tasse Elixier eine halbe Tasse Traubenkirschenkonzentrat hinzugeben (keinen Saft!)

Die Dosis wäre ein Likörgläschen am Tag, oder eben nur an „besonderen“  Tagen. Da können Sie mit Ihrem Liebsten zusammen eins nippen und dann das Feld bestellen…

Die Schwierigkeit ist hier nicht unbedingt der Ansatz, sondern das Besorgen der Zutaten. Wenn in der Apotheke kein Erfolg beschieden ist, dann vielleicht mal im Reformhaus schauen. Eventuell auch Zutaten in homöopathischer Form wählen oder austauschen (Kreativ bleiben!).

Wem das zu aufwändig ist, oder wer keinen Alkohol mag, für den hätte ich noch:

Energiebällchen (Rezeptname – kein Wirkungshinweis, obwohl die Wirkung ähnlich ist…)

3 Teile gemörserte Kürbiskerne

2 Teile gemörserter Sibirischer Ginseng

1 Teil Ginkgo oder Gotu Kola Pulver

1/2 Teil Spirulina oder Super-Blau-Grün-Algen

1 Tasse Tahin

1/2 Tasse Honig

1/2 Tasse Mandelsplitter

Kokosraspel, Kakaopulver, Rosinen, Schokoladen- oder Karobchips, Granola, Karobpulver oder Milchpulver.

Mischen Sie die Kräuterpulver und die Algen. Dann Honig und Tahin zu einer Paste vermengen. Jetzt so viel Kräuterpulver zugeben, bis die Paste dick wird, schließlich Mandeln und Geschmackszutaten beifügen. Mit Carob- oder Milchpulver bis zur gewünschten Konsistenz andicken.  Walnussgroße Stücke rollen.

Zwei Bällchen täglich reichen normaler Weise. Da kann ein normaler Müsliriegel nicht mithalten.

Bei schwerer Gartenarbeit kann das Rezept noch mit ein wenig Guarana, Damiana, Brennnesselsamen, Traubenkirschenkonzentrat und Bitterschokolade angereichert werden. Aber bitte nicht bei mir beschweren, wenn der Göttergatte zu aktiv wird.

Read Full Post »